Bordellprosa im Landesmuseum: Regula Stämpfli in der Die Weltwoche Nr. 33/2026 Wie das Landesmuseum Zürich, Menschenhandel, Prostitution, Ausbeutung des weiblichen Körpers als “Arbeit” hochstilisiert und Orwell grüssen lässt.

“George Orwell hätte derzeit seine helle Freude am Landesmuseum. Nicht weil dort Prostitution ausgestellt wird. Sondern weil dort die Sprache selbst zum Ausstellungsobjekt geworden ist. Aus Frauen werden «Zeitzeuginnender Sexarbeit». Aus Prostitution wird «Selbstbestimmung». Aus den Freiern verschwinden die Männer. Aus den Zuhältern verschwinden die Täter. Übrig bleibt ein sprachlich desinfiziertes Museum, in dem Gewalt als eine Erfahrung wie jede andere, Ausbeutung als Teil der normalen Biografie und die Pornografie wie die Perversität als «Diversität» erscheinen. Die KI rationalisiert Berufe – so viel wissen wir. Gleichzeitig professionalisiert sie die Sprache und technisiert sämtliche Lebensbereiche. Gerade junge Frauen werden so dazu verleitet, uralte Formen der Sklaverei neu zu verpacken und als hippe Verdienstmöglichkeit anzupreisen. Das Wirken von Denise Tonella, seit 2021 Direktorin des Schweizerischen Nationalmuseums, reiht sich in diese Entwicklung ein. Unter ihrer Leitung folgt eine schweizkritische Ausstellung nach der anderen: Geschichte wird als moralische Erziehungsaufgabe inszeniert. Krass elitär.

Nun folgt ausgerechnet die erste ausgesprochen “schweiz”-positive Ausstellung. Schweizergeschichte als Geschichte geiler Sexarbeit – merci! Dabei wird allerlei Unsinn erzählt, etwa dass «Sexarbeit» seit über achtzig Jahren in der Schweiz legal sei. Das stimmt so nicht. 1942 wurde die Prostitution zwar legalisiert, gleichzeitig wurde jedoch die Kuppelei verboten und der Fokus ausdrücklich auf die Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Armut gelegt. Die Legalisierung diente zudem gesundheitspolitischen Zielen, ermöglichte Zwangsuntersuchungen und gab den Behörden im Rahmen des Kinderschutzes weitreichende Eingriffsmöglichkeiten bis hin zur Wegnahme von Kindern sich prostituierender Frauen. Von all dem berichtet die Ausstellung «Sex-

arbeit» nicht. Stattdessen entsteht der Eindruck, es sei Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung, die eigenen Körperöffnungen zeitweise zu vermieten. Als wäre dies ein Fortschritt. Als wäre dies Emanzipation. «Sexarbeit» – diese «Erfahrung Schweiz» ist nicht nur seltsam, sondern krass elitär. Denn die Frage muss erlaubt sein: Weshalb wird ausgerechnet von gut ausgebildeten, einflussreichen Frauen in Kulturinstitutionen die Vermietung weiblicher Körperöffnungen so engagiert verteidigt? Ist das tatsächlich Solidarität mit benachteiligten Frauen? Oder zeigt sich darin eine neue Form eines Klassenprivilegs?

Eine Gesellschaft, in der sich wohlhabende Eliten reproduktive und sexuelle Dienstleistungen erkaufen können – durch Leihmütter auf der einen, Prostituierte auf der anderen Seite –, während sie diese Entwicklung gleichzeitig als Fortschritt, Diversität und Selbstbestimmung feiern? Orwell wusste, dass totalitäre Systeme mit Wörterbüchern beginnen. Wer die Wirklichkeit von Prostitution als «Sexarbeit» verharmlost und auf die Ebene ganz normaler Arbeit stellt, will die Wahrheit umlackieren. Mit unseren Steuergeldern. Und beendet damit den Freiheitskampf aller Menschen, weil sie nicht mehr benennen dürfen, was sie sehen und empfinden.

Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit:

­ Landesmuseum Zürich. 3. Juli bis 1. November

2026 und 12. Januar bis 25. April 2027

Hier der Text im Kulturteil der Die Weltwoche 33/2926 https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2026/10/bordellprosa-weltwoche-von-regula-staempfli.pdf

Regula Stämpfli: Berliner Sozialgerichtsentscheid 19.7.2022 zum “Menschenfleischverkauf”

Die kluge Inge Bell, Zweite Vorsitzende Terre des Femmes Deutschland, die von der Lobby für “Sexarbeit” drei Wochen auf TWITTER unrechtmässig gesperrt war bis ihr Anwalt intervenierte, teilte auf TWITTER das Urteil des Berliner Sozialgerichts, siehe Pressemitteilung https://www.berlin.de/gerichte/sozialgericht/presse/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1227349.php

Hier der TWEET von Inge Bell und eine Kurzzusammenfassung von Regula Stämpfli, Politphilosohin/Bestsellerautorin.

https://twitter.com/ingebellgermany/status/1549817925342724099?s=20&t=74odrkYq1_WMTT5hvT23VA
Inge Bell zum wegweisenden Urteil des Berliner Sozialgerichts punkto Aufenthaltsrecht und Prostitution als Beruf.

Jobcenter darf Prostituierte nicht zur Arbeit zwingen – Zusammenfassung von Regula Stämpfli

Das Sozialgericht Berlin hat in einer Pressemitteilung einen Richtungsentscheid gefällt. Eine Prostituierte hat ihren „Beruf“ aufgegeben und das Jobcenter wollte sie zwingen, diese „freiwillige, selbstverschuldete Beendigung der Erwerbstätigkeit“ entweder wieder aufzunehmen oder das im Rahmen des EU-Freizügigkeitsrechtes garantierte Aufenthaltsbewilligung aufzugeben. Die 32jährige Klägerin aus Bulgarien darf aber nun in Deutschland bleiben, obwohl sie nicht mehr als Prostituierte arbeiten will.

Das Berliner Sozialgericht hat nun festgestellt, dass „Aus der staatlichen Schutzpflicht für die Menschenwürde folge, dass Prostitution als unzumutbar anzusehen sei.“

Der Entscheid erleichtert es den Osteuropäerinnen, aus der Prostitution auszusteigen und in Deutschland zu bleiben. Denn bisher wollten die Jobcenter Frauen dazu zwingen, als Selbständige im Gewerbe weiterhin tätig zu bleiben oder das Aufenthaltsrecht und somit auch das Recht auf Sozialleistungen zu verlieren. Doch das Sozialgericht stellt punkto Menschenwürde fest: „Eine objektiv zumutbare Arbeit, deren Ausübung der Staat von niemanden verlangen kann, werde nicht deshalb zumutbar, weil die Person sie zeitweise ertragen hat.“

Regula Stämpfli nimmt dieses Urteil auf in der Hoffnung, dass das deutschsprachige Feuilleton zur Kenntnis nimmt, dass Prostitution nun auch gerichtlich festgestellt, kein „Job wie jeder andere“ ist.

Regula Stämpfli fragt Inge Belle von Terre des Femmes Deutschland: Ein Gespräch über Politik, Gewalt und Prostitution in der Basler Zeitung

Bildschirmfoto 2018-08-02 um 08.19.00