Leitmedien und die Fehlsortierung globaler Krisen. Von Regula Staempfli, Autorin des “Algorithmic Age” – eine bekannte Medienkritikerin. Diesmal am Beispiel Venezuelas, 6. Januar 2026. Als Artikel auf X gepostet und auf LinkedIn.

Leitmedien und die Fehlsortierung globaler Krisen: Ein Versagen ideologischer Blasen am Beispiel Venezuelas. 6. Januar 2026 von Regula Stämpfli

In einer Ära verzerrter Narrative versagen Leitmedien systematisch bei der Priorisierung relevanter Themen – und untergraben damit Demokratien. Während sie Ressourcen in die Dämonisierung demokratisch gewählter Politiker wie Donald Trump stecken, den sie routinemäßig als “Faschisten” brandmarken, bleiben echte Bedrohungen wie die Achse zwischen Diktatoren unterbelichtet. Dieses Bias fördert Polarisierung, legitimiert Autokraten und schürt Bürgerkriegsstimmungen in westlichen Gesellschaften. Wenn Leitmedien so berichten, gehen Demokratien unter.

Nehmen wir die jüngsten Ereignisse: Nicolás Maduro wurde am 3. Januar 2026 durch eine US-Militäroperation entfernt und nach New York gebracht, wo er Anklagen wegen Drogen- und Terrorfinanzierung erwartet. Die ARD-“Tagesschau” porträtierte ihn als “Busfahrer, Präsident, US-Gefangener” – eine Verharmlosung, die Maduro als bloßen “Machthaber” darstellt, während Trump als “Diktator” diffamiert wird – eine dreiste Täter-Opfer-Umkehr.

Tatsächlich ignorierten und ignorieren Medien wie “Echo der Zeit” Maduros geopolitische Netzwerke: Seine Allianz mit dem Iran machte Venezuela zu einem Brückenkopf für Teherans Interessen in Lateinamerika, inklusive Sanktionsumgehungen, Öllieferungen und Hezbollah-Aktivitäten. Caracas schuldet Teheran rund zwei Milliarden Dollar, finanziert durch gemeinsame Korruption und Drogenhandel. Viele, inklusive der Autorin, wussten davon nichts – weil es in die anti-israelischen und anti-Trump-Narrative nicht passt.
Dieses Versagen ist ideologisch und antidemokratisch: Im 21. Jahrhundert behandeln Leitmedien linksextreme Diktatoren als Opfer US oder Europa-Imperialismus, sie schreiben die Geschichte mit Neusprech völlig um und nennen dies dann “modern”, postkolonial oder gar “progressiv.” Maduros Terrorfinanzierung war eine ÖRR und Service-Public -Leerstelle. Dies nicht zuletzt, um “Islamophobie”-Vorwürfe zu vermeiden und dem codierten Narrativ des Antizionismus nicht zu schaden. Ähnlich war es dieser Tage beim Iran: Volksaufstände gegen wirtschaftliche Krise und Repression werden bagatellisiert, Regime-Propaganda unkritisch übernommen, Israel und die USA dringend vor jeder Einmischung schon im Vorfeld delegitimiert. Dies nützt den islamofaschistischen Mullahs, einem totalitären System, das Hannah Arendt genau so auch genannt hätte. Die Konsequenzen solcher Fehlinformation sind fatal. Autokratische Systeme werden legitimiert, während westliche Demokratien durch innere Spaltung geschwächt werden. Polarisierte Wähler driften zu Extremen, Regierungen
ignorieren den Wählerwillen zugunsten codierter Narrative.
Öffentlich-rechtliche Medien verletzen damit das Gemeinwohl, fördern
antidemokratische Kräfte und befeuern Bürgerkriege. Dies muss aufhören – bevor Demokratien kollabieren.

Regula Staempfli als Kult-Essayistin: ENSUITE. Zeitschrift zu Kultur und Kunst Schweiz, Österreich, Deutschland. 2025: (M)Otherland und Kleopatra. Die Kunst archäologischer Erzählungen. Ruth Patir und Karin Bois zusammengedacht. Tel Aviv Kunstausstellung und die tolle Sachbuchautorin.

Link auf Ensuite, siehe https://ensuite.we-are.gmbh/1443901-2/

Von Dr. Regula Stämpfli – Die israelische Künstlerin Ruth Patir gehört zu den besten Videokünstlerinnen unserer Zeit. Deshalb wurde sie zur Biennale 2024 in Venedig eingeladen, denn ihre Ausstellung (M)Otherland versprach, KI und feministische Kunst auf ganz ungewöhnliche Weise zu verbinden. Die Ausstellung wurde «aus Gründen» abgesagt, der israelische Pavillon blieb in Venedig zugesperrt.

In Tel Aviv hatte ich in diesen Wochen die Gelegenheit, die Ausstellung von Ruth Patir zu besuchen, und war überwältigt. Ihre eigene Geschichte, eine von genetischem Defekt und Fruchtbarkeitsideologie im Staate Israel geformte Story, verpackt sie in Gespräche, Figuren, reflektiert Fortpflanzungstechnik und Archäologie. Die Künstlerin, ihre Mutter, ihr Geliebter, die demonstrierenden Frauen agieren in den Filmen als antike Venusfiguren, sprechen mit Originalstimmen. Selten wurde ich mit solcher Wucht mit unserer biopolitischen Gegenwart und meiner eigenen Körperlichkeit konfrontiert. Ein Thema übrigens, das ich in den «Nächten der Philosophie» im Mai in Wien, natürlich im Café Korb, noch näher vertiefen werde.
Patir bringt den weiblichen Körper, Fruchtbarkeit und Mutterschaft in den Kontext politischer Repräsentation – ohne in Klischees zu verfallen. Die zentrale Figur: eine computergenerierte Frau, eine Art hybride Göttin der Reproduktionsmedizin, die sowohl verletzt als auch mächtig erscheint.

Zwischen Erschöpfung, Aufbegehren und Intimität verhandelt Patir die Grenzen des eigenen Körpers, aber auch die patriarchalen Erwartungen an Weiblichkeit und Nation. (M)Otherland ist nicht nur ein Kommentar auf den biopolitischen Zugriff auf weibliche Körper im Patriarchat, sondern eine universelle Reflexion über Kontrolle, Zeit und das Erbe der Mutterschaft. Die Arbeit ist ebenso politisch wie poetisch und historisch.

Wie schon erwähnt, verleiht Patir den Körpern per Computer generierte uralte Venusfigürchen, wie sie in Israel wie in Europa tausendfach bei Ausgrabungen gefunden werden. So wird die Geschichte von Göttinnen, Müttern, Fruchtbarkeit und Sexualität und Frauen auf völlig neue Art und Weise verwoben, was zufälligerweise mit der neusten archäologischen Forschung zusammentrifft.

Venusfiguren sind auch der Gegenstand von Karin Bojs’ «Mütter Europas. Die letzten 43  000 Jahre». Ausgehend von der sog. «Venus von Willensdorf», die eigentlich ganz klassisch keine Aphrodite, sondern eine wunderschöne, postmenstruelle Frau darstellt, erzählt Karin Bojs die Menschheitsgeschichte völlig neu. Über 150 Jahre wurden die Wissenschaftlerinnen ausgelacht, die behaupteten, dass die Steinzeit nicht mit Jägern und Sammlerinnen, also entlang der geschlechtsstereotypen Funktionen, operierte, sondern matrilinear, matriarchal und mit vielen weiblichen Göttinnensymbolen konstituiert war. Die postkolonialen Historikerinnen verleugnen das mit den Archäologie-Patriarchen des 19. Jahrhunderts bis heute, weil sie Matrilinearität ausschliesslich indigenen Gesellschaften zugestehen wollen. In postkolonialen Augen gehen Patriarchat und Imperialismus und Westen Hand in Hand – was ein archäologischer Fehler ist, denn Europa war matrilinear, Persien war matrilinear.
Karin Bojs’ Buch geht so weit, festzustellen, dass das bis vor Kurzem von der klassischen Altertumswissenschaft bestrittene Matriarchat in Europa nicht nur Tausende von Jahren bestanden haben muss, sondern nur brutal mit den Raubzügen patriarchaler Männerhorden aus dem Osten beendet wurde. Eine Vernichtung von weiblicher Geschichte, die bis heute blutige Spuren zeigt. Die Vergewaltigung Europas durch Zeus, von der uns die klassischen Sagen des Altertums berichten, wird in diesem Lichte betrachtet vom Mythos zum Logos, vom Fleisch zum Wort. Die unterschiedlichen Venusfiguren werden in der Literatur nun also völlig neu interpretiert – und die Künstlerin Ruth Patir hat dies in ihrem Werk sehr klug zum Ausdruck gebracht. In der herkömmlichen Archäologie wurden die Tongöttinnen sexistisch als Pornofiguren der Steinzeitmänner bezeichnet – die Wahrheit könnte nicht weiter entfernt sein. Es waren matrilokale Kulturen, deren Bedeutung aus ideologischen Gründen jahrhundertelang vernachlässigt wurde.

Die Biologie spricht nun ein strenges Machtwort gegen Ideologien von links bis rechts. Gene pflegen nämlich nicht zu lügen. DNA-Analysen zeigen: Steinzeitfrauen haben andere Gene als Steinzeitmänner. Und die gefundenen Artefakte passen in diese unterschiedlichen Frau-Mann-Schemata, die sich ausserdem als rituelle Unterschiede von Göttinnen-Kult und Phallus-Kult feststellen lassen. Es waren die indogermanischen Migrationsströme, die matrilineare Kulturen in Europa in patrilokale Gesellschaften umbauten, so die neuste Forschung. Und zwar so, wie es uns in einem anderen Mythos, nämlich dem der «Raub der Sabinerinnen», erzählt wird. Eine Erzählung nicht nur als Metapher, sondern als Menschheitsgeschichte: der Überfall von Männerhorden zwecks systematischer patriarchaler Ausbeutung, Aneignung und Unterwerfung des weiblichen Körpers durch kollektive männliche Gewalt. Wie aktuell diese Erzählung ist, zeigen die Taliban in Afghanistan; eine abscheuliche Gegenwart, leider viel zu selten in unseren Medienberichten erscheinend – tja, es geht eben «nur» um Frauen, da haben wir es wieder. Die Menschheitsgeschichte zeigt, wie das weibliche Echo jahrtausendealter Stimmen immer schwächer wird. Gerade das Zeitalter digitaler Reproduktion lässt Frauen als Körper zugunsten eines Sprechaktes verschwinden: Sexuelle Gewalt gekoppelt mit ideologischen Löscharbeiten von weiblicher Macht und Freiheit lässt sich in der Geschichte der Menschheit leider viel zu oft nachweisen.

Umso wichtiger die Erinnerung. Deshalb empfehle ich zum Schluss auch noch das neue Werk von Ann-Cathrin Harders, «Kleopatra. Ägyptens letzte Königin». Der schmale Band in der «Wissen»-Reihe von C.H. Beck ist extrem aufschlussreich, gut geschrieben und wahnsinnig spannend. Wir erfahren in «Kleopatra» nicht nur viel über Göttinnen, Geschwisterehen und den Untergang des Pharaonentums, sondern nebenbei auch ganz coolen Klatsch aus der Antike. Kleopatra war zweimal mit einem eigenen Bruder verheiratet: mit Ptolemaios XIII., nach dessen Tod mit Ptolemaios XIV. Kinder kriegte Kleopatra von ihren Brüdern keine, dafür eines von Julius Caesar, mit dem sie nicht verheiratet war, und drei von Marcus Antonius – herrlich dargestellt im Hollywoodfilm «Cleopatra» mit der unvergleichlichen Elizabeth Taylor. Ann-Cathrin Harders geht der letzten grossen matriarchal inspirierten Herrscherin Kleopatra mit grossem archäologischen Wissen nach. Weibliche Herrschaft war in Rom unbekannt, deshalb waren schon die Zeitgenossen fasziniert von einer Frau, deren Macht sich über Weltreiche ausbreiten konnte. Kleopatra residierte während ihres Romaufenthaltes unter Julius Caesar wie eine Königin, was den prüden Cicero unheimlich ärgerte. «Ich hasse die Königin! – Reginam odi!» schrieb der grosse Rhetoriker empört an Atticus. Dies nicht zuletzt, weil Caesar für die «Venus Genetrix» kurz vor seinem Tod noch eine neue Goldstatue in Auftrag gegeben hatte und in den Tempel stellte: Es war ein Abguss von Kleopatra, nackt, wie sie die römischen Mythen schufen. Ann-Cathrin Harders erzählt genüsslich von diesem Skandalon, das die Zeitgenossen damals extrem beschäftigt haben muss. Wäre Caesar nicht ermordet worden, wer weiss, wie die Geschichte Roms unter dem Einfluss von Kleopatra noch weitergegangen wäre. Denn die Pharaonin war nicht nur schön, sondern vor allem unglaublich clever: Sie bot Caesar Stabilität im Osten an, verbesserte die Finanzen des gesamten Römischen Reiches. Ägypten war die Getreidekammer der Antike, lieferte auch Öl, Papyrus, Textilien, Parfüm; über die ägyptischen Häfen lief der Handel mit Arabien und Indien. Und Kleopatra, wie die Pharaoninnen vor ihr, war eine durchaus würdige Herrscherin, die die multinationalen Geschäfte Ägyptens durchaus im Griff hatte. Caesar sicherte im Gegenzug die Herrscherin und deren Traditionen.

Pharaoninnen standen seit jeher als Göttinnen für Ehe, Mutterschaft, Fruchtbarkeit und Ernte, Isis als älteste Gottheit im ägyptischen Pantheon wurde überall angebetet. Kleopatra fügte durch den Kontakt mit den Römern den Symbolen eines hinzu: die Venus. Diese sollte sich als bestimmende Frauenfigur auch lange nach dem Untergang Ägyptens und Roms durchsetzen. Von Plutarch bis Shakespeare und Hollywood, Kleopatra beschäftigt bis heute, und zwar nicht zuletzt, weil mit ihr nicht nur die Person, sondern auch ihr Reich und die Tradition weiblicher Herrschaft endeten. «Kleopatra wird damit zu einer Leerstelle, die immer wieder neu interpretiert werden kann, zu einem ‹mythischen Zeichen›, das als Projektionsfläche für unterschiedlichste Konflikte aufgerufen und verstanden werden kann», meint Ann-Cathrin Harders in ihrem Buch.

Matrilineare Spuren
Kleopatra, Herrscherin über Nil, Macht und Begehren, wird bis heute durch den Schleier westlicher Projektion gesehen – entweder als Hure oder als Hexe. Dabei war sie eine Staatsfrau von unfassbarem Format, die in einer Welt aus Männermorden die Kontrolle behielt – über Flotten, Intrigen und Sprache. Sie sprach neun davon. Die meisten können nicht mal eine richtig.

Maria, die jungfräuliche Mutter, ist eigentlich eine radikale Figur. Sie gebiert Gott, ohne männliche Beteiligung. Was für eine subversive Idee! Sie wird zur «Königin des Himmels» erhoben – ein Titel, der einst Ishtar, Isis, Kybele galt. Die Kirche hat versucht, sie unschädlich zu machen. Hat sie auf Podeste gestellt, wo man sie als echte Frau nicht wirklich sehen, sondern nur anbeten darf.

Europa, die von Zeus Entführte, reitet auf einem Stier aus Gewalt in unsere Vorstellungskraft. Aber ich sehe in ihr keine passive Jungfrau. Ich sehe eine Frau, die sich nicht einsperren lässt – weder in den Götterhimmel noch in die Archive der Männergeschichte. Europa ist Bewegung, ist Mischung, ist Widerstand, der lebt, trotz Domestikation.

Fazit: Die Wiege Europas war weiblich. Nicht in der kitschigen Göttinnensymbolik, sondern in der realen, matrilinearen Macht der frühen Zivilisationen: Ägypten, Kreta, Mykene, Etrurien. Dort entschieden Frauen über Land, Rituale, Legitimation. Patriarchale Systeme existierten – aber sie waren gezähmt, gebändigt, durchwoben mit der Logik des Weiblichen.

Leseliste
– Karin Bojs: Mütter Europas. Die letzten 43 000 Jahre.
– Ann-Cathrin Harders: Kleopatra. Ägyptens letzte Königin. CH Beck Wissen.
-(M)Otherland von Maayan Sheleff (Herausgeberin), Ruth Patir (Autorin), Taschenbuch 2021

Regula Stämpfli: Teherans Borgias – Wie Ali Khamenei herrscht. Spannendes Buch von Ali Sadrzadeh über Ali Khamenei. Aufstieg und Herrschaft. laStaempfli titelt die Rezension in der Weltwoche, Nr. 51/25 mit “Teherans Borgias.”

Bildschirmfoto des Artikels in der Weltwoche 51/2025 siehe Link: https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2025/12/WEW_51_060_BUCH_REZ.pdf

Ali Khamenei regiert den Iran nicht wie ein Staatspräsident, sondern wie ein sakral legitimierter Autokrat: als Kalif, Papst und Schattenherrscher zugleich. In ihrer Rezension von Ali Sadrzadehs Buch Ali Khamenei. Aufstieg und Herrschaft zeigt Regula Stämpfli, warum der iranische Mullahstaat weniger einem modernen Staat als einem religiösen Gewaltkartell gleicht. Sadrzadeh schreibt keinen nüchternen Lebenslauf, sondern einen politischen Thriller, der offenlegt, wie Macht durch Mythos, Ideologie und systematische Gewalt gesichert wird.

Besonders eindrücklich ist die Analyse der geistigen Grundlagen des Regimes: Der Antisemit Ahmad Fardid, Heidegger-Jünger und Vordenker der Islamischen Republik, verbindet europäische Gegenaufklärung mit islamistischem Totalitarismus. Das Buch zeigt schonungslos, wie der Westen – aus Schuld, Ignoranz und falscher Toleranz – zum Kollaborateur einer der gefährlichsten Herrschaftsformen der Gegenwart wurde: ideologischer Islamismus im Gewand des Antiimperialismus. Eine Pflichtlektüre für alle, die den Iran, den politischen Islam und die fatalen Verstrickungen westlicher Eliten verstehen wollen

“Das grosse Raunen: Wie die taz aus normaler Politik eine jüdische Verschwörung zimmert. Artikel von Regula Staempfli, publiziert 12.12.2025, copyright laStaempfli. Dieser Text ist keine Verteidigung Israels, sondern eine Analyse deutscher Mediencodes im Umgang mit Israel.”

Anflug auf Ben Gourion im Dezember 2025 von Regula Stämpflis erster Pressereise, die aber nichts mit der Pressereise zu tun hat, die im taz-Artikel beschrieben ist. copyright laStaempfli 2025.

Seit dem 7. Oktober 2025 pflegt auch der deutsche Journalismus eine bedenkliche Vereinfachung höchst komplexer geopolitischer Sachlagen. Dabei wird gerne die „moralische Dringlichkeit“, über Fakten und Sachwissen gestellt.

Hier bringt die Politikwissenschaftlerin & Historikerin Regula Stämpfli als Beispiel einen Artikel der taz, siehe https://taz.de/Lobbyorganisation-Elnet/!6130001/ (Kurzversion hier, die Langversion ist auf www.regulastaempfli.eu zu finden.) Im Artikel der taz wird aus einer ganz normalen Pressereise eine jüdische Verschwörung konstruiert.

Es beginnt schon beim Titel: „Elnet lobbyiert für die Regierung Netanjahu. Über hundert deutsche Abgeordnete reisten mit dem Verein, der Kontakt zu Siedlern und Trump-Fans hat.“

Medias in res sind wir mitten im Bösen: Siedler, Trump und Netanjahu – fertig ist die deutsche Klischeemaschine gegen Israel schon in der Headline. Der taz Titel setzt den Ton als Urteil, es ist keine Reportage, keine Recherche, sondern ein Frame, der nur ein Ziel verfolgt: Die Diskreditierung einer ganz normalen Lobbyorganisation und von Israel.

 Lobbies gibt es tonnenweise. Deutschland lobbyiert mit seinen Goethe-Instituten in der ganzen Welt für die deutsche Kultur. Damit war Deutschland übrigens sehr erfolgreich: Von Xi Jinping weiss man, dass er einer der größten Goethe-Fans ist, er hat nicht nur alle Werke übersetzen lassen, sondern die VR China hat auf Betreiben des kommunistischen Staatenlenkers die einzige Gesamtedition von Goethe in einer nicht-europäischen Sprache produzieren lassen. Alles über Goethe ist in China übersetzt, digitalisiert, archiviert, selbst der kleinste Fetzen Goethes Italienreise gibt es auf chinesisch. Vom Goethe-Institut als „politischen Netzwerk“ verwoben mit der „kommunistischen Führung in China“ zu raunen, käme aber wohl nicht einmal Donald Trump in den Sinn.

Bei Israel geht es aber immer um andere Maßstäbe. Im taz-Artikel gibt es keine Information, sondern Haltungsjournalismus. Mit „Trump-Fans“ und „Siedler“ wird die großzügige, vom israelischen Steuerzahler bezahlten Reise von den für ihren Geiz bekannten deutschen Journalisten („was, wir sollen dem Fahrer über 30 Euro für 7 Tage Servicefahrten von Hotel zur nächsten Destination zahlen?“) als rechtspopulistische Veranstaltung diskreditiert. Dieses Raunen ist im Artikel omnipräsent. So wird das Bestreben Israels, nach dem Krieg den deutschen Journalisten wieder das Reiseland im Nahen Osten nahe zu bringen, als rechtsextreme zionistische Meinungsmanipulation von den Journalisten diffamiert. Gleichzeitig wird eine gezielte Einflussnahme auf die deutsche Regierungspolitik fabuliert, weil ja, so der Artikel der taz, Bundeskanzler Merz die deutschen Waffenlieferungen nach Israel gestoppt hätte, was Israel im Mark getroffen haben muss – so der Artikel der taz. Dass Deutschland wohl eher auf Israel als umgekehrt angewiesen ist, wird im taz Artikel wohlweislich verschwiegen. Ohne technologisches Know How von Israel ist der gesamte Westen gegenüber den wirklichen Kriegstreibern Russlands, Iran und letztlich auch der Volksrepublik China, völlig ausgeliefert. Diese Umkehr von wer braucht wen, ist in einer sog. Reportage schon erstaunlich faktenfrei. Doch die Journalisten überschätzen sich gerne. Wollte Israel die Meinung und Öffentlichkeit in Deutschland wirklich manipulieren, wäre es besser aufgestellt, es würde auf Codes, Bots, Desinformation, Auslassungen setzen statt grosszügig über 150 Deutsche auf israelische Staatskosten zu bewirten.

Dabei ging es in der Reise um eine Normalisierung nach dem Waffenstillstand – offensichtlich haben dies die Deutschen Delegierten nicht begriffen. So macht die taz aus dem Bestreben, das Land zu bewerben und übrigens auch die diversen Reisewarnungen für den wunderbaren Tourismus-Spot Israel aufzuheben, eine ganz üble Verschwörungstheorie. Elnet, so der Artikel, soll,  ohne auch nur einen einzigen Beleg zu liefern, auf die deutschen Journalisten Druck ausgeübt haben, dass „schwerste Kriegsverbrechen“ der „israelischen Armee“ sowie die Untergrabung der „Netanjahu-Regierung rechtsstaatlicher Strukturen“ hierzulande nicht berichtet werden durften: „In diese Landschaft fügt sich Elnet ein.“ Wie bitte? Wann, wo und wie hat Elnet direkt Einfluss auf die deutsche Berichterstattung eingenommen? Hören wir Sophie von der Tann auf der ARD oder Elmar Theveßen im ZDF zu, dann gibt es nur zwei Kriegsverbrecher, die dringend verfolgt werden müssten und die verantwortlich seien für das gesamte Elend der Welt: Donald Trump und Bibi Netanjahu. Sophie von der Tann wurde für diese kolossalen Fehleinschätzungen sogar mit einem renommierten Journalismus-Preis ausgezeichnet. Würde Elnet wirklich Druck ausüben, dann hätten wir doch völlig andere Informationen als dieses ständige Rauschen über das „Elend von Gaza!“

Doch wer will sich schon von Fakten leiten lassen, wenn ein anti-isrealisches Narrativ konstruieren lässt!

Die taz macht aus den Informationsreisen von Israel, die übrigens freiwillig sind, gekauften Journalismus. Würde ich Elnet punkto Reisen beraten (ich kenne Elnet nicht und hatte noch nie etwas mit Elnet zu tun), ich würde für die Werbung für das Land nie auf Journalisten, Wissenschaftler oder Kulturschaffende setzen, denn deren postkoloniale Theorien sind so fix, dass sie sich durch nichts beeindrucken lassen. Schon gar nicht durch die Realität! Die wirklichen Opinionmakers bewegen sich eh ausserhalb des klassischen Journalismus, nur die Politiker und Politikerinnen haben dies nicht gemerkt, deshalb lohnt es sich sehr wohl, mit denen, zwischen Parlamenten und Kommissionen engen Kontakt zwecks gutem Austausch zu pflegen. So wie es die Europäische Union sehr geschickt macht: Jeder Ausschuss, jede Fraktion, jede Abteilung hat unzählige Delegationen in die ganze Welt. Der EU-Parlamentarier gönnt sich auf Steuerkosten, neben einem Jahresgehalt von dem 80 Prozent der Deutschen nur träumen können, die genialsten Familienferien – meist gut getimed mit den diversen Delegationsreisen.

Darüber schreibt die taz nie, obwohl Nico Semsrott darüber sogar ein sehr kritisches Brüssel-Buch verfasst hat.

Also, liebe taz: Es reicht! Also liebe Kollegen der Delegationsreise, von denen ich einige per Zufall auf meiner kulinarischen Reise getroffen habe: Es reicht! Meinungsbildung durch Metaphern statt Fakten, durch Narrative und deutsche Arroganz (hey Ihr reist grad durch ein höchst traumatisiertes Kriegsland, dessen Jugend und Kibbuzim brutalst angegriffen, ermordet und über 250 Menschen entführt wurden, wovon wiederum fast 100 ermordet wurden!) ersetzen keine Information, sondern betreiben Manipulation. Deshalb ist dieser Text ein Paradebeispiel für all die Blindspiralen, die alle Texte über Israel prägen: Es geht immer nur um die moralische Selbstentlastung Deutschlands, das zwar offiziell vom Existenzrecht Israels immer wieder schwafelt, dessen Medienakteure aber genau dies quasi als Nebensache behandeln. Israel ist für viele Deutsche, die Medien, Kultur und Universitäten moralische Projektionsfläche und nichts anderes. Die taz und mit ihr wohl auch die Delegation der deutschen Influencer, die sich über das Verhalten der israelischen Akteure aufgeregt haben, sehen Israel quasi als pädagogischen Fall, der behandelt werden muss und zwar im Sinne postkolonialer Therapie als Selbstauflösung. Dass sich Israel nicht nur weigert, sich therapieren zu lassen, sondern aktiv auf wehrhaft auf Selbstbestimmung, Verteidigung und Unabhängigkeit pocht, daran werden sich die Deutschen wohl nie mehr gewöhnen.

Der taz Artikel hat über all dem Raunen nämlich etwas überhaupt nicht realisiert: Der 7. Oktober 2023 hat nicht nur den globalen Antisemitismus forciert, er hat Israel zu einem ganz anderen Land gemacht. Und wie dieses aussieht, das wäre doch spannender zu erfahren als all das antisemitische Geraune, das diesem Artikel in der taz anhängt.

Wenn Folterer Medienschaffende werden und dafür Journalistenpreise einkassiert werden. Ein Kommentar von Regula Staempfli zu den Journalistenpreisen am Beispiel der Nahostberichterstattung, Dezember 2025.

Zwischen Filterblasen und KI-Journalismus. Ein Plädoyer für Demokratie, Diskurs und Urteilskraft im Medienzeitalter. „Träumen Algorithmen von Demokratie? Nur mit folgenden Vorschlägen:“ Literaturliste/Linkliste zum 26. Österreichischen Journalistinnenkongress 2024
Zwischen Filterblasen und KI-Journalismus. Ein Plädoyer für Demokratie, Diskurs und Urteilskraft im Medienzeitalter. „Träumen Algorithmen von Demokratie? Nur mit folgenden Vorschlägen:“ Literaturliste/Linkliste zum 26. Österreichischen Journalistinnenkongress 2024

Die Beispiele sind zahlreich: Desinformation der BBC, der ARD, von SRF – keine Entschuldigungen, nur weitere Hamas-PR. Hungersnot, Bombardierung von Spitälern, Zerstörung von Gaza wird als Genozid durch Israel herbegelogen statt wirklichkeitsnah als Resultat des islamofaschistischen Regimes der Hamas darzustellen.Kein Mensch bei der BBC wäre jemals auf die Idee gekommen, 1944 von Goebbels direkt die Kriegsberichte in die eigene Redaktion zu tragen. Doch 2025 ist dies offensichtlich für die Agenturen und Nahost-Journalisten völlig normal: Gaza, der Nahe Osten sowie die Schlachten werden allein von der Hamas, der Hisbollah und den Islamogauchisten unter den Reportern beschrieben, gezeigt, besprochen, analysiert. Israel hat diesem ideologischen Bilderhaufen als einzig existierende Demokratie in der Region, als politisch zerstrittene Nation, als schwerst traumatisierte Menschen in der Region, keine Chance. 55 mal häufiger wird mörderische, antisemitische Hamas/Hisbollah/Iran/Postkoloniale-PR auf TikTok geteilt als dass es ein Statement gibt, dass sich für den Westen, für Israel und gegen antisemitische Terroranschläge ausspricht. Die Codierung von Unrecht findet in der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien LAUTEN WIDERHALL, wird ergänzt durch eigenen Antisemitismus und/oder Israelhass, der an allen westlichen Universitäten seit “Bologna” eifrig gelehrt wurde (siehe Algorithmic Age von Regula Staempfli.) In Zeiten, in denen Bilder schneller wirken als Fakten und Emotionen lauter sind als Recherche, verlieren Medien ihre wichtigste Aufgabe: Wahrheit sichtbar zu machen: Sagen, was ist. Immer häufiger übernehmen deutsche und schweizerische Redaktionen Informationen, ohne ihre Herkunft offenzulegen, und lassen Täterorganisationen wie die Hamas als scheinbar neutrale Quellen auftreten. So wird aus Journalismus ein ideologisches Echo — und aus Berichterstattung eine gefährliche Verzerrung.

2024 kriegte ausgerechnet die SRF Nahost-Korrespondentin Susanne Brunner von ihren Kollegen den „Journalistin des Jahres“-Preis. Eine schallende Ohrfeige für alle, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Service Public noch retten wollen und entsetzt sind über die islamo-gauchiste Präferenzen bspw. von SRF online und den Nachrichten, sowie eben der Korrespondenten aus dem Nahen Osten. SRF hat mehrere Klagen wegen der Desinformations-Kampagne und ideologischen Berichterstattung am Halse, Klagen, die „Popularbeschwerden“ heissen, und denen zum Teil schon stattgegeben wurden. Fehlerkompetenz ist leider bei SRF keine festzustellen und so wird wohl der Service Public wegen der ideologisch fehlgesteuerten und den Qualitätsjournalismus verletzende Berichterstattung einiger weniger Dominanter, abgebaut werden. Eine Schande, die der Demokratie massiv schadet.

Überall gilt: Was fehlt, ist Transparenz. Was fehlt, ist Kontext. Was fehlt, ist Urteilskraft.
Und genau darum geht es im Folgenden: um die Mechanismen, die unsere öffentliche Wahrnehmung formen — und deformieren.

Deshalb hier auch das Beispiel von Sophie von der Tann, die am 4.12.2025 ausgerechnet den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises (er würde sich im Grabe umdrehen) erhalten soll. Hier konkrete Gründe, weshalb dies den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den Preis und die Berichterstattung der ÖRR insgesamt massiv entwertet:

Hamas ist keine Quelle, sondern eine Täterorganisation — jede Information von ihr ist Propaganda, keine Nachricht.

Wenn Journalisten und Journalistinnen Hamas-Angaben übernehmen, ohne dies offen auszuweisen, betreiben sie Desinformation im Namen der Objektivität.

Es gibt wenig journalistische Berichterstattung in Gaza, sondern unglaublich viel TERROR & JUDENHASS-PR, ein Umstand, den die ARD- und ZDF-Zuhörenden und Zuschauenden unbedingt vernehmen sollten.

Dazu kommt: Wer nicht vor Ort ist und dennoch den Eindruck erweckt, er wisse, was in Gaza geschehe, fabuliert Wirklichkeit statt sie zu prüfen. Eine Berichterstattung, die Täter zu Quellen macht und eigene Recherche ersetzt, zerstört die Urteilskraft des Publikums.

Die ständige Wiederholung der immer gleichen Bilder und Narrative schafft keine Wahrheit, sondern emotionale Steuerung, die gezielt antisemitische Gefühle bedient. Das Weglassen entscheidender Fakten — Hamas-Strategien, Terrorakte, Missbrauch der eigenen Bevölkerung — erzeugt ein völlig verzerrtes Bild, das Demokratien im Gegensatz zum islamofaschistischen Regime der Hamas als Täter darstellt. Dies ist nicht nur journalistisch völlig falsch, sondern demokratisch verheerend.

Die Banalität des Männlichen versus Digitalisierung des Begehrens: Regula Stämpfli im Essay ENSUITE zu Manon Garcias “Mit Männern leben.” Male Banality or Digitalisation of Emotions? Et La banalité du mâle ou la numérisation du désir? Translation, Traduction of laStaempflis Essay in English & French.

Manon Garcia ist die Philosophin der Stunde. Ihre Bücher erscheinen bei Suhrkamp, sie lehrt in Berlin, sie schreibt auf Französisch, wird von der deutschen Presse gefeiert, von der Süddeutschen über die Zeit bis hin zum Spiegel. In Frankreich spielt sie mit Titeln wie Simone de Beauvoir oder Hannah Arendt; in Deutschland bekommt sie einen Suhrkamp-Titel, der klingt wie eine Lifestyle-Broschüre: Mit Männern leben. Really?

Erschien in der Oktober-Ausgabe der Kulturzeitschrift ENSUITE als Essay im Magazin. Bestellen bei: https://www.presseshop.ch/Zeitschriften/Kultur-Zeitschriften-Abos Hier die englische und Französische Übersetzung des Textes. https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2025/11/Essay-Regula-Staempfli-on-Manon-Garcia.pdf

Regula Staempfli im Ensuite über Manon Garcias Buch “Mit Männern leben.”

Hier die Kurzfassung: Banalität des Männlichen versus Digitalisierung des Begehrens

Von Regula Stämpfli

Manon Garcia ist die Philosophin der Stunde. Sie lehrt in Berlin, schreibt auf Französisch, wird von Süddeutscher, Zeit und Spiegel gefeiert. In Frankreich spielt sie mit Simone de Beauvoir und Hannah Arendt, in Deutschland erscheint sie bei Suhrkamp – mit einem Titel, der klingt wie eine Lifestyle-Broschüre: Mit Männern leben. Really?

Das französische Original ist präziser: La banalité du mâle – ein Wortspiel auf Arendts „Banalität des Bösen“. Doch Garcia verwechselt Philosophie mit Psychologie, Denken mit Marketing. Sie universalisiert Einzelfälle, moralisiert Begehren und erklärt das Monströse zum Normalen.

Ihr neues Buch über Die Banalität des Männlichen kreist um den Fall Gisèle Pelicot – einer Frau, die von ihrem Mann betäubt und von siebzig Nachbarn vergewaltigt wurde. Garcia macht daraus ein Allgemeinbild: Alle Männer potenzielle Täter, jeder heterosexuelle Akt potenziell Gewalt. Damit übernimmt sie die Selbstbeschreibung der Monster – und banalisiert das Böse, anstatt es zu analysieren.

Garcia steht symptomatisch für ein Denken, das Geschichte verdrängt und Politik in Lifestyle verwandelt. Feminismus wird zu „Empowerment“, der Hijab zum Accessoire, Philosophie zum Slogan. Vergessen sind Bewegungen wie Ni putes, ni soumises, die in den 2000er Jahren gegen islamistischen Sexismus kämpften – ein Feminismus, der Freiheit über Identität stellte.

Hannah Arendt unterschied klar zwischen privat und öffentlich. Privat darf Intimität alles sein – Lust, Machtspiele, Unterwerfung. Politik aber bedeutet Öffentlichkeit, Gleichheit, Urteilskraft. Diese Unterscheidung fehlt bei Garcia völlig.

Die eigentliche Banalität heute ist nicht „das Männliche“, sondern der Verlust von Unterscheidungskraft. Codes ersetzen Denken, Algorithmen ersetzen Verantwortung. Die Digitalisierung des Begehrens, die Pornographisierung der Kultur, die Intimisierung der Politik – das sind die wahren Phänomene unserer Zeit.

Pornographie ist längst keine Randkultur mehr, sondern Weltordnung. Sie prägt Sprache, Körperbilder, Erwartungen. Männer lernen Sex über Bildschirme, Frauen vermessen sich selbst nach Codes. Social Media verwandelt Körper in Content, das Selfie in „Porno light“.

Garcias Moralisierung lenkt vom Strukturellen ab. Philosophie darf nicht Empörung auf Autopilot sein, sondern muss die Mechanismen der Macht im digitalen Zeitalter entlarven.

Denn: Die Banalität des Männlichen ist nicht das Problem.
Das Problem ist, dass wir aufgehört haben, zwischen pervers und normal, zwischen Code und Wirklichkeit zu unterscheiden.

“Hamas not in the Frame.” How Western postcolonial & antidemocratic, pro-islamofaschist Propaganda use supposedly authentic “war images” as propaganda. English Version of an Article first published by Die Weltwoche 25/25 by Regula Staempfli.

English Translation by Regula Staempfli & her programmed Die laStaempfli-Maschine Chat GPT, copyright English Version. First published in Die Weltwoche, Juni, Number 25/25.

2024: The World Press Photo Award goes to Mohammed Salem for “Palestinian Woman Embraces Her Niece.” The image: A veiled woman, seated, holding a dead child wrapped in white cloth. Imagine a modern Pietà, Mary holding the body of Jesus – but anonymous, politicized, accusatory. There is no redemption in the image. Only blame. The emotion is sacred, but the target is secular and has a name: Israel.

2025: Another award-winning photo from Gaza. This time by Samar Abu Elouf, showing nine-year-old Mahmoud Ajour, a boy who supposedly lost both arms in an Israeli airstrike. The image oft he boy shows no Hamas in the frame. No tunnels, civilian palestinians are not allowed to use. No context, only a shocking presentation of a boy without arms. Soft light. Hard message.
No facts. Only feelings and a tapping of Islamofaschism into Christian iconography – we see in the World Press Photos the „mater dolorosa“, the grieving mother holding her son 2023 and 2024 we see a supposedly „war victim in Vietnam-style“, similar tot he „Napalm Girl.“

Who is Mahmoud Ajour? Where is his family?
How did he get to Qatar? Why does no photo ever show a Hamas fighter? Or a tunnel entrance?

World Press Photo honors weaponized aesthetics without context with only one goal: Target Israel. The Photos are carefully composed, subtly lit and created for emotionally overwhelming effect. The World Press Photo are NOT journalistic documents but propaganda portraits, disguised as „information.“ There is a new war of Images and Hamas is winning, with the help of SRF, ZDF, ARD, ORF, BBC, N.Y. Times etc. The two World Press Photo Awards have three points in common: The victims are passive, beautiful, tragic, the enemy ist he same, the story and the propaganda behind it, remains untold. Major newspapers like Die Zeit und F.A.Z. print these images without a single information who made the photos, where, when and for whom. The newspapers demote journalism to layout assistants.

A not to the reader: Due to image copyright restrictions, I am unable to show the award-winning photographs discussed in this article. However, I have described them as accurately as possible for reference and critical context. You may view them on the official World Press Photo website or in archived press coverage – but I invite you to do so critically. Ask yourself:
Why was this the image chosen? What is missing? Who is not in the fra
me?
Hier to the Original Article in German in “Die Weltwoche. 9/2025 https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2025/09/WEW_25_056_KUNST_REZ.pdf

MEDIENEXPERTIN Regula Stämpfli zur Clint Eastwood-Afffäre im KURIER, 3./4. Juni 2025.

Elisabeth Sereda ist ein Phänomen. Sie bekommt sie alle. Die Liste ihrer Promi-Gespräche für den österreichischen «Kurier» ist ebenso eindrücklich wie lang: Brooke ShieldsJude LawPamela AndersonSarah Jessica ParkerCate BlanchettElton JohnPharell WilliamsAngelina JolieMia Farrow und viele andere mehr – sie alle gehören offensichtlich zum engeren Kreis des Golden-Globes-Mitglieds Sereda (seit 1994). Seredas Interviews, alle im «Kurier» gelistet, sind echt spannend, zeigen die Stars manchmal als intellektuelle Überflieger, immer sehr persönlich mit Antworten, die Lust auf näheres Kennenlernen machen. Das Problem ist: Die Interviews wurden mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht eins zu eins geführt, sondern aus Kollektivinterviews zusammengeschnitten, ohne dies auch als Kollektiv-Mitschnitt zu kennzeichnen. Denn ganz ehrlich: Wer will schon ein Interview, das die Journalistin quasi mit sich selbst und den Antworten des Stars, die dieser in anderen Kontexten und Hintergrundgesprächen gegeben hat? Well. Tom Kummer, der grosse Fälschungsfall der 1990er Jahre hat bewiesen: Selbst nach dem riesigen Fall gibt es eine riesige Karriere. Nun einfach als Schriftsteller.

Der jüngste allfällige Fälschungsfall dreht sich um Clint Eastwood, der gesagt haben soll, dass Hollywood nur noch von “akes” und “Remakes” dominiert wurde. Clint Eastwood, der wohl x-mal auf diese Aussage in irgendeiner österreichischen Zeitung angesprochen wurde, meinte laut «The Independent» sehr ärgerlich, das ganze Gespräch sei «entirely phony», also frei erfunden. Er hätte einem «Austrian Newspaper» nie ein Interview gegeben. Der Skandal flog auf, der Klein Report berichtete darüber: https://kleinreport.ch/news/Clint-Eastwood-Interview-ist-frei-erfunden-106291/

Regula Stämpfli hat mit Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt eigentlich die Welt als Fälschung entlarvt. Hier gibt die Digitalexpertin Auskunft, dass solche Interviews früher oder später nicht mehr vom Original zu trennen sind, weil alles wie Reality TV inszeniert wird. «Das ganze Interview erinnert mehr an algorithmisch gefilterte Motivationsliteratur als die knurrigen Töne, für die Eastwood bekannt ist.» Dies meint die Medienexperting Regula Stämpfli auf Nachfrage des Klein Reports, ohne zu behaupten, das ganze Interview sei als «Fälschung» zu charakterisieren.

Der Kurier reagierte auf Eastwoods Fälschungsvorwurf -siehe (https://kurier.at/kultur/medien/clint-eastwood-interview-hollywood-kurier-in-eigener-sache/403047088). „Der KURIER legt immer Wert auf höchste Qualität“  und dementiert den Fälschungsvorwurf: „Sereda hat (…) insgesamt 18 Mal mit Eastwood bei Round Tables gesprochen. (…) Aus diesen Gesprächen nun hat Sereda ihren Angaben nach den aktuellen Artikel verfasst.“ Diese Zitate seien also gemäss KURIER “dokumentiert” und nicht erfunden. Allerdings räumt die Redaktion ein, dass die Präsentation des Artikels als aktuelles Interview irreführend war. Infolgedessen hat der KURIER per sofort die Zusammenarbeit mit der langjährigen freien Korrespondentin für Prominente beendet. 
Der Medienexpertin Regula Stämpfli genügt auf Rückfrage des Klein Reports diese Stellungnahme nicht, da Fragen zur journalistischen Integrität eines solchen Vorgehens offen bleiben. Ist es wirklich akzeptabel, ältere Zitate ohne Kennzeichnung einfach als „neues“ Interview zu präsentieren? Welche Verantwortung tragen Redaktionen bei der Überprüfung solcher Texte von Freien, die nicht nur von Ländern in anderer Sprache, aber neu eventuell mit Hilfe der KI berichten (ohne diese als Quelle anzugeben)? „In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion eh verschwimmen, ist es umso wichtiger, klare journalistische Standards und Transparenz gegenüber dem Publikum zu wahren“ – so die Schlussfolgerung von Regula Stämpfli, Autorin von “Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt.”Der KURIER hält fest: „Auch wenn kein Zitat erfunden ist, die Interviews dokumentiert sind und der Fälschungsvorwurf zurückgewiesen werden kann: Wir werden künftig nicht weiter mit der Autorin zusammenarbeiten, weil uns Transparenz und unsere strengen redaktionellen Massstäbe über alles gehen.“ Star-Stories generieren viel Aufmerksamkeit und viele Klicks. Fälschungen sind in der Branche schon vorgekommen, berühmt ist der Fall Tom Kummer in den 1990er-Jahren, der so gute Interviews von Promis publiziert hat, die diese nie hätten geben können. Aufgeflogen ist Tom Kummer im Jahr 2000 durch seinen damaligen Auftraggeber «Süddeutsche Zeitung» (SZ), für deren Magazin er die Interviews geliefert hatte (ebenfalls «Das Magazin» des «Tages-Anzeigers»). Weniger bekannt ist der Fall Janet Cooke. 1981 erhielt sie den Pulitzer-Preis für «Jimmy’s World», eine ergreifende Geschichte über einen achtjährigen Heroinabhängigen – völlig erfunden. Damals war das ein riesiger Skandal, 2020 veröffentlichte Mike Sager dazu ein Buch mit dem Titel: «Janet’s World. The Inside Story of Washington Post Pulitzer Fabulist Janet Cooke.»

Zwischen Filterblasen und KI-Journalismus. Ein Plädoyer für Demokratie, Diskurs und Urteilskraft im Medienzeitalter. „Träumen Algorithmen von Demokratie? Nur mit folgenden Vorschlägen:“ Literaturliste/Linkliste zum 26. Österreichischen Journalistinnenkongress 2024

oder “No Data without Representation” by laStaempfli #HannahArendtLectures.

Der neuste Artikel von Regula Stämpfli zu Hannah Arendt ist in der Anthologie „Alle Weisheit dieser Welt“, ein wunderschönes, kluges Buch mit dem „Wagnis zu Welt und Öffentlichkeit“ von Regula Stämpfli zu bestellen (Rabattcode REGULA) bei: https://www.edition-decaro.ch/shop-buecher/p/alle-weisheit-dieser-welt-ist-schon-lange-ausgesprochen

Im Gespräch ORF REGULA STÄMPFLI ZUM NACHHÖREN: https://www.youtube.com/watch?v=e8lhtNN7UFY UND NATIONALFEIERTAG ÖSTERREICH 2019 THEATERSTÜCK “PHILOSOPHIE PUR ZU REGULA STÄMPFLIS TRUMPISM”: WIE KONNTE ES SOWEIT KOMMEN? https://oe1.orf.at/programm/20191026/581355/Philosophie-Pur

Zum Thema Digitalisierung, siehe Artikel im Magazin für Zukunftsforschung – ausgewählt:

2/18 Träumen Algorithmen von Demokratie von Regula Stämpfli

https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2018/11/tra%CC%88umen-KI-von-demokratie.pdf

https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf

https://www.denknetz.ch/wp-content/uploads/2021/08/Staempfli_Europa_Bankensprech_Sehnsuchtsort.pdf

Dazu die zwei Monographien: Politik-Denkbuch unter dem Titel „Sex, Katzen und Diäten“ 2021 und Bestseller „Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt“. Beide auf AMAZON bestellbar. 

Zum Thema siehe auch Podcast-Reihe Daten & Zukunft von laStaempfli

http://ta-swiss-futurepodcast.online

http://ta-swiss-futurepodcast.online/regula-staempfli-lastaempfli-zu-europa-zwischen-sehnsuchtsort-und-banksprech-hannaharendt-lectures-2023

Zu China das exzellente Gespräch mit Kai Strittmatter im Future-Podcast von Regula Stämpfli: http://ta-swiss-futurepodcast.online/kai-strittmatter-im-gespraech-mit-regula-staempfli-zur-vr-china-und-die-neuerfindung-der-diktatur

Dazu gibt es unzählige Artikel zur Zukunft des Wohnens sowie über 300 Podcasts zu Digital, Frauen, Demokratie, Politik, Kunst, Kultur & Globalisierung unter www.artisapieceofcake.art www.diepodcastin.dewww.ta-swiss-futurepodcast.online

YouTube TEDX Talks von Regula Stämpfli. Schon 2013 analysierte sie den Sexismus der Algorithmen: Der Titel war „Why Winnie the Pooh is RIGHT AND GOOGLE IS WRONG. DIE TEDX-ORGANISATORINNEN GOT IT WRONG, UNBELIEVABLE, BUT THE TALK IS EXCELLENT: https://www.youtube.com/watch?v=54iXI37qyAA

TEDX: No Data without representation von Regula Staempfli see https://www.youtube.com/watch?v=zWTtCfvntUU

CV: 

PD Dr. phil. Regula Stämpfli ist Politologin/Bestsellerautorin/Podcaster. Sie lehrt als Privatdozentin an verschiedenen nationalen und europäischen Hochschulen (u.a. an der Universität St.Gallen, HSG, wo sie die #HannahArendtLectures gründete und leitet). Für die Schweizer Journalistenschule MAZ war sie über 20 Jahre als Leiterin Auslandjournalismus & Politikjournalismus tätig. laStaempfli publiziert zu den Themen Globale Geschichte, Datendemokratie, Digitale Transformation, Gender, politischem Design und Demokratie. Regula Stämpfli ist Autorin bei der NZZ, Die Weltwoche, Ensuite, FAZ, hostet mehrere Podcasts (u.a. „Die Podcastin.“) und hat mehrere Sachbuch-Besteller verfasst. 2016 wurde sie unter die 100 einflussreichsten Unternehmerinnen der Schweiz aufgenommen, seit 2021 von CH Media unter den ersten zehn KI-Expertinnen geführt, ist seit 2019 bei der Bertelsmann-Stiftung als „Algorithmen-Expertin“ gelistet. www.regulastaempfli.eu

#diepodcastin mit drei A: Amerika, Afghanistan, Australien. Isabel Rohner & Regula Stämpfli im sprechenden Denken über die glorreiche US-amerikanische Frauenbewegung, den mörderischen Gender-Apartheidsstaat Afghanistan & das Skandalurteil in Australien im Fall Tickle vs Giggle.

diepodcastin mit drei A: Amerika, Afghanistan, Australien. Isabel Rohner & Regula Stämpfli im sprechenden Denken über die glorreiche US-amerikanische Frauenbewegung, den mörderischen Gender-Apartheidsstaat Afghanistan & das Skandalurteil in Australien im Fall Tickle vs Giggle.

#diepodcastin über drei A: Isabel Rohner & Regula Staempfli über US-Frauengeschichte in Amerika, sexistische Enteignung in Australien & Afghanistan, die grosse Cady Stanton & das Recht auf “digitale Unversehrtheit.”

Isabel Rohner & Regula Staempfli sind in Form: Ein Exkurs der Rohnerin zur US-amerikanischen Frauenbewegung, dann laStaempfli mit Australien und dem Skandalurteil zu Sall Grovers Giggle App und Afghanistan, dessen Taliban, Mädchen und Frauen beerdigen, vergraben, foltern, vom Menschendasein aussperren. In einem neuen Gesetz ist den Afghaninnen untersagt: ihr Gesicht zu zeigen und ihre Stimme zu benutzen, wenn Männer, mit denen sie nicht verwandt sind, zugegen sind. Was die Rohnerin zum heutigen Zitat von Elizabeth Cady Stanton aus der uralten Geschichte der FRAUENBEWEGUNG gebracht hat:

“Der beste Beschützer, den eine Frau haben kann, der ihr zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Seite steht, ist: Mut! Diesen Mut bekommt sie nur durch eigene Erfahrung, und Erfahrung gewinnt nur, wer etwas wagt.” Elizabeth Cady Stanton (1815-1902), Pionierin der US-amerikanischen Frauenbewegungen und Frauenwahlrechtsbewegungen, Verfasserin und Iniatiatorin der “Declaration of Sentiments” bei der Seneca Falls Convention, dem Beginn der modernen Frauenbewegungen in den USA.

Hören Sie direkt rein unter Audio oder via www.diepodcastin.de oder überall wo Sie ihre Podcasts kriegen.

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