Zur Ausstellung hat Dr. Regula Stämpfli Politphilosophin, Podcaster von artisapieceofcake.art sowie selber Kunstsammlerin, einen eigenen Werktext für Ilana Lewitans neue Arbeiten verfasst. Copyright Regula Staempfli, Munich 2026.
„Erinnerung ist bei der international bekannten Münchner Küstlerin Ilana Lewitan kein Archiv, in dem die Vergangenheit ordentlich beschriftet und sicher verwahrt liegt. Lewitans künstlerisches Werk und Erinnerung sind in Bewegung. Vergangenheit taucht auf, die Gegenwart entzieht sich, beides setzt Bilder frei und verwischt im selben Moment eindimensionale Spuren. Lewitans Werk folgt keiner Chronologie, es ist kein Erzählen, sondern die Kunst der Kunst, wo das Werk aus sich, durch die Künstlerin und mit dem Publikum noch kreativer wird. Was wir zu wissen glauben, stimmt selten vollständig mit dem überein, woran wir uns erinnern und was dies für die Gegenwart bedeutet. Bei Lewitans Werk wirkt Manches fort, das wir erst jetzt wahrnehmen können.
Genau in diesem Zwischenraum entstehen die Arbeiten von Ilana Lewitan: zwischen Wissen und Erinnerung, zwischen dem Gesagten und dem Verschwiegenen, zwischen einer historisch beglaubigten Vergangenheit und ihrer kaum greifbaren Gegenwart im eigenen Leben.
Die neuen kleinformatigen Bilder wirken wie innere Landkarten. Wälder, leere Stühle, isolierte Hände, menschliche Körperfragmente, Tiere, Kreise, Augen und rätselhafte Apparaturen begegnen einander in offenen Bildräumen. Nichts ist hier vollständig ausformuliert. Gemaltes, Gezeichnetes und fotografisch Wirkendes überlagern sich, ohne sich zu einer geschlossenen Erzählung zu fügen. Die einzelnen Elemente scheinen Verbindungen anzubieten, widersetzen sich aber einer endgültigen Deutung. Sie verhalten sich darin wie Erinnerungen und Gegenwart: Ein Gegenstand ist plötzlich ganz deutlich, während der Zusammenhang, in dem er einst stand, verloren gegangen ist.
Man könnte diese Arbeiten auch als Topografien des inneren Lebens deuten. Da gibt es Wege, die nirgendwohin führen, Waldstücke ohne erkennbaren Horizont, Räume ohne sichere Begrenzung und Figuren, von denen nur einzelne Körperteile sichtbar bleiben. Der Mensch ist anwesend, aber selten vollständig. Eine Hand hebt sich, zeigt, hält oder warnt. Ein Fuss berührt den Boden. Ein Gesicht erscheint in einem umschlossenen Bildraum. Eine Gestalt steht am Rand, als gehöre sie bereits einer anderen Zeit an. Immer wieder stellt sich die Frage: Wer betrachtet hier wen? Sehen wir ein Bild an – oder werden wir aus dem Bild heraus beobachtet?
Die zahlreichen kreisförmigen Zeichen verstärken diese Ungewissheit. Sie können Augen sein, Lupen oder Erinnerungslinsen, durch die Einzelheiten vergrössert werden. Sie erinnern an Markierungen auf alten Fotografien, an Zielscheiben oder an Löcher in einer Oberfläche. Manchmal scheinen sie etwas festhalten zu wollen, manchmal bezeichnen sie gerade das Fehlende. Sie strukturieren den Blick und führen ihn zugleich in die Irre. Denn Erinnerung zeigt uns niemals das Ganze. Sie richtet unsere Aufmerksamkeit auf einzelne, oft nebensächlich wirkende Details – und erklärt gerade diese zu Trägern einer ganzen Geschichte.
Auch die weissen Flächen sind nicht einfach Hintergrund. Sie sind ein wesentlicher Teil der Komposition. Das Weiss trennt, schützt und isoliert. Es gibt den Bildern Luft, aber es verweist auch auf Auslassung. Hier fehlt etwas. Hier wurde etwas nicht gemalt, nicht ausgesprochen oder noch nicht erinnert. In diesen offenen Flächen bekommt die Stille eine sichtbare Form. Sie ist weder leer noch friedlich. Sie bewahrt, was nicht ohne Weiteres zur Sprache kommen kann.
Lewitans Kunst ist biografisch grundiert, ohne sich in Biografie zu erschöpfen. Als Tochter polnischer Überlebender der Shoah wuchs sie mit einer Vergangenheit auf, die zugleich allgegenwärtig und verschwiegen war. Erst mit fast sechzig Jahren erfuhr sie, was ihr Vater lange verborgen hatte. Ein solches Wissen fügt der eigenen Lebensgeschichte nicht einfach ein neues Kapitel hinzu. Es verändert rückwirkend die vorhergehenden Kapitel. Frühere Gesten, Ängste, Sätze und Formen erhalten plötzlich eine andere Bedeutung. Auch das Schweigen selbst wird lesbar.
Ein Schlüssel zu Lewitans Werk liegt in den Titeln. Was uns im Innersten berührt. Wo die Stille wohnt. Zwischen Wissen und Erinnerung. Ein Ort zum Verweilen. Wohin die Gedanken auch immer hinführen. Was die Stille bewahrt. Zwischen Nähe und Ferne. Schreibe mir einen Liebesbrief. Dort, wo die Erinnerung beginnt. Am Rande der Erinnerung. Auf der Durchreise. Wo Traum und Liebe sich begegnen.
Diese Titel sind keine Bildbeschreibungen. Sie schreiben nicht vor, was wir sehen sollen. Vielmehr öffnen sie einen zweiten Bildraum: einen literarischen, poetischen Raum neben der Malerei. Sie klingen wie Sätze aus einem Gespräch, das unterbrochen wurde, wie Botschaften an einen abwesenden Menschen oder wie Zeilen aus Briefen, deren Empfänger vielleicht nicht mehr erreichbar sind. Manche Titel stellen einen Ort in Aussicht, ohne ihn geografisch festzulegen. Wo wohnt die Stille? Wo beginnt Erinnerung? Wo liegt der Rand dessen, was erinnert werden kann?
Nicht übersehen werden darf wie sinnlich Lewitans Werk ist. Lewitans Farben besitzen eine eigenständige Kraft. Türkis, Blau, Rosa, Rot, Grün und Schwarz stehen nicht bloss im Dienst eines biografischen oder historischen Inhalts. Sie erzeugen Reibung, Temperatur und Rhythmus. Das leuchtende Türkis kann eine Landschaft öffnen und sie im nächsten Moment unwirklich erscheinen lassen. Rosa trägt Zärtlichkeit und Künstlichkeit zugleich. Rot ist Lebensfarbe, Warnsignal und Wunde. Schwarz begrenzt, verschattet und hält die übrigen Farben zusammen. Farbe, Titel, Werk führen uns zur Kunst, dort, wo Wissen seine Sicherheit verliert, Erinnerung zu sprechen beginnt und die Gegenwart immer wieder neu gesehen, gedacht und gemalt werden kann.“
Die Pornografisierung des Alltags – über Codes, Körper und Verfügungsgewalt von Regula Stämpfli, copyright (c)2026.
Hintergrund sind die Medienberichte eines Mordes einer 16-Jährigen in Australien in der BBC und dem The Guardian, die über den Tod durch “suspected chocking during sex” spekulieren. Die Polizei ermittelt, die Medien und deren Berichte sind abscheulich, aber typisch für die Ideologie-Information im Zeitalter digitaler Reproduktion. Nochmals: Im australischen Fall ist bisher weder eine Vergewaltigung noch ein Mord gerichtlich festgestellt. Die Polizei untersucht den Tod einer Sechzehnjährigen nach mutmasslicher Strangulation. Gerade deshalb ist die sprachliche Kritik entscheidend: Auch der Ausdruck «sexual choking» behauptet bereits eine Deutung. Er verwandelt Strangulation in eine sexuelle Praktik und Gewalt in eine Spielart des Begehrens. Regula Stämpfli nimmt diesen Fall, um über den engen Zusammenhang zwischen Codierung und aktueller Politik auch in Deutschland, nachzudenken.
1. Die Pornografisierung beginnt mit der Sprache
«Sexual choking» klingt nach einer sexuellen Präferenz. Strangulation bezeichnet dagegen, was mit einem Körper geschieht: Ein Mensch drückt einem anderen Menschen die Luft oder Blutzufuhr ab. Das eine Wort kommt aus der Unterhaltungsindustrie, das andere aus Medizin und Strafrecht. Wer Strangulation als «choking» bezeichnet, übernimmt bereits das Wörterbuch der Pornografie. Die Gewalt verschwindet nicht – aber ihr Name verschwindet.
2. Pornografie ist nicht Sex, sondern Macht
Sex setzt Gegenseitigkeit voraus: Wahrnehmung, Berührung, Antwort, Überraschung, die Möglichkeit des Rückzugs. Pornografie verwandelt diese Intimität in einen öffentlichen Raum, in ein Drehbuch. Pornographie ist nicht Sex – Pornografie ist Macht. Körper werden positioniert, kategorisiert, verfügbar gemacht und für einen fremden Blick zurechtgeschnitten. Deshalb handelt Pornografie im Kern weniger von Sexualität als von Verfügungsgewalt: Wer tut was mit wem? Wer schaut zu? Wer verdient daran? Wer bleibt als Person, Subjekt unsichtbar?
3. Der Code macht aus Gewalt eine Identität
Im codierten Zeitalter genügt eine neue Bezeichnung, um eine bisher verachtungswürdige Handlung zu transformieren, zu legitimieren und konstant die menschliche Würde zu verletzen. Aus Würgen wird «breath play», aus Erniedrigung ein «Kink», aus Verletzung und Folter eine «Präferenz». Der Sprechakt soll den Körper überstimmen. Doch ein Code kann den Sauerstoffmangel nicht wegdefinieren. Folter hinterlässt körperliche Spuren, selbst wenn sie als BDSM cachiert werden. Junge Frauen machen alles mit, um dazu zu gehören. Remember? Männer haben Angst, lächerlich gemacht zu werden, Frauen haben Angst, ermordet oder aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Frauen machen alles mit. Jede Religion, jede Widerlichkeit, jede “Kultur”, wenn sie Mehrheit ist. Frauen sind zur Anpassung hergerichtet, nicht für den Widerstand. Ist eine Frau widerständig, wird sie meist zuerst von den Frauen schon ausgeschlossen.
4. «Consent» wird zum Ablasswort der Verfügungsgewalt
Ein Ja ist wichtig, aber es verwandelt nicht jede Handlung in eine harmlose Handlung. Menschen können weder in schwere Körperverletzung noch in ihren eigenen Tod einwilligen. Trotzdem wird «Consent» zunehmend wie ein magischer Freispruch verwendet: Zustimmung ausgesprochen, Verantwortung erledigt. Dabei kann Einwilligung durch Angst, Pornoskripte, Gruppendruck und emotionale Abhängigkeit vorgeformt sein. Laut einer britischen Untersuchung hatten schon 43 Prozent der sexuell aktiven Sechzehn- und Siebzehnjährigen körperliche Erfahrungen mit Strangulation – weshalb dies kein Skandal, kein Thema ist, ist unerhört. Die Pornografisierung des Alltags ist zur Pornokratie der jungen Generationen geworden.
5. Pornografie besetzt jede neue Technik
Fotografie, Film, Videokassette, Kabelfernsehen, Kreditkartenzahlung, Streaming, Webcam, Smartphone, algorithmische Empfehlung, Virtual Reality und künstlich erzeugte Bilder: Pornografie wartet nicht auf technische Entwicklungen, sie erprobt und kommerzialisiert sie. Das ist kein Nebeneffekt. Die Pornografieindustrie erkannte früh, dass Scham, Geheimhaltung und unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ideale Bedingungen für digitale Bezahlmodelle schaffen.
6. Pornografie war ein Labor des kommerziellen Internets
Pornografie hat das bezahlte Internet nicht allein erfunden. Sie hat jedoch Abonnements, Affiliate-Marketing, personalisierte Werbung, diskrete Onlinezahlungen und datenbasierte Kundenbindung früh vorangetrieben. Die hervorragende Bayern-2-Serie «Der Pornhub-Effekt» erzählt, wie aus einer technischen Geschäftsidee eine globale Infrastruktur entstand.
7. Der Pornhub-Code hat den Alltag erobert
Auf Plattformen wird der Mensch nicht als Person, sondern als abrufbare Kategorie organisiert. Suchbegriffe zerlegen Körper nach Alter, Hautfarbe, Herkunft, Handlung und angeblicher Vorliebe. Dieselbe Logik regiert inzwischen soziale Medien und Datingplattformen: auswählen, wegwischen, bewerten, ersetzen. Die Pornografisierung des Alltags bedeutet deshalb nicht, dass überall nackte Körper erscheinen. Sie bedeutet, dass Menschen einander nach der Logik des pornografischen Katalogs wahrnehmen.
8. Die alte Herrschaft kehrt als individuelle Freiheit zurück
Das Neue an der Pornografisierung ist ihre moralische Tarnung. Die Unterwerfung wird nicht mehr befohlen, sondern als Selbstverwirklichung angeboten. Vor allem Mädchen und junge Frauen sollen Gewalt nicht nur erdulden, sondern als eigene Lust bezeichnen. Der Körper soll lächeln, während er zugerichtet wird. So wird Anpassung zur Emanzipation umcodiert und jede Kritik als Prüderie, Intoleranz oder «Kink-Shaming» abgewehrt.
9. Patriarchale Religion und Pornografie sind feindliche Zwillinge
Religiöser Fundamentalismus verhüllt den weiblichen Körper, Pornografie entblösst ihn. Doch beide können derselben Machtordnung folgen: Der Körper der Frau erscheint als öffentlich zu kontrollierendes Gebiet. Hier wird er aus Scham bedeckt, dort für den Markt geöffnet. Die Frau als handelnde Person verschwindet zwischen Heiligkeit und Ware. Pornografisierung und religiöser Autoritarismus widersprechen sich deshalb weniger, als ihre jeweiligen Vertreter behaupten.
10. Fortschritt beginnt mit der Rückeroberung der Wörter
Wir glaubten, Menschen, Maschinen und Gesellschaften seien weiter. Tatsächlich multiplizieren die Maschinen oft nur die ältesten Herrschaftsbilder der Menschheit. Der erste Widerstand besteht deshalb in sprachlicher Genauigkeit: Strangulation heisst Strangulation. Gewalt heisst Gewalt. Ein Tod durch Pornokratie, soll nicht in einem Vokabular einer sexuellen Präferenz verschwinden. Sexuelle Präferenzen sind zu unterscheiden: Es gibt menschenwürdige und solche, die nie und nimmer zum Mainstream werden sollten. Die Pornografisierung des Alltags ist der biopolitische Paradigmenwechsel unserer Zeit: Der menschliche Körper wird zur programmierbaren Oberfläche, die Gewalt zum Lifestyle und Herrschaft zum individuellen Wunsch. Die Gegenbewegung beginnt dort, wo wir die Codes sichtbar machen. Denn kein Algorithmus, kein Sprechakt und keine sexuelle Erzählung darf aus einem Menschen eine verfügbare Sache machen.
Und hier die Warnung: Die Pornografisierung des Alltags soll nun im Grundgesetz in Deutschland fixiert werden: Unter der Initiative eines CDU-Landes, das in den Bundesrat die biopolitische Kategorie der “sexuellen Identität” eingeführt hat. Damit wird erneut – wie schon beim Selbstbestimmungsgesetz – ein Sprechakt zur politischen Kategorie, der alle Tore öffnet zur Zerstörung der Menschenwürde von Kindern, Mädchen und Frauen. Hier zeigt sich der biopolitische Paradigmenwechsel des codierten Zeitalters. Der Mensch wird zunehmend über körperliche, sexuelle und psychologische Kategorien vermessen. Er soll sich identifizieren, einordnen und einen passenden Code wählen. Was als Befreiung erscheint, kann in eine neue Verwaltung der Körper umschlagen. Der Staat fragt dann nicht mehr nur: Wurde dieser Mensch benachteiligt? Er muss zuerst entscheiden: Welche sexuelle Identität besitzt dieser Mensch, wer definiert sie und welche Rechtsfolgen löst die gewählte Kategorie aus?
Das ist die eigentliche Gefahr der Identitätspolitik: Sie bekämpft die Reduktion von Menschen auf Merkmale, indem sie diese Merkmale verfassungsrechtlich verewigt. Ausgerechnet die Sexualität, die gegen staatliche und religiöse Kontrolle verteidigt werden sollte, wird zur öffentlich beglaubigten Identität – sie wird verordnet. Die Freiheit durch Biopolitik abgeschafft. Dies sind Themen, die alle rund um die glücklicherweise verhinderte Wahl von Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin, besprochen werden müssen. Denn Brosius-Gersdorf zeigte erst diese Woche bei Lanz wieder, welche biopolitischen Waren-Menschenbilder sie vertritt: Sie ist die Kronjuristin des neuen biopolitisch codierten Zeitalter, das sich “frei” nennt und jede Versklavung als Fortschritt definiert.
Am 3. September 2026 verfasste Regula Stämpfli den Artikel zur sog. Konversationstherapie, die der Bundesrat verbieten solle – ein ideologisch geprägter Artikel von SRF, der hier auch rezipiert werden soll, um aufzuzeigen, wie die Aufladung von Verfassung und Grundgesetz durch sog. “Sexuelle Identität” in die Richtung einer biopolitischen Revolution aller westlicher Demokratien führt: Der Artikel
Der ideologische Kern Homosexualität und „Geschlechtsidentität“ werden in einem Atemzug zu „queer“. Was früher die brutale Umpolung Schwuler und Lesben meinte, wird so zur Hülle für etwas anderes: jedes Gespräch, das eine Geschlechtsidentität nicht bestätigt, soll als illegal erklärt werden. Wer sich gegen die totalitäre Neucodierung von Geschlecht durch eine extreme Minderheitsgruppe wehrt, wird als gleichstellungsfeindlich dargestellt. Dabei ist “queer” keineswegs ein demokratischer Begriff, sondern ein ideologischer Kampfbegriff geworden. Die alte Diskriminierung von Lesben und Homosexuellen wird mit dem Neusprech “queer” – verglichen. Das ist ahistorische, ideologische Weisswaschung einer neuen totalitären Bewegung. “Queer” ist nicht nur ein Begriff, sondern eine Ideologie, die Menschen auf sog. “sexuelle Identitäten” festlegt will. Queer ist die Definition eines neuen Menschenbild, der ehemaligen UdSSR und DDR-Umdefinition von Menschen nicht unähnlich. Alle, die sich als Bürger und Bürgerinnen gegen die staatspolitisch totalitäre Gleichsetzung mit Sexualität, Identität und Geschlecht wehren, sollen per Gesetz künftig verurteilt werden können. Durch die Wortverschiebung von klassischer Diskriminierung hin zur Ideologie, macht SRF eine völlig unzulässige ideologische Kampagne zugunsten einer totalitären Sexualisierung von Menschen.
Die Sprache arbeitet vor der Sache „Queere Menschen“, „traditionellere, heterosexuelle Lebensform“, „Umerziehung“, „Umpolung“, „Heilung“ stehen alle in Anführungszeichen. Der Leser soll empört sein, bevor er weiß, ob von Zwang, Gebet, Elektroschock oder von Psychotherapie an Minderjährigen mit plötzlicher Trans-Diagnose die Rede ist. SRF liefert die Empörung. Die Unterscheidung bleibt in der Box zum Aufklappen. Bei Kindern ist die Frage, ob man ein Geschlecht medizinisch festschreibt, keine „Konversion“. Sie ist Diagnose: Abwarten, prüfen, Komorbidität ernst nehmen. Wer das Verbot so weit fasst, dass schon Zurückhaltung als Umpolung gilt, schützt keine Homosexuellen und Lesben. Er schützt ein Dogma.
Religion, Familie und Therapie sind verschiedene Orte. Ein Zwangsritual in einer Sekte ist nicht dasselbe wie ein Gespräch beim Psychologen und nicht dasselbe wie eine Mutter, die Zeit verlangt. Wer alles in ein Wort packt, will nicht klären. Er will treffen. Und wenn Berufsregeln „religiöse Beeinflussung“ verbieten, ohne zu sagen, wo Seelsorge endet und Zwang beginnt, wird aus Berufspflicht Weltanschauungskontrolle. Der Staat bestimmt dann nicht nur, was man einem Kind antun darf. Er bestimmt, was man noch denken darf, bevor man spricht.
Die Zahl als Weihrauch Die Zahlen 15,5 Prozent „transsexuelle Personen“, 9,5 Prozent lesbisch, schwul, bisexuell – „einschlägige Erfahrungen“, meist Kindheit, Religion, aber auch Schule, Therapie, Medizin, Familie, werden alles in einen Topf geworfen. Was zählt als Massnahme? Ein Vater, der bittet, zuzuwarten? Eine Ärztin, welche die Gleichzeitigkeit von zwei Krankheiten prüft? Ein Imam, der lieber eine Transfrau als einen Homosexuellen unterstützen will (siehe Iran)? Alles landet in derselben Statistik. Eine Behörde, die selbst sagt, die Daten seien begrenzt, wird trotzdem als Beweis für ein nationales Verbot aufgeführt. Das ist Politik mit Prozenten, die niemand verifiziert hat und die ideologisch totalitäre Ziele verfolgt, nämlich, das Verbieten über die Diskussion von “queer”, Verbot einer Diskussion über die biopolitische Neuordnung unseres Staates.
SRF berichtet nicht, sondern verwaltet und dirigiert Moral.
Was fehlt, weil es das Frame sprengt Zwang gegen Homosexuelle und Lesben ist Unrecht – dafür hat meine Generation gekämpft und gewonnen. Punkt. Dies nun mit einer Kritik an “queer” gleichzusetzen, ist eine totalitäre Umkehr des damaligen politischen Kampfes für Freiheit. Unser Freiheitskampf von damals und unsere politischen Errungenschaften sollen nicht für eine neue biopolitische, totalitäre Queerideologie missbraucht werden. SRF tut dies hier und die einfältige Politik lässt sich von derartiger Semantik beeindrucken. Der Titel “Schutz der Sexualität” löst Geschlecht zu Sex auf – das ist keine Information, sondern ideologische Indoktrination.
Bild von Regula Stämpfli: Ausschnitt zur Serie, Tod der Demokratie, (c)2026.
Regula Staempfli als KI Forensikerin. Hier die KI-generierte Fassung von Regula Staempfli mit Originalfrisur und Klamotten auf BaiRBIE.me – vor einigen Jahren der Superhit in der künstlichen Fotomontage.
Wikipedia war einmal eine schöne Geschichte. Wikipedia ist auch heute noch in vielen Bereichen unersetzlich, wertvoll und informativ. Wikipedia ist indessen zum politischen Schlachtfeld geworden, in welchem sich höchst einflussreiche Kräfte, eine radikale Minderheit, höchste Macht gesichert hat. Themen wie Trans, Israel, intellektuelle Frauen (es sei denn sie seien tot), werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen, extrem negativ, polarisierend, politisch abwertend, desinformativ durch Auslassungen, Framing, antisemitischen und misogynen Positionen, auf Wikipedia behandelt. “Sexarbeit” ist auf Wikipedia great, “Pornographie” noch besser und “Leihmutterschaft” soll unbedingt global legalisiert werden. Das Christentum und das Judentum verlieren gegen den Islam und den im Westen sehr beliebten Atheismus/Nihilismus. Es gibt mittlerweile hochrangige Studien, die die algorithmischen und reaktionären wie politisch extremen Wikipedia-Warriors aufzeigen und die für die Demokratie verheerenden Wirkungen.
Dies interessiert hier nicht. Hier interessiert nur das Berufsfeld der PD Dr. Regula Staempfli oder Regula Stämpfli, laStaempfli, der Gründerin der #HannahArendtLectures, der Erfinderin der Europäischen Bürgerinitiative – European Citizen Initative, der langjährigen Leiterin des Programms an der IFG “Designing Politics – the Politics of Design”, der langjährigen und erfolgreichsten Politik-Dozentin (Auslandjournalismus und politischer Journalismus) an der Schweizer Journalistenschule MAZ, der Bestsellerautorin und der Erfinderin des Algorithmen-Rates, der Social Media School, dem Social Pay for View, des “No Data without Representation”, der Code- Algorithmenverfassung für die Zukunft.
Wir leben in einer Zeit, in der Menschen immer seltener auf Gedanken reagieren und immer häufiger auf deren Herkunft. Kaum erscheint ein Text, eine Rede oder ein Interview, lautet die erste Frage nicht mehr: Ist das wahr? Oder: Ist das klug? Sondern: Wo wurde das gesagt?Die Plattform ersetzt den Gedanken. Wer im Deutschlandfunk spricht, gilt als seriös. Wer bei Kontrafunk auftritt, gilt als rechts. Wer auf X publiziert, wird anders gelesen als jemand auf Bluesky. Dass derselbe Gedanke auf einer anderen Plattform plötzlich eine andere Bedeutung erhält, zeigt bereits, wie weit sich die Öffentlichkeit von der Urteilskraft entfernt hat.
In einer demokratischen Öffentlichkeit geschieht genau das Gegenteil. Dort besitzen Gedanken zunächst einen Eigenwert. Sie werden geprüft, kritisiert, weiterentwickelt oder verworfen – unabhängig davon, auf welcher Bühne sie ausgesprochen wurden. Demokratie lebt davon, dass Argumente zirkulieren können. Nicht die Herkunft entscheidet über ihre Qualität, sondern ihre Überzeugungskraft. Die Aufklärung war deshalb nie eine Geschichte der richtigen Orte. Sie war eine Geschichte der besseren Argumente.
Die codierte Öffentlichkeit funktioniert anders. Sie bewertet nicht mehr den Gedanken, sondern den Kontext. Jeder Ort wird zu einem politischen Marker, jede Plattform zu einem moralischen Code, jede Einladung zu einem Bekenntnis. Der Mensch verschwindet hinter der Zuordnung. Aus Urteil wird Wiedererkennung. Aus Kritik wird Etikettierung. Wer einmal einem Lager zugeschrieben wurde, wird fortan über dieses Lager gelesen. Genau darin liegt die Macht des Codes: Er vereinfacht die Wirklichkeit, bis sie in bekannte Kategorien passt.
Das ist die radikale Veränderung der Demokratie. Denn Öffentlichkeit lebt von der Möglichkeit, dass ein Gedanke seinen Ort überschreiten kann. Wenn aber der Ort den Gedanken ersetzt, verliert die Öffentlichkeit ihre Beweglichkeit. Sie wird zu einem System geschlossener Resonanzräume, in denen nicht mehr gefragt wird, was gesagt wird, sondern wer es wo gesagt hat.
Deshalb ist die Freiheit des Denkens heute nicht nur die Freiheit, seine Meinung zu äussern. Sie ist die Freiheit, sich der Codierung durch Orte, Plattformen und Milieus zu entziehen. Ein Gedanke sollte die Kraft besitzen, Grenzen zu überschreiten. Sonst ist er keine Intervention in die Öffentlichkeit, sondern nur ein Echo der eigenen Gemeinschaft. copyright Regula Stämpfli, August 2026.
Deshalb hier die Ergänzung zu Wikipedia von PD Dr. phil/ Dipl. Coach Regula Stämpfli, laStaempfli, Regula Staempfli:
Regula Staempfli ist eine Schweizer Politphilosophin, Autorin und KI-Forensikerin. Sie zählt zu den eigenständigsten Stimmen im deutschsprachigen und US-amerikanischen Raum, wenn es um die Analyse von Macht, Medien und dem Wandel des Menschenbildes im digitalen Zeitalter geht.
Staempfli hat die Hannah-Arendt-Lectures begründet und fast ein Jahrzehnt an der HSG, Universität St. Gallen geleitet. Zwanzig Jahre lang unterrichtete sie Politik und Journalismus für Korresponendenten/EU an der Schweizer Journalistenschule MAZ. Über zehn Jahre leitete sie im Vorstand und als Intendanz das International Forum for Design IFG in Ulm – mehrere Publikationen und der Wettbewerb “Designing Politics – the Politics of Design” gehen auf ihre Initiative hin zurück. Für ihre historische Arbeiten zu “Frauen im Krieg” erhielt sie bedeutende universitäre Auszeichnungen, leitete den internationalen Kriegskongress. Als unabhängige Expertin der EU füllte sie jahrelang Expertisen im Rahmen des EU HORIZON WISSENSCHAFTSPROJET durch. laStaempfli ist in der Schweiz die bekannteste Kolumnistin und Essayistin – ihre Diskussionsbeiträge wirbeln regelmässig die deutschsprachige Öffentlichkeit auf. Regula Staempfli führte über Jahre erfolgreich den Future-Podcast von TA SWISS und leitet bis heute den “Art is a piece of Cake”, macht mit bei Sama Schwarz Kreativprojekten und Podcasts im Maison Future und ist Co-Leiterin/Co-Host & Co-Autorin des Bestseller-Podcasts “Die Podcastin” zusammen mit der ebenfalls preisgekrönten Dr. Isabel Rohner. Regula Staempfli ist Bestsellerautorin zweier Sachbücher und das “Trumpism. The Algorithmic Age” auf Amazon verteilt sich sehr gut in der Welt. Regula Stämpfli, Regula Staempfli ist regelmässig in Fernseh- und Printformaten mit Essays und Diskussionsbeiträgen präsent.
In den letzten Jahren hat Regula Staempfli ihr Profil um die “KI-Forensik” erweitert. Dabei versteht Regula Staempfli Künstliche Intelligenz nicht als Schreibautomat, nicht als dystopische Zukunftsgefahr, sondern als weitere menschliche und technische Fortentwicklung zwecks Veraenderung und Erweiterung von Denkstrukturen, narrativen Dramaturgien, politischen Reformen sowie eine politphilosophisch und technisch neuen Gesellschafts-Architektur. Muster und Urteilsvermögen verbinden sich bei Regula Staempfli in einer Person und in den von ihr programmierten Maschinen. Dies ergibt ein neues Berufsfeld, auf welchem Regula Staempfli, einmal mehr, zu den Vordenkerinnen ihrer Zeit gehört.
Mit diesem Ansatz verbindet Staempfli politische Philosophie, literarische Analyse und digitale Methodik zu einem neuen Berufsfeld: KI-FORENSIK.
Regula Stämpfli/ Regula Staempfli/ laStaempfli is a Swiss political philosopher, bestsellerin author, and AI forensic analyst. She is widely recognized as one of the most independent voices in the German-speaking world regarding power dynamics, media, and the digital transformation of humanity.
For nearly a decade, Stämpfli directed the Hannah Arendt Lectures, which she founded at the University of St. Gallen (HSG). She also spent twenty years teaching politics and journalism at the Swiss School of Journalism (MAZ). For over a decade, she also served on the board and as artistic director of the International Forum for Design (IFG) Ulm, where she launched the “Designing Politics – the Politics of Design” initiative. Her award-winning historical research on “Women in War” culminated in a major international congress. Additionally, she has contributed her expertise to the European Union’s Horizon research projects for several years.
As one of Switzerland’s most prominent columnists and essayists, her work consistently sparks public debate. Her creative endeavors include hosting the TA-SWISS Future Podcast, leading the project “Art is a Piece of Cake,” and collaborating with Sama Schwarz at Maison Future. She also co-hosts the bestselling podcast “Die Podcastin” alongside Dr. Isabel Rohner.
Stämpfli/Staempfli is the author of two bestselling non-fiction books, including Trumpism: The Algorithmic Age, which gained a wide international readership. Recently, she has pioneered the field of AI forensics. Rather than viewing artificial intelligence as a mere tool or a dystopian threat, she approaches it as an evolution of human and technical capacity. By blending pattern recognition with independent judgment, Stämpfli continues to shape the future of political, social, and cultural thought.
Medienkritik SZ/BAZ: “War OMA Nazi?” ÜBER GESCHICHTSVERFÄLSCHUNG DURCH POSTKOLONIALISTINNEN oder Biopolitik damals und heute. NS-Forschung ist gegenwärtig ideologisch motivierte Forschung. Statt zu sagen, was war, wird geschrieben, was gewesen sein soll. Dies gilt besonders für Frauengeschichte.
Die Schweizer Medien erhalten aus Deutschland seit Jahren nicht nur Nachrichten, sondern auch erstaunlich viel publizistisches Abfallobst. So titelte die Süddeutsche Zeitung am 14. Juli 2026: «War auch Oma ein Nazi?» Wenige Tage später erschien dieselbe Denkfigur in der Schweiz: «War auch Grossmutter ein Nazi? Die Rolle der Frauen in der NS-Zeit.» Schon der Titel verrät das Problem. Er übernimmt unkritisch eine Kategorie, die es im Nationalsozialismus nur als Rassen- und nicht als Geschlechterpolitik gab.
Es gab im Nationalsozialismus nämlich keine Frauen als historische oder politische Kategorie. Es gab ausschliesslich rassifizierte Frauen. Der Nationalsozialismus unterschied nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen «erbgesund» und «erbkrank», zwischen «arisch» und «nicht arisch», zwischen reproduktionswürdig und vernichtungswürdig.
Wer deshalb 2026 über «Frauen im Nationalsozialismus» schreibt, ohne diese grundlegende Differenz bereits im Titel sichtbar zu machen, beschreibt nicht die historische Wirklichkeit, sondern reproduziert ungewollt die Sprache der Täter.
Der Artikel reiht alles auf, was seit Jahrzehnten zum Standardwissen gehört: Mutterkreuz, NS-Frauenschaft, Gertrud Scholtz-Klink, Winifred Wagner, Helene Bechstein, zwölf Millionen Frauen in NS-Verbänden. Alles richtig. Alles bekannt. Alles unerquicklich oberflächlich. Das Entscheidende fehlt. Denn während sogenannte arische Frauen als Gebärerinnen der «Volksgemeinschaft» ausgezeichnet wurden, wurden jüdische Frauen, Sinti- und Roma-Frauen, Frauen mit Behinderungen, politische Gegnerinnen, Lesben und und und, entrechtet, zwangssterilisiert, in Konzentrationslager verschleppt, medizinischen Experimenten unterzogen und millionenfach ermordet. Wer diesen Gegensatz unter der Kategorie „Frauen“ ausblendet, schreibt nicht über „Frauen im Nationalsozialismus.“ Er/Sie schreibt über die Privilegierung einer rassisch definierten Minderheit und erklärt sie anschliessend zur allgemeinen Frauengeschichte.
Ebenso unerquicklich ist die Behauptung, die Nationalsozialisten hätten ein «traditionelles Frauenbild» vertreten. Nein. Genau das ist historisch falsch. Die Nationalsozialisten waren in ihrer Frauenpolitik keineswegs restaurativ. Sie waren revolutionär. Sie machten den weiblichen Körper zum Gegenstand einer bis dahin ungekannten staatlichen Biopolitik. Nicht die Frau interessierte sie, sondern ihre reproduktive Funktion. Nicht Mutterschaft, sondern Bevölkerungspolitik. Nicht Familie, sondern Eugenik. Das sogenannte Mutterkreuz war deshalb keine Ehrung der Mutterschaft, sondern eine staatliche Auszeichnung für die Produktion rassisch erwünschter Kinder. Ideologie entschied darüber, welche Schwangerschaft gefeiert und welche vernichtet wurde.
Gerade deshalb wirkt es befremdlich, wenn ausgerechnet Hans-Ulrich Wehlers Formulierung einer «indirekten Emanzipationsförderung» unkritisch wiederholt wird. Frauen arbeiteten im Krieg nicht deshalb ausser Haus, weil die Nationalsozialisten plötzlich emanzipatorisch geworden wären, sondern weil der totale Krieg Arbeitskräfte verschlang. Von Emanzipation zu sprechen, wo Zwang, Vernichtung und totale staatliche Kontrolle herrschten, verharmlost die Logik eines Regimes, das Leben nach biologischen Kategorien organisierte.
Der eigentliche blinde Fleck solcher Artikel liegt jedoch tiefer. Sie sprechen ständig von «Frauen», ohne zu fragen, wie Ideologien Frauen überhaupt erst definieren. Genau darin lag die Radikalität des Nationalsozialismus. Frau war keine anthropologische, sondern eine politische Kategorie. Wer zur richtigen Rasse gehörte, wurde zur Mutter verklärt. Wer nicht dazugehörte, wurde vernichtet. Der Begriff «Frau» bedeutete im Nationalsozialismus niemals dasselbe für alle Frauen.
Diese Einsicht ist auch deshalb bedeutsam, weil Sprache bis heute Wirklichkeit schafft. Begriffe sind nie unschuldig. Sie ordnen die Welt, lange bevor Gesetze oder Institutionen handeln. Wenn heute selbstverständlich von «Reproduktion», «genetischem Material», «Matching», «Eizellspende», «Leihmutterschaft» oder «optimierten Embryonen» gesprochen wird, lohnt sich ein genauer Blick auf die Sprache. Denn auch hier werden Frauen zunehmend über ihre reproduktive Funktion definiert. Eine Frau, die vierzig Wochen ein Kind unter ihrem Herzen trägt und zur Welt bringt, ist keine «Leihmutter». Sie ist Mutter. Der Begriff «Leihmutter» beschreibt keinen biologischen Sachverhalt, sondern eine juristische und ökonomische Konstruktion, die Mutterschaft sprachlich neu codiert.
Zwischen der nationalsozialistischen Rassenpolitik und den bioethischen Debatten der Gegenwart bestehen selbstverständlich fundamentale historische Unterschiede. Wer Geschichte ernst nimmt, verwischt diese Unterschiede nicht. Doch ebenso wenig darf übersehen werden, dass Ideologien immer zuerst an der Sprache arbeiten. Sie verändern Begriffe, bis die Wirklichkeit anders erscheint. Genau deshalb genügt es nicht, Grossmütter nachträglich in Täterinnen oder Mitläuferinnen einzuteilen. Historische Aufklärung beginnt nicht mit moralischen Etiketten. Sie beginnt mit der Analyse jener Begriffe, durch die Macht den Menschen überhaupt erst definiert.
Wer 2026 über „Frauen im Nationalsozialismus“ schreibt, betreibt ideologische Reproduktion, klischiert Geschichte und verharmlost die biopolitische Gegenwart, die gerade in sog. progressiven Kreisen ihr entsetzliches Unwesen treibt.
Von Dr. Regula Staempfli, Politphilosophin, Autorin von “Trumpism. The Algorithmic Age.” Es gibt Geschichten, die weit über das Private hinausweisen. Nicht weil Kinder geboren werden – das ist immer ein Glück. Sondern weil Politiker Gesetze beschliessen, die sie für sich selbst nicht gelten lassen. Genau deshalb ist die Nachricht über Jens Spahn und seinen Ehemann keine Boulevardgeschichte. Sie ist ein antidemokratischer Skandal.
Deutschland verbietet die Leihmutterschaft.
Leihmutterschaft in Deutschland aus guten Gründen strafbar(§ 1 Embryonenschutzgesetz i.V.m. § 13a Adoptionsvermittlungsgesetz). Der Gesetzgeber hat sich bewusst gegen die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers und gegen die systematische Trennung von Kind und leiblicher Mutter unmittelbar nach der Geburt entschieden.
Wissenschaftliche Studien zeigen wiederholt, dass eine frühe Trennung von der leiblicher Mutter für das Kind mit grossen Traumata einhergeht – von Bindungsstörungen bis zu langfristigen Identitätsproblemen. Während Hunde in Deutschland mindestens 8 Wochen bei der Mutter bleiben müssen, scheint für menschliche Babys in manchen politischen und medialen Kreisen ein anderer Massstab zu gelten.
Das Verbot beruht nicht auf religiösem Puritanismus, sondern auf einer ethischen Grundentscheidung: Der weibliche Körper soll nicht zum Gegenstand eines Marktes werden, Kinder nicht Ergebnis eines Vertrages sein. Doch seit einigen Jahren entsteht eine neue politische Klasse. Sie nimmt für sich das Adjektiv „progressiv“ in Anspruch, meistens wenn die Mitglieder der Klasse schwul oder queer sind. Diese neue Elite steht im Inland für Gesetze und Regeln, die durch Reisen ins Ausland umgangen werden. Was auf deutschem Boden verboten bleibt, wird von der Elite irgendwo in der Welt als „private Lebensentscheidung“ deklariert und von Boulevardmedien gefeiert.
Demokratie lebt nicht nur von Gesetzen. Sie lebt vom Vertrauen, dass diejenigen, die Gesetze machen, sich selbst an deren Geist gebunden fühlen. Wer das Recht geografisch auslagert, beschädigt genau dieses Vertrauen. Es entsteht der Eindruck einer globalisierten Doppelmoral: Für die Bevölkerung gelten Normen. Für Eliten gelten Möglichkeiten. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um homosexuelle Paare. Dieselbe Frage stellt sich bei heterosexuellen Paaren genauso. Wer Leihmutterschaft gesetzlich verbietet, hat sie nicht zu importieren und nachträglich zu legalisieren wie es sich dies Hendrik Streek und Jens Spahn leisten. Deutsche Gesetze und moralethische politische Kultur endet auch für Politiker nicht an der Grenze, oder?
Bemerkenswert ist dabei weniger die Entscheidung einzelner Politiker als das Schweigen ihrer Parteien. Die CDU nennt sich christlich-demokratisch. Sie betont Verantwortung, Familie und die Würde des Menschen. Sie steht vordergründig zu den geltenden Gesetzen in Deutschland. Doch hier schweigt die Partei. Denn wenn Gesetze nur noch als Duty-Free-Selbstbedienungsladen verstanden werden, dann ist die Demokratie echt in Gefahr.
Vielleicht ist genau dies die eigentliche Geschichte. Nicht das Familienglück eines Politikers. Sondern die stille Entstehung einer Elite, die sich dort von ihren eigenen Gesetzen befreit, wo sie über genügend Geld und internationale Mobilität sowie Medienhoheit verfügt. Kinderrechte und Menschenrechte und Demokratie aber beginnt dort, wo Macht sich selbst dieselben Grenzen setzt wie allen anderen.
Die Podcastin von Regula Staempfli und Isabel Rohner. Episodenbild 4 Juli 2026
“Wenn Feminismus zu einer Fremdsprache wird, die nur eine kleine Elite beherrscht, haben wir bereits verloren.” Jessica Bock, Historikerin und Autorin des Buches “Frauenbewegung in Ostdeutschland – Aufbruch, Revolte und Transformation in Leipzig 1980-2020”
Taylor Swift: laStaempfli weist darauf hin, wie bigott Taylor Swift ist – dies in Anspielung auf das Massen-Sicherheits- und Polizeiaufgebot der Swift für ihre Promi-Hochzeit. laStaempfli dazu: Die neue Bigotterie der GLOBISH ELITE lautet: Mauern sind nur dann unmoralisch, wenn andere sie errichten. Für sich selbst gelten Hochsicherheitszonen, Personenschutz, Zugangskontrollen und abgeschirmte Privaträume als selbstverständlich. Die Freiheit wird universal gepredigt – die Sicherheit bleibt ein exklusives Privileg.
In Bern wollte ein bärtige, behaarter Mensch im Tanga, nannte sich Transfrau in den FKK-Bereich für Frauen. Er randalierte, verletzte ein Polizistin – und die Stadt Bern entschuldigt sich ausgerechnet beim Randalierer. Denn: In Bern ist Frau, “wer sich als Frau fühlt”, sagt die zuständige Verwaltungsdirektorin Ursina Anderegg. Dafür bekommt sie diese Woche den Goldenen Orwell!
Der Supreme Court der USA hat in den zwei Klagen der Staaten West Virginia und Idaho befunden: Bundesstaaten und Bildungseinrichtungen dürfen Frauen- und Mädchenteams im Sport auf Grundlage des biologischen Geschlechts organisieren! Damit wurde die Rechtsgrundlage von 27 Bundesstaaten bestätigt – bleiben noch 23 Bundesstaaten, die nach wie vor der Meinung sind, dass Männer Frauen ihre Startplätze und Stipendien rauben und sie körperlich verletzen dürfen, solange sie nur sagen, sie seien “eine Frau”.https://www.supremecourt.gov/opinions/25pdf/24-43_2b35.pdf
In der aktuellen EMMA sind übrigens gleich zwei Artikel mit Rohnerin-Bezug:
“Rettet die Frauenklos” über Isabel Rohners und Rona Duwes Kampagne für die Beibehaltung der Pflicht zu getrennten Toiletten in der Musterversammlungsstättenverordnung, die aktuell verhandelt wird: https://www.emma.de/artikel/rettet-die-frauentoiletten-342523
laStaempfli bringt die Medienmitteilung zur aktuellen Ausstellung des Landesmuseums in Zürich, dem “Nationalmuseum” mit “Sexarbeit.” Menschenhandel, Menschenfleischverkauf und die Legitimierung von sexueller Gewalt gegen Geld wird unter “Erfahrung Schweiz” abgehandelt: Das Nationalmuseum rahmt also Prostitution als Erfahrungs- und Identitätsthema, nicht als Gewalt-, Armuts- und Ausbeutungsstruktur. Das ist der ideologische Kern und SOLL NICHT VON UNSEREN STEUERGELDERN FINANZIERT WERDEN. SEIT WANN IST DER STAAT UND SIND KULTURINSTITUTIONEN PROMOTOREN DES MENSCHENFLEISCHVERKAUFS UND NENNEN DIE ENTWÜRDIGUNG VON MÄDCHEN UND FRAUEN “ARBEIT”? Die Formulierungen DES LANDESMUSEUMS sind totalitär ideologisch: „Selbstbestimmung“, „Flexibilität“, „beruflicher Stolz“, „partizipativ mit Sexarbeitenden“Damit wird aus einer hochgradig asymetrischen, voller sexueller Gewalt bestimmender WIRKLICHKEIT eine Fiktion, ein Märchen von Diversität, Erfahrung und Empowerment gemacht.
Regula Stämpfli, laStaempfli äussert sich zum weiteren Supreme Court Entscheid in den USA, um über die Sprechakte und deren Auswirkung auf Wahlen und Stimmen darzulegen. Wir leben im Zeitalter der Ideologien, dass Orte und reale Menschen zur Verfügungsmasse von globalen Eliten werden. Siehe Originalentscheid: https://www.supremecourt.gov/opinions/25pdf/25-365_4hdj.pdf
Der Entscheid untergräbt die Souveränität der USA über die eigene Staatsbürgerschaft Indem er praktisch jedem Kind, das auf US-Boden geboren wird, automatisch die Staatsbürgerschaft zuspricht – unabhängig vom Status der Eltern –, entzieht der Supreme Court dem demokratisch gewählten Gesetzgeber die Kontrolle darüber, wer Bürger werden darf. Staatsbürgerschaft wird so zu einem Zufallsprodukt der Geografie statt zu einem bewussten Akt der Zugehörigkeit.
Birth Tourism wird dauerhaft institutionalisiert Das Urteil macht es systematisch möglich, dass ausländische Paare – insbesondere aus wohlhabenden Schichten – gezielt in die USA reisen, um dort ein Kind zu bekommen und ihm damit die US-Staatsbürgerschaft zu verschaffen. Dies ist kein theoretisches Randphänomen mehr, sondern wird durch das Urteil als legale Strategie abgesichert.
Die VR China profitiert strategisch am stärksten von dieser Regelung China hat in den letzten Jahren massiv in Birth Tourism investiert. Wohlhabende chinesische Familien nutzen die US-Staatsbürgerschaft ihrer Kinder, um langfristig Vermögen zu sichern, Immobilien zu erwerben, Zugang zu US-Universitäten zu erhalten und politischen sowie wirtschaftlichen Einfluss aufzubauen. Das Urteil erleichtert diese Strategie erheblich.
Es entsteht eine Klasse von US-Bürgern mit primärer Loyalität zu einem fremden Staat Kinder von chinesischen Birth Touristen wachsen oft in China auf, werden dort erzogen und sozialisiert. Sie erhalten jedoch mit der US-Staatsbürgerschaft alle Rechte eines Amerikaners – inklusive des Rechts auf politische Betätigung, Lobbying und späterer Einwanderung der gesamten Familie. Dies schafft strukturelle Loyalitätskonflikte. Der Oberste Gerichtshof in den USA hätte dies unbedingt verhindern müssen, mit der Argumentation des 14. Amendments, dass eben ausdrücklich sagt, dass sich die in den USA Geborenen auch unter der Hoheit der USA im juristischen Sinne, beifinden müssen. All persons born or naturalized in the United States, and subject to the jurisdiction thereof, are citizens of the United States and of the State wherein they reside.” (Auf Deutsch: Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und ihrer Hoheitsgewalt unterliegen, sind Bürger der Vereinigten Staaten und des Bundesstaates, in dem sie leben.) Danke Google für Übersetzung.
Deshalb, das ist neu, denkt laStaempfli auch über das Wahl& Stimmrecht bspw. von Auslandschweizernden nach. Denn was bedeutet dies für den realen Ort und die realen Menschen, wenn Menschen über sie bestimmen, die noch nie dort gelebt, gearbeitet haben oder gar dort Steuern zahlen?
Zur Geschichte der Stadt Bern ist Regula Staempfli quasi avant la lettre aktuell: Bitte hier nachlesen, nachhören, es geht um die unschönen Verknüpfungen der Stadt Bern mit terroristischen, sicherheitsgefährdenden, antisemitischen Elementen, die mittels Anfragen und Fragen nach öffentlichen Aufträgen geklärt versucht werden. Siehe dazu: https://regulastaempfli.eu/?p=11864 KOMITEE TRANSPARENCE UND STADT BERN
Hier das Audiofile der Konferenz eins zu eins: Pressekonferenz, 26.6.2026 Komitee Transparenz fordert Aufklärung, Transparenz und ein öffentliches Stadt- Landgespräch über die Berner Kulturpolitik.
MEDIENMITTEILUNG
Das „Komitee Transparenz“ fordert Aufklärung, Transparenz und ein öffentliches Stadt- und Landgespräch über die Berner Kulturpolitik
Bern, 26. Juni 2026
An der heutigen Medienkonferenz hat das Komitee Transparenz seine Bedenken zum Umgang der Stadt Bern mit mehreren Einsichts- und Auskunftsbegehren dargelegt. Im Zentrum stehen weder kulturpolitische Geschmacksfragen noch persönliche Auseinandersetzungen. Im Zentrum steht die demokratische Grundfrage, ob öffentliche Behörden ihrer gesetzlichen Auskunfts- und Rechenschaftspflicht nachkommen und ob das Öffentlichkeitsprinzip tatsächlich gewährleistet wird.
Ausgangspunkt sind mehrere voneinander unabhängige Einsichts- und Auskunftsbegehren sowie parlamentarische Vorstösse zur Ausschreibung der Dampfzentrale Bern. Die Eingaben befassen sich mit denselben Kernfragen: Wurden mögliche personelle und institutionelle Verflechtungen zwischen Bewerbungen geprüft? Wurden Vorentscheide ausgeschlossen? Welche Unterlagen dokumentieren diese Prüfungen? Weshalb wurden zentrale Besprechungen nicht protokolliert? Und weshalb wurden zahlreiche Nachfragen während Monaten entweder nicht beantwortet oder als «nicht zielführend» bezeichnet?
Während mehr als sechs Monaten erhielten die Gesuchsteller keine substantiellen Antworten. Erst wenige Tage vor der Medienkonferenz stellte die Stadt Bern zwei Mitgliedern des Komitees Transparenz umfangreiche Akten zu. Das Komitee Transparenz begrüsst ausdrücklich, dass inzwischen eine erste Reaktion der Behörden vorliegt. Gleichzeitig hält es fest:
Eine Antwort ist noch keine Aufklärung und genügt dem Öffentlichkeitsprinzip nicht per se.
Denn nach Auffassung des Komitee Transparenz bleiben wesentliche Fragen unbeantwortet. Die übermittelten Unterlagen enthalten überwiegend bereits bekannte oder öffentlich zugängliche Dokumente, ohne die zentralen Fragen nach Entscheidungsprozessen, Dokumentation und institutioneller Verantwortung und Verflechtung abschliessend zu beantworten.
An der Medienkonferenz wurde zudem darauf hingewiesen, dass sich insgesamt fünf voneinander unabhängige Verfahren überschneiden: mehrere Gesuche nach Transparenz im Sinne des Öffentlichkeitsgesetz sowie parlamentarische Vorstösse und journalistische Recherchen wurden lange nicht oder nur unzureichend beantwortet. Gerade diese Häufung von Gesuchen nach Einsicht begründet nach Auffassung des Komitee Transparenz ein erhebliches öffentliches Interesse an einer nachvollziehbaren Aufarbeitung.
Über den konkreten Vergabefall hinaus versteht das Komitee Transparenz die Entwicklungen in Bern als Anlass für ein längst überfälliges öffentliches Stadtgespräch.
Im Zentrum steht nämlich auch die Frage, wie sich hegemoniale kulturpolitische Narrative auf Institutionen, Verfahren und demokratische Kontrolle auswirken. Nach Auffassung des Komitees haben sich in Teilen der Berner Kulturpolitik politische Deutungsmuster verfestigt, die zunehmend institutionelle Entscheidungsprozesse prägen. Wo personelle Netzwerke, politische Narrative und öffentliche Förderentscheide eng ineinandergreifen, besteht die Gefahr, dass Transparenz, Wettbewerb, Pluralismus und rechtsstaatliche Verfahren geschwächt werden.
Diese Entwicklung betrifft längst nicht mehr nur kulturpolitische Debatten. Sie berührt Grundfragen demokratischer Öffentlichkeit und kann – wie aktuelle politische Vorstösse auf kantonaler Ebene zeigen – bis in sicherheitspolitische Fragestellungen hineinwirken.
So hat etwa der Grosse Rat des Kantons Bern am 4. Juni 2026 eine Motion für ein Antifa-Verbot überwiesen, die nun an den Bund weitergeleitet wird – nach Auffassung des Komitees ein Beispiel dafür, wie eine überzogene Ideologisierung der lokalen Kulturpolitik bis in kantonale und nationale sicherheitspolitische Entscheide ausstrahlen kann.
Kulturpolitik ist deshalb keine Nische. Sie ist Teil der demokratischen Infrastruktur einer offenen Gesellschaft.
An der Medienkonferenz kamen zudem zahlreiche Berichte über Einschüchterungen, Drohungen, Ausgrenzungen, Sanktionierungen im Kulturbereich zur Sprache. Das Spektrum reicht von dokumentierten physischen Übergriffen und strafrechtlich geahndeten Vorfällen bis hin zu psychischem Druck, beruflicher Ausgrenzung, administrativer Zermürbung und einer Atmosphäre der Angst, die nach Aussagen zahlreicher Kulturschaffender zunehmend das öffentliche Klima prägt. Nach Auffassung des Komitees dürfen solche Entwicklungen weder tabuisiert noch individualisiert werden. Sie verdienen eine öffentliche demokratische Debatte.
Das Komitee Transparenz betont ausdrücklich, dass Demokratie nicht davon lebt, dass alle dieselben Narrative teilen. Demokratie lebt davon, dass Institutionen auch dann rechtsstaatlich funktionieren, wenn unterschiedliche politische und kulturelle Auffassungen miteinander konkurrieren. Gerade deshalb müssen Öffentlichkeit, Transparenz und demokratische Kontrolle gestärkt und nicht geschwächt werden.
Das Komitee Transparenz fordert deshalb:
die vollständige Beantwortung sämtlicher hängiger Einsichts- und Auskunftsbegehren;
die Offenlegung der tatsächlich vorgenommenen Prüfungen zu personellen und institutionellen Verflechtungen beziehungsweise – falls solche Prüfungen nicht erfolgt sind – eine klare Erklärung gegenüber der Öffentlichkeit;
vollständige Transparenz über die Dokumentation behördlicher Entscheidungsprozesse;
den uneingeschränkten Zugang der Medien zu den relevanten Unterlagen, damit eine unabhängige journalistische Aufarbeitung möglich wird;
sowie ein breites öffentliches Stadtgespräch über Transparenz, demokratische Kultur, institutionelle Verantwortung, dokumentierte physische und psychische Übergriffe sowie die Auswirkungen hegemonialer Narrative auf die politische Kultur der Stadt Bern.
Das Komitee wird die weiteren Verfahren aufmerksam begleiten und sich weiterhin für Transparenz, rechtsstaatliche Verfahren, demokratische Öffentlichkeit und die Freiheit von Kunst, Wissenschaft und Journalismus einsetzen.
Hinweis an die Medien
Die in der Medienkonferenz erwähnten Dokumente – unter anderem die Kommunikationskette der Stadt Bern mit dem kurdischen Kulturverein, der geschwärzte Strafbefehl, die eingereichten Einsichts- und Auskunftsbegehren sowie Hintergrundberichte anderer Medien – können beim Komitee Transparenz angefordert und eingesehen werden.
Kürzlich, in einer Kleinstadt in Deutschland: Wenn Kunstausstellung in totalitären Symbolen und Ideologien ersticken.
Es ist sehr sonnig und heiss, der Kunstraum in Mosbach kühl, angenehm, schön kuratiert. Wir sind beim Kunstverein Mosbach und stehen inmitten einer klug komponierten Ausstellung über Vietnam, Familien und Erinnerung. Der Film des genialen Filmemachers Thomas Gaschler, in Kombination mit der Familie, deren Geschichte die Ausstellung erzählt, ist hohe Kunst. Die Schau lässt Menschen sprechen, zeigt Wege und Brüche und beschwört jenen fragilen Raum, den Hannah Arendt die menschliche Welt nannte.
Und dann steht sie da – die Wassermelone. Gross, leuchtend, demonstrativ auf dem Verkaufstisch. Nicht als Kunstwerk. Nicht als kuratorische Geste. Sondern als politisches Erkennungszeichen. In diesem Moment verändert sich der Raum. Vietnam, Deutschland, die Familiengeschichte, Identitätssuche, Leben und Tod verschwinden. Die Ausstellung verliert an Leuchtkraft. Lautlos erobert ein ganz übler, ideologisch totalitär geframter Konflikt den Raum und besetzt ihn mit symbolischer Selbstverständlichkeit. Die Wassermelone selbst ist nicht das Problem. Das Problem liegt in ihrer Funktion. Sie ist längst kein stilles Obst mehr, sondern ein ästhetisches Bekenntnis, eine aggressive Loyalitätserklärung zu Terroristen, die zu Opfern gemacht werden. Genau darin enthüllt sich die Ideologie eines Kulturbetriebs, der Symbolik benutzt, um Wirklichkeit zu pervertieren, um Mörderideologien zu propagieren.
Weltverlust beginnt nach Hannah Arendt selten mit Gewalt. Er beginnt mit Zeichen. Hannah Arendt wusste: Totalitäre Systeme ersetzen Wirklichkeit durch Narrative. Der moderne Kulturbetrieb fokussiert sich – wieder einmal in der deutschen Geschichte – auf die Juden, die Jüdinnen und deren einzigen Staat, aus dem sie aufgrund ihres Judentums nicht verfolgt und vertrieben werden können. Dieser kleine Streifen inmitten von arabischen Millionen-Nationen. Es geht der Kunst nicht um Kunst, sondern um die Kampagne der neuen Antisemiten, die sich selber für so gut halten wie die Grosseltern und Urgrosseltern auch. Der 7. Oktober 2023 war eine Vergewaltigungs- und Mordorgie der Hamas gegen unschuldige Menschen. Und mit wem solidarisieren sich die Kunstschaffenden, damals noch am selben Tag als die Leichen nicht geborgen waren und 250 Geiseln verschleppt wurden, in Deutschland? Richtig. Mit den Mördern. Früher verhandelte man in der Kunst deren ästhetische und gestalterische Kompetenz in der Zeit, für die Zeit ausserhalb der Zeit. Heute verhandelt man Gesinnung. Man fragt nicht mehr, ob ein Werk gut ist. Man fragt, ob es richtig ist. Und genau hier verliert die Kunst ihre Freiheit. Denn Kunst lebt von Ambivalenz. Politische Symbolik lebt von Eindeutigkeit. Kunst öffnet Räume. Symbolik und Ideologien schliessen sie.Die Wassermelone war deshalb bemerkenswert, weil niemand mehr fragte, warum sie überhaupt dort stand. Diese Symbole der neuen Antisemiten, die sich als „Israelkritiker“ verschönern, gehören zum gegenwärtigen, leider subventionierten Kulturbetrieb wie die Burka in der Herrschaft der Talibans. Die Kunst wird dadurch nicht politischer. Sie wird klein, böse, ekelhaft: ständig über Divesität reden und dabei eine geistig-ideologisch Engstirnigkeit produzieren, die einem nur schaudern lässt.
Es hätte wirklich schön, spannend und wegweisend können. Die Kunst in Mosbach. Vietnam war präsent. Die Familiengeschichten waren vorhanden. Die Filmkunst war genial. Und dennoch stand etwas anderes im Mittelpunkt, nämlich ideologischer Stechschritt, Hassblick und Drohung an alle jüdischen Besuchenden mit der Message: Ihr seid hier weder gewollt noch sicher (so war dann auch die Reaktion nach meiner Kritik.) Und meine Frage blieb unbeantwortet: Um was ging es eigentlich in der zauberhaften Ausstellung „Out of Mosbach“ schon wieder? Nachtrag: Natürlich versucht der Kunstverein nun eine persönliche Kampagne gegen die Politphilosophin Regula Staempfli zu lancieren, mit Unterstellungen, Fehlbehauptungen – hier meine Stellungnahme auf einen sog. “offenen Brief” mit Unterstellungen, Anmerkung von Regula Staempfli: “Mein Leserbrief bezog sich auf die Platzierung einer politischen Symbolik im Umfeld einer Ausstellung, deren Thema ein deutsch-vietnamesisches Familien- und Erinnerungsprojekt war. Ich habe weder dem Kunstverein Neckar-Odenwald Antisemitismus unterstellt noch die bisherige Arbeit des Vereins infrage gestellt. Meine Frage war und ist eine andere: Sollten öffentlich geförderte Kulturinstitutionen politische Symbole verwenden, die weder aus dem Werk noch aus dem kuratorischen Konzept hervorgehen und von Teilen des Publikums als politische Loyalitätsmarker verstanden werden? Diese Frage halte ich weiterhin für legitim und diskussionswürdig.” Es ist wirklich nicht kompliziert, meine Frage zu verstehen.
Bild im Artikel zur “Wassermelone” mit Hilfe der Vorgaben von laStaempfli und ihrer KI gemacht.
Hier der Leserbrief im Original: Quelle Rhein Neckar Zeitung, 6.6.2026
By Regula Staempfli – laStaempfli. This is a free translation of an article that was first published in DIE WELTWOCHE 2026/1. The Author & Political Philosopher (Professor at the Swiss Journalist School for over 20 years) went on her first paid media trip to Israel, after she had visited the country numerous times. Read here what she experienced.
The first thing you notice in Israel is not conflict. It is intensity.
At Ben-Gurion Airport, a young woman in military uniform laughs, holding her phone, balancing an automatic rifle against her shoulder as casually as a Parisian might carry a handbag. Nearby, a father lifts his daughter high into the air as if he had just recovered her from history itself. Three languages collide in one sentence. Someone argues. Someone embraces someone else with the urgency of people who understand that existence is never guaranteed.
Nobody pretends not to see one another. To a European, that alone feels revolutionary.
In Western Europe, we have perfected the art of polite invisibility. We move through public spaces like well-trained ghosts. We do not stare. We do not interfere. We do not ask questions. Israel runs on the opposite principle: attention is survival.
You feel it immediately at passport control. The questions are direct, personal, intelligent. Not bureaucratic rituals but human inquiries. Where have you been? Why are you here? Who do you know?
The officer is not checking documents. He/She is checking reality.
Ten minutes later, I step into Mediterranean sunlight and realize something unexpected: you do not simply arrive in Israel geographically. You arrive existentially. I did not travel to Israel to form an opinion. The world produces an excess of opinion about Israel—fine desert dust, impossible to remove, constantly reapplied by media, universities, activists, and people who have never been there.
I traveled to understand something else.
What does it mean to live where history is not the past? What does it mean to build a future when the past refuses to disappear? How does a society function when survival is not theoretical?
The first thing I understood was this: Israel offers no moral comfort. Anyone arriving here in search of ethical reassurance leaves intellectually disoriented. For many Germans, Israel still functions as a moral landscape shaped by historical guilt. Watching that framework collapse can be revealing. During one guided visit, a participant asked when Israel had been created “because of Germany.”
The guide paused, then answered simply.
Israel did not begin in 1948. Israel did not begin in 1933. Israel did not begin in Auschwitz.
Israel began thousands of years ago.
You could almost hear the architecture of belief giving way. The guide continued. Ancient Judea. Roman destruction. Renaming into Palestina. Continuous Jewish presence. European Zionism. Herzl. Basel. Agriculture. Migration. Technology. War. Survival. No moral fairy tale. No narrative closure. Just history.
Israel did not emerge from guilt. It emerged from continuity.
From survival against probability, from argument as method, from technological stubbornness, from religious imagination, from the improbable meeting of European political theory and Middle Eastern geography—from something the contemporary West increasingly struggles to understand: civilization-building. Since October 7, 2023, I have returned to Israel several times. This time it was an official press visit. The reactions at home were predictable.
“Are you Jewish?” “Why would anyone go there?” “Isn’t it dangerous?”
Eventually I began answering symmetrically. When someone mentioned traveling to Vietnam, I asked whether they were Vietnamese, had family there, or perhaps sympathized with communism.
The outrage was immediate. “That’s completely different!”
Is it?
Or is Israel simply the one country people believe requires moral permission to visit? Traveling to Israel teaches something simple: people do not react to Israel. They react to their own narratives about it. Even a trip to the Moon would provoke less projection.
But luckily I realised on my trip: Israel, finally, has stopped caring. Because no matter what the country does, defend itself, accept terror just for peace – the ancient antisemitisms are being served at all times. The country no longer seems particularly interested in managing its image abroad. Only the diaspora continues to obsess over moral positioning—often unaware that similar distancing mechanisms once helped exclude Jews from professional life in Berlin in 1933 and Vienna in 1938. So finally: Israel has stopped caring but has really understood surviving – as it had to for thousands of years.
The only institutions that care about Israel obsessively are Western Universities, anticapitalist NGOs, antisemitic NGOs, Western Media, intellectual circles who are on the crusade against everything our Western democracies stand for. Ach, all these institutions which had provided me with a home – until the latest October 7th 2023.
The Israeli response can be summarized in two words:
Let them.
Israel is not interested in branding. Israel is interested in survival. And survival produces a very different psychology from reputation management. Israel’s younger generation does not seek European approval. They are too sophisticated, too hardened, too ironic, too experienced with reality. They do not believe in narrative identity. They believe in competence. This may be what unsettles Western observers most. Israel does not perform existence. Israel practices it. No staged fear. No curated chaos. Israel is a society in motion. Religion here is not aesthetic decoration. It is lived structure. Even atheists are immediately recognizable. And that clarity is oddly refreshing: you know what people believe, and often who is trying to improve life not only in heaven, but on earth. “Skyscrapers?” my friend Ariel laughs. “My dear, these are built ideas.” That may be Israel’s true paradox: one of the oldest and most future-oriented societies on earth. Few people understand how deeply Israel is embedded in global systems—water desalination, agriculture, medicine, cybersecurity, digital infrastructure. If boycotts against Israel were ever fully implemented, the consequences would not be symbolic. They would be immediate. Israel demonstrates a simple political truth the West increasingly forgets: Nations become what they invest in.
Invest in people, education, technology, and freedom—and democracy becomes possible. Invest in ideology, repression, and corruption (like Iran, Gaza) —and you destroy first your own population, then the stability of others.
On my last evening in Tel Aviv, I sat in a small café near the sea. Plastic chairs. Strong coffee. Young people speaking Hebrew so fast it sounded like jazz. At the next table, three soldiers discussed software. Not war. Software. One explained a start-up idea. Another complained about his mother. The third texted someone he was clearly in love with.
War and life existed in the same conversation without hierarchy. Israel does not live in fiction – it lives in reality. It struck me then that this might be the deepest cultural divide between Europe, the USA and Israel. In the West, we debate representations. In Israel, people deal with consequences. In Western universities, identity has become performance. In Israel, identity remains existence. We analyze. Israel builds. We interpret. Israel repairs. We debate. Israel prepares.
On my flight back to Europe, I realized something uncomfortable. Perhaps the real question Israel poses to the West is not political. It is civilizational. What happens when representation becomes more important than survival? When performance replaces responsibility? When saying something replaces doing something? Israel offers no easy answers. But it offers something more valuable: A reminder. A reminder that civilization is not sustained by discourse alone. It is sustained by people willing to build, defend, repair, argue, innovate—and sometimes fight for its survival. And as the plane crossed back into European airspace, I found myself thinking:
“In an age obsessed with narrative, Israel may be one of the last places still insisting on reality.”
Die Stadt als Gedicht – Jana Revedin und ihre „Gärtnerin von Venedig.“ Ein wunderbares Gespräch mit Prof. Dr. Jana Revedin anlässlich des neuen Buches Die „Gärtnerin von Venedig. Es ist ein Buch über Wurzeln, die Stadt als Gedicht, die Architektur von Literatur und Räume für und von Frauen, jung und alt. Moderatorin: Regula Stämpfli.
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