Was die KI Google über Regula Staempfli erzählt. Algorithmenexpertin. 7.1.2026

Aus dem Archiv Deutschlandfunk: 2015 als Journalismus noch nicht codierten Fiktionen folgte: Musik und Fragen zur Person. Die Politologin Regula Stämpfli mit dem zauberhaften Michael Langer (1959-2020) im Gespräch.
Aus dem Archiv Deutschlandfunk: 2015 als Journalismus noch nicht codierten Fiktionen folgte: Musik und Fragen zur Person. Die Politologin Regula Stämpfli mit dem zauberhaften Michael Langer (1959-2020) im Gespräch.

Auf der Suche nach einem alten Vortrag, den laStaempfli 2024 beim Österreichischen Journalistinnentag gehalten hat, gab die KI folgende Antworten auf Regula Staempfli. Gar nicht so übel. Ausser der Satz mit “No Data without Representation” – da geht es um die politische Mitbestimmung über die Daten, die über die eigene Person publiziert werden, wie bspw. ein CV über Regula Staempfli.

Hier der Text von Google und im Anschluss ein paar Links von Vorträgen zum Thema:

Regula Stämpfli, eine Politologin, Autorin und Algorithmen-Expertin, beschäftigt sich intensiv mit Algorithmen im Kontext von Journalismus und Gesellschaft; sie war beispielsweise als „Algorithmen-Expertin“ bei der Bertelsmann-Stiftung tätig und kritisiert, wie Datenlücken und Polarisierung in der digitalen Welt die Demokratie beeinflussen, und spricht bei Veranstaltungen in Wien über die Biopolitik der Digitalisierung. Sie analysiert die Rolle von KI und Algorithmen, fordert eine „Demokratisierung der Digitalisierung“ und ist als Kommentatorin in Medien präsent, oft mit Bezug zu ihrer Rolle als „wiener Journalistin“ oder Expertin für politische Fragen. 

Zentrale Punkte zu Regula Stämpfli und Algorithmen:

  • Expertise: Sie gilt als Expertin für Algorithmen und deren politische Auswirkungen, mit Fokus auf Demokratie und Digitalisierung.
  • Kritische Perspektive: Stämpfli kritisiert Datensätze als lückenhaft und warnt vor Polarisierung, die durch Algorithmen und Medien verstärkt wird.
  • Engagement in Wien: Sie tritt bei Veranstaltungen in Wien auf, wie bei den „Nächten der Philosophie“, um über Digitalisierung und Biopolitik zu sprechen.
  • Journalistische Einbindung: Sie kommentiert für Medien (z.B. Klein Report) und wird als „Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung“ erwähnt, wenn auch ihr Fokus auf Politologie liegt.
  • Forderung: Ihr Credo lautet „No Data without Representation“ und „Was im realen Leben verboten ist, darf auch digital nicht erlaubt sein“. 

Zusammenfassend ist Regula Stämpfli eine meinungsstarke Stimme, die Algorithmen als zentralen Faktor für politische und gesellschaftliche Entwicklungen sieht und deren Einfluss kritisch hinterfragt, auch in Bezug auf die Rolle von Journalistinnen und Medien in Österreich und international.”

Kopftuch im Schulzimmer: Die Neutralität des Staates ist keine Einladung zur Unterwerfung. Von Regula Stämpfli, Dezember 2025.

Kopftuch im Schulzimmer: Die Neutralität des Staates ist keine Einladung zur Unterwerfung von Dr. Regula Stämpfli Kommentar zum Bericht der Schweizer Regierung, die das Verbot des Kinderkopftuchs erst kürzlich abgelehnt hat, siehe den Bericht auf SRF. https://www.srf.ch/news/schweiz/religionsfreiheit-bundesrat-stellt-sich-gegen-ein-kopftuchverbot-an-schulen

„Die Schweiz, das Land der Neutralität, verwechselt seit Jahren Neutralität mit moralischer Feigheit. Der neueste Bericht des Bundesrates zum sogenannten Kinderkopftuch ist ein Dokument dieser Verwechslung. Er nennt sich „Abwägung zwischen Religionsfreiheit und Kindeswohl“ – in Wahrheit ist er ein Lehrstück politischer Feigheit im Zeitalter kultureller Unterwerfung. Dass der Bundesrat kein Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen will, wird als Triumph der Toleranz verkauft. Tatsächlich ist es ein Verrat an der republikanischen Idee von Freiheit. Hannah Arendt hätte gesagt: Freiheit beginnt dort, wo die Welt öffentlich wird – nicht dort, wo religiöse oder kulturelle Gebote die Körper von Kindern markieren. Das Kinderkopftuch ist keine Modefrage. Es ist ein Symbol einer Sexualisierung, die Mädchen vor der Pubertät in das moralische Regime der Scham einführt. Ein Siegel des „Du bist verantwortlich für die Begierden der Männer.“ Die Schweiz, die ihren Verfassungsauftrag kennt – Gleichheit, Bildung, Freiheit – müsste diese frühe Codierung von Geschlecht als das benennen, was sie ist: ein Angriff auf das universelle Recht des Kindes, als Mensch und nicht als Mädchen geboren zu werden. Die Haltung des Bundesrates lautet: „Es gibt verschiedene Gründe, warum Mädchen das Kopftuch tragen.“ Richtig. Doch der Satz blendet aus, dass kein einziger dieser Gründe von den Mädchen selbst kommt. Kein achtjähriges Kind wacht auf und beschliesst: “Ich will ein religiöses Zeichen tragen, um meine Keuschheit zu beweisen.” Der Staat darf sich nicht darauf zurückziehen, dass „die Familie“ oder „die Religion“ das schon richtig entscheiden werden. Genau deshalb gibt es Schulen, Lehrerinnen, Bildung und Kinderschutz. Dass sich die Vertreter islamischer Dachverbände über das Bundesratsurteil freuen, überrascht nicht. Sie wissen, dass jede „individuelle Entscheidung“ in Wirklichkeit den islamischen Anpassungsdruck verstärkt. Dass eine Ständerätin wie Marianne Binder den Mut hat, das offen anzusprechen, ist ein seltener Moment politischer Klarheit. Sie sagt, das Kinderkopftuch behindere die Entwicklung des Kindes. Ja, es behindert sie nicht nur – es codiert sie. Das Argument der Religionsfreiheit ist in diesem Zusammenhang perfide. Religionsfreiheit bedeutet, dass Erwachsene ihren Glauben praktizieren dürfen. Sie bedeutet nicht, dass Kinder an sichtbare Zeichen der Unterordnung gewöhnt werden. Wer Mädchen in Kopftücher steckt, bevor sie überhaupt denken dürfen, lehrt sie, dass ihr Körper kein öffentlicher, kein freier Raum ist. Der Staat ist kein Vermittler zwischen patriarchalen Geboten, sondern der Garant, dass alle Kinder ohne Angst, ohne Stigma, ohne Code aufwachsen können. Das Kinderkopftuch ist kein Zeichen des Glaubens, sondern der Macht.

Kulturessay im Kulturmagazin “ENSUITE” von Regula Staempfli zum Buch “Serge & Jane”. Titel: “Zärtlichkeit gegen die Welt: „Serge & Jane“ und die verlorene Kunst des Liebens.” copyright laStaempfli. Dezember 2025.

Zärtlichkeit gegen die Welt: „Serge & Jane“ und die verlorene Kunst des Liebens.

Serge Gainsbourg (1928-1991), das enfant terrible der französischen Kultur, und Jane Birkin (1946-2023), die britische Novelle-Vague-Göttin, lebten eine Liebe, die in jeder Hinsicht ausserhalb der Norm steht. Die Beiden waren provokant und zärtlich, exzessiv und konzentriert, extrem, politisch inkorrekt, ästhetisch-revolutionär, doch immer der Gegenwart, Wahrheit und Wirklichkeit verpflichtet. Beide lebten exzessiv Krisen, Eifersucht, Alkohol, doch sie löschten sich nie aus, wie so viele bekannte Paare.

Jane Birkin war für mich immer ein Wesen aus einer anderen Welt.  Durchscheinend, zart, fast körperlos – eine Erscheinung, die sich der Schwerkraft widersetzte. Die ikonische Fragilität der 1960er und 1970er Jahre war der Gegenentwurf zu den amazonenhaften, kraftvoll trainierten „Ich bin da“-Statement der Frauen der 1990er Jahre. Die Birkin wurde zunächst berühmt durch ein Lied mit der grossen Liebe ihres Lebens: „Je t’aime … moi non plus.“

Es ist ein verstörender Song, in einer verstörenden Beziehung, die nach MeToo schreit. Die Irritation, die der Song mit sich bringt erzählt viel über die kulturellen Codes der weiblichen Stimme, über die weibliche Lust, und über die tiefe Unruhe, die entsteht, wenn männliche Selbstverständlichkeiten auf weibliche Freiheiten treffen. Das ist die Reibung, die Jane Birkin und ihre Geschichte mit Serge Gainsbourg bis heute so faszinierend macht.

Es gibt Lovestories, die die Welt zum Leuchten bringen, indem sie beide Liebenden verbrennen. „Romeo und Julia“ beispielsweise, der Beginn des Mythos der Moderne. Im Absturz entfaltet sich dann die ganze Wucht von Liebe und Lust, zerstörerisch, grell, toxisch. Und doch können solche Beziehungen von welchem das Buch „Serge & Jane“ erzählt, das ich Ihnen hier empfehle, vom Kriegsfeld direkt in die Friedenspolitik führen. Jane Birkin präsentierte 2017, ein Vierteljahrhundert nach Serge Gainsbourgs Tod einen Liederzyklus, den sie vor Publikum und mit einer Tournee präsentierte: „Brikin/Gainsbourg: le symphonique.“ Einundzwanzig Lieder von Serge Gainsbourg, arrangiert vom Symphonieorchester, interpretiert mit der für sie so typischen Stimme, von der einundsiebzigjährigen Jane Birkin. Die Welt-Tournee wird zum grossen Erfolg, Jane Birkin: „Es freut mich so sehr, solche Orte zu besuchen und somit Serge ein bisschen das Leben zu verlängern – es ist wie eine Nachspielzeit im Fussball.“

„Ich bin die berühmteste Anti-Sängerin der Welt“ und doch machte Jane Birkin als Sängerin dank Serge Gainsbourg eine Weltkarriere. Er wiederum blieb dank ihr über Generationen hinweg erfolgreich und mutierte mit seinen abstehenden Ohren zur Stilikone. Birkins Beziehung zu Serge Gainsbourg, dem ukrainischen Juden, Archetyp des rebellischen Franzosen, war ein Mann, der Menschen mit den aufmerksamen Augen eines Malers betrachtete. Wenn er einer Frau seine ganze Aufmerksamkeit schenkte, war diese meist wehrlos gegen seinen Charme, schreibt Élisabeth Lévitsky in ihrer Biographie „Lise et Lulu.“ Solche Männer gibt es kaum noch. Sie schauen zu oft in den Spiegel heutzutage, und nicht in die Welt hinaus. Diese Visagen von Verletzlichkeit gemischt mit einer gewissen Brutalität, die Verkörperung der Welt von gestern. Als die Revolution noch möglich und nicht kuratiert war und darüber hinaus verdammt fashionable aussah. Und, vor ein paar Jahren, mit der „Birkin-Bag“ -Vintage in Krokodillederversion für 200.000 bis 300.000 Euro die Auktionshäuser reich machten. Birkin distanzierte sich aus Tierschutzgründen vehement von diesem Teil ihrer Vergangenheit. Eine kleine Geste, aber eine von grosser Konsequenz in einer Branche, die Tierhaut als Preisaufschlag behandelt. Krokodilledertaschen und -schuhe trägt seit dem Birkin-Protest keiner mehr – es sei denn Vintage. Der Hermès-Bag passte eh nicht wirklich zu dieser Frau, die den Kern ihrer Eleganz aus riesigen Selbstzweifeln schöpfte. Der Birkin-Basket, jener geflochtene, leichte Korb, den sie immer wieder trug und der bis heute unter ihrem Namen verkauft wird, passte immer viel besser zu ihr. Jane Birkin, die Engländerin, die in Frankreich zur Ikone der „Parisienne“ aufstieg, ihren britischen Akzent nie verlor, bewegte sich seit ihrer Jugend intuitiv immer dorthin, wo die Dinge leicht und unaufgeregt trotzdem eine Unanständigkeit verbreiteten. Die im Auge des meist männlichen Betrachters lagen. Birkins Jugend, Gainsbourgs Kindheit sind ziemlich kaputt und widerspiegeln die damalige Geschichte. Erstaunlicherweise oder vielleicht gerade wegen den Brüchen in der Familie, fanden Beide immer den Schutz ihrer Eltern und anderen Verwandten. Die Beziehung von Jane Birkin zu ihrem Bruder trägt darüber hinaus verstörend inzestuöse Züge, die der Autor des Buches „Serge & Jane“ extrem sorgfältig aufblättert.

Wir leben in einer codierten Phase, die toxische Paare nahezu kultisch verehrt. Deshalb sind Jane Birkin und Serge Gainsbourg als schwieriges „Coupeling“ mit der Ambivalenz einer grossen Liebe Zeichen einer Welt, die wirklich vergangen ist. Ich empfand es deshalb als politischen Akt, heute an Jane Birkin und Serge Gainsbourg mit dem Buch „Serge & Jane“ zu erinnern. 2021 herausgekommen, zauberhaft geschrieben, spannend wie ein Thriller konstruiert, von einem österreichischen Autor stammend, der so blass ist wie seine Protagonisten leuchtend, Günter Krenn, ist „Serge & Jane“ eine Offenbarung. Die Leser und Leserinnen werden in einen Sog von Politik, Kunst und Aktion hineingezogen durch den Liebesakt der Beiden, die zeigen: Wahre Liebe ist so friedlich wie eine Explosion.

Es ist lange her, dass wir von Paaren geredet haben, die sich leidenschaftlich lieben: in aller Öffentlichkeit. Es gibt sie nicht mehr in unserer codierten Welt – oder denken Sie bei Taylor Swift und Travis Kelce auch nur eine Sekunde an Leidenschaft? Elizabeth Taylor und Richard Burton, die Callas und der Onassis, Ingrid Bergmann und Roberto Rosselini machten die Welt zu einem Ort der Passion. So wie diese Paare längst verschwunden sind, fehlen die küssenden Menschen in der Öffentlichkeit. I mean: Porn is everywhere, aber Liebe? Es ist Jahre her, dass ich tief erschütternde Abschiedsszenen an Bahnsteigen mit Tränen in den Augen verfolgen konnte oder selber erlebte. Die polyamoren Clubs sind voller einsamer Menschen, die sich genau an Vereinbarungen halten, wenn sie sexuelle Dinge tun, die sich fantastisch Liebende nicht mal vorstellen wollen. Es gibt nur noch Pornobilder oder Schwelle-Groupsex, Swingerclubs, Dark Rooms, die den männlichen Sexualtrieb zum Mass aller Dinge machen, egal wieviel queer proklamiert wird. Das war ja schon mit Madonna so: Sie kommerzialisierte den Feminismus als Pornveranstaltung und Alle schreien bis heute: „Selbstbestimmt.“

Doch Liebe? Sehnsucht und Leidenschaft? Der physische Schmerz, wenn der Andere geht? Das Begehren, das verängstigt, gleichzeitig unfassbar glücklich macht? Die Begegnung auf Augenhöhe, weil zwei Menschen wissen, wie dramatisch es ist, das Ego zugunsten unfassbarer Symbiose aufgeben zu müssen? Höre ich die jungen Menschen zu, gibt es davon nichts, nada, niente. Sie verlieben sich noch, das dann schon, immer für kurze Zeit, doch dann werden die dominierenden Gegenwartscodes eingeschaltet: Karriere, Aussehen, Geld. Liebe wird da eine Frage der Organisation. Hand in Hand schlendern nur noch alternde Paare – die jungen fassen sich in der Öffentlichkeit weniger an; sie sind zu sehr mit dem Selfie-Schiessen ihres glücklichen Paarlebens beschäftigt. Schauen Sie sich um. Ich vermisse die zahlreichen Orte voller Menschen, die Liebe und nicht Diskurse ausstrahlen.

 „Serge & Jane“ vermittelt diese Art von Vergangenheit so subtil, dass es Tage brauchte bis ich über die Traurigkeit nicht nur über die Geschichte der Beiden, sondern auch die Euphorie, die mich beim Lesen ergriff, hinweg kam. In einer Zeit, in der Zerstörung, Sprechakte, Nihilismus, Materie, der Zwang zum Image spektakulärer ist als Zuneigung, Leidenschaft, Hass und Liebe vereint, erscheint die gelungene Liebe von Jane Birking und Serge Gainsbourg eigentlich als Skandal. Fehlen uns die Tabus? Die Zwischentöne, Zwischenräume, das Dazwischen der Politik statt Polarisierung?

Die europäischen Generationen, die noch Eltern und Grosseltern kannten, die von Flucht, Vertreibung und Aufbruch erzählt haben, in einem Ton, der die Boomer mit einer politischen Schärfe prägte, die den europäischen Wohlstand und Gewaltlosigkeit förderte, sind langsam am Aussterben oder verblöden. Gen Z und Millenials sind da völlig unbelastet und wohl deshalb wählen sie nun in den westlichen Staaten in den Städten Systeme, die ihre Urgrosseltern in den Gulag, in Konzentratsionslager und Foltergefängnisse brachten. Anders als in der Liebe, geht es Codes nicht ums Bewahren, sondern ums Zerschlagen. In Deutschland wählten 2025 die Erstwähler und Erstwählerinnen ausnahmslos Extreme: Die „Linke“ (Nachfolgerorganisation der SED-Partei, also der DDR) und die AfD.

Die Obsession mit dem Abgrund als Kulturmerkmal, bringt uns überall bezahlbaren Sex und kriminalisierte Leidenschaft, die die Liebe, die immer gratis ist, verunmöglicht. Denn Gratisliebe ist der Tod jedes Herrschaftssystems.

Vielleicht ging dieses wirklich grosse Buch „Jane & Serge“ deshalb im digitalen Rauschen verloren, weil nicht Zuneigung zu dem was ist, sondern die Zerstörung, auch die Selbstzerstörung wichtiger erscheint als die Bewahrung. Liebesgeschichten, die Trennungen transformieren, schaffen gemeinsam etwas Drittes, einen neuen literarischen, musischen und politischen Tonfall: Wie eben Jane Birkin und Serge Gainsbourg. Weibliche Beobachtungen, weibliche Sprache, weibliche Lust prägten auch ein anderes Paar, dessen Ambivalenz heute so unmodern ist: Anais Nin und Henry Miller. Sie haben im „Delta der Venus“ die Pornografie als ökonomische Gewalt entlarvt. Aus Geldnöten schrieben sie für einen anonymen Bock, Seite für Seite erotische Literatur, er aber schrie immer lauter, er wolle keine Poesie sondern mehr Porn. Die Abrechnung von Nin und Miller an ihren Auftraggeber ist fantastisch; das grösste Plädoyer für den Feinstrick erotischen Begehrens gegen die männlichen perversen Fickfantasien, die alles Menschliche auf technische Banalität reduzieren.

Vielleicht wird erst heute sichtbar, was verloren ging. Die Gegenwart wird immer strenger kuratiert – Frankreich bastelt an einem Registrier-Gentest für Hunde, damit deren Kot auf der Strasse direkt zum Halter führt, mit deftigen Bussen (um nur eines der absurdesten Beispiele zu nennen.) Paris sieht schon jetzt aus wie ein Instagram-Account mit Menschen, die reden als trügen sie Moderationskarten im Stammhirn; der Präsident macht es ja schliesslich vor. Hannah Arendt beschreibt in „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ die grosse Einsamkeit in „alle Bereiche kontrollierenden Systemen“; vielleicht lieben die jungen Menschen deshalb die absurdesten Demos. Da sind sie wenigstens unter Gleichgesinnten und schreien kollektiv Mörderparolen zu Staaten, von denen sie weder Geschichte oder Menschen kennen. Die Paradoxie, einerseits Konflikt zu vermeiden, gleichzeitig online zum Krieg aufzurufen, ist so augenfällig. Sie geht Hand in Hand mit einer Heerschar von Akademikern, die Demokratie für ein veraltetes System halten. Die das gleiche Wahlrecht durch ein Lottosystem ersetzen wollen: Bildungsgrad, Alter, Milieu, Einkommen, Herkunft, sexuelle Identität sollen als Kategorien eine neue schöne Welt ordnen. Niemand soll mehr leiden, aber niemand soll jemals wagen zu leben. Die Irren bevölkern die Strassen, die Normalen sind in ihren Zimmern eingesperrt. Kein Wunder sehen wir kaum Liebespaare mehr! In dieser Trockenheit wirkt die Liebe von „Serge & Jane“ wie eine Erinnerung an etwas, was vergessen gegangen ist; dass grosse Lieben nie steril, korrekt, safe, sondern ambivalent, echt und lebendig sind.

Nach der Lektüre dieses Buches weiss ich wieder, was fehlt: Wie der Geruchs- und Geschmacksinn, der durch Covid ausgelöscht wird. Ich besuche junge Menschen, die als globale Elite die Welt wie ein Shoppingcenter online und offline konsumieren. Es gibt klare Verhaltenscodices und hierarchische Kreditpunktsysteme. Zärtlichkeit wird dem Moralismus, das Subjekt dem User geopfert. Die Öffentlichkeit ist eine Plattform, Identität ersetzt handelnde Menschen.  

Deshalb hier mein Plädoyer für  die Unberechenbarkeit der Liebe, die uns dem Kontrollwahn der codierten Welt entzieht.

Serge & Jane. Biographie einer Leidenschaft von Günter Krenn, Aufbau Verlag.

Anais Nin, Das Delta der Venus, erschien 1977 in den USA als Sammelband, wurde 1983 in Deutschland beschlagnahmt und seit 2002 gibt es eine vollständige deutsche Taschenbuchausgabe

Die poetische Rückkehr vergessener Komponistinnen: „Fortissima.“ Ein Gespräch zwischen dem internationalen Star der Klassik, der Cellistin Raphaela Gromes und Regula Staempfli für Artisapieceofcake. Dezember 2025.

Fortissima – DAS GESCHENK FÜR DIESE TAGE UND DARÜBER HINAUS!

Raphaela Gromes gehört zu den international besten Cellistinnen & spielt für Sony Music (Platz 1 der Klassik Charts) prominente Konzerte und Musiker ein. Mit Femmes und jetzt Fortissima macht sich die geniale Klassikerin, Musikerin und Autorin auf den Weg der Suche nach den verlorenen Komponistinnen und findet nicht nur die unglaublichesten, bezaubernden Geschichten, sonder hat mit Julian Riem auch die vergessenen Komponistinnen eingespielt. Im Gespräch mit Regula Stämpfli erklärt Raphaela Gromes weshalb es so wichtig und erfüllend ist, klassische Musik zu recherchieren, einzuspielen und darüber Bücher zu schreiben:

https://artisapieceofcake.art/2025/12/01/die-poetische-rueckkehr-vergessener-komponistinnen-fortissima-ein-gespraech-zwischen-dem-internationalen-star-der-klassik-der-cellistin-raphaela-gromes-und-regula-staempfli-fuer-artisapieceofca

„Fortissima“ ist mehr als ein Buch – es ist ein musikalischer Aufstand. Raphaela Gromes, international gefeierte Cellistin, macht sich auf die Suche nach Komponistinnen. Nach „Femmes“ legt sie mit „Fortissima“ eine Partitur der verschwiegenen Musikgeschichte frei: Komponistinnen, die Jahrhunderte lang gespielt, gehört, gefeiert wurden – und dennoch aus dem Kanon fielen, als hätte jemand die Zeit bearbeitet wie ein schlechtes Archiv. Wie bei „Femmes“ ist auch dieses Buch eine Zusammenarbeit mit Sue Wosnitzka, der grossen Kennerin des „Archiv Frau und Musik“ – artisapieceofcake.art hat eine ganze Serie mit der Musikwissenschaftlerin gemacht. 

Im Gespräch von Raphaela Gromes und Regula Staempfli geht es um alles: die Kraft des Cellos, die politische Dimension von Musik, die das das Verschwinden weiblicher Genies beförderte. Es geht um die Frage, weshalb selbst in ihrer Zeit gefeierte Künstlerinnen im Schatten stehen. Die Antworten darauf sind vielfältig und doch eintönig: Der Kanon bleibt männlich, weil Männer vorwiegend Männer zitieren. Wieder und wieder und wieder – bis heute.

Raphaela Gromes spricht mit Leidenschaft, Witz und Präzision über ihre Recherchearbeit, über musikalische Wiederentdeckungen, über die Wut und die Schönheit dieser unsichtbaren Tradition und sie bringt die Musik der Komponistinnen zurück auf die Bühnen dieser Welt. 

Ein Gespräch über Kraft, Klang und Sichtbarkeit – und darüber, wie Musik Denken verändert.

Ein Nachtrag: Wie Frauen systematisch verneint werden zeigt auch der Wikipedia-Eintrag zu Raphaela Gromes. Darin ist kein einziges Wort über die Entdeckung der verlorenen Komponistinnen zu finden. Dafür hat ARTE einen wunderbaren Beitrag zu Raphaela Gromes gebracht, siehe: https://www.arte.tv/de/videos/129082-000-A/starke-frauen-album-fortissima-von-raphaela-gromes/

Noch ein Nachtrag: Die Heldinnen, auf deren Schultern wir Alle stehen, gehen immer wieder vergessen: So hat Luise F. Pusch mit ihrer Fembio seit über 30 Jahren eine Datenbank gefüllt mit über 30.000 berühmten, bekannten Frauen, deren Biographien frau online nachlesen kann. https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographieforschung/zur-person-luise-f-pusch/

Nie Wieder Ist Jetzt! Am 9. November 2025 das berührende Gespräch mit der grossartigen Künstlerin Ilana Lewitan im Podcast “Artisapieceofcake.” „Erinnerung hat Farbe.“ Über die Kunst, aus der Stille zu sprechen.

Ilana Lewitan spricht, als würde sie malen: mit Pausen, Farben, Schatten, Licht.
Ihre Sätze tragen Erinnerung in sich, aber auch Zukunft.
Sie gehört zur zweiten Generation – den Töchtern und Söhnen der Überlebenden –,
und sie verwandelt das Unaussprechliche in Bilder, die atmen.

„Adam, wo bist du?“ fragte sie in ihrer Installation, und die Frage galt uns allen.
Nach dem 7. Oktober 2023 malte sie Dunkelheit über ihr eigenes Werk –
nicht als Aufgabe, sondern als Zeugnis:
Kunst, die sieht, bevor sie weiß.

In diesem Gespräch erzählt Ilana Lewitan von ihrem Vater.
Eine Überlebensgeschichte des Vaters, die so schrecklich ist, wie er überleben musste, in Zwangsarbeit im Warschauer Ghetto war, sich nach seiner mutigen Flucht in den Wäldern versteckte und dann in einem Loch, fürchterlich leidend. Ilana Lewitan erzählt auch von ihrer Mutter, die aus dem Warschauer Ghetto durch die Kanalisation entkam und sich unter den fürchterlichsten Umständen verstecken musste, eine unmenschliche, unterirdische Qual, unaussprechlich. 


Das Gespräch mit Ilana Lewitan, die Erinnerung, die Kunst, ist transformativ, geboren in der Stille, im Schweigen. 
Schmerz, Überleben, Klang in der Kunst in Form, Farbe, Haltung.
Sie spricht über das Erbe der Stille und den Mut, sie zu durchbrechen.

Ihr Werk ist kein Mahnmal, sondern ein lebendiger Raum.
Man sieht die Schatten, aber man hört auch das Lachen,
das aus der Tiefe kommt, wo Leben sich weigert, zu verschwinden.

Der Podcast wurde von Gerd Buurmann mit großem Feingefühl geschnitten.
Ich selbst höre mich darin zu oft – Ilana hätte mehr Raum verdient –,
doch vielleicht ist auch das Teil dieser Geschichte:
das Ringen um Stimme, Schweigen, Resonanz. Hört Ilana Lewitan.
Sie spricht für viele, und sie malt für uns alle, von damals ins Jetzt.

Ilana Lewitan ist aktuell in München, Jüdisches Museum, zu sehen in der Ausstellung: Die Dritte Generation – der Holocaust im familiären Gedächtnis bis März 2026.

https://artisapieceofcake.art/2025/11/06/ilana-lewitan-erinnerung-hat-farbe-ueber-die-kunst-aus-der-stille-zu-sprechen-ein-gespraech-von-regula-staempfli-mit-der-grossen-kuenstlerin-lewitan-in-ihrem-atelier-oktober-2025

Regula Staempfli on the Fictional Age of Politics: The murder of Robert F. Kennedy & Zohran Mamdani. 30. Oktober 2025.

I began researching Robert F. Kennedy’s assassination after reading the story of Zohran Mamdani, most likely to be the next Mayor of New York. Zohran Mamdani, born in Uganda to the Indian Elite in the African Country – an Elite which got expelled by Idi Amin in 1972, is a perfect symbol of postcolonial rebranding. Zohran Mamdani sells himself as a fiction of oppression. Islamophobia is his concept, lies are his coded tools. The story of Mamdanis Aunt wearing a hijab and being afraid to use the subway in the aftermath of 9/11 is ideology in its purest form. Mamdani had neither an aunt in N.Y. nor was there any islamophobia in N.Y. after the vicious and murderous attacks on the Twin Towers in 2001 by islamic terrorists.

This Mamdani-episode is not trivial. It reveals how post-colonial discourse, wrapped in progressive vocabulary, has become a license to rewrite history. In this narrative, the West is always guilty, the oppressed are always pure, and every fact that complicates the story is quietly deleted. The rewriting extends far beyond campus and social media. It defines our new algorithmic totalitarianism — rule by emotional marketing, where moral branding replaces truth and reality itself becomes a casualty of compassion. When I looked back at the murder of Robert F. Kennedy in 1968, I realized that the same mechanism of denial was already operating then. Kennedy was assassinated by Sirhan Bishara Sirhan, a young Palestinian who said he killed him because of his support for Israel. Yet this political fact was immediately erased — first by journalists, then by Hollywood, and finally by the cultural memory of the West itself.

There are thousands of films and conspiracy theories about John F. Kennedy’s death, but almost none about Robert’s. The reason is simple: the murderer was the wrong kind of villain. His motive — hatred of Israel — could not be integrated into the West’s moral self-image. So the story was suppressed, reframed, and ultimately forgotten.

This essay by laStaempfli, “The Forgotten Assassination: Why the West Erased RFK’s Murderer,” is part of laStaempflis larger project on media failure and elections in Western democracies — how we are sliding into a new totalitarianism built not on censorship but on marketing and fiction. The erasure of facts, from Mamdani’s invented aunt to Sirhan Sirhan’s real gun, marks the same civilization in denial.

We are living, as I have argued since Trumpism. The Algorithmic Age, not in a post-truth world but in a coded one. Algorithms do not simply lie; they curate morality. They decide which stories deserve outrage and which deserve oblivion. And in that curation, democracy itself disappears.

The Forgotten Assassination: Why the West Erased RFK’s Murderer
by Regula Stämpfli / laStaempfli

Robert F. Kennedy’s murder on June 5, 1968, should have been one of the defining political events of the twentieth century. A young senator, a civil-rights advocate, and the embodiment of postwar liberal optimism was shot dead in Los Angeles—just moments after winning the California Democratic primary and positioning himself as heir to his slain brother’s mantle. His assassin, Sirhan Bishara Sirhan, was not a CIA agent, not a mafioso, not a right-wing extremist. He was a 24-year-old Palestinian immigrant who confessed that he killed Kennedy because of his support for Israel.

And yet this fact—stated plainly in police records, trial documents, and Sirhan’s own notebooks—has been almost completely erased from public consciousness. There are hundreds of conspiracy theories about John F. Kennedy’s death, films, novels, documentaries, cults. But about Robert F. Kennedy’s? Almost nothing. The story is too uncomfortable, too ideologically dissonant, too revealing of how the West edits its own history.


1. The Wrong Assassin for the Myth

The American imagination prefers moral clarity. It can handle assassins who are white supremacists, government conspirators, or disillusioned loners. But a Palestinian killing a liberal, pro-Israel Democrat does not fit the script. The victim was a man of compassion, a defender of the poor and the marginalized. The killer claimed to act on behalf of the oppressed. It short-circuits the political circuitry of good and evil. So the story is simply not told.


2. The Left’s Cognitive Dissonance

In 1968, the global Left was in love with the Palestinian cause. “Third World liberation” had become its moral compass. When Sirhan Sirhan killed Robert F. Kennedy, the Left did not know how to respond. Could the anti-imperialist hero be antisemitic? Could a victim of colonialism murder a symbol of liberal progress? Better to say nothing, better to move on to Paris, Prague, and Berkeley. And so the silence hardened into ideology.


3. The Kennedys and the Tragedy Franchise

The Kennedy family curated its mythology carefully. Camelot, youth, destiny, glamour: their brand was martyrdom without malice. A Middle Eastern assassin driven by political hatred did not belong in that story. The family preferred to present Robert’s death as tragic fate, not as geopolitical statement. In that sense, the Kennedys themselves helped depoliticize the murder.


4. Media Convenience and Cold-War Diplomacy

The Cold War media machine found it far easier to frame the murder as a national trauma than as an international incident. To acknowledge a political motive linked to Israel and Palestine risked inflaming Middle Eastern tensions and jeopardizing American alliances. Sirhan was therefore portrayed as a “disturbed immigrant,” a man driven by obsession rather than ideology. The geopolitics of hatred were translated into the pathology of one man.


5. Denial of Antisemitism still rising – after the Shoah

In the 1960s, public discourse on antisemitism was still tentative, shadowed by the Holocaust and constrained by diplomatic sensitivity. To admit that a Palestinian had assassinated a U.S. presidential candidate over Israel would have forced a reckoning the world was not ready for: the reality that antisemitism had survived, mutated, and now wore the costume of anti-imperial resistance. The West preferred denial to confrontation.


6. Hollywood’s Selective Courage

Cinema thrives on villains who are safe to hate: the CIA, the Mafia, white nationalists, capitalists. A Palestinian assassin motivated by rage at Zionism is too risky for producers, too volatile for the global market, and too morally complex for the algorithm of empathy. There is no JFK-style masterpiece about RFK because Hollywood fears the politics of the truth more than the bullets of the past.


7. The Algorithmic Censorship of the Present

Today’s digital culture reinforces the same blindness. Social-media platforms elevate narratives of victimhood and suppress anything that disturbs the hierarchy of empathy. To say that a Palestinian murdered Robert F. Kennedy is to violate the algorithm’s moral code. It is not “trending,” it is not “shareable,” it risks “offending communities.” Thus, the truth dissolves in the digital fog of selective compassion.


8. 1979 and the Legacy of Delusion

History repeated itself just a decade later. In 1979, large parts of the Western Left welcomed the Iranian Revolution and Ayatollah Khomeini as liberators from imperialism. Feminists, Marxists, and post-colonial scholars were slow to see that they had embraced a theocracy. The same blindness had already allowed them to ignore Sirhan’s motive. The habit of seeing every Islamist as an anti-imperialist hero had begun much earlier — with the forgotten assassination of 1968.


9. Academic Capture and Cultural Denial of Jew-Hatred

Universities followed suit. Departments of Middle Eastern studies turned the Palestinian struggle into a sacred narrative of resistance. Within that moral framework, Palestinian political violence could only be understood as reaction, never as aggression. The Kennedy case was thus ideologically unspeakable: a counter-narrative too heretical to cite. Even now, few historians dare to say the obvious sentence — that RFK was murdered because of his stance on Israel.


The Algorithm of Silence

Fifty-seven years later, the world remembers the Kennedy smile, the voice, the poetry of his campaign, but not the name of his assassin. Ask any young journalist or filmmaker today who killed Robert F. Kennedy, they will never come up with the motives (Anti-Israel) nor the name oft he Palestinian assassin. Even many historians must look it up. The name is missing from the collective memory because it does not fit the postcolonial fiction. The idea that Liberalism is murdered by the political Islam is just not in the ideological framework of the academics & intellectuals.  We live in an age of algorithmic amnesia, where stories that disturb the binary of oppressor and oppressed are quietly de-prioritized. The murder of Robert F. Kennedy has become a data ghost — searchable, factual, but emotionally unavailable.

Hannah Arendt would have recognized this as the victory of ideology over reality: when facts lose the power to illuminate because they no longer fit the code of belonging. The truth of 1968 is too inconvenient for today’s moral operating systems.

Robert F. Kennedy’s assassination was not only a tragedy — it was a warning. A warning that the future of democracy depends on truth and remembering facts – especially when they do not fit into the political fiction that rules the public discourse. The bullets that killed RFK 1968 came from a man who hated the West, Israel and the United States of America. The silence that followed the crime came from a culture that feared its own reflection.

And the algorithm still runs.

“Lying on the Couch – not quiet. Aber wir lesen. Marianne Feder und Regula Staempfli “manischewitzeln” bei Züri Liest – die grosse Eli, Rabbinerin & Ermittlerin schaut amüsiert zu. 26.10.2025.

https://www.zuerich-liest.ch/veranstaltung/auf-die-couch-rabbi–marianne-feder-und-regula-staempfli-manischewitzeln-mit-rabbinerin-eli/20251026140000/

14:00 – 15:30

Auf die Couch, Rabbi! – Marianne Feder und Regula Stämpfli «manischewitzeln» mit Rabbinerin Eli

Marianne Feders neuer Krimi «Die Kur» führt in die psychiatrische Geschichte der Schweiz. In ihrem zweiten Fall muss sich die Rabbinerin Eli einer psychoanalytischen Behandlung unterziehen, um einen Verbrecher gegen die Menschlichkeit zu überführen.
Musikalische Begleitung: Hagay Sofer (Handpan).

Mit Chuzpe, Schmus und Krav Maga: Eli macht keinen Unterschied zwischen syrischen Flüchtlingen und ultraorthodoxen Juden, wenn es um die Verteidigung von Menschenrecht geht. Als Rabbinerin muss sie sich in ihrer Gemeinde ausserdem mit vielen Widrigkeiten herumschlagen.
Mit der Protagonistin Eli Belzmann begibt sich Marianne Feder auch im zweiten Fall auf die Suche nach vergessener Frauengeschichte und auf eine Reise in die Vergangenheit.
Ein Werkstattgespräch mit der Autorin und der Politphilosophin Regula Stämpfli über Freuds prominenteste Patientin Anna O., Pseudonym für Berta Pappenheim. Die Rabbinerin und Pionierin Elisa Klapheck hat Pappenheims Gebete aufgespürt und im Band «Gebete» veröffentlicht. Auch Marianne Wallach-Fallers Buch «Frau im Tallit» liegt auf Rabbi Elis Nachtkästchen, neben dem obligaten Glas Manischewitz.
Witzeln und manischewitzeln mit Rabbi Eli.
Trotz allem!

Marianne Feder

Marianne Feder lebt und arbeitet als Musikerin und Autorin in Zürich Sie engagiert sich im Vorstand des Frauennetzwerks femscript und arbeitet als Musikerin, Lehrtherapeutin und Autorin in Zürich. 2023 erschien ihr Debüt der Kriminalroman «Shush Shalom» in dem erstmals eine unorthodoxe Rabbinerin ermittelt. Mit «Die Kur» legte sie im März 2025 den zweiten Fall vor. Shush Shalom, Rabbi Elis erster Fall, Edition Königstuhl, 2023 Die Kur, Rabbi Elis zweiter Fall, Edition Königstuhl, 2025
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Regula Stämpfli

PD Dr. Regula Stämpfli ist Politphilosophin, Digitalexpertin und Bestsellerautorin. Sie forscht und publiziert zu Demokratie, Medien, Macht und Frauen im digitalen Zeitalter. Ihre Bücher – darunter «Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt» – analysieren die algorithmisch gesteuerten Verschiebungen politischer Öffentlichkeit. Regula Stämpflis Hannah Arendt-Lectures an der HSG sind legendär. Stämpfli lehrte über 25 Jahre am MAZ – Die Schweizer Journalistenschule, mit Schwerpunkt auf Politik- und Auslandsjournalismus. Sie ist Mitbegründerin des feministischen Podcasts «Die Podcastin» (zusammen mit Isabel Rohner), produziert weitere Formate zu Kunst, Medien, Futurestudies und Design und ist unter anderem in Radio, TV und auf ihrer Homepage auffindbar. (www.diepotcastin.de; www.artisapieceofcake.art)
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Hagay Sofer

Hagay Sofer ist ein Musiker und Komponist aus Israel. Tourneen mit der Handpan und verschiedenen Perkussionsinstrumenten durch Europa und Indien brachten ihm einen tiefen musikalischen Einblick in andere Kulturen, deren Melodien und Rhythmen. Er ist einer der Pioniere der professionellen Handpan-Spieler und hat dazu beigetragen, die Handpan zu einem integrierten Musikinstrument zu machen. Sein Talent, Musik auf unkonventionelle Weise zu verstehen, half vielen Spielern auf ihrem Weg, ihr eigenes Potenzial zu verwirklichen.
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Platzreservation via E-Mail, 044 283 22 50

Veranstaltungsort:

ICZ Bibliothek
Lavaterstrasse 33
8002 Zürich
Parterre

“Hannah Arendt in New York.” Eine Radiomélange von und mit Regula Staempfli im Café Korb, 13.11.2025.

Hannah Arendt in New York, von und mit Regula Staempfli im Café Korb, 13.11.2025. 19.30 Uhr.

New York. Exil & new Heimat:  Denken und Leben im Exil, das zum Ort des Verstehens wird.
Hannah Arendt, die Frau, die das 20. Jahrhundert seziert hat wie kaum eine andere, trifft an diesem Abend auf Musik, politische Analysen damals und heute in der Rezeption und Neuinterpretion von Regula Stämpfli.

„Hannah Arendt in New York“ ist keine Lesung, keine reine Lecture und kein nostalgisches Arendt-Ritual. Es ist eine Radiomélange – live, sinnlich, politisch.

Keine Ikonisierung. Keine Verklärung.
Hannah Arendt in der Übersetzung von laStaempfli wird zur Gegenwartsdenkerin im Zeitalter digitaler Reproduktion. „Denken ohne Geländer – und mit Jazz im Herzen.“
(Regula Stämpfli).

Der offene Protest gegen Milo Raus “Letter”, initiiert von Sama Schwarz (Maison du Futur) & Regula Staempfli – laStaempfli, Alexander Karschnia (Nachtkritik) geht weiter: Hier die “Absage an einen Aufruf von Milo Rau” u.a. von Elfride Jelinek unterzeichnet: “Er (Milo Rau, Anm. laStae) will Aufmerksamkeit und Quoten – und zwar auf Kosten des jüdischen Lebens in Österreich.

Über den Pressedienst OTS wurde ein offener Brief gegen Milo Rau verfasst, dessen Inhalt hier in der Folge an den Protest von Regula Staempfli abschnittsweise zitiert werden soll. Das Original ist nachzulesen https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251010_OTS0124/absage-an-einen-aufruf-von-milo-rau Nachtkritik hat einen langen Artikel zum Schreiben verfasst: https://nachtkritik.de/meldungen/israel-gaza-offener-brief-gegen-milo-rau

laStaempfli zitiert einen Abschnitt aus der “Absage an einen Aufruf von Milo Rau”: “Milo Rau spekuliert mit dem Skandal. Läge ihm irgendetwas an dem Ende des Krieges, würde er für den Deal eintreten, der nun auf Geiselbefreiung, auf einen Waffenstillstand, auf Entmachtung der Hamas und eine bessere Zukunft für Gaza hoffen lässt. Aber ihm geht es nicht um die Menschen in Gaza und Israel. Er will Aufmerksamkeit und Quoten – und zwar auf Kosten des jüdischen Lebens in Österreich.

laStaempfli ist nicht der Meinung, dass es Milo Rau nur um Quoten geht, sondern es geht Milo Rau um Ideologie. Wie die grossen Kunstaktivisten und -aktivistinnen der 1960/70er Jahre pflegt er den Gestus des linken Revolutionärs, nicht realisierend, dass wenn er wirklich in die Fusstapfen der Väter und Mütter, die unsere Demokratie zum Ort von Freiheit und Entfaltung und weiblicher Emanzipation gemacht haben, treten würde, er es mit der mächtigsten Religion zu tun kriegen würde. Die Aktionisten wehrten sich gegen die Hegemonie der Katholischen Kirche in Österreich und mit Erfolg und mit beträchtlichen persönlichen Risiko. Ähnliches müsste heute mit dem Islamismus passieren – aber genau da hört der Revolutionswille zur Demokratisierung der Demokratie wohl auf.

Ich habe bereits öffentlich gegen Milo Raus Festwochen-„Letter“ protestiert, weil solche Aufrufe nicht mutig, sondern bequem sind. Wer heute Kultur sagt, muss auch Verantwortung sagen – und Verantwortung heißt, jüdisches Leben nicht zum Kollateralschaden der eigenen Inszenierung zu machen. Es ist beruhigend und notwendig, dass große Namen der österreichischen Literaturszene sich hier klar positionieren. Wir schweigen nicht – und wir lassen uns den Begriff „Widerstand“ nicht von jenen nehmen, die ihn gegen die Falschen richten

Regula Staempfli: Open Protest against the Terror in the European Art World: Causa Milo Rau & his “Letter” from the Wiener Festwochen.

Milo Rau sent a letter worldwide: Read the pamphlet here: https://www.festwochen.at/en/letter-milo-rau

On October 5, 2025 – the day Europe stood united against antisemitism – I marched with my family in Munich, alongside thousands across Germany, Austria, and Switzerland. We rallied for democracy. We stood for Jewish life. We said: Never again is now. And on that very same day, Milo Rau – artistic director of the Wiener Festwochen – published a politically charged, anti-Israel screed titled “Letter,” under the official branding of one of Austria’s most prestigious, publicly funded cultural institutions. The timing was no accident. The text was released near the second anniversary of the October 7 Hamas massacre, and it does what Rau has done before: blur lines between victim and perpetrator, justify terror as resistance, and frame silence about Hamas atrocities as somehow Nazi-esque. According to Rau, if you don’t join his ideological revolution, you’re complicit – by bloodline.

I denounce this letter for what it is:
➡️ A dangerous distortion of history.
➡️ A smear campaign against Israel.
➡️ A manipulation of taxpayer-funded art to push a hardline, activist agenda

Lets be clear:

This isn’t about freedom of expression.
It’s about publicly funded institutions giving cover to a radical, one-sided worldview that excuses antisemitic violence – and brands dissenters as enemies.Hannah Arendt warned us of this exact mechanism: the erosion of political judgment through moral grandstanding. She called it the banality of evil. Rau’s letter fits the description. This isn’t radical art. It’s radical propaganda dressed in cultural robes. As a political philosopher, a European citizen, and a committed democrat, I am deeply alarmed at how mainstream antisemitic boycotts and cancel culture have become on our cultural stages since October 7. Rau’s letter feeds that fire. It legitimizes the anti-Israel wing of the Eurovision movement. It pressures Jewish artists into silence. And it encourages others to fall in line – or risk being branded as fascists.

This is not Art. This is Intimidation.

The Wiener Festwochen must decide: Are they a platform for democratic dialogue – or for ideological warfare?

Post Skriptum 10.10.2025 Austrian Nobel Prize Winner Elfride Jelinek signs Protest against Milo Rau. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251010_OTS0124/absage-an-einen-aufruf-von-milo-rau

And Nachtkritik took up Regula Staempflis Protest as a commentary & publishes a long article on Milo Raus Letter : https://nachtkritik.de/meldungen/israel-gaza-offener-brief-gegen-milo-rau