Unterwelt und Vernichtung: Die Autoren Don de Lillo und Victor Davis Hanson. Es geht um den Krieg für Wirklichkeit. Essay von Regula Staempfli im Kulturmagazin Ensuite.

Von Regula Stämpfli: “Es ist eine eigentümliche und zugleich erschütternde Erfahrung, zwei Bücher gleichzeitig zu lesen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, doch bei doppelter Brennweite Klarheit bringen. Die Bücher wurden geschrieben von Victor Davis Hanson, Militärhistoriker, Altphilologe, scharfer Analytiker der Kriege als Zivilisationsprüfungen und Don DeLillo, Chronist der amerikanischen Oberflächen, ein Romancier, der schon längst den Nobelpreis verdient hätte. Sein „Unterwelt“, über 966 Seiten lang, entziffert die Wirklichkeit voller Sätze, die eine eigene Musik bilden. Sie sehen: Es geht in beiden Romanen um das Verschwinden von Realität, lange bevor diese digital wurde.

Hansons Buch The End of Everything – How Wars Descend into Annihilation (2023) ist nicht ein Werk über Schlachten, sondern eine Anatomie der totalen VernichtungKarthago, sagt er, wurde nicht besiegt, sondern ausradiert, so dass wir heute nicht einmal mehr wissen, welche Werke, Ideen, Kunst, Politik mit den punischen Bibliotheken alle verloren gegangen sind. Auch die Azteken wurden brutalst eliminiert. Die genialen Stadtbauer – Hernán Cortez, der Eroberer meinte, Tenochtitlán sei eindrucksvoller und schöner als Venedig (das zu der Zeit auf seinem Höhepunkt stand) – befahlen ein Riesenreich in Mittelamerika. Eine über zweihundertjährige Herrschaft, deren ideologischer Überbau massenweise Menschenopfer verlangte. In den europäischen Feuilletons werden diese kannibalischen Akte heutzutage gerne romantisiert. Dabei beweisen sowohl zeithistorische Quellen als auch die archäologische Forschung, unaussprechliche Folterrituale der Azteken. Die Griechen opferten Stiere, die Azteken Babies, Kinder, Frauen und Männer. Die Priester der Azteken haben gemäss Forschung und Überlieferung, zehntausendfach Blutorgien gefeiert: Das Herz wurde bei lebendigen Leibe herausgeschnitten. Noch pulsierend, kriegte der Priester davon ein Stück und das spritzende Blut hinterliess eine eindrucksvolle Zeichnung auf dem geweihten Priesterleib.  In Wien im Jahr 2021 gab es dazu eine Ausstellung. Mit einem „gesamtkulturellen Kontext“ wurde dort behauptet, die Menschenopfer seien halt eine „spirituelle Alternative zum Westen“ gewesen. Zudem, so das Weltmuseum, würden die Katholiken ja auch heute noch den Leib Christi verspeisen und das Blut Christi trinken. So kann man natürlich alles vergleichen. Ich denke jedoch, dass es für die Betroffenen der jeweiligen Kulte durchaus einen Unterschied macht, ob das real pulsierende Herz bei lebendigen Leibe herausgeschnitten wird oder Blut und Leib nur symbolisch zu sich genommen werden. Religionen ziehen meistens eine Blutspur nach sich, da kann man eigentlich froh sein, wenn es nur ein magischer und simulierter und kein echter Aderlass ist.

Jedenfalls nahmen die spanischen Eroberer den Kannibalismus der Azteken zum willkommenen Anlass, ihre eigene Brutalität und Blutlust zu legitimieren. Doch auf Barbarei mit Vernichtung zu reagieren, war schon 1521 nicht besonders fashinable. Es gibt viele Schriften braver Christen, Patres, die das Unglück, die Auslöschung der aztekischen Barbarei durch die spanische Barbarei kritisierten. „Wie Afffen griffen sie nach dem Gold und befingerten es“, notierte der Franziskaner-Pater, Bernardino de Sahagún die spanische Eroberung; „sie wühlten wie hungrige Schweine nach Gold.“ Auf dem Boden der aztekischen Vernichtung wuchs bekanntlich der Wohlstand des europäischen Adels und letztlich auch die Beseitigung desselben durch Revolution und Aufklärung. Alles ist eben ambivalent – auch das lernen wird in den Büchern von Hanson und DeLillo. Vernichtung heißt nach Victor Davis Hanson nicht nur töten. Vernichtung heißt: Geschichte verlieren. Schrift verlieren. Sprache verlieren. Karthago war einmal eine Weltmacht. Heute ist Karthago nur noch eine Fußnote Roms. Die Azteken und deren Nachfolger leben noch heute, sprechen sogar eine aztekische Sprache, das Nahuatl, was zeigt: Kriege vermögen die Leiblichkeit zu eliminieren – der Überbau setzt sich erstaunlicherweise über die Jahrhunderte weiter und taucht dann an den ganz unterschiedlichsten Orten auf.

Und hier, abrupt und scheinbar fern, setzt der grosse Romancier Don DeLillo mit „Unterwelt“ ein – kein Historiker, sondern ein poetischer Archäologe der Gegenwart, der unsere Zivilisation nicht in Ruinen, sondern im Müllberg liest. „Unterwelt“ beginnt 1992 als der Sondermüllunternehmer Nick Shaw seine Jugendliebe Klara Sax in der Wüste begegnet. Sax verarbeitet aus Bomben Kunst. Diese Begegnung auf dem Müllhaufen der Geschichte führt uns zurück zum 3. Oktober 1951 – dem Tag der Nachricht, dass die Sowjetunion eben ihre erste Atombombe gezündet habe. Damit beginnt nicht nur der Kalte Krieg, sondern das Atomzeitalter, das alle Boomer inklusive deren manchmal wahnsinnigen Narrative prägt, bis heute. Bei DeLillo sind folgerichtig alle Figuren gefangen in völlig durchgeknallten, aber in sich plausiblen Welterklärungen und Narrativen. „Unterwelt“ ist ein uramerikanischer Roman. Wir lesen DeLillos Personen in ihren paranoiden Versuchen, den Irrsinn der Welt, das Atomzeitalter, von dem Nachgeborene nur wenig wissen, als geschichtliche und individuelle Erfahrung zusammen zu bringen. Ein fruchtloses Unterfangen. Wann gelang es je einem einzelnen Menschen sich mit der Welt als Sinnzusammenhang zu versöhnen? Da helfen nur Religionen – und wieweit die führen können, haben wir gerade vernommen. Don DeLillo erzählt seinen Roman in unterschiedlichen Sprachen, deren Soziolekte eigentlich ausgestorben sind und das macht die Geschichte auch so besonders. DeLillo entziffert wie Hanson Zivilisation und was das heissen könnte. Der Roman ist deshalb so ein grosses Geschenk, weil DeLillo über die Simulation der Welt nachdenkt noch bevor wir sie heute in unseren Alltag digital integriert haben. Deshalb passen beide Bücher, das eine historisch, das andere literarisch, so gut zusammen: Während Victor Davis Hanson in Schutt und Blut gräbt, wühlt DeLillo im Abfall unserer Bilder. Tenochitlán verschwand unter Kirchensteinen – wir verschwinden unter digitalen Content. „The media is our war.“  DeLillo schreibt diesen Satz, und man spürt, wie sehr er Hansons Welt ergänzt: Die Schlacht findet heute nicht auf dem Feld statt und wenn, dann nur für die armen Seelen, die wirklich ermordet werden – die wirkliche Schlacht weltweit findet in den Bildern statt.  Wir leben dadurch nicht in der physischen Zerstörung, ausser die Drohnen fallen wirklich auf unsere Köpfe – wir leben in der Simulation der Zerstörung. Alles ist sichtbar und doch erscheint nichts mehr als wirklich. Jedes bombardierte Gebäude wird mit einem Code beschrieben und dient fortan einem Narrativ. So wird Paranoia gespeichert und die Wirklichkeit vergessen, ja es geht noch weiter: Nichts soll jemals wieder an die Wirklichkeit erinnern. Hanson erzählt von Ruinen, DeLillo von Oberfläche und Beide erzählen von der unglaublichen Zerstörungskraft von Fiktionen. Spannend an Beiden sind die Leere, die Leerstellen, die Nullen, die die Abwesenheit von relevanten Informationen markieren. Bei DeLillo leben die Figuren nicht wirklich, sie zirkulieren nur. Sie durchqueren Shopping Malls, Baseballstadien, Mülldeponien und konsumieren Fernsehbilder. Sie leben in kapitalistischen Feeds wie wir heute in den digitalen gefangen sind.  Kein Ereignis bleibt, alles fließt ab inArchiv, den Müll oder dem nicht mehr zugänglichen Code.

„Everything is connected in the air, in the cloud, in the plague of data. The future belongs to crowds“ meint DeLillo schon 1998. Die Crowds sind keine politischen Gemeinschaften, es ist diese aufgelöste Masse, getrieben von Codes, nicht mehr von Unterscheidungs- und Urteilskraft. Hannah Arendt hätte diesen Zustand den radikalen „Weltverlust genannt. Politik wird dadurch vernichtet, denn nach Hannah Arendt kann es nur Politik geben, wenn sie im gemeinsamen Raum erscheinen und verhandelt werden darf. Bei Victor Davis Hanson wird dieser Raum durch Gewalt, bei DeLillo durch Medien vernichtet. Beides führt dazu, Erfahrung zu neutralisieren, löschen und eliminieren. Und im digitalen Jetzt – in unserer Zeit – geschieht beides zugleich.
Krieg findet statt. Und ist trotzdem nur noch Frame, Kommentar, Hashtag, „Eilmeldung – jetzt liken!“ So verwandeln sich im Roman bei DeLillo alle Stories in ein Bilderrauschen. Deshalb lese ich diese zwei Werke zusammen, eines nur auf englisch, das andere auf deutsch übersetzt. Denn nur zusammen ergeben sie die eigentliche Diagnose unserer Epoche: Die Vernichtung und Simulation durch die algorithmische Welt. Deshalb nenne ich die Neuauflage meines Bestsellers von 2018 auch „Trumpism. The Algorithmic Age“ – weil in dieser englischen Version die ungeheure Macht der Codes philosophisch und politisch weitergedacht wird, bis hin zur Annihilation.

Karthago wurde vernichtet. Die Azteken wurden real ausgelöscht.

Heute aber genügt oft schon digitale Auslöschung. Keine Bomben – nur De-Priorisierung im Algorithmus, Entzug von Sichtbarkeit, Etikettierung durch Codes: Wer nicht in die Sprachmaske der digitalen Ideologien passt, geht als Leerstelle verloren, wird unsichtbar.

Und jetzt kommt der Satz, der weder bei Hanson noch DeLillo auftaucht: Die erste Gruppe, die im Krieg, in der Auslöschung, in der Simulation verloren geht, sind die Frauen. Frauen spielen auch in den gegenwärtigen Diskursen rund um Krieg und Politik wirklich keine Rolle mehr, es sei denn, MANN macht mit den Bildern von ihnen Propaganda. Im Zeitalter digitaler Reproduktion ist es ähnlich bitter wie im Krieg. Auch da spielen Frauen, ausser als Objekte des Hass oder in Pornowelten als Bilder des männlichen Begehrens, keine Rolle mehr.

Frauen werden ausgelöscht – damals und heute. Heute geschieht nicht mehr durch die Gesetze, sondern durch codierte Pornobilder, Sprachfilter, Ideologie-Interfaces und digitale Moralvorschriften von links und rechts. Die Linken löschen Frauen aus ihren biologischen Realitäten, denaturalisieren sie mit Menstruator-Maschinen oder „Person mit Uterus.“ Die Rechten entmenschlichen sie durch „Tradwives“; Frauen als dekorative Ressource der Nation. Was wir also erleben ist eine Auslöschung und digitale Refeudalisierung durch Bilder sondergleichen. Hanson und DeLillo kennen in ihren Büchern keine Frauen, weil sie in der Zerstörungsgeschichte vergessen geht.

Und heute? Heute sind Frauen codierte Repräsentationen. Und wir lernen in den Büchern von Hanson und DeLillo: wer vernichtet wird, hört auf, Geschichte zu schreiben. Wer nur noch als Bild, Kategorie, als Code vorkommt, hört auf real zu existieren. Das Leben besteht für solche Menschen in einer Adaption zum Code.”

Darüber sollten Romane geschrieben werden. Das Anfangskapitel habe ich hier wenigstens mal versucht.

Victor Davis Hanson, The End of Everything. How Wars descend into Annihilation. 2023. siehe Rezension : https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2026/04/hanson-und-ddelillo.pdf

Don DeLillo, Unterwelt, Roman 1998.

#HannahArendtLectures by laStaempfli 2026. Informationen zur HSG, Universität St. Gallen und wie es mit den Hannah Arendt Lectures weitergeht.

#HannahArendtLectures by Regula Staempfli an der HSG, Universität St. Gallen 2024.
#HannahArendtLectures by Regula Staempfli an der HSG, Universität St. Gallen 2024.

Information zur Hannah Arendt Lectures by Regula Staempfli, Universität St. Gallen, HSG. Die Leitung der öffentlich-rechtlichen Vorlesung ist in Rente gegangen und die Nachfolge von Prof. Dr. Dieter Thomä, die neue Professorin Abt, wollte explizit die von laStaempfli initiierten und durchgeführten #HannahArendtLectures nicht mehr weiterführen. Die #HannahArendtLectures werden in den nächsten Monaten als Buch bestellbar sein. 12.4.2026

Die von der Politphilosophin PD Dr. Regula Stämpfli initiierten und geleiteten #HannahArendtLectures an der Universität St. Gallen (HSG) finden seit 2018 statt und sind als öffentliche Vorlesungsreihe konzipiert. Im Zeitraum 2018–2024 (bzw. bis 2025 geplant) widmet sich Stämpfli intensiv der Verbindung von Arendts politischer Philosophie mit den Herausforderungen der digitalen Moderne. Aufgrund der neuen personellen Aufstellung an der HSG wurden ausgerechnet die sehr beliebten #HannahArendtLectures von Regula Staempfli nicht weitergeführt. Hier ein Beispiel, wie die Hannah Arendt Lectures an der HSG 2024 ausgesehen haben:

Hannah Arendt Lectures HSG 2024

Die Vorlesungsreihe im Frühjahrssemester 2024 (FS/SS 2024) trug den Schwerpunkt: „Elemente und Ursprünge digitaler Totalitarismen“

  • Inhalt: Analyse des Zerfalls westlicher Demokratien, Kampf um Wahrheitsfindung, Einfluss von Social-Media-Plattformen (TikTok, Twitter/X, Facebook, etc.) auf die Politik, und Analysen zu „Media Wars“.
  • Themen: Die Vorlesungen behandeln Themen wie „Algorithmische Öffentlichkeit“ und die Infrastruktur der Sichtbarkeit.
  • Termine/Ort (Beispiele 2024):
    • 18.04.2024: „Codes, Terror und Kriege: Wie Algorithmen unsere Welt verändern“.
    • 02.05.2024: „Demokratisiert Euch! 12 goldene Regeln für die Demokratie hierzulande und weltweit“.
    • Zeit/Ort: Donnerstag, 18:15–19:45 Uhr, Universität St.Gallen, Raum A 09-110 (Bibliotheksgebäude).
  • Anmeldung/Ausschreibung: Die Vorlesungen sind öffentlich. Für das FS 2024 wurde ein Semesterpass für 20 Franken angeboten. Eine Einschreibung über das HSG-Veranstaltungsprogramm ist möglich. 

Kontext und Ausrichtung 2018–2024

  • Initiatorin: Regula Stämpfli (laStaempfli).
  • Fokus: Verknüpfung von Arendts Werken (insb. „Elemente und Ursprünge totalitärer Systeme“) mit aktuellen digitalen Entwicklungen.
  • Charakter: „Denken ohne Geländer“ – kritische Analysen von KI, Überwachung und Plattformlogiken. 

Hinweis: Da die Kurssuche der HSG oft semesterweise erfolgt, sollten aktuelle Ausschreibungen für kommende Semester direkt über das HSG-Vorlesungsverzeichnis oder die Website von Regula Stämpfli (regulastaempfli.eu) abgerufen werden.

“Algorithmische Öffentlichkeit” – wie Demonstranten zu Datensätzen werden. Von Regula Stämpfli. 10. April 2027

#HannahArendtLectures Artikel und Bild Copyright © by Regula Stämpfli 2026 Bild (c) von Regula Staempfli KI-generiert, laStaempflis Denkmaschine, 2026. Wikipedia: Regula Staempfli leitete von 2018-2025 die Hannah Arendt Lectures an der HSG. Die Politphilosophin war ausserdem Intendantin am IFG Ulm, International Forum for Design. Ein Wikipedia-Troll korrigiert ständig die Einträge von laStaempfli zwecks Misogynie. Es handelt sich dabei um einen sehr prominenten Schweizer Journalisten by the way. Ausserdem fehlt das neuste Buch von Regula Stämpfli: “Trumpism. The Algorithmic Age.” Doch nun zum Artikel:

“Es ist ein Bild unserer Zeit: Nicht die Wirklichkeit, in unserem Beispiel hier, die Barrikade, entscheidet über politische Wirksamkeit, sondern das Bild der Barrikade. Nicht der Protest selbst erzeugt Öffentlichkeit, sondern seine algorithmische Verwertbarkeit. Hier ein aktuelles Beispiel: Nach den Ausschreitungen an der unbewilligten Pro-Palästina-Demo vom Oktober 2025 veröffentlicht die Berner Kantonspolizei im März 2026 unverdeckte Bilder, weil sie 31 gewalttätige Täter identifizieren will. Weitere 101 vermummte mutmassliche Täter und Täterinnen wurden schon durch den Öffentlichkeitsaufruf identifiziert. Während die staatlichen Stellen gewisse Datensätze aufgrund geltender Rechtsgrundlagen und zu Recht, NICHT verwenden konnten, taten dies Private.

Und genau deshalb ist die Entscheidung der Berner Polizei, unverpixelte Bilder von Demonstranten zu veröffentlichen, mehr als eine polizeiliche Massnahme. Sie ist ein Symptom unserer Zeit. Sie zeigt, wie sehr wir bereits in einer algorithmischen Öffentlichkeit leben, in der Menschen nicht mehr zuerst Bürger sind, sondern visuelle Datensätze – ein Thema, dass ich im Hinblick auf die Demokratie schon längst diskutiert habe.

Demonstrationen sind Bildmaterial. Teilnehmende sind Identifizierungsmerkmale. Politische Konflikte sind Narrative und Datenpakete. Die Veröffentlichung der Bilder ist deshalb nicht einfach ein Akt der Strafverfolgung. Sie ist ein Moment, in dem sich die Logik unserer Gegenwart offenbart: Politik wird zum Bildereignis, Strafverfolgung wird zur Öffentlichkeitsstrategie, und die Gesellschaft wird zum digitalen Fahndungsraum.

Dabei zeigt sich eine interessante Dialektik: Die gleichen Milieus, die jahrelang die totale Sichtbarkeit gefordert haben, die Transparenz, die Dokumentation, die moralische Überwachung, die Cancel Culture, die öffentliche Anklage – sie sind nun selbst Teil genau dieser Sichtbarkeitsmaschine geworden. Wer jahrelang den digitalen Pranger normalisiert, darf sich nicht wundern, wenn er selbst einmal darauf landet. Das ist keine moralische Feststellung. Es ist eine strukturelle. Denn die algorithmische Öffentlichkeit kennt keine Freundschaften. Sie kennt nur Muster.

Das eigentlich Interessante an diesen Bildern ist deshalb nicht, wer darauf zu sehen ist. Sondern wie sie funktionieren. Sie zeigen eine neue Form politischer Ästhetik. Man erkennt sofort die visuelle Grammatik der Gegenwart: Keffiyeh als globaler Protestcode, schwarze Kleidung als urbanes Widerstandszeichen, Kapuzen als Symbol der anonymisierten Aktivität. Diese Bilder sind nicht zufällig. Sie sind Teil einer globalisierten Bildsprache des Protests.

Protest ist heute nicht Handlung. Protest ist Design. Protest ist ein Datenpaket.

Das wäre an sich nicht neu. Schon die Französische Revolution hatte ihre Symbole, ihre Kokarden, ihre Farben. Aber der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit und in der totalen Reproduzierbarkeit. Heute wird jedes Symbol sofort Teil eines globalen Bilderstroms. Jede Demonstration ist gleichzeitig Content und Datenpaket. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem. Denn wer Content produziert, wird selbst zum Content.

Die Demonstranten wissen das. Die Polizei weiss das. Die Medien wissen das. Und trotzdem tun alle so, als würden sie noch in einer klassischen Öffentlichkeit handeln. Dabei ist diese längst verschwunden. An ihre Stelle ist ein Raum getreten, den ich „algorithmischen Öffentlichkeitsautomatismus“ nenne: ein Raum, in dem Sichtbarkeit nicht durch Argumente entsteht, sondern durch Bildlogiken, in dem Aufmerksamkeit nicht durch politische Inhalte entsteht, sondern durch visuelle Codierung.

Die Berner Polizei handelt deshalb nicht nur als Strafverfolgungsbehörde. Sie handelt als Akteur in dieser Bildökonomie. Sie nutzt dieselbe Logik wie soziale Medien: Sichtbarkeit erzeugt Reaktion. Veröffentlichung erzeugt Information. Öffentlichkeit erzeugt Daten. Man kann das kritisieren. Man kann es verteidigen. Aber man kann nicht mehr so tun, als wäre es nicht Realität. Denn die entscheidende Veränderung unserer Zeit ist nicht politisch. Sie ist epistemisch und algorithmisch. Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der Wirklichkeit zuerst erfahren wird. Wir leben in einer Welt, in der Wirklichkeit zuerst gesehen wird. Wer gesehen wird, existiert. Wer nicht gesehen wird, verschwindet. Digitalisierung gibt einerseits Sichtbarkeit, andererseits vernichtet sie die reale Welt, indem sie sie neu beschriftet.

Das ist die eigentliche Machtverschiebung unserer Zeit.

Hannah Arendt hat einmal beschrieben, dass Politik dort entsteht, wo Menschen einander erscheinen. Was sie nicht wissen konnte: dass dieses Erscheinen einmal durch Plattformlogiken vermittelt werden würde, durch Kameras, durch Uploads, durch Gesichtserkennung, durch Datenbanken. Das Problem ist deshalb nicht die Polizei. Das Problem ist die Infrastruktur der Sichtbarkeit.Denn diese Infrastruktur verändert alles. Sie verändert, wie Protest organisiert wird. Sie verändert, wie Gewalt dokumentiert wird. Sie verändert, wie Schuld zugeschrieben wird. Sie verändert, wie Öffentlichkeit funktioniert. Die wirkliche Frage lautet deshalb nicht: Darf die Polizei das? Die wirkliche Frage lautet: Können wir noch zwischen Rechtstaat und digital konstruierter Sichtbarkeit, d.h. Codierung, Fiktion, Narrativ, unterscheiden?

Die algorithmische Öffentlichkeit kennt keine Unschuld. Sie kennt nur Mustererkennung.”

SRF hat nachgezogen: KI-Tools für die Polizei? Mit männlichen Experten natürlich. Algorithmen sind bei SRF Männersache oder dürfen nur von Nicht-Schweizerinnen beantwortet werden…. Ironiedetektor gewünscht, hier der Link: https://www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/bald-ki-tools-fuer-schweizer-polizei?urn=urn:srf:video:48e5ef5f-1824-418d-a981-6259e3c41d48

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.” Von Regula Stämpfli

Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.
Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.

In den Medien machte der Antisemitismus der Elite an der Universität Zürich, an der ETH, an der ZHdK massenhaft Schlagzeilen. Wie kommt es, dass eine antisemitische Minderheit, die seit zwanzig Jahren Minderheit blieb, plötzlich in der Mitte angekommen ist? Hier ein Kurz-Essay von Regula Stämpfli, laStaempfli am 7.4.2026.

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.”

Es gibt einen Trumpismus, über den fast niemand spricht. Nicht den politischen. Nicht den medialen. Sondern den stillen, hartnäckigen Trumpismus des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs. Er funktioniert nach denselben Regeln: Polarisierung statt Urteilskraft. Zugehörigkeit statt Argument. Moral statt Kompetenz. Auch hier begann alles harmlos – mit dem Versprechen von Reform; Beispiel Toni-Areal und ZHdK. Als die Zürcher Kunst- und Designhochschulen, „Zürcher Hochschule der Künste ZHdK  2014 ins Toni-Areal zogen, wurde das als großer Fortschritt gefeiert: Ende der Zersplitterung, Ende der provinziellen Enge, endlich internationale Sichtbarkeit und effiziente Strukturen. Auf dem Papier klang es vernünftig. In Wirklichkeit kam dies einer stillen Zäsur gleich. Aus einer Landschaft eigenwilliger Institute inklusive deren Leiterinnen, wurde ein zentralisiertes System. Aus Persönlichkeiten wurden Strukturen. Und wo Strukturen herrschen, gewinnen nicht mehr die originellsten Köpfe, sondern die kompatibelsten.

Das ist kein Zürcher Sonderfall. Das ist der Bologna-Effekt in Reinform: Bildung wird vergleichbar, messbar, verwaltbar. Und alles, was verwaltet wird, beginnt früher oder später, sich wie Verwaltung zu benehmen.So entstand im Kulturbetrieb eine neue Karrierelogik. Nicht mehr ästhetisches oder intellektuelles Risiko führt nach oben, sondern diskursive Sicherheit. Wer die richtigen Begriffe beherrscht, die passenden moralischen Signale setzt und die aktuellen Förderformeln kennt, kommt weiter als jemand, der tatsächlich etwas Neues wagt. Das Ergebnis ist paradox: Noch nie wurde so viel von „Innovation“ und „Kreativität“ gesprochen. Und noch selten war so wenig davon zu spüren. Stattdessen sehen wir stromlinienförmige Lebensläufe, perfekt kalibrierte Anträge und makellose moralische Selbstverortungen. Die neue Elite ist nicht mehr avantgardistisch. Sie ist administrativ brillant. Ihr neues Glaubensbekenntnis heisst D.E.I. – Diversity, Equity, Inclusion oder auf schweizerisch, siehe „Diversitätsleitfaden“ der SRG, Gleichstellung, queer, migrantisch. So wird aus Anträgen standardisierte Gebete; dieselben Phrasen, dieselben Referenzen, dieselben Signifikanten. Kritik ist rhetorisch, falls echt, sofort Grund zum Ausschluss. Diese Cancel-Culture ist Gewaltmonopol der mächtigen öffentlichen Institutionen, die Diversitätsleitfäden vorgeben. Hier schliesst sich der Kreis zum „Trumpismus; diesem Funktionsmodus, diesem ideologischen Lagerdenken ohne Komplexität. Entweder bist Du auf der richtigen Seite oder Teil des Problems. Narrative definieren Realität. Die milieukonforme Einseitigkeit, gepaart mit beliebten Juden- und Frauenhass, wird heute mit Kunst-Preisen überschüttet. Hannah Arendt hat einmal gewarnt, die größte Gefahr für das Denken sei nicht einfach der Fanatismus, sondern die automatisierte Sprechakte & Funktionsweisen.

„Alma.“ Ein Gedicht an eine Stadt: Triest. Ein Roman über die Sprachlosigkeit des Krieges in höchster Poesie. Das Gespräch zwischen laStaempfli und Federica Manzon über ihren italienischen Bestseller „Alma“ – ein Roman, der ganz frisch im Pfaueninsel Verlag erschienen ist. Podcast auf ART IS A PIECE OF CAKE von Regula Staempfli.

„Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück. Hier begegnet sie ihrer Jugendliebe Vili wieder, der ihr nun das väterliche Erbe übergeben soll. Zwischen den Erinnerungen an die Habsburger Kaffeehäuser ihrer Großeltern, an endlose Kindheitssommer und die Straße gen Osten, auf der ihr Vater einst immer wieder verschwand, wird Alma mit Fragen nach Herkunft, Liebe und Identität konfrontiert.“ Die italienische Schriftstellerin Federica Manzon gehört zu den interessantesten Stimmen der zeitgenössischen europäischen Literatur. Geboren in Trieste, jener Stadt zwischen Italien, Mitteleuropa und Balkan, ist ihr Schreiben stark geprägt von Grenzräumen, Erinnerung und der Frage nach Herkunft und Identität.

Federica Manzon arbeitete viele Jahre im literarischen Betrieb, unter anderem als Lektorin beim Verlag Guanda und als Dozentin an der von Alessandro Baricco gegründeten Scuola Holden in Turin. Diese doppelte Perspektive – als Autorin und als leidenschaftliche Vermittlerin von Literatur – prägt auch ihr Werk. Podcast von laStaempfli ART IS A PIECE OF CAKE – überall, wo es Podcasts gibt und auf www.artisapieceofcake.art, die Folge mit Federica Manzon hier https://artisapieceofcake.art/2026/03/11/alma-ein-gedicht-an-eine-stadt-triest-ein-roman-ueber-die-sprachlosigkeit-des-krieges-in-hoechster-poesie-das-gespraech-zwischen-lastaempfli-und-federica-manzon-ueber-ihren-italienischen-bests/

Dr. Regula Staempfli am Berner Medientag 2026: Referat. “Journalismus oder Kontrollverlust. Medien im Zeitalter von Codes und Diskurs.” Referat und Bilder.

Demokratie lebt nicht von abstrakten Werten, sondern von funktionierenden Qualitätsjournalismus mit Kontrollfunktion gegen die Mächtigen. Journalismus ist kein moralisches Beiwerk der Politik, ist auch nicht zuständig für codierte Narrative oder “bessere” politische Positionen, sondern funktioniert nur als PERMANENTE ZUMUTUNG. Es geht um Recherche, Relevanz und Information, nicht um Framing, wie es von SRF permanent gemacht wird. Statt von Terroristen redet man von “Aktivisten” oder “Widerstand”; statt von Mord, Amok, Anschlag von “psychisch labilen Tätern” oder am liebsten gar: “Ursache unbekannt.” Es geht um Wirklichkeit und darum, dass die Bürgerinnen und Bürger sich informieren können um ihren Ort, ihre Verwurzelung, dort, wo sie in den Demokratien auch aktiv eingreifen können. Hier zum Referat, das mit einer lustigen Übung: Gugus – DADA, ein laStaempfli-Original begann. https://www.bernermedientag.ch/wordpress/wp-content/uploads/2026/03/REF-BMT26-Regula-Staemplfi.pdf

Zeitenwende: Das Jahr 2026 in Codes und Wirklichkeit am Beispiel von Iran. Essay im ENSUITE, MAGAZIN FÜR KUNST UND KULTUR, FEBRUAR 2026.

Regula Staempfli Essay im Ensuite: Codierter Islamismus im Iran.
Regula Staempfli Essay im Ensuite: Codierter Islamismus im Iran.

Die Politphilosophin, langjährige Leiterin der Ausbildung für Journalistinnen und Journalisten in Politik und Auslandjournalismus, beschreibt, wie es zum Aufstieg von Khamenei in der islamischen Republik Iran kam und wie der Iran sich in ein totalitäres theokratisches System mit systematischen Frauenhass entwickelt hat und wie die Linken im 21. Jahrhundert (und auch schon vorher), die Schreckensherrschaft der Mullahs aus revolutionären und postkolonialen Gründen legitimieren. Dies geht soweit, dass die sog. progressive Linke im Januar 2026 nach jahrelangem “Genozid”-Geschwafel und den Lügen darüber, zum Massenmord der Mullahs an der iranischen Bevölkerung kein Wort sagte. Regula Stämpfli wird, sobald der Artikel im PDF vorhanden ist, den Essay aufschalten – ansonsten verweist sie auf den Kioskverkauf von Ensuite oder auf Museeumscafés, da liegt Ensuite meistens gratis offen. “Seit Hannah Arendt wissen wir viel über totalitäre Systeme. Die grösste Gefahr für die Fragilität der Menschen ist dabei nicht nur die Gewalt, auch nicht das ständige Lügen, sondern das organisierte Sprechen. Totalitarismus ist nämlich eine Technik, die durch Erzählung, Fiktion, Wortwahl, Leerstellen, Menschen zur Verhandlungsmasse einer Ideologie erklärt. Und zwar so, dass nicht mehr zwischen Wahr- und Wahrlügen unterschieden werden kann.” Zitat, copyright von PD Dr. Regula Staempfli.

Frauenrechte sind entscheidend für die Demokratie: Isabel Rohner und Regula Stämpfli als DIE PODCASTIN im grossen Mena-Watch-Interview mit Geneviève Hesse. Februar 2026.

Ausschnitte aus dem langen Mena-Watch-Interview vom 10.2.2026 siehe https://www.mena-watch.com/feminismus-bei-islamismus-schweigt-ist-keiner/

RS: Meine Beziehung ist sowohl intellektuell als auch zutiefst kulturell geprägt. Israel ist für mich kein abstrakter Staat, sondern ein kultureller Resonanzraum der Aufklärung, der Emanzipation und des Streits. Sowohl säkular als auch religiös, modern und traditionell, westlich und nahöstlich verkörpert Israel auf kleinstem Raum die Welt. Dass ich mich dort, anders als in islamisch geprägten Ländern, als Frau selbstverständlich bewegen und äußern, dass ich dort laut lachen und streiten kann, ist keine Nebensache, sondern politisch entscheidend.” (…)

GH: Warum fällt es vielen westlichen Feministinnen schwer, Jüdinnen nach dem 7. Oktober als Opfer zu sehen und die vom politischen Islam ausgehendeGewalt klar zu benennen?

IR: Weil der Feminismus im Westen statt als Gleichstellungsgebot häufig zu einer Identitätspolitik geworden ist, die »Hierarchien des Leidens« verwaltet. Für den Postkolonialismus sind Juden eine weiße Kolonialmacht – und Jüdinnen dementsprechend ganz unten in ihrer Werteskala. Es ist wirklich absurd.

RS: Er hat gezeigt, dass, wie immer in der Politik, wenn Gefühle über die Wirklichkeit herrschen, diese Wirklichkeit verleugnet wird. Der 7. Oktober 2023 ist ein Orwell-Moment des Zivilisationsbruchs. Wer die sexuelle Gewalt auch nur einen Millimeter verteidigt, hat sein Menschsein verwirkt. Das Geschwafel vom Kontext, in den man die Gewalt stellen müsse, ist zur Carte blanche von Säuberungen geworden. Es ist höchste Zeit, damit aufzuhören.”

“Israel, kein Ort der Entlastung.” Regula Staempfli in einem poetisch-politischen Text über ihre Pressereise nach Israel in der Die Weltwoche, Neujahr 2026.

https://weltwoche.ch/story/verbringen-sie-ihre-ferien-in-israel Regula Staempfli in einem etwas anderen Reisebericht am 8. Januar 2026 über ISRAEL.

“Ich bin nicht nach Israel gereist, um mir eine

Meinung zu bilden. Meinungen gibt es

genug. Sie kleben an diesem Land wie Sand

auf nasser Haut: unausweichlich, hartnäckig,

überall. Ich bin nach Israel gereist, weil ich wis-

sen wollte, wie es sich anfühlt, in einem Land zu

sein, in dem die Geschichte nicht abgeschlossen

ist. Wie es sich denkt, lebt, liebt, arbeitet, lacht,

wenn Vergangenheit keine Erinnerung, son-

dern Gegenwart ist. Als Frau. Als Westlerin.

Als jemand, der den sogenannten Orient weder

romantisieren noch moralisieren will.”

Text siehe https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2026/01/Weltwoche-Israel-Reise.pdf

Was die KI Google über Regula Staempfli erzählt. Algorithmenexpertin. 7.1.2026

Aus dem Archiv Deutschlandfunk: 2015 als Journalismus noch nicht codierten Fiktionen folgte: Musik und Fragen zur Person. Die Politologin Regula Stämpfli mit dem zauberhaften Michael Langer (1959-2020) im Gespräch.
Aus dem Archiv Deutschlandfunk: 2015 als Journalismus noch nicht codierten Fiktionen folgte: Musik und Fragen zur Person. Die Politologin Regula Stämpfli mit dem zauberhaften Michael Langer (1959-2020) im Gespräch.

Auf der Suche nach einem alten Vortrag, den laStaempfli 2024 beim Österreichischen Journalistinnentag gehalten hat, gab die KI folgende Antworten auf Regula Staempfli. Gar nicht so übel. Ausser der Satz mit “No Data without Representation” – da geht es um die politische Mitbestimmung über die Daten, die über die eigene Person publiziert werden, wie bspw. ein CV über Regula Staempfli.

Hier der Text von Google und im Anschluss ein paar Links von Vorträgen zum Thema:

Regula Stämpfli, eine Politologin, Autorin und Algorithmen-Expertin, beschäftigt sich intensiv mit Algorithmen im Kontext von Journalismus und Gesellschaft; sie war beispielsweise als „Algorithmen-Expertin“ bei der Bertelsmann-Stiftung tätig und kritisiert, wie Datenlücken und Polarisierung in der digitalen Welt die Demokratie beeinflussen, und spricht bei Veranstaltungen in Wien über die Biopolitik der Digitalisierung. Sie analysiert die Rolle von KI und Algorithmen, fordert eine „Demokratisierung der Digitalisierung“ und ist als Kommentatorin in Medien präsent, oft mit Bezug zu ihrer Rolle als „wiener Journalistin“ oder Expertin für politische Fragen. 

Zentrale Punkte zu Regula Stämpfli und Algorithmen:

  • Expertise: Sie gilt als Expertin für Algorithmen und deren politische Auswirkungen, mit Fokus auf Demokratie und Digitalisierung.
  • Kritische Perspektive: Stämpfli kritisiert Datensätze als lückenhaft und warnt vor Polarisierung, die durch Algorithmen und Medien verstärkt wird.
  • Engagement in Wien: Sie tritt bei Veranstaltungen in Wien auf, wie bei den „Nächten der Philosophie“, um über Digitalisierung und Biopolitik zu sprechen.
  • Journalistische Einbindung: Sie kommentiert für Medien (z.B. Klein Report) und wird als „Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung“ erwähnt, wenn auch ihr Fokus auf Politologie liegt.
  • Forderung: Ihr Credo lautet „No Data without Representation“ und „Was im realen Leben verboten ist, darf auch digital nicht erlaubt sein“. 

Zusammenfassend ist Regula Stämpfli eine meinungsstarke Stimme, die Algorithmen als zentralen Faktor für politische und gesellschaftliche Entwicklungen sieht und deren Einfluss kritisch hinterfragt, auch in Bezug auf die Rolle von Journalistinnen und Medien in Österreich und international.”