“Oft ist die Rede davon, dass Medien Demokratien «retten». Und tatsächlich – im informationsgesellschaftlichen Sinn stimmt das. Das Sortieren, Reflektieren und Beobachten von Zuständen und Fakten schafft Orientierung für viele und ist wichtiger denn je. Die Berichterstattung und die damit verbundene Archivierung des Zeitgeschehens sind nicht bloss Dokumentation, sondern ein Teil des kollektiven Gedächtnisses. Fällt dieser Teil weg, gehen Dinge verloren, die den Weg einer Entwicklung sichtbar gemacht hätten. Es ist, als stünden wir ohne Kompass in der Wüste, während der Wind hinter uns die Spuren verweht. Manchmal scheint genau dieses Vergessen gewollt. Denn vergessen kann befreiend sein – nur bleibt die Frage: für wen?” (…) “Redaktionen sollten nicht an den Bürotisch rationalisiert, sondern ins Feld mobilisiert werden. Denn Journalistinnen und Journalisten, die draussen unterwegs sind, nehmen die Welt anders wahr als jene, die im Büro auf die nächste Pressemitteilung warten. Eine These: Wäre die Frage der Brandsicherheit in Crans-Montana im Vorfeld thematisiert worden, wenn ein funktionierender und finanzierter Journalismus zuvor seine Arbeit und seine Aufgabe hätte erfüllen können? Nun hören wir Stimmen, die sagen, sie hätten «schon lange davor gewarnt» …”
Journalismus oder Kontrollverlust? Medien im Zeitalter von Codes und Diskurs. Referat von Politphilosophin Regula Stämpfli, Autorin von “Trumpism. The Algorithmic Age. 2025.”
Berner Medientag Nr. 34 Medien zwischen Staat, Recht und Öffentlichkeit
Wann: Samstag, 28. Februar 2026 Wo: Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 3011 Bern Türöffnung: 9:30 Uhr Beginn: 10:00 Uhr Ende: 16:00 Uhr (vorgesehen – mit vielleicht Nachgang an der Bar …)
www.bernermedientag.ch www.hotelbern.ch
Dieser Beitrag wurde im ensuite – Zeitschrift zu Kultur & Kunst, Nr. 278, Ausgabe Februar 2026, abgedruckt.
Zwei Bilder aus Jerusalem 7.12.2025 vom Morgengrauen ins Licht. Regula Staempfli copyright 2025.
Auf der Suche von Regula Staempfli in Jerusalem und Hannah Arendt, erfindet Gemini folgend Geschichte: Bildschirmfoto 23.12.2025, 19.00 Uhr.
This is what really happened: Radiolabor Hannah Arendt: Über das Böse
Zum 50. Todestag von Hannah Arendt (1906–1975)
4. bis 7. Dezember 2025, Theater Stok Zürich & Zürichsee
Zum 50. Todestag von Hannah Arendt widmet sich eine viertägige Veranstaltungsreihe am Theater Stok und auf dem Zürichsee der wohl bedeutendsten politischen Denkerin des 20. Jahrhunderts.
Arendts Schriften über Verantwortung, Totalitarismus, Gewalt und Freiheit prägen bis heute den politischen und kulturellen Diskurs – und wird zugleich immer wieder missverstanden, instrumentalisiert, vereinfacht.
Die Veranstaltungsreihe spürt diesen Spannungsfeldern nach: zwischen Ethik und Macht, Denken und Handeln, Sprache und Verantwortung.
Den Auftakt bildet am 4. Dezember die Premiere der szenischen Lesung «Über das Böse» mit Hagar Schipper-Admoni (Schauspiel) und Avital Cohen (Flöte), unter der Regie von Sama Schwarz. Im Anschluss spricht Michael Pfister über Arendt, ihr Verständnis des Bösen und ihre Ethik des Selbstgesprächs.
Am 5. Dezember folgt ein öffentliches Labor, das Arendts Denkbewegungen performativ weiterführt.
Der 6. Dezember verbindet Literatur, Philosophie und Gegenwart: eine Schifffahrt auf dem Zürichsee mit Hildegard Keller, sowie die Diskussion «Judenhass im Kunstbetrieb» mit Bettina Spoerri, Matthias Naumann, Rüdiger Suchsland und Lea Wohl von Haselberg.
Am 7. Dezember findet ein zeitgleicher frühmorgendlicher Hannah-Arendt-Walk in Zürich und Jerusalem mit Regula Stämpfli über Tom Segevs Vortrag statt, gefolgt von einem Familiennachmittag mit Hildegard Keller und der Abschlussperformance «Über das Böse – Teil 2».
Eine Veranstaltung über Denken, Verantwortung und das Weiterwirken von Arendts radikalem Mut zur Sprache, eine Veranstaltung, die sich speziell auch dem Antisemitismus widmet und einer Denkerin, die diese Themen mit radikaler Humanität angegangen ist.
Sonntag, 7. Dezember 7.00 Uhr, Zürich
Hannah Arendt Walk: Zürich & Jerusalem
Mit:Regula Stämpfli
Themen: Ort, Exil, Erinnerung und Zeitgleichheit von Erfahrung.
Hier von Regula Staempfli zehn Thesen, weshalb die Rede von Tom Segev über “Hannah Arendt in Jerusalem” völlig an der Denkerin vorbei und über sie hinweg argumentierte.
Zehn Gründe, warum Tom Segevs Berliner Rede so verheerend war.Von Regula Staempfli. 7. 12. 2025 „Hannah Arendt in Jerusalem.“ Hier die Rede von Tom Segev; https://www.youtube.com/watch?v=1XTgDKp-deA
1. Linker Moralismus statt politische Analyse Tom Segev spricht nicht als Historiker, sondern als moralischer Richter. Damit ersetzt er historische Komplexität durch Schuldnarrative — eine typisch europäische, postkoloniale Falle, die die Realität Israels ausblendet.
2. Gleichsetzung von Täter und Opfer Wenn Segev den israelischen Gegenschlag „brutal“ nennt, ohne die islamistische Aggression und Ideologie als Ursache zu benennen, wiederholt er das alte Muster der moralischen Äquidistanz — Hannah Arendt nannte das “die Flucht ins Urteil ohne Denken.”
3. Der Missbrauch von Hannah Arendt Segev zitiert Arendt, um „Menschlichkeit“ gegen Israel auszuspielen – dabei übersieht er, dass Arendt Totalitarismus als System verstand, das durch die Abschaffung des Politischen entsteht. Hamas ist totalitär, nicht Israel.
4. Pazifismus als Luxusideologie Segev steht in der Tradition eines israelischen Linkspazifismus, der nur in friedlichen Zeiten funktioniert – und im Angesicht von Terror, Geiselnahmen und Pogromen zur moralischen Pose verkommt. Arendt hätte gesagt: „Politik beginnt, wo man die Welt bejaht – nicht wo man ihr entflieht.“
5. Islamistische Propaganda als „Narrativ der Unterdrückten“ Wenn Segev Begriffe wie „brutaler Krieg“ oder „Wohngebiete bombardiert“ benutzt, ohne zu erwähnen, dass Hamas Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt, übernimmt er deren semantische Waffen – das ist Propaganda-Recycling.
6. Das Schweigen über Antisemitismus Segev vermeidet es, die antisemitische Dimension der Hamas zu benennen – das ist die intellektuelle Feigheit vieler Linker, die lieber über „Ungleichheit“ reden als über Judenhass.
7. Sentiment statt Urteilskraft Segev emotionalisiert, statt zu urteilen. Er spricht von „Soldaten“ und „Opfern“, aber nicht von Ideologien, Strategien, Strukturen. Arendt hätte ihn daran erinnert: „Denken ohne Geländer heißt, Verantwortung zu übernehmen, nicht Gefühle zu wiederholen.“
8. Die Entpolitisierung des Krieges Indem Segev Gaza als humanitäre Katastrophe, nicht als politisch-militärische Konstellation beschreibt, nimmt er den Akteuren (insbesondere Hamas) die Verantwortung – und infantilisiert damit die arabische Welt.
9. Koloniales Schuldnarrativ im israelischen Gewand Segev internalisiert das westliche Schuldgefühl und wendet es gegen Israel: ein paradoxes Selbsthass-Muster, das die israelische Linke seit den 1980ern lähmt. Das ist kein Pazifismus, sondern postkolonialer Masochismus.
10. Verrat an der Realität – Verrat an Hannah Arendt Arendt lehrte, dass Wahrheit im Politischen nie bequem ist. Segev aber will sich gefallen, besonders in Berlin. Er liebt den Applaus der deutschen Linken mehr als die unbequeme Realität Israels. Damit verrät er Arendts Ethos des politischen Denkens, der Nähe allen Denkens an Wirklichkeit und Wahrheit.
Hannah Arendt in New York. Radiomélange von und mit Regula Staempfli im Café Korb. 13.11.2025.
New York, 1960er. Ein Transistorradio rauscht, während draußen die Taxis hupen und die Hochhäuser Schatten werfen. Auf WABC läuft die neue Single der Supremes. „Stop! In the Name of Love“ erklingt – Stimmen schwarzer Frauen, die trotz aller rassistischen Widerstände den Mainstream erobern. Wenige Blocks weiter spielt WQXR „Candlelight and Silver“: zarte Geigen für Nachdenkliche. Und im Greenwich Village strömt der Folk aus den Clubs in die Radios – Odetta, die „Stimme der Bürgerrechtsbewegung“, singt von Freiheit und Sehnsucht. Hannah Arendt sitzt mit Heinrich Blücher in ihrer Wohnung an Riverside Drive. Sie schreibt an On Revolution, er liest wieder mal Marx. Arendt denkt in Kategorien von Freiheit und Politik, Blücher hört zwischen den Notizen, Jazz aus Harlem. Die grosse Liebe, das denkende und sprechende Ehepaar leben nicht im Elfenbeinturm – sie sind Teil einer vibrierenden Stadt, in der Radios Widersprüche sendeten: Motown und Mahler, Billie Holiday und Bob Dylan, Aretha Franklin und Bach.
Arendt verstand die Musik der Zeit nicht als bloße Unterhaltung, sondern als Chiffre für das Politische: Stimmen, die es „trotz allem“ in den Äther schaffen, Frauenstimmen, schwarze Stimmen, Stimmen aus dem Untergrund – sie alle waren politische Tatsachen. Regula Staempfli wagt eine Annäherung.
IIn den Nullerjahren des vergangenen Jahrhunderts bekamen die besten Kornettisten von New Orleans, dem Geburtsort der Musik, die wir heute als Jazz bezeichnen, den Beinamen «King». Der erste dieser Könige war King Charles «Buddy» Bolden, der bereits im Jahr 1895 eine Jazzband anführte, vermutlich die erste Jazz-Kapelle überhaupt. Dessen Nachfolger wurde King Freddie Keppard, von dem im Gegensatz zu King Buddy Bolden Aufnahmen existieren. Ihm folgte der letzte dieser Könige, Joe King Oliver, der Doyen und Förderer von Louis Armstrong, der gemeinsam mit seinem jungen Schützling zum ersten Mal im Jahr 1923 Schallplatten aufnahm. Vor allem diese Aufnahmen sollten den weiteren Verlauf der Jazzgeschichte erheblich beeinflussen.
Emrah Erken, leidenschaftlicher Sammler der ersten Jazzplatten, die zwischen 1917 und 1931 aufgenommen wurden, führt die Zuhörerinnen und Zuhörer im Gespräch mit Regula Stämpfli in die auch unter den Jazzfans weitestgehend unbekannte Welt des frühen Jazz, die von den Liebhabern dieser Musik als «Hot Jazz» bezeichnet wird. Seine mit viel Liebe restaurierten Aufnahmen von Original-Grammophonplatten sind auf seinem YouTube-Channel «Atticus Jazz» zu hören.
laStaempfli in der Die Weltwoche, Nr. 25/25 zu Thema Foto als Wafffen (der postkolonistischen, antisemitischen, antizionistischen, antiwestlichen Aktivisten.)
“2024: Mohammed Salem gewinnt mit dem Foto “Palestinian Woman embraces her niece” den World Press Photo Award. Eine verschleierte Frau hält ein totes Kind im Arm, das in ein weisses Tuch gehüllt ist. Die Szene erinnert unweigerlich an die Pietà – Maria mit dem Leichnam Jesu auf dem Schoss. Nur dass in diesem Fall nicht Maria, sondern eine namenlose Frau, nicht Jesus, sondern ein namenloses Kind ins Zentrum gerückt wird. Und dass die Botschaft nicht Erlösung, sondern Anklage ist: gegen Israel. 2025: Wiederum wird ein Gaza-Bild Pressefoto des Jahres. Die Fotografin Samar Abu Elouf zeigt Mahmoud Ajour, einen neunjährigen Jungen, der laut Aussage der Fotografin bei einem Angriff in Gaza beide Arme verloren hat. Er befindet sich in Katar, fernab der Zerstörung, aber gezeichnet fürs Leben. Seine Traurigkeit, seine Schönheit, sein Schmerz – sie fügen sich zu einer Ikone des palästinensischen Leids. Und wiederum: Israel als Täter, das Kind als Märtyrer. Kein Kontext, keine Erklärung, keine Hamas, keine Tunnel, keine Geiseln. Nur Tränen.”
Die westlichen Medien – Kollaborateure der Emotionalisierung
Dass FAZ und Die Zeit diese Bilder 2024 und 2025 unkritisch drucken, großflächig verbreiten und die wichtigsten Quellen, Fragen nach der Authentizität weglassen, ist ein intellektuelles wie journalistisches Totalversagen. Das pro-palästinensische Narrativ wird millionenfach unkritisch verbreitet. Niemand stellt die Frage, die jeder Journalist stellen müsste: Was sind die Geschichten hinter den Bildern? Wer ist die Tante und die Nichte. Wie ist die Nichte umgekommen? Weil sie in einem Schulhaus sass, unter dem das Waffffendepot der Hamas lagerte? War sie unter den Opfern der 40.000 Toten in Gaza, von denen über 28.000 getötete Terroristen stammen könnten, würden die Journalisten nicht nur pro-palästinensische Quellen zitieren, deren Propaganda als Wahrheit verbreiten. Zum Bild 2025:
Wer ist Mahmoud Ajour?
Wo ist seine Familie?
Wie kam er nach Katar?
Wer entschied, dass dieses Kind das Gesicht des Krieges wird?
Warum erscheint die Hamas, deren grösstes Tunnelsystem der Welt für Terroristen angelegt ist (Digitalisierung, Elektrifizierung, Lebensmittel inklusive) und Zivilbevölkerung mit Absicht als Tote inszeniert – NIE IN DIESEN BILDERN? Die Antwort: Weil diese Bilder keine Informationen liefern – sie liefern Gefühle. Und wer Gefühle gegen Fakten stellt, verliert die Wahrheit. Hier zum Originalartikel in der Die Weltwoche – laStaempfli politische Philosophin. https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2025/09/WEW_25_056_KUNST_REZ.pdf
Neu im Schweizer Monat: Warum die Beziehung Schweiz-EU mehr mit einem Ehe-Drama als mit Vertragstechnik zu tun hat. Regula Stämpfli erklärt die politische RomCom zwischen Brüssel und Bern – voller Macht, Missverständnis und Misstrauen. In der Juni-Ausgabe des extrem schön gemachten Magazins.
Zitate aus dem spritzig-polemisch-historischen Text von laStaempfli:
“Die EU und die Schweiz können nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohne einander.” Regula Stämpfli über eine komplizierte Beziehung im Schweizer Monat.
“Ich gehörte zur ersten Generation der digitalen Nomaden, die sich ein Unternehmen schufen und in unterschiedlichen Ländern arbeiteten. Seit 2023 besitze ich neben dem schweizerischen auch einen europäischen Pass. Doch (nicht nur) als EU-Bürgerin blicke ich zunehmend sorgenvoll auf die Union. Bankenkrise, Migrationskrise und Eurokrise – die EU findet aus dem ungesunden Ausnahmezustand nicht mehr heraus. Paradoxerweise verfolgt die Schweizer Polit- und Kulturelite ihren Pro-EU-Kurs umso beharrlicher, je schlechter es Europa geht. Es ist wirklich absurd: Je mehr alle Schweizer Universitäten die europäische Geschichte als koloniale verachten und zugunsten postkommunistischer Curricula sogar das europäischste aller Fächer, nämlich die Schweizer Geschichte, abschaffen, umso heftiger, dominanter und medienpräsenter plädieren die hier amtierenden Professoren dann für den Schweizer Beitritt zur EU. Bei den Rechten in der Schweiz verweist man im Unterschied dazu gerne auf europäische Geschichte und Zivilisation und den schweizerischen Sonderweg, auf den man stolz sein könne, verachtet indessen gleichzeitig die Brüsseler Mechanik.”
Seit 2005 – damals in einer Expertise der EU-Position gegenüber Israel, publiziert laStaempfli zu Propaganda. Digitalisierung und Geopolitik und was dies für die REALPOLITIK bedeutet. Im Bestseller Austria: “Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt” stellte sie 2018 fest, dass die digitale Revolution nach grossen Emanzipationsbewegungen sich algorithmisch als frauenfeindliche und antisemitische Propagandamaschine entpuppt hat.
Die Maschine der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie ersetzt Wirklichkeit durch Simulation, Debatte durch Emotion, Urteilskraft durch Instant-Reaktion. Die weltweit erfolgreiche Hamas-Propaganda ist auch das Resultat einer milliardenfach verbreiteten Code-Antisemitismusmaschine.
Die größte Gefahr: Diese Dynamik wird nicht von Diktatoren aufgezwungen, sondern freiwillig geteilt, gelikt, gefühlt. Das Totalitäre ist heute populär.„Wir führen keine Nahostdebatte mehr, sondern ein Horror-Reality TV, das entlang der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie läuft. Die Medien funktionieren längst wie in Trumpism beschrieben: personalisiert, polarisiert, emotionalisiert – programmiert auf Freund-Feind. Das Ergebnis? Kein Diskurs, sondern Empörungsschleifen, islamistische Revolutionspropaganda, autokratische Repräsentationen. Siehe dazu auch den Artikel “Träumen Algorithmen von Demokratie?” siehe https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2018/11/tra%CC%88umen-KI-von-demokratie.pdf
Wahrheit wird zur Ware, Solidarität zur Simulation, Empathie zur Waffe: All dies verteilen Kultur, Wissenschaft und ÖRR gegen Israel milliardenfach zugunsten einer “Poesie der Terroismusverherrlichung.” laStaempfli in der Die Podcastin – in einer der vielen Folgen zur Situation im Nahen Osten mit dem Hinweis, dass die ÖRR nicht mehr nach Relevanz (wenn schon Kinder gefoltert werden, dann bitte jeden Tag Berichte über die Mädchen in Afghanistan), sondern nach MODE UND PEERGROUP, die extrem antisemitisch aufgestellt sind, raportieren. Siehe auch https://www.zeit.de/lebensart/mode/2011-03/dior-galliano-kuendigung
Nachtrag, 23.5.2025 zur Sendung: Talk im Hangar 7 apropos UNO Int. Völkerrecht. Das Mehrheitsverhältnis der internationalen Organisationen hat sich gegen den WESTEN, DESSEN KAPITALISMUS & LIBERALE DEMOKRATIE GEWENDET, OHNE DASS DARÜBER BERICHTET WURDE. HIER EIN PAAR GEDANKEN:
„Das internationale Völkerrecht – und seine perverse Umkehr“ von Regula Stämpfli
Das Völkerrecht wurde erfunden, um nach dem Zweiten Weltkrieg zu sagen: Nie wieder. Nie wieder Krieg. Nie wieder Völkermord. Nie wieder Staaten, die im Namen der Macht alles dürfen – und Menschen, die im Namen des Rechts nichts mehr wert sind.
Doch was ist daraus geworden?
Heute erleben wir eine zynische Umkehr: Nicht mehr der Aggressor steht am Pranger – sondern der Verteidiger. Nicht mehr die Diktatur wird geächtet – sondern die Demokratie, die sich schützt.
Das Völkerrecht ist zur Bühne für Autokraten geworden. Zur Sprache der Täter im Gewand der Opfer. Zur Chiffre der moralischen Anklage gegen all jene, die sich noch an Recht, Wahrheit und Zivilisation klammern.
In der UNO-Generalversammlung herrscht keine Gerechtigkeit – dort herrscht Mehrheit. Und diese Mehrheit ist autoritär, frauenverachtend, antisemitisch. Sie singt das Lied der „Geknechteten“, während sie die eigenen Dissidenten einkerkert.
Und was tut der Westen? Er stimmt mit. Weil das Wort „Besatzung“ einfacher ist als das Wort „Selbstverteidigung“. Weil „Palästina“ romantischer klingt als „Sicherheitslage“. Weil „Völkermord“ inzwischen eine Schlagzeile ist – keine Anklage mehr.
Die grösste Gefahr ist nicht die Gewalt Einzelner, sondern das internationale System, das Urteilskraft, demokratische Partizipation, Gleichstellung, Emanzipation, Freiheit banalisiert, dekonstruiert & zugunsten der Geschichtsschreibung für Diktatoren & Islamofaschismus pervetiert – siehe einen den Kontrahenten in der Sendung im Talk.
“Wir leben heute in einem globalisierten Rechtssystem, in dem Diktatoren Moral spielen – und Demokratien schweigen. Das ist keine Ordnung der internationalen Gerechtigkeit. Das ist die Simulation von Recht in einer Welt, die sich längst für die Realität nicht mehr interessiert.” laStaempfli
Nächte der Philosophie in Wien 2025: Hier am 21.5.2025 als Vorprogramm zu Liessmann & Romazini im schönen Café Korb zu einem sehr schweren, aber weiterführenden Thema. https://www.facebook.com/profile.php?id=100063678964959
Regula Stämpfli”Eugenik reloaded.” Über Digitalisierung und BiopolitikNächte der Philosophie 202421.05. 19:00hCafé Korb, Brandstätte 9, 1010 WienHannah Arendt formulierte in ihrem philosophischen Grundwerk ihre politischen Überlegungen zur Technik generell, zur Atomtechnik im Speziellen. Sie war avant la lettre für das, was Ulrich Beck später “Risikogesellschaft” nannte. Die aktuellen Debatten zur Geschlechterauflösung, Sternchen, zur Legalisierung von sog. Leihmutterschaft und zur Propaganda für sog. Sexarbeit gehen Hand in Hand mit den neuen kommunikativen Techniken der Digitalisierung. Die Politphilosophin Regula Stämpfli wird in ihrer Hannah Arendt Lecture für die Nächte der Philosophie den engen Zusammenhang zwischen Code, Biopolitik und Weltverlust nach Hannah Arendt aufzeigen.
Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung der «Süddeutschen Zeitung» (SZ), NDR und WDR beleuchtet die Rolle des Internets bei der sexuellen Ausbeutung und zeigt, wie Menschenhandel zunehmend über digitale Kanäle organisiert wird.
Die Medienexpertin PD Dr. Regula Stämpfli hebt für den Klein Report die Bedeutung dieser Recherche hervor, stellt jedoch gleichzeitig kritische Fragen zur ideologisch gefärbten Sprache, die oft im Zusammenhang mit Menschenhandel, sexueller Gewalt und Prostitution verwendet wird.
«Der Artikel der SZ vom 26. Februar 2024 präsentiert detaillierte Einblicke in die Organisation von Menschenhandel über das Internet. Anhand eines beispielhaften Falls, der mit geänderten Namen versehen ist, wird die Geschichte eines jungen Mädchens aus einem ehemaligen Ostblock-Land nachgezeichnet. Sie wird von einem scheinbaren Freund aus Deutschland unter dem Vorwand eines besseren Lebens aus ihrer prekären Situation herausgelockt.
Die vermeintliche Rettung entpuppt sich jedoch als Albtraum, als das Mädchen in Deutschland ankommt. Ihr vermeintlicher Retter entpuppt sich als skrupelloser Sklavenhändler, der sie misshandelt, einsperrt und zur Prostitution zwingt. Das Internet dient dabei als mächtiges Werkzeug, um die Aktivitäten der Menschenhändler zu verschleiern und Behörden sowie Hilfsorganisationen zu täuschen.
Besonders brisant wird der Artikel, wenn er die Unterscheidung zwischen Menschenhandel und der in Deutschland legalen Prostitution thematisiert.
Anders als üblich vermeiden SZ, NDR und WDR den Begriff «Sexarbeit» und sprechen konsequent von Prostitution, was zu einer ideologischen Debatte führt. Während über Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung berichtet wird, betonen sie die Freiwilligkeit der Prostitution und verwenden den Begriff «Sexarbeit».
Diese Unterscheidung zwischen «Sexarbeit» und den realen Gefahren von Gewalt, Kriminalität und Diskriminierung von Frauen in der Prostitution ist problematisch. Die Realität zeigt, dass Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung eng mit der Prostitution verbunden sind und nicht einfach als «Freiwilligkeit» oder «Sexarbeit» abgetan werden können. Es geht vielmehr um den Verkauf des menschlichen Körpers und die Ausnutzung von Frauen.
Die Recherchen von SZ, NDR und WDR konzentrieren sich zwar auf die Digitalisierung des Menschenhandels, offenbaren jedoch gleichzeitig, wie durch ideologisch geprägte Sprache die brutale Realität der Prostitution verschleiert wird.
Die Aussage, dass man nicht erkennen könne, ob eine Frau ihre Anzeige beispielsweise für «Wohnungprostitution» eigenständig oder freiwillig erstellt habe, verdeutlicht die Verdrängung dieser Problematik.
Es ist beunruhigend, dass die Medien bei offensichtlichem Menschenhandel den Begriff «Sexarbeit» verwenden, statt die Dinge beim Namen zu nennen. Dies zeigt eine bedenkliche Schieflage sowohl in der Medienpolitik als auch im Rechtsstaat. Es ist an der Zeit, die Realität anzuerkennen und den Menschenhandel und die damit verbundene Prostitution klar zu benennen.
Es sei den Medien dringend empfohlen, sich mit Berichten wie «Sexkauf: Eine rechtliche und rechtsethische Untersuchung der Prostitution» von Elke Mack und Ulrich Rommelfanger aus dem Jahr 2023 auseinanderzusetzen.» Klein Report by Regula Staempfli 28.2.2024.
Amoako Boafo, Der Superstar aus Ghana und Wien. Die Deiningers sind eng mit Amoako befreundet und haben die Sammlerinnen und Sammler in Wien mit dem herausragenden Künstler bekannt gemacht – ein Riesengeschenk seit 2017! Wie Kunst aus dem afrikanischen Kontinent Blick, Welt und unsere Liebe zur Wirklichkeit revolutioniert. Gesprächsausschnitt von Raimund Deininger und Regula Stämpfli für das Jahr 2024.
Raimund Deininger und Regula Staempfli treffen sich in der wunderbaren Wohnung von Raimund. Raimund Deininger und Louise Deininger sind erst kürzlich von der Reise nach Afrika zurückgekommen, wo sie Amoako Boafo in Ghana besucht haben und die Stiftung Gyco Academy von Louise Deininger.