Regula Stämpfli über Abtreibung bis zur Geburt in Massachusetts

Frau Stämpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen? Interview für Corrigenda: Lukas Steinwandter fragt Politphilosophin Regula Staempfli. 13.8.2026

Regula Stämpfli über Abtreibung bis zur Geburt in Massachusetts, verabschiedet am 11.9.2026 unter Applaus von unterzeichnenden Gouverneurin und Dutzenden von Frauen. Zum Artikel see https://www.corrigenda.online/leben/abtreibung-bis-zur-geburt-massachusetts-frau-staempfli-sie-sind-feministin-und-pro-life-wie

Frau Stämpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen?

Ein US-Bundesstaat erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt. Linke und Feministinnen jubeln, Konservative sind empört. Doch so einfach ist es nicht: Regula Stämpfli ist progressiv, gebildet und feministisch. Und kritisiert das neue Gesetz scharf. Im Interview erklärt sie, warum das sehr wohl zusammenpasst.

Von Lukas SteinwandterEin US-Bundesstaat erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt. Linke und Feministinnen jubeln, Konservative sind empört. Doch so einfach ist es nicht: Regula Stämpfli ist progressiv, gebildet und feministisch. Und kritisiert das neue Gesetz scharf. Im Interview erklärt sie, warum das sehr wohl zusammenpasst.

Einleitung: Der kurze Clip sorgt für Fassungslosigkeit, Kopfschütteln und Entsetzen – und Wut. Die Gouverneurin des US-Bundestaats Massachusetts, Maura Healey (Demokratische Partei), unterzeichnet am Montag im State House in Boston den „Prioritizing Patient Access to Care Act“ (H.5595). Das harmlos klingende Gesetz hebt die bisherige 24-Wochen-Frist für Abtreibungen auf und erlaubt sie bis zur Geburt, sofern ein Arzt ein entsprechendes „fachliches Urteil“ abgibt. 

Neben Healey, die angeblich katholisch ist und vor zwei Jahren noch schrieb, ihr lägen die Schwächsten am Herzen, befinden sich rund ein Dutzend weiterer Frauen in dem Regierungsbüro, darunter Ärzte und Abtreibungsaktivisten. Nachdem die Politikerin die Unterschrift gesetzt hat, lachen und klatschen die Frauen, was nicht nur unter Christen und Lebensschützern für Empörung gesorgt hat

Bereits vor der neuen Regelung waren Abtreibungen nach der 24. Schwangerschaftswoche möglich. Allerdings mussten dafür bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Ein Arzt musste beispielsweise feststellen, dass der „Schwangerschaftsabbruch“ zur Erhaltung des Lebens der Frau oder ihrer psychischen und physischen Gesundheit notwendig ist. Diese Bedingungen sind nun weggefallen. 

„Als Gouverneurin verspreche ich: Ganz gleich, was Donald Trump oder die Republikaner im Kongress oder am Obersten Gerichtshof tun, wir werden dafür sorgen, dass Frauen ihre eigenen Entscheidungen in ihrer Gesundheitsversorgung treffen können – und nicht die Regierung“, sagte Healey. Und die Gouverneurin versprach: „Abtreibungen werden hier in Massachusetts weiterhin sicher, legal und zugänglich sein.“ 

In sozialen und klassischen Medien feierten linke und feministischeGruppen das Gesetz. Konservative äußerten schwere Kritik. Aber nicht nur sie. Denn es gibt auch Feministinnen, die ein tiefes Störgefühl haben angesichts der sich brutal ausbreitenden Kultur des Todes. Eine von ihnen ist die promovierte Historikerin und Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli. 

Die Schweizerin ist Privatdozentin, Kolumnistin, Designerin und betreibt zusammen mit Isabel Rohner den feministischen Wochenrückblick „Die Podcastin“. Im Interview mit Corrigenda erklärt die in München lebende Autorin, warum sie als progressive Frau und Feministin für das Lebensrecht ungeborener Kinder und gegen eine nur vermeintlich liberale Politik ist, wie sie von den Demokraten in den USA gerade gemacht wird.

Frau Staempfli, Sie bezeichnen sich als feministisch und progressiv, sind aber pro life. Wie passt das zusammen?

Es ist total logisch! Frauen kämpfen seit Jahrhunderten dafür, Frauen und Kinder vor Gewalt, Ausbeutung, Vergewaltigung, Mord und ökonomischer Sklaverei zu beschützen. Lassen Sie sich von den sogenannten neuen Feministinnen nicht verwirren! Die haben so viel mit Feminismus zu tun wie der Islamismus mit der Katholischen Kirche! (lacht) Ich stehe in einer langen Tradition von Frauen, die sich weigern, Schwangerschaft, Mutterschaft und Kinder den Mächtigen zu überlassen. Früher waren dies die Adeligen, heute ist es eine neue technokratische Elite und eine Gesundheitsindustrie, deren Optimierungszwang in vielen Fällen zu einem regelrechten Totenkult mutiert ist. Eine wirklich fortschrittliche und feministische Gesellschaft huldigt der Mutterschaft und behandelt sie nicht als Optimierungs- und Störfall.

Wie kommen Sie mit dieser Position bei anderen Feministinnen an?

(lacht) Wie kommen Sie als Pro-Life-Journalist bei Ihren vornehmlich linken Kollegen an? Frauen werden nur in der Unterdrückung zu einer Kategorie. Ansonsten sind Frauen immer vielstimmig. Heute machen Medien, Unis und Kultureliten ausgerechnet die Abtreibung zum feministischen Loyalitätstest. Dies ist ideologisch verblendet, unerquicklich misogyn und außerordentlich dumm. Mit Frauen- und Kinderschutz hat das woke Geschrei rund um den „Feminismus“ eh schon lange nichts mehr zu tun. Es geht mit der Abtreibung bis zur Geburt auch nicht um politisch links oder rechts, sondern es geht um die Abtreibung des würdigen, liberalen, freiheitlichen und in Demokratien geschützten Menschenlebens. 

„Die Frau ist. Nur noch ‘Warenträgerin’ – das kennen wir aus kommunistischen Ländern“

Am Montag hat die demokratische Gouverneurin von Massachusetts, Maura Healey, unter großem Applaus und Lachen ein Gesetz unterzeichnet, das keine gesetzliche zeitliche Obergrenze für Abtreibungen mehr vorsieht. Sie sprechen von „industrieller Qualitätskontrolle“. Warum?

Regula Stämpfli© Regula Stämpfli

Weil es genau das ist. Das werdende Kind wird zwischen Arzt und „Auftraggeber“ verhandelt. Das neue Gesetz, von Dutzenden von ideologisch verblendeten Frauen beklatscht, ist der Triumph der biopolitischen Logik, den Menschen zur ökonomischen Verfügungsmasse zu erklären. Das Kind wird zu „Menschenfleisch-Daten“ und entsprechend gültiger medizinischer und sozial kompatibler Praxis abgetrieben oder geboren. Die Frau ist in diesem Zusammenhang nur „Warenträgerin“. 

Dies kennen wir übrigens auch aus den kommunistischen Ländern, wo Kinder aus ideologischen Gründen massenweise abgetrieben, und nach der Geburt, ebenfalls aus ideologischen Gründen, sofort als sogenannte „Wochenkinder“ den Eltern entrissen wurdenDass die Unterzeichnung eines solchen Gesetzes mit Lachen und Applaus von Frauen inszeniert wird, halte ich für eine nihilistische Entgleisung. Selbst wer Abtreibungsrechte verteidigt, müsste angesichts einer Abtreibung im letzten Schwangerschaftsdrittel verstummen. Eine Gesellschaft, die hier jubelt, hat ihr Gewissen entfernt.

Sie sagen, Mütter würden zu „Sklaven eines Gesundheitsmarktes“, der Mutterschaft zur Dienstleistungstätigkeit pervertiere. Kinder würden zu Produkten. Was meinen Sie damit?

Exakt das, was ich sage. Schauen Sie auf die semantischen Verschiebungen der vergangenen Jahre. Mütter werden u.a. von ARD, ZDF, WDR, SRF, ORF etc. nicht mehr Mütter genannt. Oder Schwangere als schwangere Frauen bezeichnet. Weshalb? So entledigt sich die neue globale Medien-, Kultur- und Wissenschaftselite der Leiblichkeit des Menschen. Gemäß herrschender Sprechaktideologie gibt es keine Körper oder gar Menschenseelen, sondern verwertbare Fleischstücke, die auf dem kapitalistischen Markt der Influencer, Selfies, „Ich Ich Ich“-Religionen wie zum Beispiel „Only Fans“ verkauft werden können. Menschen sind keine Lebewesen mehr, sondern codierte Kategorien – hören Sie doch endlich mal dem Jargon der Zoomer richtig zu! In meiner Vorlesungsreihe „Hannah Arendt Lectures“ traf ich bspw. auf Studentinnen, die außer ihrer Produktidentität nichts anderes mehr kannten. Sie wussten nicht, wer sie waren oder wer sie sein könnten – aber ihren Marktwert kannten sie auf die zweite Kommastelle genau.

Es ist entsetzlich und selbst die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich vergangenes Jahr zu einer Revision von Paragraf 218 Strafgesetzbuch bekannt, ohne zu realisieren, welchen ethischen Rückschritt dies für uns alle bedeuten würde. 

„Abtreibung ist keine Freiheit, sondern aus der Not geboren. Auch heute noch“ Regula Stämpfli.

Ist Abtreibung, die von vielen Feministinnen als Selbstbestimmung glorifiziert wird, nicht genau das, was Generationen von Feministinnen wollten?

Das war doch eine ganz andere Zeit als heute! Die große französische Politikerin Simone Veil, Auschwitz-Überlebende und damalige französische Ministerin, hat 1974 für die Entkriminalisierung der Abtreibung gekämpft. Sie argumentierte, dass keine einzige Frau leichten Herzens abtreibt. Dass Abtreibung keine Freiheit ist, sondern immer aus der Not geboren ist. Dies ist übrigens auch heute noch so. Das, was in Massachusetts unter „Abtreibung“ propagiert und beklatscht wird, ist Warenpolitik im Menschenfleischpark. Das hat schon längst nichts mehr mit dem Recht von Frauen in Notlagen zu tun, nicht in den Hinterzimmern einer Engelsmacherin zu verbluten. 

Dieses Zitat von Ihnen könnte auch von einem Papst stammen: „Der Mensch wird nur noch nach seiner künftigen ökonomischen Produktivität und Fehlerfreiheit bemessen.“ Sie sprechen damit eugenische Abtreibungen an. Die Mehrzahl der abgetriebenen Kinder ist jedoch gesund.

Das widerlegt meine Kritik nicht. Es erweitert sie. Bei diagnostizierbaren Krankheiten oder Behinderungen tritt die Selektionslogik einfach besonders brutal hervor. Bei gesunden Kindern greift dieselbe Verwertungslogik auf einer anderen Ebene: Passt dieses Kind zu meinem Partner, meinem Studium, meiner Karriere, meinem Zeitplan, meinem Lebensentwurf? 

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Das Kind wird nicht mehr als neues Gegenüber begriffen, sondern als kalkulierbares Projekt. Es gilt als Störung, weil das schützende Umfeld aus Tanten, Großmüttern, Schwestern, Nachbarinnen und gelebter Großfamilie weitgehend verschwunden ist. Der neoliberale Mensch soll autonom sein – also allein. Und was allein nicht zu bewältigen ist, wird beseitigt oder an einen Markt delegiert.

Wenn ein Papst diese Entwicklung ebenfalls erkennt, wird meine Analyse dadurch nicht falsch. Der Kampf gegen Eugenik und Menschenvermessung gehört weder der Kirche noch einer bestimmten politischen Seite. Er gehört allen, die Frauen und Kindern, den Menschen insgesamt, nicht auf Sprechakte, Codes, Fehlerfreiheit und Verwertbarkeit reduzieren wollen

Unbedingt. Beides gehört zur selben Verschiebung des Menschenbildes. Wir leben im Zeitalter der algorithmischen Reproduktion. Bei der Leihmutterschaft wird der Körper einer Frau als Produktionsort benutzt. Das Kind ist Gegenstand eines Vertrags. Bei der selektiven Abtreibung entscheidet die Qualitätskontrolle darüber, welches Leben den Erwartungen entspricht. Das eine Kind wird bestellt, das andere verworfen. Dazwischen liegen Tests, Verträge, Plattformen, Kliniken, Agenturen und sehr viel Geld. Ich spreche deshalb von Sklavenmutterschaft. Denn wo ein Mann (oder zwei Männer, das ist ja meist die Praxis) den Körper einer Frau für die Produktion eines Kindes beansprucht, verwandelt sich Mutterschaft in eine käufliche Dienstleistung und einen neuen Menschenfleischmarkt.

China does not spy. It thinks in Empires and acts in Codes, by Regula Staempfli.

China Doesn’t Spy. It Thinks in Empires and acts in Codes, by Regula Staempfli (Politphilosopher/Bestselling Author/ AI Forensics/ Germany) see article published on X https://x.com/laStaempfli/status/2086816834355917092

The story that broke in The Daily Telegraph last week was, on its face, a security scare of the familiar kind. Cameras fitted to the Royal Navy’s K3 Scout drones—small, fast, unmanned vessels already in use by British special forces—had been sending regular “heartbeat” signals to an IP address in China. The components were Chinese-made. The Ministry of Defence promptly cut the cameras off from the internet. Officials insisted that no operational data had been compromised. The technical details were almost reassuring. And yet the episode left a deeper unease. Once again, critical military equipment had been assembled without anyone bothering to follow the supply chain all the way down to the last chip.

The real failure was not Chinese ingenuity. It was Western assumption.

For decades the West has treated technology as a commodity: something one buys, installs, and then largely forgets. China has never shared that illusion. In Beijing, technology is not a product. It is an instrument of sovereignty. Economy, technology, state, military, and Party are not separate spheres. They form a single continuum of power. We purchase cameras; China builds infrastructure. We license software; China cultivates influence. We optimize supply chains for cost; China designs them for leverage. The difference is not merely strategic. It is philosophical. The West still imagines that code is neutral—that a sensor is just a sensor, a chip just a chip. China understands that every piece of technology carries a political architecture inside it. Codes do not only shape individual lives. They embed themselves in states, in logistics networks, in standards, in the quiet protocols that determine who can see, who can listen, and who can decide. While Western capitals continue to debate data protection as a matter of individual privacy, China has long been constructing data sovereignty as a matter of national power. These are not the same conversation. One is about rights. The other is about control. The drone cameras that whispered their presence to a server in China are therefore less a scandal than a symptom. They reveal a persistent Western refusal to accept what has been obvious for twenty years: that critical infrastructure cannot safely rest on supply chains whose geopolitical logic runs in the opposite direction.

The interesting question is not why China behaves this way. The interesting question is why the West keeps acting as though it has only just discovered the fact. This is not, in the end, a story about Chinese espionage. It is a story about Western absent-mindedness—about a civilization that still believes technology can be bought without consequence.

Die KI-Forensikerin Regula Staempfli im neuen Podcast “Die Podcastin”: Isabel Rohner und laStaempfli reden nach der Sommerpause über Frauen im Sport und welche Auswirkungen dies für die demokratische Grundverfassung unserer Länder hat. Sprechendes Denken vom 10. August 2026. Auf #Spotify #Apple oder überall sonst, wo Sie Ihre Podcasts kriegen.

Isabel Rohner und Regula Staempfli würden weit lieber über Literatur, Kunst, Musik, Filme und die Heldinnen der Geschichte sprechen als über „Frauen im Sport“. Oder gar über Trans-Fragen. Ganz ehrlich. Doch solange Frauen erklären müssen, dass sie Lebewesen sind und keine sprachlichen Konstruktionen, kommen wir an dieser Debatte nicht vorbei. Wo Wirklichkeit durch Definitionen ersetzt wird, gerät nicht nur die Freiheit der Frauen in Gefahr, sondern die Urteilskraft einer ganzen Gesellschaft. Solange das deutsche Selbstbestimmungsgesetz demokratische Verfassungen bricht, müssen wir uns mit einer totalitären Sprechakt-Ideologie auseinandersetzen, die in Medien, Universitäten und Politik – getragen von einer von der Realität abgekoppelten Elite – immer weiter an Boden gewinnt.

Hier ein Beispiel aus den USA: Nehmen wir Sophie Cunningham. Gross, blond, athletisch, witzig, eine der besten Basketballerinnen der Welt. Sie begeistert Mädchen und Frauen, Jungen und Männer. Genau deshalb ist sie den Frauenhassern ein Dorn im Auge. Schon bevor sie auf eine ganz normale Journalistenfrage antwortete, sie wolle, dass Mädchen und Frauen im Sport sicher seien, setzte die Kampagne ein. Deutsche Medien, allen voran FAZ und taz, machten aus ihr eine „MAGA-Barbie“ – obwohl sie keine Republikanerin ist, die Partei nicht gewählt hat und allein durch eiserne Leistung dorthin gekommen ist, wo sie steht. Kurz darauf foulte sie eine schwarze Spielerin so hart, dass Cunningham wieder ihre Zähne ausgeschlagen kriegte. Die schwarze Spielerin twitterte voller Freude über das weisse Privileg, dass hier halt mal angegriffen wurde. Selbst die Trainerin von Sophie Cunningham (sie wird wohl bald ihren Posten verlieren…) meinte, ach, das müsse man halt im Basketball aushalten. Hier zeigt sich das Muster in Reinform: Hass auf Frauen, verbunden mit Hass auf alles Normale, verbunden mit einer spaltenden Rassenideologie, die von Medien, Kulturindustrie und Universitäten unermüdlich verbreitet wird, zerstört unser Zusammenleben, zerstört die Errungenschaften von Frauen, zerstört unsere Demokratie. Hier liegt der Zusammenhang zwischen sogenannten Kulturfragen, Digitalisierung, Empörungspolitik und der realen Entrechtung von Frauen.

In den letzten Jahren wurden westliche Frauen genötigt, Burka, Hijab und Niqab als „Mode“ und Ausdruck von Freiheit zu akzeptieren. Gleichzeitig werden Mädchen und Frauen darauf trainiert, Prostitution als „Sexarbeit“ zu feiern – als wäre der Verkauf des eigenen Körpers stundenlang an fremde Männer eine Tätigkeit wie Ballett. Im gleichen Atemzug wird ihnen eingeredet, es gebe so etwas wie „Leihmutterschaft“. Es gibt sie nicht. Es gibt Frauen, die aus wirtschaftlicher Not vierzig Wochen lang ein Kind unter ihrem Herzen tragen, das ihnen danach weggenommen wird. Durch Sprechakte werden diese biopolitischen Vorgänge salonfähig gemacht. Eine ideologisch verblendete Elite in Kultur und Medien pumpt diese lebensfremde Propaganda unablässig in den öffentlichen Raum.

Deshalb müssen wir über Frauen im Sport reden. Wenn biologische Männer vor laufenden Kameras Frauen halbtot schlagen können und dafür mit Goldmedaillen belohnt werden, dann geht es nicht um Sport. Dann geht es darum, die mühsam erkämpften Errungenschaften von Frauen im Sport systematisch rückgängig zu machen.

Dies als Einleitung zum Podcast für alle, die Die Podcastin noch nicht kennen: www.diepodcastin.de Die Folge https://diepodcastin.de/2026/08/09/die-podcastin-mit-balls-isabel-rohner-und-regula-staempfli-uber-frauen-im-sport-faz-schrumpelgurke-blinde-flecken-bei-ronzheimer-pod-und-weshalb-sklavenmutterschaft-stichwort-jens-spahn-popul/ Hier das Audio direkt:

Die Podcastin vor der Sommerpause endlich aufgeschaltet: Am 9. August 2026 kommt die nächste! In der Folge vom 11. Juli dachten Regula Staempfli und Isabel Rohner über Ideologie vs Realität nach und wie wichtig HAUSHALT, und zwar ein ausgeglichener, sowohl im Privaten als auch im Staat, wichtig sind.

Die Podcastin als Homemaker: Isabel Rohner und Regula Staempfli mit dem Informationsfreiheitsgesetz, mediale Leerstellen punkto Islamismus, Defund Amnesty International, absurdes Stella-Theater und grossen Sparvorschlaegen (feministischen Reformpaketen) und einer Hymne an Bonnie Tyler.

“Nichts gegen Hausfrauen, ja? Ist das klar? Die wollen gute Musik hören, wenn sie arbeiten. Und ich fühle mich geehrt, wenn sie mir zuhören.” Bonnie Tyler, walisische Sängerin und Musikikone, gestorben am 8. Juli 2026 mit 75 Jahren

Regula Stämpfli und Isabel Rohner würdigen Bonnie Tyler – und sie würdigen die Hausarbeit, die auch viele ihrer Hörerinnen erledigen, während sie dem sprechenden Denken von LaStämpfli und Rohnerin lauschen. laStaempfli kommt mit starken Haushaltstipps.

Zum Thema Hausarbeit empfiehlt die Rohnerin ein lesens- und bedenkenswertes Interview ihrer 97-jährigen Freundin, der feministischen Ökonomin Elisabeth Stiefel im Kölner Stadtanzeiger: https://www.ksta.de/wirtschaft/unsichtbare-arbeit-was-einer-fast-100-jahre-alten-oekonomin-zur-deutschen-wirtschaft-auf-der-seele-liegt-1276698 laStaempfli würdigt die historisch wichtige Arbeit, weist darauf hin, dass die Ökonomisierung der Familienarbeit auch zur Verdinglichung von Menschen und Pflege beigetragen hat: Eine Falle, die wir Frauen immer stärker spüren.

Entbürokratisierung, ja bitte! Aber nicht auf Kosten der Bürgerrechte – sondern auf Kosten der Staatsausgaben! Die Rohnerin erklärt: Die angekündigte Novellierung des Informationsfreiheitsgesetzes durch die deutsche Bundesregierung ist das Gegenteil von Entbürokratisierung! Hier sollen Rechtsansprüche von Bürgerinnen und Bürgern beschnitten werden. Gut, dass die Medien dies auch langsam thematisieren, wo sie die ersten Tage nach Verkündigung des 34-Punkte-Plans so sehr mit dem Ablenkungsthema “Krankschreibung ab dem 1. Tag” beschäftigt waren…

Ideologie versus Realität:

Das Berliner Ensemble in Berlin feiert Goethes feuchten Traum “Stella” aus dem Jahr 1775 als Beispiel für “Queere Liebe”. Warum? Weil “queer” nichts anderes heißt als “männerzentriert”. Achtet mal darauf! Ein Mann mit mehreren Frauen wird als hipp und “queer” gelabelt. Da freuen sich doch die Islamisten! Wie lange wird es dauern, bis auch deren Viel-Ehe-Konzepte von den verblendeten Menschen im Westen als innovativ und QUEER gefeiert werden? Und zwar voll auf Kosten der Frauen.

Amnesty International UK hat diese Woche einen Bericht über “A growing threat” veröffentlicht – wachsende Bedrohungen. Aber auch sie meinen damit nicht etwa die islamistische Gefahr für Demokratie und Frieden. Nein! Sie meinen damit Organisationen, die es wagen, sich für die Rechte von Mädchen und Frauen, von Lesben und Homosexuellen einzusetzen. Im Bericht werden u.a. die LGB Alliance, For Women Scotland oder auch ein privat finanziertes Frauenhaus als “growing threat” gebrandmarkt. Unfassbar. Und noch ein Grund – neben den antisemitischen Entgleisungen von Amnesty in den letzten Jahren – dieser Organisationen keinen einzigen Cent mehr zu spenden.

Die Historikerin und Politphilosophin (Bestseller “Trumpism. The Algorithmic Age” und “Mit der Schürze in die Landesverteidigung. Frauen, Krieg und Staat 1914-45”) mit einer Medienkritik zur gegenwärtigen NS-Geschichtsverfälschung: “War Oma auch eine Nazi?” Und was dies alles mit der sog. Leihmutterschaft der Gegenwart zu tun haben könnte.

Medienkritik SZ/BAZ: “War OMA Nazi?” ÜBER GESCHICHTSVERFÄLSCHUNG DURCH POSTKOLONIALISTINNEN oder Biopolitik damals und heute. NS-Forschung ist gegenwärtig ideologisch motivierte Forschung. Statt zu sagen, was war, wird geschrieben, was gewesen sein soll. Dies gilt besonders für Frauengeschichte.

Die Schweizer Medien erhalten aus Deutschland seit Jahren nicht nur Nachrichten, sondern auch erstaunlich viel publizistisches Abfallobst. So titelte die Süddeutsche Zeitung am 14. Juli 2026: «War auch Oma ein Nazi?» Wenige Tage später erschien dieselbe Denkfigur in der Schweiz: «War auch Grossmutter ein Nazi? Die Rolle der Frauen in der NS-Zeit.» Schon der Titel verrät das Problem. Er übernimmt unkritisch eine Kategorie, die es im Nationalsozialismus nur als Rassen- und nicht als Geschlechterpolitik gab.

Es gab im Nationalsozialismus nämlich keine Frauen als historische oder politische Kategorie. Es gab ausschliesslich rassifizierte Frauen. Der Nationalsozialismus unterschied nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen «erbgesund» und «erbkrank», zwischen «arisch» und «nicht arisch», zwischen reproduktionswürdig und vernichtungswürdig.

Wer deshalb 2026 über «Frauen im Nationalsozialismus» schreibt, ohne diese grundlegende Differenz bereits im Titel sichtbar zu machen, beschreibt nicht die historische Wirklichkeit, sondern reproduziert ungewollt die Sprache der Täter.

Der Artikel reiht alles auf, was seit Jahrzehnten zum Standardwissen gehört: Mutterkreuz, NS-Frauenschaft, Gertrud Scholtz-Klink, Winifred Wagner, Helene Bechstein, zwölf Millionen Frauen in NS-Verbänden. Alles richtig. Alles bekannt. Alles unerquicklich oberflächlich. Das Entscheidende fehlt. Denn während sogenannte arische Frauen als Gebärerinnen der «Volksgemeinschaft» ausgezeichnet wurden, wurden jüdische Frauen, Sinti- und Roma-Frauen, Frauen mit Behinderungen, politische Gegnerinnen, Lesben und und und, entrechtet, zwangssterilisiert, in Konzentrationslager verschleppt, medizinischen Experimenten unterzogen und millionenfach ermordet. Wer diesen Gegensatz unter der Kategorie „Frauen“ ausblendet, schreibt nicht über „Frauen im Nationalsozialismus.“ Er/Sie schreibt über die Privilegierung einer rassisch definierten Minderheit und erklärt sie anschliessend zur allgemeinen Frauengeschichte.

Ebenso unerquicklich ist die Behauptung, die Nationalsozialisten hätten ein «traditionelles Frauenbild» vertreten. Nein. Genau das ist historisch falsch. Die Nationalsozialisten waren in ihrer Frauenpolitik keineswegs restaurativ. Sie waren revolutionär. Sie machten den weiblichen Körper zum Gegenstand einer bis dahin ungekannten staatlichen Biopolitik. Nicht die Frau interessierte sie, sondern ihre reproduktive Funktion. Nicht Mutterschaft, sondern Bevölkerungspolitik. Nicht Familie, sondern Eugenik. Das sogenannte Mutterkreuz war deshalb keine Ehrung der Mutterschaft, sondern eine staatliche Auszeichnung für die Produktion rassisch erwünschter Kinder. Ideologie entschied darüber, welche Schwangerschaft gefeiert und welche vernichtet wurde.

Gerade deshalb wirkt es befremdlich, wenn ausgerechnet Hans-Ulrich Wehlers Formulierung einer «indirekten Emanzipationsförderung» unkritisch wiederholt wird. Frauen arbeiteten im Krieg nicht deshalb ausser Haus, weil die Nationalsozialisten plötzlich emanzipatorisch geworden wären, sondern weil der totale Krieg Arbeitskräfte verschlang. Von Emanzipation zu sprechen, wo Zwang, Vernichtung und totale staatliche Kontrolle herrschten, verharmlost die Logik eines Regimes, das Leben nach biologischen Kategorien organisierte.

Der eigentliche blinde Fleck solcher Artikel liegt jedoch tiefer. Sie sprechen ständig von «Frauen», ohne zu fragen, wie Ideologien Frauen überhaupt erst definieren. Genau darin lag die Radikalität des Nationalsozialismus. Frau war keine anthropologische, sondern eine politische Kategorie. Wer zur richtigen Rasse gehörte, wurde zur Mutter verklärt. Wer nicht dazugehörte, wurde vernichtet. Der Begriff «Frau» bedeutete im Nationalsozialismus niemals dasselbe für alle Frauen.

Diese Einsicht ist auch deshalb bedeutsam, weil Sprache bis heute Wirklichkeit schafft. Begriffe sind nie unschuldig. Sie ordnen die Welt, lange bevor Gesetze oder Institutionen handeln. Wenn heute selbstverständlich von «Reproduktion», «genetischem Material», «Matching», «Eizellspende», «Leihmutterschaft» oder «optimierten Embryonen» gesprochen wird, lohnt sich ein genauer Blick auf die Sprache. Denn auch hier werden Frauen zunehmend über ihre reproduktive Funktion definiert. Eine Frau, die vierzig Wochen ein Kind unter ihrem Herzen trägt und zur Welt bringt, ist keine «Leihmutter». Sie ist Mutter. Der Begriff «Leihmutter» beschreibt keinen biologischen Sachverhalt, sondern eine juristische und ökonomische Konstruktion, die Mutterschaft sprachlich neu codiert.

Zwischen der nationalsozialistischen Rassenpolitik und den bioethischen Debatten der Gegenwart bestehen selbstverständlich fundamentale historische Unterschiede. Wer Geschichte ernst nimmt, verwischt diese Unterschiede nicht. Doch ebenso wenig darf übersehen werden, dass Ideologien immer zuerst an der Sprache arbeiten. Sie verändern Begriffe, bis die Wirklichkeit anders erscheint. Genau deshalb genügt es nicht, Grossmütter nachträglich in Täterinnen oder Mitläuferinnen einzuteilen. Historische Aufklärung beginnt nicht mit moralischen Etiketten. Sie beginnt mit der Analyse jener Begriffe, durch die Macht den Menschen überhaupt erst definiert.

Wer 2026 über „Frauen im Nationalsozialismus“ schreibt, betreibt ideologische Reproduktion, klischiert Geschichte und verharmlost die biopolitische Gegenwart, die gerade in sog. progressiven Kreisen ihr entsetzliches Unwesen treibt.

Regula Staempfli: CODIERTE REPRODUKTION. FALL SPAHN UND DAS VERSAGEN VON WISSENSCHAFT, MEDIEN UND PHILOSOPHIE. ALTER ESSAY, NEUE ERGÄNZUNGEN. ARTIKEL zu codierten Frauen: “Heute besonders günstig. Frauenfleisch. Ein verführerisches Kiloangebot.” Der Essay wurde zwei Jahre VOR JENS SPAHNS SOG “LEIHMUTTERSCHAFT” (der Begriff lügt schon, es gibt nur Mutterschaft) geschrieben. Es geht um Codierung, Menschenbilder und Frauen-wie Kinderausbeutung.

Hier direkt zum PDF des ARTIKELS AUS DEM JAHRE 2024. https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2026/07/ensuite_257_Mai_2024-Regula.pdf

Update und Copyright. by Regula Stämpfli im Juli 2026: “Codierte Reproduktion – oder: Warum Leihmutterschaft mehr ist als ein moralisches Problem

Die Debatte über Jens Spahn, Leihmutterschaft und den verständlichen Kinderwunsch homosexueller Paare wird in Medien und an den Universitäten mit erstaunlicher Urteilslosigkeit geführt. Personalisierung ersetzt Denken. Wer Kritik an der Leihmutterschaft übt, gilt als homophob. Wer sie verteidigt, gilt als fortschrittlich. Genau diese binäre Mechanik verhindert die entscheidende Frage: Was geschieht mit unserem Menschenbild, wenn Schwangerschaft zum Gegenstand eines Vertrages wird? Seit Jahren, 2016 um genau zu sein, ist Regula Stämpfli involviert in den weltweiten Kampf gegen die sog. Leihmutterschaft. Die Verträge, die Agenturen, die medizinischen Vorgaben, die ökonomischen Abhängigkeiten und die globale Logistik reproduktiver Dienstleistungen sind keine Randerscheinungen. Sie bilden längst einen milliardenschweren Markt.

Wir befinden uns in einer digitalen Revolution, die alles verändert. Sie verändert unsere Sprache, unsere Institutionen und schließlich unser Denken. Schwangerschaft erscheint nicht länger als leibliches Beziehungsgeschehen zwischen Mutter und Kind, sondern als steuerbarer biologischer Prozess. Aus einer Frau wird eine reproduktive Ressource. Aus dem Kind wird das Ergebnis eines planbaren Herstellungsprozesses. Aus Elternschaft wird ein Bündel einklagbarer Ansprüche.

Hier begegnen sich Biotechnologie und Digitalisierung.

Seit Jahren wird Künstliche Intelligenz als Bedrohung beschrieben, weil Maschinen angeblich menschlich werden könnten. Das ist eine faszinierende Erzählung – und möglicherweise die falsche. Die eigentliche Gefahr besteht nicht darin, dass Computer Gefühle entwickeln. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass Menschen beginnen, sich selbst nach der Logik der Maschine zu verstehen. Codierung ersetzt Erfahrung. Und vertragliche Verfügbarkeit ersetzt Beziehung: Wie beispielsweise der sog. “Leihmutterschaft.” Mutter-Kind-Beziehung über 40 Wochen ist kein automatischer, sondern ein höchst komplexer Prozess. Gefühle, Gerüche, Musik, Stimmen, der Klang der Welt wird 40 Wochen in einem Körper geteilt – egal ob die Eizelle und der Samen fremd sind (was übrigens zu furchtbaren und gefährlichen Gesundheitsschäden vor allem der Mutter führen kann, also die Fremdheit von Eizelle und Samen.)

Doch Medien, Universitäten, Politik legitimieren in einer selten dagewesenen Hybris die technische Reproduktion von Menschen. Dies nicht zuletzt, weil Menschen wie Maschinen zu argumentieren beginnen.

Die sog. Leihmutterschaft ist deshalb kein isoliertes bioethisches Thema. Sie gehört zur gleichen kulturellen Bewegung wie algorithmische Steuerung, datenbasierte Bewertung, Social Scoring und die vollständige Vermessung des Menschen. Immer steht dieselbe Vorstellung dahinter: Der Mensch ist letztlich ein organisierbares System. Was berechnet werden kann, kann geplant werden. Was geplant werden kann, kann produziert werden. Was produziert werden kann, kann gekauft werden. Seit Jahren nennt dies Regula Staempfli die codierte Reproduktion auf allen Ebenen. Computer, Codes ersetzen Politik, machen alles zur persönlichen Entscheidung, Meinung und reproduzierbaren Ideologie. So wird menschliche Fortpflanzung zunehmend in Codes, Verträge, Datenbanken, Qualitätskontrollen und globale Lieferketten übersetzt Die Sprache verrät den kulturellen Wandel. Es ist von genetischem Material die Rede, von Embryonenqualität, Erfolgsraten, Matching, Auswahlverfahren, Eizellprofilen und Wunschmerkmalen. Das Vokabular stammt längst nicht mehr aus der Anthropologie, sondern aus Logistik, Verwaltung und Datenmanagement.

Wer darin ausschliesslich individuelle Freiheit erkennt, unterschätzt die Macht kultureller Paradigmen. Denn Märkte verändern nicht nur unser Verhalten. Sie verändern unsere Vorstellung davon, was ein Mensch überhaupt ist. Deshalb greift auch die Gegenüberstellung von konservativ und progressiv zu kurz. Die entscheidende Trennlinie verläuft heute zwischen zwei Menschenbildern.

Das eine versteht den Menschen als leibliches Wesen, dessen Würde gerade dort beginnt, wo sich nicht alles kontrollieren, berechnen und verfügen lässt. Das andere macht aus Frauen und Kindern optimierbare Projekte (siehe auch Elon Musk und Peter Thiel). Diese Entwicklung betrifft uns alle. Denn dieselbe Logik, die den weiblichen Körper zur reproduktiven Infrastruktur macht, verwandelt auch Öffentlichkeit in Datenströme, Demokratie in Plattformarchitektur und Bürger in berechenbare Profile. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob Maschinen menschlicher werden. Die eigentliche Frage lautet, warum wir Menschen uns selbst immer häufiger als Maschinen begreifen.

Und genau darin liegt die grosse Herausforderung unserer Zeit.

Was wir lesen: Regula Staempfli ist Essayistin bei den grössten Kulturmagazinen & Zeitschriften im deutschsprachigen Raum. Hier ein heisser Tipp für die Sommerlektüre: Elfriede Hammerl. Gespräche, die ich nie geführt habe.

Frisch in der Die Weltwoche, Ausgabe 28 im Jahr 2026: Elfriede Hammerl, Gespräche, die ich nie geführt habe. Von Kremayr & Scheriau. Übertitelt wurde meine Empfehlung mit “Lächerliche Liebe”, was völlig falsch ist, denn es geht umd “Die grosse, ewige Liebe” und das Drama der heterosexuellen Frau.

Hier der volle Text, der im Magazin gekürzt werden musste und nochmals die wärmste Empfehlung: Lesen.

Elfriede Hammerl seziert mit kaltem Humor und einer boshaften Präzision. Wer gemeint hat, das Alter befreie Männlein und Weiblein vom lächerlichen Spiel der Liebe, des Begehrens und der Eitelkeit, wird in diesem Buch bekehrt. Leute, es geht weiter. Glücklicherweise etwas zivilisierter und es müssen keine kleinen Kinder mehr darunter leiden, aber grundsätzlich bleibt auch im Alter alles beim Alten. Die Gespräche, die Elfriede Hammerl nie geführt hat, sind so brillant, dass ich ihr auch noch im zehnten Band dabei zusehen würde, wie sie sie nicht führt. Hier eine Kostprobe:

ER:”Ich war Irina treu, aber doch nicht aus Mangel an Optionen.”

Sie: “Und Du meinst, die jungen Frauen sind wild auf einen älteren Zausel mit Bauch und Haarausfall?”

ER: “Ich habe jede Menge Haare” (…)

Sie: “Ja, in den Ohren. Und in der Nase.” Elfriede Hammerl dann weiter: „Stimmt, das ist grausam, und deshalb ist auch klar, dass ich dieses Gespräch nicht geführt habe. Aber: schade.” 

Tja. Diese Gespräche bleiben tabu, einverstanden. Aber das Buch von Elfriede Hammerl zeigt, dass selbst Männer realisieren, wie wenig interessant der Mann und wie umwerfend spannend die Frau ist….

Regula Staempfli/laStaempfli/Regula Stämpfli. Wenn der Staat zur Maschine wird. Regula Stämpfli mit den Stichworten EU, Globalisierung & Verwaltungskapitalismus. Mit Link zum Zehntausender Gespräch mit dem Schweizer Monat über das geplante Rahmenabkommen Schweiz -EU.

Wie der Staat zur Maschine wird – Regula Stämpfli, laStaempfli

Staat, NGOs und Agitprop codieren seit der Pandemie die Wirklichkeit um, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt. Sie erfinden neue Begriffe und nennen es Fortschritt: Aus „Frau“ wird ein „Mann, der sich Frau nennt“ und der Verkauf von Menschenfleisch wird zur harmlosen „Sexarbeit“ – wie skandalös zelebriert in einer Ausstellung des Landesmuseums zur „Erfahrung Schweiz“. Was früher parlamentarische Entscheidung war, ist heute Diktat. Brüssel bestimmt durch unverständliche supranationale Verordnungen unser Leben. Die Personenfreizügigkeit schränkt die direkte Demokratie massiv ein. Über EU-Gleichbehandlungsregeln und unkontrollierte Migration verliert die nationale Politik die Hoheit über ihre eigenen Sozial- und Rentenkassen. Die EU ist keine Demokratie mehr, sondern ein globales Versailles, das moralische Codes und übergriffige Regeln aufzwingt. Unsere Institutionen sind aktuell dran, diesen Wahnsinn zu perfektionieren. Nationale Parlamente sind nur noch Vollzugs- und Abnickungsorgane. Bürgerinnen und Bürger der EU- Mitgliedsländer verwandeln sich in Staatskapital, werden als Datensätze verwaltet, kontrolliert, überwacht und dienen nur noch als Steuerposten. Gleichzeitig fliesen Milliarden in EU-Transferleistungen, während die eigene nationale Infrastruktur verfällt.

„Newspeak“ oder “Codesprech” (laStaempfli) ist das Betriebssystem westlicher Verwaltungen geworden – man denke nur an das deutsche Selbstbestimmungsgesetz, welches das Grundgesetz des deutschen Staates in seinen Grundfesten erschüttert hat, doch die Regierung Merz immer noch beibehält. Dabei ist das Selbstbestimmungsgesetz das neue Sprechakt-Ermächtigungsgesetz, welches den Männern das Recht gibt (theoretisch auch den Frauen, aber Transmänner haben echt nichts zu sagen in diesem Horrorspiel), über Jahrhunderte erkämpfte gleiche Rechte für Frauen, Frauensport und Frauenräume zu zerstören und dabei vom Staat legitimiert zu werden

Codierter Verwaltungs- und Sprechaktkapitalismus sind die neuen politologischen Massstäbe einer antidemokratischen Massengesellschaft. Dieses System, gepuscht durch die Sprechakt-Ideologien wie kulturelle Vielfalt, Diversity, Anti-Rassismus etc. kategorisiert Menschen entlang ihrer Identität, Alter und Biologie – die neuse und extrem effizente Form des Feudalismus. Dieser zeigt sich übrigens auch in der sog. “Leihmutterschaft”: In Sklaven- und Feudalgesellschaften wurden Frauen dem Zwang zur Reproduktion unterworfen. Die LGBTQ+ Ideologie macht genau dies, mit der grossen, ja riesigen Unterstützung von Kulturinstitutionen, Medien und in Deutschland mit dem krassen Ermächtigungsgesetz für Antidemokraten, was Selbstbestimmungsgesetz heisst. Jede Freiheit des Politischen und Gestaltungsmöglichkeit des Politischen, wird erstickt. l

Die Lösung? Das System lässt sich nicht mehr reparieren, sondern muss durchbrochen werden. Wie diese Codierung funktioniert und warum nur noch radikale, paradoxe Interventionen helfen (wie sie Donald Trump in den USA verkörpert), beschreibt Regula Stämpfli in ihrem aufrüttelnden Werk „Trumpism. The Algorithmic Age“. https://x.com/laStaempfli/status/2075547122485657667?s=20

MEDIENMITTEILUNG und Audio-Aufzeichnung der Live-Pressekonferenz: “Komitee Transparenz” (Sama Schwarz, Valerian Maly, Regula Stämpfli) über die Berner Kulturpolitik und die Wahrung des Öffentlichkeitsprinzips. 26.6.2026.

Hier das Audiofile der Konferenz eins zu eins: Pressekonferenz, 26.6.2026 Komitee Transparenz fordert Aufklärung, Transparenz und ein öffentliches Stadt- Landgespräch über die Berner Kulturpolitik.

MEDIENMITTEILUNG

Das „Komitee Transparenz“ fordert Aufklärung, Transparenz und ein öffentliches Stadt- und Landgespräch über die Berner Kulturpolitik

Bern, 26. Juni 2026

An der heutigen Medienkonferenz hat das Komitee Transparenz seine Bedenken zum Umgang der Stadt Bern mit mehreren Einsichts- und Auskunftsbegehren dargelegt. Im Zentrum stehen weder kulturpolitische Geschmacksfragen noch persönliche Auseinandersetzungen. Im Zentrum steht die demokratische Grundfrage, ob öffentliche Behörden ihrer gesetzlichen Auskunfts- und Rechenschaftspflicht nachkommen und ob das Öffentlichkeitsprinzip tatsächlich gewährleistet wird.

Ausgangspunkt sind mehrere voneinander unabhängige Einsichts- und Auskunftsbegehren sowie parlamentarische Vorstösse zur Ausschreibung der Dampfzentrale Bern. Die Eingaben befassen sich mit denselben Kernfragen: Wurden mögliche personelle und institutionelle Verflechtungen zwischen Bewerbungen geprüft? Wurden Vorentscheide ausgeschlossen? Welche Unterlagen dokumentieren diese Prüfungen? Weshalb wurden zentrale Besprechungen nicht protokolliert? Und weshalb wurden zahlreiche Nachfragen während Monaten entweder nicht beantwortet oder als «nicht zielführend» bezeichnet?

Während mehr als sechs Monaten erhielten die Gesuchsteller keine substantiellen Antworten. Erst wenige Tage vor der Medienkonferenz stellte die Stadt Bern zwei Mitgliedern des Komitees Transparenz umfangreiche Akten zu. Das Komitee Transparenz begrüsst ausdrücklich, dass inzwischen eine erste Reaktion der Behörden vorliegt. Gleichzeitig hält es fest:

Eine Antwort ist noch keine Aufklärung und genügt dem Öffentlichkeitsprinzip nicht per se.

Denn nach Auffassung des Komitee Transparenz bleiben wesentliche Fragen unbeantwortet. Die übermittelten Unterlagen enthalten überwiegend bereits bekannte oder öffentlich zugängliche Dokumente, ohne die zentralen Fragen nach Entscheidungsprozessen, Dokumentation und institutioneller Verantwortung und Verflechtung abschliessend zu beantworten.

An der Medienkonferenz wurde zudem darauf hingewiesen, dass sich insgesamt fünf voneinander unabhängige Verfahren überschneiden: mehrere Gesuche nach Transparenz im Sinne des Öffentlichkeitsgesetz sowie parlamentarische Vorstösse und journalistische Recherchen wurden lange nicht oder nur unzureichend beantwortet. Gerade diese Häufung von Gesuchen nach Einsicht begründet nach Auffassung des Komitee Transparenz ein erhebliches öffentliches Interesse an einer nachvollziehbaren Aufarbeitung.

Über den konkreten Vergabefall hinaus versteht das Komitee Transparenz die Entwicklungen in Bern als Anlass für ein längst überfälliges öffentliches Stadtgespräch.

Im Zentrum steht nämlich auch die Frage, wie sich hegemoniale kulturpolitische Narrative auf Institutionen, Verfahren und demokratische Kontrolle auswirken. Nach Auffassung des Komitees haben sich in Teilen der Berner Kulturpolitik politische Deutungsmuster verfestigt, die zunehmend institutionelle Entscheidungsprozesse prägen. Wo personelle Netzwerke, politische Narrative und öffentliche Förderentscheide eng ineinandergreifen, besteht die Gefahr, dass Transparenz, Wettbewerb, Pluralismus und rechtsstaatliche Verfahren geschwächt werden.

Diese Entwicklung betrifft längst nicht mehr nur kulturpolitische Debatten. Sie berührt Grundfragen demokratischer Öffentlichkeit und kann – wie aktuelle politische Vorstösse auf kantonaler Ebene zeigen – bis in sicherheitspolitische Fragestellungen hineinwirken.

So hat etwa der Grosse Rat des Kantons Bern am 4. Juni 2026 eine Motion für ein Antifa-Verbot überwiesen, die nun an den Bund weitergeleitet wird – nach Auffassung des Komitees ein Beispiel dafür, wie eine überzogene Ideologisierung der lokalen Kulturpolitik bis in kantonale und nationale sicherheitspolitische Entscheide ausstrahlen kann.

Kulturpolitik ist deshalb keine Nische. Sie ist Teil der demokratischen Infrastruktur einer offenen Gesellschaft.

An der Medienkonferenz kamen zudem zahlreiche Berichte über Einschüchterungen, Drohungen, Ausgrenzungen, Sanktionierungen im Kulturbereich zur Sprache. Das Spektrum reicht von dokumentierten physischen Übergriffen und strafrechtlich geahndeten Vorfällen bis hin zu psychischem Druck, beruflicher Ausgrenzung, administrativer Zermürbung und einer Atmosphäre der Angst, die nach Aussagen zahlreicher Kulturschaffender zunehmend das öffentliche Klima prägt. Nach Auffassung des Komitees dürfen solche Entwicklungen weder tabuisiert noch individualisiert werden. Sie verdienen eine öffentliche demokratische Debatte.

Das Komitee Transparenz betont ausdrücklich, dass Demokratie nicht davon lebt, dass alle dieselben Narrative teilen. Demokratie lebt davon, dass Institutionen auch dann rechtsstaatlich funktionieren, wenn unterschiedliche politische und kulturelle Auffassungen miteinander konkurrieren. Gerade deshalb müssen Öffentlichkeit, Transparenz und demokratische Kontrolle gestärkt und nicht geschwächt werden.

Das Komitee Transparenz fordert deshalb:

  • die vollständige Beantwortung sämtlicher hängiger Einsichts- und Auskunftsbegehren;
  • die Offenlegung der tatsächlich vorgenommenen Prüfungen zu personellen und institutionellen Verflechtungen beziehungsweise – falls solche Prüfungen nicht erfolgt sind – eine klare Erklärung gegenüber der Öffentlichkeit;
  • vollständige Transparenz über die Dokumentation behördlicher Entscheidungsprozesse;
  • den uneingeschränkten Zugang der Medien zu den relevanten Unterlagen, damit eine unabhängige journalistische Aufarbeitung möglich wird;
  • sowie ein breites öffentliches Stadtgespräch über Transparenz, demokratische Kultur, institutionelle Verantwortung, dokumentierte physische und psychische Übergriffe sowie die Auswirkungen hegemonialer Narrative auf die politische Kultur der Stadt Bern.

Das Komitee wird die weiteren Verfahren aufmerksam begleiten und sich weiterhin für Transparenz, rechtsstaatliche Verfahren, demokratische Öffentlichkeit und die Freiheit von Kunst, Wissenschaft und Journalismus einsetzen.

Hinweis an die Medien

Die in der Medienkonferenz erwähnten Dokumente – unter anderem die Kommunikationskette der Stadt Bern mit dem kurdischen Kulturverein, der geschwärzte Strafbefehl, die eingereichten Einsichts- und Auskunftsbegehren sowie Hintergrundberichte anderer Medien – können beim Komitee Transparenz angefordert und eingesehen werden.

Anfragen bitte an:

auskunftsbegehrenbern@gmail.com