Am 16.6.2026 war Regula Stämpfli in Wien zur Live-Sendung “Puls 4.” Jean Asselborn und Sandra Navidi waren die sehr lauten, sehr klischeefixierten und unter dem Trump Derangement-Syndrom leidenden Kontrahenten von George Weinberg und Regula Staempfli. Ursula Plassnik war die Diplomatin in der Runde. Ein Gespräch, das visuell fast mehr sagte als die Diskussion. War spannend. Hier der Sendetext:
Iran-Deal und Käfig-Kampf: Hat Trumps Show-Politik Erfolg? „Pro und Contra“ heute um 22:20 Uhr auf PULS 4 & JOYN
Hochkarätige Runde mit Jean Asselborn, Ursula Plassnik, Sandra Navidi & Co. Danach bei „Breaking Media“: Medienmanager Gerhard Zeiler im Interview zur ORF-Zukunft.
Wien (OTS) –
Mitten in den Feierlichkeiten zu seinem 80. Geburtstag und dem 250-jährigen Jubiläum der US-Unabhängigkeit verkündete Donald Trump überraschend eine Absichtserklärung zur Beendigung des Iran-Krieges. Einmal mehr schafft der US-Präsident im Alleingang Fakten und zwingt gleichzeitig die Staatengemeinschaft zum Handeln. Seine „America First“-Doktrin drängt die Europäische Union nun endgültig zu einer drastischen, eigenständigen Aufrüstung, um die eigene Sicherheit zu garantieren.
Diese harte Machtpolitik betrifft längst den Alltag der Menschen hierzulande – von der Energiesicherheit bis zu den Preisen an den Kassen. Wie sehr verändert Trump die Weltpolitik nachhaltig? Und was bedeutet diese neue Realpolitik konkret für Österreich? Darüber diskutieren bei Moderatorin Manuela Raidl:
Jean Asselborn: Langjähriger Außenminister von Luxemburg
Ursula Plassnik: Ehemalige österreichische Außenministerin und Diplomatin, ÖVP
Sandra Navidi: Deutsch-amerikanische Juristin und Finanzexpertin
George Weinberg: Geschäftsführer der „Republicans Overseas“ in Deutschland
Regula Stämpfli: Politphilosophin, USA-Expertin (Trumpism. The Algorithmic Age.)
Bildschirmfoto aus der Sendung PULS 4 mit Politphilosophin Regula Stämpfli zu den USA.
Die Thesen zur Vorbereitung zur Sendung von Dr.phil. Regula Staempfli:
These 1: Trump ist keine Ursache, sondern eine Reaktion
Trump ist die politische Fehlermeldung eines Systems, das über Jahre reale Probleme ignoriert hat. Wenn Millionen Wähler trotz aller Skandale Trump wählen, muss man die Wähler ernst nehmen und nicht nur Trump dämonisieren.
These 2: Die grösste Gefahr für Demokratien ist nicht Trump, sondern Wirklichkeitsverlust
Die letzten zehn Jahre waren geprägt von Symbolpolitik, Sprachpolitik und Identitätspolitik. Viele Bürger hatten das Gefühl, dass über Pronomen gesprochen wird, während Inflation, Wohnkosten, Migration und Sicherheit ungelöst bleiben.
These 3: Frauen haben den Kulturkampf früher verstanden als viele Eliten
Die Debatte um Frauenräume, Frauensport und die Definition von Geschlecht wurde von Medien oft als Randthema behandelt. Für viele Frauen war sie jedoch zentral. Gerade hier zeigt sich die Distanz zwischen Institutionen und Bevölkerung.
These 4: Migration ist auch ein Frauenthema
Migration betrifft nicht nur Arbeitsmärkte und Sozialstaaten. Sie betrifft Sicherheit, Schulen, Integration und öffentliche Räume. Wer diese Themen tabuisiert, stärkt nicht die Demokratie, sondern die Populisten.
These 5: Der Iran und der Islamismus sind reale geopolitische Herausforderungen
Der Westen diskutiert obsessiv über Trump, während autoritäre Regime und islamistische Bewegungen langfristig die eigentliche Herausforderung darstellen. Die iranische Revolution exportiert seit Jahrzehnten Ideologie, Terrornetzwerke und Instabilität.
These 6: Die Linke hat ihre soziale Basis teilweise verloren
Historisch standen Sozialdemokraten für Arbeiter, Löhne, Infrastruktur und sozialen Aufstieg. Heute beschäftigen sich viele linke Parteien stärker mit kulturellen Symbolfragen. Dadurch entstand ein Vakuum, das Trump besetzen konnte.
These 7: Die Medien haben aus Trump ein Geschäftsmodell gemacht
Trump verkauft Einschaltquoten. Viele Medien profitieren wirtschaftlich von permanenter Empörung. Dadurch wird jede Nachricht zu einer Trump-Geschichte, während strukturelle Themen untergehen.
These 8: Europa sollte Trump nicht kopieren, sondern verstehen
Trump zeigt die Symptome westlicher Demokratien. Europas Aufgabe ist nicht die Amerikanisierung der Politik, sondern die Rückkehr zu guter Verwaltung, funktionierenden Institutionen und demokratischer Urteilskraft.
These 9: Die Generation nach Woke sucht wieder Wirklichkeit
Viele junge Menschen haben genug von moralischer Selbstinszenierung. Sie wollen Arbeit, Wohnungen, Familiengründung, Sicherheit, Technologie und Wachstum. Das ist keine rechte Sehnsucht, sondern eine sehr menschliche.
These 10: Die eigentliche Frage lautet nicht „Sind die USA noch zu retten?“
Die eigentliche Frage lautet:
Warum vertrauen so viele Menschen ihren politischen, medialen und akademischen Eliten nicht mehr? Trump ist die Antwort auf diese Vertrauenskrise, nicht ihr Ursprung
Pornokratie & Epstein, Essay von Regula Staempfli März 2026 im Ensuite.
CV: PD Dr. Regula Stämpfli ist Politphilosophin, Bestsellerautorin, Publizistin und KI-Forensikerin. Sie lehrte viele Jahre an der Schweizer Journalistenschule. leitete jahrelang als Intendantin das IFG ULM (International Forum for Design), ist bis heute als unabhängige wissenschaftliche Expertin für die EU-Kommission gelistet, begründete an der Universität St. Gallen die Hannah Arendt Lectures, die sie bis 2025 leitete. 2021 wurde sie zu den wichtigsten Intellektuellen der Schweiz gezählt; als „Lara Croft der Politologie“ verbindet laStaempfli politische Theorie mit publizistischer Streitlust und digitaler Gegenwartsanalyse – dazu gibt es Kolumnen und die Essays in ENSUITE und Weiterdenken Quarterly. 2025 erhielt sie gemeinsam mit Dr. Isabel Rohner den Frauenheldinnen-Preis für „Die Podcastin“, den feministischen Wochenrückblick für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Regula Stämpfli ist Mutter dreier erwachsener Kinder und lebt in München.
Frau Stämpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen? Interview für Corrigenda: Lukas Steinwandter fragt Politphilosophin Regula Staempfli. 13.8.2026
Frau Stämpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen?
Ein US-Bundesstaat erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt. Linke und Feministinnen jubeln, Konservative sind empört. Doch so einfach ist es nicht: Regula Stämpfli ist progressiv, gebildet und feministisch. Und kritisiert das neue Gesetz scharf. Im Interview erklärt sie, warum das sehr wohl zusammenpasst.
Von Lukas SteinwandterEin US-Bundesstaat erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt. Linke und Feministinnen jubeln, Konservative sind empört. Doch so einfach ist es nicht: Regula Stämpfli ist progressiv, gebildet und feministisch. Und kritisiert das neue Gesetz scharf. Im Interview erklärt sie, warum das sehr wohl zusammenpasst.
Einleitung: Der kurze Clip sorgt für Fassungslosigkeit, Kopfschütteln und Entsetzen – und Wut.Die Gouverneurin des US-Bundestaats Massachusetts, Maura Healey (Demokratische Partei), unterzeichnet am Montag im State House in Boston den „Prioritizing Patient Access to Care Act“ (H.5595). Das harmlos klingende Gesetz hebt die bisherige 24-Wochen-Frist für Abtreibungen auf und erlaubt sie bis zur Geburt, sofern ein Arzt ein entsprechendes „fachliches Urteil“ abgibt.
Neben Healey, die angeblich katholisch ist und vor zwei Jahren noch schrieb, ihr lägen die Schwächsten am Herzen, befinden sich rund ein Dutzend weiterer Frauen in dem Regierungsbüro, darunter Ärzte und Abtreibungsaktivisten. Nachdem die Politikerin die Unterschrift gesetzt hat, lachen und klatschen die Frauen, was nicht nur unter Christen und Lebensschützern für Empörung gesorgt hat
Bereits vor der neuen Regelung waren Abtreibungen nach der 24. Schwangerschaftswoche möglich. Allerdings mussten dafür bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Ein Arzt musste beispielsweise feststellen, dass der „Schwangerschaftsabbruch“ zur Erhaltung des Lebens der Frau oder ihrer psychischen und physischen Gesundheit notwendig ist. Diese Bedingungen sind nun weggefallen.
„Als Gouverneurin verspreche ich: Ganz gleich, was Donald Trump oder die Republikaner im Kongress oder am Obersten Gerichtshof tun, wir werden dafür sorgen, dass Frauen ihre eigenen Entscheidungen in ihrer Gesundheitsversorgung treffen können – und nicht die Regierung“, sagte Healey. Und die Gouverneurin versprach: „Abtreibungen werden hier in Massachusetts weiterhin sicher, legal und zugänglich sein.“
In sozialen und klassischen Medien feierten linke und feministischeGruppen das Gesetz. Konservative äußerten schwere Kritik. Aber nicht nur sie. Denn es gibt auch Feministinnen, die ein tiefes Störgefühl haben angesichts der sich brutal ausbreitenden Kultur des Todes. Eine von ihnen ist die promovierte Historikerin und Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli.
Die Schweizerin ist Privatdozentin, Kolumnistin, Designerin und betreibt zusammen mit Isabel Rohner den feministischen Wochenrückblick „Die Podcastin“. Im Interview mit Corrigenda erklärt die in München lebende Autorin, warum sie als progressive Frau und Feministin für das Lebensrecht ungeborener Kinder und gegen eine nur vermeintlich liberale Politik ist, wie sie von den Demokraten in den USA gerade gemacht wird.
Frau Staempfli, Sie bezeichnen sich als feministisch und progressiv, sind aber pro life. Wie passt das zusammen?
Es ist total logisch! Frauen kämpfen seit Jahrhunderten dafür, Frauen und Kinder vor Gewalt, Ausbeutung, Vergewaltigung, Mord und ökonomischer Sklaverei zu beschützen. Lassen Sie sich von den sogenannten neuen Feministinnen nicht verwirren! Die haben so viel mit Feminismus zu tun wie der Islamismus mit der Katholischen Kirche! (lacht) Ich stehe in einer langen Tradition von Frauen, die sich weigern, Schwangerschaft, Mutterschaft und Kinder den Mächtigen zu überlassen. Früher waren dies die Adeligen, heute ist es eine neue technokratische Elite und eine Gesundheitsindustrie, deren Optimierungszwang in vielen Fällen zu einem regelrechten Totenkult mutiert ist. Eine wirklich fortschrittliche und feministische Gesellschaft huldigt der Mutterschaft und behandelt sie nicht als Optimierungs- und Störfall.
Wie kommen Sie mit dieser Position bei anderen Feministinnen an?
(lacht) Wie kommen Sie als Pro-Life-Journalist bei Ihren vornehmlich linken Kollegen an? Frauen werden nur in der Unterdrückung zu einer Kategorie. Ansonsten sind Frauen immer vielstimmig. Heute machen Medien, Unis und Kultureliten ausgerechnet die Abtreibung zum feministischen Loyalitätstest. Dies ist ideologisch verblendet, unerquicklich misogyn und außerordentlich dumm. Mit Frauen- und Kinderschutz hat das woke Geschrei rund um den „Feminismus“ eh schon lange nichts mehr zu tun. Es geht mit der Abtreibung bis zur Geburt auch nicht um politisch links oder rechts, sondern es geht um die Abtreibung des würdigen, liberalen, freiheitlichen und in Demokratien geschützten Menschenlebens.
„Die Frau ist. Nur noch ‘Warenträgerin’ – das kennen wir aus kommunistischen Ländern“
Am Montag hat die demokratische Gouverneurin von Massachusetts, Maura Healey, unter großem Applaus und Lachen ein Gesetz unterzeichnet, das keine gesetzliche zeitliche Obergrenze für Abtreibungen mehr vorsieht. Sie sprechen von „industrieller Qualitätskontrolle“. Warum?
Weil es genau das ist. Das werdende Kind wird zwischen Arzt und „Auftraggeber“ verhandelt. Das neue Gesetz, von Dutzenden von ideologisch verblendeten Frauen beklatscht, ist der Triumph der biopolitischen Logik, den Menschen zur ökonomischen Verfügungsmasse zu erklären. Das Kind wird zu „Menschenfleisch-Daten“ und entsprechend gültiger medizinischer und sozial kompatibler Praxis abgetrieben oder geboren. Die Frau ist in diesem Zusammenhang nur „Warenträgerin“.
Dies kennen wir übrigens auch aus den kommunistischen Ländern, wo Kinder aus ideologischen Gründen massenweise abgetrieben, und nach der Geburt, ebenfalls aus ideologischen Gründen, sofort als sogenannte „Wochenkinder“ den Eltern entrissen wurden. Dass die Unterzeichnung eines solchen Gesetzes mit Lachen und Applaus von Frauen inszeniert wird, halte ich für eine nihilistische Entgleisung. Selbst wer Abtreibungsrechte verteidigt, müsste angesichts einer Abtreibung im letzten Schwangerschaftsdrittel verstummen. Eine Gesellschaft, die hier jubelt, hat ihr Gewissen entfernt.
Sie sagen, Mütter würden zu „Sklaven eines Gesundheitsmarktes“, der Mutterschaft zur Dienstleistungstätigkeit pervertiere. Kinder würden zu Produkten. Was meinen Sie damit?
Exakt das, was ich sage. Schauen Sie auf die semantischen Verschiebungen der vergangenen Jahre. Mütter werden u.a. von ARD, ZDF, WDR, SRF, ORF etc. nicht mehr Mütter genannt. Oder Schwangere als schwangere Frauen bezeichnet. Weshalb? So entledigt sich die neue globale Medien-, Kultur- und Wissenschaftselite der Leiblichkeit des Menschen. Gemäß herrschender Sprechaktideologie gibt es keine Körper oder gar Menschenseelen, sondern verwertbare Fleischstücke, die auf dem kapitalistischen Markt der Influencer, Selfies, „Ich Ich Ich“-Religionen wie zum Beispiel „Only Fans“ verkauft werden können. Menschen sind keine Lebewesen mehr, sondern codierte Kategorien – hören Sie doch endlich mal dem Jargon der Zoomer richtig zu! In meiner Vorlesungsreihe „Hannah Arendt Lectures“ traf ich bspw. auf Studentinnen, die außer ihrer Produktidentität nichts anderes mehr kannten. Sie wussten nicht, wer sie waren oder wer sie sein könnten – aber ihren Marktwert kannten sie auf die zweite Kommastelle genau.
Es ist entsetzlich und selbst die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich vergangenes Jahr zu einer Revision von Paragraf 218 Strafgesetzbuch bekannt, ohne zu realisieren, welchen ethischen Rückschritt dies für uns alle bedeuten würde.
„Abtreibung ist keine Freiheit, sondern aus der Not geboren. Auch heute noch“ Regula Stämpfli.
Ist Abtreibung, die von vielen Feministinnen als Selbstbestimmung glorifiziert wird, nicht genau das, was Generationen von Feministinnen wollten?
Das war doch eine ganz andere Zeit als heute! Die große französische Politikerin Simone Veil, Auschwitz-Überlebende und damalige französische Ministerin, hat 1974 für die Entkriminalisierung der Abtreibung gekämpft. Sie argumentierte, dass keine einzige Frau leichten Herzens abtreibt. Dass Abtreibung keine Freiheit ist, sondern immer aus der Not geboren ist. Dies ist übrigens auch heute noch so. Das, was in Massachusetts unter „Abtreibung“ propagiert und beklatscht wird, ist Warenpolitik im Menschenfleischpark. Das hat schon längst nichts mehr mit dem Recht von Frauen in Notlagen zu tun, nicht in den Hinterzimmern einer Engelsmacherin zu verbluten.
Dieses Zitat von Ihnen könnte auch von einem Papst stammen: „Der Mensch wird nur noch nach seiner künftigen ökonomischen Produktivität und Fehlerfreiheit bemessen.“ Sie sprechen damit eugenische Abtreibungen an. Die Mehrzahl der abgetriebenen Kinder ist jedoch gesund.
Das widerlegt meine Kritik nicht. Es erweitert sie. Bei diagnostizierbaren Krankheiten oder Behinderungen tritt die Selektionslogik einfach besonders brutal hervor. Bei gesunden Kindern greift dieselbe Verwertungslogik auf einer anderen Ebene: Passt dieses Kind zu meinem Partner, meinem Studium, meiner Karriere, meinem Zeitplan, meinem Lebensentwurf?
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Das Kind wird nicht mehr als neues Gegenüber begriffen, sondern als kalkulierbares Projekt. Es gilt als Störung, weil das schützende Umfeld aus Tanten, Großmüttern, Schwestern, Nachbarinnen und gelebter Großfamilie weitgehend verschwunden ist. Der neoliberale Mensch soll autonom sein – also allein. Und was allein nicht zu bewältigen ist, wird beseitigt oder an einen Markt delegiert.
Wenn ein Papst diese Entwicklung ebenfalls erkennt, wird meine Analyse dadurch nicht falsch. Der Kampf gegen Eugenik und Menschenvermessung gehört weder der Kirche noch einer bestimmten politischen Seite. Er gehört allen, die Frauen und Kindern, den Menschen insgesamt, nicht auf Sprechakte, Codes, Fehlerfreiheit und Verwertbarkeit reduzieren wollen
Unbedingt. Beides gehört zur selben Verschiebung des Menschenbildes. Wir leben im Zeitalter der algorithmischen Reproduktion. Bei der Leihmutterschaft wird der Körper einer Frau als Produktionsort benutzt. Das Kind ist Gegenstand eines Vertrags. Bei der selektiven Abtreibung entscheidet die Qualitätskontrolle darüber, welches Leben den Erwartungen entspricht. Das eine Kind wird bestellt, das andere verworfen. Dazwischen liegen Tests, Verträge, Plattformen, Kliniken, Agenturen und sehr viel Geld. Ich spreche deshalb von Sklavenmutterschaft. Denn wo ein Mann (oder zwei Männer, das ist ja meist die Praxis) den Körper einer Frau für die Produktion eines Kindes beansprucht, verwandelt sich Mutterschaft in eine käufliche Dienstleistung und einen neuen Menschenfleischmarkt.
Isabel Rohner und Regula Staempfli würden weit lieber über Literatur, Kunst, Musik, Filme und die Heldinnen der Geschichte sprechen als über „Frauen im Sport“. Oder gar über Trans-Fragen. Ganz ehrlich. Doch solange Frauen erklären müssen, dass sie Lebewesen sind und keine sprachlichen Konstruktionen, kommen wir an dieser Debatte nicht vorbei. Wo Wirklichkeit durch Definitionen ersetzt wird, gerät nicht nur die Freiheit der Frauen in Gefahr, sondern die Urteilskraft einer ganzen Gesellschaft. Solange das deutsche Selbstbestimmungsgesetz demokratische Verfassungen bricht, müssen wir uns mit einer totalitären Sprechakt-Ideologie auseinandersetzen, die in Medien, Universitäten und Politik – getragen von einer von der Realität abgekoppelten Elite – immer weiter an Boden gewinnt.
Hier ein Beispiel aus den USA: Nehmen wir Sophie Cunningham. Gross, blond, athletisch, witzig, eine der besten Basketballerinnen der Welt. Sie begeistert Mädchen und Frauen, Jungen und Männer. Genau deshalb ist sie den Frauenhassern ein Dorn im Auge. Schon bevor sie auf eine ganz normale Journalistenfrage antwortete, sie wolle, dass Mädchen und Frauen im Sport sicher seien, setzte die Kampagne ein. Deutsche Medien, allen voran FAZ und taz, machten aus ihr eine „MAGA-Barbie“ – obwohl sie keine Republikanerin ist, die Partei nicht gewählt hat und allein durch eiserne Leistung dorthin gekommen ist, wo sie steht. Kurz darauf foulte sie eine schwarze Spielerin so hart, dass Cunningham wieder ihre Zähne ausgeschlagen kriegte. Die schwarze Spielerin twitterte voller Freude über das weisse Privileg, dass hier halt mal angegriffen wurde. Selbst die Trainerin von Sophie Cunningham (sie wird wohl bald ihren Posten verlieren…) meinte, ach, das müsse man halt im Basketball aushalten. Hier zeigt sich das Muster in Reinform: Hass auf Frauen, verbunden mit Hass auf alles Normale, verbunden mit einer spaltenden Rassenideologie, die von Medien, Kulturindustrie und Universitäten unermüdlich verbreitet wird, zerstört unser Zusammenleben, zerstört die Errungenschaften von Frauen, zerstört unsere Demokratie. Hier liegt der Zusammenhang zwischen sogenannten Kulturfragen, Digitalisierung, Empörungspolitik und der realen Entrechtung von Frauen.
In den letzten Jahren wurden westliche Frauen genötigt, Burka, Hijab und Niqab als „Mode“ und Ausdruck von Freiheit zu akzeptieren. Gleichzeitig werden Mädchen und Frauen darauf trainiert, Prostitution als „Sexarbeit“ zu feiern – als wäre der Verkauf des eigenen Körpers stundenlang an fremde Männer eine Tätigkeit wie Ballett. Im gleichen Atemzug wird ihnen eingeredet, es gebe so etwas wie „Leihmutterschaft“. Es gibt sie nicht. Es gibt Frauen, die aus wirtschaftlicher Not vierzig Wochen lang ein Kind unter ihrem Herzen tragen, das ihnen danach weggenommen wird. Durch Sprechakte werden diese biopolitischen Vorgänge salonfähig gemacht. Eine ideologisch verblendete Elite in Kultur und Medien pumpt diese lebensfremde Propaganda unablässig in den öffentlichen Raum.
Deshalb müssen wir über Frauen im Sport reden. Wenn biologische Männer vor laufenden Kameras Frauen halbtot schlagen können und dafür mit Goldmedaillen belohnt werden, dann geht es nicht um Sport. Dann geht es darum, die mühsam erkämpften Errungenschaften von Frauen im Sport systematisch rückgängig zu machen.
Regula Staempfli als KI Forensikerin. Hier die KI-generierte Fassung von Regula Staempfli mit Originalfrisur und Klamotten auf BaiRBIE.me – vor einigen Jahren der Superhit in der künstlichen Fotomontage.
Wikipedia war einmal eine schöne Geschichte. Wikipedia ist auch heute noch in vielen Bereichen unersetzlich, wertvoll und informativ. Wikipedia ist indessen zum politischen Schlachtfeld geworden, in welchem sich höchst einflussreiche Kräfte, eine radikale Minderheit, höchste Macht gesichert hat. Themen wie Trans, Israel, intellektuelle Frauen (es sei denn sie seien tot), werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen, extrem negativ, polarisierend, politisch abwertend, desinformativ durch Auslassungen, Framing, antisemitischen und misogynen Positionen, auf Wikipedia behandelt. “Sexarbeit” ist auf Wikipedia great, “Pornographie” noch besser und “Leihmutterschaft” soll unbedingt global legalisiert werden. Das Christentum und das Judentum verlieren gegen den Islam und den im Westen sehr beliebten Atheismus/Nihilismus. Es gibt mittlerweile hochrangige Studien, die die algorithmischen und reaktionären wie politisch extremen Wikipedia-Warriors aufzeigen und die für die Demokratie verheerenden Wirkungen.
Dies interessiert hier nicht. Hier interessiert nur das Berufsfeld der PD Dr. Regula Staempfli oder Regula Stämpfli, laStaempfli, der Gründerin der #HannahArendtLectures, der Erfinderin der Europäischen Bürgerinitiative – European Citizen Initative, der langjährigen Leiterin des Programms an der IFG “Designing Politics – the Politics of Design”, der langjährigen und erfolgreichsten Politik-Dozentin (Auslandjournalismus und politischer Journalismus) an der Schweizer Journalistenschule MAZ, der Bestsellerautorin und der Erfinderin des Algorithmen-Rates, der Social Media School, dem Social Pay for View, des “No Data without Representation”, der Code- Algorithmenverfassung für die Zukunft.
Wir leben in einer Zeit, in der Menschen immer seltener auf Gedanken reagieren und immer häufiger auf deren Herkunft. Kaum erscheint ein Text, eine Rede oder ein Interview, lautet die erste Frage nicht mehr: Ist das wahr? Oder: Ist das klug? Sondern: Wo wurde das gesagt?Die Plattform ersetzt den Gedanken. Wer im Deutschlandfunk spricht, gilt als seriös. Wer bei Kontrafunk auftritt, gilt als rechts. Wer auf X publiziert, wird anders gelesen als jemand auf Bluesky. Dass derselbe Gedanke auf einer anderen Plattform plötzlich eine andere Bedeutung erhält, zeigt bereits, wie weit sich die Öffentlichkeit von der Urteilskraft entfernt hat.
In einer demokratischen Öffentlichkeit geschieht genau das Gegenteil. Dort besitzen Gedanken zunächst einen Eigenwert. Sie werden geprüft, kritisiert, weiterentwickelt oder verworfen – unabhängig davon, auf welcher Bühne sie ausgesprochen wurden. Demokratie lebt davon, dass Argumente zirkulieren können. Nicht die Herkunft entscheidet über ihre Qualität, sondern ihre Überzeugungskraft. Die Aufklärung war deshalb nie eine Geschichte der richtigen Orte. Sie war eine Geschichte der besseren Argumente.
Die codierte Öffentlichkeit funktioniert anders. Sie bewertet nicht mehr den Gedanken, sondern den Kontext. Jeder Ort wird zu einem politischen Marker, jede Plattform zu einem moralischen Code, jede Einladung zu einem Bekenntnis. Der Mensch verschwindet hinter der Zuordnung. Aus Urteil wird Wiedererkennung. Aus Kritik wird Etikettierung. Wer einmal einem Lager zugeschrieben wurde, wird fortan über dieses Lager gelesen. Genau darin liegt die Macht des Codes: Er vereinfacht die Wirklichkeit, bis sie in bekannte Kategorien passt.
Das ist die radikale Veränderung der Demokratie. Denn Öffentlichkeit lebt von der Möglichkeit, dass ein Gedanke seinen Ort überschreiten kann. Wenn aber der Ort den Gedanken ersetzt, verliert die Öffentlichkeit ihre Beweglichkeit. Sie wird zu einem System geschlossener Resonanzräume, in denen nicht mehr gefragt wird, was gesagt wird, sondern wer es wo gesagt hat.
Deshalb ist die Freiheit des Denkens heute nicht nur die Freiheit, seine Meinung zu äussern. Sie ist die Freiheit, sich der Codierung durch Orte, Plattformen und Milieus zu entziehen. Ein Gedanke sollte die Kraft besitzen, Grenzen zu überschreiten. Sonst ist er keine Intervention in die Öffentlichkeit, sondern nur ein Echo der eigenen Gemeinschaft. copyright Regula Stämpfli, August 2026.
Deshalb hier die Ergänzung zu Wikipedia von PD Dr. phil/ Dipl. Coach Regula Stämpfli, laStaempfli, Regula Staempfli:
Regula Staempfli ist eine Schweizer Politphilosophin, Autorin und KI-Forensikerin. Sie zählt zu den eigenständigsten Stimmen im deutschsprachigen und US-amerikanischen Raum, wenn es um die Analyse von Macht, Medien und dem Wandel des Menschenbildes im digitalen Zeitalter geht.
Staempfli hat die Hannah-Arendt-Lectures begründet und fast ein Jahrzehnt an der HSG, Universität St. Gallen geleitet. Zwanzig Jahre lang unterrichtete sie Politik und Journalismus für Korresponendenten/EU an der Schweizer Journalistenschule MAZ. Über zehn Jahre leitete sie im Vorstand und als Intendanz das International Forum for Design IFG in Ulm – mehrere Publikationen und der Wettbewerb “Designing Politics – the Politics of Design” gehen auf ihre Initiative hin zurück. Für ihre historische Arbeiten zu “Frauen im Krieg” erhielt sie bedeutende universitäre Auszeichnungen, leitete den internationalen Kriegskongress. Als unabhängige Expertin der EU füllte sie jahrelang Expertisen im Rahmen des EU HORIZON WISSENSCHAFTSPROJET durch. laStaempfli ist in der Schweiz die bekannteste Kolumnistin und Essayistin – ihre Diskussionsbeiträge wirbeln regelmässig die deutschsprachige Öffentlichkeit auf. Regula Staempfli führte über Jahre erfolgreich den Future-Podcast von TA SWISS und leitet bis heute den “Art is a piece of Cake”, macht mit bei Sama Schwarz Kreativprojekten und Podcasts im Maison Future und ist Co-Leiterin/Co-Host & Co-Autorin des Bestseller-Podcasts “Die Podcastin” zusammen mit der ebenfalls preisgekrönten Dr. Isabel Rohner. Regula Staempfli ist Bestsellerautorin zweier Sachbücher und das “Trumpism. The Algorithmic Age” auf Amazon verteilt sich sehr gut in der Welt. Regula Stämpfli, Regula Staempfli ist regelmässig in Fernseh- und Printformaten mit Essays und Diskussionsbeiträgen präsent.
In den letzten Jahren hat Regula Staempfli ihr Profil um die “KI-Forensik” erweitert. Dabei versteht Regula Staempfli Künstliche Intelligenz nicht als Schreibautomat, nicht als dystopische Zukunftsgefahr, sondern als weitere menschliche und technische Fortentwicklung zwecks Veraenderung und Erweiterung von Denkstrukturen, narrativen Dramaturgien, politischen Reformen sowie eine politphilosophisch und technisch neuen Gesellschafts-Architektur. Muster und Urteilsvermögen verbinden sich bei Regula Staempfli in einer Person und in den von ihr programmierten Maschinen. Dies ergibt ein neues Berufsfeld, auf welchem Regula Staempfli, einmal mehr, zu den Vordenkerinnen ihrer Zeit gehört.
Mit diesem Ansatz verbindet Staempfli politische Philosophie, literarische Analyse und digitale Methodik zu einem neuen Berufsfeld: KI-FORENSIK.
Regula Stämpfli/ Regula Staempfli/ laStaempfli is a Swiss political philosopher, bestsellerin author, and AI forensic analyst. She is widely recognized as one of the most independent voices in the German-speaking world regarding power dynamics, media, and the digital transformation of humanity.
For nearly a decade, Stämpfli directed the Hannah Arendt Lectures, which she founded at the University of St. Gallen (HSG). She also spent twenty years teaching politics and journalism at the Swiss School of Journalism (MAZ). For over a decade, she also served on the board and as artistic director of the International Forum for Design (IFG) Ulm, where she launched the “Designing Politics – the Politics of Design” initiative. Her award-winning historical research on “Women in War” culminated in a major international congress. Additionally, she has contributed her expertise to the European Union’s Horizon research projects for several years.
As one of Switzerland’s most prominent columnists and essayists, her work consistently sparks public debate. Her creative endeavors include hosting the TA-SWISS Future Podcast, leading the project “Art is a Piece of Cake,” and collaborating with Sama Schwarz at Maison Future. She also co-hosts the bestselling podcast “Die Podcastin” alongside Dr. Isabel Rohner.
Stämpfli/Staempfli is the author of two bestselling non-fiction books, including Trumpism: The Algorithmic Age, which gained a wide international readership. Recently, she has pioneered the field of AI forensics. Rather than viewing artificial intelligence as a mere tool or a dystopian threat, she approaches it as an evolution of human and technical capacity. By blending pattern recognition with independent judgment, Stämpfli continues to shape the future of political, social, and cultural thought.
Die Podcastin als Homemaker: Isabel Rohner und Regula Staempfli mit dem Informationsfreiheitsgesetz, mediale Leerstellen punkto Islamismus, Defund Amnesty International, absurdes Stella-Theater und grossen Sparvorschlaegen (feministischen Reformpaketen) und einer Hymne an Bonnie Tyler.
“Nichts gegen Hausfrauen, ja? Ist das klar? Die wollen gute Musik hören, wenn sie arbeiten. Und ich fühle mich geehrt, wenn sie mir zuhören.” Bonnie Tyler, walisische Sängerin und Musikikone, gestorben am 8. Juli 2026 mit 75 Jahren
Regula Stämpfli und Isabel Rohner würdigen Bonnie Tyler – und sie würdigen die Hausarbeit, die auch viele ihrer Hörerinnen erledigen, während sie dem sprechenden Denken von LaStämpfli und Rohnerin lauschen. laStaempfli kommt mit starken Haushaltstipps.
Entbürokratisierung, ja bitte! Aber nicht auf Kosten der Bürgerrechte – sondern auf Kosten der Staatsausgaben! Die Rohnerin erklärt: Die angekündigte Novellierung des Informationsfreiheitsgesetzes durch die deutsche Bundesregierung ist das Gegenteil von Entbürokratisierung! Hier sollen Rechtsansprüche von Bürgerinnen und Bürgern beschnitten werden. Gut, dass die Medien dies auch langsam thematisieren, wo sie die ersten Tage nach Verkündigung des 34-Punkte-Plans so sehr mit dem Ablenkungsthema “Krankschreibung ab dem 1. Tag” beschäftigt waren…
Ideologie versus Realität:
Das Berliner Ensemble in Berlin feiert Goethes feuchten Traum “Stella” aus dem Jahr 1775 als Beispiel für “Queere Liebe”. Warum? Weil “queer” nichts anderes heißt als “männerzentriert”. Achtet mal darauf! Ein Mann mit mehreren Frauen wird als hipp und “queer” gelabelt. Da freuen sich doch die Islamisten! Wie lange wird es dauern, bis auch deren Viel-Ehe-Konzepte von den verblendeten Menschen im Westen als innovativ und QUEER gefeiert werden? Und zwar voll auf Kosten der Frauen.
Amnesty International UK hat diese Woche einen Bericht über “A growing threat” veröffentlicht – wachsende Bedrohungen. Aber auch sie meinen damit nicht etwa die islamistische Gefahr für Demokratie und Frieden. Nein! Sie meinen damit Organisationen, die es wagen, sich für die Rechte von Mädchen und Frauen, von Lesben und Homosexuellen einzusetzen. Im Bericht werden u.a. die LGB Alliance, For Women Scotland oder auch ein privat finanziertes Frauenhaus als “growing threat” gebrandmarkt. Unfassbar. Und noch ein Grund – neben den antisemitischen Entgleisungen von Amnesty in den letzten Jahren – dieser Organisationen keinen einzigen Cent mehr zu spenden.
Update und Copyright. by Regula Stämpfli im Juli 2026: “Codierte Reproduktion – oder: Warum Leihmutterschaft mehr ist als ein moralisches Problem“
Die Debatte über Jens Spahn, Leihmutterschaft und den verständlichen Kinderwunsch homosexueller Paare wird in Medien und an den Universitäten mit erstaunlicher Urteilslosigkeit geführt. Personalisierung ersetzt Denken. Wer Kritik an der Leihmutterschaft übt, gilt als homophob. Wer sie verteidigt, gilt als fortschrittlich. Genau diese binäre Mechanik verhindert die entscheidende Frage: Was geschieht mit unserem Menschenbild, wenn Schwangerschaft zum Gegenstand eines Vertrages wird? Seit Jahren, 2016 um genau zu sein, ist Regula Stämpfli involviert in den weltweiten Kampf gegen die sog. Leihmutterschaft. Die Verträge, die Agenturen, die medizinischen Vorgaben, die ökonomischen Abhängigkeiten und die globale Logistik reproduktiver Dienstleistungen sind keine Randerscheinungen. Sie bilden längst einen milliardenschweren Markt.
Wir befinden uns in einer digitalen Revolution, die alles verändert. Sie verändert unsere Sprache, unsere Institutionen und schließlich unser Denken. Schwangerschaft erscheint nicht länger als leibliches Beziehungsgeschehen zwischen Mutter und Kind, sondern als steuerbarer biologischer Prozess. Aus einer Frau wird eine reproduktive Ressource. Aus dem Kind wird das Ergebnis eines planbaren Herstellungsprozesses. Aus Elternschaft wird ein Bündel einklagbarer Ansprüche.
Hier begegnen sich Biotechnologie und Digitalisierung.
Seit Jahren wird Künstliche Intelligenz als Bedrohung beschrieben, weil Maschinen angeblich menschlich werden könnten. Das ist eine faszinierende Erzählung – und möglicherweise die falsche. Die eigentliche Gefahr besteht nicht darin, dass Computer Gefühle entwickeln. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass Menschen beginnen, sich selbst nach der Logik der Maschine zu verstehen. Codierung ersetzt Erfahrung. Und vertragliche Verfügbarkeit ersetzt Beziehung: Wie beispielsweise der sog. “Leihmutterschaft.” Mutter-Kind-Beziehung über 40 Wochen ist kein automatischer, sondern ein höchst komplexer Prozess. Gefühle, Gerüche, Musik, Stimmen, der Klang der Welt wird 40 Wochen in einem Körper geteilt – egal ob die Eizelle und der Samen fremd sind (was übrigens zu furchtbaren und gefährlichen Gesundheitsschäden vor allem der Mutter führen kann, also die Fremdheit von Eizelle und Samen.)
Doch Medien, Universitäten, Politik legitimieren in einer selten dagewesenen Hybris die technische Reproduktion von Menschen. Dies nicht zuletzt, weil Menschen wie Maschinen zu argumentieren beginnen.
Die sog. Leihmutterschaft ist deshalb kein isoliertes bioethisches Thema. Sie gehört zur gleichen kulturellen Bewegung wie algorithmische Steuerung, datenbasierte Bewertung, Social Scoring und die vollständige Vermessung des Menschen. Immer steht dieselbe Vorstellung dahinter: Der Mensch ist letztlich ein organisierbares System. Was berechnet werden kann, kann geplant werden. Was geplant werden kann, kann produziert werden. Was produziert werden kann, kann gekauft werden. Seit Jahren nennt dies Regula Staempfli die codierte Reproduktion auf allen Ebenen. Computer, Codes ersetzen Politik, machen alles zur persönlichen Entscheidung, Meinung und reproduzierbaren Ideologie. So wird menschliche Fortpflanzung zunehmend in Codes, Verträge, Datenbanken, Qualitätskontrollen und globale Lieferketten übersetzt Die Sprache verrät den kulturellen Wandel. Es ist von genetischem Material die Rede, von Embryonenqualität, Erfolgsraten, Matching, Auswahlverfahren, Eizellprofilen und Wunschmerkmalen. Das Vokabular stammt längst nicht mehr aus der Anthropologie, sondern aus Logistik, Verwaltung und Datenmanagement.
Wer darin ausschliesslich individuelle Freiheit erkennt, unterschätzt die Macht kultureller Paradigmen. Denn Märkte verändern nicht nur unser Verhalten. Sie verändern unsere Vorstellung davon, was ein Mensch überhaupt ist. Deshalb greift auch die Gegenüberstellung von konservativ und progressiv zu kurz. Die entscheidende Trennlinie verläuft heute zwischen zwei Menschenbildern.
Das eine versteht den Menschen als leibliches Wesen, dessen Würde gerade dort beginnt, wo sich nicht alles kontrollieren, berechnen und verfügen lässt. Das andere macht aus Frauen und Kindern optimierbare Projekte (siehe auch Elon Musk und Peter Thiel). Diese Entwicklung betrifft uns alle. Denn dieselbe Logik, die den weiblichen Körper zur reproduktiven Infrastruktur macht, verwandelt auch Öffentlichkeit in Datenströme, Demokratie in Plattformarchitektur und Bürger in berechenbare Profile. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob Maschinen menschlicher werden. Die eigentliche Frage lautet, warum wir Menschen uns selbst immer häufiger als Maschinen begreifen.
Und genau darin liegt die grosse Herausforderung unserer Zeit.
Wie der Staat zur Maschine wird – Regula Stämpfli, laStaempfli
Staat, NGOs und Agitprop codieren seit der Pandemie die Wirklichkeit um, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt. Sie erfinden neue Begriffe und nennen es Fortschritt: Aus „Frau“ wird ein „Mann, der sich Frau nennt“ und der Verkauf von Menschenfleisch wird zur harmlosen „Sexarbeit“ – wie skandalös zelebriert in einer Ausstellung des Landesmuseums zur „Erfahrung Schweiz“. Was früher parlamentarische Entscheidung war, ist heute Diktat. Brüssel bestimmt durch unverständliche supranationale Verordnungen unser Leben. Die Personenfreizügigkeit schränkt die direkte Demokratie massiv ein. Über EU-Gleichbehandlungsregeln und unkontrollierte Migration verliert die nationale Politik die Hoheit über ihre eigenen Sozial- und Rentenkassen. Die EU ist keine Demokratie mehr, sondern ein globales Versailles, das moralische Codes und übergriffige Regeln aufzwingt. Unsere Institutionen sind aktuell dran, diesen Wahnsinn zu perfektionieren. Nationale Parlamente sind nur noch Vollzugs- und Abnickungsorgane. Bürgerinnen und Bürger der EU- Mitgliedsländer verwandeln sich in Staatskapital, werden als Datensätze verwaltet, kontrolliert, überwacht und dienen nur noch als Steuerposten. Gleichzeitig fliesen Milliarden in EU-Transferleistungen, während die eigene nationale Infrastruktur verfällt.
„Newspeak“ oder “Codesprech” (laStaempfli) ist das Betriebssystem westlicher Verwaltungen geworden – man denke nur an das deutsche Selbstbestimmungsgesetz, welches das Grundgesetz des deutschen Staates in seinen Grundfesten erschüttert hat, doch die Regierung Merz immer noch beibehält. Dabei ist das Selbstbestimmungsgesetz das neue Sprechakt-Ermächtigungsgesetz, welches den Männern das Recht gibt (theoretisch auch den Frauen, aber Transmänner haben echt nichts zu sagen in diesem Horrorspiel), über Jahrhunderte erkämpfte gleiche Rechte für Frauen, Frauensport und Frauenräume zu zerstören und dabei vom Staat legitimiert zu werden
Codierter Verwaltungs- und Sprechaktkapitalismus sind die neuen politologischen Massstäbe einer antidemokratischen Massengesellschaft. Dieses System, gepuscht durch die Sprechakt-Ideologien wie kulturelle Vielfalt, Diversity, Anti-Rassismus etc. kategorisiert Menschen entlang ihrer Identität, Alter und Biologie – die neuse und extrem effizente Form des Feudalismus. Dieser zeigt sich übrigens auch in der sog. “Leihmutterschaft”: In Sklaven- und Feudalgesellschaften wurden Frauen dem Zwang zur Reproduktion unterworfen. Die LGBTQ+ Ideologie macht genau dies, mit der grossen, ja riesigen Unterstützung von Kulturinstitutionen, Medien und in Deutschland mit dem krassen Ermächtigungsgesetz für Antidemokraten, was Selbstbestimmungsgesetz heisst. Jede Freiheit des Politischen und Gestaltungsmöglichkeit des Politischen, wird erstickt. l
Die Lösung? Das System lässt sich nicht mehr reparieren, sondern muss durchbrochen werden. Wie diese Codierung funktioniert und warum nur noch radikale, paradoxe Interventionen helfen (wie sie Donald Trump in den USA verkörpert), beschreibt Regula Stämpfli in ihrem aufrüttelnden Werk „Trumpism. The Algorithmic Age“. https://x.com/laStaempfli/status/2075547122485657667?s=20
Die Medien haben sich geirrt. Wieder einmal. Nicht weil Donald Trump ein Genie wäre, sondern weil die Wirklichkeit hartnäckiger ist als Narrative. LASTAEMPFLI
UPDATE Als ich diesen Essay nach den US-Wahlen 2024 schrieb, war die Aufregung über Donald Trump so gross, dass viele Beobachter übersahen, worum es eigentlich ging: nicht um eine Person, sondern um den Zusammenbruch alter politischer und medialer Gewissheiten. Eineinhalb Jahre später zeigt sich ein paradoxes Bild. Donald Trump bleibt eine disruptive Figur, oft erratisch, manchmal grössenwahnsinnig, häufig unberechenbar. Doch die entscheidenden politischen Konfliktlinien verlaufen nicht entlang seiner Person, sondern entlang von Themen, die Medien, Universitäten und Kulturinstitutionen lange ignorierten. Dazu gehört definitiv das Thema MIGRATION. UND ZWAR NICHT als abstrakte Menschenrechtsfrage, sondern als konkrete Frage von Sicherheit, Integration, Wohnraum, Löhnen und vor allem der Stellung von Frauen. Wer durch europäische Städte geht, erkennt rasch: Die Folgen einer fehlgeleiteten Migrationspolitik tragen häufig Frauen zuerst – im öffentlichen Raum, in Schulen, im Sport und in den sozialen Institutionen. Punkto “Frauen im Sport” – ein von den Medien völlig vernachlässigtes Thema ist nach wie vor festzuhalten: In den USA DAUERPRÄSENT. Mädchen und junge Frauen verlieren massenhaft Stipendien und Auszeichnungen an junge Männer, die sich per Sprechakt zu Frauen erklären. Geht dies so weiter, wird die Sparte “Frauensport” durch Transfrauen besetzt – mit ein paar Frauen so nebenbei. Die Verteidigung des Frauensports bleibt unter Frauen, die wählen, ein wirklich wichtiges Thema und wird zur zentralen demokratischen Frage: Haben Frauen als Frauen das Recht auf eigene Räume, eigene Wettbewerbe und eigene politische Vertretung? Millionen Wählerinnen beantworteten diese Frage anders als Medien, Universitäten und Verbände. Dann Stichwort Geopolitik. Die grösste Bedrohung für westliche Demokratien geht heute nicht von alten Gespenstern des 20. Jahrhunderts aus, sondern von autoritären Regimen und ideologischen Bewegungen, die Freiheit, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit offen bekämpfen. Die islamische Republik Irans und ihre Proxies, die Europa und Israel regelmässig in Terrorattacken bedrohen, in Israel mit Dauer-Raktenbeschuss operieren, gehören sicher dazu. Weshalb ausgerechnet die brave Sozialdemokratie, die sich über ein Jahrhundert um die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Wohlstand in Demokratien gekümmert hat, nun die Islamofaschisten symbolisch und mit Kandidierenden unterstützt, wird die grosse Herausforderung künftiger Historikerinnen und Historiker sein. Oder es ist so simpel, wie es im “Archipel Gulag” beschrieben wurde: Kommunismus endet in Listen, Theorie und Mordpraktiken. Vielleicht ist der Islamismus ja auch nur eine Variante davon. Punkto Trump zeigt auch Venezuela, dass Autokratien nicht einfach durch gutes Zureden verschwinden: Geopolitisch hat Donald Trump die Weltpolitik neu gemischt, die VR China von ihren Allianzen mit Iran und Venezuela entfernt und naja: Als Frau im Westen gegen Taliban aller Art zu kämpfen, war noch nie falsch. Ein Blick auf Afghanistan, wo ein totalitäres Mordregime gegen Mädchen und Frauen als Religion verkauft wird und von der UNO toleriert, sollte eigentlich reichen.
Zur Amtszeit von Donald Trump ist deshalb festzuhalten: Trump bleibt eine paradoxe Intervention. Er zwingt politische Eliten, sich mit Realitäten auseinanderzusetzen, die sie zu lange moralisiert, ignoriert oder wegdefiniert haben. Seine grösste Wirkung besteht nicht darin, neue Antworten zu liefern. Seine Wirkung besteht darin, Fragen wieder sichtbar zu machen, die nicht verschwinden, nur weil man sie tabuisiert.
Deshalb bleibt die wichtigste Erkenntnis meines Essays dieselbe wie 2024:
Nicht die Menschen haben sich radikal verändert. Die Codes haben sich verändert. Und wer die Gegenwart verstehen will, muss lernen, zwischen Narrativ und Wirklichkeit zu unterscheiden.
Trumpism. The Algorithmic Age by Regula Staempfli.
(Die aktuelle Sendung zum Thema im Servus TV: https://www.derpragmaticus.com/tv-sendungen 7.6.2026: In der aktuellen Folge Der Pragmaticus geht es um die Frage wie das „Land of the free“ seine Spitzenposition halten kann? Zu Gast sind Schriftsteller und Kulturphilosoph Leon De Winter, Professor für Politikwissenschaft (Uni Salzburg) Reinhard Heinisch und Politikwissenschaftler Ralph Schöllhammer und als Expertin Dr. Regula Staempfli zum Thema Kulturkampf.)
Hier der Essay von damals im Original, siehe https://ensuite.we-are.gmbh/die-unverstandenen-staaten-amerika-hat-gewaehlt/: “Von Dr. Regula Stämpfli – Unsere Essayistin hat zu Donald Trump ein enges Verhältnis. Als Erste prägte sie 2017 den Begriff «Trumpismus», schrieb dazu zwei Jahre später einen Bestseller und rechnete mit den mit Personalisierung, Brands und Polarisierung operierenden Medien ab. Dies nehmen ihr die Journalisten bis heute übel. Weshalb sie 2024 mit dem «Case against Kamala Harris» die US-Wahlen ganz anders sieht als alle anderen – wie, lesen Sie hier.
«Ich glaube, ich hätte einen verflucht guten Hitler abgegeben.» Dieses Zitat stammt nicht etwa von Donald Trump, sondern von David Bowie aus dem Jahr 1976. Es ist im Kultbuch «Sex Revolts» über Musik und Politik der USA zu finden. Von «Hitler» war 2024 auch viel die Rede. Es war leider die einzige Wahlmobilisierung der unterirdisch schlechten Kampagne der Demokratischen Partei. «Hitler» wurde gewählt, und zwar mit einem Erdrutschsieg, der in der Geschichte der USA fast einmalig ist.
Wie konnte es so weit kommen?
«It is the codes, stupid!» Barack Obama war der erste Smartphone-Präsident, Donald Trump der erste Twitter-Präsident, Joe Biden der letzte klassische Präsident. Seit dem 5. November 2024 sind wir nicht mehr bei den Medienpräsidenten, sondern im neuen «Zeitalter digitaler Reproduktion» angekommen. Dieses kombiniert Codes und «real world» in Echtzeit. Donald Trump bespielte im Wahlkampf alle codierten Medien und kombinierte sie mit realen Auftritten: Podcasts, soziale Netzwerke, Youtube, Tiktok, ein bisserl Facebook, viel Truth Social, noch mehr X/Twitter, ab und an Fox. Gleichzeitig tourten er und sein designierter Vize J.D. Vance durchs Land wie Rockstars. Diese Kombi, «codes and reality», brachte den Erdrutschsieg. Kamala Harris verfügte zwar über ein fünffaches Budget, unglaubliche 1 Milliarde Dollar, doch die Wahlen verlor sie haushoch, und das Wahlkampfteam schreibt bis zum Redaktionsschluss rote Zahlen. Wo sind denn diese Millionen hingeflossen? Das Team Harris, von den Obamas installiert – die Wahlkampfleiterin, die Pollster, die Social-Media-Fütterer sind seit 2008 für die Demokratische Partei engagiert –, hat auf klassische Medien gesetzt. Und zwar fast vollständig. Kein Wunder, berichteten die Fernsehsender alle so wohlwollend über Kamala Harris! Sie machten mit der Kandidatin der Demokraten ein Vermögen. Das letzte wohl in einem US-Präsidentschaftswahlkampf.
Das Harris-Team soll sogar einige Interviews gekauft haben. Dokumentiert sind Spenden an Oprahs Produktionsfirma – die wird es ja auch nötig haben – und an «Call Her Daddy». Letzteres ist ein Sex-Podcast, dem Kamala Harris die Zusage gegeben hat, weil sie nicht zum bekanntesten Podcaster, Joe Rogan, einem Neurechten mit linker Vergangenheit, wollte. Während Joe Rogan mit Donald Trump über 30 Millionen Zuhörende erreichte, plauderte Kamala Harris im Sex-Podcast – wirklich, echt jetzt? – übers «Frausein» und andere Beschwerden. Sie erreichte damit eine sich selbst völlig überschätzende Female Community mit den üblichen Frauenthemen, die ganz normale Frauen echt beleidigen. Meinen die Pop-up-Girls jungen und mittleren Alters echt, dass «Abtreibung» das einzig wichtige Thema von Frauen ist? Was ist mit Lohngleichheit und Karriereposten? Wo blieb die Diskussion um strukturelle Gewalt? Und überhaupt: Weshalb war die Gender-Apartheid im Iran, in Afghanistan, in Saudi-Arabien bspw. kein Thema? Was sollen die Attacken junger, postkolonial indoktrinierter Frauen bspw. auf die bürgerlichen Sufragetten? Ohne diese Heldinnen der Geschichte könnten die gestylten Influencerinnen von heute immer noch nicht studieren, ein eigenes Konto führen, arbeiten und das Geld davon auch behalten! Punkto Frauen haben die meisten Frauen leider immer noch keine Ahnung – and it shows. Die ganze Unterhaltung war oberpeinlich. Wo blieb die substanzielle Diskussion darüber, dass Frauen auch im Westen wenig medienpräsent sind, ausser sie bedienen «Body-Politics» – Stichwort Kim Karda-shian? Weshalb sind die Ärmsten der Armen alleinerziehende Mütter? Weshalb ist der Finanzsektor immer noch ein Boys’ Club mit alltagspornografischer Gesprächskultur? Wo bleiben all die «self-made female millionaires»? Was in aller Welt ist eigentlich im Macho-Silicon-Valley los? Fragen über Fragen, keine gestellt, keine thematisiert. Das Gespräch von Harris bei «Call Her Daddy» – allein der Titel dieses Podcasts ist frauenbeleidigend – gab auch den hinterletzten Frauen das Gefühl: Kamala Harris hat keine Politik, sie kann nichts anderes als Kamala Harris. Welch Schande für die Frauen! Denn wie schon bei Hillary Clinton, auch eine fehlplatzierte Kandidatin, werden amerikanische Möchtegern-Präsidentinnen von der Presse hochgejubelt, um dann umso tiefer zu fallen. Und zwar so, dass sich die Männer ziemlich primitiv gegenseitig auf die Schenkel klopfen können. Oder wird von Frauen einfach mehr erwartet als von Männern? Mit Blick auf den Erfolg von «Call Her Daddy» in den USA möchte ich dies zwar vehement verneinen, trotzdem: Daran ist etwas. Vor allem in Amerika. Denn wenn Amis die Wahl zwischen einer Frau und einem Clown haben, dann gewinnt immer der Clown.
Die krachende Niederlage von Kamala Harris muss dennoch Weckruf bleiben. Frauen haben für die wichtigsten Ämter dieser Welt nur dann eine Chance, wenn sie tatsächlich ebenso qualifiziert sind wie ihr männlicher Konkurrent. Nun werden die meisten einwerfen, Kamala Harris sei ja wohl tausendmal besser qualifiziert gewesen als der orange Clown und Reality-TV-Star Trump. Nun, so einfach sollten wir es uns nicht machen. Donald Trump hat an einer besseren Uni studiert als Kamala Harris. Donald Trump hat mehr Exekutiverfahrung als Harris. Donald Trump wurde in mehreren Wahlverfahren gewählt, Harris immer zuerst ernannt und dann einfach bestätigt. Donald Trump war in diesem Wahljahr überall präsent, Harris versteckte sich in Elitezirkeln. Es kommt noch eines hinzu: Frauen in den USA sind einer derart starken Pornografisierung des Alltags durch Sprache, Memes und Kultur ausgesetzt, dass sie sich dieser Dominanz meist unterwerfen: in Gestus, Frisur, Figur, Kleidung und Stimme. Tja. Harris war definitiv keine gute Kandidatin, andererseits zeigt ihr Beispiel wieder: Auf eine US-Präsidentin müssen wir wohl noch Jahrzehnte warten. Am ehesten wird das Rennen wohl eine Transfrau machen – was eigentlich alles sagen würde über den Zustand der Gleichstellungspolitik.
Was lief denn so schief?
Obwohl mit Kamala Harris die erste schwarze Frau für das höchste Amt in den Vereinigten Staaten kandidierte, waren «Frauen als Frauen» kein Thema. Ging es um Sex, Verhütung, Familie und Karriere, benutzte die demokratische Wahlmaschine das Gender-Speak einer Minderheit. Dieses Neusprech mögen die meisten Unter- und Mittelschichtsamis nicht. Latinx? Eine abstruse Fehlkonstruktion extrem linkstotalitärer Sprachfetischisten. Der Begriff hatte in den Wahlen keine Chance. Frauen wählten Kamala Harris nicht – daran gibt es nichts zu rütteln. Frauen wählten Kamal Harris nicht nicht, weil sie eine Frau war – das haben sicherlich viele Männer getan –, sondern weil Harris keine Themen ausser «Abtreibung» bewarb. Die erste Euphorie für Kamala Harris als erste nicht weisse weibliche Präsidentschaftskandidatur legte sich dann nach den ersten Wochen auch sofort. Vor allem auch deshalb, weil Kamala Harris kaum öffentliche Auftritte pflegte und wenn, diese dann in peinlichen Wortsalat-Antworten, Nervosität und Inkompetenz endeten. Harris war ständig überfordert, und das könnte, unbekannt in der Öffentlichkeit, damit zu tun haben, dass Joe Biden Kamala Harris hinter ihrem Rücken enorm schadete. Erinnern Sie sich an die Müll-Geschichte? Richtig. Da beschimpfte Biden Trumps Wähler als «Müll». Später wurde dieser Ausspruch mit «Klammern» korrigiert, doch bis dahin war Trump schon als Müllmann verkleidet bei den Müllmännern auf der Strasse. Zudem wirkte noch ein anderer Faktor zuungunsten von Kamala Harris:
Von Joe Biden erzählt man sich, er habe die Kandidatur von Harris bewusst hintertrieben. Biden war bis zum Schluss der Überzeugung, dass nur er Donald Trump besiegen könne. Nach dem desaströsen TV-Duell mit Trump wurde Biden aber von Nancy Pelosi und den Obamas, den führenden Kräften der demokratischen Parteimaschine, gegen seinen Willen zum Rücktritt als Präsidentschaftskandidat gezwungen. Deshalb schwärmte Obama nach dem Statement von Joe Biden auf X sofort vom «kommenden Parteitag als Chance eines Neubeginns». Doch Barack Obama hatte die Rechnung ohne den alten Haudegen Biden gemacht. Denn dieser verkündete zur grossen Überraschung aller, dass seine Delegiertenstimmen direkt an seine herausragende Vizepräsidentin Kamala Harris gehen würden. Pelosi und den Obamas blieb gar nichts anderes übrig, als die Kröte zu schlucken und schnell auf heile demokratische Welt zu machen.
So war das Desaster vorprogrammiert, und siehe da: Die lauten Querelen innerhalb der Partei der Demokraten nach dem Erdrutschsieg von Donald Trump scheinen diese These zu stützen. Statt in den Spiegel zu schauen, beschimpfen sich nun die Demokratinnen und Demokraten gegenseitig.
Kamala Harris’ Kandidatur könnte also von Beginn weg die Chronik eines angekündigten Versagens gewesen sein.
Zurück zu den Frauen, denn die entschieden über die US-Elections 2024. Die weiblichen Normies – normale, nicht genderbewegte Frauen – verweigerten sich dem politmechanischen Kalkül der Obamas vollständig. Dieses lautete: Frauen wählen immer Frauen – Bullshit. Frauen und Männer wählen generell weniger Frauen, doch wer will schon die Wahrheit, wenn die Ideologie besser klingt? Die Mehrheit der amerikanischen Frauen wählte nicht die «Dea ex Machina»-Kandidatin von der Parteielite Gnaden, sondern sie wählten Themen: Inflation, Migration und Anti-Woke und somit das Programm von Donald Trump. Dieser, clever wie eh und je, erfand die Welt nicht neu, sondern bediente sich bei seinen Slogans gewissenlos am alten Programm der Partei der Demokraten der USA. Deshalb widersetzte sich Trump so vehement einem ungezügelten Freihandel – für ihn waren die Arbeiter wichtig. Auch direkt aus den Wahlprogrammen der ehemaligen Demokraten stammt Trumps Analyse der «Kriegsmüdigkeit der Amerikanerinnen und Amerikaner». Trump klang zwischendurch wie ein Antikriegshippie, wenn er über die Kriege der Welt sprach. Trump setzte sich für Schutzzölle, gegen die Migration in die Unterschichten, für die Bekämpfung von Kriminalität und für den klassischen Wohlstand aufgrund von Leistung ein. Alles Themen, die ehemals die Demokraten bewirtschafteten. Trump konnte auch extrem leicht den Kulturkampf innerhalb der Linken zu seinen Gunsten verkehren. Das Motto Trumps war immer: gegen die Funktionäre, für die Basis. Über zwei Drittel der Gewerkschaftsangehörigen sollen laut Exit-Polls für Trump und nicht für Kamala Harris gestimmt haben. Ein schon fast erdrückender Anteil.
Und dennoch schreien Medien, Wissenschaft und demokratische Partei immer noch «Faschismus». Die Weigerung der Liberalen, Linken und Progressiven, in den absurden Spiegel von «gutem Krieg» (Ukraine), «schlechtem Krieg» (gegen Israel), von Sprech- und Denkgeboten bei gleichzeitiger Bevormundung von Nichtintellektuellen oder Andersdenkenden zu schauen, ist grotesk. Und an die Adresse der Linken gewandt habe ich schlechte Nachrichten: Der Erdrutschsieg von Donald Trump war kein «faschistischer Feldzug», sondern ein gelungener Wahlkampfmix von Themen, die Instrumentalisierung von Codes und die gleichzeitige Präsenz mit Tausenden von Menschen. Title 9 war innenpolitisch ein wirklich wichtiges Thema. Die Biden-Harris-Administration hat damit, grad zu Beginn ihrer Amtszeit, Transmädchen und Transfrauen im Frauensport zugelassen. Tausende von Podcasts, Tiktok-Beiträgen und Diskussionen innerhalb der Frauengruppen berichteten daraufhin von der Gefahr für Mädchen im Schulsport und vom «Diebstahl» unzähliger Medaillen durch Transfrauen. Während die «NY Times», MSNBC und CNN die Olympiade in Paris als gelungenes Fest feierten, inklusive Bejubeln der Boxerin aus Algerien, die sehr eindrücklich und mit höchster Brutalität ihre Konkurrentinnen wegboxte, liefen die sozialen Medien heiss. Die «Legacy-Media» beschimpfte alle Kritikerinnen von Transen im Frauensport als «Faschistinnen», «Terfs» und als «Republikanerinnen». Diese Medien ahnten nicht, dass sie damit allen Frauen schaden. So wählten denn am 5. November 2024 die Frauen auch nicht wie üblich die Demokratische Partei, sondern Donald Trump! Ausgerechnet! Wechselwählende, so die Exit-Polls, wurden nicht durch Inflation und Migration, sondern durch Kulturthemen überproportional mobilisiert.
Medien, Wissenschaft und Kultur scheren sich jedoch nicht um Realität, sondern beharren auf ihrem hegelianischen Weltbild: Driften Theorie und Realität auseinander, umso bedauerlicher für die Realität. Deshalb verstehen auch europäische Medien den Aufstieg von Georgia Meloni und Marine Le Pen nicht. Es waren die Frauen als Wählerinnen, die ihre üblichen Parteien – Grüne, Linke, Liberale – abwählten. Statt sich mit den Frauen auseinanderzusetzen, poltern indessen alle Medien und Experten über den in ihren Augen angeborenen US-amerikanischen Rassismus und Sexismus. Schon 2022 entwickelte ich in «Die Podcastin» die Theorie des «Nationalfeminismus», damals für die «Neue Zürcher Zeitung». Dies auf die empörte Frage des Journalisten, weshalb denn Frauen «immer» gegen ihre eigenen Interessen wählen würden. Well: Frauen wählen nicht gegen ihre eigenen Interessen, weil «eigene Interessen» vielfältiger sind als die Geschlechtszugehörigkeit. Und wie gesagt: Männer und Frauen wählen einfach immer weniger Frauen. Georgia Meloni, Marine Le Pen, Geert Wilders – sie alle werden, wie Donald Trump, in einer Mehrheit von Frauen (und Männern) gewählt. Vielleicht ist es nicht einmal ein «dafür wählen», sondern eher ein «dagegen»: gegen Parteien, die Frauen in den letzten Jahren so explizit betrogen («es gibt keine Frauen»), ausgebeutet («Sexarbeit und Leihmutterschaft sind ganz normale Jobs») und beschimpft (Terfs, Nazi, Faschistin) haben.
Die Wahlen in den USA zeigen: Frauen spielen in den westlichen Demokratien eine so viel wichtigere Rolle, als dies der Mainstream erkennt. Dabei wäre es höchste Zeit, mal bei den Frauen nachzufragen, weshalb sie wann wen wie wählen.
Bari Weiss, die Gründerin der Free Press, hat es in ihrem TED-Talk erst kürzlich so formuliert: Sie sei, als sie zum letzten Mal genau hingeguckt habe, eine Feministin, eine klassische Dem-Wählerin, eine Befürworterin der «Ehe für alle», für die Entkriminalisierung von Drogen und für eine allgemeine Gesundheitsversicherung gewesen. All dies sei ihr immer noch wichtig, doch für die demokratische Partei, für eine linke Bubble und in den «Legacy-Media» gelte sie trotzdem als Rechtsextreme, weshalb? Weil Bari Weiss Frauen nicht als Sprechakte sieht, den Islam als Todfeind für die Demokratie benennt und nicht etwa Israel und die Pronomen ihres Gegenübers nicht wichtiger findet als dessen Aussagen.
Kurz: Anfang November 2024 haben entgegen dem Geschrei in Medien, Kultur und an den Universitäten die Normies gewonnen. Sie werden zwar als Faschisten beschimpft, doch wenn alle wie Hitler sind, spielt es ja auch keine Rolle mehr, oder?”
Der Pragmaticus, respektive der Chef vom Dienst des TV-Magazins mit demselben Namen preist die Sendung vom Sonntag, 7.6. 2026 perfekt an. Schaut rein in Mediathek oder Live auf Servus TV mit dem schönen Titel: “Trump hin, Trump her – die USA feiern ihren 250. Geburtstag. https://www.servustv.com/de