Bilder, die bewegen: Zu den neuen Werken von Ilana Lewitan. Ein Kunstgespräch anlässlich der Ausstellung in Wien, Untere Weissgerberstrasse 17, 1030 Wien, „bout“. Moderation: Regula Staempfli.

Ilana Lewitan vor ihrem Werk “fotografiert von Nuriel Molcho.

Regula Stämpfli traf die grosse zeitgenössische, internationale Künstlerin Ilana Lewitan zum zweiten Mal zu einem ausführlichen Werkgespräch. Anlass sind die neuen Werke der jüdischen Künstlerin, die vom 10.-31.10.2026 in Wien ausgestellt werden. https://artisapieceofcake.art/2026/10/10/bilder-die-bewegen-zu-den-neuen-werken-von-ilana-levitan-ein-kunstgespraech-anlaesslich-der-ausstellung-in-wien-untere-weissgerberstrasse-17-1030-wien-bout-moderation-regula-staempfli/ 

Zur Ausstellung hat Dr. Regula Stämpfli Politphilosophin, Podcaster von artisapieceofcake.art sowie selber Kunstsammlerin, einen eigenen Werktext für Ilana Lewitans neue Arbeiten verfasst. Copyright Regula Staempfli, Munich 2026.

„Erinnerung ist bei der international bekannten Münchner Küstlerin Ilana Lewitan kein Archiv, in dem die Vergangenheit ordentlich beschriftet und sicher verwahrt liegt. Lewitans künstlerisches Werk und Erinnerung sind in Bewegung. Vergangenheit taucht auf, die Gegenwart entzieht sich, beides setzt Bilder frei und verwischt im selben Moment eindimensionale Spuren. Lewitans Werk folgt keiner Chronologie, es ist kein Erzählen, sondern die Kunst der Kunst, wo das Werk aus sich, durch die Künstlerin und mit dem Publikum noch kreativer wird. Was wir zu wissen glauben, stimmt selten vollständig mit dem überein, woran wir uns erinnern und was dies für die Gegenwart bedeutet. Bei Lewitans Werk wirkt Manches fort, das wir erst jetzt wahrnehmen können. 

Genau in diesem Zwischenraum entstehen die Arbeiten von Ilana Lewitan: zwischen Wissen und Erinnerung, zwischen dem Gesagten und dem Verschwiegenen, zwischen einer historisch beglaubigten Vergangenheit und ihrer kaum greifbaren Gegenwart im eigenen Leben.

Die neuen kleinformatigen Bilder wirken wie innere Landkarten. Wälder, leere Stühle, isolierte Hände, menschliche Körperfragmente, Tiere, Kreise, Augen und rätselhafte Apparaturen begegnen einander in offenen Bildräumen. Nichts ist hier vollständig ausformuliert. Gemaltes, Gezeichnetes und fotografisch Wirkendes überlagern sich, ohne sich zu einer geschlossenen Erzählung zu fügen. Die einzelnen Elemente scheinen Verbindungen anzubieten, widersetzen sich aber einer endgültigen Deutung. Sie verhalten sich darin wie Erinnerungen und Gegenwart: Ein Gegenstand ist plötzlich ganz deutlich, während der Zusammenhang, in dem er einst stand, verloren gegangen ist.

Man könnte diese Arbeiten auch als Topografien des inneren Lebens deuten. Da gibt es Wege, die nirgendwohin führen, Waldstücke ohne erkennbaren Horizont, Räume ohne sichere Begrenzung und Figuren, von denen nur einzelne Körperteile sichtbar bleiben. Der Mensch ist anwesend, aber selten vollständig. Eine Hand hebt sich, zeigt, hält oder warnt. Ein Fuss berührt den Boden. Ein Gesicht erscheint in einem umschlossenen Bildraum. Eine Gestalt steht am Rand, als gehöre sie bereits einer anderen Zeit an. Immer wieder stellt sich die Frage: Wer betrachtet hier wen? Sehen wir ein Bild an – oder werden wir aus dem Bild heraus beobachtet?

Die zahlreichen kreisförmigen Zeichen verstärken diese Ungewissheit. Sie können Augen sein, Lupen oder Erinnerungslinsen, durch die Einzelheiten vergrössert werden. Sie erinnern an Markierungen auf alten Fotografien, an Zielscheiben oder an Löcher in einer Oberfläche. Manchmal scheinen sie etwas festhalten zu wollen, manchmal bezeichnen sie gerade das Fehlende. Sie strukturieren den Blick und führen ihn zugleich in die Irre. Denn Erinnerung zeigt uns niemals das Ganze. Sie richtet unsere Aufmerksamkeit auf einzelne, oft nebensächlich wirkende Details – und erklärt gerade diese zu Trägern einer ganzen Geschichte.

Auch die weissen Flächen sind nicht einfach Hintergrund. Sie sind ein wesentlicher Teil der Komposition. Das Weiss trennt, schützt und isoliert. Es gibt den Bildern Luft, aber es verweist auch auf Auslassung. Hier fehlt etwas. Hier wurde etwas nicht gemalt, nicht ausgesprochen oder noch nicht erinnert. In diesen offenen Flächen bekommt die Stille eine sichtbare Form. Sie ist weder leer noch friedlich. Sie bewahrt, was nicht ohne Weiteres zur Sprache kommen kann.

Lewitans Kunst ist biografisch grundiert, ohne sich in Biografie zu erschöpfen. Als Tochter polnischer Überlebender der Shoah wuchs sie mit einer Vergangenheit auf, die zugleich allgegenwärtig und verschwiegen war. Erst mit fast sechzig Jahren erfuhr sie, was ihr Vater lange verborgen hatte. Ein solches Wissen fügt der eigenen Lebensgeschichte nicht einfach ein neues Kapitel hinzu. Es verändert rückwirkend die vorhergehenden Kapitel. Frühere Gesten, Ängste, Sätze und Formen erhalten plötzlich eine andere Bedeutung. Auch das Schweigen selbst wird lesbar.

Ein Schlüssel zu Lewitans Werk liegt in den Titeln. Was uns im Innersten berührt. Wo die Stille wohnt. Zwischen Wissen und Erinnerung. Ein Ort zum Verweilen. Wohin die Gedanken auch immer hinführen. Was die Stille bewahrt. Zwischen Nähe und Ferne. Schreibe mir einen Liebesbrief. Dort, wo die Erinnerung beginnt. Am Rande der Erinnerung. Auf der Durchreise. Wo Traum und Liebe sich begegnen.

Diese Titel sind keine Bildbeschreibungen. Sie schreiben nicht vor, was wir sehen sollen. Vielmehr öffnen sie einen zweiten Bildraum: einen literarischen, poetischen Raum neben der Malerei. Sie klingen wie Sätze aus einem Gespräch, das unterbrochen wurde, wie Botschaften an einen abwesenden Menschen oder wie Zeilen aus Briefen, deren Empfänger vielleicht nicht mehr erreichbar sind. Manche Titel stellen einen Ort in Aussicht, ohne ihn geografisch festzulegen. Wo wohnt die Stille? Wo beginnt Erinnerung? Wo liegt der Rand dessen, was erinnert werden kann?

Nicht übersehen werden darf wie sinnlich Lewitans Werk ist. Lewitans Farben besitzen eine eigenständige Kraft. Türkis, Blau, Rosa, Rot, Grün und Schwarz stehen nicht bloss im Dienst eines biografischen oder historischen Inhalts. Sie erzeugen Reibung, Temperatur und Rhythmus. Das leuchtende Türkis kann eine Landschaft öffnen und sie im nächsten Moment unwirklich erscheinen lassen. Rosa trägt Zärtlichkeit und Künstlichkeit zugleich. Rot ist Lebensfarbe, Warnsignal und Wunde. Schwarz begrenzt, verschattet und hält die übrigen Farben zusammen. Farbe, Titel, Werk führen uns zur Kunst, dort, wo Wissen seine Sicherheit verliert, Erinnerung zu sprechen beginnt und die Gegenwart immer wieder neu gesehen, gedacht und gemalt werden kann.“

https://artisapieceofcake.art/2026/10/10/bilder-die-bewegen-zu-den-neuen-werken-von-ilana-levitan-ein-kunstgespraech-anlaesslich-der-ausstellung-in-wien-untere-weissgerberstrasse-17-1030-wien-bout-moderation-regula-staempfli

“Hannah Arendt in New York.” Eine philosophische Radiomélange anlässlich des 50. Todesjahres der grossen Philosophin. Von Regula Staempfli im Café Korb, Wien, 13.11.2025.

Hannah Arendt in New York. Radiomélange von und mit Regula Staempfli im Café Korb. 13.11.2025.

New York, 1960er. Ein Transistorradio rauscht, während draußen die Taxis hupen und die Hochhäuser Schatten werfen. Auf WABC läuft die neue Single der Supremes. „Stop! In the Name of Love“ erklingt – Stimmen schwarzer Frauen, die trotz aller rassistischen Widerstände den Mainstream erobern. Wenige Blocks weiter spielt WQXR „Candlelight and Silver“: zarte Geigen für Nachdenkliche. Und im Greenwich Village strömt der Folk aus den Clubs in die Radios – Odetta, die „Stimme der Bürgerrechtsbewegung“, singt von Freiheit und Sehnsucht. Hannah Arendt sitzt mit Heinrich Blücher in ihrer Wohnung an Riverside Drive. Sie schreibt an On Revolution, er liest wieder mal Marx. Arendt denkt in Kategorien von Freiheit und Politik, Blücher hört zwischen den Notizen, Jazz aus Harlem. Die grosse Liebe, das denkende und sprechende Ehepaar leben nicht im Elfenbeinturm – sie sind Teil einer vibrierenden Stadt, in der Radios Widersprüche sendeten: Motown und Mahler, Billie Holiday und Bob Dylan, Aretha Franklin und Bach.

Arendt verstand die Musik der Zeit nicht als bloße Unterhaltung, sondern als Chiffre für das Politische: Stimmen, die es „trotz allem“ in den Äther schaffen, Frauenstimmen, schwarze Stimmen, Stimmen aus dem Untergrund – sie alle waren politische Tatsachen. Regula Staempfli wagt eine Annäherung.

Interview von Regula Stämpfli in der Schweizer Illustrierte: Über Royals, Reality TV & was dies mit der Politik zu tun haben könnte.

Interview von Regula Stämpfli in der Schweizer Illustrierte: Über Royals, Reality TV & was dies mit der Politik zu tun haben könnte.
Interview von Regula Stämpfli in der Schweizer Illustrierte: Über Royals, Reality TV & was dies mit der Politik zu tun haben könnte. Bild von Regina Hügli.

“KÖNIGSHÄUSER IM HOCH

«Royals sind die Projektion unserer Träume»

Nach dem Tod von Diana lag nicht nur die britische Monarchie in Trümmern. Heute werden Royals angebetet wie ­Popstars. Politphilosophin Regula Stämpfli über das Comeback der Königshäuser und darüber, was Frauen damit zu tun haben.” Nachzulesen hier

https://www.schweizer-illustrierte.ch/people/royals/royals-sind-die-projektion-unserer-traume-675072

Wo lässt es sich besser über die Royals diskutieren als in der Stadt der Kaiser und Könige? Wir treffen die Berner Historikerin und Medienwissenschaftlerin Regula Stämpfli in ihrer Wohnung voller Patina in Wien, wo sie seit der Pandemie für ein Auktionshaus arbeitet und einen Podcast über Kunst, Finanzen, politische Gegenwart und Vergangenheit leitet.

Frau Stämpfli, wer ist Ihr Lieblingsroyal?
Ich bitte Sie! Ich bin durch und durch demokratisch. Aber wenn royal, dann früher Diana und jetzt Harry. Aber wehe, Sie sagen dies dem britischen Teil meiner Familie. Dann ist Feuer unter dem Dach (lacht).

Nach Dianas Tod stand die britische Monarchie fast vor dem Ende, und auch die anderen Königshäuser konnten kaum mehr Herzen erwärmen. Jetzt sind Royals plötzlich wieder beliebt – von der Krönung von Frederik von Dänemark gabs Liveticker. Warum?

Unsere Zeit zeichnet sich durch Eskapismus in Reality-Formate aus. Da passen die Royals mit ihren Traditionen und Werten aus vergangenen Jahrhunderten als Projektion für unsere Träume ganz gut hinein. Mit ihren Auftritten bieten sie eine Art Reality-TV-Format – unfassbar beliebt, vor allem auch unter jungen Menschen.

Ist das für die Monarchien gut oder schlecht?
Beides. Positiv ist: Die Serien und Dokus über Königshäuser mit viel Glanz und Gloria steigern die Bekanntheit und das Interesse und stützen damit die Monarchien. Sie fördern auch den Tourismus, indem sie Orte regelrecht zu Hotspots machen. Durch «The Crown» – diese originelle Mischung von Geschichtsdoku, Kostümdrama und Real-Life-TV – sind die britischen Royals noch mehr zur Marke und zu Stars der Kontinuität geworden.Und was ist negativ?
Problematisch ist, dass solche TV-Formate in die Privatsphäre der Royals eindringen und die Charaktere aufhören, die ihnen zugewiesene Rolle zu spielen. Dann kommt es zu Dramen wie etwa um Harry. Was bedeutet die Flucht in Reality-Formate für die Gesellschaft? Normale Menschen können zunehmend nicht mehr zwischen Wahrheit und Inszenierung unterscheiden. Digitale Medien gestalten unser Aussehen, unsere Lebensweise, unsere Information, unser Denken – ja einfach alles bis unter die Bettdecke mit. Das ist problematisch, aber im Gespräch miteinander können wir dem entgegenwirken. Oder einfach mal das Handy zu Hause lassen. Echt gefährlich ist der Wirklichkeitsverlust für die Politik.

Weshalb?
Weil wir dann nur noch die Fiktion wählen. Das heisst Ideologen, Hassprediger, starke Männer – statt sich gegenseitig vertrauende Demokratie. Furchtbar! Ich nehme mich da übrigens nicht davon aus. Nach einer Stunde Twitter bin ich ein Mensch, der ich nie sein wollte.

Funktionieren Reality-Formate auch bei klassisch demokratisch gewählten Regierungen?
Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass unsere Regierungen sich wie Reality-Formate inszenieren. Das Personal bleibt. Egal, was passiert.

Haben Sie da ein Beispiel?
Wie erklären Sie sich, dass selbst beim Untergang der Credit Suisse niemand Verantwortung übernehmen musste? Karin Keller-Sutter war genial darin, das Narrativ so zu beherrschen, dass die Geschichte sogar bei den Wahlen im selben Jahr kein Thema war. Oder denken Sie ans Bundesamt für Statistik. Es gibt einen Super-GAU bei den Wahlprozenten, und was passiert? Nichts. Wie bei Serien, wo sogar Tote wieder zum Leben erweckt werden.

Sie haben die Hassprediger erwähnt: Populismus à la Trump ist salonfähig geworden, Autokraten wie Viktor Orbán oder Jair Bolsonaro sind beliebt. Stehen Monarchien in diesem staatlichen Sittenzerfall für ein verschwindendes Wertebild?
Definitiv. Vor allem die Königinnen – da würde ich auch die ehemalige Kanzlerin Merkel dazuzählen – gelten für die Menschen als fester Anker in unruhigen Zeiten und schützen gegen all diese Superegos, Selfies und Narzissten. Aber auch das ist natürlich eine Fiktion. Das Schlamassel eines entwicklungsbedürftigen Deutschlands im Jahr 2024 haben natürlich die Merkel-Jahre verursacht. Aber wenn wir wählen müssen, bietet alles Trost, was nach bekannt und traditionell klingt. So auch die Royals.

Was machen Monarchien heute besser als noch Ende des vergangenen Jahrtausends?
Sie spielen die Medienklaviatur perfekt.

Weil PR-Berater und Imagekampagnen Einzug in die Königshäuser gehalten haben?
Bei William und Kate braucht es gar nicht mehr so viel PR, da die beiden als Millennials schon in der Ich-AG-Zeit des Selbstmarketings aufgewachsen sind. Besonders Kate scheint ein inkarnierter Medienprofi zu sein. Aber ja klar: In Zeiten codierter Wirklichkeit entscheidet letztlich ausschliesslich die Story. Fakten? Vernachlässigbar.

Weshalb?
Weil wir dann nur noch die Fiktion wählen. Das heisst Ideologen, Hassprediger, starke Männer – statt sich gegenseitig vertrauende Demokratie. Furchtbar! Ich nehme mich da übrigens nicht davon aus. Nach einer Stunde Twitter bin ich ein Mensch, der ich nie sein wollte.

Funktionieren Reality-Formate auch bei klassisch demokratisch gewählten Regierungen?
Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass unsere Regierungen sich wie Reality-Formate inszenieren. Das Personal bleibt. Egal, was passiert.

Haben Sie da ein Beispiel?
Wie erklären Sie sich, dass selbst beim Untergang der Credit Suisse niemand Verantwortung übernehmen musste? Karin Keller-Sutter war genial darin, das Narrativ so zu beherrschen, dass die Geschichte sogar bei den Wahlen im selben Jahr kein Thema war. Oder denken Sie ans Bundesamt für Statistik. Es gibt einen Super-GAU bei den Wahlprozenten, und was passiert? Nichts. Wie bei Serien, wo sogar Tote wieder zum Leben erweckt werden.

Sie haben die Hassprediger erwähnt: Populismus à la Trump ist salonfähig geworden, Autokraten wie Viktor Orbán oder Jair Bolsonaro sind beliebt. Stehen Monarchien in diesem staatlichen Sittenzerfall für ein verschwindendes Wertebild?
Definitiv. Vor allem die Königinnen – da würde ich auch die ehemalige Kanzlerin Merkel dazuzählen – gelten für die Menschen als fester Anker in unruhigen Zeiten und schützen gegen all diese Superegos, Selfies und Narzissten. Aber auch das ist natürlich eine Fiktion. Das Schlamassel eines entwicklungsbedürftigen Deutschlands im Jahr 2024 haben natürlich die Merkel-Jahre verursacht. Aber wenn wir wählen müssen, bietet alles Trost, was nach bekannt und traditionell klingt. So auch die Royals.

Was machen Monarchien heute besser als noch Ende des vergangenen Jahrtausends?
Sie spielen die Medienklaviatur perfekt.

Weil PR-Berater und Imagekampagnen Einzug in die Königshäuser gehalten haben?
Bei William und Kate braucht es gar nicht mehr so viel PR, da die beiden als Millennials schon in der Ich-AG-Zeit des Selbstmarketings aufgewachsen sind. Besonders Kate scheint ein inkarnierter Medienprofi zu sein. Aber ja klar: In Zeiten codierter Wirklichkeit entscheidet letztlich ausschliesslich die Story. Fakten? Vernachlässigbar.

Trotz aller Liveticker und Real-TV-Formate: Ganz werden wir nie hinter die Kulissen der royalen Welt blicken können. Macht diese Mischung aus Nähe und Geheimnis auch ein Stück der Faszination aus?
In Zeiten völliger Transparenz entsteht Spannung tatsächlich aus dem Wechselspiel zwischen Geheimnis und Position.

Haben Sie selber «The Crown» gesehen?
Sie scherzen! Ich war wohl die Erste in der Schweiz, die die Netflix-Serie verschlungen hat.

Wollen Sie noch einen Tipp?
Gerne! «Versailles», die ersten zwei Staffeln. Die Serie erklärt Ihnen, wie Frankreich zu dem wurde, was es auch heute noch ist: zentralistisch, absolutistisch, mit unfassbar viel Eleganz, Schönheit – und perfektem Essen.

Regula Stämpfli im Gespräch zu: “Ist der Krieg ein automatischer Begleiter?” mit Herbert Gnauer im Radio Dispositiv, Wien 94,5 FM.

Als politische Philosophin und Autorin scheute sich Regula Stämpfli noch nie, heiße Eisen anzufassen, der öffentliche Diskurs ist ihr Metier. Da praktisch nichts ohne politische Dimensionen auskommt oder sich der Betrachtung mit philosophischen Methoden entzöge, wird letztlich jede Bedeutsamkeit früher oder später Ziel ihrer kritischen Auseinandersetzung. So auch der Krieg, zu allen Zeiten die furchtbarste und zugleich verlässlichste Konstante der Menschheit.

Playlist / Zusatzinfo:

Website Regula Stämpfli
Website Die Podcastin

Lizenz:

(CC) 2023 BY-NC-SA V4.0 – Vervielfältigung, Verbreitung, Bearbeitung bei Namensnennung gestattet, kommerzielle Nutzung ausgenommen, Weitergabe unter gleichen Bedingungen; Herbert Gnauer (ORANGE 94.0).

https://o94.at/programm/sendung/id/2131181

Regula Stämpfli am Journalistinnen-Kongress 2022 in Wien, 9.1.2022.

Verlottern? Verteufeln? Verhungern? Qualitätsjournalismus unter Druck! – dies war das Motto des diesjährigen Journalistinnen-Kongress in Wien am 9. November 2022, wo Regula Stämpfli, Politphilosophin & Medienunternehmerin für die Salzburger Medienfrauen teilnahm.

Hier der Bericht zum Tag: https://www.salzburgermedienfrauen.at/verlottern-verteufeln-verhungern/

Die schöne Decke des Haus der Industrie in Wien.

“Auffallend war die große Präsenz von ganz jungen Frauen, das die Organisatorinnen sehr freute, die aber der alten Politphilosophin und Medienkennerin wie ich sie bin, ein Warnzeichen darstellte. Denn aufgrund der Erfahrung der letzten 50 Jahre wissen wir aus der Berufs- und Karriereforschung, dass je mehr Frauen ein Berufsfeld erobern, dessen Ansehen, dessen Löhne und dessen gesellschaftspolitische Relevanz sinken. Insofern kann die Verweiblichung des Journalismus in den unteren und mittleren Stufen nicht nur ein gutes Zeichen sein. Der Nachmittag war dann den Break-Out Sessions mit unterschiedlichen Themen gewidmet und die letzte Veranstaltung waren die Living News: Role Models im Gespräch mit den YoungStars – eine grosse Chance, die Stars der Branche live zu erleben. Bei tollen Leckereien und Prosecco inklusive fröhlichen Networking, klang der für die Medien so wichtige Journalistinnen-Kongress 2022, angeregt aus.”

Ein Qualitäts-Selfie von laStaempfli

Regula Stämpfli mal wieder am Selfie in Polaroid-Fassung: Versicherung der eigenen Existenz durch das Bild, da Frauen gerne unsichtbar gemacht werden. Ach ja: Was Regula Stämpfli vergessen hat, zu erklären: Armin Wolf hat im Sommer Regula Stämpfli nach bösartigen TWITTER-Austausch geblockt, weil sie es wagte, sich über ihn lustig zu machen. Denn Wolf hat den ausgezeichneten Artikel, weshalb Frauen unbedingt als Frauen und Begriff bleiben müssen, retweetet mit einer Frage an einen anderen Mann. Überhaupt ist es spannend, dass ausgerechnet sog. linke Männer extrem bösartig auf gleichaltrige Feministinnen reagieren – alte Rechnungen von früher begleichen? So oder so. Am Journalistinnen-Kongress war Wolf nur am Rande ein Thema und wie rückständig Österreich-Medien immer wieder sind.

Regula Stämpfli in der #AiWEIWEI Ausstellung #Wien für @ensuite.ch

Regula Stämpfli, Politphilosophin/Bestsellerautorin empfiehlt AI WeiWeis Biographie: 1000years. “Die Gedanken sind frei” war in der Volksrepublik China noch nie eine Option. Die Doktorin der Geschichte hat eine Masterarbeit Schweiz-China 1949 verfasst, hier zur Kurzversion: https://www.sinoptic.ch/textes/histoire/1988/1988_Staempfli.Regula_Die.Schweiz.und.China.1945-1950-de.pdf

1987: Lizentiatsarbeit gekürzt von laStaempfli. Die jüngste lic.phil. ever.

Die chinesischen 1000 Jahre: Im Ensuite April 2022 von Regula Stämpfli. An jedem Kiosk zu kaufen und hier zu bestellen: https://www.ensuite.ch/shop/

Regula Stämpfli war im Wiener Josefstädter-Theater: #Rechnitz von Elfriede Jelinek, inszeniert von Anna Bergmann, Bühnenbild von Katharina Faltner, gespielt in der Hauptrolle Sona MacDonald.

Von laStaempfli: “Das Wiener Theater Josefstadt rief die Frauen. Anna Bergmann, die Regisseurin, Katharina Faltner, die Bühnenbildnerin, und die unhaltbar famose Best-Schauspielerin Sona Mac Donald machten aus dem Würgeengel von Jelinek Zeitgeschichte. Zwei Stunden ununterbrochen im Kugelschloss, Mörder schießen, bald zu Ermordende schaufeln riesige Gräben. Sprache, Lieder, Inszenierung, die unheimliche Präsenz der Gräfin und der die Toten besingenden Sona MacDonald bringen die Zuschauenden an den Rand einer unvergesslichen und bodenlosen Erschütterung. Ein ewiges Mitgefühl, das sich bei mir in haltloses Schreien hätte, seine Bahn brechen wollen, doch aus Gründen der gesellschaftlichen Normalität in ein, hinter der Maske stilles, aber noch über Stunden anhaltendes Schluchzen, münden musste.” Weiterlesen im Magazin zu Kunst und Kultur siehe https://www.ensuite.ch/rechnitz-in-der-josefstadt/

Die umwerfende Jahrhunderschauspielerin Sona MacDonald als Gräfin & als Chor zum Schluss in Rechnitz – der Würgeengel am Josefstädter Theater, fotografiert von Moritz Schell.

laStaempfli: Es geht um Täter, die mir erst kürzlich in einer Vorstandssitzung wieder begegnet sind: Diese kläglichen Männlein und dieses Weiblein, das nicht selber denkt, sondern der Macht wie die Kultur der Suppe folgt. Doch die Toten geben eben keine Ruh, die Jelinek, die hört mit ihren Suaden nicht auf und dies ist auch richtig so. Die MörderInnen von Rechnitz wurden nie bestraft. Das Wissen darum macht sprachlos; deshalb braucht es diese tosend stille Sprech- und Singpräsenz von Sona MacDonald. In der Nähe des Rechnitzer „Kreuzstadls“ wurden in den Märztagen 1945, kurz vor dem Einmarsch der Russen, über 200 jüdische Zwangsarbeiter, menschliche Sklavinnen und Sklaven gezwungen, eine fürchterlich tiefe Gruppe auszuheben. Die lokalen NS-Bonzen feierten bei der Gräfin Margrit Batthyány, und sie erschossen über 180 der jüdischen Menschen in einer Art Treibjagd, das Loch wurde zugescharrt, die Gräfin entkam in die Schweiz, wo sie fürstlich weiterlebte. Eine Thyssen, die Unternehmensfamilie, die sich von allen Nazigräueltaten weißgewaschen hat – der Bruder stiftete in Madrid eine unglaubliche Kunstsammlung, man ist schließlich kultiviert, Sascha Batthyány „Und was hat das alles mit mir zu tun?“ der Großneffe, der die Geschichte recherchiert. Er macht dies, weil Maxim Biller nachfragt. Doch trotz aller Recherchen: Die Ermordeten bleiben unauffindbar. Im Theater Josefstadt gräbt Sona MacDonald die Steine aus und singt zum Schluss ein Kaddisch, das das Herz zerreißt.

Wer mehr zu Sona MacDonald möchte, kann hier auch einen Talk auf artisapieceofcake.art hören:

Regula Stämpfli bei den Nächten der Philsophie WIEN: 18.11.2021

Die nächsten Events: Do.18.11.:Natalität – Neu anfangen mit Reflexionen von Hannah ArendtSonja Meissl / 18 UhrDo.18.11.:Hannah Arendt revisited: Elemente & Ursprünge digitaler Punktesysteme Regula Stämpfli / 20:00 Uhr: DAS DORF WIEN.

Regula Stämpfli über Daten und Ideologien im Radio Dispositiv, Wien.

Regula Stämpfli über Daten und Ideologien im Radio Dispositiv, Wien. Vor der Coronakrise im Dezember 2019 führten Herbert Gnauer und Regula Stämpfli für Radio Dispositiv, cultural broadcasting archive, ein spannendes Gespräch über Daten und Ideologien. Hier der Link: https://cba.fro.at/434897. Funktioniert auch, wenn aufs Bild getippt wird. #BigNine #DataTransformation #DigitalDemocracy #DigitalTransformation.

culturalbroadcastin daten radio dispositiv