Regula Staempfli: “Krieg, Pornokratie und die strategische Macht der Narrative in den Nächten der Philosophie in Wien 2026 (Das Dorf.)

Audio: https://www.podcast.de/episode/704685149

Willkommen im gleichzeitigen polit-philosophischen Denken zu:

  • Institutionen,
  • Körper,
  • Codes,
  • Geschichte,
  • Narrative
  • Neue Architektur der Macht zu den Themen Krieg und Pornokratie

Ich nähere mich meinem Thema Krieg, Pornokratie und die strategische Macht der Narrative in drei Schritten:

Zunächst zehn Thesen zu Krieg, zehn zu Pornokratie und dann zehn Thesen von mir, wie wir Krieg und Pornokratie neu denken sollten. Einen Spoiler schon jetzt: Es geht um Menschenfleisch, den Austausch, den Transfer von Körper und Kapital, der in der Geschichte der letzten 6000 Jahre entlang gesellschaftlich gültige Narrative für die radikal sozialen Tiere namens Menschen von globalen Eliten organisiert wurden. Und ja: Es gibt durchaus Narrative, Menschenbilder, die besser sind als andere. Darin unterscheide ich mich vehement von den Sophisten, die Meinungen zu Fakten umdeuten und momentan im Zeitalter digitaler Reproduktion wieder die totalitäre Mehrheit bilden oder zumindest daran sind, diese zu etablieren.

Doch eines ist einfach zu verstehen: In der Menschheitsgeschichte gibt es Menschen, die ihr Fleisch zum Verkauf, zur Miete, zum Gebrauch anbieten müssen, verwendet und verkauft werden, und es gibt ein paar Akteure, Institutionen und Ideologien, die exakt benennt werden müssen, die dieses Menschenfleisch für sich in Anspruch nehmen. Menschen sind Körper, die beschriftet werden. Diese Beschriftung erfolgt zunächst durch mächtige Erzählungen und nistet sich dann unter die Haut ein. Krieg und Pornokratie, die die sog. Sexarbeit strukturiert, also Körperteile auf Zeit als Verfügungsmasse für eine schmale Elite bereitzustellen, lässt sich in die Menschheitsgeschichte einordnen. Es gibt nur eine kurze befreite Epoche, die diesen Tausch verändert hat und zwar die liberale Demokratie.

Pornokratie. Was für ein Wort. Es klingt nach spätrömischer Dekadenz, nach vergoldeten Leibern auf zerfressenen Imperienthronen, nach Pasolini-Filmen voller Dreck, Blut, Sperma und Macht, nach jener letzten Phase einer Kultur, in der der Körper nicht mehr als menschlicher Ausdruck, sondern nur noch als zirkulierende Oberfläche wahrgenommen wird. Und doch beschreibt das Wort die Gegenwart erschreckend präzise. Wir leben in einer Zeit, in der Krieg pornographisch geworden ist und Pornographie kriegerisch. Beide operieren mit denselben Mechanismen: Entmenschlichung, Wiederholung, Emotionalisierung, Reizüberflutung und algorithmischer Verstärkung. Der Körper ist nicht mehr Person, sondern Content. Das Opfer ist nicht mehr Mensch, sondern Bildträger. Und die Gewalt verschwindet paradoxerweise gerade dort, wo sie pausenlos sichtbar wird.

Der Krieg wird ästhetisch konsumiert wie eine Netflix-Serie. Und gleichzeitig wird Pornographie politisch aufgeladen. Jeder Körper wird ideologisch lesbar gemacht. Geschlecht, Hautfarbe, Opferstatus, sexuelle Orientierung, Trauma – alles verwandelt sich in codierte Zeichen innerhalb eines gigantischen digitalen Bedeutungsmarktes. Pasolini verstand dies früher als viele andere. Sein „Salò“ war nie bloss ein Skandalfilm, sondern eine philosophische Diagnose. Der Faschismus, so Pasolini, herrscht nicht allein durch Ideologie, sondern durch die totale Verfügbarkeit des Körpers. Die Konsumgesellschaft vollendet das, was die alten Diktaturen begonnen haben. Der Mensch wird Ware. Der Körper wird Objekt. Das Begehren wird industriell, neu codiert organisiert. Heute, Jahrzehnte später, erscheint Pasolini beinahe prophetisch. OnlyFans, KI-generierte Pornographie, Deepfake-Sexvideos und algorithmische Datingmärkte verwandeln Intimität in eine globale Ökonomie. Millionen junger Frauen und Männer wachsen in einer Welt auf, in der Selbstobjektivierung nicht Ausnahme, sondern Normalität geworden ist. Und gleichzeitig explodiert die Einsamkeit

Menschenfleisch war historisch immer Verhandlungsmasse: Als Söldner und Soldaten verkauft wurden, als Mädchen und Frauen als Tribut, als Sklavinnen der siegenden Macht ausgeliefert wurden. Einzig die westlichen liberalen Demokratien haben dies verändert. Kein Wunder, dass von globalen Eliten sehr mächtig und eindrucksvoll versucht wird, Menschenfleisch wieder ohne Probleme verkaufen und verhandeln zu können. Sei dies via Codes, automatisiert, sei dies für Kriege, kurz, die Errungenschaft der Moderne, die aus dem Christentum stammt, die Sklaverei zu verbieten, soll rückgängig gemacht werden und es ist eindrucksvoll wie Medien, Kulturschaffende, Intellektuelle dies wie in der Sowjetunion, wie in den sozialistischen und marxistischen Totalitarismen in Verbindung mit der jüngsten faschistischen Strömung, dem Islamismus, mittels Codes tatsächlich zu schaffen scheinen.

In der Geschichte der Philosophie spielt das Menschenbild die grundsätzliche Rolle für das jeweilige politische System. Wir wissen dies von den Souveränitätslehren der Aufklärung; Je nach Menschenbild entwickelt sich Herrschaft. Im Zeitalter codierter Fiktionen und Reprioduktionen ist das Menschenbild eines, das auf Auflösung der Biologie basiert. Wie im Christentum wird der Körper verteufelt, dafür die Ideologie geheiligt: Die Seele und auch den Geist gibt es nicht, dafür den Code, den Sprechakt, der Biologie auflösen soll. Krieg und sexuelle Gewalt sind immer an Narrativen gekoppelt. Denn kein Mensch führt aus freien Stücken Krieg, kein Mensch, ausser den Perversen, den krank sozialisierten und stumpfen Männern, würde einfallen, die schlimmste sexuelle Folter anzuwenden, ausser eben es gibt ne gute Geschichte dazu. Dann ist alles machbar. Die neuen technischen Mittel werden immer zuerst auf Krieg und Pornographie angewendet. Bildgebende Verfahren operieren seit über 150 Jahren mit Bildern, die emotionalisieren, entmenschlichen, Unaussprechliches legitimieren.  „Im Zeitalter der digitalen Reproduktion“ sind die ikonografischen und philosophischen Bilderrevolutionen algorithmisch verstärkt. Es verschränken sich so ideologische Narrative und materielle Politik: Der Körper wird zur Ware, das Schlachtfeld zum Content, Gewalt zur ästhetischen Oberfläche. Künstliche Intelligenz, Plattformen wie Grok, Gemini, ChatGPT beschleunigen diesen Prozess und produzieren Informationen, die auf Deepfakes, KI-generierten Bildern, basierend auf codierten pornographischen Menschenbildern bauen und Krieg inszenieren, lange bevor die Fakten überprüft sind. Schlimmer noch: Die Wirklichkeit, wie in jedem Krieg, spielt plötzlich überhaupt keine Rolle mehr und wer es wagt, Wahrheit, Fakten zu schreien, wird hingerichtet.

Aufruf zum Guten: Wagt mehr Wirklichkeit!

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Sexismus ist Enteignung: Regula Stämpfli über die Angriffe im Tagesanzeiger gegen eine bekannte Kabarettistin 3.4.2022.

KLEIN REPORT VOM 3.4.2022 SEE http://www.kleinreport.ch/news/mediensexismus-enteignet-99253/

Ein Jahr nach dem «#MediaToo»-Skandal im Hause «Tages-Anzeiger» sitzen die Machos fester denn je in ihren Sesseln. Im März 2021 warfen 78 Journalistinnen in einem offenen Brief dem «Tages-Anzeiger» des Tamedia-Verlags (TX Group) strukturelle Diskriminierung, Sexismus und Lohnungleichheit vor. Ein Jahr später haut ein Starautor des Blattes, seit 37 Jahren fest angestellt, jetzt nur noch als freier Autor tätig, ein durch und durch sexistisches Porträt mit dem Titel «Diese Frau nervt» in die Tasten.

Ein Kommentar für den Klein Report der Politologin, Bestsellerautorin & Podcasterin (#diepodcastin) Regula Stämpfli.

2020 twitterte die Starkabarettistin, politische Autorin und veritables Wortgenie Patti Basler: «Lass es mich dir als Erziehungswissenschaftlerin sagen: Der Blick des Kindes geht zur Bezugsperson. Das kann auch der Vater sein. 1950 hat angerufen und gefragt, ob wir den Vaterschaftsurlaub schon hätten. #2020 #Gerngeschehen.» Dies, weil Jean-Martin Büttner ein Mama-Heulstück erster Güte publiziert hatte. Der Tweet von Patti Basler war witzig, der Artikel von Jean-Martin Büttner zwei Jahre später, überhaupt nicht. Mit «Diese Frau nervt» (von Zürich über Basel bis Bern und darüber hinaus verteilt) greift Jean-Martin Büttner Patti Basler sowohl als Person massiv an sowie auch ihr Geschäftsmodell. Büttners Porträt über Patti Basler ist keine Beschreibung, sondern ein Ausbruch der eigenen Gefühle: Ihn nervt Patti Basler derart, dass er einen Text mit dem Ziel, maximalen Schaden anzurichten, verfasst – Begleitbild inklusive.

Einige strukturelle Muster gefällig? Sie sei «dauerpräsent», sie sei «selbstgerecht», sie sei eine «systematische Dutzerin» – als ob sich irgendwer in der Schweizer Promiszene NICHT duzen würde und – wait for it – «sie hat zu allem eine Meinung». Wo kommen wir denn hin, wenn Frauen eine Meinung haben, nicht wahr? (Ironiedetektor einschalten.)

Dies ist kein Ausrutscher Büttners, sondern solche Sexismen haben System. Jede Intellektuelle, jede prominente Frau in der Schweiz hat diese Männer-Medienkumpanei schon erleben müssen – einige haben die Attacken nicht überlebt. Der jüngste Fall war Patrizia Laeri, die vor Gericht mit ihrer Klage gegen «Inside Paradeplatz» nicht durchkam, obwohl der Sexismus gegen ihre Person «Neo-Finanzfrau» durchaus auch als unlauterer Wettbewerb «dessen Performance ist im Vergleich zum Schweizer Index ungüngstig» und als Geschäftsschädigung hätten interpretiert werden können. Sexismus ist nicht einfach unschön und diskriminiert theoretisch, sondern ist so angelegt, dass die angegriffenen Frauen enteignet werden sollen und/oder in ihrer Fähigkeit, Kapital zu bilden, gebremst und/oder blockiert werden.

In den deutschschweizerischen Medien grüsst das sexistische Murmeltier fast täglich und es sind nicht selten dieselben Akteure, die einander in der Hetze gegen gewisse Frauen unterstützen. Es wäre höchste Zeit, die patriarchalen Mottenkisten für alle Zeiten auszumisten und wegzuwerfen. Und Patti Basler sei doch eine juristische Intervention empfohlen – es würde allen prominenten und künftigen Frauen helfen.

Hier auch die Folge der #diepodcastin zu: SEXISMUS ENTEIGNET. https://diepodcastin.de/2022/01/15/diepodcastin-on-deprivation-sexismus-ist-enteignung-isabel-rohner-regula-stampfli-uber-mariah-carey-patrizia-laeri-inside-paradeplatz-komasaufen-transschwimmrekorde-episode-kurzblumel/

https://twitter.com/laStaempfli/status/1510972651572969474?s=20&t=OlJtbCOKviMyk9nYGWe5HA
Der Medienkommentar von Regula Stämpfli für den Klein Report: Viel Mut, viel Verve und die Erkenntnis, dass auch der TX-Konzern sich weiterhin mit patriarchalen Mottenkisten-Schreiber brüstet.

Lorenz Meyer empfiehlt im BILDblog (Kritisches über deutsche Medien seit 2004) #diepodcastin von Isabel Rohner & Regula Stämpfli, 29.1.2022.

Aus dem BILDblog siehe https://bildblog.de/133080/kw-0422-hoer-und-gucktipps-zum-wochenende/ schreibt Lorenz Meyer: “Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!” : diepodcastin.de, Isabel Rohner & Regula Stämpfli, Audio: 49:13 Minuten)
Im feministischen Wochenrückblick der “Podcastin” sprechen Isabel Rohner und Regula Stämpfli gleich über mehrere Themen mit Medienbezug: über die italienische “Vogue”, den besten “Guerilla-Girl-Account auf Instagram” im deutschsprachigen Raum, einen “Machttext” zum Treffen von Annalena Baerbock mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow und die Attacken des Chef-Europakorrespondenten von “Politico” gegen die Historikerin Annika Brockschmidt.

Isabel Rohner & Regula Stämpfli in #diepodcastin

Isabel Rohner und Regula Stämpfli in #diepodcastin – Der feministische Wochenrückblick. Hier denken die beiden Doktorinnen ihres Fachs und preisgekrönte Autorinnen über Politik, Kultur, Wirtschaft, Demokratie, Gleichstellung, Diversität nach. Dies wöchentlich sprechend denkend, denkend sprechend. Diese Woche geht es um #Frauengesundheit #Femizide und #Werbekampagne von #Zara.

Wir wünschen Euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen in der #Pandemie . Seien wir dankbar, dass wir in einer Demokratie leben.

Hier der Link zur Folge: Die Podcastin. Isabel Rohner und Regula Stämpfli über Google, Demokratie, Frauen, Gesundheit, Pandemie und sexistische Werbekampagnen. http://diepodcastin.de/2021/11/20/diepodcastin-mit-schwerpunkt-frauenungesundheit-isabel-rohner-und-regula-staempfli-ueber-frauengewalt-femizid-eines-14jaehrigen-an-einer-14jaehrigen-google-misogynie-zara-maedchenfolterbilder-br/

#DiePodcastin zu Macht, Sexismus, Misogynie bei Tamedia, BILD u.a.: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Medienstrukturen

#DiePodcastin zu Macht, Sexismus, Misogynie bei Tamedia, BILD u.a.: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Medienstrukturen. Was für eine Woche! Am 5. März 2021 haben sich 78 (!) Journalistinnen der Tamedia-Gruppe (= eines der wichtigsten und größten Verlagshäuser in der Schweiz, zu der mehrere einflussreiche Tages- und Wochenzeitungen gehören) in einem Offenen Brief an die Geschäftsleitung und Chefredaktion gewendet und den strukturellen Sexismus in den Redaktionen beklagt. Ihr Brief enthält dabei konkrete Forderungen und einen 7-seitigen Anhang mit konkreten Vorfällen von Sexismus: von sexistischen Sprüchen bis zur Verhinderung feministischer Berichterstattung und zu massiver Lohnungerechtigkeit. laStaempfli und Rohnerin schildern, wie die Presse selber mit diesen Vorwürfen umgegangen ist (Spoiler: sehr, sehr langsam und verzögert, zum Teil bis heute gar nicht) und bringen auf den Punkt, was das Problem sexistischer Medien ist: Medien schaffen Welt. diepodcastin-zu-macht-sexismus-misogynie-bei-tamedia-bild-u-a-isabel-rohner-regula-staempfli-ueber-medienstrukturen_500x667
Wenn sie als Organisationen und in ihrer Berichterstattung sexistisch sind, sind Frauen kein gleichberechtigter Part dieser Welt. Deutschland kann sich dabei übrigens nicht zurücklehnen: Gegen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt läuft ein “Compliance-Verfahren”, nachdem ihm  mehrere Frauen Nötigung und Mobbing vorgeworfen haben. Doch während in der Schweiz strukturell diskutiert wird, wird hier sexistisches Verhalten personalisiert. Ganz zu Beginn Rohnerin sehr lustig: Stichwort MÄNNERMEDIZIN. Hier verweist die Podcastin auf die grosse Dr. Julia Fischer im Gespräch siehe http://diepodcastin.de/2021/02/03/isabel-rohner-regula-staempfli-befragen-expertinnen-diepodcastin-im-gespraech-heute-mit-der-grossen-dr-med-julia-fischeraerztinmoderatorin/

Regula Stämpfli über Umfragewerte: Wie Demokratien scheitern in Persönlich – Onlinemagazin für Entscheider&Meinungsführer

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Regula Stämpfli im TeleBasel über “Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt”

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Regula Stämpfli während ihrer Booktour in Wien: Louise Deininger (Künstlerin, Aktivistin) Doris Kittler und Regula Stämpfli holding “Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt”

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Regula Stämpfli über linke Männer und rechte Macher anlässlich “In Badehosen nach Stalingrad” in der Basler Zeitung 12.10.2018

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