“Algorithmische Öffentlichkeit” – wie Demonstranten zu Datensätzen werden. Von Regula Stämpfli. 10. April 2027

#HannahArendtLectures Artikel und Bild Copyright © by Regula Stämpfli 2026 Bild (c) von Regula Staempfli KI-generiert, laStaempflis Denkmaschine, 2026. Wikipedia: Regula Staempfli leitete von 2018-2025 die Hannah Arendt Lectures an der HSG. Die Politphilosophin war ausserdem Intendantin am IFG Ulm, International Forum for Design. Ein Wikipedia-Troll korrigiert ständig die Einträge von laStaempfli zwecks Misogynie. Es handelt sich dabei um einen sehr prominenten Schweizer Journalisten by the way. Ausserdem fehlt das neuste Buch von Regula Stämpfli: “Trumpism. The Algorithmic Age.” Doch nun zum Artikel:

“Es ist ein Bild unserer Zeit: Nicht die Wirklichkeit, in unserem Beispiel hier, die Barrikade, entscheidet über politische Wirksamkeit, sondern das Bild der Barrikade. Nicht der Protest selbst erzeugt Öffentlichkeit, sondern seine algorithmische Verwertbarkeit. Hier ein aktuelles Beispiel: Nach den Ausschreitungen an der unbewilligten Pro-Palästina-Demo vom Oktober 2025 veröffentlicht die Berner Kantonspolizei im März 2026 unverdeckte Bilder, weil sie 31 gewalttätige Täter identifizieren will. Weitere 101 vermummte mutmassliche Täter und Täterinnen wurden schon durch den Öffentlichkeitsaufruf identifiziert. Während die staatlichen Stellen gewisse Datensätze aufgrund geltender Rechtsgrundlagen und zu Recht, NICHT verwenden konnten, taten dies Private.

Und genau deshalb ist die Entscheidung der Berner Polizei, unverpixelte Bilder von Demonstranten zu veröffentlichen, mehr als eine polizeiliche Massnahme. Sie ist ein Symptom unserer Zeit. Sie zeigt, wie sehr wir bereits in einer algorithmischen Öffentlichkeit leben, in der Menschen nicht mehr zuerst Bürger sind, sondern visuelle Datensätze – ein Thema, dass ich im Hinblick auf die Demokratie schon längst diskutiert habe.

Demonstrationen sind Bildmaterial. Teilnehmende sind Identifizierungsmerkmale. Politische Konflikte sind Narrative und Datenpakete. Die Veröffentlichung der Bilder ist deshalb nicht einfach ein Akt der Strafverfolgung. Sie ist ein Moment, in dem sich die Logik unserer Gegenwart offenbart: Politik wird zum Bildereignis, Strafverfolgung wird zur Öffentlichkeitsstrategie, und die Gesellschaft wird zum digitalen Fahndungsraum.

Dabei zeigt sich eine interessante Dialektik: Die gleichen Milieus, die jahrelang die totale Sichtbarkeit gefordert haben, die Transparenz, die Dokumentation, die moralische Überwachung, die Cancel Culture, die öffentliche Anklage – sie sind nun selbst Teil genau dieser Sichtbarkeitsmaschine geworden. Wer jahrelang den digitalen Pranger normalisiert, darf sich nicht wundern, wenn er selbst einmal darauf landet. Das ist keine moralische Feststellung. Es ist eine strukturelle. Denn die algorithmische Öffentlichkeit kennt keine Freundschaften. Sie kennt nur Muster.

Das eigentlich Interessante an diesen Bildern ist deshalb nicht, wer darauf zu sehen ist. Sondern wie sie funktionieren. Sie zeigen eine neue Form politischer Ästhetik. Man erkennt sofort die visuelle Grammatik der Gegenwart: Keffiyeh als globaler Protestcode, schwarze Kleidung als urbanes Widerstandszeichen, Kapuzen als Symbol der anonymisierten Aktivität. Diese Bilder sind nicht zufällig. Sie sind Teil einer globalisierten Bildsprache des Protests.

Protest ist heute nicht Handlung. Protest ist Design. Protest ist ein Datenpaket.

Das wäre an sich nicht neu. Schon die Französische Revolution hatte ihre Symbole, ihre Kokarden, ihre Farben. Aber der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit und in der totalen Reproduzierbarkeit. Heute wird jedes Symbol sofort Teil eines globalen Bilderstroms. Jede Demonstration ist gleichzeitig Content und Datenpaket. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem. Denn wer Content produziert, wird selbst zum Content.

Die Demonstranten wissen das. Die Polizei weiss das. Die Medien wissen das. Und trotzdem tun alle so, als würden sie noch in einer klassischen Öffentlichkeit handeln. Dabei ist diese längst verschwunden. An ihre Stelle ist ein Raum getreten, den ich „algorithmischen Öffentlichkeitsautomatismus“ nenne: ein Raum, in dem Sichtbarkeit nicht durch Argumente entsteht, sondern durch Bildlogiken, in dem Aufmerksamkeit nicht durch politische Inhalte entsteht, sondern durch visuelle Codierung.

Die Berner Polizei handelt deshalb nicht nur als Strafverfolgungsbehörde. Sie handelt als Akteur in dieser Bildökonomie. Sie nutzt dieselbe Logik wie soziale Medien: Sichtbarkeit erzeugt Reaktion. Veröffentlichung erzeugt Information. Öffentlichkeit erzeugt Daten. Man kann das kritisieren. Man kann es verteidigen. Aber man kann nicht mehr so tun, als wäre es nicht Realität. Denn die entscheidende Veränderung unserer Zeit ist nicht politisch. Sie ist epistemisch und algorithmisch. Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der Wirklichkeit zuerst erfahren wird. Wir leben in einer Welt, in der Wirklichkeit zuerst gesehen wird. Wer gesehen wird, existiert. Wer nicht gesehen wird, verschwindet. Digitalisierung gibt einerseits Sichtbarkeit, andererseits vernichtet sie die reale Welt, indem sie sie neu beschriftet.

Das ist die eigentliche Machtverschiebung unserer Zeit.

Hannah Arendt hat einmal beschrieben, dass Politik dort entsteht, wo Menschen einander erscheinen. Was sie nicht wissen konnte: dass dieses Erscheinen einmal durch Plattformlogiken vermittelt werden würde, durch Kameras, durch Uploads, durch Gesichtserkennung, durch Datenbanken. Das Problem ist deshalb nicht die Polizei. Das Problem ist die Infrastruktur der Sichtbarkeit.Denn diese Infrastruktur verändert alles. Sie verändert, wie Protest organisiert wird. Sie verändert, wie Gewalt dokumentiert wird. Sie verändert, wie Schuld zugeschrieben wird. Sie verändert, wie Öffentlichkeit funktioniert. Die wirkliche Frage lautet deshalb nicht: Darf die Polizei das? Die wirkliche Frage lautet: Können wir noch zwischen Rechtstaat und digital konstruierter Sichtbarkeit, d.h. Codierung, Fiktion, Narrativ, unterscheiden?

Die algorithmische Öffentlichkeit kennt keine Unschuld. Sie kennt nur Mustererkennung.”

SRF hat nachgezogen: KI-Tools für die Polizei? Mit männlichen Experten natürlich. Algorithmen sind bei SRF Männersache oder dürfen nur von Nicht-Schweizerinnen beantwortet werden…. Ironiedetektor gewünscht, hier der Link: https://www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/bald-ki-tools-fuer-schweizer-polizei?urn=urn:srf:video:48e5ef5f-1824-418d-a981-6259e3c41d48

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.” Von Regula Stämpfli

Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.
Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.

In den Medien machte der Antisemitismus der Elite an der Universität Zürich, an der ETH, an der ZHdK massenhaft Schlagzeilen. Wie kommt es, dass eine antisemitische Minderheit, die seit zwanzig Jahren Minderheit blieb, plötzlich in der Mitte angekommen ist? Hier ein Kurz-Essay von Regula Stämpfli, laStaempfli am 7.4.2026.

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.”

Es gibt einen Trumpismus, über den fast niemand spricht. Nicht den politischen. Nicht den medialen. Sondern den stillen, hartnäckigen Trumpismus des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs. Er funktioniert nach denselben Regeln: Polarisierung statt Urteilskraft. Zugehörigkeit statt Argument. Moral statt Kompetenz. Auch hier begann alles harmlos – mit dem Versprechen von Reform; Beispiel Toni-Areal und ZHdK. Als die Zürcher Kunst- und Designhochschulen, „Zürcher Hochschule der Künste ZHdK  2014 ins Toni-Areal zogen, wurde das als großer Fortschritt gefeiert: Ende der Zersplitterung, Ende der provinziellen Enge, endlich internationale Sichtbarkeit und effiziente Strukturen. Auf dem Papier klang es vernünftig. In Wirklichkeit kam dies einer stillen Zäsur gleich. Aus einer Landschaft eigenwilliger Institute inklusive deren Leiterinnen, wurde ein zentralisiertes System. Aus Persönlichkeiten wurden Strukturen. Und wo Strukturen herrschen, gewinnen nicht mehr die originellsten Köpfe, sondern die kompatibelsten.

Das ist kein Zürcher Sonderfall. Das ist der Bologna-Effekt in Reinform: Bildung wird vergleichbar, messbar, verwaltbar. Und alles, was verwaltet wird, beginnt früher oder später, sich wie Verwaltung zu benehmen.So entstand im Kulturbetrieb eine neue Karrierelogik. Nicht mehr ästhetisches oder intellektuelles Risiko führt nach oben, sondern diskursive Sicherheit. Wer die richtigen Begriffe beherrscht, die passenden moralischen Signale setzt und die aktuellen Förderformeln kennt, kommt weiter als jemand, der tatsächlich etwas Neues wagt. Das Ergebnis ist paradox: Noch nie wurde so viel von „Innovation“ und „Kreativität“ gesprochen. Und noch selten war so wenig davon zu spüren. Stattdessen sehen wir stromlinienförmige Lebensläufe, perfekt kalibrierte Anträge und makellose moralische Selbstverortungen. Die neue Elite ist nicht mehr avantgardistisch. Sie ist administrativ brillant. Ihr neues Glaubensbekenntnis heisst D.E.I. – Diversity, Equity, Inclusion oder auf schweizerisch, siehe „Diversitätsleitfaden“ der SRG, Gleichstellung, queer, migrantisch. So wird aus Anträgen standardisierte Gebete; dieselben Phrasen, dieselben Referenzen, dieselben Signifikanten. Kritik ist rhetorisch, falls echt, sofort Grund zum Ausschluss. Diese Cancel-Culture ist Gewaltmonopol der mächtigen öffentlichen Institutionen, die Diversitätsleitfäden vorgeben. Hier schliesst sich der Kreis zum „Trumpismus; diesem Funktionsmodus, diesem ideologischen Lagerdenken ohne Komplexität. Entweder bist Du auf der richtigen Seite oder Teil des Problems. Narrative definieren Realität. Die milieukonforme Einseitigkeit, gepaart mit beliebten Juden- und Frauenhass, wird heute mit Kunst-Preisen überschüttet. Hannah Arendt hat einmal gewarnt, die größte Gefahr für das Denken sei nicht einfach der Fanatismus, sondern die automatisierte Sprechakte & Funktionsweisen.

„Alma.“ Ein Gedicht an eine Stadt: Triest. Ein Roman über die Sprachlosigkeit des Krieges in höchster Poesie. Das Gespräch zwischen laStaempfli und Federica Manzon über ihren italienischen Bestseller „Alma“ – ein Roman, der ganz frisch im Pfaueninsel Verlag erschienen ist. Podcast auf ART IS A PIECE OF CAKE von Regula Staempfli.

„Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück. Hier begegnet sie ihrer Jugendliebe Vili wieder, der ihr nun das väterliche Erbe übergeben soll. Zwischen den Erinnerungen an die Habsburger Kaffeehäuser ihrer Großeltern, an endlose Kindheitssommer und die Straße gen Osten, auf der ihr Vater einst immer wieder verschwand, wird Alma mit Fragen nach Herkunft, Liebe und Identität konfrontiert.“ Die italienische Schriftstellerin Federica Manzon gehört zu den interessantesten Stimmen der zeitgenössischen europäischen Literatur. Geboren in Trieste, jener Stadt zwischen Italien, Mitteleuropa und Balkan, ist ihr Schreiben stark geprägt von Grenzräumen, Erinnerung und der Frage nach Herkunft und Identität.

Federica Manzon arbeitete viele Jahre im literarischen Betrieb, unter anderem als Lektorin beim Verlag Guanda und als Dozentin an der von Alessandro Baricco gegründeten Scuola Holden in Turin. Diese doppelte Perspektive – als Autorin und als leidenschaftliche Vermittlerin von Literatur – prägt auch ihr Werk. Podcast von laStaempfli ART IS A PIECE OF CAKE – überall, wo es Podcasts gibt und auf www.artisapieceofcake.art, die Folge mit Federica Manzon hier https://artisapieceofcake.art/2026/03/11/alma-ein-gedicht-an-eine-stadt-triest-ein-roman-ueber-die-sprachlosigkeit-des-krieges-in-hoechster-poesie-das-gespraech-zwischen-lastaempfli-und-federica-manzon-ueber-ihren-italienischen-bests/

Dr. Regula Staempfli am Berner Medientag 2026: Referat. “Journalismus oder Kontrollverlust. Medien im Zeitalter von Codes und Diskurs.” Referat und Bilder.

Demokratie lebt nicht von abstrakten Werten, sondern von funktionierenden Qualitätsjournalismus mit Kontrollfunktion gegen die Mächtigen. Journalismus ist kein moralisches Beiwerk der Politik, ist auch nicht zuständig für codierte Narrative oder “bessere” politische Positionen, sondern funktioniert nur als PERMANENTE ZUMUTUNG. Es geht um Recherche, Relevanz und Information, nicht um Framing, wie es von SRF permanent gemacht wird. Statt von Terroristen redet man von “Aktivisten” oder “Widerstand”; statt von Mord, Amok, Anschlag von “psychisch labilen Tätern” oder am liebsten gar: “Ursache unbekannt.” Es geht um Wirklichkeit und darum, dass die Bürgerinnen und Bürger sich informieren können um ihren Ort, ihre Verwurzelung, dort, wo sie in den Demokratien auch aktiv eingreifen können. Hier zum Referat, das mit einer lustigen Übung: Gugus – DADA, ein laStaempfli-Original begann. https://www.bernermedientag.ch/wordpress/wp-content/uploads/2026/03/REF-BMT26-Regula-Staemplfi.pdf

Berner Medientage, 28. Februar 2026 mit Regula Staempfli. Es geht um die “Mobilisierung der Journalisten und Journalistinnen in die Welt” oder in laStaempflis Worten: “More reality, please”!

“Oft ist die Rede davon, dass Medien Demokratien «retten». Und tatsächlich – im informationsgesellschaftlichen Sinn stimmt das. Das Sortieren, Reflektieren und Beobachten von Zuständen und Fakten schafft Orientierung für viele und ist wichtiger denn je. Die Berichterstattung und die damit verbundene Archivierung des Zeitgeschehens sind nicht bloss Dokumentation, sondern ein Teil des kollektiven Gedächtnisses. Fällt dieser Teil weg, gehen Dinge verloren, die den Weg einer Entwicklung sichtbar gemacht hätten. Es ist, als stünden wir ohne Kompass in der Wüste, während der Wind hinter uns die Spuren verweht. Manchmal scheint genau dieses Vergessen gewollt. Denn vergessen kann befreiend sein – nur bleibt die Frage: für wen?” (…) “Redaktionen sollten nicht an den Bürotisch rationalisiert, sondern ins Feld mobilisiert werden. Denn Journalistinnen und Journalisten, die draussen unterwegs sind, nehmen die Welt anders wahr als jene, die im Büro auf die nächste Pressemitteilung warten. Eine These: Wäre die Frage der Brandsicherheit in Crans-Montana im Vorfeld thematisiert worden, wenn ein funktionierender und finanzierter Journalismus zuvor seine Arbeit und seine Aufgabe hätte erfüllen können? Nun hören wir Stimmen, die sagen, sie hätten «schon lange davor gewarnt» …”

Journalismus oder Kontrollverlust?
Medien im Zeitalter von Codes und Diskurs
. Referat von Politphilosophin Regula Stämpfli, Autorin von “Trumpism. The Algorithmic Age. 2025.”

Anmelden bitte hier: https://www.bernermedientag.ch/2026/medien-zwischen-staat-recht-und-oeffentlichkeit/

Berner Medientag Nr. 34
Medien zwischen Staat, Recht und Öffentlichkeit

Wann: Samstag, 28. Februar 2026
Wo: Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 3011 Bern
Türöffnung: 
9:30 Uhr
Beginn: 10:00 Uhr
Ende: 16:00 Uhr (vorgesehen – mit vielleicht Nachgang an der Bar …)

www.bernermedientag.ch
www.hotelbern.ch

Dieser Beitrag wurde im ensuite – Zeitschrift zu Kultur & Kunst, Nr. 278, Ausgabe Februar 2026, abgedruckt. 

Was die KI Google über Regula Staempfli erzählt. Algorithmenexpertin. 7.1.2026

Aus dem Archiv Deutschlandfunk: 2015 als Journalismus noch nicht codierten Fiktionen folgte: Musik und Fragen zur Person. Die Politologin Regula Stämpfli mit dem zauberhaften Michael Langer (1959-2020) im Gespräch.
Aus dem Archiv Deutschlandfunk: 2015 als Journalismus noch nicht codierten Fiktionen folgte: Musik und Fragen zur Person. Die Politologin Regula Stämpfli mit dem zauberhaften Michael Langer (1959-2020) im Gespräch.

Auf der Suche nach einem alten Vortrag, den laStaempfli 2024 beim Österreichischen Journalistinnentag gehalten hat, gab die KI folgende Antworten auf Regula Staempfli. Gar nicht so übel. Ausser der Satz mit “No Data without Representation” – da geht es um die politische Mitbestimmung über die Daten, die über die eigene Person publiziert werden, wie bspw. ein CV über Regula Staempfli.

Hier der Text von Google und im Anschluss ein paar Links von Vorträgen zum Thema:

Regula Stämpfli, eine Politologin, Autorin und Algorithmen-Expertin, beschäftigt sich intensiv mit Algorithmen im Kontext von Journalismus und Gesellschaft; sie war beispielsweise als „Algorithmen-Expertin“ bei der Bertelsmann-Stiftung tätig und kritisiert, wie Datenlücken und Polarisierung in der digitalen Welt die Demokratie beeinflussen, und spricht bei Veranstaltungen in Wien über die Biopolitik der Digitalisierung. Sie analysiert die Rolle von KI und Algorithmen, fordert eine „Demokratisierung der Digitalisierung“ und ist als Kommentatorin in Medien präsent, oft mit Bezug zu ihrer Rolle als „wiener Journalistin“ oder Expertin für politische Fragen. 

Zentrale Punkte zu Regula Stämpfli und Algorithmen:

  • Expertise: Sie gilt als Expertin für Algorithmen und deren politische Auswirkungen, mit Fokus auf Demokratie und Digitalisierung.
  • Kritische Perspektive: Stämpfli kritisiert Datensätze als lückenhaft und warnt vor Polarisierung, die durch Algorithmen und Medien verstärkt wird.
  • Engagement in Wien: Sie tritt bei Veranstaltungen in Wien auf, wie bei den „Nächten der Philosophie“, um über Digitalisierung und Biopolitik zu sprechen.
  • Journalistische Einbindung: Sie kommentiert für Medien (z.B. Klein Report) und wird als „Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung“ erwähnt, wenn auch ihr Fokus auf Politologie liegt.
  • Forderung: Ihr Credo lautet „No Data without Representation“ und „Was im realen Leben verboten ist, darf auch digital nicht erlaubt sein“. 

Zusammenfassend ist Regula Stämpfli eine meinungsstarke Stimme, die Algorithmen als zentralen Faktor für politische und gesellschaftliche Entwicklungen sieht und deren Einfluss kritisch hinterfragt, auch in Bezug auf die Rolle von Journalistinnen und Medien in Österreich und international.”

Leitmedien und die Fehlsortierung globaler Krisen. Von Regula Staempfli, Autorin des “Algorithmic Age” – eine bekannte Medienkritikerin. Diesmal am Beispiel Venezuelas, 6. Januar 2026. Als Artikel auf X gepostet und auf LinkedIn.

Leitmedien und die Fehlsortierung globaler Krisen: Ein Versagen ideologischer Blasen am Beispiel Venezuelas. 6. Januar 2026 von Regula Stämpfli

In einer Ära verzerrter Narrative versagen Leitmedien systematisch bei der Priorisierung relevanter Themen – und untergraben damit Demokratien. Während sie Ressourcen in die Dämonisierung demokratisch gewählter Politiker wie Donald Trump stecken, den sie routinemäßig als “Faschisten” brandmarken, bleiben echte Bedrohungen wie die Achse zwischen Diktatoren unterbelichtet. Dieses Bias fördert Polarisierung, legitimiert Autokraten und schürt Bürgerkriegsstimmungen in westlichen Gesellschaften. Wenn Leitmedien so berichten, gehen Demokratien unter.

Nehmen wir die jüngsten Ereignisse: Nicolás Maduro wurde am 3. Januar 2026 durch eine US-Militäroperation entfernt und nach New York gebracht, wo er Anklagen wegen Drogen- und Terrorfinanzierung erwartet. Die ARD-“Tagesschau” porträtierte ihn als “Busfahrer, Präsident, US-Gefangener” – eine Verharmlosung, die Maduro als bloßen “Machthaber” darstellt, während Trump als “Diktator” diffamiert wird – eine dreiste Täter-Opfer-Umkehr.

Tatsächlich ignorierten und ignorieren Medien wie “Echo der Zeit” Maduros geopolitische Netzwerke: Seine Allianz mit dem Iran machte Venezuela zu einem Brückenkopf für Teherans Interessen in Lateinamerika, inklusive Sanktionsumgehungen, Öllieferungen und Hezbollah-Aktivitäten. Caracas schuldet Teheran rund zwei Milliarden Dollar, finanziert durch gemeinsame Korruption und Drogenhandel. Viele, inklusive der Autorin, wussten davon nichts – weil es in die anti-israelischen und anti-Trump-Narrative nicht passt.
Dieses Versagen ist ideologisch und antidemokratisch: Im 21. Jahrhundert behandeln Leitmedien linksextreme Diktatoren als Opfer US oder Europa-Imperialismus, sie schreiben die Geschichte mit Neusprech völlig um und nennen dies dann “modern”, postkolonial oder gar “progressiv.” Maduros Terrorfinanzierung war eine ÖRR und Service-Public -Leerstelle. Dies nicht zuletzt, um “Islamophobie”-Vorwürfe zu vermeiden und dem codierten Narrativ des Antizionismus nicht zu schaden. Ähnlich war es dieser Tage beim Iran: Volksaufstände gegen wirtschaftliche Krise und Repression werden bagatellisiert, Regime-Propaganda unkritisch übernommen, Israel und die USA dringend vor jeder Einmischung schon im Vorfeld delegitimiert. Dies nützt den islamofaschistischen Mullahs, einem totalitären System, das Hannah Arendt genau so auch genannt hätte. Die Konsequenzen solcher Fehlinformation sind fatal. Autokratische Systeme werden legitimiert, während westliche Demokratien durch innere Spaltung geschwächt werden. Polarisierte Wähler driften zu Extremen, Regierungen
ignorieren den Wählerwillen zugunsten codierter Narrative.
Öffentlich-rechtliche Medien verletzen damit das Gemeinwohl, fördern
antidemokratische Kräfte und befeuern Bürgerkriege. Dies muss aufhören – bevor Demokratien kollabieren.

Karin Wenger in der NZZ: Eine Medienkritik von Dr. phil. Regula Staempfli: Kreuzfalsche codierte Narrative über Israel. 29.12.2025. Journalisten und Journalistinnen, die eigene Ideologien statt Berichterstattung liefern.

Bild: Israelische Nationalbibliothek. Fotografiert von laStaempfli am 7.12.2025. Eine Nationalbibliothekt, die übrigens neben den israelischen Publikationen über verschlungene Wege auch palästinensischen Kulturdokumente speichert.

laStaempflis Medienkritik an der NZZ, Karin Wengers Artikel: “Israel läuft Gefahr, zum Paria-Staat zu werden. Vielleicht wagt es 2026 aber auch einen Neuanfang. In Diplomatie, Kultur und öffentlicher Meinung verliert Israel seit dem Beginn des Gaza-Kriegs an Ansehen. Um nicht langfristig zu einem Paria-Staat zu werden, braucht das Land eine neue Führung.”

Israel ist laut Wenger also isoliert und selbst daran schuld. Das Land wird in Wengers Text personalisiert, polarisiert und so zusammengefasst, wie dies die NZZ über ein anderes Land nie schreiben würde.
Die Prämisse, Israel sei ein “Paria-Staat” hat alles mit der Journalistin, wenig mit der Realität zu tun.
Die „Isolation“ ist keine diplomatische Tatsache, sondern Wengers mediale Konstruktion. Ein codiertes Narrativ einer Kultur- und Medienelite, die Israel als Paria-Staat definiert und die Gefahr des Islamofaschismus nicht nur für Israel, sondern für den Westen insgesamt, aus ideologischen Gründen negiert.

Israel ist nicht isoliert: militärisch nicht (enge Kooperation mit USA, Deutschland, Indien), wirtschaftlich nicht (Tech, Rüstung, Forschung), geheimdienstlich nicht (informiert die EU über drohende Anschläge), regional nicht (Abraham Accords on the go, stille Kooperation mit arabischen Staaten). Was Karin Wenger beschreibt, ist kein objektiver Zustand, sondern eine westliche Diskursblase, die Boykotte von Kulturinstitutionen und UN-Resolutionen mit geopolitischer Realität verwechselt.

Der Text verwendet zudem ständig ein Vokabular, das auf nicht-demokratische Staaten angewendet wird: Wenger schwafelt von „autoritäre Züge“, „Loyalisten“,„quasi rechtsfreier Raum“ – und sie konzentriert sich auf den demokratisch gewählten Regierungschef Benjamin Netanjahu, quasi Israel als One-Man-Show. Netanjahu wird mit ISRAEL gleich gesetzt, für alles persönlich verantwortlich gemacht. Kulturelle Boykotte, Trump-Frustrationen, gesellschaftliche Spaltung, alles lässt sich in Wengers Diktion und übrigens mit klassisch antisemitischen Klischees, auf den jüdischen Regierungschef zurück führen. Dies ist so vorhersehbar wie unoriginell. Uns Leserinnen und Leser würde viel mehr interessieren, wie Israel den Krieg, den es gewonnen hat, zu Ende bringen kann, so dass der islamofaschistische Terror nie mehr zur existentiellen Bedrohung von Israel und dem Westen heranwachsen kann. Der gesamte Text ist moralische Nivellierung, keine Analyse.


Die reale Problematik der Siedlergewalt wird zudem verallgemeinert, entkontextualisiert, nicht unterschieden von staatlicher Politik. Israel wird auf seine radikalsten Ränder reduziert – ein klassischer Delegitimierungsmechanismus, den man bei keinem anderen demokratischen Staat in dieser Form anwendet. Oder würde Wenger aus Frankreich auch nur aus der Warte von Marine Le Pen berichten? Der Text erklärt nicht Israels Isolation – er produziert sie, indem der Artikel moralische Kategorien und sog. Haltungsjournalismus betreibt. Dafür braucht es aber keine Korrespondentin, da reicht locker eine antizionistische Aktivistin mit islamofaschistischen dystopischen Fantasien. Wengers Text ist performativer Journalismus: Er erzeugt die Realität, die er beklagt. Allein die Frage: “Was für eine Nation wollen sie sein?“ ist paternalistisch und ahistorisch. Israel ist seit 75 Jahren eine Demokratie, unter permanentem globalen Angriff durch die islamofaschistischen Gruppierungen und Staaten, hält sich als Demokratie aber wacker mit einer pluralen, streitbaren Öffentlichkeit, die wir auch von der Schweiz her kennen.

Der Text von Karin Wenger erklärt Juden und Jüdinnen, wie diese zu existieren haben. Dies ist kein Journalismus, sondern moralischer Paternalismus, der selbst als Kommentar fehl am Platz wäre, als Artikel in der NZZ aber wirklich keine Berechtigung hat.

Hier der Artikel in der NZZ: https://www.nzz.ch/international/israel-laeuft-gefahr-zum-paria-staat-zu-werden-vielleicht-wagt-es-2026-aber-auch-einen-neuanfang-ld.1915801

Regula Stämpfli: Teherans Borgias – Wie Ali Khamenei herrscht. Spannendes Buch von Ali Sadrzadeh über Ali Khamenei. Aufstieg und Herrschaft. laStaempfli titelt die Rezension in der Weltwoche, Nr. 51/25 mit “Teherans Borgias.”

Bildschirmfoto des Artikels in der Weltwoche 51/2025 siehe Link: https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2025/12/WEW_51_060_BUCH_REZ.pdf

Ali Khamenei regiert den Iran nicht wie ein Staatspräsident, sondern wie ein sakral legitimierter Autokrat: als Kalif, Papst und Schattenherrscher zugleich. In ihrer Rezension von Ali Sadrzadehs Buch Ali Khamenei. Aufstieg und Herrschaft zeigt Regula Stämpfli, warum der iranische Mullahstaat weniger einem modernen Staat als einem religiösen Gewaltkartell gleicht. Sadrzadeh schreibt keinen nüchternen Lebenslauf, sondern einen politischen Thriller, der offenlegt, wie Macht durch Mythos, Ideologie und systematische Gewalt gesichert wird.

Besonders eindrücklich ist die Analyse der geistigen Grundlagen des Regimes: Der Antisemit Ahmad Fardid, Heidegger-Jünger und Vordenker der Islamischen Republik, verbindet europäische Gegenaufklärung mit islamistischem Totalitarismus. Das Buch zeigt schonungslos, wie der Westen – aus Schuld, Ignoranz und falscher Toleranz – zum Kollaborateur einer der gefährlichsten Herrschaftsformen der Gegenwart wurde: ideologischer Islamismus im Gewand des Antiimperialismus. Eine Pflichtlektüre für alle, die den Iran, den politischen Islam und die fatalen Verstrickungen westlicher Eliten verstehen wollen.

Regula Stämpfli: “Anne Frank im Palästinensertuch ist keine Provokation, es ist Gewaltverherrlichung.” Ein Kommentar der Politphilosophin/Bestsellerin/Podcasterin laStaempfli.

Medienzeilen von Regula Staempfli, laStaempfli, copyright laStaempfli.
Medienzeilen von Regula Staempfli, laStaempfli, copyright laStaempfli.

Anne Frank im Palästinensertuch ist keine Provokation – es ist eine politische Gewaltverherrlichung

Von Dr.phil. Regula Staempfli, 18.12.2025 www.regulastaempfli.eu

Das Porträt von Anne Frank mit Palästinensertuch im Potsdamer Museum Fluxus+ markiert die ästhetische Normalisierung eines politischen Programms, das explizit zur Ermordung von Juden aufruft.

Die palästinensische Hamas – die herrschende Regierung im Gazastreifen – hat in ihrer Gründungscharta wie auch in späteren programmatischen Texten, den Mord an Juden als religiös legitimierte Pflicht formuliert. Das ist kein Geheimwissen, keine Randmeinung, kein „umstrittener Kontext“, sondern dokumentierte Ideologie. Nach dem 7. Oktober 2023 ist diese Ideologie zudem nicht mehr theoretisch, sondern blutig real.

Wer unter diesen Bedingungen Anne Frank – ein jüdisches Kind, ermordet, weil es Jüdin war – mit palästinensischer Symbolik versieht, betreibt nicht nur Relativierung des Holocausts. Er verschiebt die Bedeutung von Gewalt selbst. Aus der ermordeten Jüdin wird eine Ikone für eine politische Erzählung, in der jüdisches Leben erneut entwertet wird. Das ist kein Zufall. Das ist ein symbolischer Akt mit klarer Wirkung. Bilder wirken nicht neutral. Bilder codieren Wirklichkeit. Und dieses Bild kodiert eine tödliche Botschaft: Die jüdische Geschichte soll sich dem aktuellen antiisraelischen Narrativ unterordnen. Wer widerspricht, gilt als Zensor. Wer protestiert, als Unterdrücker der Kunstfreiheit. Das ist die perfide Logik.

Der neue Antisemitismus kommt heute nicht in Springerstiefeln, sondern mit Palästinensertuch, millionenfach automatisierten Codes wie „Genozid“, via Förderanträge und Preisverleihungen als moralische Überhöhung daher. Der neue Antisemitismus nennt sich „kritisch“, „antikolonial“, „revolutionär“, „antifaschistisch“, „solidarisch“. Er arbeitet mit Bildern, Gefühlen, automatisierten antisemitischen Stereotypen und unterscheidet sich beim näheren Hinsehen nicht vom klassischen Judenhass. In diesem Milieu gibt es „apartheitsfreie Zonen“, gibt es „Boykotte“, gibt es Zuschreibungen, die Juden und Jüdinnen eine Herrscherkaste unterstellen. Gefühle werden bedient, ahistorischer Live-Fetischismus mit entsprechenden „fashionable“ Elementen. Deshalb ist der neue Judenhass so kulturfähig: „Antizionism sells.“ Doch Kunstfreiheit endet dort, wo Mord legitimiert wird.

Niemand verlangt, Kunst solle harmlos sein. Die Kunstfreiheit in liberalen Demokratien wurde aber nie als Freibrief zur historischen Umcodierung von Judenhass im Grundgesetz verankert. Im Gegenteil. Weshalb meint das Museum mit einer in seinen Augen antifaschistischen Umcodierung den Judenhass mit dem Bild von Anne Frank bewerben zu dürfen?  Wenn eine Ausstellung und Werke darin, explizit als Wegweiser für mörderische Ideologien werben, dann ist es die politische Aufgabe von öffentlichen Institutionen, hier Grenzen zu ziehen.

Deshalb muss dieses Bild sofort entfernt werden.

Hintergrund siehe Story bei Deutschlandfunk, https://www.deutschlandfunk.de/anne-frank-bild-in-museum-loest-antisemitismus-vorwurf-aus-106.html