Regula Stämpfli: „Vita activa. Mit Hannah Arendt durch den politischen Alltag“ an der Universität St. Gallen

„…die Idee der Freiheit auf so verhängnisvolle Weise aus dem revolutionären Denken verschwinden konnte und die Kategorie der Notwendigkeit sich an ihren Platz setzte“

Die Denkerin Hannah Arendt war – bis heute unerreicht – die klügste Verfechterin von Neubeginn, von Neuanfängen. Dies in Übereinstimmung ihrer politischen Theorie, dass Geschichte nie die Vollstreckung „natürlicher“, „sozialer“ oder sonstiger Automatismen darstellt, sondern sich durch Ereignisse und die diese gestaltenden Menschen manifestiert. Die wenigsten Interpretinnen und Interpreten denken MIT Hannah Arendt und sind deshalb nicht in der Lage, „on revolution – über die Revolution“ als klares Bekenntnis Arendts zu Demokratie, die nur durch Freiheit konstituiert wird, zu deuten. Die meisten weisen Arendts bitterböse Kritik an der Französischen Revolution (wie Seyla Benhabib), der „sozialen Frage“ (Judith Butler) als antimodern zurück. Dabei gründet Arendts Definition von Politik immer und unwiderbringlich als öffentlicher Raum, der sich dadurch definiert, frei von Notwendigkeiten zu sein. So ist es für Arendt nur logisch, die Bekämpfung von Armut in der Demokratie keinen Raum zu geben, denn für Arendt ist die Abwesenheit von Armut die Voraussetzung für Freiheit ist: „Wo immer die Lebensnotwendigkeiten sich in ihrer elementar zwingenden Gewalt zur Geltung bringen, ist es um die Freiheit einer von Menschen erstellten Welt geschehen.“ Dem nackten Elend begegnet man in solchen Fällen dann mit Gewalt – siehe die Schreckensherrschaft des Wohlfahrtsausschusses unter Robbespierre. 

Revolutionen sind nach Arendt also nur dann Neuanfänge, wenn sie die Freiheit, frei zu sein verwirklichen – was nach Arendt mit der Amerikanischen Revolution 1776 gelang. Denken wir mit Regula Stämpfli Hannah Arendt weiter, dann ist auch für 2019 das revolutionäre Programm self-evident: No Data without representation. 

Vorlesung, 23.5.2019 Raum HSG 01-014, 18.00-20.00 Uhr. 
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Regula Stämpfli über Europawahlen, EU und das Rahmenabkommen 2019 an der Universität Zürich, 5.6.2019

Open debate: Interaktives und partizipatives Podium
An der Universität Zürich, KOL-G-217 EV
5. Juni 2019, 18:15 bis 20:00 Uhr

Gäste:
Prof. Dr. Andreas Glaser, Rechtswissenschaften
Dr. Regula Stämpfli, Politologin
Prof. Dr. Tobias Straumann, Wirtschaftsgeschichte
Dr. Konrad Hummler, Ökonom
Die staatspolitischen Strukturen und Prozesse der Schweiz werden mit dem institutionellen Rahmenabkommen stark tangiert. Der Föderalismus, die direkte Demokratie, die Anhörungskultur, die Schweizer Neutralität und die Gewaltenteilung werden durch eine institutionelle Einbindung der Schweiz in die EU-Strukturen verändert. Am Podium werden die wichtigsten Positionen diskutiert. 

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Regula Stämpfli in ihrer Vorlesung zu „Vita activa“: Mit Hannah Arendt durch den politischen Alltag. Universität St. Gallen

Regula Stämpfli zu Hannah Arendts Vorlesung „Über das Böse. Fragen der Ethik“ bei Piper 2006 von Jerome Kohn aus dem Nachlass von Hannah Arendt herausgegeben. 

„Handlungen sind nicht darum für verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie sind darum als göttliche Gebote anzusehen, weil wir dazu innerlich verpflichtet sind“ zitiert Hannah Arendt die Antwort Immanuel Kants auf Sokrates. Hannah Arendt wäre der Nachwelt ohne die Skandalisierung um ihre Person im „Eichmann in Jerusalem“ wohl verloren gegangen, da denkenden und philosophierenden Frauen –  damals und heute – kaum öffentlich zugehört wird. So bitter die persönlichen Erfahrungen rund um die bösartige Medienhetze gegen Hannah Arendt waren, umso bereichernder ihre daraus folgenden Gedanken, Überlegungen und Klarheiten in der Vorlesung „Über das Böse“. Die Politphilosophin Regula Stämpfli übersetzt „Über das Böse“ in die heutige Zeit und denkt in ihrer Vorlesung über das Böse in der Gegenwart nach. 

Donnerstag, 16.5.2019 Raum HSG 01-014.  

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Regula Stämpfli über das „Digitale Selbst“ in den „Mittwochsgesprächen“ mit Rainer Danzinger. Moderation: Florian Fossel im Café Korb in Wien.

Der Mittwochssalon: Ausschreibung. 

Unser Gast, Regula Stämpfli – im Gespräch mit Rainer Danzinger – befasst sich seit vielen Jahren mit der neoliberalen Verwertbarkeit alles Lebendigen und dem Hype um Hashtags, Social Media und politischer Polarisierung und fasst ihre Beobachtungen unter dem Begriff „Trumpism“ zusammen. Zu diesem schreibt sie:
„TRUMPISMUS ist framing & hurting, ist Datenklau »as business as usual«, ist Vergoldung durch das Amt, ist Herrschaft des Selbst, ist Corporate Branding, ist Fake Science, ist die Algorithmisierung der Welt, ist Leben als Konsum, ist Markenprotest, ist Pornografisierung des Alltags, ist Klickraten-Demokratie, produziert Blindspiralen, ist »scripted reality«, ist Banksprech, ist Identitäts- und Genderpolitik, rechnet echte Körper völlig falsch, ist Nomadentum der Vorurteile, ist Exekutivkommunikation, ist Börsenkurs, ist Rating-Demokratie, macht aus Menschen lebende Münzen, […] ist die Eroberung der Welt als Zahl, ist der Siegeszug von Big Data, codiert nach Vorurteilen, skandalisiert den Hyperlink, führt Selbstgespräche, operiert im Sefile-Modus, teilt die Welt in Likes und Dislikes, ist laut, führt Listen, macht aus Medien und Menschen eine (sich) )(an)schreiende Zunft.“

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Regula Stämpfli an der Nacht der Philosophie in Wien zu KI/AI &Demokratie

Regula Stämpfli im Café Phil, 8.5.2019 an der Nacht der Philosophie zum Thema: Träumen Künstliche Intelligenzen von Demokratie? 

Als der geniale Phillip K. Dick 1968 seinen Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep“ veröffentlichte, in dem eine Gruppe von Androiden mit allen Mitteln der vorprogrammierten Abschaltung zu entkommen versucht, da waren Computer so gross wie ein Lieferwagen und wurden noch mit Lochstreifen gefüttert. Heutzutage dominieren die Diskussionen über Künstliche Intelligenzen innerhalb eines dystopischen Rahmens, ohne wirkliche Innovationen, dafür mit hohem Werbepotential. Die Politphilosophin lehrt politisches Denken und gibt an der Nacht der Philosophie Hinweise, erzählt ganz andere Rahmenbedingungen, was im Zuge der „Algorithmisierung der Welt“ (Regula Stämpfli 2007) schon passiert ist und was nicht geschehen soll. Künstliche Intelligenz setzt als ethische Intelligenz selbstverständlich menschliche Intelligenz voraus: Intelligenz im Sinne eines Hannah Arendt´schen Denkens, das Denken nicht als materielles System, sondern eines der Vernetzung im öffentlichen Raum erkennt. Es ist am Abend selber eine Aufnahme des Denk-Vortrages geplant. 

Cafe Phil, 8.5.2019 21.00 Uhr, Gumpendorfer Strasse 10, 1060 Wien.

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Regula Stämpfli Vita Activa: Mit Hannah Arendt durch den Alltag

„Es zeigt sich nämlich, dass die *Wahrheiten* des modernen wissenschaftlichen Weltbilds, die mathematisch beweisbar und technisch demonstrierbar sind, sich auf keine Weise mehr sprachlich oder gedanklich darstellen lassen.“

Im Zentrum der öffentlichen Vorlesung von Dr.phil/Dipl. Coach Regula Stämpfli steht nicht die Philosophin Hannah Arendt, die dies für sich auch nie beansprucht hätte, sondern die Aktualität des politischen Denkens dieser urteilsstarken und mutigen „Denkerin ohne Geländer“. Am 2.5. ist die Vorlesung mit „Über das Böse“ betitelt und anders als die meisten Vorlesungen zu Hannah Arendt steht am 2. Mai 2019 noch nicht „Eichmann in Jerusalem“ im Zentrum, sondern der Verlust der Unendlichkeit als Weltentfremdung und die Reduktion aller Menschen auf Null und Eins, auf ein Jahrgangs-, Kilo- und Zentimeterverhältnis. Das Böse manifestiert sich im politischen Denken zunächst in festgefahrenen Menschenbildern. Hörsaal HSG 01-014, Universität St. Gallen, 18.15 – 19.45. images

Regula Staempfli, Ben Taub, Corinna Milborn et al. beim „Humanitarian Congress Vienna 2019“

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Regula Stämpfli über Hannah Arendt: Öffentliche Vorlesung Universität St. Gallen 25.4.2019

Die Verletzung der Tatsachenwahrheiten führt zeitgenössisch die Ratinglisten in den sozialen & analogen Medien an. Die Demoskopiedemokratie als nihilistischer Umfragezirkus: Normal ist, was die Demokratie völlig aus den Fugen bringt. Die Neutralisierung der Urteilskraft erfolgt durch Mehrheits- und Massenmeinungen: Je mehr „likes“ umso richtiger…

„Die Erfindung des Teleskops“ – gehen Sie mit Regula Stämpfli und Hannah Arendt den Weg von der „Eroberung der Welt als Bild“ zur „Eroberung der Welt als Zahl“: HSG 01-014, 25.4.2019 18.15-19.45. 424008_331675123547998_1659431540_n

Regula Stämpfli im ORF 1 „Im Gespräch“ mit Andreas Obrecht über Hannah Arendt, den Verlust der Wirklichkeit und ihr Buch „Trumpism“