Die neue Serie auf Disney + “Love Story” über JFK Junior und Carolyn Bessette ist Suchtmaterial, nicht weil sie spannend ist, sondern die Protagonisten so wunderschön. laStaempfli empfiehlt die Serie auch unter dem Aspekt, dass JFK Jr. ein klassisches “Familiendrama”, sprich ein Femizid. JFK Jr. flog Carolyn Bessette und ihre Schwestern Lauren sowie sich selber in den Tod. Dem Unfall vorangegangen war eine äusserst schwierige dysfunktionale Beziehung und die Karriere von JFK Jr., die, sagen wir es mal vorsichtig, nicht optimal lief. Food for thought – hier eine Empfehlung von laStaempfli, die ihre Serien-Besprechung mit dem Satz endet: “Eine Love Story, die es verdient so genannt zu werden, was sie auch ist: Die Mystifizierung eines destruktiven männlichen Versagens mit tödlichem Ausgang.
“Sie war umwerfend schön, still und stirbt in einem Unfall, so wird es überliefert. Er war ein moderner Held, zerrissen, komplex. Was genau war das Paar, dessen Macht und Mythos bis heute beschäftigt? Disney + gibt eine gleichzeitig versöhnliche und verstörende Antwort. Seit Orpheus wissen wir: Männer können Frauen nicht retten. Zwar steigt der tragische Held in die Unterwelt, um seine geliebte Eurydike aus dem Hades zu holen, aber am Ende verliert er sie, weil er sich umdreht. Typisch Mann würden wir sagen; Kontrollsucht und Ungeduld zerstören Leben. Sie stirbt, er aber lebt bis heute als Künstlermythos weiter. Der Ursprung aller Liebesmythen ist nie eine Geschichte von Gleichheit. Sondern ein Drama über Besitz Eskalation, verführerische Romantik.”
Hier direkt zur Audiofile des Gespräches, das nach dem 8. März via Zoom stattgefunden hat.
Emrah Erken und Regula Stämpfli im Gespräch. Mäerz 2026
Jurist Emrah Erken und Politphilosophin Regula Stämpfli im Gespräch über die SRG und die Abstimmung vom 8. März 2026
Die Abstimmung vom 8. März 2026 über die Zukunft der SRG war mehr als eine medienpolitische Entscheidung. Sie war auch ein Signal der Bevölkerung: Der öffentliche Rundfunk soll bleiben. Und zwar deutlich. Die Initiative wurde mit grossem Mehr verworfen – sehr zur Freude vieler internationaler Beobachter, etwa bei ARD, ZDF oder ORF, die das Resultat als klares Bekenntnis zur öffentlich-rechtlichen Medienordnung interpretierten. Auch wir, Jurist Emrah Erken und Politphilosophin Regula Stämpfli, gehören zu jenen, die sich klar zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekennen. Nicht aus Nostalgie, sondern aus demokratischer Überzeugung. Eine Demokratie braucht Institutionen, die nicht allein von Marktlogiken, Klickzahlen oder Plattformalgorithmen gesteuert werden. Sie braucht Medien, die Wirklichkeit abbilden, einordnen und Verantwortung übernehmen. Gerade deshalb erfüllt uns die aktuelle Entwicklung mit Sorge. Denn parallel zu diesem klaren Volksentscheid beobachten wir eine zunehmende ideologische Verengung in Teilen des öffentlich-rechtlichen Diskurses. Polarisierung, wie wir sie aus den sozialen Medien kennen, scheint zunehmend auch die klassischen Institutionen zu erfassen. Die Stärke des öffentlichen Rundfunks war jedoch immer seine Fähigkeit zur Differenzierung, zur Ambivalenz und zur Darstellung widersprüchlicher Perspektiven. Diese Stärke droht verloren zu gehen. Im Vorfeld der Abstimmung haben wir uns deshalb bewusst für eine kritische Diskussion eingesetzt – nicht gegen die SRG, sondern für sie. Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk darf nicht automatisch als Angriff verstanden werden. Im Gegenteil: Gerade wer diese Institution erhalten will, muss Fehlentwicklungen benennen dürfen. Besonders deutlich zeigen sich diese Spannungen in der Berichterstattung zu hoch emotionalisierten Themenfeldern wie dem Nahostkonflikt oder aktuellen identitätspolitischen Debatten. Hier versagt die SRG erschreckend: Antisemitische Narrative paaren sich mit Klimaaktivismus und einer ideologischen Hetzkampagne gegen jüdische Institutionen, Künstlerinnen und Künstler, gegen das Existenzrecht Israels. Gleichzeitig werden Sprechaktpolitiken der Transaktivisten ohne Gegenpositionen mit einer Gewalt gegen die klassischen Feministinnen gepuscht, die eine unschweizerische Cancel-Unkultur hervorgebracht haben. Eine solche Entwicklung widerspricht jedoch dem eigentlichen Auftrag öffentlich-rechtlicher Medien: der möglichst umfassenden Darstellung gesellschaftlicher Wirklichkeit. Öffentlich-rechtlicher Journalismus darf weder Aktivismus noch Gegenaktivismus sein. Er muss Urteilskraft, Qualitätsjournalismus und das Schaffen gemeinsamer Wirklichkeiten ermöglichen.
Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung wäre es die historische Aufgabe von Institutionen wie der SRG, Räume der Differenzierung offen zu halten. Nicht jede gesellschaftliche Kontroverse muss in Freund-Feind-Logiken übersetzt werden. Demokratie lebt gerade davon, dass komplexe Fragen komplex bleiben dürfen. Unsere Kritik ist deshalb Ausdruck einer grundsätzlichen Loyalität. Wir kritisieren nicht, weil wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ablehnen, sondern weil wir ihn für unverzichtbar halten. Die Alternative wäre ein vollständig plattformgetriebener Informationsraum, in dem Aufmerksamkeit wichtiger wird als Einordnung und Emotion wichtiger als Analyse.
Die SRG steht heute vor einer paradoxen Situation: Sie wurde politisch bestätigt, muss sich aber gleichzeitig journalistisch neu bewähren. Das Vertrauen der Bevölkerung ist ein Auftrag, kein Freipass. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung der kommenden Jahre: den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder stärker als Ort der intellektuellen Offenheit zu verstehen – nicht als Resonanzraum gesellschaftlicher Lager. Denn wenn öffentlich-rechtliche Medien ihre besondere Rolle verlieren, verlieren nicht nur sie ihre Legitimation. Die Demokratie verliert einen ihrer wichtigsten Orte der gemeinsamen Wirklichkeit.
Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.
In den Medien machte der Antisemitismus der Elite an der Universität Zürich, an der ETH, an der ZHdK massenhaft Schlagzeilen. Wie kommt es, dass eine antisemitische Minderheit, die seit zwanzig Jahren Minderheit blieb, plötzlich in der Mitte angekommen ist? Hier ein Kurz-Essay von Regula Stämpfli, laStaempfli am 7.4.2026.
„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.”
Es gibt einen Trumpismus, über den fast niemand spricht. Nicht den politischen. Nicht den medialen. Sondern den stillen, hartnäckigen Trumpismus des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs. Er funktioniert nach denselben Regeln: Polarisierung statt Urteilskraft. Zugehörigkeit statt Argument. Moral statt Kompetenz. Auch hier begann alles harmlos – mit dem Versprechen von Reform; Beispiel Toni-Areal und ZHdK. Als die Zürcher Kunst- und Designhochschulen, „Zürcher Hochschule der Künste ZHdK 2014 ins Toni-Areal zogen, wurde das als großer Fortschritt gefeiert: Ende der Zersplitterung, Ende der provinziellen Enge, endlich internationale Sichtbarkeit und effiziente Strukturen. Auf dem Papier klang es vernünftig. In Wirklichkeit kam dies einer stillen Zäsur gleich. Aus einer Landschaft eigenwilliger Institute inklusive deren Leiterinnen, wurde ein zentralisiertes System. Aus Persönlichkeiten wurden Strukturen. Und wo Strukturen herrschen, gewinnen nicht mehr die originellsten Köpfe, sondern die kompatibelsten.
Das ist kein Zürcher Sonderfall. Das ist der Bologna-Effekt in Reinform: Bildung wird vergleichbar, messbar, verwaltbar. Und alles, was verwaltet wird, beginnt früher oder später, sich wie Verwaltung zu benehmen.So entstand im Kulturbetrieb eine neue Karrierelogik. Nicht mehr ästhetisches oder intellektuelles Risiko führt nach oben, sondern diskursive Sicherheit. Wer die richtigen Begriffe beherrscht, die passenden moralischen Signale setzt und die aktuellen Förderformeln kennt, kommt weiter als jemand, der tatsächlich etwas Neues wagt. Das Ergebnis ist paradox: Noch nie wurde so viel von „Innovation“ und „Kreativität“ gesprochen. Und noch selten war so wenig davon zu spüren. Stattdessen sehen wir stromlinienförmige Lebensläufe, perfekt kalibrierte Anträge und makellose moralische Selbstverortungen. Die neue Elite ist nicht mehr avantgardistisch. Sie ist administrativ brillant. Ihr neues Glaubensbekenntnis heisst D.E.I. – Diversity, Equity, Inclusion oder auf schweizerisch, siehe „Diversitätsleitfaden“ der SRG, Gleichstellung, queer, migrantisch. So wird aus Anträgen standardisierte Gebete; dieselben Phrasen, dieselben Referenzen, dieselben Signifikanten. Kritik ist rhetorisch, falls echt, sofort Grund zum Ausschluss. Diese Cancel-Culture ist Gewaltmonopol der mächtigen öffentlichen Institutionen, die Diversitätsleitfäden vorgeben. Hier schliesst sich der Kreis zum „Trumpismus; diesem Funktionsmodus, diesem ideologischen Lagerdenken ohne Komplexität. Entweder bist Du auf der richtigen Seite oder Teil des Problems. Narrative definieren Realität. Die milieukonforme Einseitigkeit, gepaart mit beliebten Juden- und Frauenhass, wird heute mit Kunst-Preisen überschüttet. Hannah Arendt hat einmal gewarnt, die größte Gefahr für das Denken sei nicht einfach der Fanatismus, sondern die automatisierte Sprechakte & Funktionsweisen.
Die Stadt als Gedicht – Jana Revedin und ihre „Gärtnerin von Venedig.“ Ein wunderbares Gespräch mit Prof. Dr. Jana Revedin anlässlich des neuen Buches Die „Gärtnerin von Venedig. Es ist ein Buch über Wurzeln, die Stadt als Gedicht, die Architektur von Literatur und Räume für und von Frauen, jung und alt. Moderatorin: Regula Stämpfli.
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Demokratie lebt nicht von abstrakten Werten, sondern von funktionierenden Qualitätsjournalismus mit Kontrollfunktion gegen die Mächtigen. Journalismus ist kein moralisches Beiwerk der Politik, ist auch nicht zuständig für codierte Narrative oder “bessere” politische Positionen, sondern funktioniert nur als PERMANENTE ZUMUTUNG. Es geht um Recherche, Relevanz und Information, nicht um Framing, wie es von SRF permanent gemacht wird. Statt von Terroristen redet man von “Aktivisten” oder “Widerstand”; statt von Mord, Amok, Anschlag von “psychisch labilen Tätern” oder am liebsten gar: “Ursache unbekannt.” Es geht um Wirklichkeit und darum, dass die Bürgerinnen und Bürger sich informieren können um ihren Ort, ihre Verwurzelung, dort, wo sie in den Demokratien auch aktiv eingreifen können. Hier zum Referat, das mit einer lustigen Übung: Gugus – DADA, ein laStaempfli-Original begann. https://www.bernermedientag.ch/wordpress/wp-content/uploads/2026/03/REF-BMT26-Regula-Staemplfi.pdf
Berner Medientage 2026. Fotos von Lukas Vogelsang und Markus Dütschler.
Wer seine Informationen über den Nahen Osten und neu den Iran-Krieg kriegt, bei der Süddeutschen Zeitung, dem Der Spiegel oder leider auch der F.A.Z., bei ORF, SRF, ARD und ZDF, bringt in Diskussionen über die Region und den Krieg folgende Thesen: Der US-Präsident Trump sei ein “Faschist”, besetze die Welt wegen dem Öl und sei in den Krieg gegen den Iran ausschliesslich wegen Israel eingetreten. Diese Thesen, von linksextrem und rechtsextrem (Candice Owens, Tucker Carlson und Megyn Kelly vertreten diesen Schrott ebenso – ausser dass sie “Faschist” mit “Kriegstreiber” verschleiern) sind FAKTENFREI und entsprechen dem, was Regula Stämpfli als “codierte Narrative” bezeichnet. Fakt ist: Donald Trump ist mit einer grossen Mehrheit vom amerikanischen Volk in einem demokratischen Wahlverfahren zum Präsidenten der USA gewählt worden und entgegen den Medienberichten kein “Faschist”, sondern ein geopolitischer Stratege mit dem Anspruch “Make America Great Again.” 2. ÖL ist tatsächlich ein wichtiger Rohstoff, spielt indessen bei den US-Interventionen Venezuela und Iran eine zweitrangige Rolle: Ziel von Präsident Trump ist es, die geopolitische Situation wieder zur Stärke der USA zu definieren und nicht wie von seinen Vorgängern, das Terrain Russland und der VR China oder auch Indien zu überlassen. 3. Die USA sind in den Krieg gegen den Iran getreten, weil die islamische Republik Iran seit über 47 Jahren der Todfeind der USA ist, Tausende von us-amerikanischen Bürgern hingerichtet und die Welt mit Terror übersät hat. Iran ist der engste Verbündete der VR China und die islamische Republik auszuschalten, würde die Welt, die westliche Sicherheitslage und die Hegemonie der Islamofaschisten im politischen Islam auschalten. Dies und viel mehr wären eigentlich die Informationspflichten der öffentlich-rechtlichen Sender, die sie indessen aus ideologischen Gründen nicht bringen. laStaempfli ist seit dem 7. Oktober 2023 entsetzt über die krass ideologisch ausgerichtete Berichterstattung der SRG allgemein, die vielen antisemitischen Skandale häufen sich im Wochentakt siehe dazu auch den Bericht: https://www.audiatur-online.ch/2026/03/03/die-srg-und-israel-zwangsgebuehren-fuer-hetze/
“Ein bemerkenswerter Doppelakt 2024: Die SRF-Nahostkorrespondentin Susanne Brunner wird «Journalistin des Jahres» – nachdem die Ombudsstelle sie im selben Jahr mehrmals rügen musste. Die SRG ist voller Judenhasser, die neudeutsch «Israel-Kritiker» heissen. Terroristen wie Sinwar oder Nasrallah wurden von SRF gewürdigt wie Nobelpreisträger: «Hassan Nasrallah: Sein Leben, sein Wirken und sein Vermächtnis.» Hamas- und Hisbollah-Kuschler sind im Leutschenbach nicht nur zahlreich – sie lassen es das ganze Haus wissen, dass sie zu den Guten gehören. Stefan Renna von RTS beschimpfte live das israelische Bobfahrerteam antisemitisch. RTS nahm ihn in Schutz. Die internationale Presse überschlug sich – SRF wollte darüber nicht einmal berichten. Wetten, dass Stefan Renna, ähnlich wie Brunner, Ende 2026 ausgezeichnet wird? Zu diesen Hamas-Kuschlern stellen sich neu die Mullah-Versteher beim Service public. Am 28. Februar 2026 titelt SRF: «USA greifen Iran an.» Klingt doch neutral, oder? Ha: Das Framing ist dann super. «Schweiz und Norwegen pochen auf Einhaltung des Völkerrechts.» Volker Türk, sonst stumm wie ein Fisch, wenn es ums Massenmorden des Regimes an der eigenen Zivilbevölkerung geht, sorgt sich um die Zivilisten. Kein Wort über Hunderttausende Iraner auf der Strasse. Kein Wort über Frauen, die für Freiheit sterben. Kein Wort über Massenhinrichtungen, Zwangsverschleierung, organisierte Massenvergewaltigungen. Streng «konservativ» sei beispielsweise Ali Chamenei gewesen. Streng konservativ? Klingt nach missratenem CSU-Politiker, sicher nicht nach dem islamofaschistischen Massenmörder, der Chamenei war. Und die Opfer des islamischen Terrors? Bei SRF eine Fussnote.
Hamas-Kuscheln war gestern.
Mullahs verstehen ist heute.
Und morgen? Ein SRG-Spendenaufruf für die Ajatollahs?”
Pornokratie & Epstein, Essay von Regula Staempfli März 2026 im Ensuite.
Pornokratie, Epstein-Files und die Herrschaft des Fleisches
Was passiert mit einer Gesellschaft, in der der Körper zur Ware wird – und der Mensch beginnt, sich selbst zu vermarkten?
In meinem neuen Essay in ENSUITE MÄRZ 2026 analysiere ich die kulturelle Logik hinter Pornografie, Macht, Jeffrey Epstein und der digitalen Ökonomie der Verfügbarkeit.
„Pornokratie bedeutet: Der Mensch wird zur Ware, die sich selbst bewirbt.“ Regula Stämpfli
„Pornokratie ist keine sexuelle Befreiung. Sie ist die Kolonialisierung des Körpers durch den Markt.“ Regula Stämpfli
“RS: Meine Beziehung ist sowohl intellektuell als auch zutiefst kulturell geprägt. Israel ist für mich kein abstrakter Staat, sondern ein kultureller Resonanzraum der Aufklärung, der Emanzipation und des Streits. Sowohl säkular als auch religiös, modern und traditionell, westlich und nahöstlich verkörpert Israel auf kleinstem Raum die Welt. Dass ich mich dort, anders als in islamisch geprägten Ländern, als Frau selbstverständlich bewegen und äußern, dass ich dort laut lachen und streiten kann, ist keine Nebensache, sondern politisch entscheidend.” (…)
“GH: Warum fällt es vielen westlichen Feministinnen schwer, Jüdinnen nach dem 7. Oktober als Opfer zu sehen und die vom politischen Islam ausgehendeGewalt klar zu benennen?
IR: Weil der Feminismus im Westen statt als Gleichstellungsgebot häufig zu einer Identitätspolitik geworden ist, die »Hierarchien des Leidens« verwaltet. Für den Postkolonialismus sind Juden eine weiße Kolonialmacht – und Jüdinnen dementsprechend ganz unten in ihrer Werteskala. Es ist wirklich absurd.
RS: Er hat gezeigt, dass, wie immer in der Politik, wenn Gefühle über die Wirklichkeit herrschen, diese Wirklichkeit verleugnet wird. Der 7. Oktober 2023 ist ein Orwell-Moment des Zivilisationsbruchs. Wer die sexuelle Gewalt auch nur einen Millimeter verteidigt, hat sein Menschsein verwirkt. Das Geschwafel vom Kontext, in den man die Gewalt stellen müsse, ist zur Carte blanche von Säuberungen geworden. Es ist höchste Zeit, damit aufzuhören.”
“Oft ist die Rede davon, dass Medien Demokratien «retten». Und tatsächlich – im informationsgesellschaftlichen Sinn stimmt das. Das Sortieren, Reflektieren und Beobachten von Zuständen und Fakten schafft Orientierung für viele und ist wichtiger denn je. Die Berichterstattung und die damit verbundene Archivierung des Zeitgeschehens sind nicht bloss Dokumentation, sondern ein Teil des kollektiven Gedächtnisses. Fällt dieser Teil weg, gehen Dinge verloren, die den Weg einer Entwicklung sichtbar gemacht hätten. Es ist, als stünden wir ohne Kompass in der Wüste, während der Wind hinter uns die Spuren verweht. Manchmal scheint genau dieses Vergessen gewollt. Denn vergessen kann befreiend sein – nur bleibt die Frage: für wen?” (…) “Redaktionen sollten nicht an den Bürotisch rationalisiert, sondern ins Feld mobilisiert werden. Denn Journalistinnen und Journalisten, die draussen unterwegs sind, nehmen die Welt anders wahr als jene, die im Büro auf die nächste Pressemitteilung warten. Eine These: Wäre die Frage der Brandsicherheit in Crans-Montana im Vorfeld thematisiert worden, wenn ein funktionierender und finanzierter Journalismus zuvor seine Arbeit und seine Aufgabe hätte erfüllen können? Nun hören wir Stimmen, die sagen, sie hätten «schon lange davor gewarnt» …”
Journalismus oder Kontrollverlust? Medien im Zeitalter von Codes und Diskurs. Referat von Politphilosophin Regula Stämpfli, Autorin von “Trumpism. The Algorithmic Age. 2025.”
Berner Medientag Nr. 34 Medien zwischen Staat, Recht und Öffentlichkeit
Wann: Samstag, 28. Februar 2026 Wo: Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 3011 Bern Türöffnung: 9:30 Uhr Beginn: 10:00 Uhr Ende: 16:00 Uhr (vorgesehen – mit vielleicht Nachgang an der Bar …)
www.bernermedientag.ch www.hotelbern.ch
Dieser Beitrag wurde im ensuite – Zeitschrift zu Kultur & Kunst, Nr. 278, Ausgabe Februar 2026, abgedruckt.