Die Bestsellerautorin Julia Onken empfiehlt wärmstens das Buch von Regula Stämpfli im Sonntagsblick: Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt.

Die Bestsellerautorin Julia Onken empfiehlt wärmstens das Buch von Regula Stämpfli im Sonntagsblick: Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt.

Sonntagsblick,14. April 2019

Ein Buch liess mich alles vergessen

Julia Onken Autorin

Auf die Buchpräsentation «TRUMPISM – Ein Phänomen verändert die Welt» von der mir sehr geschätzten Regula Stämpfli freute ich mich ganz besonders. Ich kenne ihre Bücher, ihr analytischer Verstand wirkt wie eine Zündung auf die eigene Gedankenwelt. Zwei Tage davor wollte ich mich noch über den Beginn der Veranstaltung orientieren und entdeckte eher zufällig, dass ich als Moderatorin aufgeführt war. Wie konnte so was geschehen? Jedenfalls erinnerte ich mich weder an eine Anfrage noch an eine Zusage von mir. Ich überlegte, ob ich absagen soll, da ich ja überhaupt nicht vorbereitet war. Nun, Rückzug gehört weniger zu meinen Strategien, sondern ich handle eher nach meinem altbewährten Motto «Augen zu und durch». In diesem Fall hiess es: «Augen auf und lesen.» Als Erstes bestellte ich das Buch im Eilverfahren – in wenigen Stunden lag es vor mir. Und dann begann ich zu lesen, nicht nur weil ich musste, sondern weil ich nicht mehr aufhören konnte. Stämpflis Sprache – ähnlich einem Dauerfeuerwerk – zog mich in ihren Bann, mehr noch, ihre akrobatische Denkarbeit, wie sie Politisches bis auf die Knochen seziert, Themen verknüpft und Zusammenhänge herstellt, ist ein Lesevergnügen der besonderen Art. Die Nacht kam leider dazwischen, ein paar Stunden Schlaf, dann ging es in rasanter Fahrt weiter durch die aufregenden und klugen Kapitel. Am Nachmittag klingelte mein Handy, eine freundliche Dame fragte mich, ob ich denn meinen Coiffeur-Termin vergessen hätte. Ja, sorry, hatte ich. Am Abend führte ich im Self-Hairstyle durch die Veranstaltung, folgte den leidenschaftlich vorgetragenen Thesen von Regula Stämpfli und freute mich herzlich darüber. Und mit mir ein begeistertes Publikum.

Julia Onken schreibt jeden Sonntag über die Freuden und Eigenheiten des Lebens. Sie ist Autorin diverser Bücher.

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#DiePodcastin: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Humor & weshalb es eine Christine Schlingensief nie gegeben hat

#DiePodcastin: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Humor & weshalb es eine Christine Schlingensief nie gegeben hat: Die Rohnerin & laStaempfli unterhalten sich über Frauen mit Humor. Über Göttin und den Schmerz, keinen Humor zu haben. Die Rohnerin verteilt die erste goldene Gurke für die „most sexist“ Medienberichterstattung: Frau wird befindlich, Mann handlich definiert. Über die Männergeneration, die links, aber punkto Frauen meist daneben liegt. „Gleichberechtigung ist kein Gedöns, sondern ein Gebot“ Heribert Prantl. Über laute Intelligenz bei Frauen, über völlig gelangweilte Kompetenz bei Männern und weshalb eine Christine Schlingensief nie möglich gewesen wäre. Die Rohnerin schlägt ein neues Buch vor: Die geschlechtskonforme Uniformität und der Mangel an Leidenschaft.

Image Bildrechte bei schlingensief.com

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Regula Stämpfli über das TikTok-Verbot als Chance für die Demokratisierung des Internets

Regula Stämpfli über das TikTok-Verbot als Chance für die Demokratisierung des Internets: Statt Globish-Monopole wäre dank Donald Trumps Initiative die Zeit für demokratische Netz-Regionalismen gekommen. siehe Persönlich.Com Das Onlinemagazin für Entscheider und Meinungsführer. Link: https://www.persoenlich.com/blog/tiktok-verbot-als-chancepressebild stämpfli

Die Rohnerin & laStaempfli in #DiePodcastin über „Women over 40 rock“

Die Rohnerin & laStaempfli in #DiePodcastin über „Women over 40 rock“    irisberbenBildquelle: irisberben.de

Die Rohnerin & laStaempfli über Kamela Harris, Iris Berben, Meret Oppenheim, Simone de Beauvoir, Louise Bourgeois, Hannah Arendt, Kathrine Graham: Women over 40 rock!

Sichtbar heisst machbar: Je älter die Frauen sind, umso seltener werden sie repräsentiert, was in direktem Widerspruch zur Schaffenskraft der Frauen steht. Frauen über 40 sind extrem kreativ und erfolgreich: laStaempfli und die Rohnerin revidieren weibliches Alter und finden sich in der Ode an alte Frauen, die, seien wir ehrlich, von den Medien als Etikett auf alle Frauen über 26 Jahre benutzt werden.

Es ist eine der persönlichsten und ehrlichsten Folgen der #DiePodcastin

Hier noch Hinweise: Bild Biden/Harris mit sexistischer Überschrift ist bei laStaempfli auf Twitter; der schöne Abschnitt, den die Rohnerin vorliest, ist im Buch von Isabel Rohner über Hedwig Dohm und bei Hedwig Dohm selber zu finden; das Interview der Sueddeutschen mit Iris Berben anlässlich ihres Geburtstages ist in der Wochenendausgabe vom 5./6. August 2020.

Wider die programmierte Inkompetenz der frauen durch die Gesellschaft und wider alle Männer, die auf jung setzen, weil sie die gleichaltrigen, unglaublich viel klügeren Altersgenossinnen aus dem Wettbewerb mobben….

Regula Stämpfli leitet für swissfuture und TA Swiss die Konferenz: Digital. Macht. Demokratie. 2020

Regula Stämpfli leitet für swissfuture und TA Swiss die Konferenz: Digital. Macht. Demokratie. 2020
Wir widmen uns den entscheidenden Gestaltungs-­ und Netzwerkinstrumenten, basierend auf Partizipation, gegenseitiger Abhängigkeiten und iterativen Konzepten. 
Wie können sich die existierenden politischen Institutionen in die Zukunft digitaler Netzwerke für Demokratie einbringen und den Wert von Verantwortung und Macht von unten nach oben garantieren? 
Wie kann der digitale Raum in Zukunft für den unter Druck stehenden öffentlichen Raum (z.B. bei Pandemien) kompensatorisch und demokratisch zugleich funktionieren? 

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Isabel Rohner & Regula Stämpfli über den Sockelsturz von Hannah Arendt in „Die Anstalt“, 14.7.2020

Rohnerin & laStaempfli über “Die Anstalt” & den Sturz von Arendt in: #DiePodcastin

Zum Nachhören: http://diepodcastin.de/2020/08/02/arendtanstalt/

Kokutekeleza Musebeni, Maike Kühl, Simon Pearce und Philip Simon werfen in “Die Anstalt”  einen Blick  das aktuelle Thema Rassismus, sprich Black Lives Matter. Ausgerechnet zwei jüdisch-deutsche Emigranten*innen müssen in der Sendung vom Sockel gestossen werden: Darunter unglaublicherweise Hannah Arendt, von der selbst “Die Anstalt” im Faktencheck festhält, sie hätte klipp und klar festgehalten: „Es gibt keine Rechtfertigung des Rassewahnes, weder eine theoretische noch eine politische.”

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Weshalb kommt es zu dieser unglaublich antisemitischen Fehleinschätzung? Aus vielen Gründen, u.a. weil die Linke seit der Publikation der Totalitarismus-Studie Hannah Arendts strukturelle Entlarvung kommunistischer Systeme als totalitär aus der Welt schaffen will und u.a. auch, weil es keine weibliche Philosophin im Kanon politischer Philosophen geben darf. Hinzu kommt die Verbindung mit antisemitischen Strömungen innerhalb des BLM-Movement und auch einigen Kreisen rund um Gender-Theorie.

laStaempfli erklärt – viel zu kurz – im Gespräch mit der Rohnerin, was es denn mit den Skandalen rund um die grösste politische Philosophin des 20. Jahrhunderts auf sich hat.

Links: https://www.youtube.com/watch?v=I1HkQ1h2bKo Mit Hannah Arendt durch den Alltag von Regula Stämpfli

Die Anstalt: https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-14-juli-2020-100.html und Faktencheck unter demselben Link.

Literatur: Regula Stämpfli, Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt. Zürich 2018.

Lieber tun als „Perfektsein“: Neue Folge der #DiePodcastin der Rohnerin & laStaempfli.

Die Rohnerin und laStaempfli denken über eigene Imperfektheit nach. Doch zunächst müssen sie streiten: Über Quoten. Beide sind zwar gegen die herrschenden Männerquoten, doch der Weg dazu, diese zu beseitigen, darüber gibt es grosse Unterschiede zwischen den beiden engagierten Frauen. Spannende Themen kommen auf: Trennung öffentlich und privat, das deutsche Grundgesetz, die schweizerische Verfassung: Gilt der Staatsauftrag auch für die Listengestaltung?

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Der Übergang von Quoten-Differenz zum “Lieber ich als perfekt” – ein Buch von Regula Stämpfli aus dem Jahr 2014, das einzige Selbsthilfebuch von ihr, auch das am wenigsten verkaufte, obwohl immer noch nicht klar ist, an was das liegt, vielleicht weil es nicht einfach nur Wellness-Selfies verkauft? Es geht im Gespräch aber nicht darum, sondern wie vor allem Frauen mit ihren eigenen hohen Ansprüchen umgehen.

Lustig ist: Kurz vor Schluss der “Perfekt-Podcastin” bricht die Verbindung ab. Die Rohnerin bringt aber das Angefangene wunderbar inspirierend für nächste Folgen zum Abschluss.

laStaempfli on toxic debates: Codes fire insignificant sidelines. This only serves anti-democrats.

Regula Staempfli on toxic debates: Codes fire insignificant sidelines. This only serves anti-democrats. (English commentary by the author who apologizes for the inadequate translation)

Shitstorms are fuelled by Hyperlinks. Many of the outraged still don’t realize this. Destroying friends on the left does not lead to a democratisation of the system but feeds the rich in Silicon Valley. In my book „The banality of Trump“TM  (my English Title for Trumpism: A phenomenon conquers the world“) I explain the phenomenon of „Digitally driven scripted reality“.

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It is very efficient in hurting all political discourse, especially in still existing democracies. Democracies nowadays fail not because they are being attacked by outsiders but from the inside via hyperlinks that fuel discourses based on hatred, on splitting people into enemies and friends. Hyperlinks, Codes, Algorithms are programmed to divide, individualize, scandalize all political protests. They are programmed to kill democratic discourse not to enable deliberation. Twitter has equipped all anarchists (left and right) to get rid of existing welfare states and democracies. Pre-digital guerilla tactics destroyed civilizations and/or brought down existing regimes. „Move fast and break things“ – the motto of Mark Zuckerberg has proven to be true. The broken circle can be vetted in the left, in the opposition to Trump while all antidemocrats move faster than ever before. 

Regula Stämpfli: Wenn zwei sich streiten, lacht der Rechte. Wie Codes die Demokratie zerstören.

Regula Stämpfli: Wenn zwei sich streiten, lacht der Rechte

Codes befeuern unbedeutender Nebenschauplätze. Dies dient nur den Antidemokraten.

Sie streiten untereinander mit einer Heftigkeit als hätte es die faschistische Machtergreifung 1922 in Italien, die stalinistische in der Sowjetunion 1928, die nationalsozialistische in Deutschland 1933, die franquistische in Spanien 1936 nie gegeben. Alle diese historischen Totalitarismen verdanken ihre Machtergreifung leider auch der Zerstrittenheit der Opposition. Richtig: Wir reden von den Guten, den Demokrat*innen, den Progressiven, den Veränder*innen, den Aufrechten, den Menschlichen.

schlagende zeilen

Ein Blick auf die „wirkliche Welt“ – dies kann nach Hannah Arendt nur ein politischer sein – zeigt, wie sich Geschichte dreimal wiederholt: Als Tragödie, als Farce und als Hyperlink. Ungarn mit Orban, Polen mit Duda, Serbien mit Vucic, die Türkei mit Erdogan, Grossbritannien mit Johnson, die USA mit Trump, Brasilien mit Bolsonaro, die VR China mit Xi Jinping: Wahrlich. Es gäbe genügend Bösewichte, die medial attackiert werden müssten, um den Druck auf die eigenen demokratischen Regierungen zu erhöhen, diesen Totalitarismen entgegenzutreten. Vor allem auch mittels Information.

Doch interessanterweise dominieren zynische Selbstmördergemeinschaften #Hashtags, #Hyperlinks und analoge #Medien: Zur köstlichen Unterhaltung der von diesen #Shitstorms überhaupt nicht tangierten Autokraten. Die #Empoerten, die #Aktivist*innen, die #WokeBewegung realisieren nicht, dass, egal ob sie „Team Rowling“ oder „Team Butler“ sind, schon längst unterscheidungslos auf den Verhaftungs- und Vernichtungslisten der alt-Right, der Rechtspopulisten, der Autokraten, der Faschisten, der Antisemiten, der Frauenhasser, der Rassisten stehen.

In meinem Buch „Trumpism“ erkläre ich das Phänomen der „digital getriebenen scripted reality“, die sehr effizient darin ist, die noch existierenden realen Demokratien auszulöschen. Dafür braucht es nicht einmal gezielte Drohnen: Es reichen Hyperlinks. Diese dividieren, individualisieren, skandalisieren demokratische #Proteste und füttern die Codes der Antidemokraten. Twitter ist zur Guerillataktik gegen bestehende Demokratien verkommen.

Was tun? Es braucht eine Hashtag-HyperlinkKultur gegen #Digitalrassism #Digitalauthoritarianism #Digitalmonopolies #SurveillanceCapitalism statt Verleumdung, Attacke, Vernichtung einzelner Personen: #Stopprivatisationofpolitics.