Hannah Arendt revisited: Elemente & Ursprünge digitaler Auflösung der Wirklichkeit. Regula Stämpfli an der HSG – Vorlesung, ab 7.4.2022.

Hannah Arendt Briefmarke Commons
Die Kombination von «monokausalen Narrativen» und «virologisch basierter Datenhoheit» habe ein «Zeitalter der totalen Gewissheit» geschaffen, schreibt die Politikwissenschafterin Regula Stämpfli. Die Urteilskraft gegenüber Richtig und Falsch sei auf der Strecke geblieben.Regula Stämpfli am 9.5.2020 in der NZZ.

Hannah Arendt revisited: Elemente und Ursprünge digitaler
Auflösung der Wirklichkeit
von Regula Stämpfli an der HSG – Universität St. Gallen.

Für 20 SFr. die Vorlesung hören, für 20 SFr. die Bücher von Regula Stämpfli nachlesen.

Politische Philosophie: Diese Vorlesung beschäftigt sich mit Fiktionen, technischer Reproduktion,
Digitalisierung und der «Eroberung der Welt durch Narration und Zahl» auf den
Spuren Hannah Arendts. Die Kombination von «monokausalen Narrativen» und
«automatisierter digitaler Reproduktion» erschafft ein neues «Zeitalter der totalen
Gewissheit», analysiert die Politphilosophin Stämpfli, die durch diese Vorlesung
führt. Die Urteilskraft gegenüber richtig und falsch bleibt dabei oft auf der
Strecke. Wir gehen in der Vorlesung unterschiedlichen Beispielen nach, die «den
Verstand mit Argumenten so bezaubern» (Hannah Arendt), damit der öffentliche
Diskurs nur noch den Meinungen und nicht mehr der Information dient.
Das Medium der Digitalisierung ist nicht nur die Message, sondern mehr und
mehr totalitäre Ideologie. Datenpakete «beweisen» gegenüber der Wirklichkeit
bald diese, bald jene Meinungen, so dass sie oft gar nichts mehr «wirklich»
erklären. All dies macht die Existenz von uns als Bürgerinnen und Bürger, als
Weltangehörige eines undurchsichtigen, datenbasierten Systems, fragil.
Donnerstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Online (Podcast)

NFT im STANDARD – Vom Papier zur Blockchain: Ein Gespräch mit Gernot Schmidt-Schmiedbauer von artcare: Interviewerin Dr. Regula Stämpfli.

Der Standard und artcare.at überlegten sich für die 10.000 Jubiläumsausgabe etwas ganz Besonderes: Meta Citizen von 3893 gewann. Im Gespräch zwischen Gernot Schmidt-Schmiedbauer und Regula Stämpfli erfahren Sie viel über Finanzhandel, Kunstmarkt, Digitalisierung und NFTs. Der Talk wurde für die SAGW und artisapieceofcake.art konzipiert.

Hier stellt sich Gernot Schmidt-Schmiedbauer den Fragen mit Regula Stämpfli zum Thema der Digitalisierung der Kunst. Die Kunstplattform artcare.at, für die Regula Stämpfli seit 2021 im Kuratorinnen-Team für „The most wanted Female Art Auction“ Einsitz nimmt, war eine der ersten Plattformen, die den jungen Künstlerinnen und Künstlern digital und analog die Möglichkeit gab, ihre Werke direkt zu versteigern.

Gernot Schmidt-Schmiedbauer erzählt von seiner Karriere in der Finanzbranche und seinem Wechsel in die Kunst zur Kunstplattform artcare.at.

Aufgrund der Geschichte von artcare.at war es nur folgerichtig, dass DerSTANDARD, die grösste österreichische Tageszeitung, nach dem us-amerikanischen Vorbild eine BENEFIZ-Versteigerung zur 10.000 Ausgabe mit NFTs durchführte. Diese Auktion fand als Online-Versteigerung am 22. Jänner 2022 09.00 Uhr statt und lief bis 5. Februar 2022 21.00 Uhr. Das Siegerbild sollte es auf die Titelseite der Jubiläumsausgabe des STANDARD schaffen.

Gewonnen haben Michele die Modugno, der als freier Grafikdesigner in Wien arbeitet und die 1938 geborene Künstlerin Elisabeth Prantner, dessen Grossmutter. „Meta Citizen“ zierte die Jubiläumsausgabe (Bild oben). Unter ihrem Künstlernamen 3893 arbeitete das Künstlerduo – als Zusammensetzung ihrer Jahrgänge – schon länger mit NFT, weil die Technologie fasziniert. Regula Stämpfli plant in dieser Plattform des FUTUREPODCAST ein Gespräch mit den GewinnerInnen.

„Meta Citizen“ von 3893. Caspar David Friedrichs „Wanderer der Zukunft über dem Nebelmeer“ blickt in die digitale Zukunft – und sucht nach Wahrheit – so beschreibt es DerStandard in der Ausschreibung.

Hier erzählt Gernot Schmidt-Schmiedbauer über die Auktion und bespricht die Möglichkeiten und Grenzen der Kunstplattformen, des Finanz- und Kunsthandels sowie der neuen digitalen Märkte. Angesichts des NFT-Hypes ist dieses Gespräch eine perfekte Einleitung zur Blockchain-Technologie und was diese für den nationalen wie globalen Kunstmarkt bedeutet. In einer weiteren Folge wird die Politphilosophin Dr. Regula Stämpfli die Geschichte der NFT für die Hörerinnen und Hörer des Futurepodcast zusammenfassen. Hier der Link zum Talk: http://ta-swiss-futurepodcast.online/nft-im-standard-vom-papier-zur-blockchain-ein-gespraech-mit-gernot-schmidt-schmiedbauer

Regula Stämpfli im “Nebelspalter-Talk” mit Dominik Feusi am 24. Februar 2022 im Féderal.

“Vor Empörung haben wir die Geopolitik vergessen” – Die Politphilosophin Regula Stämpfli im Feusi Fédéral, Ep. 43 vom 24.2.2022. Nachzuhören & zu sehen (Schweizerdeutsch) auf https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=MyhpcBF5MlQ oder via Nebelspalter: https://nebelspalter.ch/regula-staempfli-vor-empoerung-haben-wir-die-geopolitik-vergessen-feusi-federal,-ep-43

https://twitter.com/feusl/status/1497257422779564035?s=20&t=Z4w4hVDOiSn01VK7LYAkHg
Feusi Fédéral, Ep. 43. 24.2.2022 am Tag der russischen Invasion in der Ukraine.

Die Historikerin und Politikwissenschaftlerin über die russische Invasion der Ukraine, den Zustand Europas und warum Meinungen die Wirklichkeit verdrängt haben. Die Ukraine wird von Russland mit Panzer und Raketen angegriffen. Was ist da passiert? «Die westlichen Demokratien haben kein Ziel», findet Regula Stämpfli. Sie dächten immer nur von Wahl zu Wahl, vor allem in Deutschland. «Die westlichen Demokratien weigern sich, politische, strategische und militärische Antworten auf Geopolitik zu formulieren.» Warum hält sich Putin an keine Regeln der internationalen Gemeinschaft? «Weil er kann, er hat die Rückendeckung von China.» Auch die Schweiz habe die geopolitische Situation unterschätzt. Besonders als Feministin sei ihr klar, wie wichtig die Sicherheit sei. Das bedeute auch die Versorgung mit Gütern und mit Energie. «Putin will in die Geschichte eingehen, ‘Make Russia Great Again’», das sei sein Motto. «Nur wir in Europa haben gedacht ‘Friede, Freude, Eierkuchen’.» Regula Stämpfli kritisiert aber auch US-Präsident Joe Biden. Seine schwache Aussenpolitik sei eine Einladung an Putin gewesen. «Der Einmarsch in der Ukraine ist auch die Folge seines überstürzten Abzuges der Amerikaner aus Kabul.» Stämpfli beobachtet generell: «Die Linken haben die besseren politischen Ideen, aber das schlechtere Personal; die Rechten haben die viel schlechteren Ideen, aber das anständigere Personal.» Regula Stämpfli findet, die Schweiz solle bei Sanktionen nicht mitmachen, um vermitteln zu können. «Das wäre eine dringende strategische Position, gerade, weil die Schweiz weltweit tätige Firmen beherbergt.» Die Wirtschaft möge den krieg nicht. Die Reaktionen aus den westlichen Regierungen auf den russischen Einmarsch bereiten ihr Sorge: «Wir haben einerseits einen realen Krieg, aber keine Haltung, was richtig und was falsch ist.» Für die Regierungen sei nur wichtig, welche Worte sie brauchten und wie sie kommunizierten. «Sie schauen nur auf die Akzeptanz bei den Medien, statt auf die Lösung des Konflikts.» «Die Wirklichkeit spielt dann keine Rolle mehr, nur noch der Sprechakt. Das ist die grosse Tragik des 21. Jahrhunderts.» Es sei pervers, dass wir heftigste Diskussionen führten, was eine Frau und was ein Mann sei, gleichzeitig würden Millionen Frauen vergewaltigt, gesteinigt und ermordet werden. «Das sind mit Hannah Arendt gesprochen ‘Meinungen auf Kosten der Fakten’.» Der Westen setze irrelevante Themen auf die Agenda, und verpasse, was Demokratien ausmache. «Wir haben ein Europa, das total am Boden liegt, wir haben eine defätistische amerikanische Aussenpolitik. Wir haben eine politische Diskussion auf Kosten der Zusammenhänge.» Lichtblick sind für sie die letzten Abstimmungen in der Schweiz. «Der 13. Februar war ein guter Tag für die Demokratie», findet Stämpfli, «weil das linke Mediengesetz und die rechte Vorlage über die Streichung der Emissionsabgabe beide abgelehnt worden sind.» (Link zum Artikel). «Das ist ein Zeichen gegen die Polarisierung.» Das zeige eine andere Wirklichkeit, als von Umfrageinstituten und Politikwissenschaftlern immer gezeichnet werde. Die Beobachtung bringt Stämpfli wieder zur russischen Invasion der Ukraine zurück: «Vor lauter Schreien und Empörung über unwichtige Themen haben wir die Geopolitik ausser Acht gelassen.»

On Humans & Maschines: Talk between Regula Stämpfli & Andrian Kreye in #Futurepodcast

Andrian Kreye: On Machines & Humans. Here Andrian Kreye and Regula Staempfli talk about digital Transformation, the situation of the media in the whole circus and on Google and Facebook. Andrian Kreye won in 2019 the Theodor Wolff Preis for his Digital Transformation Book & Lifetime achievement. He belongs to the inner circle of Digital Thinkers internationally, a web made by DLD-Conferences and Hubert Burda. Listen in to this talk on Zoom, where there are only one or two defaults due to technology. Regula Staempfli also brings into the talk the idea of DIGITAL BACKUPS, inspired by Andrian Kreyes new take on Cyber Security. http://ta-swiss-futurepodcast.online/andrian-kreye-on-machines-humans Listen in – it is great fun and contains great insights.

Regula Stämpfli: Die Konkordanz hat gewonnen: Weshalb der Abstimmungssonntag vom 13.2.2022 good news sind.

Regula Stämpfli in der Abstimmungsanalyse

Regula Stämpfli: Die Konkordanz hat gegen Trumpism & Polarisierung gewonnen.

Die Politologin Dr. Regula Stämpfli analysiert für den Klein Report den Abstimmungssonntag sowie die Kommentare von Journalisten, Pollsters und Regierung. 

Ihr Fazit: Die Stimmenden haben die Polarisierung satt. Eine Polarisierung, die offenbar Experten, Medien und Politiker weiter pushen wollen.

In Zeiten von «Trumpism» (laStaempfli), der politischen Polarisierung, die alle Menschen in ideologische Klickmaschinen umwandelt, verlieren Polit-Profis immer mehr das Augenmass. Die Korrespondentin der «Süddeutschen Zeitung» (12. Februar 2022) – der TX-Group mittels Kooperation eng verbunden – behauptet mit dem Politologen Adrian Vatter, dass «nur noch finanz- und zahlungskräftige Organisationen» das Sammeln von Unterschriften leisten können und «die Menge an Abstimmungen» die «Einheimische nerven» würde. 

Mit Verlaub, woher kommen derart absurde Interpretation? Weiterlesen auf http://www.kleinreport.ch/news/konkordanz-demokratie-durchs-stimmvolk-98912/

Isabel Rohner & Regula Stämpfli in ihrem feministischen Wochenrückblick: “Junge Dame” Baerbock, Taliban in Genf, neue Studie der malisa-Stiftung & böse(?) Frauen.

#diepodcastin medienkritisch: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über “junge Dame” Annalena Baerbock, mit inhaltlicher Kritik an der Aussenministerin Stichwort Israelbesuch, über den Talibanbesuch in der Schweiz, die neue Studie der malisa-Stiftung und böse Frauenfiguren.Isabel Rohner und Regula Stämpfli diskutieren zu Beginn das Eingangszitat: Ist das Leben “wie vorgestern” wirklich so schlimm & hat sich nicht manchmal die Gleichstellung von Frauen in den Rückwärtsgang gelegt? laStaempfli bringt zunächst “good news”: Die verstorbene Ikone und Neu-Erfinderin des Tanztheaters, Pina Bausch kann mit Tuasenden Fotos und Videos ihrer Inszenierungen nacherlebt werden: pinabausch.org – wunderbar.Dann kommen wir mit der Rohnerin zur goldenen Schrumpelgurke der Woche: Der mehrfach ausgezeichnete Journalist Christoph von Marschall war diese Woche im Morgenmagazin zu Gast und sollte dort ein Foto von Außenministerin Baerbock an der ukrainischen Frontlinie beschreiben. Er tat dies denkbar entlarvend: “diese junge Dame, die unsere Außenministerin ist”. Die Rohnerin findet: Erneut ein Beispiel dafür, dass insbesondere männlichen Journalisten die Sprache fehlt, wenn es um Frauen bzw. in diesem Fall um machtvolle Frauen geht. Oder haben Sie schon mal mitbekommen, dass von Jens Spahn oder Christian Lindner von “dieser junge Herr, der unser Gesundheits- bzw. Finanzminister ist” gesprochen wurde? Kein Zufall.laStämpfli weist klug darauf hin, dass es hier einzig um die Sprache geht und nicht um die Bewertung der politischen Arbeit der Außenministerin. Da gibt es, gerade mit Blick auf Ihre Besuche im Nahen Osten und ihre Twitterei nach ihrem Besuch bei Mahmud Abbas durchaus viele Punkte, die kritisiert werden müssen. Dies führt zum dunklen Teil dieser Folge, in der laStaempfli unter anderem auch die fehlende Sprache bezüglich Islamismus-Beurteilung von Taliban oder auch den Massenmördern in Paris geht: Es ist nicht einzusehen, wie MeToo in den westlichen Demokratien zu recht ein grosses Thema ist, gleichzeitig bei allen islamistischen Regimes so getan wird als gäbe es keinen Antisemitismus & Antifeminismus – diese Leerstellen schmerzen, ebenso wie der Auftritt der Aussenministerin in Palästina, gelinde gesagt, unglücklich war in laStaempflis Augen.

https://twitter.com/Rohnerin/status/1493129796599091200?s=20&t=bPSJh8_w-RlIeG7k4rhEQw

Der Übergang fällt der #diepodcastin schwer, doch sie schaffen es aus den Abgründen des industriellen Massenmordes damals und der Frauenvernichtungsregimes heute in der Medienkritik von heute anzukommen:Die Rohnerin berichtet über die neueste Studie der Malisa-Stiftung in Kooperation mit dem Lehrstuhl von Prof. Elizabeth Prommer von der Uni Rostock zur Repräsentanz von Frauen im deutschen Film. Die positive Nachricht: Seit der letzten Untersuchung ist die Repräsentanz von Frauen um 5 % gestiegen. Bei “zentralen Rollen” liegen Männer und Frauen inzwischen fast gleich auf (53 % Männer vrs. 47 % Frauen). Die schlechte Nachricht: Frauen werden nach wie vor vor allem jung, schlank und als Partnerin eines Mannes inszeniert. Während Männerfiguren erkennbare Berufe oder Hobbys haben, auch mal übergewichtig sein dürfen und auch mit über 50 noch präsent sind, fehlt diese Vielfalt bei Frauen komplett. Und je älter Frauen werden, umso mehr muss man sie auf den Leinwänden suchen. Isabel Rohner und Regula Stämpfli verweisen gerne auf den hervorragenden Artikel, den Silke Burmester hierzu auf zeit-online veröffentlicht hat (Link unten). Wir wollen viel mehr Vielfalt an Frauenfiguren!Das Bild zur Folge stammt aus der Ausstellung im schweizerischen Nationalmuseum: Menschen – in Stein gemeisselt: Eine über sechstausendjahrealte Frauenfigur, fotografiert von laStaempfli. Sichtbarkeit der Frauen – wunderbar, schon vor Tausenden von Jahren.

#diepodcastin: Isabel Rohner und Regula Stämpfli am 12. Februar 2022 über Annalena Baerbock & Medienimage, den Taliban-Besuch in Genf, die Leerstellen der Berichterstattung und die beiden klugen Frauen, die Rohnerin und laStaempfli sind sich wieder köstlich uneinig über Elena Ferrante.

Frau – in Stein gemeisselt. Berührend schön & sichtbar. Es gab sie schon immer: Die tollen Frauen.

Regula Stämpfli: Mit Hannah Arendt “Echo der Zeit” – die älteste Politsendung auf SRF hören & Leerstellen entdecken. Nachzulesen im Klein Report.

https://twitter.com/BinderMarianne/status/1492099446754234368?s=20&t=F20goFHQR_gq6ASlO84Dfw
Die Nationalrätin Marianne Binder auf TWITTER mit der Empfehlung für den Artikel von Regula Stämpfli, deren “Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt” auch mit Hannah Arendt gedacht, geschrieben und zum Bestseller wurde.

Die «älteste politische Hintergrundsendung» von SRF brachte am 9. Februar grad zwei Islamismus-Themen. Die Sprache der Journalisten sei ideologisch verbrämt, meint die Politphilosophin Regula Stämpfli, die für den Klein Report diese «Sendung voller Leerstellen» kommentiert.

«Taliban hoffen in Genf auf Anerkennung und Unterstützung» titelte das «Echo der Zeit» den ersten Beitrag zu Afghanistan. Der «Genfer Appell», der seit September 2021 eine neue «Verpflichtungserklärung zur Bekämpfung konfliktbedingter Ernährungssicherheit» unterzeichnet hat, steckt hinter der Einladung an die Taliban nach Genf. 

Eine Konferenz mit den Taliban ohne Teilnahme der afghanischen Exilregierung in Genf? Dieses Vorgehen ist höchst umstritten und erforderte auch sofort die Distanzierung der Vereinten Nationen: «Die Anwesenheit der Taliban in der Schweiz bedeutete weder eine Legitimierung noch eine Anerkennung der Taliban-Regierung in Afghanistan», meinte die Sprecherin der Schweizer Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf. Auch das EDA äusserte sich ähnlich. 

Im «Echo der Zeit» ist davon nur ganz am Rande die Rede. Der Beitrag ist voller Ungenauigkeiten und so angelegt, dass die «humanitäre Hilfe» an die Taliban als Verpflichtung vor allem der USA, die «in einer Zwickmühle» sei, und auch der Schweiz erscheint. Es fehlen Gegenstimmen. Weder werden die islamischen Staaten wie Iran, Saudi-Arabien, Katar, die Arabischen Emirate thematisiert, die ihren islamistischen Brüdern in Afghanistan durchaus helfen könnten, dies aus Gründen, die zum Islamismus-Komplex gehören, jedoch nicht tun. Die afghanische Exilregierung in Genf kommt im «Echo der Zeit» überhaupt nicht zu Wort: Diese stellt sich auf den Standpunkt, dass, wer mit den Taliban kollaboriere, diese auch legitimiere. Nur wird damit mal wieder benannt, was die Taliban wirklich tun: Sie konstituieren ein explizites Frauenmörder-Regime, welches Femizide zum Alltag, sexuelle Gewalt gegen Frauen zum Gebot und die Unterdrückung von Mädchen zum Regierungsprogramm erhoben hat. In Zeiten von MeToo über die Taliban zu berichten als wären sie ein Regime wie jedes andere, deren Verbrechen bedauernd unter «Menschenrechten» zu subsumieren und zu neutralisieren, ist verstörend.

Diese Art sexistischer und antisemitischer Beschönigung durch Nicht-Thematisierung geht im «Echo der Zeit» weiter im Bericht zum Prozess gegen den mutmasslichen Massenmörder und/oder Strippenzieher des Massenmordes in Paris im November 2015. In der Einleitung fällt der seltsame Ausdruck «ziellos schiessen». 

An den Attentaten in Paris war nichts ziellos. Es waren auch keine «Selbstmordattentate», die der Mordserie in Paris im November 2015 vorangingen, sondern gezielte antisemitische, auf Frauenvernichtung organisierte Morde, die direkt gegen die Zivilbevölkerung des Westens und gegen die Demokratie gerichtet waren und immer wieder sind. Im Text zum Beitrag von Daniel Voll und Roger Brändlin finden wir auch den bemerkenswerten Satz: «Der 32-jährige Franzose marokkanischer Herkunft, könnte der Drahtzieher des Anschlags gewesen sein, bei dem im Jahr 2015 130 Menschen ums Leben kamen.» Der ideologische Hintergrund des Täters wird verschleiert, die Massenmorde im Satz des «ums Leben kommen» verharmlost. Während Journalisten und Journalistinnen hierzulande jeden zweiten Tag, Sprache, Macht und Politik zum Aufhänger ihrer Berichterstattung machen und ganze Magazine mit dem Gendersternchen füllen, versagen sie im klassischen Handwerk der journalistischen Reportage. Geht es um Islamisten, Taliban, den IS-Staat, generell um islamistische Mörder, frappieren die Leerstellen, Verharmlosungen, Verschleierungen. Es fehlen durchwegs die strukturelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen, der strukturelle Antisemitismus der Islamisten sowie deren Ziel der Vernichtung der Moderne: Übrigens alles ideologische Kernpunkte, die sie mit den Rechtsextremen teilen. 

Diese Leerstellen konstruieren den «Sieg auf Kosten der Wirklichkeit», um mit Hannah Arendt zu sprechen. Gilt die eigene Ideologie mehr als die Realität, verfallen die Medienschaffenden hierzulande in eine Art Scheinsprache. Feministinnen haben erreicht, dass «Ehedramen», «Ehrenmorde» endlich mit «Femizid» oder ganz klar «Frauenmord» benennt werden. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb islamistischer Terror, der sich in erster Linie gegen jüdische Frauen und Männer, gegen Mädchen und Frauen richtet und schon Hunderttausende von Menschen ermordet, gefoltert und bis heute eingekerkert hat, nie mit sexistischer struktureller Gewalt und mörderischen Antisemitismus in Verbindung gebracht wird – obwohl die Realität einem blutig ins Gesicht schreit.

Den Kollegen vom «Echo der Zeit» sei doch wieder einmal Victor Klemperer empfohlen: Dessen «Sprache des Dritten Reiches» wird ihnen ermöglichen, zwischen Opfern und Tätern, zwischen eigener Ideologie und Berichterstattung zu unterscheiden. laStaempfli ergänzt: Ganz aktuell ist auch das Buch “Jews don´t count” von David Baddiel.

Wie auch in Schweizer Medien Antisemitismus verschleiert wird. Zusammen mit Antifeminismus.

#diepodcastin über Männer: Eine knallharte Analyse zum CICERO-RATING, zum Männerlabercast von Di Lorenzo & Illies über Frieda Kahlo & leider auch über Elena Ferrante.

Isabel Rohner und Regula Stämpfli mit ihrem wöchentlichen Podcast namens Die PODCASTIN. Der feministische Wochenrückblick mit Schwerpunktthemen ist für die Demokratie wie die Luft zum Atmen: Deshalb das fantastisch schöne Bild mit der zauberhaften Bella Hadid “Goldene Lunge”.

Die Goldlunge von Bella Hadid als Synonym für #diepodcastin.

Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick über Männer: Cicero-Rating, Männerlabercast von Di Lorenzo & Illies über Frieda Kahlo und leider auch über Elena Ferrante.

#diepodcastin über Männer: Cicero, “Augen zu”, Frida Kahlo, “Elena Ferrante” again!, diesmal bei Netflix. Welcome bei Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick.laStaempfli hat schon auf TWITTER, im KleinReport, nun auch in #diepodcastin das CICERO-Rating des gleichnamigen Polit-Magazin analysiert & kritisiert. Aufgrund der Quellen macht sie fest: Unter den ersten 100 grad mal elf Frauen, die Rohnerin korrigiert live: Es sind 15 Frauen. So oder so: Die Männerquote hier über 80 Prozent. Die strukturell frauenfeindliche Medienszene wiederholt sich im Rating: Codes reproduzieren in Algorithmen gepackte Vorurteile, automatisieren den strukturellen Sexismus in den Medien und erstellen dann Best of -Listen.  Die Rohnerin doppelt nach: Ist die Liste nun eine zu Meinungsmachern oder Intellektuellen? Hier gibt es “blind spots”. Hätte die Liste “500 wichtigste Medienmacher” geheissen, wäre sie präziser punkto Macht, Medien & Rating gewesen.#diepodcastin, Isabel Rohner und Regula Stämpfli über Medienbias allgemein – anlässlich der Spiegel-Auswertung der letzten 75 Jahre: 90 Prozent Männer, der Rest eben der Rest. Ab und an gibt es 20-30 Prozent Frauenanteil, je nach Thema, doch selbst 2021 sieht die Bilanz bitter aus. die Rohnerin als Tipp an die Chefredaktionen:Interviewt, zitiert, lest, befragt mehr Frauen und macht sie sichtbar.laStaempfli hätte hier weiter mit Prostitution, Wirtschaftskrimi und Männermacht weiterfahren wollen, doch es kam anders: Anhand eines Männerpodcasts erklärt die Rohnerin die Sprachlosigkeit gegenüber Frauen. Der “Kunstpodcast”: Giovanni di Lorenzo und Florian Illies hat die Bühne. Nach Folgen über Klimt, Modigliani, Vermeer, Christo und Jeanne-Claude, Hopper, Van Gogh, Picasso, Friedrich und Modersohn-Becker haben sie sich in ihrem letzten Streich Kahlo gewidmet. Schon die Überschrift ließ bereits Schlimmes erwarten: “Frida Kahlo – warum nur ist sie die berühmteste Künstlerin der Welt?” – und regte die sozialen Medien zu köstlichen Repliken an: “Marie Curie – verstand sie wirklich etwas von Chemie?”.Die Rohnerin hat sich die Zeit genommen, sich das Gespräch der beiden führenden Intellektuellen anzuhören – und ist enttäuscht: In dem “Kunstpodcast” ging es nicht wirklich um Kahlos Kunst. Die beiden Hosts erzählten sich gegenseitig Kahlos Leben – und immer wenn es um die Männer ging, wurden ihre Beschreibungen plötzlich auffallend eloquent. Ging es aber um Kahlos Kunst, ihr Werk, ihr Schaffen, ihre Einordnung, scheint auch diesen Meinungsmachern seltsam die Sprache zu fehlen.Dem Unbehagen von laStaempfli, dem Männerpodcast soviel Raum zu geben, folgt einem kurzen Statement zum Wirtschaftsprozess: Finanzmarkt und Menschenhandel sind eng verschränkt, dazu bräuchte es viel mehr Berichterstattung. Dann folgt ein Filmtipp der Rohnerin, der laStaempfli wieder seufzen lässt – in einer nächsten Folge MUSS MUTTERSCHAFT wohl ganz diametral anders von #diepodcastin, Isabel Rohner und Regula Stämpfli besprochen werden.Es geht um “Frau im Dunkeln” auf Netflix, eine Verfilmung eines Romans von Elena Ferrante (regelmäßige “Die Podcastin”-Hörerinnen und -Hörer wissen, was dieser Name für die Diskussion bedeutet…!). Regie und Drehbuch: Maggie Gyllenhaal, Hauptrolle Oscarpreisträgerin Olivia Colman. laStaempfli verspricht, diesen Film aufmerksam zu gucken. Die These der Rohnerin, dass Frauenfilme strenger beurteilt werden, obwohl es doch weniger davon gibt, ist zutreffend, aber nicht für laStaempfli, die Frauenfilme liebt, bei Mutterkritiken aber höchst sensibel reagiert. Auch zum Nachhören: Die Podcastin über Malerinnen.

Regula Stämpfli über #Ranking #Intellektuelle #Cicero: MÄNNERQUOTE REGIERT.

Regula Stämpfli entwickelte 2002 als ERSTE für FACTS das Politik- und Medienrating, das ihr von der SonntagsZeitung, Denis von Burg 2003 gestohlen wurde, obwohl die Abmachungen klar waren: laStaempfli hat das Rating entwickelt, sie kriegt bei jeder Publikation SFr. 3000.- & ein Interview. Das Politikrating wurde seither ständig publiziert, laStaempfli wurde seither NIE MEHR INTERVIEWT von SonntagsZeitung sowie die Gewinne aus dem Rating & die Vertragsabmachung nicht beglichen. Bis heute kommen die Medienmänner mit derartigen geistigen Eigentum, Copyright- und anderen Enteignungsstrategien von Frauen klar und easy davon. laStaempfli ist dies am ändern.

CICERO, das Magazin von RINGIER, das von FRANK A. MEYER initiiert wurde, veröffentlicht alle drei Jahre ein RATING DER 500 wichtigsten Intellektuellen. Das Rating wird durch strukturelle Enteignungsstrategien von Frauen und durch die auf allen Ebenen feststellbaren Männerquoten definiert. Oder in den Worten von laStaempfli: Mit dem Tippfehler “repegierte” statt “repetierte” Klischees, laach, aber wer sagt es denn: “Lieber Ich als Perfekt.” Lieber sich als Frau überhaupt wagen, TWITTER zu bespielen.

Männerquote regiert: «Ciceros» Intellektuellen-Liste: http://www.kleinreport.ch/news/mannerquote-regiert-ciceros-intellektuellen-liste-98803/

Es ist wieder so weit. Das Magazin «Cicero» publiziert alle drei Jahre eine Liste der «500 wichtigsten Intellektuellen». Ein Kommentar der Politikwissenschaftlerin Dr. Regula Stämpfli (#diepodcastin) für den Klein Report.

Willkommen in der strukturell frauenfeindlichen Medienszene deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften! Entgegen lächerlicher Schlagzeilen wie jüngst im «Handelsblatt» vom 7. Januar «Studie: Frauenanteil in Vorstandsetagen steigt auf Höchststand», um die mickrigen 13,4 Prozent der untersuchten Firmen anzupreisen, ist die Wirklichkeit in der Schweiz, Deutschland und Österreich durch eine grassierende Männerquote geprägt. Die Topetagen börsennotierter deutscher Unternehmen besteht nämlich immer noch aus fetten 86,6 Prozent Männern. 

Listen wie die von «Cicero» verstärken die Männerquoten auf alle Ewigkeit. Im neusten «Cicero»-Rating der «Intellektuellen» sind unter den ersten 100 gerade mal 11 Frauen zu finden. Die Männerquote hier: 89 Prozent. Weiterlesen, siehe Links und Klein Report REGULA STÄMPFLI MÄNNERQUOTE.

Lorenz Meyer empfiehlt im BILDblog (Kritisches über deutsche Medien seit 2004) #diepodcastin von Isabel Rohner & Regula Stämpfli, 29.1.2022.

Aus dem BILDblog siehe https://bildblog.de/133080/kw-0422-hoer-und-gucktipps-zum-wochenende/ schreibt Lorenz Meyer: Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!” : diepodcastin.de, Isabel Rohner & Regula Stämpfli, Audio: 49:13 Minuten)
Im feministischen Wochenrückblick der “Podcastin” sprechen Isabel Rohner und Regula Stämpfli gleich über mehrere Themen mit Medienbezug: über die italienische “Vogue”, den besten “Guerilla-Girl-Account auf Instagram” im deutschsprachigen Raum, einen “Machttext” zum Treffen von Annalena Baerbock mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow und die Attacken des Chef-Europakorrespondenten von “Politico” gegen die Historikerin Annika Brockschmidt.