Twitter/X hat unter Elon Musk eine Milliarde Downloads, d.h. Nutzung und Aktivierung der App, überschritten. Vor zwei Wochen haben in einer konzentrierten Aktion die SPD, DIE GRÜNEN & DIE LINKE den Nachrichtendienst, die soziale Plattform, verlassen, um auf TIKTOK (liegt in chinesischer Hand & dient im Westen der Desinformation & Unterhaltung, im Osten ist TikTok eine Lern-App) aktiv zu bleiben. SRF, ARD, ZDF berichteten alle breit und positiv darüber. Regula Staempfli vertritt die Gegenposition bei “indubio”, der rechten Plattform der “Achse des Guten” in einem sehr spannenden Gespräch unter der genialen Moderation von Gerd Buurmann.

“Von Achgut.tv • Was bringt die neue europäische Plattform „W Social“, und wie unabhängig ist sie? Wie chaotisch ist der Platzhirsch X? Darüber spricht Gerd Buurmann mit der Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli vom Podcast „Die Podcastin“, mit dem Medienmacher Vadim Derksen von der Jungen Freiheit und mit dem Achse-Autor Thilo Schneider, Autor des Buches „The Dark Side of the Mittelschicht“.

Nachdem SPD, Grüne und Die Linke ihren Rückzug von der Plattform X angekündigt haben und diesen mit wachsender Desinformation sowie chaotischen Debattenstrukturen begründen, rückt eine neue europäische Alternative in den Fokus. Die Plattform „W Social“ wirbt mit einem verifizierten Nutzerzugang, europäischem Hosting und dem Anspruch, einen digitalen Debattenraum ohne Bots und Falschinformationen zu schaffen. 

Technischer Hinweis: INDUBIO kann man auch über die gängigen Podcast-Apps (Apple, Deezer, Soundcloud, Spotify usw.) anhören.” Text von Gerd Buurmann für Achtut.tv. Hier der Link: https://www.achgut.com/artikel/indubio_10_05_2026_der_verlust_der_empoerungshoheit

Hier die Thesen von laStaempfli als Vorbereitung für dieses Gespräch:

10 Gründe, warum der koordinierte X-Abschied von SPD, Grünen und Linken eine der dümmsten politischen Selbstverstümmelungen der letzten Jahre ist: Demonierung einer gemeinsamen demokratischen Öffentlichkeit (und ARD und ZDF applaudieren dabei noch.)

  1. Sie überlassen das Schlachtfeld kampflos. X ist immer noch die größte, schnellste und unkontrollierbarste öffentliche Agora. Wer sie verlässt, gibt sie komplett den AfD, Rechten und allen anderen frei. Gratulation zum strategischen Eigentor.
  2. Sie ziehen sich in ihre eigene Bubble zurück. Statt sich der harten Debatte zu stellen, flüchten sie zurück in die kuscheligen Echokammern von Instagram, Bluesky und Mastodon. Das ist kein Widerstand – das ist Verweigerung von Realität.
  3. Sie zerstören ihre eigene Reichweite. Millionen von Menschen (auch Nicht-Wähler) erreichen sie nur noch über Filterblasen. Die eigene Position wird unsichtbar für alle, die nicht schon längst überzeugt sind.
  4. Sie bestätigen das Narrativ der „feigen Eliten“. Wer vor einem freien Diskursraum wegrennt und „Chaos“ und „Desinformation“ schreit, während er gleichzeitig die Hoheit über die Narrative behalten will, wirkt einfach nur schwach und ängstlich.
  5. Sie ignorieren, dass X unter Musk objektiv offener geworden ist. Mehr Meinungsvielfalt, weniger Zensur – genau das, was sie früher immer gefordert haben. Jetzt, wo es wirklich passiert, hauen sie ab. Heuchlerischer geht’s nicht.
  6. Sie verschenken die direkte Kommunikation mit Bürgern. Früher hieß es immer „Wir müssen mit den Menschen reden“. Jetzt sagen sie: „Mit denen reden wir lieber nicht mehr.“ Toll.
  7. Sie machen die AfD stärker. Jeder vernünftige Beobachter sieht: Die Linken räumen das Feld. Die AfD feiert das als Sieg – und zu Recht.
  8. Sie widersprechen ihrem eigenen Demokratie-Geschwafel. „Demokratie lebt vom Streit“ – außer wenn der Streit auf einer Plattform stattfindet, die sie nicht kontrollieren. Dann plötzlich nicht mehr.
  9. Sie isolieren sich selbst von der Wirklichkeit. Die Plattform ist voller normaler Menschen mit echten Sorgen. Wer sie verlässt, verliert den Kontakt zur gesellschaftlichen Mitte.
  10. Es ist schlicht feige. Statt sich der Debatte zu stellen, laufen sie weg und nennen das „Haltung“. Das ist keine Haltung – das ist Rückzug ins sichere Eck.

Was das für den Diskurs bedeutet Der öffentliche Diskurs wird noch stärker gespalten. Die eine Seite (rechts/konservativ) dominiert den freien, unzensierten Raum. Die andere Seite (links/grün/rot) zieht sich in ihre kontrollierten, freundlichen Parallelwelten zurück. Das Ergebnis: Zwei getrennte Realitäten, die sich kaum noch berühren. Genau das, was sie angeblich verhindern wollten. Am Ende gewinnen nicht die Argumente, sondern die, die bleiben und aushalten. Die Linken haben gerade freiwillig das Spielfeld geräumt

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.” Von Regula Stämpfli

Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.
Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.

In den Medien machte der Antisemitismus der Elite an der Universität Zürich, an der ETH, an der ZHdK massenhaft Schlagzeilen. Wie kommt es, dass eine antisemitische Minderheit, die seit zwanzig Jahren Minderheit blieb, plötzlich in der Mitte angekommen ist? Hier ein Kurz-Essay von Regula Stämpfli, laStaempfli am 7.4.2026.

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.”

Es gibt einen Trumpismus, über den fast niemand spricht. Nicht den politischen. Nicht den medialen. Sondern den stillen, hartnäckigen Trumpismus des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs. Er funktioniert nach denselben Regeln: Polarisierung statt Urteilskraft. Zugehörigkeit statt Argument. Moral statt Kompetenz. Auch hier begann alles harmlos – mit dem Versprechen von Reform; Beispiel Toni-Areal und ZHdK. Als die Zürcher Kunst- und Designhochschulen, „Zürcher Hochschule der Künste ZHdK  2014 ins Toni-Areal zogen, wurde das als großer Fortschritt gefeiert: Ende der Zersplitterung, Ende der provinziellen Enge, endlich internationale Sichtbarkeit und effiziente Strukturen. Auf dem Papier klang es vernünftig. In Wirklichkeit kam dies einer stillen Zäsur gleich. Aus einer Landschaft eigenwilliger Institute inklusive deren Leiterinnen, wurde ein zentralisiertes System. Aus Persönlichkeiten wurden Strukturen. Und wo Strukturen herrschen, gewinnen nicht mehr die originellsten Köpfe, sondern die kompatibelsten.

Das ist kein Zürcher Sonderfall. Das ist der Bologna-Effekt in Reinform: Bildung wird vergleichbar, messbar, verwaltbar. Und alles, was verwaltet wird, beginnt früher oder später, sich wie Verwaltung zu benehmen.So entstand im Kulturbetrieb eine neue Karrierelogik. Nicht mehr ästhetisches oder intellektuelles Risiko führt nach oben, sondern diskursive Sicherheit. Wer die richtigen Begriffe beherrscht, die passenden moralischen Signale setzt und die aktuellen Förderformeln kennt, kommt weiter als jemand, der tatsächlich etwas Neues wagt. Das Ergebnis ist paradox: Noch nie wurde so viel von „Innovation“ und „Kreativität“ gesprochen. Und noch selten war so wenig davon zu spüren. Stattdessen sehen wir stromlinienförmige Lebensläufe, perfekt kalibrierte Anträge und makellose moralische Selbstverortungen. Die neue Elite ist nicht mehr avantgardistisch. Sie ist administrativ brillant. Ihr neues Glaubensbekenntnis heisst D.E.I. – Diversity, Equity, Inclusion oder auf schweizerisch, siehe „Diversitätsleitfaden“ der SRG, Gleichstellung, queer, migrantisch. So wird aus Anträgen standardisierte Gebete; dieselben Phrasen, dieselben Referenzen, dieselben Signifikanten. Kritik ist rhetorisch, falls echt, sofort Grund zum Ausschluss. Diese Cancel-Culture ist Gewaltmonopol der mächtigen öffentlichen Institutionen, die Diversitätsleitfäden vorgeben. Hier schliesst sich der Kreis zum „Trumpismus; diesem Funktionsmodus, diesem ideologischen Lagerdenken ohne Komplexität. Entweder bist Du auf der richtigen Seite oder Teil des Problems. Narrative definieren Realität. Die milieukonforme Einseitigkeit, gepaart mit beliebten Juden- und Frauenhass, wird heute mit Kunst-Preisen überschüttet. Hannah Arendt hat einmal gewarnt, die größte Gefahr für das Denken sei nicht einfach der Fanatismus, sondern die automatisierte Sprechakte & Funktionsweisen.