Die Podcastin vor der Sommerpause endlich aufgeschaltet: Am 9. August 2026 kommt die nächste! In der Folge vom 11. Juli dachten Regula Staempfli und Isabel Rohner über Ideologie vs Realität nach und wie wichtig HAUSHALT, und zwar ein ausgeglichener, sowohl im Privaten als auch im Staat, wichtig sind.

Die Podcastin als Homemaker: Isabel Rohner und Regula Staempfli mit dem Informationsfreiheitsgesetz, mediale Leerstellen punkto Islamismus, Defund Amnesty International, absurdes Stella-Theater und grossen Sparvorschlaegen (feministischen Reformpaketen) und einer Hymne an Bonnie Tyler.

“Nichts gegen Hausfrauen, ja? Ist das klar? Die wollen gute Musik hören, wenn sie arbeiten. Und ich fühle mich geehrt, wenn sie mir zuhören.” Bonnie Tyler, walisische Sängerin und Musikikone, gestorben am 8. Juli 2026 mit 75 Jahren

Regula Stämpfli und Isabel Rohner würdigen Bonnie Tyler – und sie würdigen die Hausarbeit, die auch viele ihrer Hörerinnen erledigen, während sie dem sprechenden Denken von LaStämpfli und Rohnerin lauschen. laStaempfli kommt mit starken Haushaltstipps.

Zum Thema Hausarbeit empfiehlt die Rohnerin ein lesens- und bedenkenswertes Interview ihrer 97-jährigen Freundin, der feministischen Ökonomin Elisabeth Stiefel im Kölner Stadtanzeiger: https://www.ksta.de/wirtschaft/unsichtbare-arbeit-was-einer-fast-100-jahre-alten-oekonomin-zur-deutschen-wirtschaft-auf-der-seele-liegt-1276698 laStaempfli würdigt die historisch wichtige Arbeit, weist darauf hin, dass die Ökonomisierung der Familienarbeit auch zur Verdinglichung von Menschen und Pflege beigetragen hat: Eine Falle, die wir Frauen immer stärker spüren.

Entbürokratisierung, ja bitte! Aber nicht auf Kosten der Bürgerrechte – sondern auf Kosten der Staatsausgaben! Die Rohnerin erklärt: Die angekündigte Novellierung des Informationsfreiheitsgesetzes durch die deutsche Bundesregierung ist das Gegenteil von Entbürokratisierung! Hier sollen Rechtsansprüche von Bürgerinnen und Bürgern beschnitten werden. Gut, dass die Medien dies auch langsam thematisieren, wo sie die ersten Tage nach Verkündigung des 34-Punkte-Plans so sehr mit dem Ablenkungsthema “Krankschreibung ab dem 1. Tag” beschäftigt waren…

Ideologie versus Realität:

Das Berliner Ensemble in Berlin feiert Goethes feuchten Traum “Stella” aus dem Jahr 1775 als Beispiel für “Queere Liebe”. Warum? Weil “queer” nichts anderes heißt als “männerzentriert”. Achtet mal darauf! Ein Mann mit mehreren Frauen wird als hipp und “queer” gelabelt. Da freuen sich doch die Islamisten! Wie lange wird es dauern, bis auch deren Viel-Ehe-Konzepte von den verblendeten Menschen im Westen als innovativ und QUEER gefeiert werden? Und zwar voll auf Kosten der Frauen.

Amnesty International UK hat diese Woche einen Bericht über “A growing threat” veröffentlicht – wachsende Bedrohungen. Aber auch sie meinen damit nicht etwa die islamistische Gefahr für Demokratie und Frieden. Nein! Sie meinen damit Organisationen, die es wagen, sich für die Rechte von Mädchen und Frauen, von Lesben und Homosexuellen einzusetzen. Im Bericht werden u.a. die LGB Alliance, For Women Scotland oder auch ein privat finanziertes Frauenhaus als “growing threat” gebrandmarkt. Unfassbar. Und noch ein Grund – neben den antisemitischen Entgleisungen von Amnesty in den letzten Jahren – dieser Organisationen keinen einzigen Cent mehr zu spenden.

Die Historikerin und Politphilosophin (Bestseller “Trumpism. The Algorithmic Age” und “Mit der Schürze in die Landesverteidigung. Frauen, Krieg und Staat 1914-45”) mit einer Medienkritik zur gegenwärtigen NS-Geschichtsverfälschung: “War Oma auch eine Nazi?” Und was dies alles mit der sog. Leihmutterschaft der Gegenwart zu tun haben könnte.

Medienkritik SZ/BAZ: “War OMA Nazi?” ÜBER GESCHICHTSVERFÄLSCHUNG DURCH POSTKOLONIALISTINNEN oder Biopolitik damals und heute. NS-Forschung ist gegenwärtig ideologisch motivierte Forschung. Statt zu sagen, was war, wird geschrieben, was gewesen sein soll. Dies gilt besonders für Frauengeschichte.

Die Schweizer Medien erhalten aus Deutschland seit Jahren nicht nur Nachrichten, sondern auch erstaunlich viel publizistisches Abfallobst. So titelte die Süddeutsche Zeitung am 14. Juli 2026: «War auch Oma ein Nazi?» Wenige Tage später erschien dieselbe Denkfigur in der Schweiz: «War auch Grossmutter ein Nazi? Die Rolle der Frauen in der NS-Zeit.» Schon der Titel verrät das Problem. Er übernimmt unkritisch eine Kategorie, die es im Nationalsozialismus nur als Rassen- und nicht als Geschlechterpolitik gab.

Es gab im Nationalsozialismus nämlich keine Frauen als historische oder politische Kategorie. Es gab ausschliesslich rassifizierte Frauen. Der Nationalsozialismus unterschied nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen «erbgesund» und «erbkrank», zwischen «arisch» und «nicht arisch», zwischen reproduktionswürdig und vernichtungswürdig.

Wer deshalb 2026 über «Frauen im Nationalsozialismus» schreibt, ohne diese grundlegende Differenz bereits im Titel sichtbar zu machen, beschreibt nicht die historische Wirklichkeit, sondern reproduziert ungewollt die Sprache der Täter.

Der Artikel reiht alles auf, was seit Jahrzehnten zum Standardwissen gehört: Mutterkreuz, NS-Frauenschaft, Gertrud Scholtz-Klink, Winifred Wagner, Helene Bechstein, zwölf Millionen Frauen in NS-Verbänden. Alles richtig. Alles bekannt. Alles unerquicklich oberflächlich. Das Entscheidende fehlt. Denn während sogenannte arische Frauen als Gebärerinnen der «Volksgemeinschaft» ausgezeichnet wurden, wurden jüdische Frauen, Sinti- und Roma-Frauen, Frauen mit Behinderungen, politische Gegnerinnen, Lesben und und und, entrechtet, zwangssterilisiert, in Konzentrationslager verschleppt, medizinischen Experimenten unterzogen und millionenfach ermordet. Wer diesen Gegensatz unter der Kategorie „Frauen“ ausblendet, schreibt nicht über „Frauen im Nationalsozialismus.“ Er/Sie schreibt über die Privilegierung einer rassisch definierten Minderheit und erklärt sie anschliessend zur allgemeinen Frauengeschichte.

Ebenso unerquicklich ist die Behauptung, die Nationalsozialisten hätten ein «traditionelles Frauenbild» vertreten. Nein. Genau das ist historisch falsch. Die Nationalsozialisten waren in ihrer Frauenpolitik keineswegs restaurativ. Sie waren revolutionär. Sie machten den weiblichen Körper zum Gegenstand einer bis dahin ungekannten staatlichen Biopolitik. Nicht die Frau interessierte sie, sondern ihre reproduktive Funktion. Nicht Mutterschaft, sondern Bevölkerungspolitik. Nicht Familie, sondern Eugenik. Das sogenannte Mutterkreuz war deshalb keine Ehrung der Mutterschaft, sondern eine staatliche Auszeichnung für die Produktion rassisch erwünschter Kinder. Ideologie entschied darüber, welche Schwangerschaft gefeiert und welche vernichtet wurde.

Gerade deshalb wirkt es befremdlich, wenn ausgerechnet Hans-Ulrich Wehlers Formulierung einer «indirekten Emanzipationsförderung» unkritisch wiederholt wird. Frauen arbeiteten im Krieg nicht deshalb ausser Haus, weil die Nationalsozialisten plötzlich emanzipatorisch geworden wären, sondern weil der totale Krieg Arbeitskräfte verschlang. Von Emanzipation zu sprechen, wo Zwang, Vernichtung und totale staatliche Kontrolle herrschten, verharmlost die Logik eines Regimes, das Leben nach biologischen Kategorien organisierte.

Der eigentliche blinde Fleck solcher Artikel liegt jedoch tiefer. Sie sprechen ständig von «Frauen», ohne zu fragen, wie Ideologien Frauen überhaupt erst definieren. Genau darin lag die Radikalität des Nationalsozialismus. Frau war keine anthropologische, sondern eine politische Kategorie. Wer zur richtigen Rasse gehörte, wurde zur Mutter verklärt. Wer nicht dazugehörte, wurde vernichtet. Der Begriff «Frau» bedeutete im Nationalsozialismus niemals dasselbe für alle Frauen.

Diese Einsicht ist auch deshalb bedeutsam, weil Sprache bis heute Wirklichkeit schafft. Begriffe sind nie unschuldig. Sie ordnen die Welt, lange bevor Gesetze oder Institutionen handeln. Wenn heute selbstverständlich von «Reproduktion», «genetischem Material», «Matching», «Eizellspende», «Leihmutterschaft» oder «optimierten Embryonen» gesprochen wird, lohnt sich ein genauer Blick auf die Sprache. Denn auch hier werden Frauen zunehmend über ihre reproduktive Funktion definiert. Eine Frau, die vierzig Wochen ein Kind unter ihrem Herzen trägt und zur Welt bringt, ist keine «Leihmutter». Sie ist Mutter. Der Begriff «Leihmutter» beschreibt keinen biologischen Sachverhalt, sondern eine juristische und ökonomische Konstruktion, die Mutterschaft sprachlich neu codiert.

Zwischen der nationalsozialistischen Rassenpolitik und den bioethischen Debatten der Gegenwart bestehen selbstverständlich fundamentale historische Unterschiede. Wer Geschichte ernst nimmt, verwischt diese Unterschiede nicht. Doch ebenso wenig darf übersehen werden, dass Ideologien immer zuerst an der Sprache arbeiten. Sie verändern Begriffe, bis die Wirklichkeit anders erscheint. Genau deshalb genügt es nicht, Grossmütter nachträglich in Täterinnen oder Mitläuferinnen einzuteilen. Historische Aufklärung beginnt nicht mit moralischen Etiketten. Sie beginnt mit der Analyse jener Begriffe, durch die Macht den Menschen überhaupt erst definiert.

Wer 2026 über „Frauen im Nationalsozialismus“ schreibt, betreibt ideologische Reproduktion, klischiert Geschichte und verharmlost die biopolitische Gegenwart, die gerade in sog. progressiven Kreisen ihr entsetzliches Unwesen treibt.