Regula Stämpflis Serienkritik Disney+ : Der letzte Prinz von Amerika. Geschichte im Zeitalter codierter Narrative. Was, wenn es Femizid war? Die Weltwoche, 26. März 2026.

Die neue Serie auf Disney + “Love Story” über JFK Junior und Carolyn Bessette ist Suchtmaterial, nicht weil sie spannend ist, sondern die Protagonisten so wunderschön. laStaempfli empfiehlt die Serie auch unter dem Aspekt, dass JFK Jr. ein klassisches “Familiendrama”, sprich ein Femizid. JFK Jr. flog Carolyn Bessette und ihre Schwestern Lauren sowie sich selber in den Tod. Dem Unfall vorangegangen war eine äusserst schwierige dysfunktionale Beziehung und die Karriere von JFK Jr., die, sagen wir es mal vorsichtig, nicht optimal lief. Food for thought – hier eine Empfehlung von laStaempfli, die ihre Serien-Besprechung mit dem Satz endet: “Eine Love Story, die es verdient so genannt zu werden, was sie auch ist: Die Mystifizierung eines destruktiven männlichen Versagens mit tödlichem Ausgang.

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Sie war umwerfend schön, still und stirbt in einem Unfall, so wird es überliefert. Er war ein moderner Held, zerrissen, komplex. Was genau war das Paar, dessen Macht und Mythos bis heute beschäftigt? Disney + gibt eine gleichzeitig versöhnliche und verstörende Antwort.  Seit Orpheus wissen wir: Männer können Frauen nicht retten. Zwar steigt der tragische Held in die Unterwelt, um seine geliebte Eurydike aus dem Hades zu holen, aber am Ende verliert er sie, weil er sich umdreht. Typisch Mann würden wir sagen; Kontrollsucht und Ungeduld zerstören Leben. Sie stirbt, er aber lebt bis heute als Künstlermythos weiter. Der Ursprung aller Liebesmythen ist nie eine Geschichte von Gleichheit. Sondern ein Drama über Besitz Eskalation, verführerische Romantik.”