Regula Stämpfli über die Zukunft des Lernens im Jahr 2175 für swissfuture 1/2020

Vom Konsum zum Leben: Lernen in der Zukunft. 

Radikal ist immer nur das gute Lernen, also Selbstermächtigung und Teamarbeit in einer hoch vernetzten Welt. Die politische Philosophin Regula Stämpfli nimmt uns mit in eine Reise der Zukunft im Jahr 2175 für swissfuture – Magazin 1/2020. Siehe https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/07/zukunft-des-lernens-swissfuture.pdf

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Regula Stämpfli über Netflix & Co: Die Alternativlosigkeit der Streamingdienste im ensuite: Magazin für Kunst und Kultur

Regula Stämpfli über Netflix & Co: Die Alternativlosigkeit der Streamingdienste im ensuite: Magazin für Kunst und Kultur 

Isaac Newton behauptete 1687: «Ich kann die Bewegung des Himmelskörpers berechnen, nicht aber das Verhalten der Menschen.» Falsch. Netflix, Amazon, Google, Facebook, Twitter, Instagram, Apple, IBM, Baidu, Alibaba, Tencent, Microsoft bauen mit Verhaltenskalkulationen grad die Welt neu. Paradox daran ist: Ihre Gewalt braucht keine Waffen, nur noch Algorithmen und entsprechendes Storytelling.

Klischeetussis (Frauen bleiben Körper, egal welchen Part sie spielen), Pop-Porn, Apokalypse, Reality-Elemente, spektakuläre Effekte, kernige Männer, zelebrierte bipolare Störungen, Aspergersyndrom, VerHERRlichung arabischer Clans, Rap-Glory britischer Underclasses, rassistische Victimheroisierung, sexueller Missbrauch, detailverliebte Gewaltszenen etc. bieten die postdemokratischen Erzählstrukturen. Alles ist persönlich. Seit «The Apprentice» von Donald Trump herrscht auch in der Wirklichkeit die inszenierte Realität, die alternativlose Fiktion der Streamingdienste. Dies geschieht vor unser aller Augen und wird doch nicht gesehen. Dank den Behaviouristen gibt es schon längst keine guten oder schlechten Filme mehr, sondern nur noch «Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch xy». Dabei fällt kaum auf, dass alles, was die Streamingdienste genial macht, wenig mit den Plattformen, sondern mit Politik zu tun hat. Serien wie «Chef’s Table», «Chernobyl», «Good Omens», «Fauda», «Fargo», «The Witcher», «Ragnarök», «Modern Family», «Sex Education», «Black Mirror», «Versailles», «Tatortreiniger», «Broadchurch», «Shtisel» etc. transformieren menschliche, d. h. politische Erfahrungen in Geschichten. So weit, so gut. Doch dies sind Ausnahmen. Wichtiger ist den Streamingdiensten die Propagierung einer «zweiten Wirklichkeit» (Georg Seesslen): Lebewesen sollen in Datenpaketen verpackt, möglichst viel konsumieren: Einzelwesen, eingesperrt in den Plattform-Totalitarismus kalkulierter Privatsphäre. (…) weiter siehe https://www.ensuite.ch/1439046-2/

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“Raus aus der Stadt: Rein ins nachhaltige Wohnen”: Regula Stämpfli über die Zukunft des Wohnens.

“Raus aus der Stadt: Rein ins nachhaltige Wohnen”: Regula Stämpfli über die Zukunft des Wohnens. Die Frage, wie wir in Zukunft wohnen werden, hat Designer*innen und Zukunftsforscher*innen schon immer beschäftigt. Die Corona-Krise bestärkt Trends und beschleunigt Entwicklungen hin zu einem naturverbundenen Leben. In “Traumhaus” 3/2020, Gastbeitrag von Regula Stämpfli. “Sehnsucht nach Natur und Authentizität” – “Nicht die Häuser werden intelligenter, sondern die Umgebung wird natürlicher”. 

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laStaempfli on #AI & #KI and #Algorithmic Bias: TEDx 2013 (The World is only ready for her message in 2020…)

 

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Regula Stämpfli, Swiss-born, lives in Munich and works as a columnist and lecturer in Germany, France and Switzerland. For four years she worked on a modern interpretation of Hannah Arendt’s vita activa, published in Brussels in 2007 as Die Macht des richtigen Friseurs (The Power of a Proper Hairdresser). in 2013 she wrote: “The Poetry of Algorithms and the future of the Pixel-Gaze”, critique of modernist perception of time, and of mankind and its labours. Together with IFG Ulm, her professional advisory board, Regula Stämpfli initiated a publicity program called Designing Politics -The Politics of Design for the HFG Ulm institute in 2007. The Ulm Discussions continue within various design networks. In 2013, Stämpfli’s book Die Vermessung der Frau (The Metric Woman) was published by the publisher, Gütersloher Verlagshaus. The book gained high recognition (second edition was published after only four months) and has received innumerable reviews and readings, including TV and radio programs.

In 2018 laStaempfli wrote “Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt”, which was a Bestseller in Austria with a long book tour. Staempfli develops the theory of digital democracy in regards to communication and how Trumpism is a method rather than just a mishap in history. The book is one of the best critiques on #Bankspeak, #Ratings, #Polls and applies Hannah Arendts Vita Activa. 

A multi-faceted intellectual, Stämpfli is known from her written works and television appearances as a sharp-witted analyst, columnist and inspirational talker. Opinions of her vary greatly: the Neue Zürcher Zeitung once referred to her as “Nervewrecker from Brussels”, whereas her students have called her “The Lara Croft of Political Science”. Her popular works comprise additional books, including a collection of her articles, among  there an exhibition and a book on women and their professions. Staempfli teaches political philosophy at the University of St. Gallen. 

Regula Stämpfli im Schweizer Fernsehen, Medienclub: “Die Privatisierung von Staatsaufgaben beim Homeschooling wurde zu wenig von den Medien thematisiert”

Regula Stämpfli im Schweizer Fernsehen, Medienclub: “Die Privatisierung von Staatsaufgaben beim Homeschooling wurde zu wenig von den Medien thematisiert” 16.6.2020

Pressetext SRF: Tatsachen und Meinungen – Wie objektiv berichten Medien?

Seit Wochen dominieren zwei Ereignisse die Medien: die Coronakrise und die Unruhen in den USA. Die Berichterstattung ist flächendeckend, das Interesse des Publikums so gross wie selten zuvor, die Leistung der traditionellen Medien wird geschätzt. Doch es gibt auch Kritik: Zu lange hätten die Schweizer Medien die Meinung der Regierung und der Behörden vertreten, zu spät seien Corona-Verhaltensanweisungen hinterfragt worden, zu einseitig schiesse die Berichterstattung nur gegen US-Präsident Trump, Journalistinnen und Journalisten würden kommentieren statt informieren. Wird die Kritik des Publikums ernst genommen? Wo fängt Meinungsjournalismus an? Und dürfen extreme Meinungen in Artikeln und Sendungen Platz haben?

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Regula Stämpfli empfiehlt Michelle Obamas Buch: Becoming. Now more than ever: Read #BlackLivesMatter

Regula Stämpfli empfiehlt Michelle Obamas Buch: Becoming. Now more than ever: Read #BlackLivesMatter

„Seitdem ich zögerlich in die Öffentlichkeit trat, hat man mich als mächtigste Frau der Welt hochgehalten und gleichzeitig als „zornige schwarze Frau“ niedergemacht. Am liebsten hätte ich meine Kritiker gefragt, welcher Teil dieser Formulierung eigentlich das Entscheidende für sie war: „zornig“, „schwarz“ oder „Frau“? Ich habe für Fotos mit Leuten gelächelt, die meinen Mann im Fernsehen aufs Übelste beschimpfen, sich aber trotzdem noch ein gerahmtes Andenken auf den Kaminsims stellen wollen. Ich habe von den Untiefen des Internets gehört, wo alles an mir in Zweifel gezogen wird, bis hin zu der Frage, ob ich überhaupt eine Frau oder nicht doch ein Mann bin. Ein amtierender Kongressabgeordneter hat sich über meinen Hintern lustig gemacht. Ich war gekränkt. Ich war stinksauer. Aber meistens habe ich mich einfach bemüht, über solche Dinge nur zu lachen.“ (Aus der Einleitung von Becoming)

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Es gibt so vieles, dass wir über Amerika nicht wissen: Michelle Obama erzählt uns nicht nur ihre Geschichte, sondern die der Afro-Amerikaner, der schwarzen Menschen, deren Leben wie alle Leben kostbar sind und enorm viel bedeuten.

Regula Stämpfli über die gewachsene Macht der Experten 2020

Regula Stämpfli über die gewachsene Macht der Experten 2020 im : Der Kirchenbote

„Experten sind die neuen Propheten“

Regula Stämpfli sieht eine Verschiebung der Machtverhältnisse in der Schweiz aufgrund von Corona von Carmen Schirm-Gasser (Auszug)

Haben wir zu sehr auf Experten gehört? 

In der Tat. Die Experten sind die neuen Propheten. Sie bringen die wissenschaftlich legitimierten Heilsbotschaften, zum Wohle der Allgemeinheit. Diese Expertokratie übersieht, dass der Mensch mehr als die Summe seiner biologischen Funktionen ist. Das ist ein Menschenbild, das alle metaphysischen Aspekte ausklammert. Man könnte meinen, wir sind wieder im 19. Jahrhundert. (…)Bild 04.06.20 um 11.16

laStaempfli on the Twitter – Trump War: Here TEDx-Talk on Digital Transformation in general: No Data without representation.

laStaempfli on the Twitter – Trump War: Here TEDx-Talk on Digital Transformation in general: No Data without representation. In my book “The banality of Trump” – in German: Trumpismus. Ein Phänomen verändert die Welt” I explain how Social Media change democracies, their leaders and how Barack Obama and Donald Trump profited both from a shift in paradigms of communications. As early as in the year 2007 I started analysing digital and old media in terms of their impact on political communication and global politics and policies. In the video below you will see my suggestion of binding Social Media back into democracies, with a first step: No Data without representation. I have many more and innovative suggestions concerning #DigitalTransformation. In our upcoming conference on “Digital Democracy” we will present the most effective and most important constitutional and democratic changes concerning social media, digitalisation and coding. Check it out: TA SWISS and SWISSFUTURE in the Museum of Communication in Berne 2020. 

A short comment to the ongoing war betweet TWITTER and TRUMP: Imagine a Hamburger MC-Business acting globally and becoming so big that it does not respect health and safety regulations of the respective nations and local communities where the business sells hamburgers. This is in fact what has been going on with Facebook, Twitter and YouTube. It is high time to have Factchecks, Warnings and legal rights to intervene against False Information on social media (like in my Wikipedia-Article which was fabricated in German by one of my many trolls).

More on the matter soon….

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Regula Stämpfli über das Damenopfer bei der BBC in der Dominic Cummings-Affäre, 29.5.2020

Regula Stämpfli zum Machtkampf in GB: Das Damenopfer der BBC

„Wes Brot ich ess’ des Lied ich sing“. Bisher zeigte sich die altehrwürdige globale Informationstante BBC staatlichen Eingriffen gegenüber unbeirrt. Zu mächtig war der Ruf des britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mit Boris Johnson änderte indessen alles. Schon längst strebt der Mann mit der wirren Frisur die Teilprivatisierung des journalistischen Elefanten an. Bisher prallten die Versuche an der Haltung der BBC ab. Doch jetzt hat sich die Sendeleitung für ein Damenopfer entschieden.

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Emily Maitlis gilt als eine der besten ihres Fachs. Sie brachte Prinz Andrew in der Epstein-Affäre zur Strecke ausgerechnet in dem von ihm selber vorgeschlagenen Interview. In der Sendung Newsnight begrüsste Emily Maitlis die Zuschauer am Dienstag, 26. Mai 2020 mit: „Good Evening, Dominic Cummings hat die Regeln gebrochen. Das Land ist Zeuge und darüber schockiert, dass die Regierung dies nicht sehen kann.“ Seit Wochen tobt der Skandal um den „Bismarck-Besessenen Brexiter“ Dominic Cummings. Der schmächtige Mann, der schon in Jugendjahren sein schütteres Haar mit kommunikativer schwarzer Magie kompensierte, gehört zum engsten Kreis des britischen Premiers Johnson. Es war Dominic Cummings, der die BREXIT-Lügen der EU-Zahlungen, die entsprechenden Landfahrten per Bus und den Slogan „Get BREXIT done“ erfand. Der ehemalige Premier David Cameron nannte Cummings einmal einen Karriere-Psychopathen. Selbst unter Kollegen gilt Cummings als Mann mit „anger management problems“, wie ein Rumbrüller politisch korrekt genannt wird. Well, Boris Johnson kann ohne Cummings offenbar nicht leben. Nur so ist zu erklären, dass der auf die Vox populi so bedachte Premier Cummings nicht entlässt, obwohl die britische Mehrheit und Medien dies lautstark fordern.

Dominic Cummings, ein Anhänger der Spieltheorie, hat ganz bewusst das Allgemeinwohl durch seinen Alleingang in der Coronakrise gefährdet. Trotz strenger Kontaktbeschränkungen fuhr Cummings, zum Zeitpunkt selber an Covid 19 erkrankt, 430 Kilometer durchs Land, um seine Familie und Verwandte zu besuchen. Nicht nur das: Statt sich in Isolation zu begeben besuchte er in Durham die Schönheiten der Umgebung und wurde mehrfach zwischen London und Durham fotografiert.Neil Ferguson, dessen Freundin ihn während des Ausgangsverbots in London besucht hatte und immerhin der epidemiologische Berater der Regierung war, musste sofort zurücktreten. Auch die medizinische Beraterin der schottischen Regierung flog aus ihrem Amt, nachdem bekannt geworden war, dass sie zweimal von Edinburgh an ihren Zweitwohnsitz gefahren war. Doch Cummings? Unerschütterlich. Seit einer Woche versuchten er und Johnson eine Gegenkampagne, um die öffentliche Meinung umzudrehen und ausgerechnet die Leitung der BBC bietet nun Hand dazu. Sie liess öffentlich verlauten, dass die Intro von Emily Maitlis „nicht unseren Standards der Unparteilichkeit“ entsprochen hätte. Emily Maitlis liess sich darauf für den folgenden Tag entschuldigen. Die Journalistengewerkschaft schreit.

Die „Ein-Mann-Kabinetts-Hydra“ Cummings mit dem „Prime Minister in name only“ Boris Johnson (Spitznamen aus der SZ, 18.2.2020), jubilieren. Denn gerade in diesen Zeiten gilt: Meinungsfreiheit scheitert meist an Macht und Portemonnaie. Bilder: WikiCommons