
Heute werden sie Netzwerke genannt, gestern Ehrenamt, alles wichtige Bestandteile des Milizsystem Schweiz – ging es aber um Arbeit waren nur die Frauen gefragt. Die Geschichte der Freiwilligkeit in der Schweiz wurde in einem sehr klugen Projekt untersucht: Freiwilligkeit und Geschlecht. Neuverhandlung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung seit den 1970er-Jahren unter der Leitung von Prof. Dr. Regula Ludi. https://data.snf.ch/grants/grant/200458
Freiwilligenarbeit: Frauen in den 1970er und 1980er Jahren engagierten sich untereinander, stopften die Löcher des Sozialstaates und transformierten die Schweiz von einem erzpatriarchalen Land in einen modernen Staat. Freiwilligkeit als revolutionäres Potential zwecks Befreiung der engen Frauenrollen. Mit der WTO, im Zuge der uneingeschränkten Globalisierung und Migration bei gleichzeitiger Professionalisierung und Ökonomisierung aller Lebensbereiche, werden bürgerliche und revolutionäre Konzepte der Freiwilligkeit aufgelöst: Es bleiben vorwiegend Staat und Kapital. Wirklich? Ein hochkarätiges Podium in Bern geht diesen spannenden Fragen freiwillig nach.