Die Podcastin redet über Kopfgeburten, starke Göttinnen, Archtypen, Naturverbundenheit, Peggy, die kluge IT-Veränderin.Die neue #DiePodcastin Folge

Rohnerin & laStaempfli in der Folge: Frau Holle reloaded.

Die Podcastin redet über Kopfgeburten, starke Göttinnen, Archtypen, Naturverbundenheit, Peggy, die kluge IT-Veränderin.

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laStaempfli: “Die Weltgeschichte weiblicher Macht wird in Mythen & Märchen in Ohnmacht transformiert: Aktuell im Spiegelinterview mit Prof.Dr. Ciesek”. “Ihnen ist klar, dass Sie Quotenfrau sind?” “Sie sind die Neue an Drostens Seite” & “Ihr Podcast klingt ein wenig nach Volkshochschule” . Auf solche Fragen kann frau nicht antworten. Wehrt frau sich, wird sie fertiggemacht, wehrt sich frau nicht, bleibt der Sexismus bestehen. Zudem: Die Selbstüberschätzung der Medienfrauen, die die Professorin als “Frau an der Seite” eines Beraterpodcasts zu Corona bezeichnen. Die Rohnerin bringt es auf den Punkt: “Dies ist eine reaktionäre, diffamierende Propaganda gegen erfolgreiche Frauen unter dem Deckmäntelchen eines kritischen Journalismus. Bäm!” #Quotenfrau läuft. laStaempfli twittert gegen Technik-Redakteur:”Olaf Stampf: Sie sind sich schon bewusst, dass Sie ihren Job nur gekriegt haben, weil Sie ein Mann sind?”

Und aufgepasst: Die Rohnerin und laStaempfli streiten sich. Archetyp oder Sexismus pur? Wir räumen auf oder ab. Mit Mythen, Märchen und negativen Frauenfiguren. Die Rohnerin hat die These des “Putzfimmel-Märchens”, laStaempfli die der “Heldinnenreise”. Beide finden, trotz Unterschiedlichkeiten: Update aller Märchen und Mythen: Now!

Hier weiterführende Literatur zu Märchen, Mythen von tollen Frauen:

Mineke Schipper, Mythos Geschlecht. Eine Weltgeschichte weiblicher Macht & Ohnmacht.

Carola Meier-Seethaler, Ursprünge und Befreiungen.

Luise Pusch, Feminismus. Inspektion der Herrenkultur.

Elisabeth Badinter: Der Infant von Parma oder die Ohnmacht der Erziehung.

Heide Göttner-Abendroht, Matriarchale Landschaftsmythologie.

Ein alter Mythos neu erzählt: Kassandra von Christa Wolf.

Mary Beard: Frauen und Macht.

Regula Stämpfli über Menschenfleisch-Verkauf: Pfiff, Paff, Puff. Die Recherche im Rotlichtmilieu der Schweiz von Aline Wüst.

Regula Stämpfli über Menschenfleisch-Verkauf: Pfiff, Paff, Puff. Die Recherche im Rotlichtmilieu der Schweiz von Aline Wüst. Kaufen Sie das Buch. Sie werden den Siegerfeministinnen, die behaupten „Sexarbeit“ sei gesund und karrierefördernd, NIE mehr hineinfallen und auch den Journalisierenden nicht, die dies konstant behaupten. 

inks: https://www.srf.ch/radio-srf-virus/aktuell/interview-mit-aline-wuest-ich-habe-abend-fuer-abend-im-puff-verbracht

Menschenfleischarbeit: Piff, Paff, Puff

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Biopolitik: Kolumne von laStaempfli mit dem Prosit für Darwin und Freud

laStaempfli: Ein Prosit für Freud und Darwin

Meine Oma war eine beeindruckende Frau voller lustiger, ernster und kluger Geschichten. Während des Krieges wurde eine Gehilfin auf ihrem Bauernhof von einem Polen, der es in die Schweiz geschafft hatte, schwanger. Grossmutter entdeckte sie kurz darauf bitterlich weinend hinter dem Stall. Auf die Frage, was sie denn so betrübe, meinte das Berner Meitschi: «Jetzt hab ich doch ein Kind mit einem Polen. Wie werde ich mich je mit meinem Baby unterhalten können? Ich sprech doch kein einziges Wort Polnisch!»

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 14.14.33Lange klangen Berichte der Wissenschaftsjournalisten wie die rührende Magd meiner Grossmutter. Allen Ernstes wurden Studien von «Brünftigen Männchen, welche aus Weibchen Zicken machen» oder «Männer wollen nur Sex, Frauen geile Schuhe» mit dem intellek­tuellen Arsenal der Steinzeitjäger verbreitet und geglaubt. Darwin schaffte es deshalb in Fächer, in denen er eigentlich nichts zu suchen hat – in die Politologie oder die Ökonomie, während sich Freud nur noch in der Werbung tummeln durfte. Einer meiner Lieblingswitze zu Freud und Darwin geht so: «Freud und Darwin kommen in eine Bar. Zwei Alkoholiker – Mäusemama, Mäusesohn – lecken aus zwei Fingerhüten gierig Gin. Die Mäusemama fragt Freud und Darwin: ‹Hey, ihr Intelligenzbestien. Wie konnte mein Sohn nur Alkoholiker werden?› – ‹Schlechtes Erbgut›, meint Darwin sofort. ‹Schlechte Mutter›, antwortet Freud.» – Die Frage nach «angeboren» oder «erworben» ist ähnlich beschränkt wie die Behauptung, ein Rechteck werde nur durch seine Längsseite definiert, weil die Querseite «weniger wichtig» sei. Dabei ist die Sache klar: Es ist nicht ein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Oder in den Worten von Eckart von Hirschhausen: «Sieht ein Kind seinem Vater ähnlich, ist es genetisch. Sieht ein Kind seinem Nachbarn ähnlich, ist es Umwelteinfluss.»Seit 2014 wissen wir: Genetik ist immer kontextuell. Ein ETH-Team um Isabelle Mansuy stellte schon vor sechs Jahren fest: Leid vererbt sich bis in die Gene. «Schlechte Erfahrungen hinterlassen Spuren im Gehirn, in den Organen und Keimzellen. Über diese werden die schlechten Erfahrungen dann weitervererbt». Was wurde ich 2007 bei meiner «Macht des richtigen Friseurs» oder auch bei meiner 2013 erschienenen «Vermessung der Frau» teilweise durch den Kakao gezogen, weil ich mithilfe der Poesie (Kafkas «Strafkolonie») und mit der Philosophie von Hannah Arendt und vielen anderen mehr argumentierte, dass der menschliche Körper – medial vor allem der ­weibliche – nicht als biologisches, sondern als gesellschaftliches Zeichen der herrschenden Machtverteilung funktioniert!«Der Körper ist die Übersetzung der Seele ins Sichtbare», meint auch Christian Morgenstern und meine Grossmutter pflegte Bauchschmerzen mit Hühnersuppe und Kopfweh mit einem Streicheln zu heilen. Beziehungen können durchaus gesund und leider auch krank machen, wie die Studie von Isabelle Mansuy meint: Leid, Kummer, Not, Ungleichheit, Ungerechtigkeit formen nicht nur direkt betroffene Menschen, sondern auch die kommende Generationen. Es ist also höchste Zeit, hier nicht nur pharmakologisch, biologisch oder medizinisch etwas zu tun, sondern vor allem politisch. Nur Holzköpfe verweigern sich diesen Einsichten und derer gibt es immer noch viel zu viele. 

Einige Sachbüchertipps zu „Biologie ist nicht ohne Politik zu haben“ :Michel Foucault: Überwachen und Strafen. Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge. Norbert Elias, Geschichte der Zivilisation, Regula Stämpfli, Die Macht des richtigen Friseurs (Hannah Arendt Buch) & Die Vermessung der Frau. Hans Belting: Bild und Kult. Die Geschichte des Bildes, Marcel Mauss, Die Gabe, Christina von Braun, Blutsbande, Yval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit, Hannah Arendt: Vita activa, Sivlia Bovenschen: Die imaginierte Weiblichkeit. Romane: Franz Kafka: Die Strafkolonie, Chimamanda N gozi Adichie: Americanah, Daborah Feldmann: Unorthodox. 

FÜR MEHR BÜCHER SIEHE LASTAEMPFLIS LITERTURBLOG AUF www.ensuite.ch