Regula Stämpfli über Boykotte Olympics: 1980 Moskau & 2022 Beijing im Kleinreport. 1.12.2021.

“laStaempfli sieht nicht ein, weshalb zeitgenössische Demokratien lieber tote Heldinnen feiern statt durch aktives Eingreifen lebende Heldinnen zu retten und die Demokratie zu verteidigen.”

Der Klein Report berichtete: Zhang Zhan, für die einen Journalistin, für die anderen «Bloggerin» und für die chinesische Regierung eine Verbrecherin, schwebt in Lebensgefahr. Gäbe es die westlichen Onlinemedien nicht, wir wüssten alle nichts vom Schicksal dieser Menschenrechtsanwältin und Heldin der Information. Peng Shuai ist chinesischer Tennisstar – und seit ihrer Veröffentlichung über sexuellen Missbrauch in den höchsten Funktionärsebenen der Volksrepublik spurlos verschwunden. 

Regula Stämpfli – sie verfasste ihre Masterarbeit über die Volksrepublik und hat nie aufgehört, über das faszinierende Land weiter zu berichten – plädiert hier, exklusiv für den Klein Report, für einen diplomatischen Boykott der olympischen Winterspiele 2022 in der Volksrepublik China. Sie sieht nicht ein, weshalb zeitgenössische Demokratien lieber tote Heldinnen feiern statt durch aktives Eingreifen lebende Heldinnen zu retten und die Demokratie zu verteidigen. Weiterlesen …

“Symbolpolitik ist nicht nichts” – laStaempfli

http://www.kleinreport.ch/news/cancel-culture-mal-richtig-beijing-2022-98368/

Frauen lesen: Weihnachtstipps 2021 von #diepodcastin. Isabel Rohner & Regula Stämpfli schreiben & reden über Bücher. Manchmal sogar über die eigenen.

Regula Stämpfli schreibt den vielbeachteten Literaturblog bei ensuite – der Zeitschrift für Kultur und Kunst. Diesmal empfiehlt sie Madleine Miller: laStaempfli findet Circe tausendmal besser als das Buch zu Achill, das wohl wegen dem Männerhelden aber mehr Aufmerksamkeit erhält.

Isabel Rohner und Regula Stämpfli reden über die Bücher der #diepodcastin.

http://diepodcastin.de/2021/11/27/diepodcastin-ueber-ihre-buecher-isabel-rohner-lastaempfli-ueber-krimitrilogie-von-isabel-rohner-sowie-deren-hedwig-dohm-edition-spuren-der-zeit-rohners-50-jahre-frauenstimmrecht-ueber/

Isabel Rohner & Regula Stämpfli in #diepodcastin

Isabel Rohner und Regula Stämpfli in #diepodcastin – Der feministische Wochenrückblick. Hier denken die beiden Doktorinnen ihres Fachs und preisgekrönte Autorinnen über Politik, Kultur, Wirtschaft, Demokratie, Gleichstellung, Diversität nach. Dies wöchentlich sprechend denkend, denkend sprechend. Diese Woche geht es um #Frauengesundheit #Femizide und #Werbekampagne von #Zara.

Wir wünschen Euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen in der #Pandemie . Seien wir dankbar, dass wir in einer Demokratie leben.

Hier der Link zur Folge: Die Podcastin. Isabel Rohner und Regula Stämpfli über Google, Demokratie, Frauen, Gesundheit, Pandemie und sexistische Werbekampagnen. http://diepodcastin.de/2021/11/20/diepodcastin-mit-schwerpunkt-frauenungesundheit-isabel-rohner-und-regula-staempfli-ueber-frauengewalt-femizid-eines-14jaehrigen-an-einer-14jaehrigen-google-misogynie-zara-maedchenfolterbilder-br/

Regula Stämpfli bei den Nächten der Philsophie WIEN: 18.11.2021

Die nächsten Events: Do.18.11.:Natalität – Neu anfangen mit Reflexionen von Hannah ArendtSonja Meissl / 18 UhrDo.18.11.:Hannah Arendt revisited: Elemente & Ursprünge digitaler Punktesysteme Regula Stämpfli / 20:00 Uhr: DAS DORF WIEN.

Regula Staempfli, Political Philosopher on Care, Work, Politics in the Age of Digital Reproduction:

Listen in on: http://ta-swiss-futurepodcast.online/regula-staempfli-english-digital-swiss-cheese-democracy-data-gap

Regula Stämpfli über rebellisches Design in der Demokratie: Podium MAKK Köln 15.10.2021: #Podcast

Design und Demokratie – ein streitbares Thema gerade in Zeiten wie diesen. Diskutiert wurden am 15. Oktober 2021 im MAKK rebellische Perspektiven durch Design in der Demokratie.

Ein Impulsvortrag von: Maziar Rezai (Designforscher und Designaktivist, Teheran/Braunschweig).
Ein Gespräch zwischen: Dr. Uta Brandes (Autorin und emeritierte Professorin für Gender & Design, Köln); Stephan Ott (Leiter Institute for Design Research and Appliance – IfDRA, Frankfurt am Main): Dr. phil. Regula Stämpfli (Politphilosophin und Bestsellerautorin, München/Wien); Prof. Thomas Wagner (Kritiker, Essayist und Redakteur, Heppenheim).

MAKK: Design und Demokratie. Rebellische Perspektive mit Uta Brandes, Regula Stämpfli, Thomas Wagner, Stephan Ott und Einführungsreferat von Maziar Rezai in Köln, 15.10.2021.
https://twitter.com/laStaempfli/status/1456199250048688130?s=20

Regula Stämpfli: Die Liebe im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit: “Sie will, was er errechnet”.

Es gibt so Momente, kurz vor dem Schlafengehen, wo man nichts Schweres, aber Kluges lesen will: Regula Stämpflis Sex, Katzen und Diäten ist das Buch, das mit Politschmankerln mehr erklärt als jeder Piketty – laStaempfli würde eh Linda Scott, Das weibliche Kapital als den Altlinken, empfehlen. Denn klar ist: Zukunft wird seit 20 Jahren von Frauen vorgedacht. Schade, dass die Medien so selten auf sie hören. Regula Stämpfli: Sex, Katzen & Diäten, bestellen hier: https://www.jpc.de/jpcng/books/detail/-/art/regula-staempfli-sex-katzen-und-diaeten/hnum/10757489 oder hier: https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9783907339077/St%C3%A4mpfli-Regula/Sex-Katzen-und-Di%C3%A4ten Doch am liebsten bei Ihrer Buchhändlerin.

Regula Stämpfli über Jahrbuch Qualität Schweizer Medien : Kurt Imhof (1956-2015) fehlt.

http://www.kleinreport.ch/news/kurt-imhof-1956-2015-fehlt-das-jahrbuch-der-qualitat-der-medien-damals-und-heute-98141/

Regula Stämpfli Medienkolumne Herbst 2021.

Für den Klein Report kommentiert eine erstaunte Politphilosophin Regula Stämpfli den Wandel des «Jahrbuchs Qualität der Medien».

Kurt Imhof war einer der schärfsten Kollegen punkto Medienkritik. 2011 brillierte er in der «Krise der Öffentlichkeit». Dort widmet er sich unter anderem medialen Gesetzmässigkeiten, die den Themen Aufmerksamkeit bringen, aber gleichzeitig an Informationsrelevanz einbüssen.

Sein «Jahrbuch Qualität der Medien» ein Jahr später war ein einziger, kluger Verriss der Medienkonzentration, der Verflachung der Information und des Verlustes der inneren Pressefreiheit (Redaktionsfreiheit) in den schweizerischen Medien. Ich titelte über den Bericht von Kurt Imhof damals: «Tamedistan und helvetischer Réduitjournalismus» (news.ch vom 31. Oktober 2012).

2012 gab es wegen der scharfen Medienkritik Imhofs – ausser der NZZ – keine Sendungen, Podien, Tagesgespräche et cetera zu seiner scharfen Analyse der schwindenden Qualität der Medien.

Fast zehn Jahre später ist alles anders. Das «Jahrbuch Qualität der Medien» für 2021 von Mark Eisenegger und Daniel Vogler wird von allen Medien gefeiert, als hätten sie grad alle Journalistenpreise abgeräumt. Dieses Jahr berichtete das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), das im Jahrbuch punkto Qualität im Rating exzellent abschneidet, so flächendeckend, dass es schon «cringe» war. siehe weiter im KleinReport

#Assange: Regula Staempfli talked to Philip di Salvo on Whistleblowing & Great Journalism on the #futurepodcast

Philip Di Salvo is a post-doctoral researcher based at Università della Svizzera italiana (USI)’s Insitute of Media and Journalism.

Philip Di Salvo does research about whistleblowing, investigative journalism, Internet surveillance and the relationship between journalism and hacking. At USI, he teaches journalism both at the Master and Bachelor levels. Philip received his PhD in Communication Sciences from USI with a dissertation about the adoption of encrypted whistleblowing platforms in journalism in summer 2018. Since 2018, Philip is also a lecturer at NABA – New Academy of Fine Arts in Milan, Italy. As a freelance journalist, he writes for Wired, Motherboard/Vice, Esquire and other publications covering the social impacts of technology. At USI, Philip also works as the European Journalism Observatory (EJO) Italian editor. Philip has authored two books: “Leaks. Whistleblowing e hacking nell’età senza segreti” (LUISS University Press, Rome, 2019) and “Digital Whistleblowing Platforms in Journalism. Encrypting Leaks” (Palgrave Macmillan, London, 2020). Here Regula Staempfli and Philip Di Salvo talk about the World of secrecy, data, platform capitalism, surveillance, encryption and what is needed for a democratisation of digitalisation.

http://ta-swiss-futurepodcast.online/philip-di-salvo-on-democracy-data-whistleblowers-great-journalism

laStaempfli-Kommentar Kleinreport: “Inseratenaffäre Österreich, «Bild»-Beben #Reichelt & Swiss Connection”

schlagende zeilen medienkommentare laStaempfli

laStaempfli über Reichelt, BILD & SWISS ANGLE

«Bild»-Chefredaktor Julian Reichelt musste Knall auf Fall am Montag gehen – der Klein Report berichtete. Der Abgang des Chefredaktors ist aber nicht die einzige Aufregung beim Boulevardblatt «Bild»: Es bebt bis in die höchsten Chefetagen, bis hin zu Mathias Döpfner. Dieser wollte an Julian Reichelt festhalten. Doch der Druck nach einem Bericht der «New York Times» durch den New Yorker Investor bei Axel Springer SE wurde zu gross. Was nun die Vorgänge bei «Bild» mit der österreichischen Inseratenaffäre zu tun haben und wie sie letztlich auch die Schweiz betreffen, dazu berichtet die Politphilosophin und Medienwissenschaftlerin Regula Stämpfli in einem Kommentar exklusiv für den Klein Report.
 
“Julian Reichelt hätte wissen müssen, dass sein Ende mit der Amazon-Staffel «Bild.Macht.Deutschland.» eingeleitet wurde. In sieben Teilen liess er die «Bild»-Zeitung und sich selber dokumentieren. Journalisten mögen es gar nicht, wenn sich ein einzelner Chefredaktor, selbst in Zeiten des «Selfism» (Regula Stämpfli), dermassen inszeniert. Die einheimische Konkurrenz war hingerissen oder fühlte sich provoziert: So oder so war Julian Reichelt nun permanent Thema. Auch Mathias Döpfner hätte es wissen müssen. Sein Verlag hat in den USA «Politico» gekauft – trotz Turbulenzen. Deshalb blieb die internationale Konkurrenz im Vorfeld nicht still und hat Recherchepotenzial entwickelt. Das Resultat war unter anderem in der «New York Times» zu lesen.

Konkurrenz unter Journalisten und Journalistinnen ist also eine gute Garantie für Meinungsvielfalt; ebenso die internationale Konkurrenz, wenn es darum geht, brisante und potente Medienaffären publik zu machen. Von Deutschland nach Österreich: Die Inseratenaffäre wurde durch den Ibiza-Skandal ausgelöst, der auch international begann. Doch in Österreich schritt gegen den Politik- und Medienskandal in der Folge auch noch die fähige und unabhängige Staatsanwaltschaft ein, Hut ab!

Diesen Mut wünscht sich jede Demokratin für ein funktionierendes Rechtssystem. Die Lehre hier ist: Funktionierendes Justizsystem garantiert unabhängige Recherche bei Medienkorruption.

Deshalb hier nun die wirklichen Bad News für die Schweiz: Das Schweizer Mediensystem kennt keine wirkliche Konkurrenz und keine internationale Investigation. Ganz zu schweigen von unabhängigen Journalisten, die Skandale intern aufdecken können, wollen und dies auch tun. Und würde in der Schweiz so wie in Österreich die Staatsanwaltschaft mutig eingreifen? Der offene Brief der 78 Tamedia-Journalistinnen im März 2021 beispielsweise machte in der Schweiz zwar ein paar kleine Schlagzeilen, doch es bleibt alles beim Alten. War da noch was punkto strukturellem Sexismus? Wir hören nichts mehr. Die Schweiz ist klein und die Fluktuation zwischen Medien, privaten, staatlichen, medialen und kulturellen Institutionen und Journalisten besonders hoch. Das Aufdecken von internen Affären ist in der Schweiz deshalb fast unmöglich. Allianzen aus dem Ausland? Fehlanzeige. Viele hiesige Verlage sind auf diese oder andere Weise mit den grossen Verlegern in Österreich und Deutschland liiert.

«Geld. Macht. Medien», heisst es hierzulande. Dies zeigt sich an der Medienkritik in der Schweiz. Seit Google und Facebook die Verlage umgarnen, ist kaum mehr Kritisches über die US-Giganten zu lesen, es sei denn, Whistleblower treten in Erscheinung, die selbst die von digitalen Giganten gesponserten Medien nicht einfach ignorieren können.

Zum Einfluss von Google auf das Mediensystem hat die Otto-Brenner-Stiftung schon im Jahr 2020 eine brisante Studie veröffentlicht, die ausser vom Klein Report hierzulande nicht aufgegriffen, sondern eher elegant ignoriert wurde.

Die Inseratenaffäre, die «Bild»-Affäre und auch der Relotius-Skandal erzählen viel über das Funktionieren respektive die Schwächen des gegenwärtigen Mediensystems.

Alle zeigen, wie wichtig es für das Funktionieren der Demokratie ist, dass kritische Journalistinnen, innere Pressefreiheit in den Redaktionen, vom Staat unabhängige Finanzen, unabhängige Recherchen, internationale Vernetzung und gute Medienkonkurrenz existieren.

Nun will auch noch der Schweizer Staat, der eh schon indirekt viele Millionen in die Verlage steckt, noch mehr «Medienförderung» betreiben. Dies sollte uns alle sehr ungemütlich stimmen. Denn im Schweizer Mediensystem ist es erstaunlich still: Kann es sein, dass es hierzulande keinen Relotius gibt?

Kann es sein, dass an den Vorwürfen der 78 Journalistinnen gegen den Zürcher Konzern Tamedia oder auch gegen den SRG-Generaldirektor Gilles Marchand – unter anderem während seiner RTS-Zeit, bei dem sich über die Jahre sagenhafte 200 Fälle angehäuft haben – überhaupt nichts dran ist?

Kann es sein, dass an der Affäre Berset nichts stimmt, sondern nur rechtspopulistischer Schmutz durch rechtspopulistische Medien stattfindet? PS: Am 25.10.2021 wird die Affäre Berset parlamentarisch untersucht – vier Tage nachdem dies Regula Stämpfli thematisiert hatte.

Weitere offene Fragen sind: Kann es sein, dass die hervorragende weibliche Leitung der Solothurner Filmtage einfach so kalt gestellt wird ohne einen Aufschrei? Kann es sein, dass es kein Zufall ist, in der Schweiz nichts bis ganz wenig von Google und Mediensubvention zu hören, zu lesen oder zu erfahren? Fragen über Fragen, die in der Schweiz so beantwortet werden wie in den USA: Bei Medienkritik gibt es keine Fakten, beim Medienfördergesetz gibt es keine Diskussion, sondern nur noch politische Positionen. Dies schadet uns allen: der Demokratie, der Information und dem Qualitätsjournalismus.”