Realistischer Journalismus – eine grosse Tradition. Essay von Regula Staempfli im Kulturmagazin ENSUITE. NACHTRAG ZUM JANUAR 2026. Realistisch? Nicht aus Wut, nicht in der Pose, nicht aus Moral, sondern aus dem Mut zur Wirklichkeit entsteht guter Journalismus (laStaempfli – Regula Stämpfli).

“Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann es begann. Wann dieses leise Knacken einsetzte, das später zum Einsturz führte. Wann die Institutionen noch standen, aber nicht mehr trugen. Wann die Worte noch genutzt wurden, aber ihre Bedeutung verloren hatten.” … Es gibt Romane, die Politik und Geschichte in Dramen, Aufklärung und menschliche Erinnerung übersetzen. Shakespeare natürlich, in Gedichtform, Homer, in Singform, Goethe in Diktierform. Proust als die Recherche zur Zeit, Tolstoi als Kriegsdrama, obwohl Frieden drin vorkommt, Vorurteil von Jane Austin, deren Stolz ich eigentlich nie erkannte, Dostojewski und seine Brüder Karamasov mit der Geschichte zum Grossinquisitor, die ich nie vergessen werde und natürlich Joseph Roth. Mein Chronist zu Europa, zum Judentum, zu Israel so wie Golda Meir unerreichte Politikerin des Jahrtausends bleibt. “

Über all dies denkt laStaempfli nach. Und endet mit einem Plädoyer: Mut zur Wahrheit und Wirklichkeit und das Eingeständnis einer tiefen Ambivalenz.

Link und Webseite: https://ensuite.we-are.gmbh/ Link zum PDF: https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2026/04/ensuite_277_Januar_2026i-Regula.pdf

“Wie meinte doch einmal Hannah Arendt in ihren Überlegungen zum grossen Erzähler Homer? Es entlarve sich im Gesang, ‘wenigstens im Urteil dem Feind Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen’. Weil Krieg und Frieden selbst in der Poesie die Wirklichkeit nie verdrängen.