{"id":9768,"date":"2023-01-19T19:26:35","date_gmt":"2023-01-19T17:26:35","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=9768"},"modified":"2023-01-19T19:26:36","modified_gmt":"2023-01-19T17:26:36","slug":"ueber-die-vernichtung-der-frauen-eine-rezension-von-sara-rukaj-die-antiquitiertheit-der-frau-in-der-die-weltwoche-2-11-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=9768","title":{"rendered":"\u00dcBER DIE VERNICHTUNG DER FRAUEN. Eine Rezension von Sara Rukaj: &#8220;Die Antiquitiertheit der Frau&#8221; in der &#8220;Die Weltwoche&#8221; 2.11.2022."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"850\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22-1024x850.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9775\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22-1024x850.png 1024w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22-300x249.png 300w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22-768x637.png 768w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22-1536x1275.png 1536w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22-361x300.png 361w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-19-um-18.22.22.png 2024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Rezension von Regula Staempfli \u00fcber Sara Rukaj, Die Antiquitiertheit der Frau. Ein sehr bemerkenswertes Buch, vom deutschen Feuilleton weitgehend ignoriert. Ganz im Unterschied zu den M\u00e4nnerb\u00fcchern, M\u00e4nnerpodcasts, M\u00e4nnertheater&#8230; <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Buch: Sara Rukaj. Die Antiquiertheit der Frau. Vom Verschwinden des feministischen Subjekts. Edition Tiamat, Berlin 2022:<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/WEW_43_068_BUCH_REZ-1.pdf\" target=\"_blank\">https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/WEW_43_068_BUCH_REZ-1.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wie real das Szenario der Unsichtbarkeit der Frauen geworden ist, zeigt die Universit\u00e4t Basel, die All Gender Toiletten einf\u00fchrt und All Gender mit Pissioirs: Die Herren der Sch\u00f6pfung kriegen Sondertoiletten, Frauen gibt es nicht.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"584\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/wc-all-gender-584x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9771 size-full\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/wc-all-gender-584x1024.jpg 584w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/wc-all-gender-171x300.jpg 171w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/wc-all-gender-768x1347.jpg 768w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/wc-all-gender-876x1536.jpg 876w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/wc-all-gender.jpg 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">M\u00e4nner kriegen &#8220;All Gender mit Pissoir&#8221; &#8211; Frauen verschwinden in All Gender. Das 19. Jh. ist zur\u00fcck.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;<strong>All Gender \u2013 No Women: \u00dcber die Vernichtung der Frauen<\/strong>&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Vom \u201eVerschwinden des feministischen Subjekts\u201c haut keinen Weltwoche-Leser vom Hocker. Trotzdem lohnt sich die Lekt\u00fcre der \u201eDie Antiquiertheit der Frau\u201c, findet unsere Rezensentin laStaempfli.&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Selbsternannten Feministinnen sind in den Medien mittels Sprechakte, neuen Bildungskanon und Gesetzen, die bis in die Genitalien reichen, \u00fcberproportional vertreten. Wer diese \u201elinken Feministinnen\u201c denn eigentlich sind, bleibt vage. Damit r\u00e4umt Sara Rukaj auf. <strong>Die dreissigj\u00e4hrige Autorin f\u00fchrt einen \u201eKanon der B\u00f6sen\u201c und beginnt bei Judith Butler. V\u00f6llig zu Recht, denn afghanische Frauen, die bspw. nach dem Einmarsch der Vereinigten Staaten 2001 das Ablegen ihrer Burka feierten, wurden vom Star der Queer Szene kurzerhand \u201eals von ihrer Stammeskultur entfremdete\u201c und \u201azwangsverwestlichte Kriegsbeute\u2018 bezeichnet.\u201c \u201eModest Fashion\u201c nennen auch SRF und der WDR, im Jahr 2022 Burka, Tschador und Hijab. Dieses Butler-Geschwurbel klingt anl\u00e4sslich der Iran-Proteste in der S\u00fcddeutschen Zeitung dann so: \u201eEiner Frau ein Kopftuch aufzuzwingen, ist genauso verwerflich, wie es ihr ausziehen zu wollen\u201c (Dunja Ramadan, SZ, 24.9.2022). Derart kulturrelativistische Bullshit ist omnipr\u00e4sent: \u201eDie sexuellen \u00dcbergriffe durch mehrheitlich moslemische Migranten in der K\u00f6lner Silvesternacht 2015 bewertetet die Szene plump als \u201erassistischen Diskurs\u201c \u2013 so Rukaj. Die Realit\u00e4t \u2013 so Rukaj \u2013 spielt keine Rolle, denn selbst \u201edie hundert Anzeigen und Zeugenaussagen von bel\u00e4stigten Frauen\u201c wurden als islamophobes Narrativ abgetan.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben islamistischen Propagandisten* und Gender-Ideologinnen gibt es bei Rukaj noch die: \u201eIch jammere, also bin ich\u201c-Fraktion der Queer-Damen wie Sophie Passmann, die unterdessen von der \u201eCommunity\u201c selber einen Shitstorm einkassierte, und Margarete Stokowski, der Spiegel-Kolumnistin. \u201eWer als Migrant nicht mitjammert, sondern Aufkl\u00e4rung und Freiheit fordert, wird zur besonderen Zielscheibe: Er wird \u201aHaust\u00fcrke\u2018 oder \u201aFifi-Migrant\u2018 geschimpft von Apothekert\u00f6chtern wie Hengameh Yagobifarah, die sich weiter schrecklich unterprivilegiert f\u00fchlt. <strong>Yagobifarah forderte f\u00fcr Polizisten \u00fcbrigens eine \u201eM\u00fclldeponie\u201c: \u201eNicht als M\u00fcllmenschen mit Schl\u00fcsseln zu H\u00e4usern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind\u201c(TAZ, 15.6.2020). Fett kriegt auch K\u00fcbra G\u00fcm\u00fcsay in Rukajs Werk ab. Sie urteilt \u00fcber deren B\u00fccher als eine Mischung von \u201er\u00fchrseliger Moralismus, Schmerzgesang, Mill\u00ee G\u00f6r\u00fcs-Propaganda, NS-Relativierung -, aber sicher keine wissenschaftliche Leistung.\u201c Rukaj entlarvt, wie diese Werke des \u201eEcho der Larmoyanz\u201c, \u201eDeutschland (\u2026) zur fleischgewordenen H\u00f6lle f\u00fcr Migranten jedweder Couleur\u201c erkl\u00e4rt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eLa femme n\u2018 existe pas\u201c lautet der ber\u00fchmte Spruch Jacques Lacan, der die Unterdr\u00fcckung der Frau in der Sprache und in der Geschichte begr\u00fcndete \u2013 eine Geschichte voller phallischer Obsessionen. Leider schliesst sich Rukaj dieser Deutung im Prostitutionskapitel an und entlarvt dadurch einen Theoriefeminismus, den sie in den Kapiteln vorher den Queers vorgeworfen hat: \u201eWer es schafft, sich aus sich selbst zur\u00fcckzuziehen und nur noch das zu spiegeln, was der Mann an naturbelassenem Herrschaftsmaterial sehen und erleben m\u00f6chte, hat nebst dem Privileg des selbstbestimmten Arbeitens gute Verdienstm\u00f6glichkeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Den Untertitel, der uns verspricht, etwas \u00fcber das Verschwinden des feministischen Subjektes zu erfahren, vergisst Rukaj \u00fcber solch psychoanalytisch-marxistischen Theoriegeb\u00e4uden. Leider. Denn das Buch liest sich streckenweise sehr am\u00fcsant, ist klug polemisch und zeigt, wie identit\u00e4re Bewegungen links und rechts letztlich Verschleierungsman\u00f6ver f\u00fcr Menschen ohne echte Leben darstellen: \u201eJe mehr einer zur Pers\u00f6nlichkeit im schlechtesten Sinne geworden ist, desto mehr beherrscht ihn die Angst, Erfahrungen jenseits der ihm auferlegten Schablonen zu machen.\u201c Was zu tun ist, dar\u00fcber schweigt Rukaj, obwohl es offensichtlich ist: Wer die Demokratie gegen die Sprechakt-Theorien von links sch\u00fctzen will, muss sich mit der Digitalisierung und deren antidemokratischen Gestaltungspotential auseinandersetzen. Doch davon erz\u00e4hlt Rukaj \u00fcberhaupt nichts. Und nun werden wir ernst: \u201eGender\u201c l\u00e4sst sich perfekt polemisieren, wir k\u00f6nnen sogar dar\u00fcber lachen, doch ganz ehrlich? Sprechakt-Theorien, dies wissen wir sp\u00e4testens seit Hannah Arendts Totalitarismus-Studie, sind in ihrem kollektiven Storytelling-Potential nie zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Regula St\u00e4mpfli ist Politphilosophin und Leiterin der #HannahArendtLectures an der HSG.<\/em><\/strong><br><strong>Das Buch: Sara Rukaj. Die Antiquiertheit der Frau. Vom Verschwinden des feministischen Subjekts. Edition Tiamat, Berlin 2022.\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch: Sara Rukaj. Die Antiquiertheit der Frau. Vom Verschwinden des feministischen Subjekts. 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