{"id":9180,"date":"2022-02-11T15:49:24","date_gmt":"2022-02-11T13:49:24","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=9180"},"modified":"2022-02-11T15:49:26","modified_gmt":"2022-02-11T13:49:26","slug":"regula-staempfli-mit-hannah-arendt-echo-der-zeit-die-aelteste-politsendung-auf-srf-hoeren-leerstellen-entdecken-nachzulesen-im-klein-report","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=9180","title":{"rendered":"Regula St\u00e4mpfli: Mit Hannah Arendt &#8220;Echo der Zeit&#8221; &#8211; die \u00e4lteste Politsendung auf SRF h\u00f6ren &#038; Leerstellen entdecken. Nachzulesen im Klein Report."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/twitter.com\/BinderMarianne\/status\/1492099446754234368?s=20&#038;t=F20goFHQR_gq6ASlO84Dfw\n<\/div><figcaption>Die Nationalr\u00e4tin Marianne Binder auf TWITTER mit der Empfehlung f\u00fcr den Artikel von Regula St\u00e4mpfli, deren &#8220;Trumpism. Ein Ph\u00e4nomen ver\u00e4ndert die Welt&#8221; auch mit Hannah Arendt gedacht, geschrieben und zum Bestseller wurde. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die \u00ab\u00e4lteste politische Hintergrundsendung\u00bb von SRF brachte am 9. Februar grad zwei Islamismus-Themen. Die Sprache der Journalisten sei ideologisch verbr\u00e4mt, meint die Politphilosophin&nbsp;<strong>Regula St\u00e4mpfli<\/strong>, die f\u00fcr den Klein Report diese \u00abSendung voller Leerstellen\u00bb kommentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00abTaliban hoffen in Genf auf Anerkennung und Unterst\u00fctzung\u00bb titelte das \u00abEcho der Zeit\u00bb den ersten Beitrag zu Afghanistan. Der \u00abGenfer Appell\u00bb, der seit September 2021 eine neue \u00abVerpflichtungserkl\u00e4rung zur Bek\u00e4mpfung konfliktbedingter Ern\u00e4hrungssicherheit\u00bb unterzeichnet hat, steckt hinter der Einladung an die Taliban nach Genf.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Konferenz mit den Taliban ohne Teilnahme der afghanischen Exilregierung in Genf? Dieses Vorgehen ist h\u00f6chst umstritten und erforderte auch sofort die Distanzierung der Vereinten Nationen: \u00abDie Anwesenheit der Taliban in der Schweiz bedeutete weder eine Legitimierung noch eine Anerkennung der Taliban-Regierung in Afghanistan\u00bb, meinte die Sprecherin der Schweizer Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf. Auch das EDA \u00e4usserte sich \u00e4hnlich.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im \u00abEcho der Zeit\u00bb ist davon nur ganz am Rande die Rede. Der Beitrag ist voller Ungenauigkeiten und so angelegt, dass die \u00abhumanit\u00e4re Hilfe\u00bb an die Taliban als Verpflichtung vor allem der USA, die \u00abin einer Zwickm\u00fchle\u00bb sei, und auch der Schweiz erscheint. Es fehlen Gegenstimmen. Weder werden die islamischen Staaten wie Iran, Saudi-Arabien, Katar, die Arabischen Emirate thematisiert, die ihren islamistischen Br\u00fcdern in Afghanistan durchaus helfen k\u00f6nnten, dies aus Gr\u00fcnden, die zum Islamismus-Komplex geh\u00f6ren, jedoch nicht tun. Die afghanische Exilregierung in Genf kommt im \u00abEcho der Zeit\u00bb \u00fcberhaupt nicht zu Wort: Diese stellt sich auf den Standpunkt, dass, wer mit den Taliban kollaboriere, diese auch legitimiere.\u00a0<strong>Nur wird damit mal wieder benannt, was die Taliban wirklich tun: Sie konstituieren ein explizites Frauenm\u00f6rder-Regime, welches Femizide zum Alltag, sexuelle Gewalt gegen Frauen zum Gebot und die Unterdr\u00fcckung von M\u00e4dchen zum Regierungsprogramm erhoben hat. In Zeiten von MeToo \u00fcber die Taliban zu berichten als w\u00e4ren sie ein Regime wie jedes andere, deren Verbrechen bedauernd unter \u00abMenschenrechten\u00bb zu subsumieren und zu neutralisieren, ist verst\u00f6rend.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Art sexistischer und antisemitischer Besch\u00f6nigung durch Nicht-Thematisierung geht im \u00abEcho der Zeit\u00bb weiter im Bericht zum Prozess gegen den mutmasslichen Massenm\u00f6rder und\/oder Strippenzieher des Massenmordes in Paris im November 2015. In der Einleitung f\u00e4llt der seltsame Ausdruck \u00abziellos schiessen\u00bb.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>An den Attentaten in Paris war nichts ziellos. Es waren auch keine \u00abSelbstmordattentate\u00bb, die der Mordserie in Paris im November 2015 vorangingen, sondern gezielte antisemitische, auf Frauenvernichtung organisierte Morde, die direkt gegen die Zivilbev\u00f6lkerung des Westens und gegen die Demokratie gerichtet waren und immer wieder sind.\u00a0Im Text zum Beitrag von Daniel Voll und Roger Br\u00e4ndlin finden wir auch den bemerkenswerten Satz: \u00abDer 32-j\u00e4hrige Franzose marokkanischer Herkunft, k\u00f6nnte der Drahtzieher des Anschlags gewesen sein, bei dem im Jahr 2015 130 Menschen ums Leben kamen.\u00bb Der ideologische Hintergrund des T\u00e4ters wird verschleiert, die Massenmorde im Satz des \u00abums Leben kommen\u00bb verharmlost. <strong>W\u00e4hrend Journalisten und Journalistinnen hierzulande jeden zweiten Tag, Sprache, Macht und Politik zum Aufh\u00e4nger ihrer Berichterstattung machen und ganze Magazine mit dem Gendersternchen f\u00fcllen, versagen sie im klassischen Handwerk der journalistischen Reportage. Geht es um Islamisten, Taliban, den IS-Staat, generell um islamistische M\u00f6rder, frappieren die Leerstellen, Verharmlosungen, Verschleierungen. Es fehlen durchwegs die strukturelle Gewalt gegen M\u00e4dchen und Frauen, der strukturelle Antisemitismus der Islamisten sowie deren Ziel der Vernichtung der Moderne: \u00dcbrigens alles ideologische Kernpunkte, die sie mit den Rechtsextremen teilen.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Diese Leerstellen konstruieren den \u00abSieg auf Kosten der Wirklichkeit\u00bb, um mit Hannah Arendt zu sprechen. Gilt die eigene Ideologie mehr als die Realit\u00e4t, verfallen die Medienschaffenden hierzulande in eine Art Scheinsprache. Feministinnen haben erreicht, dass \u00abEhedramen\u00bb, \u00abEhrenmorde\u00bb endlich mit \u00abFemizid\u00bb oder ganz klar \u00abFrauenmord\u00bb benennt werden. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb islamistischer Terror, der sich in erster Linie gegen j\u00fcdische Frauen und M\u00e4nner, gegen M\u00e4dchen und Frauen richtet und schon Hunderttausende von Menschen ermordet, gefoltert und bis heute eingekerkert hat, nie mit sexistischer struktureller Gewalt und m\u00f6rderischen Antisemitismus in Verbindung gebracht wird \u2013 obwohl die Realit\u00e4t einem blutig ins Gesicht schreit.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den Kollegen vom \u00abEcho der Zeit\u00bb sei doch wieder einmal Victor Klemperer empfohlen: Dessen \u00abSprache des Dritten Reiches\u00bb wird ihnen erm\u00f6glichen, zwischen Opfern und T\u00e4tern, zwischen eigener Ideologie und Berichterstattung zu unterscheiden. laStaempfli erg\u00e4nzt: Ganz aktuell ist auch das Buch &#8220;Jews don\u00b4t count&#8221; von David Baddiel. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"326\" height=\"499\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/jews-dont-count.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9183 size-full\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/jews-dont-count.jpg 326w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/jews-dont-count-196x300.jpg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 326px) 100vw, 326px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Wie auch in Schweizer Medien Antisemitismus verschleiert wird. Zusammen mit Antifeminismus.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00ab\u00e4lteste politische Hintergrundsendung\u00bb von SRF brachte am 9. Februar grad zwei Islamismus-Themen. 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