{"id":8744,"date":"2021-07-08T11:17:57","date_gmt":"2021-07-08T09:17:57","guid":{"rendered":"http:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=8744"},"modified":"2021-07-21T12:50:07","modified_gmt":"2021-07-21T10:50:07","slug":"regula-staempfli-ueber-seo-kriterien-digitale-transformation-weshalb-es-twitterkriege-gibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=8744","title":{"rendered":"Regula Staempfli \u00fcber SEO-Kriterien, digitale Transformation &#038; weshalb es #Twitterkriege gibt:"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">It\u2019s the codes, stupid: Aus dem Literaturblog zur KI und zum Denken der Digitalen Transformation. <\/h2>\n\n\n\n<p><em><strong>Von Dr. Regula St\u00e4mpfli &#8211;<\/strong>&nbsp;<\/em>Der Mensch als Maschine feiert seit einigen Jahren sein \u00fcber 100-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Der Schotte Arthur Keith bspw., ein Anthropologe und Anatom, beschrieb 1919 den Menschen als Motorensystem, in welchem die knochigen und fleischlichen Komponenten f\u00fcr Fortschritt und Bewegung und, bei schlechter Wartung, f\u00fcr den Verfall zust\u00e4ndig waren. Der Deutsche Fritz Kahn kopierte die Idee und fertigte 1922 den bis heute einpr\u00e4gsamen Maschinenmann: \u00abDer Mensch als Industriepalast\u00bb. Die Kommandozentrale besteht bei Kahn aus M\u00e4nnern in weissen Kitteln, Arbeiter m\u00fcssen an den Leitungen bei der Leber die Stoffe in Zucker verwandeln. Fritz Kahn, in seinen jungen Jahren ein gl\u00fchender Zionist, wandelte sich als Arzt zum Rassenmediziner, der bereitwillig \u00fcber \u00abDie Hygiene der Juden\u00bb publizierte. Alexei Gastew, ein kommunistischer Dichter, gr\u00fcndete 1920 das \u00abZentralinstitut f\u00fcr Arbeit\u00bb und \u00abbetrachtete Maschinen als seine \u2039eisernen Freunde\u203a und bezeichnete das \u2039Krachen, Pfeifen, Knirschen und Schreien der Apparate in den Fabriken\u203a als die \u2039Musik der Zukunft\u203a\u00bb. Der begnadete Historiker Philipp Blom beschreibt diese und andere Geschichten, u. a. auch, wie sowjetische Arbeiter an Maschinen festgeschnallt wurden, um durch endlose Wiederholung die perfekte Bewegung zu verinnerlichen. Gastew war erfolgreicher Missionar der kommunistischen Maschinengesellschaft, hochdekoriert und verehrt, bis er 1938 von der sowjetischen Geheimpolizei abgef\u00fchrt und nach einem S\u00e4uberungsprozess erschossen wurde. Seine M\u00f6rder f\u00fchrten seine seelenlosen Visionen sozialer Automaten unbeirrt weiter. Diese wurden auch von den westlichen BesucherInnen der sowjetischen T\u00f6tungsmaschinerie verehrt und in Europa wie in den USA kritiklos verbreitet. Die Bauhaus-Schule unter Walter Gropius bspw. schaffte \u00abUtopien aus Beton\u00bb (Philipp Blom): Auch hier ging es um das Ideal, das menschliche Leben zu vereinfachen, \u00abindem die Moderne auf Funktion festgelegt wurde statt auf Beziehung und Bewegung\u00bb (laStaempfli IFG 2007). Bis heute verfolgen viele Baumeister hierarchische Visionen, die den Menschen Optimierung abverlangen. Le Corbusier schlug bspw. 1925 vor, die sch\u00f6nste Stadt der Welt, n\u00e4mlich Paris, dem Erdboden gleichzumachen: Statt der Innenstadt sollte es fortan nur Wohnt\u00fcrme und Autobahnen&nbsp;geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies alles scheint heute ebenso vergessen wie die nachhaltige Kritik an derartigen Fortschrittsdystopien m\u00e4chtiger Architekten, Designer, Bauhausmeister der Moderne. Es sind exakt diese L\u00fccken, die einer fundierten Kritik digitaler Architektur und Funktion entgegenstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals, in den 1920er- und 1930er-Jahren, gab es n\u00e4mlich noch Kritik an der verqueren Huldigung dieser Protheseng\u00f6tter, an den Apparaten-Apologeten: Charlie Chaplin zeigt in \u00abModern Times\u00bb 1936 fast prophetisch, wie die Welt einem riesigen Maschinen-Zahnrad gleicht, das den r\u00fchrend hektischen und tapsigen Arbeiter nach dessen versklavter Existenz einfach verschlingt. Heute gibt es nur Black Mirror \u2013 Dystopien bis zum Abwinken und ohne Transformationspotenzial.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sound der Gegenwart wird apolitisch, in der Fragmentierung unz\u00e4hliger sophistischer Argumente wie \u00abtechnophob, kulturpessimistisch, fortschrittsfeindlich\u00bb monoton wiederholt. Apolitisch bedeutet immer vereinzelt: Solange es den zum Thema f\u00fchrenden Wissenschaftlerinnen nicht gelingt, geh\u00f6rt zu werden, ergeben sich die M\u00e4nner in einer beschissenen Ewigschleife natur- und lebenszerst\u00f6renden Diskursen und Politiken und zelebrieren sich dar\u00fcber hinaus noch als Kritiker, weil ihnen in ihrer sexistischen Blindheit gar nicht auff\u00e4llt, dass sie seit Jahren auf die falschen Themen setzen, die falschen Experten befragen und die falschen Sachb\u00fccher besprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb hier mal Klartext: It\u2019s the codes, stupid.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachzulesen in Regula Staempfli f\u00fcr ensuite, Magazin f\u00fcr Kunst und Kultur, Essay: It is the codes, stupid, siehe Link: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ensuite.ch\/its-the-codes-stupid\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ensuite.ch\/its-the-codes-stupid\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/twitter.com\/laStaempfli\/status\/1413063622146801664?s=20\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regula Staempfli \u00fcber SEO-Kriterien, digitale Transformation &#038; weshalb es #Twitterkriege gibt: It is the codes, stupid! <a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=8744\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8701,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"","footnotes":""},"categories":[5685,5683,5684],"tags":[3249,7568,5706,7298,7537,7534,7538,178,7300,7302,7566,7535,7536,7314,6610,7316,7564,162,7565,7533,7567,7338,443,392],"class_list":["post-8744","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ad-personam","category-kolumnen","category-politik-philosophie-design-it","tag-amazon","tag-cloud","tag-codes","tag-datenjournalismus","tag-digitale-transformation","tag-digitale-transformation-weshalb-es-twitterkriege-gibt","tag-digitaledenkerin","tag-facebook","tag-fachkompetenz","tag-fachmedien","tag-investigativjournalismus","tag-it-is-the-codes","tag-lastaempfli-codieren","tag-onlinejournalismus","tag-podcast","tag-politikjournalismus","tag-recherchestrategien","tag-regula-staempfli","tag-regula-staempfli-digitaldenkerin","tag-regula-staempfli-ueber-seo-kriterien","tag-scrolltelling","tag-storytelling-digital","tag-twitter","tag-zukunft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8744"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8744\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8770,"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8744\/revisions\/8770"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}