{"id":7547,"date":"2019-08-08T12:59:20","date_gmt":"2019-08-08T10:59:20","guid":{"rendered":"http:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=7547"},"modified":"2019-08-08T13:02:05","modified_gmt":"2019-08-08T11:02:05","slug":"regula-staempfli-ueber-den-tod-der-grossen-toni-morrison-ausschnitt-eines-artikels-aus-dem-jahre-2009-im-kolumnenbuch-aussen-prada-innen-leer-ein-philosophisches-kaleidoskop-bruxelles-gleichzei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=7547","title":{"rendered":"Regula Staempfli \u00fcber den Tod der grossen Toni Morrison (Ausschnitt eines Artikels aus dem Jahre 2009 im Kolumnenbuch: Aussen Prada &#8211; innen leer? Ein philosophisches Kaleidoskop, Bruxelles. Gleichzeitig ein Kommentar zum Trend Hashtag #dichterdran"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auszug aus &#8220;Aussen Prada &#8211; Innen leer.&#8221; Ein philosophisches Kaleidoskop<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeit (2\/2019): &#8220;Frau Mirren, es heisst, Sie lassen sich lieber von M\u00e4nnern interviewen. Stimmt das?&#8221;<\/p>\n<p>Hellen Mirren: &#8220;Oh, das d\u00fcrfen Sie nicht pers\u00f6nlich nehmen! Ich habe das auf britische Journalistinnen bezogen, die k\u00f6nnen wirklich gemein sein, richtig neidische Zicken, die wollen, dass Du Dich schlecht f\u00fchlst. Die britischen Medien sind ja f\u00fcr ihren scharfen Ton bekannt. Das Problem ist, dass mir mein Instinkt erst mal r\u00e4t, Frauen mehr zu vertrauen als M\u00e4nnern, ich bin offener mit ihnen. Aber Frauen sind eben wirklich gut darin, sich freundlich zu geben. Nachher liest Du dann, was die Frau \u00fcber Dich geschrieben hat, und denkst, oh Gott, ich dachte, sie mochte mich!&#8221;<\/p>\n<p>Die Torturen, denen der moderne Journalismus seine sogenannten Prominenten, insbesondere Expertinnen, Schriftstellerinnen, K\u00fcnstlerinnen sind seit Jahren bekannt. 2019 endlich wird die Kritik zum TWITTER-TREND #dichterdran . Unter diesem Hashtag werden am\u00fcsante Kritiken ver\u00f6ffentlicht, die in einer Welt, in welcher Frauen \u00fcber m\u00e4nnliche Autoren wie M\u00e4nner \u00fcber weibliche Schriftstellerinnen schreiben k\u00f6nnten, gang und g\u00e4be w\u00e4ren. Regula St\u00e4mpfli tweetet: &#8221; Dem Schweizer Schriftsteller Lukas B\u00e4rfuss gelingt es, sehr un\u00fcblich f\u00fcr einen Hausmann, den Kampf um Identit\u00e4t und Selbstfindung auch politisch zu deuten. Dass er indessen als Autor so bekannt wurde, hat er sicherlich auch seinem sehr angenehmen \u00c4usseren und seinem gepflegten Auftritt zu verdanken. Dazu kommt, dass er trotz seiner 48 Jahre und mitten in der Andropause auch heute noch sehr jugendlich und attraktiv wirkt.&#8221;&nbsp;<\/p>\n<p>Regula St\u00e4mpfli wurde, als sie die Vermessung der Welt durch Algorithmen \u00f6ffentlich zu analysieren und kritisieren begann (ab 2003) gefragt, ob sie eitel sei. Und wie sie es mit dem starken Geschlecht so halten w\u00fcrde. Oder ob sie sich als Frau in ihrer Haut mit solch harten Themen gut f\u00fchlen k\u00f6nne. Ihre Antworten lauteten: &#8220;Eitel? Selbstverst\u00e4ndlich. Ich hoffe, das sieht mann doch.&#8221; &#8220;Starkes Geschlecht? Finde ich Klasse, schliesslich geh\u00f6re ich dazu.&#8221; &#8220;Wie ich mich als Frau f\u00fchle? Hervorragend. Schliesslich habe ich noch nichts besseres probiert.&#8221;<\/p>\n<p>\u00dcber die grosse Toni Morrison, Literatur-Nobelpreistr\u00e4gerin, Intellektuelle und Aktivistin schrieben die Zeitschriften so S\u00e4tze wie (DIE ZEIT, 8.10.2009): &#8220;<em>Als sie sitzt, eine Zigarette anz\u00fcndet und mit gespannter Konzentration auf die Fragen wartet, strahlt sie Jugendlichkeit aus und l\u00e4ssige Souver\u00e4nit\u00e4t.&#8221;&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>Eine Autorin, die mit ihren Worten die Welt ver\u00e4ndert, muss selbst nach dem Literatur-Nobelpreis &#8220;Jugendlichkeit&#8221; ausstrahlen und &#8220;Souver\u00e4nit\u00e4t&#8221;. Das meistgeschriebene Wort zu grossen Sachbuchautorinnen und Literatinnen ist &#8220;unverbissen&#8221;, &#8220;sachlich&#8221;, &#8220;analytisch&#8221; und wieder und wieder mit Erstaunen verbunden.&nbsp;<\/p>\n<p>Toni Morrison gab uns allen ein Morgen ( Sharon Dodua Otoo, 7.8.2019 TAZ). Sie ist gestorben, ihre Worte werden ewig bleiben.&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stadtwanderer.net\/?p=11297\">#dichterdran: So schreiben \u00fcber Autoren, wie sonst M\u00e4nner \u00fcber Autorinnen schreiben (oder angepasste Frauen, deren es viel zu viele gibt&#8230;).&nbsp;<\/a><\/p>\n<p>BILDQUELLE: AUGUST WREN VIA FACEBOOK<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stadtwanderer.net\/?p=11297\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7548\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/67871536_10156551358403321_4622588702713970688_n.jpg\" alt=\"67871536_10156551358403321_4622588702713970688_n\" width=\"925\" height=\"960\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auszug aus &#8220;Aussen Prada &#8211; Innen leer.&#8221; Ein philosophisches Kaleidoskop Die Zeit (2\/2019): &#8220;Frau Mirren, es heisst, Sie lassen sich lieber von M\u00e4nnern interviewen. 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