{"id":12055,"date":"2026-10-25T21:19:06","date_gmt":"2026-10-25T19:19:06","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=12055"},"modified":"2026-10-25T21:19:06","modified_gmt":"2026-10-25T19:19:06","slug":"bordellprosa-im-landesmuseum-regula-staempfli-in-der-die-weltwoche-nr-33-2026-wie-das-landesmuseum-zuerich-menschenhandel-prostitution-ausbeutung-des-weiblichen-koerpers-als-arbeit-hochstili","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=12055","title":{"rendered":"Bordellprosa im Landesmuseum: Regula St\u00e4mpfli in der Die Weltwoche Nr. 33\/2026 Wie das Landesmuseum Z\u00fcrich,  Menschenhandel, Prostitution, Ausbeutung des weiblichen K\u00f6rpers als &#8220;Arbeit&#8221; hochstilisiert und Orwell gr\u00fcssen l\u00e4sst."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-25-um-20.13.50.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"456\" height=\"778\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-25-um-20.13.50.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12065\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-25-um-20.13.50.png 456w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bildschirmfoto-2026-10-25-um-20.13.50-176x300-1.png 176w\" sizes=\"auto, (max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;George Orwell h\u00e4tte derzeit seine helle Freude am Landesmuseum. Nicht weil dort Prostitution ausgestellt wird. Sondern weil dort die Sprache selbst zum Ausstellungsobjekt geworden ist. Aus Frauen werden \u00abZeitzeuginnender Sexarbeit\u00bb. Aus Prostitution wird \u00abSelbstbestimmung\u00bb. Aus den Freiern verschwinden die M\u00e4nner. Aus den Zuh\u00e4ltern verschwinden die T\u00e4ter. \u00dcbrig bleibt ein sprachlich desinfiziertes Museum, in dem Gewalt als eine Erfahrung wie jede andere, Ausbeutung als Teil der normalen Biografie und die Pornografie wie die Perversit\u00e4t als \u00abDiversit\u00e4t\u00bb erscheinen. Die KI rationalisiert Berufe \u2013 so viel wissen wir. Gleichzeitig professionalisiert sie die Sprache und technisiert s\u00e4mtliche Lebensbereiche. Gerade junge Frauen werden so dazu verleitet, uralte Formen der Sklaverei neu zu verpacken und als hippe Verdienstm\u00f6glichkeit anzupreisen. Das Wirken von Denise Tonella, seit 2021 Direktorin des Schweizerischen Nationalmuseums, reiht sich in diese Entwicklung ein. Unter ihrer Leitung folgt eine schweizkritische Ausstellung nach der anderen: Geschichte wird als moralische Erziehungsaufgabe inszeniert. Krass elit\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun folgt ausgerechnet die erste ausgesprochen &#8220;schweiz&#8221;-positive Ausstellung. Schweizergeschichte als Geschichte geiler Sexarbeit \u2013 merci! Dabei wird allerlei Unsinn erz\u00e4hlt, etwa dass \u00abSexarbeit\u00bb seit \u00fcber achtzig Jahren in der Schweiz legal sei. <strong>Das stimmt so nicht. 1942 wurde die Prostitution zwar legalisiert, gleichzeitig wurde jedoch die Kuppelei verboten und der Fokus ausdr\u00fccklich auf die Bek\u00e4mpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Armut gelegt. <\/strong>Die Legalisierung diente zudem gesundheitspolitischen Zielen, erm\u00f6glichte Zwangsuntersuchungen und gab den Beh\u00f6rden im Rahmen des Kinderschutzes weitreichende Eingriffsm\u00f6glichkeiten bis hin zur Wegnahme von Kindern sich prostituierender Frauen. Von all dem berichtet die Ausstellung \u00abSex-<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">arbeit\u00bb nicht. Stattdessen entsteht der Eindruck, es sei Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung, die eigenen K\u00f6rper\u00f6ffnungen zeitweise zu vermieten. Als w\u00e4re dies ein Fortschritt. Als w\u00e4re dies Emanzipation. \u00abSexarbeit\u00bb \u2013 diese \u00abErfahrung Schweiz\u00bb ist nicht nur seltsam, sondern krass elit\u00e4r. Denn die Frage muss erlaubt sein: Weshalb wird ausgerechnet von gut ausgebildeten, einflussreichen Frauen in Kulturinstitutionen die Vermietung weiblicher K\u00f6rper\u00f6ffnungen so engagiert verteidigt? Ist das tats\u00e4chlich Solidarit\u00e4t mit benachteiligten Frauen? Oder zeigt sich darin eine neue Form eines Klassenprivilegs?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Gesellschaft, in der sich wohlhabende Eliten reproduktive und sexuelle Dienstleistungen erkaufen k\u00f6nnen \u2013 durch Leihm\u00fctter auf der einen, Prostituierte auf der anderen Seite \u2013, w\u00e4hrend sie diese Entwicklung gleichzeitig als Fortschritt, Diversit\u00e4t und Selbstbestimmung feiern? <strong>Orwell wusste, dass totalit\u00e4re Systeme mit W\u00f6rterb\u00fcchern beginnen<\/strong>. Wer die Wirklichkeit von Prostitution als \u00abSexarbeit\u00bb verharmlost und auf die Ebene ganz normaler Arbeit stellt, will die Wahrheit umlackieren. Mit unseren Steuergeldern. Und beendet damit den Freiheitskampf aller Menschen, weil sie nicht mehr benennen d\u00fcrfen, was sie sehen und empfinden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erfahrungen Schweiz \u2013 Sexarbeit:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00ad Landesmuseum Z\u00fcrich. 3. Juli bis 1. November<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2026 und 12. Januar bis 25. April 2027<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier der Text im Kulturteil der Die Weltwoche 33\/2926 <a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/bordellprosa-weltwoche-von-regula-staempfli.pdf\">https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/bordellprosa-weltwoche-von-regula-staempfli.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;George Orwell h\u00e4tte derzeit seine helle Freude am Landesmuseum. Nicht weil dort Prostitution ausgestellt wird. Sondern weil dort die Sprache selbst zum Ausstellungsobjekt geworden ist. Aus Frauen werden \u00abZeitzeuginnender Sexarbeit\u00bb. Aus Prostitution wird \u00abSelbstbestimmung\u00bb. 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