{"id":11957,"date":"2026-08-20T13:09:18","date_gmt":"2026-08-20T11:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11957"},"modified":"2026-08-20T13:09:18","modified_gmt":"2026-08-20T11:09:18","slug":"daughterland-kunstprojekte-art-projects-ein-gespraech-mit-der-kuenstlerin-ruth-e-herzka-ueber-ihr-neues-buch-memories-tochtererinnerungen-und-das-verweben-von-geschichte-und-kunst-moderatio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11957","title":{"rendered":"&#8220;Daughterland &#8211; Kunstprojekte\/Art projects.&#8221; Ein Gespr\u00e4ch mit der K\u00fcnstlerin Ruth E. Herzka \u00fcber ihr neues Buch: Memories, Tochtererinnerungen und das Verweben von Geschichte und Kunst. Moderation Regula Staempfli."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_7788-1536x2048-1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_7788-1536x2048-1-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11958\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_7788-1536x2048-1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_7788-1536x2048-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_7788-1536x2048-1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_7788-1536x2048-1.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSie ist Mitteleuropa, denkt er. Sie ist Wien. Sie ist \u00d6sterreich. Sie ist ein silberner Kaffeel\u00f6ffel. Sie ist Schlagobers. Sie ist Schnaps. Sie ist Strudel, staubzuckerbest\u00e4ubt. Sie ist das Ger\u00e4usch h\u00f6flichen Beifalls. Sie ist ein Luster. Sie ist ein Samtvorhang.\u201c Zitat aus der wundersch\u00f6nen \u201eedition clandestin\u201c \u2013 zitiert nach Deborah Levy, \u201eBlack Vodka.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6ren Sie den Podcast \u00fcberall, wo Sie Podcasts h\u00f6ren und hier der direkte Link auf die Homepage: <a href=\"https:\/\/artisapieceofcake.art\/2026\/08\/18\/daughterland-kunstprojekte-art-projects-von-ruth-e-herzka-ein-gespraech-mit-der-kuenstlerin-ueber-ihr-neues-buch-memories-tochtererinnerungen-und-das-verweben-von-geschichte-und-kunst-moder\/\">https:\/\/artisapieceofcake.art\/2026\/08\/18\/daughterland-kunstprojekte-art-projects-von-ruth-e-herzka-ein-gespraech-mit-der-kuenstlerin-ueber-ihr-neues-buch-memories-tochtererinnerungen-und-das-verweben-von-geschichte-und-kunst-moder\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anhand sinnlicher Erinnerungen begab sich die schweizerisch-\u00f6sterreichische K\u00fcnstlerin Ruth E. Herzka, die der zweiten Generation (2nd Generation) nach der Shoa angeh\u00f6rt, auf die Suche nach dem Abwesenden, Verlorenen. Die Dokumentation ihrer bildnerischen Arbeiten in Auseinandersetzung mit ihren Grossm\u00fcttern, die sie selbst nie gekannt hat, bilden zusammen mit Fotos von Reisen in die Herkunftsl\u00e4nder ihrer Grossv\u00e4ter ein Ganzes. Gespr\u00e4che mit der K\u00fcnstlerin und Texte von Gastautor:innen runden das K\u00fcnstlerinnenbuch ab.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>VON DEN SPUREN DES ERINNERNS IN DER KUNST UND GEGENWART. SCHRIFTLICHES INTERVIEW MIT RUTH E. HERZKA VON REGULA ST\u00c4MPFLI.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier das Interview schriftlich, das laStaempfli und Ruth E. Herzka vorbereitet haben und das theoretisch noch klarer erz\u00e4hlt als der Podcast und das m\u00fcndliche Gespr\u00e4ch, das durch die Technik\u00fcbertragung etwas an Spontaneit\u00e4t verloren hat. In der Kombination hier auf artisapieceofcake ein Kunstwerk on ist own.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ruth E. Herzka Ich m\u00f6chte mit Dir nicht einfach \u00fcber Kunst sprechen, sondern mit Dir hineingehen in diesen Moment, in dem ein Bild entsteht, sich formt, sich widersetzt, sich vielleicht auch entzieht; wie, wo beginnst Du?&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H. Das Vorbewusste kann frau sich wie ein Wartezimmer vorstellen. Durch den k\u00fcnstlerischen Prozess werden Erinnerungen, Erfahrungen aktiviert und ins Bewusstsein geholt. Ausgangspunkt ist f\u00fcr mich dabei oft Fotomaterial, eine bestimmte Materialit\u00e4t oder Farbigkeit mit einer bestimmten Stimmung, die bei mir dieses Material hervorruft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Daughterland, wie kam es dazu?&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H. \u00dcber die Jahre habe ich einige Kunstprojekte durchgef\u00fchrt, die ich zusammen mit den Recherchen dazu in eine Form bringen wollte. Daf\u00fcr schien mir ein K\u00fcnstlerinnenbuch am geeignetsten, da diese Dokumentation so auch in einen Dialog mit der Leserschaft gestellt wird. Die Begegnung mit der Verlegerin von edition clandestin war dabei ein Gl\u00fccksfall, da sie jahrzehntelange Erfahrung in der Herausgabe von K\u00fcnstler:innenb\u00fcchern hat und im Nu erfasst hat, worum es mir bei diesem Projekt geht. Die Zusammenarbeit mit der Wiener Buchgestalterin Martina Gaigg war wunderbar. Sie hat diesem Anliegen mit meinem Bildmaterial eine ausgesprochen sch\u00f6ne Form gegeben. Die Gastbeitr\u00e4ge der Vermittlerin und K\u00fcnstlerin Patricia Hujinen, der Kuratorin Dina Ehrenfreund und des israelischen Kunsthistorikers und Kurators Hagai Segev, haben das Buch bereichert. Vaterland, Tochterland, Daughterland: es ist Zeit, dass die T\u00f6chter ihre Geschichten erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mich interessiert auch diese Bewegung zwischen Erinnern und Erfinden, zwischen dem, was war, und dem, was nicht mehr zug\u00e4nglich ist: Arbeitest Du gegen das Vergessen an, k\u00e4mpfst Du gegen das Verschwinden, oder akzeptierst Du, dass bestimmte Dinge nicht mehr rekonstruierbar sind und gerade deshalb in Bildern eine andere, vielleicht st\u00e4rkere, vielleicht auch schmerzhaftere Form annehmen?\u00a0<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meiner Arbeit geht es vorwiegend um subjektive Erinnerungsarbeit. Dabei werden pers\u00f6nliche <strong>Erlebnisse, Emotionen und Biographische Fragmente ins Zentrum ger\u00fcckt, um sie so von der Vergangenheit in die Gegenwart zu \u00fcberf\u00fchren, die eigene Lebensgeschichte zu ordnen ist ein Begleiteffekt. Kreation von Kunst, um sich seiner selbst zu vergegenw\u00e4rtigen. Bsp. rum\u00e4nische Bluse, ein Geschenk des Grossvaters, die eine Br\u00fccke bildete zwischen dem Aufwachsen in der Schweiz und einer anderen Welt, der Vorfahren. Ich besch\u00e4ftige mich in meinen Werken mit deren Pr\u00e4gung und sehe mich als Zwischenglied zwischen der Welt meiner Grosseltern und Eltern, sowie derjenigen der j\u00fcngeren Generation unserer S\u00f6hne: Dor v\u2019dor<\/strong>\u2026\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Und wenn Bilder entstehen, wenn sie sich zeigen, wenn sie sich behaupten, k\u00f6nnen sie dann heilen, k\u00f6nnen sie beruhigen, oder legen sie nicht vielmehr frei, was nicht heilt, was offen bleibt, was weiterarbeitet?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H. Ich erlebe dies vielmehr als Kl\u00e4rung und Integration von vielf\u00e4ltigen Gef\u00fchlen zu denen sowohl Schmerz, Trauer aber auch Freude und Geborgenheit geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wenn wir \u00fcber den K\u00f6rper sprechen, und wir m\u00fcssen \u00fcber den K\u00f6rper sprechen, gerade in einer Zeit, in der K\u00f6rper verletzt, ver\u00e4ndert, operiert, ausgeliefert werden, frage ich Dich: Was geschieht mit Identit\u00e4t, wenn der K\u00f6rper sich radikal ver\u00e4ndert, wenn er sich nicht mehr als stabiler Ort erleben l\u00e4sst, sondern als etwas Fragiles, Angegriffenes, vielleicht auch Fremdes.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H. Unsere Identit\u00e4t wird im Laufe des Lebens durch pers\u00f6nliche Erlebnisse und soziale Interaktionen geformt und ver\u00e4ndert. Solche wie von dir beschriebenen Ereignisse stellen eine enorm verunsichernde Herausforderung f\u00fcr die Betroffenen dar. Die Bew\u00e4ltigung einer solchen Erfahrung h\u00e4ngt von der Resilienz\/ Widerstandsf\u00e4higkeit der Person ab, aber auch vom Umfeld. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen im Programm des Ausstellungsraums balagan ARTS, den ich vor sechs Jahren gegr\u00fcndet habe und leite, Tandemausstellungen durchzuf\u00fchren. Das sind Ausstellungen an denen jeweils eine gefl\u00fcchtete K\u00fcnstlerin und eine K\u00fcnstlerin, die schon l\u00e4nger in der Schweiz lebt, beteiligt ist. Balagan kommt aus dem Hebr\u00e4ischen und urspr\u00fcnglich aus dem Polnischen, wie ich erst sp\u00e4ter erfahren habe. Es bedeutet so viel wie Wirrwarr, Chaos: um Neues zu kreieren, brauchen wir Chaos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H.&nbsp;<em>Ist der weibliche K\u00f6rper in Deiner Arbeit ein Ort der Erinnerung, ein Speicher von Geschichte, von Erfahrung, oder ist er ein Ort des Konflikts, der Auseinandersetzung, der Unruhe, in dem sich gesellschaftliche, politische, intime Spannungen verdichten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke sowohl als auch. E<strong>inerseits besch\u00e4ftige ich mich intensiv mit sinnlichen Erinnerungen, was sich in meiner mehrj\u00e4hrigen malerischen Auseinandersetzung mit Stoffen von alten Toravorh\u00e4ngen aus Osteuropa gut zum Ausdruck kommt. Diese Erinnerungen sind k\u00f6rperlich gespeichert und betrachte ich als unglaublichen kulturellen Schatz. Andererseits schl\u00e4gt sich die Fluchtgeschichte der Familie v\u00e4terlicherseits, sie mussten 1938 Wien verlassen, weil sie Juden waren und blieben auf der Durchreise in der Schweiz stecken, da die Grenzen zugingen. Ein Gl\u00fcck f\u00fcr sie, obwohl sie den ganzen Krieg \u00fcber von Ausweisung bedroht waren. Durch meine Kunst habe ich die M\u00f6glichkeit, diese und andere Erfahrungen in etwas Neues zu transformieren<\/strong>. Kreieren kommt von Creare geb\u00e4ren\/ erschaffen und ist somit eine grunds\u00e4tzlich weibliche Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Und weil Deine Arbeit nicht im luftleeren Raum entsteht, sondern eingebettet ist in Geschichte, in j\u00fcdische Erfahrung, in europ\u00e4ische Gegenwart, m\u00f6chte ich Dich fragen, wie sich diese Dimension in Deinem Arbeiten zeigt: Tr\u00e4gst Du diese Geschichte bewusst, reflektiert, suchend, oder arbeitet sie in Dir, unbewusst, fragmentarisch, manchmal widerspr\u00fcchlich, manchmal klar, manchmal kaum benennbar?&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H. Ich hatte die Chance durch die Teilnahme an Tagungen Reisen in die Herkunftsl\u00e4nder meiner Vorfahren m\u00fctterlicherseits und v\u00e4terlicherseits verbinden zu k\u00f6nnen. So fuhr ich nach Polen, Wroclaw, und von Belgrad aus nach Rum\u00e4nien, Timisoara, sowie mehrmals nach Wien. Diese Reisen waren f\u00fcr mich sehr kl\u00e4rend, weil ich meine kulturellen Pr\u00e4gungen besser nachvollziehen und sie dadurch bewusst machen konnte. Dabei wurde mir aber auch schmerzlich bewusst, was fehlt, respektive was durch die weitgehende Ausl\u00f6schung j\u00fcdischen Lebens in S\u00fcd- und Osteuropa verloren gegangen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Und wie erlebst Du Europa, die Schweiz heute, als Raum, der j\u00fcdische Erfahrung versteht, aufnimmt, sch\u00fctzt, oder als Raum, der sie rahmt, codiert, verschiebt, vielleicht auch verdr\u00e4ngt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweiz tat sich schon immer schwer in der Auseinandersetzung mit dem Andersartigen, so ist es zwar schmerzlich aber nicht weiter erstaunlich, dass es keine Thematisierung, geschweige denn Auseinandersetzung mit dem Thema der zweiten Generation nach der Shoa gibt. Die Ereignisse infolge des siebten Oktobers f\u00fchrten weiter aktuell auch hierzulande zu einer Isolation der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung und grosser Verunsicherung. Dies betrifft nicht nur die religi\u00f6se Minderheit, sondern auch uns s\u00e4kulare J\u00fcd:innen. Ja, wir f\u00fchlen uns nicht mehr sicher und es gilt st\u00e4ndig abzuw\u00e4gen, wor\u00fcber zu sprechen ist und wor\u00fcber nicht. Das Besprayen von f\u00fcnf Galerien in Z\u00fcrich, deren Inhaber oder Ausstellende j\u00fcdisch waren, hat auch uns bei balagan ARTS veranlasst uns sicherheitstechnisch instruieren zu lassen. Es gibt G-sei dank in der Oeffentlichkeit Exponenten, die sich auch f\u00fcr die Sicherheit von unsereins einsetzen. Im Alltag f\u00fchle ich mich aber ziemlich allein gelassen. Nicht nur in K\u00fcnstlerkreisen. Einmal mehr zeigt sich, wer die wirklichen Freund:innen sind, auf wenn Verlass ist und auf wen nicht. Dieses Wiedererwachen des Antisemitismus ist entt\u00e4uschend, er war ja auch in der Schweiz nie wirklich weg, aber die Heftigkeit ist schon ersch\u00fctternd. Was mir besonders zu schaffen macht, ist das Schweigen und kommentarlose \u00dcbergehen zur Normalit\u00e4t. Wie wenn unsere Erfahrung nicht z\u00e4hlen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Du arbeitest als K\u00fcnstlerin und als Kunsttherapeutin, und gerade diese Doppelbewegung interessiert mich sehr: Wo endet f\u00fcr Dich das Heilen, wo beginnt die Wahrheit, wo kippt das eine ins andere, wo widersprechen sie sich vielleicht sogar? Geht es Dir darum, etwas zu beruhigen, etwas zu ordnen, etwas zu integrieren, oder geht es Dir darum, sichtbar zu machen, offenzulegen, auszuhalten, auch dann, wenn es nicht aufl\u00f6sbar ist, wenn es nicht heilbar ist?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H. Wie ich vorg\u00e4ngig ausgef\u00fchrt habe, gilt es dabei sicher etwas zu ordnen. Dann ist es aber bestimmt eine gewisse Art durch die Welt zu gehen und Erfahrungen zu verarbeiten. An Heilung glaube ich in diesem Sinne nicht, vielmehr an Integration von schmerhaften oder traumatischen Erfahrungen. Die Kunst kann eine Br\u00fccke sein, Dinge auszudr\u00fccken, die entweder vorsprachlich sind oder durch Sprache nicht in derselben Art ausgedr\u00fcckt werden k\u00f6nnen. Bei meiner Arbeitsweise ist aber Sprache immer auch Teil des Prozesses. Deshalb habe ich an mehreren Stellen auch mit kulturellen Mediator:innen zusammengearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Kommen wir zum Material: Textil, Stoff, Faden:&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R.H.Meine Auseinandersetzung mit Stoffen nahm seinen Anfang in meinen ethnologischen Untersuchungen der Stoffe der Beduininnen im Sinai zu Studienzeiten. Die Verwendung von bereits vorhandenen Textilien wie in meiner Serie zu den Kasperlfiguren, die meine Grosseltern im Schweizer Exil geschaffen haben, das N\u00e4hen von verschiedener Materialen, das malen der erw\u00e4hnten sakralen Stoffe besch\u00e4ftigt mich seit langem und hat mich auch&nbsp;&nbsp;meiner Grossmutter m\u00fctterlicherseits nahegebracht, die diesbez\u00fcglich sehr begabt sein gewesen sein soll. In unseren Breitengraden gilt das Textile als weibliche Kulturtechnik, in anderen Kulturkreisen ist das anders. Ich beobachte, dass meine Verwendung von Stoffen in meinen Werken die Besucher:innen besonders anspricht. So hatte ich in Ausstellungen schon sehr ber\u00fchrende Begegnungen, in denen es um eigene Erfahrungen mit Textilien ging. In einem solchen Moment bin ich besonders gl\u00fccklich, da es in der Kunst ja schliesslich auch um Dialog geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Beitragsbild verschwommen, Bildschirmfoto als Verbindung von laStaempfli von real und digital, August 2026. Die Unsch\u00e4rfe, die Schr\u00e4gheit ist gewollt<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Korrektur zum m\u00fcndlichen Gespr\u00e4ch: Regula St\u00e4mpfli interpretiert den Gesang des Urgrossvaters von Ruth E. Herzka als \u201eprogressiv\u201c, was falsch ist. Dies ist falsch. Es gibt in keine Instrumente in der orthodoxen Gemeinde. Regula Staempfli bittet um Verzeihung dieser Interpretation, die von ihr stammt und nicht von Ruth E Herzka.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch ist in allen Buchhandlungen bestellbar. Es ist wundersch\u00f6n, \u00e4usserst klug und sehr inspirierend. Geh\u00f6rt in jeden kunstafinen und historisch interessierten Haushalt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSie ist Mitteleuropa, denkt er. Sie ist Wien. Sie ist \u00d6sterreich. Sie ist ein silberner Kaffeel\u00f6ffel. Sie ist Schlagobers. Sie ist Schnaps. Sie ist Strudel, staubzuckerbest\u00e4ubt. Sie ist das Ger\u00e4usch h\u00f6flichen Beifalls. Sie ist ein Luster. 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