{"id":11938,"date":"2026-08-13T16:37:03","date_gmt":"2026-08-13T14:37:03","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11938"},"modified":"2026-08-13T16:37:03","modified_gmt":"2026-08-13T14:37:03","slug":"regula-staempfli-ueber-abtreibung-bis-zur-geburt-in-massachusetts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11938","title":{"rendered":"Regula St\u00e4mpfli \u00fcber Abtreibung bis zur Geburt in Massachusetts"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Frau St\u00e4mpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen? Interview f\u00fcr Corrigenda: Lukas Steinwandter fragt Politphilosophin Regula Staempfli. 13.8.2026<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11941\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026-300x225.jpeg 300w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026-768x576.jpeg 768w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026-400x300.jpeg 400w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/corrigenda-interview-regula-staempfli-2026.jpeg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regula St\u00e4mpfli \u00fcber Abtreibung bis zur Geburt in Massachusetts, verabschiedet am 11.9.2026 unter Applaus von unterzeichnenden Gouverneurin und Dutzenden von Frauen. Zum Artikel see <a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/leben\/abtreibung-bis-zur-geburt-massachusetts-frau-staempfli-sie-sind-feministin-und-pro-life-wie\">https:\/\/www.corrigenda.online\/leben\/abtreibung-bis-zur-geburt-massachusetts-frau-staempfli-sie-sind-feministin-und-pro-life-wie<\/a><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Frau St\u00e4mpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen?<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein US-Bundesstaat erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt. Linke und Feministinnen jubeln, Konservative sind emp\u00f6rt. Doch so einfach ist es nicht: Regula St\u00e4mpfli ist progressiv, gebildet und feministisch. Und kritisiert das neue Gesetz scharf. Im Interview erkl\u00e4rt sie, warum das sehr wohl zusammenpasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/autoren\/lukas-steinwandter\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/autoren\/lukas-steinwandter\">Von Lukas Steinwandter<\/a>Ein US-Bundesstaat erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt. Linke und Feministinnen jubeln, Konservative sind emp\u00f6rt. Doch so einfach ist es nicht: Regula St\u00e4mpfli ist progressiv, gebildet und feministisch. Und kritisiert das neue Gesetz scharf. Im Interview erkl\u00e4rt sie, warum das sehr wohl zusammenpasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einleitung: Der kurze Clip sorgt f\u00fcr Fassungslosigkeit, Kopfsch\u00fctteln und Entsetzen \u2013 und Wut.<strong>\u00a0<\/strong>Die Gouverneurin des US-Bundestaats Massachusetts, Maura Healey (Demokratische Partei), unterzeichnet am Montag im State House in Boston den \u201ePrioritizing Patient Access to Care Act\u201c (H.5595). Das harmlos klingende Gesetz hebt die bisherige 24-Wochen-Frist f\u00fcr Abtreibungen auf und erlaubt sie bis zur Geburt, sofern ein Arzt ein entsprechendes \u201efachliches Urteil\u201c abgibt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben Healey, die angeblich katholisch ist und&nbsp;<a href=\"https:\/\/x.com\/MassGovernor\/status\/1793698010393686034?s=20\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vor zwei Jahren noch schrieb<\/a>, ihr l\u00e4gen die Schw\u00e4chsten am Herzen, befinden sich rund ein Dutzend weiterer Frauen in dem Regierungsb\u00fcro, darunter \u00c4rzte und Abtreibungsaktivisten. Nachdem die Politikerin die Unterschrift gesetzt hat, lachen und klatschen die Frauen, was nicht nur unter Christen und Lebenssch\u00fctzern f\u00fcr Emp\u00f6rung gesorgt hat<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits vor der neuen Regelung waren Abtreibungen nach der 24. Schwangerschaftswoche m\u00f6glich. Allerdings mussten daf\u00fcr bestimmte Bedingungen erf\u00fcllt sein. Ein Arzt musste beispielsweise feststellen, dass der \u201eSchwangerschaftsabbruch\u201c zur Erhaltung des Lebens der Frau oder ihrer psychischen und physischen Gesundheit notwendig ist. Diese Bedingungen sind nun weggefallen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAls Gouverneurin verspreche ich: Ganz gleich, was Donald Trump oder die Republikaner im Kongress oder am Obersten Gerichtshof tun, wir werden daf\u00fcr sorgen, dass Frauen ihre eigenen Entscheidungen in ihrer Gesundheitsversorgung treffen k\u00f6nnen \u2013 und nicht die Regierung\u201c, sagte&nbsp;Healey. Und die Gouverneurin versprach: \u201eAbtreibungen werden hier in Massachusetts weiterhin sicher, legal und zug\u00e4nglich sein.\u201c<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In sozialen und klassischen Medien feierten linke und feministischeGruppen das Gesetz. Konservative \u00e4u\u00dferten schwere Kritik. Aber nicht nur sie. Denn es gibt auch Feministinnen, die ein tiefes St\u00f6rgef\u00fchl haben angesichts der sich brutal ausbreitenden Kultur des Todes. Eine von ihnen ist die promovierte Historikerin und Politikwissenschaftlerin Regula St\u00e4mpfli.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweizerin ist Privatdozentin, Kolumnistin, Designerin und betreibt zusammen mit Isabel Rohner den&nbsp;<a href=\"https:\/\/diepodcastin.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">feministischen Wochenr\u00fcckblick<\/a>&nbsp;\u201eDie Podcastin\u201c. Im Interview mit&nbsp;<strong>Corrigenda<\/strong>&nbsp;erkl\u00e4rt die in M\u00fcnchen lebende Autorin, warum sie als progressive Frau und Feministin f\u00fcr das Lebensrecht ungeborener Kinder und gegen eine nur vermeintlich liberale Politik ist, wie sie von den Demokraten in den USA gerade gemacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frau Staempfli, Sie bezeichnen sich als feministisch und progressiv, sind aber pro life. Wie passt das zusammen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist total logisch! Frauen k\u00e4mpfen seit Jahrhunderten daf\u00fcr, Frauen und Kinder vor Gewalt, Ausbeutung, Vergewaltigung, Mord und \u00f6konomischer Sklaverei zu besch\u00fctzen. Lassen Sie sich von den sogenannten neuen Feministinnen nicht verwirren! Die haben so viel mit Feminismus zu tun wie der Islamismus mit der Katholischen Kirche! (<em>lacht<\/em>) Ich stehe in einer langen Tradition von Frauen, die sich weigern, Schwangerschaft, Mutterschaft und Kinder den M\u00e4chtigen zu \u00fcberlassen. Fr\u00fcher waren dies die Adeligen, heute ist es eine neue technokratische Elite und eine Gesundheitsindustrie, deren Optimierungszwang in vielen F\u00e4llen zu einem regelrechten Totenkult mutiert ist. Eine wirklich fortschrittliche und feministische Gesellschaft huldigt der Mutterschaft und behandelt sie nicht als Optimierungs- und St\u00f6rfall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie kommen Sie mit dieser Position bei anderen Feministinnen an?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(lacht)<\/em>&nbsp;Wie kommen Sie als Pro-Life-Journalist bei Ihren vornehmlich linken Kollegen an? Frauen werden nur in der Unterdr\u00fcckung zu einer Kategorie. Ansonsten sind Frauen immer vielstimmig. Heute machen Medien, Unis und Kultureliten ausgerechnet die Abtreibung zum feministischen Loyalit\u00e4tstest. Dies ist ideologisch verblendet, unerquicklich misogyn und au\u00dferordentlich dumm. Mit Frauen- und Kinderschutz hat das woke Geschrei rund um den \u201eFeminismus\u201c eh schon lange nichts mehr zu tun. Es geht mit der Abtreibung bis zur Geburt auch nicht um politisch links oder rechts, sondern es geht um die Abtreibung des w\u00fcrdigen, liberalen, freiheitlichen und in Demokratien gesch\u00fctzten Menschenlebens.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eDie Frau ist. Nur noch \u2018Warentr\u00e4gerin\u2019 \u2013 das kennen wir aus kommunistischen L\u00e4ndern\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Am Montag hat die demokratische Gouverneurin von Massachusetts, Maura Healey, unter gro\u00dfem Applaus und Lachen ein Gesetz unterzeichnet, das keine gesetzliche zeitliche Obergrenze f\u00fcr Abtreibungen mehr vorsieht. Sie sprechen von \u201eindustrieller Qualit\u00e4tskontrolle\u201c. Warum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/sites\/default\/files\/styles\/large\/public\/2026-08\/regula-staempfli-portrait.png?itok=u5lLNsjI\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Regula St\u00e4mpfli\u00a9 Regula St\u00e4mpfli<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil es genau das ist. Das werdende Kind wird zwischen Arzt und \u201eAuftraggeber\u201c verhandelt. Das neue Gesetz, von Dutzenden von ideologisch verblendeten Frauen beklatscht, ist der Triumph der biopolitischen Logik, den&nbsp;Menschen zur \u00f6konomischen Verf\u00fcgungsmasse zu erkl\u00e4ren. Das&nbsp;Kind wird zu \u201eMenschenfleisch-Daten\u201c und entsprechend g\u00fcltiger medizinischer und sozial kompatibler Praxis abgetrieben oder geboren. Die Frau ist in diesem Zusammenhang nur \u201eWarentr\u00e4gerin\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies kennen wir \u00fcbrigens auch aus den kommunistischen L\u00e4ndern, wo Kinder aus ideologischen Gr\u00fcnden massenweise abgetrieben, und nach der Geburt, ebenfalls aus ideologischen Gr\u00fcnden, sofort als sogenannte \u201eWochenkinder\u201c den Eltern entrissen wurden<strong>.&nbsp;<\/strong>Dass die Unterzeichnung eines solchen Gesetzes mit Lachen und Applaus von Frauen inszeniert wird, halte ich f\u00fcr eine nihilistische Entgleisung. Selbst wer Abtreibungsrechte verteidigt, m\u00fcsste angesichts einer Abtreibung im letzten Schwangerschaftsdrittel verstummen. Eine Gesellschaft, die hier jubelt, hat ihr Gewissen entfernt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie sagen, M\u00fctter w\u00fcrden zu \u201eSklaven eines Gesundheitsmarktes\u201c, der Mutterschaft zur Dienstleistungst\u00e4tigkeit pervertiere. Kinder w\u00fcrden zu Produkten. Was meinen Sie damit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Exakt das, was ich sage. Schauen&nbsp;Sie auf die semantischen Verschiebungen der vergangenen Jahre. M\u00fctter werden u.a. von ARD, ZDF, WDR, SRF, ORF etc. nicht mehr M\u00fctter genannt. Oder Schwangere als schwangere Frauen bezeichnet. Weshalb? So entledigt sich die neue globale Medien-, Kultur- und Wissenschaftselite der Leiblichkeit des Menschen. Gem\u00e4\u00df herrschender Sprechaktideologie gibt es keine K\u00f6rper oder gar Menschenseelen, sondern verwertbare Fleischst\u00fccke, die auf dem kapitalistischen Markt der Influencer, Selfies, \u201eIch Ich Ich\u201c-Religionen wie zum Beispiel \u201eOnly Fans\u201c verkauft werden k\u00f6nnen. Menschen sind keine Lebewesen mehr, sondern codierte Kategorien \u2013 h\u00f6ren Sie doch endlich mal dem Jargon der Zoomer richtig zu! In&nbsp;<a href=\"https:\/\/hannaharendt.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">meiner&nbsp;Vorlesungsreihe<\/a>&nbsp;\u201eHannah Arendt Lectures\u201c traf ich bspw. auf Studentinnen, die au\u00dfer ihrer Produktidentit\u00e4t nichts anderes mehr kannten. Sie wussten nicht, wer sie waren oder wer sie sein k\u00f6nnten \u2013 aber ihren Marktwert kannten sie auf die zweite Kommastelle genau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist entsetzlich und selbst die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich vergangenes Jahr zu einer Revision von Paragraf 218 Strafgesetzbuch bekannt, ohne zu realisieren, welchen ethischen R\u00fcckschritt dies f\u00fcr uns alle bedeuten w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eAbtreibung ist keine Freiheit, sondern aus der Not geboren. Auch heute noch\u201c Regula St\u00e4mpfli. <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist Abtreibung, die von vielen Feministinnen als Selbstbestimmung glorifiziert wird, nicht genau das, was Generationen von Feministinnen wollten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das war doch eine ganz andere Zeit als heute!&nbsp;Die gro\u00dfe franz\u00f6sische Politikerin Simone Veil, Auschwitz-\u00dcberlebende und damalige franz\u00f6sische Ministerin, hat 1974 f\u00fcr die Entkriminalisierung der Abtreibung&nbsp;gek\u00e4mpft. Sie argumentierte, dass keine einzige Frau leichten Herzens abtreibt. Dass Abtreibung keine Freiheit ist, sondern immer aus der Not geboren ist. Dies ist \u00fcbrigens auch heute noch so. Das, was in Massachusetts unter \u201eAbtreibung\u201c propagiert und beklatscht wird, ist Warenpolitik im Menschenfleischpark. Das hat schon l\u00e4ngst nichts mehr mit dem Recht von Frauen in Notlagen zu tun, nicht in den Hinterzimmern einer Engelsmacherin zu verbluten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dieses Zitat von Ihnen k\u00f6nnte auch von einem Papst stammen: \u201eDer Mensch wird nur noch nach seiner k\u00fcnftigen \u00f6konomischen Produktivit\u00e4t und Fehlerfreiheit bemessen.\u201c Sie sprechen damit eugenische Abtreibungen an. Die Mehrzahl der abgetriebenen Kinder ist jedoch gesund.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das widerlegt meine Kritik nicht. Es erweitert sie. Bei diagnostizierbaren Krankheiten oder Behinderungen tritt die Selektionslogik einfach besonders brutal hervor. Bei gesunden Kindern greift dieselbe Verwertungslogik auf einer anderen Ebene: Passt dieses Kind zu meinem Partner, meinem Studium, meiner Karriere, meinem Zeitplan, meinem Lebensentwurf?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u203a&nbsp;Abonnieren Sie den&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em><strong>Corrigenda-Newsletter<\/strong><\/em><\/a><em>&nbsp;und erhalten Sie einmal w\u00f6chentlich die relevantesten Recherchen und Meinungsbeitr\u00e4ge<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kind wird nicht mehr als neues Gegen\u00fcber begriffen, sondern als kalkulierbares Projekt. Es gilt als St\u00f6rung, weil das sch\u00fctzende Umfeld aus Tanten, Gro\u00dfm\u00fcttern, Schwestern, Nachbarinnen und gelebter Gro\u00dffamilie weitgehend verschwunden ist. Der neoliberale Mensch soll autonom sein \u2013 also allein. Und was allein nicht zu bew\u00e4ltigen ist, wird beseitigt oder an einen Markt delegiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ein Papst diese Entwicklung ebenfalls erkennt, wird meine Analyse dadurch nicht falsch. Der Kampf gegen Eugenik und Menschenvermessung geh\u00f6rt weder der Kirche noch einer bestimmten politischen Seite. Er geh\u00f6rt allen, die Frauen und Kindern, den Menschen insgesamt, nicht auf Sprechakte, Codes, Fehlerfreiheit und Verwertbarkeit reduzieren wollen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unbedingt. Beides geh\u00f6rt zur selben Verschiebung des Menschenbildes. Wir leben im Zeitalter der algorithmischen Reproduktion. Bei der Leihmutterschaft wird der K\u00f6rper einer Frau als Produktionsort benutzt. Das Kind ist Gegenstand eines Vertrags. Bei der selektiven Abtreibung entscheidet die Qualit\u00e4tskontrolle dar\u00fcber, welches Leben den Erwartungen entspricht. Das eine Kind wird bestellt, das andere verworfen. Dazwischen liegen Tests, Vertr\u00e4ge, Plattformen, Kliniken, Agenturen und sehr viel Geld. Ich spreche deshalb von Sklavenmutterschaft. Denn wo ein Mann (oder zwei M\u00e4nner, das ist ja meist die Praxis) den K\u00f6rper einer Frau f\u00fcr die Produktion eines Kindes beansprucht, verwandelt sich Mutterschaft in eine k\u00e4ufliche Dienstleistung und einen neuen Menschenfleischmarkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frau St\u00e4mpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen? 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