{"id":11838,"date":"2026-06-07T11:30:19","date_gmt":"2026-06-07T09:30:19","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11838"},"modified":"2026-06-10T12:13:21","modified_gmt":"2026-06-10T10:13:21","slug":"die-unverstandenen-staaten-amerika-hat-gewaehlt-von-regula-staempfli-zur-wahl-von-donald-trump-im-jahr-2024-mit-einem-update-anlaesslich-der-fussball-wm-2026-wer-2026-immer-noch-glaubt-donal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11838","title":{"rendered":"&#8220;Die unverstandenen Staaten. Amerika hat gew\u00e4hlt.&#8221; Von Regula Staempfli zur Wahl von Donald Trump im Jahr 2024 mit einem Update anl\u00e4sslich der Fussball WM 2026. &#8220;Wer 2026 immer noch glaubt, Donald Trump sei die Geschichte, hat die Geschichte nicht verstanden. Trump ist nicht die Ursache. Trump ist die St\u00f6rung im System. Die Fehlermeldung. Die paradoxe Intervention einer politischen Klasse, die sich in ihren eigenen Narrativen verfangen hat.&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"703\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17-1024x703.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11839\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17-1024x703.png 1024w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17-300x206.png 300w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17-768x528.png 768w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17-1536x1055.png 1536w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17-2048x1407.png 2048w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildschirmfoto-2026-06-07-um-10.59.17-437x300.png 437w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Medien haben sich geirrt. Wieder einmal. Nicht weil Donald Trump ein Genie w\u00e4re, sondern weil die Wirklichkeit hartn\u00e4ckiger ist als Narrative. LASTAEMPFLI<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">UPDATE Als ich diesen Essay nach den US-Wahlen 2024 schrieb, war die Aufregung \u00fcber Donald Trump so gross, dass viele Beobachter \u00fcbersahen, <strong>worum es eigentlich ging: nicht um eine Person, sondern um den Zusammenbruch alter politischer und medialer Gewissheiten<\/strong>. Eineinhalb Jahre sp\u00e4ter zeigt sich ein paradoxes Bild. <strong>Donald Trump bleibt eine disruptive Figur, oft erratisch, manchmal gr\u00f6ssenwahnsinnig, h\u00e4ufig unberechenbar. <\/strong>Doch die entscheidenden politischen Konfliktlinien verlaufen nicht entlang seiner Person, sondern entlang von Themen, die Medien, Universit\u00e4ten und Kulturinstitutionen lange ignorierten. Dazu geh\u00f6rt definitiv das Thema <strong>MIGRATION. UND ZWAR NICHT als abstrakte Menschenrechtsfrage, sondern als konkrete Frage von Sicherheit, Integration, Wohnraum, L\u00f6hnen und vor allem der Stellung von Frauen. Wer durch europ\u00e4ische St\u00e4dte geht, erkennt rasch: Die Folgen einer fehlgeleiteten Migrationspolitik tragen h\u00e4ufig Frauen zuerst \u2013 im \u00f6ffentlichen Raum, in Schulen, im Sport und in den sozialen Institutionen<\/strong>. Punkto &#8220;Frauen im Sport&#8221; \u2013 ein von den Medien v\u00f6llig vernachl\u00e4ssigtes Thema ist nach wie vor festzuhalten: In den USA DAUERPR\u00c4SENT. M\u00e4dchen und junge Frauen verlieren massenhaft Stipendien und Auszeichnungen an junge M\u00e4nner, die sich per Sprechakt zu Frauen erkl\u00e4ren. Geht dies so weiter, wird die Sparte &#8220;Frauensport&#8221; durch Transfrauen besetzt \u2013 mit ein paar Frauen so nebenbei. <strong>Die Verteidigung des Frauensports bleibt unter Frauen, die w\u00e4hlen, ein wirklich wichtiges Thema und wird zur zentralen demokratischen Frage: Haben Frauen als Frauen das Recht auf eigene R\u00e4ume, eigene Wettbewerbe und eigene politische Vertretung? Millionen W\u00e4hlerinnen beantworteten diese Frage anders als Medien, Universit\u00e4ten und Verb\u00e4nde<\/strong>. Dann Stichwort <strong>Geopolitik<\/strong>. Die gr\u00f6sste Bedrohung f\u00fcr westliche Demokratien geht heute nicht von alten Gespenstern des 20. Jahrhunderts aus, sondern von autorit\u00e4ren Regimen und ideologischen Bewegungen, die Freiheit, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit offen bek\u00e4mpfen. Die islamische Republik Irans und ihre Proxies, die Europa und Israel regelm\u00e4ssig in Terrorattacken bedrohen, in Israel mit Dauer-Raktenbeschuss operieren, geh\u00f6ren sicher dazu. Weshalb ausgerechnet die brave Sozialdemokratie, die sich \u00fcber ein Jahrhundert um die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Wohlstand in Demokratien gek\u00fcmmert hat, nun die Islamofaschisten symbolisch und mit Kandidierenden unterst\u00fctzt, wird die grosse Herausforderung k\u00fcnftiger Historikerinnen und Historiker sein. Oder es ist so simpel, wie es im &#8220;Archipel Gulag&#8221; beschrieben wurde: Kommunismus endet in Listen, Theorie und Mordpraktiken. Vielleicht ist der Islamismus ja auch nur eine Variante davon. Punkto Trump zeigt auch Venezuela, dass Autokratien nicht einfach durch gutes Zureden verschwinden: Geopolitisch hat Donald Trump die Weltpolitik neu gemischt, die VR China von ihren Allianzen mit Iran und Venezuela entfernt und naja: Als Frau im Westen gegen Taliban aller Art zu k\u00e4mpfen, war noch nie falsch. Ein Blick auf Afghanistan, wo ein totalit\u00e4res Mordregime gegen M\u00e4dchen und Frauen als Religion verkauft wird und von der UNO toleriert, sollte eigentlich reichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Amtszeit von Donald Trump ist deshalb festzuhalten: <strong>Trump bleibt eine paradoxe Intervention. Er zwingt politische Eliten, sich mit Realit\u00e4ten auseinanderzusetzen, die sie zu lange moralisiert, ignoriert oder wegdefiniert haben. Seine gr\u00f6sste Wirkung besteht nicht darin, neue Antworten zu liefern. Seine Wirkung besteht darin, Fragen wieder sichtbar zu machen, die nicht verschwinden, nur weil man sie tabuisiert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb bleibt die wichtigste Erkenntnis meines Essays dieselbe wie 2024:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nicht die Menschen haben sich radikal ver\u00e4ndert. Die Codes haben sich ver\u00e4ndert. Und wer die Gegenwart verstehen will, muss lernen, zwischen Narrativ und Wirklichkeit zu unterscheide<\/strong>n.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"397\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik.png\" alt=\"Trumpism. The Algorithmic Age by Regula Staempfli.\" class=\"wp-image-11581\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik.png 285w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-215x300.png 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Trumpism. The Algorithmic Age by Regula Staempfli. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(<strong>Die aktuelle Sendung zum Thema im Servus TV: <a href=\"https:\/\/www.derpragmaticus.com\/tv-sendungen\">https:\/\/www.derpragmaticus.com\/tv-sendungen<\/a> 7.6.2026: In der aktuellen Folge\u00a0<em>Der Pragmaticus<\/em>\u00a0geht es um die Frage wie das \u201eLand of the free\u201c seine Spitzenposition halten kann? Zu Gast sind Schriftsteller und Kulturphilosoph\u00a0Leon De Winter,\u00a0Professor f\u00fcr Politikwissenschaft (Uni Salzburg)\u00a0Reinhard Heinisch\u00a0und Politikwissenschaftler\u00a0Ralph Sch\u00f6llhammer\u00a0und als Expertin Dr. Regula Staempfli zum Thema Kulturkampf.<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier der Essay von damals im Original, siehe <a href=\"https:\/\/ensuite.we-are.gmbh\/die-unverstandenen-staaten-amerika-hat-gewaehlt\/\">https:\/\/ensuite.we-are.gmbh\/die-unverstandenen-staaten-amerika-hat-gewaehlt\/<\/a>: &#8220;<strong><em>Von Dr. Regula St\u00e4mpfli \u2013 Unsere Essayistin hat zu Donald Trump ein enges Verh\u00e4ltnis. Als Erste pr\u00e4gte sie 2017 den Begriff \u00abTrumpismus\u00bb, schrieb dazu zwei Jahre sp\u00e4ter einen Bestseller und rechnete mit den mit Personalisierung, Brands und Polarisierung operierenden Medien ab. Dies nehmen ihr die Journalisten bis heute \u00fcbel. Weshalb sie 2024 mit dem \u00abCase against Kamala Harris\u00bb die US-Wahlen ganz anders sieht als alle anderen \u2013 wie, lesen Sie&nbsp;hier.&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abIch glaube, ich h\u00e4tte einen verflucht guten Hitler abgegeben.\u00bb Dieses Zitat stammt nicht etwa von Donald Trump, sondern von David Bowie aus dem Jahr 1976. Es ist im Kultbuch \u00abSex Revolts\u00bb \u00fcber Musik und Politik der USA zu finden. Von \u00abHitler\u00bb war 2024 auch viel die Rede. Es war leider die einzige Wahlmobilisierung der unterirdisch schlechten Kampagne der Demokratischen Partei. \u00abHitler\u00bb wurde gew\u00e4hlt, und zwar mit einem Erdrutschsieg, der in der Geschichte der USA fast einmalig&nbsp;ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie konnte es so weit kommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abIt is the codes, stupid!\u00bb Barack Obama war der erste Smartphone-Pr\u00e4sident, Donald Trump der erste Twitter-Pr\u00e4sident, Joe Biden der letzte klassische Pr\u00e4sident. Seit dem 5. November 2024 sind wir nicht mehr bei den Medienpr\u00e4sidenten, sondern im neuen \u00abZeitalter digitaler Reproduktion\u00bb angekommen. Dieses kombiniert Codes und \u00abreal world\u00bb in Echtzeit. Donald Trump bespielte im Wahlkampf alle codierten Medien und kombinierte sie mit realen Auftritten: Podcasts, soziale Netzwerke, Youtube, Tiktok, ein bisserl Facebook, viel Truth Social, noch mehr X\/Twitter, ab und an Fox. Gleichzeitig tourten er und sein designierter Vize J.D. Vance durchs Land wie Rockstars. Diese Kombi, \u00abcodes and reality\u00bb, brachte den Erdrutschsieg. Kamala Harris verf\u00fcgte zwar \u00fcber ein f\u00fcnffaches Budget, unglaubliche 1&nbsp;Milliarde Dollar, doch die Wahlen verlor sie haushoch, und das Wahlkampfteam schreibt bis zum Redaktionsschluss rote Zahlen. Wo sind denn diese Millionen hingeflossen? Das Team Harris, von den Obamas installiert \u2013 die Wahlkampfleiterin, die Pollster, die Social-Media-F\u00fctterer sind seit 2008 f\u00fcr die Demokratische Partei engagiert \u2013, hat auf klassische Medien gesetzt. Und zwar fast vollst\u00e4ndig. Kein Wunder, berichteten die Fernsehsender alle so wohlwollend \u00fcber Kamala Harris! Sie machten mit der Kandidatin der Demokraten ein Verm\u00f6gen. Das letzte wohl in einem US-Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Harris-Team soll sogar einige Interviews gekauft haben. Dokumentiert sind Spenden an Oprahs Produktionsfirma \u2013 die wird es ja auch n\u00f6tig haben \u2013 und an \u00abCall Her Daddy\u00bb. Letzteres ist ein Sex-Podcast, dem Kamala Harris die Zusage gegeben hat, weil sie nicht zum bekanntesten Podcaster, Joe Rogan, einem Neurechten mit linker Vergangenheit, wollte. W\u00e4hrend Joe Rogan mit Donald Trump \u00fcber 30 Millionen Zuh\u00f6rende erreichte, plauderte Kamala Harris im Sex-Podcast \u2013 wirklich, echt jetzt? \u2013 \u00fcbers \u00abFrausein\u00bb und andere Beschwerden. Sie erreichte damit eine sich selbst v\u00f6llig \u00fcbersch\u00e4tzende Female Community mit den \u00fcblichen Frauenthemen, die ganz normale Frauen echt beleidigen. Meinen die Pop-up-Girls jungen und mittleren Alters echt, dass \u00abAbtreibung\u00bb das einzig wichtige Thema von Frauen ist? Was ist mit Lohngleichheit und Karriereposten? Wo blieb die Diskussion um strukturelle Gewalt? Und \u00fcberhaupt: Weshalb war die Gender-Apartheid im Iran, in Afghanistan, in Saudi-Arabien bspw. kein Thema? Was sollen die Attacken junger, postkolonial indoktrinierter Frauen bspw. auf die b\u00fcrgerlichen Sufragetten? Ohne diese Heldinnen der Geschichte k\u00f6nnten die gestylten Influencerinnen von heute immer noch nicht studieren, ein eigenes Konto f\u00fchren, arbeiten und das Geld davon auch behalten! Punkto Frauen haben die meisten Frauen leider immer noch keine Ahnung \u2013 and it shows. Die ganze Unterhaltung war oberpeinlich. Wo blieb die substanzielle Diskussion dar\u00fcber, dass Frauen auch im Westen wenig medienpr\u00e4sent sind, ausser sie bedienen \u00abBody-Politics\u00bb \u2013 Stichwort Kim Karda-shian? Weshalb sind die \u00c4rmsten der Armen alleinerziehende M\u00fctter? Weshalb ist der Finanzsektor immer noch ein Boys\u2019 Club mit alltagspornografischer Gespr\u00e4chskultur? Wo bleiben all die \u00abself-made female millionaires\u00bb? Was in aller Welt ist eigentlich im Macho-Silicon-Valley los? Fragen \u00fcber Fragen, keine gestellt, keine thematisiert. Das Gespr\u00e4ch von Harris bei \u00abCall Her Daddy\u00bb \u2013 allein der Titel dieses Podcasts ist frauenbeleidigend \u2013 gab auch den hinterletzten Frauen das Gef\u00fchl: Kamala Harris hat keine Politik, sie kann nichts anderes als Kamala Harris. Welch Schande f\u00fcr die Frauen! Denn wie schon bei Hillary Clinton, auch eine fehlplatzierte Kandidatin, werden amerikanische M\u00f6chtegern-Pr\u00e4sidentinnen von der Presse hochgejubelt, um dann umso tiefer zu fallen. Und zwar so, dass sich die M\u00e4nner ziemlich primitiv gegenseitig auf die Schenkel klopfen k\u00f6nnen. Oder wird von Frauen einfach mehr erwartet als von M\u00e4nnern? Mit Blick auf den Erfolg von \u00abCall Her Daddy\u00bb in den USA m\u00f6chte ich dies zwar vehement verneinen, trotzdem: Daran ist etwas. Vor allem in Amerika. Denn wenn Amis die Wahl zwischen einer Frau und einem Clown haben, dann gewinnt immer der&nbsp;Clown.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die krachende Niederlage von Kamala Harris muss dennoch Weckruf bleiben. Frauen haben f\u00fcr die wichtigsten \u00c4mter dieser Welt nur dann eine Chance, wenn sie tats\u00e4chlich ebenso qualifiziert sind wie ihr m\u00e4nnlicher Konkurrent. Nun werden die meisten einwerfen, Kamala Harris sei ja wohl tausendmal besser qualifiziert gewesen als der orange Clown und Reality-TV-Star Trump. Nun, so einfach sollten wir es uns nicht machen. Donald Trump hat an einer besseren Uni studiert als Kamala Harris. Donald Trump hat mehr Exekutiverfahrung als Harris. Donald Trump wurde in mehreren Wahlverfahren gew\u00e4hlt, Harris immer zuerst ernannt und dann einfach best\u00e4tigt. Donald Trump war in diesem Wahljahr \u00fcberall pr\u00e4sent, Harris versteckte sich in Elitezirkeln. Es kommt noch eines hinzu: Frauen in den USA sind einer derart starken Pornografisierung des Alltags durch Sprache, Memes und Kultur ausgesetzt, dass sie sich dieser Dominanz meist unterwerfen: in Gestus, Frisur, Figur, Kleidung und Stimme. Tja. Harris war definitiv keine gute Kandidatin, andererseits zeigt ihr Beispiel wieder: Auf eine US-Pr\u00e4sidentin m\u00fcssen wir wohl noch Jahrzehnte warten. Am ehesten wird das Rennen wohl eine Transfrau machen \u2013 was eigentlich alles sagen w\u00fcrde \u00fcber den Zustand der Gleichstellungspolitik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was lief denn so schief?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl mit Kamala Harris die erste schwarze Frau f\u00fcr das h\u00f6chste Amt in den Vereinigten Staaten kandidierte, waren \u00abFrauen als Frauen\u00bb kein Thema. Ging es um Sex, Verh\u00fctung, Familie und Karriere, benutzte die demokratische Wahlmaschine das Gender-Speak einer Minderheit. Dieses Neusprech m\u00f6gen die meisten Unter- und Mittelschichtsamis nicht. Latinx? Eine abstruse Fehlkonstruktion extrem linkstotalit\u00e4rer Sprachfetischisten. Der Begriff hatte in den Wahlen keine Chance. Frauen w\u00e4hlten Kamala Harris nicht \u2013 daran gibt es nichts zu r\u00fctteln. Frauen w\u00e4hlten Kamal Harris nicht nicht, weil sie eine Frau war \u2013 das haben sicherlich viele M\u00e4nner getan \u2013, sondern weil Harris keine Themen ausser \u00abAbtreibung\u00bb bewarb. Die erste Euphorie f\u00fcr Kamala Harris als erste nicht weisse weibliche Pr\u00e4sidentschaftskandidatur legte sich dann nach den ersten Wochen auch sofort. Vor allem auch deshalb, weil Kamala Harris kaum \u00f6ffentliche Auftritte pflegte und wenn, diese dann in peinlichen Wortsalat-Antworten, Nervosit\u00e4t und Inkompetenz endeten. Harris war st\u00e4ndig \u00fcberfordert, und das k\u00f6nnte, unbekannt in der \u00d6ffentlichkeit, damit zu tun haben, dass Joe Biden Kamala Harris hinter ihrem R\u00fccken enorm schadete. Erinnern Sie sich an die M\u00fcll-Geschichte? Richtig. Da beschimpfte Biden Trumps W\u00e4hler als \u00abM\u00fcll\u00bb. Sp\u00e4ter wurde dieser Ausspruch mit \u00abKlammern\u00bb korrigiert, doch bis dahin war Trump schon als M\u00fcllmann verkleidet bei den M\u00fcllm\u00e4nnern auf der Strasse. Zudem wirkte noch ein anderer Faktor zuungunsten von Kamala Harris:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Joe Biden erz\u00e4hlt man sich, er habe die Kandidatur von Harris bewusst hintertrieben. Biden war bis zum Schluss der \u00dcberzeugung, dass nur er Donald Trump besiegen k\u00f6nne. Nach dem desastr\u00f6sen TV-Duell mit Trump wurde Biden aber von Nancy Pelosi und den Obamas, den f\u00fchrenden Kr\u00e4ften der demokratischen Parteimaschine, gegen seinen Willen zum R\u00fccktritt als Pr\u00e4sidentschaftskandidat gezwungen. Deshalb schw\u00e4rmte Obama nach dem Statement von Joe Biden auf X&nbsp;sofort vom \u00abkommenden Parteitag als Chance eines Neubeginns\u00bb. Doch Barack Obama hatte die Rechnung ohne den alten Haudegen Biden gemacht. Denn dieser verk\u00fcndete zur grossen \u00dcberraschung aller, dass seine Delegiertenstimmen direkt an seine herausragende Vizepr\u00e4sidentin Kamala Harris gehen w\u00fcrden. Pelosi und den Obamas blieb gar nichts anderes \u00fcbrig, als die Kr\u00f6te zu schlucken und schnell auf heile demokratische Welt zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So war das Desaster vorprogrammiert, und siehe da: Die lauten Querelen innerhalb der Partei der Demokraten nach dem Erdrutschsieg von Donald Trump scheinen diese These zu st\u00fctzen. Statt in den Spiegel zu schauen, beschimpfen sich nun die Demokratinnen und Demokraten gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kamala Harris\u2019 Kandidatur k\u00f6nnte also von Beginn weg die Chronik eines angek\u00fcndigten Versagens gewesen&nbsp;sein.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck zu den Frauen, denn die entschieden \u00fcber die US-Elections 2024. Die weiblichen Normies \u2013 normale, nicht genderbewegte Frauen \u2013 verweigerten sich dem politmechanischen Kalk\u00fcl der Obamas vollst\u00e4ndig. Dieses lautete: Frauen w\u00e4hlen immer Frauen \u2013 Bullshit. Frauen und M\u00e4nner w\u00e4hlen generell weniger Frauen, doch wer will schon die Wahrheit, wenn die Ideologie besser klingt? Die Mehrheit der amerikanischen Frauen w\u00e4hlte nicht die \u00abDea ex Machina\u00bb-Kandidatin von der Parteielite Gnaden, sondern sie w\u00e4hlten Themen: Inflation, Migration und Anti-Woke und somit das Programm von Donald Trump. Dieser, clever wie eh und je, erfand die Welt nicht neu, sondern bediente sich bei seinen Slogans gewissenlos am alten Programm der Partei der Demokraten der USA. Deshalb widersetzte sich Trump so vehement einem ungez\u00fcgelten Freihandel \u2013 f\u00fcr ihn waren die Arbeiter wichtig. Auch direkt aus den Wahlprogrammen der ehemaligen Demokraten stammt Trumps Analyse der \u00abKriegsm\u00fcdigkeit der Amerikanerinnen und Amerikaner\u00bb. Trump klang zwischendurch wie ein Antikriegshippie, wenn er \u00fcber die Kriege der Welt sprach. Trump setzte sich f\u00fcr Schutzz\u00f6lle, gegen die Migration in die Unterschichten, f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Kriminalit\u00e4t und f\u00fcr den klassischen Wohlstand aufgrund von Leistung ein. Alles Themen, die ehemals die Demokraten bewirtschafteten. Trump konnte auch extrem leicht den Kulturkampf innerhalb der Linken zu seinen Gunsten verkehren. Das Motto Trumps war immer: gegen die Funktion\u00e4re, f\u00fcr die Basis. \u00dcber zwei Drittel der Gewerkschaftsangeh\u00f6rigen sollen laut Exit-Polls f\u00fcr Trump und nicht f\u00fcr Kamala Harris gestimmt haben. Ein schon fast erdr\u00fcckender Anteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dennoch schreien Medien, Wissenschaft und demokratische Partei immer noch \u00abFaschismus\u00bb. Die Weigerung der Liberalen, Linken und Progressiven, in den absurden Spiegel von \u00abgutem Krieg\u00bb (Ukraine), \u00abschlechtem Krieg\u00bb (gegen Israel), von Sprech- und Denkgeboten bei gleichzeitiger Bevormundung von Nichtintellektuellen oder Andersdenkenden zu schauen, ist grotesk. Und an die Adresse der Linken gewandt habe ich schlechte Nachrichten: Der Erdrutschsieg von Donald Trump war kein \u00abfaschistischer Feldzug\u00bb, sondern ein gelungener Wahlkampfmix von Themen, die Instrumentalisierung von Codes und die gleichzeitige Pr\u00e4senz mit Tausenden von Menschen. Title 9&nbsp;war innenpolitisch ein wirklich wichtiges Thema. Die Biden-Harris-Administration hat damit, grad zu Beginn ihrer Amtszeit, Transm\u00e4dchen und Transfrauen im Frauensport zugelassen. Tausende von Podcasts, Tiktok-Beitr\u00e4gen und Diskussionen innerhalb der Frauengruppen berichteten daraufhin von der Gefahr f\u00fcr M\u00e4dchen im Schulsport und vom \u00abDiebstahl\u00bb unz\u00e4hliger Medaillen durch Transfrauen. W\u00e4hrend die \u00abNY Times\u00bb, MSNBC und CNN die Olympiade in Paris als gelungenes Fest feierten, inklusive Bejubeln der Boxerin aus Algerien, die sehr eindr\u00fccklich und mit h\u00f6chster Brutalit\u00e4t ihre Konkurrentinnen wegboxte, liefen die sozialen Medien heiss. Die \u00abLegacy-Media\u00bb beschimpfte alle Kritikerinnen von Transen im Frauensport als \u00abFaschistinnen\u00bb, \u00abTerfs\u00bb und als \u00abRepublikanerinnen\u00bb. Diese Medien ahnten nicht, dass sie damit allen Frauen schaden. So w\u00e4hlten denn am 5. November 2024 die Frauen auch nicht wie \u00fcblich die Demokratische Partei, sondern Donald Trump! Ausgerechnet! Wechselw\u00e4hlende, so die Exit-Polls, wurden nicht durch Inflation und Migration, sondern durch Kulturthemen \u00fcberproportional mobilisiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Medien, Wissenschaft und Kultur scheren sich jedoch nicht um Realit\u00e4t, sondern beharren auf ihrem hegelianischen Weltbild: Driften Theorie und Realit\u00e4t auseinander, umso bedauerlicher f\u00fcr die Realit\u00e4t. Deshalb verstehen auch europ\u00e4ische Medien den Aufstieg von Georgia Meloni und Marine Le Pen nicht. Es waren die Frauen als W\u00e4hlerinnen, die ihre \u00fcblichen Parteien \u2013 Gr\u00fcne, Linke, Liberale \u2013 abw\u00e4hlten. Statt sich mit den Frauen auseinanderzusetzen, poltern indessen alle Medien und Experten \u00fcber den in ihren Augen angeborenen US-amerikanischen Rassismus und Sexismus. Schon 2022 entwickelte ich in \u00abDie Podcastin\u00bb die Theorie des \u00abNationalfeminismus\u00bb, damals f\u00fcr die \u00abNeue Z\u00fcrcher Zeitung\u00bb. Dies auf die emp\u00f6rte Frage des Journalisten, weshalb denn Frauen \u00abimmer\u00bb gegen ihre eigenen Interessen w\u00e4hlen w\u00fcrden. Well: Frauen w\u00e4hlen nicht gegen ihre eigenen Interessen, weil \u00abeigene Interessen\u00bb vielf\u00e4ltiger sind als die Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit. Und wie gesagt: M\u00e4nner und Frauen w\u00e4hlen einfach immer weniger Frauen. Georgia Meloni, Marine Le Pen, Geert Wilders \u2013 sie alle werden, wie Donald Trump, in einer Mehrheit von Frauen (und M\u00e4nnern) gew\u00e4hlt. Vielleicht ist es nicht einmal ein \u00abdaf\u00fcr w\u00e4hlen\u00bb, sondern eher ein \u00abdagegen\u00bb: gegen Parteien, die Frauen in den letzten Jahren so explizit betrogen (\u00abes gibt keine Frauen\u00bb), ausgebeutet (\u00abSexarbeit und Leihmutterschaft sind ganz normale Jobs\u00bb) und beschimpft (Terfs, Nazi, Faschistin)&nbsp;haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahlen in den USA zeigen: Frauen spielen in den westlichen Demokratien eine so viel wichtigere Rolle, als dies der Mainstream erkennt. Dabei w\u00e4re es h\u00f6chste Zeit, mal bei den Frauen nachzufragen, weshalb sie wann wen wie w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bari Weiss, die Gr\u00fcnderin der Free Press, hat es in ihrem TED-Talk erst k\u00fcrzlich so formuliert: Sie sei, als sie zum letzten Mal genau hingeguckt habe, eine Feministin, eine klassische Dem-W\u00e4hlerin, eine Bef\u00fcrworterin der \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb, f\u00fcr die Entkriminalisierung von Drogen und f\u00fcr eine allgemeine Gesundheitsversicherung gewesen. All dies sei ihr immer noch wichtig, doch f\u00fcr die demokratische Partei, f\u00fcr eine linke Bubble und in den \u00abLegacy-Media\u00bb gelte sie trotzdem als Rechtsextreme, weshalb? Weil Bari Weiss Frauen nicht als Sprechakte sieht, den Islam als Todfeind f\u00fcr die Demokratie benennt und nicht etwa Israel und die Pronomen ihres Gegen\u00fcbers nicht wichtiger findet als dessen Aussagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kurz:<\/strong>&nbsp;Anfang November 2024 haben entgegen dem Geschrei in Medien, Kultur und an den Universit\u00e4ten die Normies gewonnen. Sie werden zwar als Faschisten beschimpft, doch wenn alle wie Hitler sind, spielt es ja auch keine Rolle mehr,&nbsp;oder?&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Medien haben sich geirrt. Wieder einmal. Nicht weil Donald Trump ein Genie w\u00e4re, sondern weil die Wirklichkeit hartn\u00e4ckiger ist als Narrative. 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