{"id":11712,"date":"2026-04-07T18:07:40","date_gmt":"2026-04-07T16:07:40","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11712"},"modified":"2026-04-07T18:07:41","modified_gmt":"2026-04-07T16:07:41","slug":"jurist-emrah-erken-und-historikerin-regula-staempfli-ueber-die-oeffentlich-rechtlichen-medien-am-beispiel-der-srg-und-der-abstimmung-vom-8-maerz-2026-es-geht-um-die-liebe-zum-oeffentlichen-rundfunk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11712","title":{"rendered":"Jurist Emrah Erken und Historikerin Regula St\u00e4mpfli \u00fcber die \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien am Beispiel der SRG und der Abstimmung vom 8. M\u00e4rz 2026. Es geht um die Liebe zum \u00f6ffentlichen Rundfunk und der grossen Sorge um seine Zukunft."},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hier direkt zur Audiofile des Gespr\u00e4ches, das nach dem 8. M\u00e4rz via Zoom stattgefunden hat. <\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/schlagende-zeilen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"199\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/schlagende-zeilen-1024x199.png\" alt=\"Emrah Erken und Regula St\u00e4mpfli im Gespr\u00e4ch. 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M\u00e4erz 2026<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Emrah_Regula.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Jurist Emrah Erken und Politphilosophin Regula St\u00e4mpfli im Gespr\u00e4ch \u00fcber die SRG und die Abstimmung vom 8. M\u00e4rz 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Abstimmung vom 8. M\u00e4rz 2026 \u00fcber die Zukunft der SRG war mehr als eine medienpolitische Entscheidung. Sie war auch ein Signal der Bev\u00f6lkerung: Der \u00f6ffentliche Rundfunk soll bleiben. Und zwar deutlich. Die Initiative wurde mit grossem Mehr verworfen \u2013 sehr zur Freude vieler internationaler Beobachter, etwa bei ARD, ZDF oder ORF, die das Resultat als klares Bekenntnis zur \u00f6ffentlich-rechtlichen Medienordnung interpretierten. Auch wir, Jurist Emrah Erken und Politphilosophin Regula St\u00e4mpfli, geh\u00f6ren zu jenen, die sich klar zum \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk bekennen. <strong>Nicht aus Nostalgie, sondern aus demokratischer \u00dcberzeugung. Eine Demokratie braucht Institutionen, die nicht allein von Marktlogiken, Klickzahlen oder Plattformalgorithmen gesteuert werden. Sie braucht Medien, die Wirklichkeit abbilden, einordnen und Verantwortung \u00fcbernehmen. Gerade deshalb erf\u00fcllt uns die aktuelle Entwicklung mit Sorge. <\/strong>Denn parallel zu diesem klaren Volksentscheid beobachten wir eine zunehmende <strong>ideologische Verengung in Teilen des \u00f6ffentlich-rechtlichen Diskurses. Polarisierung, wie wir sie aus den sozialen Medien kennen, scheint zunehmend auch die klassischen Institutionen zu erfassen.<\/strong> Die St\u00e4rke des \u00f6ffentlichen Rundfunks war jedoch immer seine F\u00e4higkeit zur Differenzierung, zur Ambivalenz und zur Darstellung widerspr\u00fcchlicher Perspektiven. Diese St\u00e4rke droht verloren zu gehen. <strong>Im Vorfeld der Abstimmung haben wir uns deshalb bewusst f\u00fcr eine kritische Diskussion eingesetzt \u2013 nicht gegen die SRG, sondern f\u00fcr sie. Kritik am \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk darf nicht automatisch als Angriff verstanden werden. Im Gegenteil: Gerade wer diese Institution erhalten will, muss Fehlentwicklungen benennen d\u00fcrfen. Besonders deutlich zeigen sich diese Spannungen in der Berichterstattung zu hoch emotionalisierten Themenfeldern wie dem Nahostkonflikt oder aktuellen identit\u00e4tspolitischen Debatten.<\/strong> Hier versagt die SRG erschreckend: Antisemitische Narrative paaren sich mit Klimaaktivismus und einer ideologischen Hetzkampagne gegen j\u00fcdische Institutionen, K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, gegen das Existenzrecht Israels. Gleichzeitig werden Sprechaktpolitiken der Transaktivisten ohne Gegenpositionen mit einer Gewalt gegen die klassischen Feministinnen gepuscht, die eine unschweizerische Cancel-Unkultur hervorgebracht haben. Eine solche Entwicklung widerspricht jedoch dem eigentlichen Auftrag \u00f6ffentlich-rechtlicher Medien: der m\u00f6glichst umfassenden Darstellung gesellschaftlicher Wirklichkeit. <strong>\u00d6ffentlich-rechtlicher Journalismus darf weder Aktivismus noch Gegenaktivismus sein. Er muss Urteilskraft, Qualit\u00e4tsjournalismus und das Schaffen gemeinsamer Wirklichkeiten erm\u00f6glichen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung w\u00e4re es die historische Aufgabe von Institutionen wie der SRG, R\u00e4ume der Differenzierung offen zu halten. Nicht jede gesellschaftliche Kontroverse muss in Freund-Feind-Logiken \u00fcbersetzt werden. <strong>Demokratie lebt gerade davon, dass komplexe Fragen komplex bleiben d\u00fcrfen. Unsere Kritik ist deshalb Ausdruck einer grunds\u00e4tzlichen Loyalit\u00e4t. Wir kritisieren nicht, weil wir den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk ablehnen, sondern weil wir ihn f\u00fcr unverzichtbar halten. Die Alternative w\u00e4re ein vollst\u00e4ndig plattformgetriebener Informationsraum, in dem Aufmerksamkeit wichtiger wird als Einordnung und Emotion wichtiger als Analyse<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SRG steht heute vor einer paradoxen Situation: Sie wurde politisch best\u00e4tigt, muss sich aber gleichzeitig journalistisch neu bew\u00e4hren. <strong>Das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung ist ein Auftrag, kein Freipass. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung der kommenden Jahre: den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder st\u00e4rker als Ort der intellektuellen Offenheit zu verstehen \u2013 nicht als Resonanzraum gesellschaftlicher Lager. Denn wenn \u00f6ffentlich-rechtliche Medien ihre besondere Rolle verlieren, verlieren nicht nur sie ihre Legitimation. Die Demokratie verliert einen ihrer wichtigsten Orte der gemeinsamen Wirklichkeit<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier direkt zur Audiofile des Gespr\u00e4ches, das nach dem 8. M\u00e4rz via Zoom stattgefunden hat. Jurist Emrah Erken und Politphilosophin Regula St\u00e4mpfli im Gespr\u00e4ch \u00fcber die SRG und die Abstimmung vom 8. M\u00e4rz 2026 Die Abstimmung vom 8. 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