{"id":11600,"date":"2025-12-30T14:33:07","date_gmt":"2025-12-30T12:33:07","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11600"},"modified":"2025-12-30T14:33:09","modified_gmt":"2025-12-30T12:33:09","slug":"kulturessay-im-kulturmagazin-ensuite-von-regula-staempfli-zum-buch-serge-jane-titel-zaertlichkeit-gegen-die-welt-serge-jane-und-die-verlorene-kunst-des-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11600","title":{"rendered":"Kulturessay im Kulturmagazin &#8220;ENSUITE&#8221; von Regula Staempfli zum Buch &#8220;Serge &amp; Jane&#8221;. Titel: &#8220;Z\u00e4rtlichkeit gegen die Welt: \u201eSerge &amp; Jane\u201c und die verlorene Kunst des Liebens.&#8221; copyright laStaempfli. Dezember 2025."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11601\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404-300x225.jpeg 300w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404-768x576.jpeg 768w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404-400x300.jpeg 400w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_9404.jpeg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Z\u00e4rtlichkeit gegen die Welt: \u201eSerge &amp; Jane\u201c und die verlorene Kunst des Liebens.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Serge Gainsbourg (1928-1991), das enfant terrible der franz\u00f6sischen Kultur, und Jane Birkin (1946-2023), die britische Novelle-Vague-G\u00f6ttin, lebten eine Liebe, die in jeder Hinsicht ausserhalb der Norm steht. Die Beiden waren provokant und z\u00e4rtlich, exzessiv und konzentriert, extrem, politisch inkorrekt, \u00e4sthetisch-revolution\u00e4r, doch immer der Gegenwart, Wahrheit und Wirklichkeit verpflichtet. Beide lebten exzessiv Krisen, Eifersucht, Alkohol, doch sie l\u00f6schten sich nie aus, wie so viele bekannte Paare.<\/p>\n\n\n\n<p>Jane Birkin war f\u00fcr mich immer ein Wesen aus einer anderen Welt. &nbsp;Durchscheinend, zart, fast k\u00f6rperlos \u2013 eine Erscheinung, die sich der Schwerkraft widersetzte. Die ikonische Fragilit\u00e4t der 1960er und 1970er Jahre war der Gegenentwurf zu den amazonenhaften, kraftvoll trainierten \u201eIch bin da\u201c-Statement der Frauen der 1990er Jahre. Die Birkin wurde zun\u00e4chst ber\u00fchmt durch ein Lied mit der grossen Liebe ihres Lebens: \u201eJe t\u2019aime \u2026 moi non plus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein verst\u00f6render Song, in einer verst\u00f6renden Beziehung, die nach MeToo schreit. Die Irritation, die der Song mit sich bringt erz\u00e4hlt viel \u00fcber die kulturellen Codes der weiblichen Stimme, \u00fcber die weibliche Lust, und \u00fcber die tiefe Unruhe, die entsteht, wenn m\u00e4nnliche Selbstverst\u00e4ndlichkeiten auf weibliche Freiheiten treffen. Das ist die Reibung, die Jane Birkin und ihre Geschichte mit Serge Gainsbourg bis heute so faszinierend macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Lovestories, die die Welt zum Leuchten bringen, indem sie beide Liebenden verbrennen. \u201eRomeo und Julia\u201c beispielsweise, der Beginn des Mythos der Moderne. Im Absturz entfaltet sich dann die ganze Wucht von Liebe und Lust, zerst\u00f6rerisch, grell, toxisch. Und doch k\u00f6nnen solche Beziehungen von welchem das Buch \u201eSerge &amp; Jane\u201c erz\u00e4hlt, das ich Ihnen hier empfehle, vom Kriegsfeld direkt in die Friedenspolitik f\u00fchren. Jane Birkin pr\u00e4sentierte 2017, ein Vierteljahrhundert nach Serge Gainsbourgs Tod einen Liederzyklus, den sie vor Publikum und mit einer Tournee pr\u00e4sentierte: \u201eBrikin\/Gainsbourg: le symphonique.\u201c Einundzwanzig Lieder von Serge Gainsbourg, arrangiert vom Symphonieorchester, interpretiert mit der f\u00fcr sie so typischen Stimme, von der einundsiebzigj\u00e4hrigen Jane Birkin. Die Welt-Tournee wird zum grossen Erfolg, Jane Birkin: \u201eEs freut mich so sehr, solche Orte zu besuchen und somit Serge ein bisschen das Leben zu verl\u00e4ngern \u2013 es ist wie eine Nachspielzeit im Fussball.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin die ber\u00fchmteste Anti-S\u00e4ngerin der Welt\u201c und doch machte Jane Birkin als S\u00e4ngerin dank Serge Gainsbourg eine Weltkarriere. Er wiederum blieb dank ihr \u00fcber Generationen hinweg erfolgreich und mutierte mit seinen abstehenden Ohren zur Stilikone. Birkins Beziehung zu Serge Gainsbourg, dem ukrainischen Juden, Archetyp des rebellischen Franzosen, war ein Mann, der Menschen mit den aufmerksamen Augen eines Malers betrachtete. Wenn er einer Frau seine ganze Aufmerksamkeit schenkte, war diese meist wehrlos gegen seinen Charme, schreibt \u00c9lisabeth L\u00e9vitsky in ihrer Biographie \u201eLise et Lulu.\u201c Solche M\u00e4nner gibt es kaum noch. Sie schauen zu oft in den Spiegel heutzutage, und nicht in die Welt hinaus. Diese Visagen von Verletzlichkeit gemischt mit einer gewissen Brutalit\u00e4t, die Verk\u00f6rperung der Welt von gestern. Als die Revolution noch m\u00f6glich und nicht kuratiert war und dar\u00fcber hinaus verdammt fashionable aussah. Und, vor ein paar Jahren, mit der \u201eBirkin-Bag\u201c -Vintage in Krokodillederversion f\u00fcr 200.000 bis 300.000 Euro die Auktionsh\u00e4user reich machten. Birkin distanzierte sich aus Tierschutzgr\u00fcnden vehement von diesem Teil ihrer Vergangenheit. Eine kleine Geste, aber eine von grosser Konsequenz in einer Branche, die Tierhaut als Preisaufschlag behandelt. Krokodilledertaschen und -schuhe tr\u00e4gt seit dem Birkin-Protest keiner mehr \u2013 es sei denn Vintage. Der Herm\u00e8s-Bag passte eh nicht wirklich zu dieser Frau, die den Kern ihrer Eleganz aus riesigen Selbstzweifeln sch\u00f6pfte. Der Birkin-Basket, jener geflochtene, leichte Korb, den sie immer wieder trug und der bis heute unter ihrem Namen verkauft wird, passte immer viel besser zu ihr. Jane Birkin, die Engl\u00e4nderin, die in Frankreich zur Ikone der \u201eParisienne\u201c aufstieg, ihren britischen Akzent nie verlor, bewegte sich seit ihrer Jugend intuitiv immer dorthin, wo die Dinge leicht und unaufgeregt trotzdem eine Unanst\u00e4ndigkeit verbreiteten. Die im Auge des meist m\u00e4nnlichen Betrachters lagen. Birkins Jugend, Gainsbourgs Kindheit sind ziemlich kaputt und widerspiegeln die damalige Geschichte. Erstaunlicherweise oder vielleicht gerade wegen den Br\u00fcchen in der Familie, fanden Beide immer den Schutz ihrer Eltern und anderen Verwandten. Die Beziehung von Jane Birkin zu ihrem Bruder tr\u00e4gt dar\u00fcber hinaus verst\u00f6rend inzestu\u00f6se Z\u00fcge, die der Autor des Buches \u201eSerge &amp; Jane\u201c extrem sorgf\u00e4ltig aufbl\u00e4ttert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer codierten Phase, die toxische Paare nahezu kultisch verehrt. Deshalb sind Jane Birkin und Serge Gainsbourg als schwieriges \u201eCoupeling\u201c mit der Ambivalenz einer grossen Liebe Zeichen einer Welt, die wirklich vergangen ist. Ich empfand es deshalb als politischen Akt, heute an Jane Birkin und Serge Gainsbourg mit dem Buch \u201eSerge &amp; Jane\u201c zu erinnern. 2021 herausgekommen, zauberhaft geschrieben, spannend wie ein Thriller konstruiert, von einem \u00f6sterreichischen Autor stammend, der so blass ist wie seine Protagonisten leuchtend, G\u00fcnter Krenn, ist \u201eSerge &amp; Jane\u201c eine Offenbarung. Die Leser und Leserinnen werden in einen Sog von Politik, Kunst und Aktion hineingezogen durch den Liebesakt der Beiden, die zeigen: Wahre Liebe ist so friedlich wie eine Explosion.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist lange her, dass wir von Paaren geredet haben, die sich leidenschaftlich lieben: in aller \u00d6ffentlichkeit. Es gibt sie nicht mehr in unserer codierten Welt \u2013 oder denken Sie bei Taylor Swift und Travis Kelce auch nur eine Sekunde an Leidenschaft? Elizabeth Taylor und Richard Burton, die Callas und der Onassis, Ingrid Bergmann und Roberto Rosselini machten die Welt zu einem Ort der Passion. So wie diese Paare l\u00e4ngst verschwunden sind, fehlen die k\u00fcssenden Menschen in der \u00d6ffentlichkeit. I mean: Porn is everywhere, aber Liebe? Es ist Jahre her, dass ich tief ersch\u00fctternde Abschiedsszenen an Bahnsteigen mit Tr\u00e4nen in den Augen verfolgen konnte oder selber erlebte. Die polyamoren Clubs sind voller einsamer Menschen, die sich genau an Vereinbarungen halten, wenn sie sexuelle Dinge tun, die sich fantastisch Liebende nicht mal vorstellen wollen. Es gibt nur noch Pornobilder oder Schwelle-Groupsex, Swingerclubs, Dark Rooms, die den m\u00e4nnlichen Sexualtrieb zum Mass aller Dinge machen, egal wieviel queer proklamiert wird. Das war ja schon mit Madonna so: Sie kommerzialisierte den Feminismus als Pornveranstaltung und Alle schreien bis heute: \u201eSelbstbestimmt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Liebe? Sehnsucht und Leidenschaft? Der physische Schmerz, wenn der Andere geht? Das Begehren, das ver\u00e4ngstigt, gleichzeitig unfassbar gl\u00fccklich macht? Die Begegnung auf Augenh\u00f6he, weil zwei Menschen wissen, wie dramatisch es ist, das Ego zugunsten unfassbarer Symbiose aufgeben zu m\u00fcssen? H\u00f6re ich die jungen Menschen zu, gibt es davon nichts, nada, niente. Sie verlieben sich noch, das dann schon, immer f\u00fcr kurze Zeit, doch dann werden die dominierenden Gegenwartscodes eingeschaltet: Karriere, Aussehen, Geld. Liebe wird da eine Frage der Organisation. Hand in Hand schlendern nur noch alternde Paare \u2013 die jungen fassen sich in der \u00d6ffentlichkeit weniger an; sie sind zu sehr mit dem Selfie-Schiessen ihres gl\u00fccklichen Paarlebens besch\u00e4ftigt. Schauen Sie sich um. Ich vermisse die zahlreichen Orte voller Menschen, die Liebe und nicht Diskurse ausstrahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eSerge &amp; Jane\u201c vermittelt diese Art von Vergangenheit so subtil, dass es Tage brauchte bis ich \u00fcber die Traurigkeit nicht nur \u00fcber die Geschichte der Beiden, sondern auch die Euphorie, die mich beim Lesen ergriff, hinweg kam. In einer Zeit, in der Zerst\u00f6rung, Sprechakte, Nihilismus, Materie, der Zwang zum Image spektakul\u00e4rer ist als Zuneigung, Leidenschaft, Hass und Liebe vereint, erscheint die gelungene Liebe von Jane Birking und Serge Gainsbourg eigentlich als Skandal. Fehlen uns die Tabus? Die Zwischent\u00f6ne, Zwischenr\u00e4ume, das Dazwischen der Politik statt Polarisierung?<\/p>\n\n\n\n<p>Die europ\u00e4ischen Generationen, die noch Eltern und Grosseltern kannten, die von Flucht, Vertreibung und Aufbruch erz\u00e4hlt haben, in einem Ton, der die Boomer mit einer politischen Sch\u00e4rfe pr\u00e4gte, die den europ\u00e4ischen Wohlstand und Gewaltlosigkeit f\u00f6rderte, sind langsam am Aussterben oder verbl\u00f6den. Gen Z und Millenials sind da v\u00f6llig unbelastet und wohl deshalb w\u00e4hlen sie nun in den westlichen Staaten in den St\u00e4dten Systeme, die ihre Urgrosseltern in den Gulag, in Konzentratsionslager und Foltergef\u00e4ngnisse brachten. Anders als in der Liebe, geht es Codes nicht ums Bewahren, sondern ums Zerschlagen. In Deutschland w\u00e4hlten 2025 die Erstw\u00e4hler und Erstw\u00e4hlerinnen ausnahmslos Extreme: Die \u201eLinke\u201c (Nachfolgerorganisation der SED-Partei, also der DDR) und die AfD.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Obsession mit dem Abgrund als Kulturmerkmal, bringt uns \u00fcberall bezahlbaren Sex und kriminalisierte Leidenschaft, die die Liebe, die immer gratis ist, verunm\u00f6glicht. Denn Gratisliebe ist der Tod jedes Herrschaftssystems.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ging dieses wirklich grosse Buch \u201eJane &amp; Serge\u201c deshalb im digitalen Rauschen verloren, weil nicht Zuneigung zu dem was ist, sondern die Zerst\u00f6rung, auch die Selbstzerst\u00f6rung wichtiger erscheint als die Bewahrung. Liebesgeschichten, die Trennungen transformieren, schaffen gemeinsam etwas Drittes, einen neuen literarischen, musischen und politischen Tonfall: Wie eben Jane Birkin und Serge Gainsbourg. Weibliche Beobachtungen, weibliche Sprache, weibliche Lust pr\u00e4gten auch ein anderes Paar, dessen Ambivalenz heute so unmodern ist: Anais Nin und Henry Miller. Sie haben im \u201eDelta der Venus\u201c die Pornografie als \u00f6konomische Gewalt entlarvt. Aus Geldn\u00f6ten schrieben sie f\u00fcr einen anonymen Bock, Seite f\u00fcr Seite erotische Literatur, er aber schrie immer lauter, er wolle keine Poesie sondern mehr Porn. Die Abrechnung von Nin und Miller an ihren Auftraggeber ist fantastisch; das gr\u00f6sste Pl\u00e4doyer f\u00fcr den Feinstrick erotischen Begehrens gegen die m\u00e4nnlichen perversen Fickfantasien, die alles Menschliche auf technische Banalit\u00e4t reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht wird erst heute sichtbar, was verloren ging. Die Gegenwart wird immer strenger kuratiert \u2013 Frankreich bastelt an einem Registrier-Gentest f\u00fcr Hunde, damit deren Kot auf der Strasse direkt zum Halter f\u00fchrt, mit deftigen Bussen (um nur eines der absurdesten Beispiele zu nennen.) Paris sieht schon jetzt aus wie ein Instagram-Account mit Menschen, die reden als tr\u00fcgen sie Moderationskarten im Stammhirn; der Pr\u00e4sident macht es ja schliesslich vor. Hannah Arendt beschreibt in \u201eElemente und Urspr\u00fcnge totaler Herrschaft\u201c die grosse Einsamkeit in \u201ealle Bereiche kontrollierenden Systemen\u201c; vielleicht lieben die jungen Menschen deshalb die absurdesten Demos. Da sind sie wenigstens unter Gleichgesinnten und schreien kollektiv M\u00f6rderparolen zu Staaten, von denen sie weder Geschichte oder Menschen kennen. Die Paradoxie, einerseits Konflikt zu vermeiden, gleichzeitig online zum Krieg aufzurufen, ist so augenf\u00e4llig. Sie geht Hand in Hand mit einer Heerschar von Akademikern, die Demokratie f\u00fcr ein veraltetes System halten. Die das gleiche Wahlrecht durch ein Lottosystem ersetzen wollen: Bildungsgrad, Alter, Milieu, Einkommen, Herkunft, sexuelle Identit\u00e4t sollen als Kategorien eine neue sch\u00f6ne Welt ordnen. Niemand soll mehr leiden, aber niemand soll jemals wagen zu leben. Die Irren bev\u00f6lkern die Strassen, die Normalen sind in ihren Zimmern eingesperrt. Kein Wunder sehen wir kaum Liebespaare mehr! In dieser Trockenheit wirkt die Liebe von \u201eSerge &amp; Jane\u201c wie eine Erinnerung an etwas, was vergessen gegangen ist; dass grosse Lieben nie steril, korrekt, safe, sondern ambivalent, echt und lebendig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Lekt\u00fcre dieses Buches weiss ich wieder, was fehlt: Wie der Geruchs- und Geschmacksinn, der durch Covid ausgel\u00f6scht wird. Ich besuche junge Menschen, die als globale Elite die Welt wie ein Shoppingcenter online und offline konsumieren. Es gibt klare Verhaltenscodices und hierarchische Kreditpunktsysteme. Z\u00e4rtlichkeit wird dem Moralismus, das Subjekt dem User geopfert. Die \u00d6ffentlichkeit ist eine Plattform, Identit\u00e4t ersetzt handelnde Menschen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb hier mein Pl\u00e4doyer f\u00fcr &nbsp;die Unberechenbarkeit der Liebe, die uns dem Kontrollwahn der codierten Welt entzieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Serge &amp; Jane. Biographie einer Leidenschaft von G\u00fcnter Krenn, Aufbau Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Anais Nin, Das Delta der Venus, erschien 1977 in den USA als Sammelband, wurde 1983 in Deutschland beschlagnahmt und seit 2002 gibt es eine vollst\u00e4ndige deutsche Taschenbuchausgabe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00e4rtlichkeit gegen die Welt: \u201eSerge &amp; Jane\u201c und die verlorene Kunst des Liebens. 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