{"id":11584,"date":"2025-12-29T20:50:34","date_gmt":"2025-12-29T18:50:34","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11584"},"modified":"2025-12-30T08:11:35","modified_gmt":"2025-12-30T06:11:35","slug":"karin-wenger-in-der-nzz-eine-medienkritik-von-dr-phil-regula-staempfli-kreuzfalsche-codierte-narrative-ueber-israel-29-12-2025-journalisten-und-journalistinnen-die-ideologien-bedienen-statt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11584","title":{"rendered":"Karin Wenger in der NZZ: Eine Medienkritik von Dr. phil. Regula Staempfli: Kreuzfalsche codierte Narrative \u00fcber Israel. 29.12.2025. Journalisten und Journalistinnen, die eigene Ideologien statt Berichterstattung liefern."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_8676.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"534\" height=\"640\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_8676.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11586\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_8676.jpg 534w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_8676-250x300.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Bild: Israelische Nationalbibliothek. Fotografiert von laStaempfli am 7.12.2025. Eine Nationalbibliothekt, die \u00fcbrigens neben den israelischen Publikationen \u00fcber verschlungene Wege auch pal\u00e4stinensischen Kulturdokumente speichert. <\/p>\n\n\n\n<p>laStaempflis <strong>Medienkritik an der <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/neue-zurcher-zeitung\/\">NZZ<\/a>, Karin Wengers Artikel: <\/strong> &#8220;Israel l\u00e4uft Gefahr, zum Paria-Staat zu werden. Vielleicht wagt es 2026 aber auch einen Neuanfang. In Diplomatie, Kultur und \u00f6ffentlicher Meinung verliert Israel seit dem Beginn des Gaza-Kriegs an Ansehen. Um nicht langfristig zu einem Paria-Staat zu werden, braucht das Land eine neue F\u00fchrung.&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p>Israel ist laut Wenger also isoliert und selbst daran schuld. Das Land wird in Wengers Text personalisiert, polarisiert und so zusammengefasst, wie dies die NZZ \u00fcber ein anderes Land nie schreiben w\u00fcrde. <br><strong>Die Pr\u00e4misse, Israel sei ein &#8220;Paria-Staat&#8221; hat alles mit der Journalistin, wenig mit der Realit\u00e4t zu tun. <\/strong><br>Die \u201eIsolation\u201c ist keine diplomatische Tatsache, sondern Wengers mediale Konstruktion. Ein codiertes Narrativ einer Kultur- und Medienelite, die Israel als Paria-Staat definiert und die Gefahr des Islamofaschismus nicht nur f\u00fcr Israel, sondern f\u00fcr den Westen insgesamt, aus ideologischen Gr\u00fcnden negiert. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Israel ist nicht isoliert: milit\u00e4risch nicht (enge Kooperation mit USA, Deutschland, Indien), wirtschaftlich nicht (Tech, R\u00fcstung, Forschung), geheimdienstlich nicht (informiert die EU \u00fcber drohende Anschl\u00e4ge), regional nicht (Abraham Accords on the go, stille Kooperation mit arabischen Staaten). Was Karin Wenger beschreibt, ist kein objektiver Zustand, sondern eine westliche Diskursblase, die Boykotte von Kulturinstitutionen und UN-Resolutionen mit geopolitischer Realit\u00e4t verwechselt. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Text verwendet zudem st\u00e4ndig ein Vokabular, das auf nicht-demokratische Staaten angewendet wird: Wenger schwafelt von \u201eautorit\u00e4re Z\u00fcge\u201c, \u201eLoyalisten\u201c,\u201equasi rechtsfreier Raum\u201c<\/strong> &#8211; und sie konzentriert sich auf den demokratisch gew\u00e4hlten Regierungschef <strong>Benjamin Netanjahu<\/strong>, quasi Israel als One-Man-Show. Netanjahu wird mit ISRAEL gleich gesetzt, f\u00fcr alles pers\u00f6nlich verantwortlich gemacht. Kulturelle Boykotte, Trump-Frustrationen, gesellschaftliche Spaltung, alles l\u00e4sst sich in Wengers Diktion und \u00fcbrigens mit klassisch antisemitischen Klischees, auf den j\u00fcdischen Regierungschef zur\u00fcck f\u00fchren. Dies ist so vorhersehbar wie unoriginell. Uns Leserinnen und Leser w\u00fcrde viel mehr interessieren, wie Israel den Krieg, den es gewonnen hat, zu Ende bringen kann, so dass der islamofaschistische Terror nie mehr zur existentiellen Bedrohung von Israel und dem Westen heranwachsen kann. <strong>Der gesamte Text ist moralische Nivellierung, keine <\/strong>Analyse. <\/p>\n\n\n\n<p><br>Die reale Problematik der Siedlergewalt wird zudem <strong>verallgemeinert, entkontextualisiert, nicht unterschieden von staatlicher Politik. Israel wird auf seine radikalsten R\u00e4nder reduziert<\/strong> \u2013 ein klassischer Delegitimierungsmechanismus, den man bei keinem anderen demokratischen Staat in dieser Form anwendet. Oder w\u00fcrde Wenger aus Frankreich auch nur aus der Warte von Marine Le Pen berichten? Der Text erkl\u00e4rt nicht Israels Isolation \u2013 <strong>er produziert sie,<\/strong> indem der Artikel moralische Kategorien und sog. Haltungsjournalismus betreibt. Daf\u00fcr braucht es aber keine Korrespondentin, da reicht locker eine antizionistische Aktivistin mit islamofaschistischen dystopischen Fantasien. Wengers Text ist performativer Journalismus: <strong>Er erzeugt die Realit\u00e4t, die er beklagt. <\/strong>Allein die Frage: &#8220;Was f\u00fcr eine Nation wollen sie sein?\u201c ist paternalistisch und ahistorisch. Israel ist seit 75 Jahren eine Demokratie, unter permanentem globalen Angriff durch die islamofaschistischen Gruppierungen und Staaten, h\u00e4lt sich als Demokratie aber wacker mit einer pluralen, streitbaren \u00d6ffentlichkeit, die wir auch von der Schweiz her kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Text von Karin Wenger erkl\u00e4rt Juden und J\u00fcdinnen, wie diese zu existieren haben. Dies ist kein Journalismus, sondern moralischer Paternalismus, der selbst als Kommentar fehl am Platz w\u00e4re, als Artikel in der NZZ aber wirklich keine Berechtigung hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier der Artikel in der NZZ: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/israel-laeuft-gefahr-zum-paria-staat-zu-werden-vielleicht-wagt-es-2026-aber-auch-einen-neuanfang-ld.1915801\">https:\/\/www.nzz.ch\/international\/israel-laeuft-gefahr-zum-paria-staat-zu-werden-vielleicht-wagt-es-2026-aber-auch-einen-neuanfang-ld.1915801<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild: Israelische Nationalbibliothek. Fotografiert von laStaempfli am 7.12.2025. Eine Nationalbibliothekt, die \u00fcbrigens neben den israelischen Publikationen \u00fcber verschlungene Wege auch pal\u00e4stinensischen Kulturdokumente speichert. laStaempflis Medienkritik an der NZZ, Karin Wengers Artikel: &#8220;Israel l\u00e4uft Gefahr, zum Paria-Staat zu werden. 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