{"id":11539,"date":"2025-12-12T18:29:12","date_gmt":"2025-12-12T16:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11539"},"modified":"2025-12-12T23:27:11","modified_gmt":"2025-12-12T21:27:11","slug":"das-grosse-raunen-wie-die-taz-aus-normaler-politik-eine-juedische-verschwoerung-zimmert-artikel-von-regula-staempfli-publiziert-12-12-2025-copyright-lastaempfli-dieser-text-ist-keine-verteidigu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/regulastaempfli.eu\/?p=11539","title":{"rendered":"&#8220;Das grosse Raunen: Wie die taz aus normaler Politik eine j\u00fcdische Verschw\u00f6rung zimmert. Artikel von Regula Staempfli, publiziert 12.12.2025, copyright laStaempfli. Dieser Text ist keine Verteidigung Israels, sondern eine Analyse deutscher Mediencodes im Umgang mit Israel.&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11540\" srcset=\"https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751-300x225.jpg 300w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751-768x576.jpg 768w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751-400x300.jpg 400w, https:\/\/regulastaempfli.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_7751.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Anflug auf Ben Gourion im Dezember 2025 von Regula St\u00e4mpflis erster Pressereise, die aber nichts mit der Pressereise zu tun hat, die im taz-Artikel beschrieben ist. copyright laStaempfli 2025.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Seit dem 7. Oktober 2025 pflegt auch der deutsche Journalismus eine bedenkliche Vereinfachung h\u00f6chst komplexer geopolitischer Sachlagen. Dabei wird gerne die \u201emoralische Dringlichkeit\u201c, \u00fcber Fakten und Sachwissen gestellt.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hier bringt die Politikwissenschaftlerin &amp; Historikerin Regula St\u00e4mpfli als Beispiel einen Artikel der taz, siehe <a href=\"https:\/\/taz.de\/Lobbyorganisation-Elnet\/!6130001\/\">https:\/\/taz.de\/Lobbyorganisation-Elnet\/!6130001\/<\/a> (Kurzversion hier, die Langversion ist auf <a href=\"http:\/\/www.regulastaempfli.eu\">www.regulastaempfli.eu<\/a> zu finden.) Im Artikel der taz wird aus einer ganz normalen Pressereise eine j\u00fcdische Verschw\u00f6rung konstruiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Es beginnt schon beim Titel: \u201eElnet lobbyiert f\u00fcr die Regierung Netanjahu. \u00dcber hundert deutsche Abgeordnete reisten mit dem Verein, der Kontakt zu Siedlern und Trump-Fans hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Medias in res sind wir mitten im B\u00f6sen: Siedler, Trump und Netanjahu \u2013 fertig ist die deutsche Klischeemaschine gegen Israel schon in der Headline. <strong>Der taz Titel setzt den Ton als Urteil, es ist keine Reportage, keine Recherche, sondern ein Frame, der nur ein Ziel verfolgt: Die Diskreditierung einer ganz normalen Lobbyorganisation und von Israel.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Lobbies gibt es tonnenweise. Deutschland lobbyiert mit seinen Goethe-Instituten in der ganzen Welt f\u00fcr die deutsche Kultur. Damit war Deutschland \u00fcbrigens sehr erfolgreich: Von Xi Jinping weiss man, dass er einer der gr\u00f6\u00dften Goethe-Fans ist, er hat nicht nur alle Werke \u00fcbersetzen lassen, sondern die VR China hat auf Betreiben des kommunistischen Staatenlenkers die einzige Gesamtedition von Goethe in einer nicht-europ\u00e4ischen Sprache produzieren lassen. Alles \u00fcber Goethe ist in China \u00fcbersetzt, digitalisiert, archiviert, selbst der kleinste Fetzen Goethes Italienreise gibt es auf chinesisch. Vom Goethe-Institut als \u201epolitischen Netzwerk\u201c verwoben mit der \u201ekommunistischen F\u00fchrung in China\u201c zu raunen, k\u00e4me aber wohl nicht einmal Donald Trump in den Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei Israel geht es aber immer um andere Ma\u00dfst\u00e4be. Im taz-Artikel gibt es keine Information, sondern Haltungsjournalismus. Mit \u201eTrump-Fans\u201c und \u201eSiedler\u201c wird die gro\u00dfz\u00fcgige, vom israelischen Steuerzahler bezahlten Reise von den f\u00fcr ihren Geiz bekannten deutschen Journalisten (\u201ewas, wir sollen dem Fahrer \u00fcber 30 Euro f\u00fcr 7 Tage Servicefahrten von Hotel zur n\u00e4chsten Destination zahlen?\u201c) als rechtspopulistische Veranstaltung diskreditiert. <\/strong>Dieses Raunen ist im Artikel omnipr\u00e4sent. So wird das Bestreben Israels, nach dem Krieg den deutschen Journalisten wieder das Reiseland im Nahen Osten nahe zu bringen, als rechtsextreme zionistische Meinungsmanipulation von den Journalisten diffamiert. Gleichzeitig wird eine gezielte Einflussnahme auf die deutsche Regierungspolitik fabuliert, weil ja, so der Artikel der taz, Bundeskanzler Merz die deutschen Waffenlieferungen nach Israel gestoppt h\u00e4tte, was Israel im Mark getroffen haben muss \u2013 so der Artikel der taz. <strong>Dass Deutschland wohl eher auf Israel als umgekehrt angewiesen ist, wird im taz Artikel wohlweislich verschwiegen. <\/strong>Ohne technologisches Know How von Israel ist der gesamte Westen gegen\u00fcber den wirklichen Kriegstreibern Russlands, Iran und letztlich auch der Volksrepublik China, v\u00f6llig ausgeliefert. Diese Umkehr von wer braucht wen, ist in einer sog. Reportage schon erstaunlich faktenfrei. Doch die Journalisten \u00fcbersch\u00e4tzen sich gerne. <strong>Wollte Israel die Meinung und \u00d6ffentlichkeit in Deutschland wirklich manipulieren, w\u00e4re es besser aufgestellt, es w\u00fcrde auf Codes, Bots, Desinformation, Auslassungen setzen statt grossz\u00fcgig \u00fcber 150 Deutsche auf israelische Staatskosten zu bewirten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ging es in der Reise um eine Normalisierung nach dem Waffenstillstand \u2013 offensichtlich haben dies die Deutschen Delegierten nicht begriffen. S<strong>o macht die taz aus dem Bestreben, das Land zu bewerben und \u00fcbrigens auch die diversen Reisewarnungen f\u00fcr den wunderbaren Tourismus-Spot Israel aufzuheben, eine ganz \u00fcble Verschw\u00f6rungstheorie<\/strong>. Elnet, so der Artikel, soll, &nbsp;ohne auch nur einen einzigen Beleg zu liefern, auf die deutschen Journalisten Druck ausge\u00fcbt haben, dass \u201eschwerste Kriegsverbrechen\u201c der \u201eisraelischen Armee\u201c sowie die Untergrabung der \u201eNetanjahu-Regierung rechtsstaatlicher Strukturen\u201c hierzulande nicht berichtet werden durften: \u201eIn diese Landschaft f\u00fcgt sich Elnet ein.\u201c Wie bitte? Wann, wo und wie hat Elnet direkt Einfluss auf die deutsche Berichterstattung eingenommen? H\u00f6ren wir Sophie von der Tann auf der ARD oder Elmar Theve\u00dfen im ZDF zu, dann gibt es nur zwei Kriegsverbrecher, die dringend verfolgt werden m\u00fcssten und die verantwortlich seien f\u00fcr das gesamte Elend der Welt: Donald Trump und Bibi Netanjahu. Sophie von der Tann wurde f\u00fcr diese kolossalen Fehleinsch\u00e4tzungen sogar mit einem renommierten Journalismus-Preis ausgezeichnet. W\u00fcrde Elnet wirklich Druck aus\u00fcben, dann h\u00e4tten wir doch v\u00f6llig andere Informationen als dieses st\u00e4ndige Rauschen \u00fcber das \u201eElend von Gaza!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Doch wer will sich schon von Fakten leiten lassen, wenn ein anti-isrealisches Narrativ konstruieren l\u00e4sst!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die taz macht aus den Informationsreisen von Israel, die \u00fcbrigens freiwillig sind, gekauften Journalismus. W\u00fcrde ich Elnet punkto Reisen beraten (ich kenne Elnet nicht und hatte noch nie etwas mit Elnet zu tun), ich w\u00fcrde f\u00fcr die Werbung f\u00fcr das Land nie auf Journalisten, Wissenschaftler oder Kulturschaffende setzen, denn deren postkoloniale Theorien sind so fix, dass sie sich durch nichts beeindrucken lassen. Schon gar nicht durch die Realit\u00e4t! <strong>Die wirklichen Opinionmakers bewegen sich eh ausserhalb des klassischen Journalismus, nur die Politiker und Politikerinnen haben dies nicht gemerkt, deshalb lohnt es sich sehr wohl, mit denen, zwischen Parlamenten und Kommissionen engen Kontakt zwecks gutem Austausch zu pflegen<\/strong>. So wie es die Europ\u00e4ische Union sehr geschickt macht: Jeder Ausschuss, jede Fraktion, jede Abteilung hat unz\u00e4hlige Delegationen in die ganze Welt. Der EU-Parlamentarier g\u00f6nnt sich auf Steuerkosten, neben einem Jahresgehalt von dem 80 Prozent der Deutschen nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen, die genialsten Familienferien \u2013 meist gut getimed mit den diversen Delegationsreisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber schreibt die taz nie, obwohl Nico Semsrott dar\u00fcber sogar ein sehr kritisches Br\u00fcssel-Buch verfasst hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, liebe taz: Es reicht!  Also liebe Kollegen der Delegationsreise, von denen ich einige per Zufall auf meiner kulinarischen Reise getroffen habe: Es reicht! Meinungsbildung durch Metaphern statt Fakten, durch Narrative und deutsche Arroganz (hey Ihr reist grad durch ein h\u00f6chst traumatisiertes Kriegsland, dessen Jugend und Kibbuzim brutalst angegriffen, ermordet und \u00fcber 250 Menschen entf\u00fchrt wurden, wovon wiederum fast 100 ermordet wurden!) ersetzen keine Information, sondern betreiben Manipulation. <strong>Deshalb ist dieser Text ein Paradebeispiel f\u00fcr all die Blindspiralen, die alle Texte \u00fcber Israel pr\u00e4gen: Es geht immer nur um die moralische Selbstentlastung Deutschlands, das zwar offiziell vom Existenzrecht Israels immer wieder schwafelt, dessen Medienakteure aber genau dies quasi als Nebensache behandeln.<\/strong> Israel ist f\u00fcr viele Deutsche, die Medien, Kultur und Universit\u00e4ten moralische Projektionsfl\u00e4che und nichts anderes. Die taz und mit ihr wohl auch die Delegation der deutschen Influencer, die sich \u00fcber das Verhalten der israelischen Akteure aufgeregt haben, s<strong>ehen Israel quasi als p\u00e4dagogischen Fall, der behandelt werden muss und zwar im Sinne postkolonialer Therapie als Selbstaufl\u00f6sung. Dass sich Israel nicht nur weigert, sich therapieren zu lassen, sondern aktiv auf wehrhaft auf Selbstbestimmung, Verteidigung und Unabh\u00e4ngigkeit pocht, daran werden sich die Deutschen wohl nie mehr gew\u00f6hnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der taz Artikel hat \u00fcber all dem Raunen n\u00e4mlich etwas \u00fcberhaupt nicht realisiert: Der 7. Oktober 2023 hat nicht nur den globalen Antisemitismus forciert, er hat Israel zu einem ganz anderen Land gemacht. Und wie dieses aussieht, das w\u00e4re doch spannender zu erfahren als all das antisemitische Geraune, das diesem Artikel in der taz anh\u00e4ngt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anflug auf Ben Gourion im Dezember 2025 von Regula St\u00e4mpflis erster Pressereise, die aber nichts mit der Pressereise zu tun hat, die im taz-Artikel beschrieben ist. copyright laStaempfli 2025. Seit dem 7. 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