Clubhouse: Unter der Leitung von René Spitz treffen sich Erik Spiekermann, Birgitta Homburger, Sascha Swiercz und Regula Stämpfli zum „Design der Woche“. Diesmal #2

Clubhouse: Unter der Leitung von René Spitz treffen sich Erik Spiekermann, Birgitta Homburger, Sascha Swiercz und Regula Stämpfli zum „Design der Woche“. Diesmal #2 zu folgenden Themen: Shoa: Die Gestaltung der Gedanktage zu Auschwitz in den sozialen Medien; WEF: Digital gestaltet in die Unsichtbarkeit verschoben? ;Joe Bidens erste Design-Entscheidung zum Entwurf der neuen Dollarnote

FILE PHOTO: Capitol Hill staff member places signs before a news conference by House Majority Leader Steny Hoyer (D-MD) on Treasury Secretary Steve Mnuchin's decision to indefinitely delay putting famous abolitionist Harriet Tubman on the new $20 bill, on the steps of the Treasury Department in Washington, U.S., June 27, 2019. REUTERS/Yuri Gripas/File Photo

FILE PHOTO: Capitol Hill staff member places signs before a news conference by House Majority Leader Steny Hoyer (D-MD) on Treasury Secretary Steve Mnuchin’s decision to indefinitely delay putting famous abolitionist Harriet Tubman on the new $20 bill, on the steps of the Treasury Department in Washington, U.S., June 27, 2019. REUTERS/Yuri Gripas/File Photo

Die Diskussion war höchst spannend mit vielen Zuhörenden: Einigkeit bestand in der grundsätzlichen Hässlichkeit der US-$ Noten, Freude darüber, endlich Harriet Tubman(1822-1913) statt einem Sklavenhalter sichtbar gemacht zu haben. Literatur dazu: Underground Railroad by Colson Whitehead. Geld als Design und Politik führte zur nachhaltigen Diskussion über verschiedene Entwürfe im digitalen und analogen Raum; die Frage nach Bargeld ja oder nein blieb unentschieden. Zum WEF war das Fazit: Das einzig Positive an der Pandemie. Der Club der Milliardäre, die von trumpistischen Medien hoffiert werden, ist unsichtbar und irrelevant geworden. Das WEF braucht kein Mensch mehr, zumal die weiblichen: Es war eine reine Männerselbstbeweihräucherungsveranstaltung. Designmässig ist klar: Digital als Event stellt extrem viele Gestaltungsaufgaben.Les lieu de mémoires: Ihr hättet alle dabei sein müssen. Eine berührend klare Diskussion und der Verweis auf Individualität sowie den grossen Twitteraccount von @AuschwitzMuseumBildschirmfoto 2021-02-02 um 13.43.49

 

Regula Stämpfli über Mythos „Maskulines Gewalt-Genie“ in der „Die Weltwoche“ vom 28. Jänner 2021

Regula Stämpfli über Mythos „Maskulines Gewalt-Genie“ in der „Die Weltwoche“ vom 28. Jänner 2021, Die Weltwoche 2021/3. 

Mit 3500 Zeichen auf fast 42.000 Zeichen zur Hymne: „Mozart des Wahnsinns, Phil Spector zu reagieren, ist zwar eine Challenge, aber für eine Frau wie mich kein Thema. Auf Twitter nannte ich den Weltwoche-Artikel eine „Lobeshudelei zum Frauenmörder“, die zeige, „wie Femizid in der Kultur durchaus ein Karriereschmiermittel“ sein kann. Es ist dem Qualitätsjournalismus der „Die Weltwoche“ hoch anzurechnen, mich sofort zur Ausführung dieser Kritik einzuladen. Der TagesAnzeiger, dem ich in einem Tweet am selben Wochenende zu einem völlig verfehlten Frauenstimmrechtsartikel viel sanfter auf die Tastatur klopfte, reagierte extrem: Der verantwortliche Redakteur beschimpfte mich über Stunden; ich blieb sachlich, insistierte und wurde blockiert. Solche Episoden pflege ich mit äusserster Coolheit unter der Rubrik: „Was kümmert es die Elefantin, wenn Ameisen sie anpissen“ abzulegen.1934 agnes miller parker

Phil Spector hingegen ist eine andere Währung. Ich habe in den letzten fünf Jahren viel über die Gewalt gelernt und geschrieben. Vergewaltigung beispielsweise sollte nicht als Sexthema, sondern, wie das Wort eigentlich besagt, unter Gewalt besprochen werden. Dies würde den betroffenen Menschen helfen, Überfälle und Folter dieser Art ganz anders zu verarbeiten und zu erzählen. In meinem wöchentlichen Gespräch mit der sehr klugen und erfolgreichen Krimiautorin Isabel Rohner in: „Die Podcastin“ habe ich gelernt, gängigen Narrativen zu misstrauen. Das Frauenstimmrecht ist so ein verfehltes Storytelling. Wenn Frauen jahrhundertelang und bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts keinen Anspruch auf Teilhabe in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur haben, ist dies keine Nebensächlichkeit, sondern unfassbare Gewalt. Wir erzählen das Apartheidsrégime in Südafrika ja auch nicht mit verniedlichenden Bildern wie: „Die schwarzen Menschen wurden halt auf die Wartebank verwiesen“; „Die Schwarzen waren nicht wehrpflichtig“ oder „Das Wahlrecht der Schwarzen musste von einer Mehrheit der Weissen gutgeheissen werden, das kann halt dauern“, erzählt.

Sportliche Damen um die Jahrhundertwende.

#DiePodcastin redet über Geld: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über “a room and money of her own”

#DiePodcastin redet über Geld: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über “a room and money of her own”
 
Isabel Rohner beginnt mit dem bedeutungsvollsten von vielen brennend schönen Zitaten: Diesmal von Viriginia Woolf. Der feministische Wochenrückblick bringt der Podcastin Freude über die Diversity am Inauguration Day und einen Riesenärger über die Männerhymnen zu einen Frauenmörder (he shall NOT be named here). Hierzu den Twitteraccount von @beritmiriam (Berit Glanz) & Blog 54books.de
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Doch dann: Money, money. Laut neuerer Studien überlassen immer noch sieben von zehn Frauen in Beziehungen (hetero oder lesbisch) die Finanzentscheidungen den Männern oder der reicheren Partnerin. Vier von zehn Frauen sagen, sie redeten lieber über den Tod als über Geld. Reden Freundinnen über Geld? “Frauen haben kein Geld, deshalb ist die Welt teils so beschissen wie sie ist. Wären die Lehman Brothers Sisters gewesen; die Welt sähe heute mit Bestimmtheit anders aus” konstatiert laStaempfli nüchtern. Sie fährt mit einer regelrechten Frauenschelte fort: Frauen geben ihr Geld nicht für vermehrbares Vermögen aus, sondern behalten es auf einer Bank. “Auf einer Bank!” schreit laStaempfli förmlich. Dabei gilt schon ab ein paar hundert Euro: Kunst, Aktien und Immobilien kaufen. Die Notwendigkeit zwar decken, um die Freiheit immer leben zu können, doch sobald etwas Zusatzgeld da ist: Zum Fenster rausschmeissen (also in Kunst, Aktien und Immobilien), dann kommt es durch die Türe zurück. Die Rohnerin wendet sehr klug ein, dass Frauen und Geld eine schwierige Beziehung sind, weil Frauen vom Erbe jahrhundertelang ausgeschlossen waren; weil Frauen kein eigenes Vermögen besitzen durften; weil Frauen kein Erbe weiterreichen konnten; weil Frauen von Berufen, Bankkonten und Rechten ausgeschlossen waren, etc.
 
Einmal mehr realisieren Isabel Rohner und Regula Stämpfli, dass die Frauendiskriminierung nicht einfach eine Nebensache der Geschichte der Ökonomie ist, sondern Kern- und Angelpunkt der Situation, dass Frauen auch heute noch jährlich in der Schweiz um 100 Milliarden betrogen werden. Allein die Lohnunterschiede, die immer so als marginal dargestellt werden, machen Milliarden Frauenverluste aus, von den unbezahlten Care-Arbeitsstunden, die Mascha Madörin und Zita Küng so genial berechnen und aufzeigen, ganz zu schweigen. Und ja: Frauen, fordert endlich bezahlte Care-Arbeit in Euren PartnerInnenschaften.
 
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Die Folge ist ein einziges Aha-Erlebnis mit viel guten Tipps für Geldanlagen für Frauen und der Geschichte von Frauen mit, auf und über Geld. Es fehlen: Bitcoin, feministische Anlagen, Gold und andere Finanzmechanismen. Im Zentrum stehen für einmal ganz praktisch und schlicht: Frauen und Geld. Literatur: 
 – Die Pandemie als Krise der Frauen von Olivia Kühni siehe https://www.republik.ch/2021/01/18/die-krise-der-frauen
– Feministische Universität zum Thema Geld siehe https://feministische-fakultaet.org/wp-content/uploads/2020/07/fem-Programm-2018-2019.pdf
 – OECD Einstiegsstatistik siehe https://data.oecd.org/earnwage/gender-wage-gap.htm – Wie Frauen um 100 Milliarden betrogen werden, siehe https://www.woz.ch/-9bf6 – Buchtipp: Helma Sick und Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge – warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist (Penguin Verlag): https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Ein-Mann-ist-keine-Altersvorsorge-Warum-finanzielle-Unabhaengigkeit-fuer-Frauen-so-wichtig-ist/Helma-Sick/Penguin/e542123.rhd

laStaempflis Kulturjahr 2020: Die Liebe in Zeiten von Corona in ensuite: Magazin für Kunst & Kultur

Januar by laStaempflis Kulturjahr: Worldly statt Selfie. Entwurf einer digitalen (Frauen)Demokratie für #50JahreFrauenstimmrecht Zum Auftakt des Jahres ein Glücksfall. Isabel Rohner, die fabelhafte Krimiautorin von „Schöner Morden“ und „Taugenixen“ gibt mit der ebenso eindrucksvollen Irène Maria Schäppi, Lifestyle-Chefin von 20 Minuten, das wichtigste Buch für das Jahr 2021 heraus: 50 Jahre Frauenstimmrecht im Limmat-Verlag. Heute ist es schon in der zweiten Auflage und ich hab ja darauf gewettet, dass es #Bestseller2021 wird. Ich bin eine der 25 Frauen, die über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung im Band mit einem Aufsatz vertreten ist.august-die-swangoettin-maja-plissezkaja-338x450

Natürlich dreht sich bei mir alles um Korsette: Daten, Kilos, Fiktionen und die G-Mafia. Ich breche das algorithmische Storytelling und sehe mich in bester Denkerinnen-Gesellschaft: Alle im Buch versammelten Artikel und Interviews sind einfach DER HAMMER. Hier erwähne ich den Jänner 2020, weil Isabel Rohner und Regula Stämpfli sich über diesem Projekt via Twitter näher kamen. Eine digitale Liebe auf ersten Tweet sozusagen, daraus entstand das unvergleichliche Projekt: „DiePodcastin. Isabel Rohner und Regula Stämpfli erklären die Welt“, zu hören auf www.diepodcastin.de seit Juni 2020. Literatur: 50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung von Isabel Rohner und Irène Schäppi (Hg), Limmat 2019.

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Juli by laStaempflis Kulturjahr: James Bond ist noch das kleinste Problem

Abgesagt: Die Festivalveranstaltenden sind „Les Misérables“ im 2020. James Bond wird vertagt. Doch dies ist definitiv nicht wichtig: Es hagelt überall virusbedingte Absagen. Bach-Festivals, Kleinkunsttage, Tanztage, Jugend musiziert, Technoclubs, Jazz-Festival, das beste aller Festivals überhaupt, das ORANGE BLOSSOM IN BEVERUNGEN, mein heissgeliebtes OBS (siehe Bild): ABGESAGT. Noch am 5. März 2020 meldete das Openair Frauenfeld, dass das Festival zu „100 Prozent“ stattfinde. Es kam anders. Die Festivalbetreibenden wurden von den Behörden, pardon der Ausdruck, teils wie Scheisse behandelt: Es gab keine Eintscheidungssicherheit, keine soliden rechtlichen Grundlagen, keinen Plan – das ganze Jahre wurde hin- und herlaviert. Dabei war klar: Eigentlich herrscht mit dem Virus Krieg gegen alles, was unser normales Leben ausgemacht hat. Doch statt den Kriegszustand, wie in Frankreich deklariert, schwafelten die Statusquo-Manager vom „neuen normal“. Die grössten Profiteure des Krieges sind und bleiben die Onlinedienste. Statt von Heimarbeit reden Medien von „Homeoffice“, statt von „privatisierte Heimschulung“ puschen die Narrative „Homeschooling“: Das Banksprech, dieses Schwafeln statt Benennen, feiert Höchststand. 15-20 Prozent der weltweiten Kinos werden andersweitig genutzt werden oder zumachen. Netflix und CO. müssten zu milliardenschweren Steuern verdonnert werden.Literatur: Shoshanna Zuboff, Das Zeitalter des digitalen Überwachungskapitalismus, Campus Verlag 2018. Mittlerweile auch im Taschenbuch erhältlich.

Wer mehr wissen will, klicke auf die Bilder oder hier: 

laStaempflis Kulturjahr 2020: Die Liebe in Zeiten von Corona

Regula Stämpfli über die „Theorie der Blindspirale“ TM laStaempfli (Begriff aus: „Die Macht des richtigen Friseurs, Brüssel 2007) am Beispiel des “ on „US Capitol Storming“

Regula Stämpfli über die „Theorie der Blindspirale“ TM laStaempfli (Begriff aus: „Die Macht des richtigen Friseurs, Brüssel 2007) am Beispiel des „US Capitol Storming“ vom 6.1.2021

„Wahlen im Zeitalter der Unterwerfung“ (laStaempfli), d.h. in einer Zeit, die dadurch geprägt ist, dass Fiktionen stärker sind als Realpolitik, sind im Wesentlich durch Iconography als Reproduktion der Fiktionen und nicht als Abbild der Wirklichkeit(en) geprägt. Vier Jahre „Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt“ haben gezeigt, dass es keine Argumente, ja nicht einmal mehr Wirklichkeit braucht, um zu regieren. cover trumpismDie Klickraten-Fixation der Medien hat sich in eine totalitäre Inszenierung der Demokratie gewandelt: Experten, Journalisten und Umfragen verkaufen Images – nicht zuletzt die von sich selbst. Im „Sturm auf Washington“ replizierten die Medien weltweit eine autokratische Bildersprache: Statt dass die Bilder die Runde machten, die die Demokratie WIRKLICH verteidigten, wurden die Nordmänner-Ikonographien tausendfach verteilt. Statt dass gezeigt wurde, wie ein Afro-Amerikaner, ein einzelner Wachmann sich gegen Hunderte von von Trump inspirierten Männerhorden wehren musste, indem er zwar eine Waffe in der Hand hielt, aber es klar war, dass wenn er schiessen würde, keine Chance gegen die Mörder, deren Willen die Zerstörung des Capitols und damit der Demokratie war, statt also solche Fotos zu zeigen, machten patriarchale Männlichkeitsbilder à Hollywood die Runde. 

06.01.2021, USA, Washington: Menschen suchen Schutz auf der Tribüne des Repräsentantenhauses, während Demonstranten versuchen, in die Repräsentantenkammer im US-Kapitol einzudringen. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

06.01.2021, USA, Washington: Menschen suchen Schutz auf der Tribüne des Repräsentantenhauses, während Demonstranten versuchen, in die Repräsentantenkammer im US-Kapitol einzudringen. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Demokratie muss erfunden, imaginiert, kanonisiert, erzählt werden, doch statt dessen werden patriarchale Autokratien mittels autocomplete-Techniken der diktatorisch kodierten Fiktionen elektronisch verbreitet. Es gibt, wie Regula Stämpfli in ihrem Artikel zur Zukunft der Zukunftsforschung ausführt, ein riesiges Demokratie Data Gap. Auf die Bilder drücken und der Artikel erscheint. Dieses Democracy Data Gap reproduziert sich technisch millionenfach in Bildern. 

Deshalb ist es entscheidend, dass Medienschaffende und Politisierende wieder lernen, wie in der Moderne, ein eigenes, progressives und menschengebundene Begehren nach anderen und neuen Bildern zu entwickeln: siehe Beispiele. Die Frauen die die Boxes des Electoral College gerettet haben: Das ist das entscheidende Bild zum Sturm auf das Capitol, meint die Politologin Regula Stämpflidie frauen die die boxes des electoral college gerettet habenBildschirmfoto 2021-01-10 um 14.51.56

#DiePodcastin über #Merzsexismus #GrandPrixLiteratur21 & Architektur. Isabel Rohner & Regula Stämpfli FORMidabel zu Blanchard, Frommer, Rahm, Hadid, Scott Brown u.a.

#DiePodcastin über #Merzsexismus #GrandPrixLiteratur21 & Architektur. Isabel Rohner & Regula Stämpfli FORMidabel zu Blanchard, Frommer, Rahm, Hadid, Scott Brown u.a.
 Der feministische Wochenrückblick ernüchtert wie üblich: GEO EPOCHE veröffentlicht ein Magazin zum Thema “Die Deutschen” und es kommen KEINE FRAUEN VOR.
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Doch der wirkliche Aufreger ist Friedrich Merz, der seinen Sexismus damit entkräften will, dass er schliesslich mit einer Frau vereheiratet sei und Töchter habe. Well: Ganz böse Stimmen meinen “nicht mehr lange”. Dann der Schweizerische Literaturpreis, dotiert mit über 40.000 Schweizer Franken. Der geht an einen Mann, der über Männer schreibt, zudem über einen der übelsten Rassentheoretiker der Geschichte. Wieder einmal eine riesige Chance zur Würdigung wirklich inspirierender Frauen der Gegenwart vertan.
 
Isabel Rohner und Regula Stämpfli in Form: Sie diskutieren kontrovers darüber, welche Rolle Architektur in unserer Gesellschaft spielt und darüber, wie diese Rolle Frauen & Geschlechtersetting gestaltet. Darüber hinaus werden munter Städteplanung, Architektur, Design gemischt. Architektur, so laStaempfli ist nicht einfach Baumeisterei, sondern durch  und durch mit Macht durchwirkt. Selbst der Begriff ARCHITEKTUR verweist auf die sprichwörtliche Kunst des Herrscherbaus. laStaempfli erzählt davon, wie Stadtplanung, Design und Gebäude als Hieroglyphen, Zeichen, Symbole  Erfahren und Erleben der Stadt prägen. laStaempfli hat dafür den Begriff PHAENOMENOMICS (TM)  erfunden. Die Rohnerin übersetzt dies in Alltagserfahrungen, die durch und durch  patriarchal geformt sind. Die Rohnerin widerspricht der eindimensional phallischen Deutung, will die klitoralen Schwünge feiern, doch leider unterbricht laStaempfli den Schwung mit dem Hammerzitat: “Nein. Die gebauten Orte sind nur gestreckte männliche Mittelfinger gegen alles Lebendige”. Well, die Diskussion wird weitergeführt: Vielleicht finden wir ja sprichwörtlich Wege und Bauten, die weiblich umgedeutet werden können.
zaha-hadid-800x500Bild: Zaha Hadid, Foto aus Dokumentation über ihr Leben.
Architektur, phallisch oder nicht teilt die Rohnerin und laStaempfli, es ist ein Ringen darum, wie Gebäude gelesen werden können: sehr spannend. Die Rohnerin berichtet vom tragischen Wirken der grossen Berta Rahm, laStaempfli unterbricht wieder, weil sie von tragischen Lebensgeschichten nicht mehr hören mag. So ergibt sich aus der Architektur-Diskussion das Gespräch zum (selbst) gestalteten Leben.
#DiePodcastin einigt sich, das Thema in einer nächsten Folge zu besprechen.

Regula Stämpfli über Wolfram Eilenbergers „Feuer der Freiheit“, Rezension Jänner 2021im „ensuite“.

Feuer der Diskriminierung: Regula Stämpfli über Wolfram Eilenbergers „Feuer der Freiheit“, Rezension Jänner 2021im „ensuite“. 

Von Dr. Regula Stämpfli – Die Reduktion von Menschen auf ökonomische Konzepte oder ihr Geschlecht führt in keinerlei Disziplin weiter. Als Kategorie der Diskriminierung funktioniert das Geschlecht aber hervorragend. laStaempfli fauchend in den Fusstapfen von Hannah Arendt…. 

Wolfram Eilenberger hat ein unmögliches Buch zu vier Philosophinnen geschrieben: Es ist abseitig, verkehrt, anstössig, unangenehm. Und zwar auf vielen Ebenen. Erstens vergleicht er vier Philosophinnen miteinander, die nichts, ausser einem ähnlichen Geburtsdatum, gemeinsam haben. Zweitens sind die vier «Philosophinnen» gar keine. Hannah Arendt wies den Begriff für sich explizit zurück, Ayn Rand war im besten Fall eine mittelmässige, ultrakapitalistische, geldversessene Sado-Maso-Literatin, Simone de Beauvoir die grösste Gesellschaftstheoretikerin des 20. Jahrhunderts und Simone Weil eine Sozialrevolutionärin mit Hang zur christlichen Mystik und buddhistischen Einsichten. Die vier Frauen in ein Buch zu packen, drittens, entspricht dem Versuch, ein Band zum Thema «Freie Rede» mit Joseph Goebbels, Niklas Luhmann, Isaiah Berlin und Dalai-Lama zu veröffentlichen. Goebbels nimmt in diesem Vergleich die Rolle von Ayn Rand ein, Simone de Beauvoir die von Niklas Luhmann, Hannah Arendt Isaiah Berlin und Simone Weil die von Dalai-Lama. Würden die erwähnten Herren von einem Philosophen in einem einzigen Werk gemeinsam, vor allem mittels Liebes- und Freundesbriefe, als Philosophen der freien Rede, Kommunikation und Demokratie besprochen werden? Niemals. Aber offensichtlich ist die Verachtung und Benachteiligung von denkenden Menschen aufgrund ihres Frauseins philosophisch so akzeptabel, dass der deutsche Feuilleton Eilenbergers Werk in höchsten Tönen rühmt.eilenberger laStaempfli rezension

In meiner, in der Dezemberausgabe 2020 von ensuite leider veröffentlichten und unredigierten Rohversion zu Eilenbergers «Freiheit», gehen vor lauter Wut über die offensichtliche Geringschätzigkeit, Herabsetzung, ja Hohn gegenüber den vier Frauen, die wichtigsten Argumente in falscher Syntax, Grammatik wie Wortwahl unter. Ich bin immer noch wütend, entsetzt, regelrecht von Furien besessen: Hätte ich Zeit und Geld würde ich Eilenbergers Machwerk Satz für Satz als falsch gesetzt, verquer gedacht, unmöglich formuliert und abartig kontextualisiert, auseinandernehmen. Warum in aller Welt bin ich die Einzige, die mit Hannah Arendt den philosophischen Skandal, den Eilenberger hier in allem Sexismus produziert, entlarvt? Doch Eilenbergers Buch eignet sich nicht einmal für ein Debattenfeuer: Es ist dermassen kreuzfalsch, dass mein Gehirn schmerzt beim Lesen.

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Stichwortartig meine wichtigsten Punkte:- Vier völlig unterschiedliche, diametral andersdenkende, handelnde und publizierende Frauen aufgrund ihrer Generation in ein Buch zu packen, ist nach Arendt «klassischer Sophismus», der darin besteht, «den Verstand mit Argumenten zu bezaubern» und damit «einen Sieg der Argumente auf Kosten der Wahrheit» erzielen zu wollen. (Totalitarismus, S.34) – Eilenberger sagt nichts zu Arendt, Beauvoir, Weil und Ayn Rand, sondern zu Eilenbergers Variante von «Philosophinnen».- Eilenberger benutzt diskriminierende Bilder, die den Eindruck vermitteln, die Wirklichkeit abzubilden, wenn sie in Bezug auf die Denkerinnen das Gegenteil tun.- Eilenberger interessieren die Männer der vier Frauen viel mehr als die Schriften von Rand, Beauvoir, Arendt und Weil.- Eilenberger präsentiert einen standardisierten männlichen Blick auf sogenannte Philosophinnen: das Buch strotzt nur so von traditionell geschlechterzugeordneten Settings.- Eilenbergers Männer denken, Eilenbergers Frauen lieben.-Eilenbergers Buch wird sofort entlarvt, wenn Frau die Umkehr-Probe anwendet.- Eilenberger stellt Männer positiv klischiert dar, die Frauen stereotyp negativ: Sie sind ständig im Defizitmodus.- Eilenberger gibt vor, über vier Frauen zu schreiben, aber er schreibt nur über Eilenbergers Variation von selbstimaginierten Figuren, denen er die Namen Beauvoir, Weil, Rand und Arendt gibt. Er zitiert nur Quellen, die diesen von ihm imaginierten Figuren entsprechen.

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Dass der bisherige Feuilleton dies nicht entdeckt hat, sondern den Fantasmen Eilenbergers folgt, ist ein Skandal. Denn es drängt sich ein vernichtender Verdacht zur Motivation von Eilenberger auf: Offensichtlich ging es in diesem Werk zu den völlig verzerrten und selbstimaginierten Frauenfiguren nicht um Rand, Beauvoir, Arendt oder Weil, sondern in erster Linie darum, diese Frauen so ins Bild zu setzen, dass von ihren Werken nichts mehr übrigbleibt. Rand mit Beauvoir, Arendt und Weil gleichzusetzen ist mephistophelisch übel. Beauvoir, Arendt und Weil darüber hinaus über deren Männer, im Fall von Weil, über Gott, zu definieren, entspricht den klassischen Unsichtbarmachungs-Strategien patriarchaler Wissenschaftler des 19./20. und nun auch 21. Jahrhunderts.Wolfram Eilenberger, Feuer der Freiheit. Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten 1933–1943, Klett-Cotta, Stuttgart 2020, 396 Seiten.

Regula Stämpfli über die Notwendigkeit der ökologischen und sozialen Transformation 2021ff

Zukunftsforscherin Regula Stämpfli über die Notwendigkeit der ökologischen und sozialen Transformation 2021: Blick, Schweizer Tageszeitung 6.1.2021.Bildschirmfoto 2021-01-06 um 17.16.23

Nach der Corona-Krise wird nichts mehr sein, wie es einmal war. Das sagt die Zukunftsforscherin Regula Stämpfli. Um in diesem Jahrhundert nicht von einer Pandemie in die nächste zu schlittern, seien ökologische und soziale Handelssysteme dringend notwendig.

„Trumpism“ von Regula Stämpfli als Hörspiel in „Philosophie Pur“, gestaltet vom fabelhaften Alexander Tschernek fürs ORF

„Trumpism“ von Regula Stämpfli als Hörspiel in „Philosophie Pur“, gestaltet vom fabelhaften Alexander Tschernek fürs ORF. Passt zur Unwilligkeit des abgewählten Präsidenten Donald Trump, Institution wie Amt seinem Nachfolger zu übergeben. In seiner diesjährigen Sendung zum Nationalfeiertag beschäftigt sich unser passionierter Vermittler von Erkenntnisfreuden, Alexander Tschernek, mit den Gefahren, die Selfie-Politik, Fake-News und Umfragekultur für unsere westlichen Demokratien bergen. Basierend auf Texten aus dem Buch „Trumpism – Ein Phänomen verändert die Welt“ der Polit-Philosophin und Hannah Arendt-Expertin Regula Stämpfli wird der Hörer auf einen Gedankenexkurs entführt, der das Wesen gegenwärtiger Politikkultur ergründet und mögliche Antworten liefert auf die Frage, wie es so weit kommen konnte. Tongestaltung: Friedrich Trondl
Buch und Regie: Manuel Schmale.

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Isabel Rohner & Regula Stämpfli in #DiePodcastin zu Frauen, Macht, Medien: Katharine Graham, Louise Otto-Peters, Mathilde Franziska Anneke, Lex Otto, DACHelles, Edition F, EMMA, Ulrike Helmer, Frauenoffensive.
Freude frauscht im Neujahr 2021: Die Rohnerin kann endlich ihre Hauszeitung, den Tagesspiegel, rühmen: 12 von 21 Menschen sind Frauen unter den Stars von 2020. Ein Schritt vor und zwei zurück: Die Werbekampagne zu Ferdinand von Schirach auf allen öffentlichen und privaten Kanälen ist auf mehreren Ebenen ärgerlich, frauenfeindlich, männermächtig. Dies führt #DiePodcastin direkt ins Thema: laStaempfli zu Relevanz, Sichtbarkeit und Cash im Thema: Frauen fehlen auf allen Ebenen der Medien und werden SYSTEMATISCH benachteiligt. Die Rohnerin erzählt die packende Geschichte der ersten Frauenzeitung und der Lex Otto: #DiePodcastin realisiert im Gespräch, dass die Position von Frauen in den Medien auch durch expliziten Ausschluss, Segregation und Unsichtbarkeitsmachung geprägt ist.
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Dies lässt sich auch an den “zwei Leben der Katharine Graham” aufzeigen: Graham (1917-2001) war die wichtigste Verlegerin des 20. Jahrhunderts, Tochter der bekannten Reporterin und Feministin Agnes E. Meyer und dem Unternehmer Eugene Meyer. Sie machte durch ihren mutigen Kurs von 1969-1979 die Washington Post ein leading Newspaper. Eine Zeitung, die von Amazon-Autokrat Jeff Bezos für 250 Millionen US-Dollar, ein Betrag aus seiner Portokasse,im Jahr 2013 übernommen werden konnte. Medien nehmen eine herausragende Rolle ein: Einfluss, Multiplikation, Macht, Vorbilder, Meinungen sind durch Medien geprägt.“Männer handeln – Frauen kommen vor” hielt laStaempfli schon 2007 in ihrer Studie zu Frauen und Medien fest (in neuer Auflage in Bearbeitung): Nicht einmal den realen Prozentsatz von Frauen im Geschäftsleben entsprechen die Medienberichte. Hier hinken öffentliche und private Medien mindestens 20 Jahre hinter der Entwicklung hinterher.

#DiePodcastin in einem spannenden Gespräch zu einem Thema, das weitergeführt wird und nur so nebenbei: Isabel Rohner und Regula Stämpfli sind als neuer Typ der Verlegerinnen im 21. Jahrhundert einzuordnen und diesmal versprechen sie sich: Kein Gesetz wird ihnen mehr verbieten, über Frauen zu reden, Frauen sichtbar zu machen, Frauen grosse Leben zu ermöglichen…