Regula Stämpfli über das Phänomen, das sie „Trumpism“ nennt

Regula Stämpfli: Autoren werden regelmässig von Journalisten gebeten, ihr Buch in einem Satz zusammenzufassen, was fassungslos macht. Doch da es keinen Ort nirgends mehr gibt, um den Mechanismen von Medien und Wissenschaft zu entrinnen, hier ein Satz: Falsch erzählt ist die Demokratie schnell gekreuzigt. laStaempfli on her book Trumpism: „The storytelling of democracies needs democratic inputs. Twitter et al. have transformed most political discourse into a matter of polls, hierarchy and hobbesean dystopias“ 

Dazu folgender Abschnitt aus Regula Stämpfli, Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt: „Politisieren per Dekret findet mediale Aufmerksamkeit. Debatten werden nicht als Debatten, sondern als Hashtag & Google-Trend (SEO-Kriterien) unterkomplex geführt. Politik wird mit Kultur, Religion, Identität, Geschlecht, Hautfarbe, Musikgeschmack verwechselt; die neuen sozialen Medien heben radikal jede Trennung zwischen Regierenden und Regierten, zwischen öffentlich und privat auf. 

Dies passiert vor aller Augen – und wird doch nicht gesehen. 

Tweets, Begriffe, Codes, Buchstaben, Kategorien funktionieren dabei wie Apparate, deren einziges Ziel zu sein scheint, möglichst alle bestehenden Systeme zu destablisieren. Alles wird neu beschriftet, zu einem neuen Wert gehandelt und was nicht mit Preisschild beziffert werden kann, auf den Abfallhaufen der Geschichte geworfen. Demokratien, deren Verfassungen so angelegt sind, dass sie für alle gleich und ewig gelten, sind dank der globalen Politik als Preisschild Systeme mit Hang zu Autokratie geworden.“ 

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pressebild stämpfli