Regula Stämpfli mit der Künstlerin Daniela Frimpong #artisapieceofcake

Die upcoming artist Daniela Frimpong im Gespräch mit Regula Stämpfli im #Podcast #artisapieceofcake : Daniela Frimpong, aus Ghana und aus Wien – Österreich gibt es ja international nicht, sondern nur die ehemalige Kaiserstadt. Daniela Frimpong ist eine der grössten Künstlerinnen unserer Zeit und Regula Staempfli kann in diesem Gespräch ihren riesigen Enthusiasmus über die schüchterne, dafür umso kreativere, künstlerisch erschütternd anders, neu, vielfältig, inspirierend nicht vebergen. Daniela Frimpong gehört zur herausragenden Gruppe in der artcare.at, die Weltkarriere machen werden oder schon gemacht haben. Sie hat mit Amoako Boafo aus Ghana und Jakob Viegar Sigurdsson sowie Jessica Nam Kim und Danielle Pamp bei der Young Artist Auction mitgemacht. Amoaco Boafo ist zum absoluten Superstar der internationalen Kunstszene aufgestiegen und er gehört, wie Daniela Frimpong auch, zu den Leitfiguren der “Afrikanischen Disaspora – Kunst” in Wien. Daniela Frimpongs Kunstkarriere überwand enorme Schicksale und Hürden: Sie ist mit Abstand die begehrteste Künstlerin sowohl der Young Art als auch der Womens Art. Ihre Farbkombinationen sind ebenso einzigartig wie ihre Sujets und Kompositionen. Der Platz Wien hat sich zum Diversity Nährboden für Künstlerinnen und Künstler aus allen Kontinenten entwickelt. Die Vielfalt ist berauschend und Daniela Frimpong eine der ganz grossen zeitgenössischen Künstlerinnen.

laStaempfli & Daniela Frimpong

Regula Stämpfli: Die Wahrheit der Wirklichkeit, Nebelspalter 19.3.2021

Regula Stämpfli: Über die Wahrheit der Wirklichkeit, Nebelspalter 19.3.2021:

laStaempfli:wahr ist wirklich…

Über die Wahrheit der Wirklichkeit Letzte Woche hielt ich einen Vortrag an der kleinen und feinen Fachhochschule für Design und Kunst in Luzern. Es ging um „Wahrheit“. Doch wie es so ist, lenkten mich die Fesseln codierter Ablenkung stundenlang vom Thema ab. Dabei fand ich viel Erstaunliches, Sinniges und erstaunlich Unsinniges: War „postfaktisch“ das Modewort des Jahres 2016 als – horribile dictu – Donald Trump zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, dominiert seit 2020 der denglische Begriff „Lockdown“. Ein „lock“ oder „to lock“ gibt es seit dem 13. Jahrhundert und hatte eigentlich einen hübschen, romantischen Anfang. „Loken love“ besangen die Troubadoure ihre heimlichen Liebschaften und nicht wenige verloren dabei ihr Leben, weil sie gegen geltende „Lockdown“ – Beschränkungen verstießen und der Besungenen gar zu nahe kamen. Einmal im Lockdown-Surfmodus ging es weiter in meiner Recherche: Erinnern Sie sich noch daran, als alle von „social distancing“ sprachen? Eigentlich meinten die Statistikmediziner damit die räumliche Trennung von Lebewesen untereinander, doch WIRKLICH bezeichneten sie mit diesem Begriff, die totalitäre Vision eines politischen Programms, das jede von uns zur Vereinzelung, Isolation und Vereinsamung verdammte. Womit ich endlich wieder bei der Wahrheit landete. Selbstverständlich gehört ein flexibler Umgang mit der Wahrheit seit jeher zur Politik und es gibt durchaus Bedingungen, unter welchen es moralisch vertretbar ist, zu lügen. Aber die unverhohlene Art, mit der in jüngerer Zeit auch in Demokratien durch das Weglassen wichtiger Fakten digitales wie politisches Kapital auf Kosten von uns allen geschlagen wird, ist alarmierend. Einzig die Schweiz hält hier dagegen, indem Politik nicht einfach Labern, sondern Handeln impliziert. So geschehen am 7. März 2021 als die Stimmenden der Regierung eine saftige Klatsche verabreichten. Sie sprachen Wahrheit, die sich dadurch definiert, dass sie öffentlich, nachvollzieh- und legitimierbar ist: Nein zu privatisierten Plattform-Identitäten, nein zur postmodernen Perlenketten-Metaphern der auf Versklavung geschneiderten Verhüllung der Frau. Ebenso verwiesen die realen Bürger und Bürgerinnen pragmatisch, in meinen Augen leider zu kurzsichtig, aber trotzdem wahrhaftig, auf die Wichtigkeit internationaler wirtschaftlicher Beziehungen. Und da haben wir es wieder: Wahrheit, so auch Hannah Arendt, ist ohne Wirklichkeit nichts, im besten Falle eine Behauptung. Diese findet sich in der zeitgenössischen Berichterstattung digital und unendlich repetiert: Denn die kalten Regisseure ihrer eigenen Dunkelheit verbreiten sich perfekt via Tweets, Hashtags und Trends.

Wir alle leben seit über einem Jahr unwahr, unwirklich, unnormal. Doch statt dies plural, vielfältig und anregend zu diskutieren, werden wir wie Algorithmen in binäre Codes eingesperrt: Entweder gehören wir zur Gruppe der engen Umarmung unserer Regierungen oder wir partizipieren unter den Covidioten, deren Aluhüte noch das geringste Problem darstellen. Wirklich wahr ist weder das Eine noch das andere: wahr ist lediglich, dass am 13. März 2020 die Welt, wie wir sie kennen, zusammengebrochen ist. Höchste Zeit, endlich die Trümmer wegzuräumen und den Wiederaufbau zu wagen: Mit menschlichen Kernkompetenzen wie Kooperieren statt Gehorchen, Kommunizieren statt Rechnen, Begreifen statt auswendig lernen und erkennen, dass es kein Recht der Welt gibt, den Sinn von Politik, nämlich den der Freiheit, ein weiteres Jahr einfach auszusetzen.

Regula Staempfli & Jakob Veigar on Alcoholism, Art & the power of transformation in #artisapieceofcake – the new Podcast

Regula Staempfli & Jakob Veigar on Alcoholism, Art & the power of transformation in #artisapieceofcake #Podcast Listen on: http://artisapieceofcake.art/2021/03/22/jakob-veigar/

Jakob Veigar Waterfall, copyright laStaempfli

The Artist Jakob Veigar talks about his journee to become one of the most interesting painters, visual artists of our time. Regula Staempfli and Jakob cover loads of grounds from addiction to nature and back towards art and how it came that Jakob is in a very productive stretch on the theme of the fragility of manhood.

Excerpts from Ode to Joy by Shanay Artemis Hubmann: “Jakob Veigar Sigurdsson’s work has been portraits of landscapes: Monumental, moving, full of twilight and power. Heavy, most of all, with the rough and fragile soul of his country, Iceland. During a particularly dark stretch of 2020 – the first year of the pandemic – few of new figurative portraits have emerged: sketches absently drawn during online AA meetings. COVID, Lockdowns, Loneliness and a darkhaired love far away, with no end in sight. Lightness, Vulnerability in a world dominated by perfection and instagram filters, the happiness on those faces is genuine in the paintings because they are imperfect, just like drooping bellies, saggy boobs and crooked smiles. The dick pics are hilarious – finally free from the pornographic light they are usually cast in. The White Male is shown free from all the demons that usually seem to haunt him: in no way superior, neither in gender nor in race. (…)”

Regula Stämpflis Kolumne zu #MeTooInceste in Frankreich

Regula Stämpflis Kolumne zu #MeTooInceste in Frankreich.

Unter dem Deckmantel der Libertinage wird für alle Formen sexueller Gewalt gerne Partei ergriffen. Im Nachhinein klingen die Beteuerungen immer gleich: «Damals, in unseren Kreisen, dachte sich niemand auch nur irgendetwas, Sex mit Minderjährigen war doch völlig normal.» Es geht um eine sogenannt gute Familie, eine sehr gute sogar, beschrieben in Camille Kouchners «La familia grande». Und es geht um Olivier Duhamel, der den Zwillingsbruder von Camille, damals 13-jährig, jahrelang vergewaltigt hat. Olivier Duhamel und sein Clan bilden die Pariser Elite. Er gehörte bis zum Erscheinen des Buches zu den mächtigsten Männern Frankreichs: 2016 noch wurde er als 65-Jähriger zum Verwaltungsdirektor der Eliteuni Sciences Po gewählt. Wir finden im Buch nicht nur die üblichen französischen Eliteverdächtigen, sondern auch die klassischen Rechtfertigungen, die auch heute noch in intellektuellen Kreisen gerne diskutiert werden. Sex sei doch natürlich, Sex kaufen und verkaufen völlig normal, Sex solle überall stattfinden, über alle Grenzen, Geschlechter und Altersbarrieren hinweg: Sexpositiv sei alles, was Menschen freiwillig machen. Sie sind zwar erst elfjährig? Ach, die Erotik kenne eben kein Alter, die Kirche habe die Menschen diesbezüglich jahrhundertelang unterdrückt, endlich würden wir in einer Zeit der Antiprüderie leben und die Menschen befreit ihre Erotik ausleben können.

Essay von Regula Stämpfli

Es klingt immer gleich, nicht wahr? Die zeitgenössische Porno- und Hurenlobby klingt ganz ähnlich: Prostituierte seien doch keine Opfer, sie böten Dienstleistungen an, die wie ganz normale Arbeit zu betrachten seien. Ist sie nicht, und die Geschichte um Camille Kouchner zeigt: Die Narrative über Sexarbeit heute sind die Narrative über Kinder- und Teenagervergewaltigung von damals. Heute heisst es: Es sei doch prüde und unfeministisch, anderen Frauen nicht erlauben zu wollen, dass sie all ihre Löcher, ihre Haare, ihre Säfte, ihren Körper für den ordnungsgemässen und vertraglich vereinbarten Sex zur Verfügung stellen. Damals hiess es: Teenager hätten ein Recht auf sexuelle Erfahrungen mit Älteren, es gebe doch nichts Aufregenderes, als als 13-Jähriger einem 50-Jährigen einen zu blasen.