Lieber tun als „Perfektsein“: Neue Folge der #DiePodcastin der Rohnerin & laStaempfli.

Die Rohnerin und laStaempfli denken über eigene Imperfektheit nach. Doch zunächst müssen sie streiten: Über Quoten. Beide sind zwar gegen die herrschenden Männerquoten, doch der Weg dazu, diese zu beseitigen, darüber gibt es grosse Unterschiede zwischen den beiden engagierten Frauen. Spannende Themen kommen auf: Trennung öffentlich und privat, das deutsche Grundgesetz, die schweizerische Verfassung: Gilt der Staatsauftrag auch für die Listengestaltung?

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Der Übergang von Quoten-Differenz zum “Lieber ich als perfekt” – ein Buch von Regula Stämpfli aus dem Jahr 2014, das einzige Selbsthilfebuch von ihr, auch das am wenigsten verkaufte, obwohl immer noch nicht klar ist, an was das liegt, vielleicht weil es nicht einfach nur Wellness-Selfies verkauft? Es geht im Gespräch aber nicht darum, sondern wie vor allem Frauen mit ihren eigenen hohen Ansprüchen umgehen.

Lustig ist: Kurz vor Schluss der “Perfekt-Podcastin” bricht die Verbindung ab. Die Rohnerin bringt aber das Angefangene wunderbar inspirierend für nächste Folgen zum Abschluss.

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Regula Staempfli on toxic debates: Codes fire insignificant sidelines. This only serves anti-democrats. (English commentary by the author who apologizes for the inadequate translation)

Shitstorms are fuelled by Hyperlinks. Many of the outraged still don’t realize this. Destroying friends on the left does not lead to a democratisation of the system but feeds the rich in Silicon Valley. In my book „The banality of Trump“TM  (my English Title for Trumpism: A phenomenon conquers the world“) I explain the phenomenon of „Digitally driven scripted reality“.

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It is very efficient in hurting all political discourse, especially in still existing democracies. Democracies nowadays fail not because they are being attacked by outsiders but from the inside via hyperlinks that fuel discourses based on hatred, on splitting people into enemies and friends. Hyperlinks, Codes, Algorithms are programmed to divide, individualize, scandalize all political protests. They are programmed to kill democratic discourse not to enable deliberation. Twitter has equipped all anarchists (left and right) to get rid of existing welfare states and democracies. Pre-digital guerilla tactics destroyed civilizations and/or brought down existing regimes. „Move fast and break things“ – the motto of Mark Zuckerberg has proven to be true. The broken circle can be vetted in the left, in the opposition to Trump while all antidemocrats move faster than ever before. 

Regula Stämpfli: Wenn zwei sich streiten, lacht der Rechte. Wie Codes die Demokratie zerstören.

Regula Stämpfli: Wenn zwei sich streiten, lacht der Rechte

Codes befeuern unbedeutender Nebenschauplätze. Dies dient nur den Antidemokraten.

Sie streiten untereinander mit einer Heftigkeit als hätte es die faschistische Machtergreifung 1922 in Italien, die stalinistische in der Sowjetunion 1928, die nationalsozialistische in Deutschland 1933, die franquistische in Spanien 1936 nie gegeben. Alle diese historischen Totalitarismen verdanken ihre Machtergreifung leider auch der Zerstrittenheit der Opposition. Richtig: Wir reden von den Guten, den Demokrat*innen, den Progressiven, den Veränder*innen, den Aufrechten, den Menschlichen.

schlagende zeilen

Ein Blick auf die „wirkliche Welt“ – dies kann nach Hannah Arendt nur ein politischer sein – zeigt, wie sich Geschichte dreimal wiederholt: Als Tragödie, als Farce und als Hyperlink. Ungarn mit Orban, Polen mit Duda, Serbien mit Vucic, die Türkei mit Erdogan, Grossbritannien mit Johnson, die USA mit Trump, Brasilien mit Bolsonaro, die VR China mit Xi Jinping: Wahrlich. Es gäbe genügend Bösewichte, die medial attackiert werden müssten, um den Druck auf die eigenen demokratischen Regierungen zu erhöhen, diesen Totalitarismen entgegenzutreten. Vor allem auch mittels Information.

Doch interessanterweise dominieren zynische Selbstmördergemeinschaften #Hashtags, #Hyperlinks und analoge #Medien: Zur köstlichen Unterhaltung der von diesen #Shitstorms überhaupt nicht tangierten Autokraten. Die #Empoerten, die #Aktivist*innen, die #WokeBewegung realisieren nicht, dass, egal ob sie „Team Rowling“ oder „Team Butler“ sind, schon längst unterscheidungslos auf den Verhaftungs- und Vernichtungslisten der alt-Right, der Rechtspopulisten, der Autokraten, der Faschisten, der Antisemiten, der Frauenhasser, der Rassisten stehen.

In meinem Buch „Trumpism“ erkläre ich das Phänomen der „digital getriebenen scripted reality“, die sehr effizient darin ist, die noch existierenden realen Demokratien auszulöschen. Dafür braucht es nicht einmal gezielte Drohnen: Es reichen Hyperlinks. Diese dividieren, individualisieren, skandalisieren demokratische #Proteste und füttern die Codes der Antidemokraten. Twitter ist zur Guerillataktik gegen bestehende Demokratien verkommen.

Was tun? Es braucht eine Hashtag-HyperlinkKultur gegen #Digitalrassism #Digitalauthoritarianism #Digitalmonopolies #SurveillanceCapitalism statt Verleumdung, Attacke, Vernichtung einzelner Personen: #Stopprivatisationofpolitics.

 

Regula Stämpfli über Daten und Ideologien im Radio Dispositiv, Wien.

Regula Stämpfli über Daten und Ideologien im Radio Dispositiv, Wien. Vor der Coronakrise im Dezember 2019 führten Herbert Gnauer und Regula Stämpfli für Radio Dispositiv, cultural broadcasting archive, ein spannendes Gespräch über Daten und Ideologien. Hier der Link: https://cba.fro.at/434897. Funktioniert auch, wenn aufs Bild getippt wird. #BigNine #DataTransformation #DigitalDemocracy #DigitalTransformation.

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#DiePodcastin: Isabel Rohner und Regula Stämpfli mit Sommer-BücherTipps

Für mehr Büchertipps siehe auch laStaempfli Literaturblog https://www.ensuite.ch/literaturblog/

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Friday-Magazine.ch empfiehlt: 5 feministische Podcasts, die Du kennen solltest, u.a. #DiePodcastin von Isabel Rohner und Regula Stämpfli

„Du interessierst Dich für Gleichstellung und Genderthemen?“ Dann solltest Du hier mal reinhören: Faust und Kupfer, Realitäter*innen, Feuer&Brot, www.diepodcastin.de – thanks to @friday-magazine.ch

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Regula Staempfli on „The Court of Justice invalidates Decision 2016/1250 on the adequacy of the protection provided by the EU-US Data“ Protection Shield

The Court of Justice invalidates Decision 2016/1250 on the adequacy of the protection provided by the EU-US Data Protection Shield. In 2016 Regula Staempfli presented at the TEDx-Conference in Bern the constitutional logic for the democratization of digital Democracy: No Data without representation. 2020 Max Schrems, the Data-Protection activist won his case against the republic of Ireland. Let ´s all hope this is not the first but the real step towards abolishing the „Surveillance capitalism“ (Shoshana Zuboff). It is unbelievable that, as Max Schrems and I point out, that we as citizens have to sue for our guaranteed fundamental rights. #Gafa #Facebook #Twitter #Apple #Amazon #IBM #Microsoft #Google etc. Follow me on Twitter @laStaempfli.downloadBildschirmfoto 2020-07-17 um 10.12.18

Die Staatsrechtlerin Regula Stämpfli über das Scheitern der Thüringer Quotenregel

Thüringer Quote scheitert vor Verfassungsgericht

Ein Kommentar der Staatsrechtlerin Regula Stämpfli über das Scheitern der Thüringer Quotenregel.

Dieses Urteil wäre auch von Feministinnen zu verhindern gewesen.

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Ein Paritätsgesetz, das Parteien vorschreibt, wie sie Wahlen bestreiten dürfen beschränkt die Freiheit nicht nur der Parteien, sondern auch der Wähler*innen. Dies, weil dieser Quotenvorschlag strukturell falsch war. Demokratien dürfen sich nicht auf Identitätskriterien stützen. Seit der nationalsozialistischen Machtergreifung sollten alle Staatsrechtler*innen wissen, dass die „Identität zwischen Regierenden und Regierten“ nicht zu mehr Demokratie führt. J.J. Rousseau treibt sonst wieder sein Unwesen mit der problematischen Konstruktion von „volonté générale“ und dem „volonté de tous“. Allgemeinwohl und Mehrheitswillen müssen in Balance gehalten werden. Dafür gibt es den Rechtsstaat.

Ja: Frauen werden in Deutschland radikal punkto Teilhabegerechtigkeit und Partizipation beschnitten.Ja: Deshalb braucht es unbedingt Quoten für Frauen. Denn momentan gibt es in Deutschland die Männerquote. 

Aber – doch nicht auf Verfassungsebene, sondern auf allen gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Ebenen! Es brillante Steuerungsmittel – von vielen Gleichstellungsländern erprobt: Das öffentliche Auftragswesen beispielsweise. Wo öffentliche Gelder sind, da müssen Quoten rein. Wo öffentliches Wissen ist, da müssen Quoten sein. Wo öffentliche Medien sind, da müssen Quoten rein. Wo öffentliche Kultur ist, da müssen Quoten rein. Dann braucht es keine Parteililsten mit Quoten, sondern die sind so selbstverständlich wie alle Quoten in Demokratien, die unter dem Stichwort Föderalismus, Proporz, Länderausgleich etc. verhandelt werden. 

Nachzulesen in: Regula Stämpfli, Über das Gute – Einige Gedanken zur Gerechtigkeit. Festschrift für Hans Giger zum 80. Geburtstag, Bern 2009. Regula Stämpfli, Schweizer Politik. Weiss auf Schwarz. Studie der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen, Bern 2011. Stämpfli Regula, Gleichstellungsprogramm für den Kanton Basel-Landschaft, Liestal 1995.