Regula Stämpfli über Kia Vahlands „Leonardo da Vinci und die Frauen“ in der Zeitschrift für Kunst und Kultur: ENSUITE

Mit «Die Malerei ist weiblich, jedenfalls die Leonardo da Vincis» beginnt Autorin. Sie gibt Leonardo nur zwei Männerfiguren, die er eigenhändig gemalt hat: Hieronymus und Johannes der Täufer. «Man muss schon alle Jünger auf dem Fresko des ‹Abendmahls› oder alle Jesusbabys auf den Madonnenbildern hinzuzählen, um doch noch auf ein halbwegs ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu kommen.» Leonardo da Vinci ist also ein Frauenmaler. Nicht in diesem schmierigen Wortsinn, sondern in der ursprünglichen Bedeutung, dem Nachspüren und -zeichnen von Menschen, die nicht Herrschaft, Fürsten- oder Papsttum repräsentieren, sondern wahrhaftige Lebewesen. Leonardos Frauen speisen sich aus dessen schöpferisch tätigem Naturverständnis darüber, was die Malerei kann und soll. Der Geniale setzt seine Frauen nicht in ein Innengefängnis, sondern verbindet sie mit der Natur – ein für seine Zeit unerhörter Vorgang. Leonardos ungewöhnliche Sicht auf Maria zeigt sich schon in seinen Lehrlingsjahren: Statt sie bei der Verkündung des Erzengels zu erschrecken, malt er sie wie eine junge, zarte Frau, die beim Bücherlesen gestört wird. Maria wird bei Leonardo nicht eingeschüchtert, sondern strahlend hell, ein starkes, menschliches Gegenüber zu Gott. Da Vinci widerspricht damit seinen Kollegen, die Maria Befehle erteilen, später wird er schreiben: «So sah ich neulich einen Engel, der bei einer Verkündigung so aussah, als wollte er Unsere Liebe Frau aus dem Zimmer verjagen, mit Bewegungen, die eine solche Schmähung ausdrückten, wie man sie etwa dem niederträchtigen Feind zuteilwerden liesse, und Unsere Liebe Frau sah aus, als wollte sie sich vor Verzweiflung aus einem Fenster stürzen. Passt auf, dass Ihr nicht in solche Fehler verfallt.» (S.42)

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Regula Stämpfli zu Gast bei Norbert Joa auf Bayern 2: Eins zu Eins. Der Talk.

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Regula Stämpfli über die schweizerische EU-Politik: „Das Rahmenabkommen liest sich streckenweise wie ein schlecht geschriebenes EU-Beitrittsgesuch“.

Regula Stämpfli über die schweizerische EU-Politik: „Das Rahmenabkommen liest sich streckenweise wie ein schlecht geschriebenes EU-Beitrittsgesuch“.

Am 5.6.2019 diskutierte Regula Stämpfli mit drei weiteren Experten und dem Moderator das  Rahmenabkommen der Schweiz mit der Europäischen Union. Von links bis rechts sind sich alle einig, dass dieses Vertragswerk neu verhandelt werden muss (siehe Schlagzeilen vom 8.6.2019 nach dem Auftritt des Bundesrates (Regierung) Schweiz. Erstaunlich am Abend an der Universität Zürich war die Haltung des Leiters des Demokratiezentrums in Lenzburg in der Schweiz: „Direkte Demokratie ist ein Wellness-Faktor“….

Vielleicht heisst das Demokratie-Zentrum in Lenzburg ja „Demokratie-Abbauzentrum“. Wir bleiben dran. 

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