„Ich bin Regula Stämpfli – who else?“: KurzVita gegen FremdVita auf Wikipedia

Dr.phil/Dipl.Coach Regula Stämpfli ist Politik-Dozentin mit Schwerpunkt Hannah Arendt, political Design, Digital Transformation, Algorithms, Digital Demokracy, European Institutions, Direkte Demokratie. Die bekannte Publizistin ist Bestseller-Autorin, ist unabhängige wissenschaftliche Beraterin für die Europäische Union und gilt international als eine der anerkanntesten Expertinnen für Demokratie, Medien und Digitalisierung. Sie ist in Brüssel, Zürich, London und Paris tätig, wohnt in München und ist Mitglied in zahlreichen internationalen Forschungsinstitutionen und Stiftungen. @laStaempfli – so ihr Zwitschername – fungiert immer wieder im Who is Who der Schweiz und Global Leaders, sie wurde 2016 unter den 100 einflussreichsten Businessfrauen in der Schweiz aufgeführt.

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Regula Stämpfli über Éric Vuillards „Die Tagesordnung“ und deren Aktualität im Mai 2019: ENSUITE – ZEITSCHRIFT FÜR KULTUR & KUNST

Von der Keksfabrik zur Tagesordnung

Im Jahr 2000 versuchten 60 Frauen und Männer, die meisten von ihnen aus dem Osten, Entschädigung für die Sklavenarbeit zu erhalten, die sie für den Bahlsen-Kekskonzern während des Zweiten Weltkrieges leisten mussten. Es war eine lächerliche Million Mark, die gefordert wurde, doch die deutschen Richter blieben, wie immer in solchen Fällen, nationalsozialistisch und bundesrepublikanisch rechtgemäss: Die Forderungen sind verjährt. Die Bundesrepublik Deutschland hat mit diesem Argument unzählige Milliarden für die reichen Erben und Profiteure der nationalsozialistischen Herrschaft gespart. Die 25jährige Bahlsen-Kekse-Erbin, Verena mit Vornamen, meint deshalb im Jahr 2019 vergnügt: “Bahlsen hat sich nichts zu Schulden kommen lassen.” Tja. Die Kekse-Fabrik war ein kriegswichtiger Betrieb. Und ja: Die Geschichtsvergessenheit liegt im Trend. Verfolgt man die History-Docs, hört man die Experten und diskutiert man mit den jungen Leuten in Deutschland, so realisiert man schnell: Hitlerdeutschland ist bekannt, dass dem schnurrbärtigen Österreicher aber Millionen Mittäter zur Macht verhalfen und die Vernichtungsindustrie und Enteignungsmaschinerie mittrugen, ist seit Jahrzehnten hip.

Es gibt ein Buch, das dies ändern könnte. Doch erstaunlicherweise ist es, nach einigen Wochen des Feuilleton-Hypes, in Deutschland wieder im Keller verschwunden. Zu schmerzhaft, zu klar, zu präzise ist wohl die Benennung von Herrschaft, Macht, Mittäterschaft und Mediennarrativen.

Sie waren vierunzwanzig bei den toten Bäumen am Ufer, vierunzwanzig schwarze, braune oder cognacfarbene Überzieher, vierundzwanzig mit Wolle gepolsterte Schulterpaare, vierunzwanzig Dreiteiler, und die gleiche Anzahl breitgesäumter Bundfaltenhosen.” Diese Sätze aus dem ersten Kapitel kennzeichnen die  “Tagesordnung” von Éric Vuillard, der 2017 in Frankreich den renommierten “Prix Concourt” erhalten hat.

L’ ordre du jour” wie es im Original heisst, ist eines der besten Bücher der letzten zehn Jahre. Nur 118 Seiten gibt es dem poesie- und wissbegierigen Leser monatelangen Stoff. In Deutschland schafften es die detailliert nacherzählten Szenen aus der bis heute prägenden Zeit des nationalsozialistischen Herrschens, Intrigierens, Manipulierens und falschen Erzählens – wie schon erwähnt — nur wenige Wochen in die Schlagzeilen. Die für die mediale deutsche Öffentlichkeit bitterbösen Skizzen sind wohl einfach zu schmerzhaft. Schon George Orwell wusste, dass Leute, die vorgeben, die Wahrheit zu sagen, geliebt, Leute, die die Wahrheit sagen, gehasst werden. Glücklicherweise tickt die französische Öffentlichkeit in jeder Hinsicht anders. Hymnisch waren die Besprechungen für die “Traktandenliste” wie wir Schweizernden das Büchlein nennen würden, geistreich, klug und scharf die zahlreichen Diskussionen, die sich über den Text von Vuillard sofort einstellen. Die deutsche Rezeption zur “Tagesordnung” sagt darüber hinaus viel aus über das Klima, das seit 20 Jahren in Deutschland punkto Nationalsozialismus gepflegt wird: Faschokritik ja, Machtanalyse und Mittäterschaftsstruktur nein.

Die Zeit” schreibt, dass der Roman den Aufstieg Hitlers schildere. Man kann grosse Bücher, die ins eigene Medienpropagandafleisch schneiden, zwar noch dümmer charakterisieren, aber man müsste sich noch etwas anstrengen. Vuillard schreibt mitnichten über den Aufstieg Hitlers, sondern über die kriecherischen, in ihrem Habitus äusserst zeitgenössisch anmutenden Mittäter der sogenannten “besten Gesellschaft”.

Vuillard bemerkt zu recht, dass überhaupt nichts unschuldig in der Kunst der Auslassung in den Erzählungen zu Hitlers Deutschland ist. Vuillard hält dem deutschen Mainstream zur hitlerschen Geschichtsschreibung den Spiegel vor. Die vierunzwanzig “BASF, Bayer, Agfa, Opel, I.G. Farben, Siemens, Allianz, Telefunken” waren damals in der Organisation der Vernichtung des europäischen Judentums, an der Vorbereitung zum sehr deutschen und präzis organisierten Massenmord direkt involviert. Nur schreiben darüber wenige und wenn, wird so getan, als sei dies doch schon lange her und nicht mehr erwähnenswürdig. Oder es kommen Legitimationsartikel, dass man ja nun genügend Reparationen gezahlt hätte. Wirklich? Wer hat eigentlich was bezahlt und wem? Oder wann? Sind die Milliarden Vermögen, die auf einige wenige Erben in Deutschland verteilt werden, ohne Hitlerzeit überhaupt denkbar? Diese Fragen kommen einem über der Lektüre von Vuillard, “weil die juristischen Personen ihre Avatare haben, so wie die antiken Gottheiten unter vierlerei Gestalt auftraten und sich im Laufe der Zeit mit anderen Göttern vereinigten.”

Vuillard beschreibt, wie Demokratien zugrunde gehen. Zuerst durch das goldene Fundraising der millionenschweren Unternehmer. Das eingangs erwähnte Vierunzwanziger-Grüppchen puscht die nationalsozialistischen braunen Horden mit Millionen an die Macht. Die klassisch deutschen Unternehmen sponsoren ein Regime, das Europa in 12 Jahren in ein Massengrab verwandelte, um dann aus dessen Ruinen als strahlende Wiederaufbauer und Wirtschaftsverwunderer aufzuerstehen. “Doch um besser zu verstehen, was dieses Treffen vom 20. Februar bedeutet, um seinen Ewigkeitsgehalt zu begreifen, müssen wir diese Männer künftig bei ihrem Namen nennen. Nicht mehr Günther Quandt, Wilhelm von Opel, Gustav Krupp und August von Finck versammeln sich an jenem frühen Abend des 20. Februar 1933 im Reichstagpalais; es müssen andere Namen her” – Keiner schreibt so gut wie Vuillard. Hier noch ein Satz als Amouse-Bouche für den Roman, der in jeden Haushalt gehört:

Blitzkrieg ist eine einfache Formel, ein Wort, das die Werbung dem Fiasko angehängt hat.”

Die promovierte Politphilosophin Stämpfli schreibt exklusiv für ensuite eigenwillige, kluge, politisch versierte Rezensionen. Die Hannah Arendt-Dozentin ist Bestsellerautor zu Themen, die im deutschsprachigen Raum normalerweise nicht von Frauen verfasst werden dürfen. Deshalb auch die mönnliche Form des Bestsellerautors.

 

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Regula Stämpfli: „Vita activa. Mit Hannah Arendt durch den politischen Alltag“ an der Universität St. Gallen

„…die Idee der Freiheit auf so verhängnisvolle Weise aus dem revolutionären Denken verschwinden konnte und die Kategorie der Notwendigkeit sich an ihren Platz setzte“

Die Denkerin Hannah Arendt war – bis heute unerreicht – die klügste Verfechterin von Neubeginn, von Neuanfängen. Dies in Übereinstimmung ihrer politischen Theorie, dass Geschichte nie die Vollstreckung „natürlicher“, „sozialer“ oder sonstiger Automatismen darstellt, sondern sich durch Ereignisse und die diese gestaltenden Menschen manifestiert. Die wenigsten Interpretinnen und Interpreten denken MIT Hannah Arendt und sind deshalb nicht in der Lage, „on revolution – über die Revolution“ als klares Bekenntnis Arendts zu Demokratie, die nur durch Freiheit konstituiert wird, zu deuten. Die meisten weisen Arendts bitterböse Kritik an der Französischen Revolution (wie Seyla Benhabib), der „sozialen Frage“ (Judith Butler) als antimodern zurück. Dabei gründet Arendts Definition von Politik immer und unwiderbringlich als öffentlicher Raum, der sich dadurch definiert, frei von Notwendigkeiten zu sein. So ist es für Arendt nur logisch, die Bekämpfung von Armut in der Demokratie keinen Raum zu geben, denn für Arendt ist die Abwesenheit von Armut die Voraussetzung für Freiheit ist: „Wo immer die Lebensnotwendigkeiten sich in ihrer elementar zwingenden Gewalt zur Geltung bringen, ist es um die Freiheit einer von Menschen erstellten Welt geschehen.“ Dem nackten Elend begegnet man in solchen Fällen dann mit Gewalt – siehe die Schreckensherrschaft des Wohlfahrtsausschusses unter Robbespierre. 

Revolutionen sind nach Arendt also nur dann Neuanfänge, wenn sie die Freiheit, frei zu sein verwirklichen – was nach Arendt mit der Amerikanischen Revolution 1776 gelang. Denken wir mit Regula Stämpfli Hannah Arendt weiter, dann ist auch für 2019 das revolutionäre Programm self-evident: No Data without representation. 

Vorlesung, 23.5.2019 Raum HSG 01-014, 18.00-20.00 Uhr. 
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Regula Stämpfli über Europawahlen, EU und das Rahmenabkommen 2019 an der Universität Zürich, 5.6.2019

Open debate: Interaktives und partizipatives Podium
An der Universität Zürich, KOL-G-217 EV
5. Juni 2019, 18:15 bis 20:00 Uhr

Gäste:
Prof. Dr. Andreas Glaser, Rechtswissenschaften
Dr. Regula Stämpfli, Politologin
Prof. Dr. Tobias Straumann, Wirtschaftsgeschichte
Dr. Konrad Hummler, Ökonom
Die staatspolitischen Strukturen und Prozesse der Schweiz werden mit dem institutionellen Rahmenabkommen stark tangiert. Der Föderalismus, die direkte Demokratie, die Anhörungskultur, die Schweizer Neutralität und die Gewaltenteilung werden durch eine institutionelle Einbindung der Schweiz in die EU-Strukturen verändert. Am Podium werden die wichtigsten Positionen diskutiert. 

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Regula Stämpfli in ihrer Vorlesung zu „Vita activa“: Mit Hannah Arendt durch den politischen Alltag. Universität St. Gallen

Regula Stämpfli zu Hannah Arendts Vorlesung „Über das Böse. Fragen der Ethik“ bei Piper 2006 von Jerome Kohn aus dem Nachlass von Hannah Arendt herausgegeben. 

„Handlungen sind nicht darum für verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie sind darum als göttliche Gebote anzusehen, weil wir dazu innerlich verpflichtet sind“ zitiert Hannah Arendt die Antwort Immanuel Kants auf Sokrates. Hannah Arendt wäre der Nachwelt ohne die Skandalisierung um ihre Person im „Eichmann in Jerusalem“ wohl verloren gegangen, da denkenden und philosophierenden Frauen –  damals und heute – kaum öffentlich zugehört wird. So bitter die persönlichen Erfahrungen rund um die bösartige Medienhetze gegen Hannah Arendt waren, umso bereichernder ihre daraus folgenden Gedanken, Überlegungen und Klarheiten in der Vorlesung „Über das Böse“. Die Politphilosophin Regula Stämpfli übersetzt „Über das Böse“ in die heutige Zeit und denkt in ihrer Vorlesung über das Böse in der Gegenwart nach. 

Donnerstag, 16.5.2019 Raum HSG 01-014.  

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Regula Stämpfli über das „Digitale Selbst“ in den „Mittwochsgesprächen“ mit Rainer Danzinger. Moderation: Florian Fossel im Café Korb in Wien.

Der Mittwochssalon: Ausschreibung. 

Unser Gast, Regula Stämpfli – im Gespräch mit Rainer Danzinger – befasst sich seit vielen Jahren mit der neoliberalen Verwertbarkeit alles Lebendigen und dem Hype um Hashtags, Social Media und politischer Polarisierung und fasst ihre Beobachtungen unter dem Begriff „Trumpism“ zusammen. Zu diesem schreibt sie:
„TRUMPISMUS ist framing & hurting, ist Datenklau »as business as usual«, ist Vergoldung durch das Amt, ist Herrschaft des Selbst, ist Corporate Branding, ist Fake Science, ist die Algorithmisierung der Welt, ist Leben als Konsum, ist Markenprotest, ist Pornografisierung des Alltags, ist Klickraten-Demokratie, produziert Blindspiralen, ist »scripted reality«, ist Banksprech, ist Identitäts- und Genderpolitik, rechnet echte Körper völlig falsch, ist Nomadentum der Vorurteile, ist Exekutivkommunikation, ist Börsenkurs, ist Rating-Demokratie, macht aus Menschen lebende Münzen, […] ist die Eroberung der Welt als Zahl, ist der Siegeszug von Big Data, codiert nach Vorurteilen, skandalisiert den Hyperlink, führt Selbstgespräche, operiert im Sefile-Modus, teilt die Welt in Likes und Dislikes, ist laut, führt Listen, macht aus Medien und Menschen eine (sich) )(an)schreiende Zunft.“

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Regula Stämpfli an der Nacht der Philosophie in Wien zu KI/AI &Demokratie

Regula Stämpfli im Café Phil, 8.5.2019 an der Nacht der Philosophie zum Thema: Träumen Künstliche Intelligenzen von Demokratie? 

Als der geniale Phillip K. Dick 1968 seinen Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep“ veröffentlichte, in dem eine Gruppe von Androiden mit allen Mitteln der vorprogrammierten Abschaltung zu entkommen versucht, da waren Computer so gross wie ein Lieferwagen und wurden noch mit Lochstreifen gefüttert. Heutzutage dominieren die Diskussionen über Künstliche Intelligenzen innerhalb eines dystopischen Rahmens, ohne wirkliche Innovationen, dafür mit hohem Werbepotential. Die Politphilosophin lehrt politisches Denken und gibt an der Nacht der Philosophie Hinweise, erzählt ganz andere Rahmenbedingungen, was im Zuge der „Algorithmisierung der Welt“ (Regula Stämpfli 2007) schon passiert ist und was nicht geschehen soll. Künstliche Intelligenz setzt als ethische Intelligenz selbstverständlich menschliche Intelligenz voraus: Intelligenz im Sinne eines Hannah Arendt´schen Denkens, das Denken nicht als materielles System, sondern eines der Vernetzung im öffentlichen Raum erkennt. Es ist am Abend selber eine Aufnahme des Denk-Vortrages geplant. 

Cafe Phil, 8.5.2019 21.00 Uhr, Gumpendorfer Strasse 10, 1060 Wien.

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Regula Stämpfli Vita Activa: Mit Hannah Arendt durch den Alltag

„Es zeigt sich nämlich, dass die *Wahrheiten* des modernen wissenschaftlichen Weltbilds, die mathematisch beweisbar und technisch demonstrierbar sind, sich auf keine Weise mehr sprachlich oder gedanklich darstellen lassen.“

Im Zentrum der öffentlichen Vorlesung von Dr.phil/Dipl. Coach Regula Stämpfli steht nicht die Philosophin Hannah Arendt, die dies für sich auch nie beansprucht hätte, sondern die Aktualität des politischen Denkens dieser urteilsstarken und mutigen „Denkerin ohne Geländer“. Am 2.5. ist die Vorlesung mit „Über das Böse“ betitelt und anders als die meisten Vorlesungen zu Hannah Arendt steht am 2. Mai 2019 noch nicht „Eichmann in Jerusalem“ im Zentrum, sondern der Verlust der Unendlichkeit als Weltentfremdung und die Reduktion aller Menschen auf Null und Eins, auf ein Jahrgangs-, Kilo- und Zentimeterverhältnis. Das Böse manifestiert sich im politischen Denken zunächst in festgefahrenen Menschenbildern. Hörsaal HSG 01-014, Universität St. Gallen, 18.15 – 19.45. images