Regula Stämpfli in ihrer Vorlesung zu „Vita activa“: Mit Hannah Arendt durch den politischen Alltag. Universität St. Gallen

Regula Stämpfli zu Hannah Arendts Vorlesung „Über das Böse. Fragen der Ethik“ bei Piper 2006 von Jerome Kohn aus dem Nachlass von Hannah Arendt herausgegeben. 

„Handlungen sind nicht darum für verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie sind darum als göttliche Gebote anzusehen, weil wir dazu innerlich verpflichtet sind“ zitiert Hannah Arendt die Antwort Immanuel Kants auf Sokrates. Hannah Arendt wäre der Nachwelt ohne die Skandalisierung um ihre Person im „Eichmann in Jerusalem“ wohl verloren gegangen, da denkenden und philosophierenden Frauen –  damals und heute – kaum öffentlich zugehört wird. So bitter die persönlichen Erfahrungen rund um die bösartige Medienhetze gegen Hannah Arendt waren, umso bereichernder ihre daraus folgenden Gedanken, Überlegungen und Klarheiten in der Vorlesung „Über das Böse“. Die Politphilosophin Regula Stämpfli übersetzt „Über das Böse“ in die heutige Zeit und denkt in ihrer Vorlesung über das Böse in der Gegenwart nach. 

Donnerstag, 16.5.2019 Raum HSG 01-014.  

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Regula Stämpfli über das „Digitale Selbst“ in den „Mittwochsgesprächen“ mit Rainer Danzinger. Moderation: Florian Fossel im Café Korb in Wien.

Der Mittwochssalon: Ausschreibung. 

Unser Gast, Regula Stämpfli – im Gespräch mit Rainer Danzinger – befasst sich seit vielen Jahren mit der neoliberalen Verwertbarkeit alles Lebendigen und dem Hype um Hashtags, Social Media und politischer Polarisierung und fasst ihre Beobachtungen unter dem Begriff „Trumpism“ zusammen. Zu diesem schreibt sie:
„TRUMPISMUS ist framing & hurting, ist Datenklau »as business as usual«, ist Vergoldung durch das Amt, ist Herrschaft des Selbst, ist Corporate Branding, ist Fake Science, ist die Algorithmisierung der Welt, ist Leben als Konsum, ist Markenprotest, ist Pornografisierung des Alltags, ist Klickraten-Demokratie, produziert Blindspiralen, ist »scripted reality«, ist Banksprech, ist Identitäts- und Genderpolitik, rechnet echte Körper völlig falsch, ist Nomadentum der Vorurteile, ist Exekutivkommunikation, ist Börsenkurs, ist Rating-Demokratie, macht aus Menschen lebende Münzen, […] ist die Eroberung der Welt als Zahl, ist der Siegeszug von Big Data, codiert nach Vorurteilen, skandalisiert den Hyperlink, führt Selbstgespräche, operiert im Sefile-Modus, teilt die Welt in Likes und Dislikes, ist laut, führt Listen, macht aus Medien und Menschen eine (sich) )(an)schreiende Zunft.“

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Regula Stämpfli an der Nacht der Philosophie in Wien zu KI/AI &Demokratie

Regula Stämpfli im Café Phil, 8.5.2019 an der Nacht der Philosophie zum Thema: Träumen Künstliche Intelligenzen von Demokratie? 

Als der geniale Phillip K. Dick 1968 seinen Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep“ veröffentlichte, in dem eine Gruppe von Androiden mit allen Mitteln der vorprogrammierten Abschaltung zu entkommen versucht, da waren Computer so gross wie ein Lieferwagen und wurden noch mit Lochstreifen gefüttert. Heutzutage dominieren die Diskussionen über Künstliche Intelligenzen innerhalb eines dystopischen Rahmens, ohne wirkliche Innovationen, dafür mit hohem Werbepotential. Die Politphilosophin lehrt politisches Denken und gibt an der Nacht der Philosophie Hinweise, erzählt ganz andere Rahmenbedingungen, was im Zuge der „Algorithmisierung der Welt“ (Regula Stämpfli 2007) schon passiert ist und was nicht geschehen soll. Künstliche Intelligenz setzt als ethische Intelligenz selbstverständlich menschliche Intelligenz voraus: Intelligenz im Sinne eines Hannah Arendt´schen Denkens, das Denken nicht als materielles System, sondern eines der Vernetzung im öffentlichen Raum erkennt. Es ist am Abend selber eine Aufnahme des Denk-Vortrages geplant. 

Cafe Phil, 8.5.2019 21.00 Uhr, Gumpendorfer Strasse 10, 1060 Wien.

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Regula Stämpfli Vita Activa: Mit Hannah Arendt durch den Alltag

„Es zeigt sich nämlich, dass die *Wahrheiten* des modernen wissenschaftlichen Weltbilds, die mathematisch beweisbar und technisch demonstrierbar sind, sich auf keine Weise mehr sprachlich oder gedanklich darstellen lassen.“

Im Zentrum der öffentlichen Vorlesung von Dr.phil/Dipl. Coach Regula Stämpfli steht nicht die Philosophin Hannah Arendt, die dies für sich auch nie beansprucht hätte, sondern die Aktualität des politischen Denkens dieser urteilsstarken und mutigen „Denkerin ohne Geländer“. Am 2.5. ist die Vorlesung mit „Über das Böse“ betitelt und anders als die meisten Vorlesungen zu Hannah Arendt steht am 2. Mai 2019 noch nicht „Eichmann in Jerusalem“ im Zentrum, sondern der Verlust der Unendlichkeit als Weltentfremdung und die Reduktion aller Menschen auf Null und Eins, auf ein Jahrgangs-, Kilo- und Zentimeterverhältnis. Das Böse manifestiert sich im politischen Denken zunächst in festgefahrenen Menschenbildern. Hörsaal HSG 01-014, Universität St. Gallen, 18.15 – 19.45. images