Regula Stämpfli in „Weil der Stadt“ über Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt. 26. September 2019

Do, 26. September 2019
20:00 Uhr im Klösterle

Wie Fake News die Demokratie aus der Welt klicken

Eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen „Vielfalt in Weil der Stadt – Das Beste gegen Einfalt!“

 

„Trumpism“ nennt die Historikerin, Politologin und Medienwissenschafterin Regula Stämpfli das politische Phänomen, das gerade die Welt verändert.

Mittels populistischer Rhetorik, Ideologie, Gestik und Narrativen wird unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit langsam, aber spürbar verrückt.

Regula Stämpfli zeigt, wie die Verletzung der menschlichen Würde via 140 Zeichen in den politischen Alltag eingreift.

Die Regierenden kommunizieren direkt mit den Regierten, ohne sich der in der Demokratie dafür vorgesehenen Kanäle zu bedienen.

Woher kommt dieser Erfolg der Vulgarität und was lässt sich dagegen tun? Und: Was würde zu all dem die kluge Hannah Arendt sagen?

Dr.phil/Dipl. Coach Regula Stämpfli ist Pokitik-Dozentin. Sie ist in der Schweiz als scharfsinnige „laStaempfli“ (so ihr Zwitschername) als unabhängige Expertin und Kommentatorin der Zeitgeschichte berühmt berüchtigt.

Im Rahmen der Vielfaltwochen in Weil der Stadt, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“, lokale Partnerschaft für Demokratie Weil der Stadt.
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TRUMPISM: REGULA STÄMPFLI ÜBER POPULISTEN UND DEMOKRATIEFAKES IN GRAZ 16.9.2019

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Regula Stämpfli, Dozentin für „Schlagfertig Verhandeln“ 12./19. September – Anmeldung auf Bild klicken

Kursbeschrieb:
Schlagfertiges Auftreten gehört zu den wichtigsten Mittel der modernen Kommunikationsgesellschaft. Im Kurs lernen Sie, wie Sie in jeder Situation smart und konstruktiv reagieren können. Sie wissen, Kompromissbereitschaft und Stärke zu signalisieren. Sie eignen sich im Kurs Kenntnisse der Rhetorik sowie Allgemeinwissen an. Damit fördern Sie Ihre sprachliche, denkerische Redegewandtheit, und sichern Ihr Auftreten. Mit zahlreichen Tipps und guter Lektüre sind Sie für künftige öffentliche, berufliche, ja selbst für private Termine gut gewappnet.

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Regula Stämpfli: „Vita activa. Mit Hannah Arendt durch den politischen Alltag“ an der Universität St. Gallen

„…die Idee der Freiheit auf so verhängnisvolle Weise aus dem revolutionären Denken verschwinden konnte und die Kategorie der Notwendigkeit sich an ihren Platz setzte“

Die Denkerin Hannah Arendt war – bis heute unerreicht – die klügste Verfechterin von Neubeginn, von Neuanfängen. Dies in Übereinstimmung ihrer politischen Theorie, dass Geschichte nie die Vollstreckung „natürlicher“, „sozialer“ oder sonstiger Automatismen darstellt, sondern sich durch Ereignisse und die diese gestaltenden Menschen manifestiert. Die wenigsten Interpretinnen und Interpreten denken MIT Hannah Arendt und sind deshalb nicht in der Lage, „on revolution – über die Revolution“ als klares Bekenntnis Arendts zu Demokratie, die nur durch Freiheit konstituiert wird, zu deuten. Die meisten weisen Arendts bitterböse Kritik an der Französischen Revolution (wie Seyla Benhabib), der „sozialen Frage“ (Judith Butler) als antimodern zurück. Dabei gründet Arendts Definition von Politik immer und unwiderbringlich als öffentlicher Raum, der sich dadurch definiert, frei von Notwendigkeiten zu sein. So ist es für Arendt nur logisch, die Bekämpfung von Armut in der Demokratie keinen Raum zu geben, denn für Arendt ist die Abwesenheit von Armut die Voraussetzung für Freiheit ist: „Wo immer die Lebensnotwendigkeiten sich in ihrer elementar zwingenden Gewalt zur Geltung bringen, ist es um die Freiheit einer von Menschen erstellten Welt geschehen.“ Dem nackten Elend begegnet man in solchen Fällen dann mit Gewalt – siehe die Schreckensherrschaft des Wohlfahrtsausschusses unter Robbespierre. 

Revolutionen sind nach Arendt also nur dann Neuanfänge, wenn sie die Freiheit, frei zu sein verwirklichen – was nach Arendt mit der Amerikanischen Revolution 1776 gelang. Denken wir mit Regula Stämpfli Hannah Arendt weiter, dann ist auch für 2019 das revolutionäre Programm self-evident: No Data without representation. 

Vorlesung, 23.5.2019 Raum HSG 01-014, 18.00-20.00 Uhr. 
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Regula Stämpfli in ihrer Vorlesung zu „Vita activa“: Mit Hannah Arendt durch den politischen Alltag. Universität St. Gallen

Regula Stämpfli zu Hannah Arendts Vorlesung „Über das Böse. Fragen der Ethik“ bei Piper 2006 von Jerome Kohn aus dem Nachlass von Hannah Arendt herausgegeben. 

„Handlungen sind nicht darum für verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie sind darum als göttliche Gebote anzusehen, weil wir dazu innerlich verpflichtet sind“ zitiert Hannah Arendt die Antwort Immanuel Kants auf Sokrates. Hannah Arendt wäre der Nachwelt ohne die Skandalisierung um ihre Person im „Eichmann in Jerusalem“ wohl verloren gegangen, da denkenden und philosophierenden Frauen –  damals und heute – kaum öffentlich zugehört wird. So bitter die persönlichen Erfahrungen rund um die bösartige Medienhetze gegen Hannah Arendt waren, umso bereichernder ihre daraus folgenden Gedanken, Überlegungen und Klarheiten in der Vorlesung „Über das Böse“. Die Politphilosophin Regula Stämpfli übersetzt „Über das Böse“ in die heutige Zeit und denkt in ihrer Vorlesung über das Böse in der Gegenwart nach. 

Donnerstag, 16.5.2019 Raum HSG 01-014.  

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Regula Stämpfli an der Nacht der Philosophie in Wien zu KI/AI &Demokratie

Regula Stämpfli im Café Phil, 8.5.2019 an der Nacht der Philosophie zum Thema: Träumen Künstliche Intelligenzen von Demokratie? 

Als der geniale Phillip K. Dick 1968 seinen Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep“ veröffentlichte, in dem eine Gruppe von Androiden mit allen Mitteln der vorprogrammierten Abschaltung zu entkommen versucht, da waren Computer so gross wie ein Lieferwagen und wurden noch mit Lochstreifen gefüttert. Heutzutage dominieren die Diskussionen über Künstliche Intelligenzen innerhalb eines dystopischen Rahmens, ohne wirkliche Innovationen, dafür mit hohem Werbepotential. Die Politphilosophin lehrt politisches Denken und gibt an der Nacht der Philosophie Hinweise, erzählt ganz andere Rahmenbedingungen, was im Zuge der „Algorithmisierung der Welt“ (Regula Stämpfli 2007) schon passiert ist und was nicht geschehen soll. Künstliche Intelligenz setzt als ethische Intelligenz selbstverständlich menschliche Intelligenz voraus: Intelligenz im Sinne eines Hannah Arendt´schen Denkens, das Denken nicht als materielles System, sondern eines der Vernetzung im öffentlichen Raum erkennt. Es ist am Abend selber eine Aufnahme des Denk-Vortrages geplant. 

Cafe Phil, 8.5.2019 21.00 Uhr, Gumpendorfer Strasse 10, 1060 Wien.

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Regula Stämpfli Vita Activa: Mit Hannah Arendt durch den Alltag

„Es zeigt sich nämlich, dass die *Wahrheiten* des modernen wissenschaftlichen Weltbilds, die mathematisch beweisbar und technisch demonstrierbar sind, sich auf keine Weise mehr sprachlich oder gedanklich darstellen lassen.“

Im Zentrum der öffentlichen Vorlesung von Dr.phil/Dipl. Coach Regula Stämpfli steht nicht die Philosophin Hannah Arendt, die dies für sich auch nie beansprucht hätte, sondern die Aktualität des politischen Denkens dieser urteilsstarken und mutigen „Denkerin ohne Geländer“. Am 2.5. ist die Vorlesung mit „Über das Böse“ betitelt und anders als die meisten Vorlesungen zu Hannah Arendt steht am 2. Mai 2019 noch nicht „Eichmann in Jerusalem“ im Zentrum, sondern der Verlust der Unendlichkeit als Weltentfremdung und die Reduktion aller Menschen auf Null und Eins, auf ein Jahrgangs-, Kilo- und Zentimeterverhältnis. Das Böse manifestiert sich im politischen Denken zunächst in festgefahrenen Menschenbildern. Hörsaal HSG 01-014, Universität St. Gallen, 18.15 – 19.45. images