#DiePodcastin redet über Geld: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über “a room and money of her own”

#DiePodcastin redet über Geld: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über “a room and money of her own”
 
Isabel Rohner beginnt mit dem bedeutungsvollsten von vielen brennend schönen Zitaten: Diesmal von Viriginia Woolf. Der feministische Wochenrückblick bringt der Podcastin Freude über die Diversity am Inauguration Day und einen Riesenärger über die Männerhymnen zu einen Frauenmörder (he shall NOT be named here). Hierzu den Twitteraccount von @beritmiriam (Berit Glanz) & Blog 54books.de
geldfolge-800x500
 
Doch dann: Money, money. Laut neuerer Studien überlassen immer noch sieben von zehn Frauen in Beziehungen (hetero oder lesbisch) die Finanzentscheidungen den Männern oder der reicheren Partnerin. Vier von zehn Frauen sagen, sie redeten lieber über den Tod als über Geld. Reden Freundinnen über Geld? “Frauen haben kein Geld, deshalb ist die Welt teils so beschissen wie sie ist. Wären die Lehman Brothers Sisters gewesen; die Welt sähe heute mit Bestimmtheit anders aus” konstatiert laStaempfli nüchtern. Sie fährt mit einer regelrechten Frauenschelte fort: Frauen geben ihr Geld nicht für vermehrbares Vermögen aus, sondern behalten es auf einer Bank. “Auf einer Bank!” schreit laStaempfli förmlich. Dabei gilt schon ab ein paar hundert Euro: Kunst, Aktien und Immobilien kaufen. Die Notwendigkeit zwar decken, um die Freiheit immer leben zu können, doch sobald etwas Zusatzgeld da ist: Zum Fenster rausschmeissen (also in Kunst, Aktien und Immobilien), dann kommt es durch die Türe zurück. Die Rohnerin wendet sehr klug ein, dass Frauen und Geld eine schwierige Beziehung sind, weil Frauen vom Erbe jahrhundertelang ausgeschlossen waren; weil Frauen kein eigenes Vermögen besitzen durften; weil Frauen kein Erbe weiterreichen konnten; weil Frauen von Berufen, Bankkonten und Rechten ausgeschlossen waren, etc.
 
Einmal mehr realisieren Isabel Rohner und Regula Stämpfli, dass die Frauendiskriminierung nicht einfach eine Nebensache der Geschichte der Ökonomie ist, sondern Kern- und Angelpunkt der Situation, dass Frauen auch heute noch jährlich in der Schweiz um 100 Milliarden betrogen werden. Allein die Lohnunterschiede, die immer so als marginal dargestellt werden, machen Milliarden Frauenverluste aus, von den unbezahlten Care-Arbeitsstunden, die Mascha Madörin und Zita Küng so genial berechnen und aufzeigen, ganz zu schweigen. Und ja: Frauen, fordert endlich bezahlte Care-Arbeit in Euren PartnerInnenschaften.
 
 51s7SGlD5NL
Die Folge ist ein einziges Aha-Erlebnis mit viel guten Tipps für Geldanlagen für Frauen und der Geschichte von Frauen mit, auf und über Geld. Es fehlen: Bitcoin, feministische Anlagen, Gold und andere Finanzmechanismen. Im Zentrum stehen für einmal ganz praktisch und schlicht: Frauen und Geld. Literatur: 
 – Die Pandemie als Krise der Frauen von Olivia Kühni siehe https://www.republik.ch/2021/01/18/die-krise-der-frauen
– Feministische Universität zum Thema Geld siehe https://feministische-fakultaet.org/wp-content/uploads/2020/07/fem-Programm-2018-2019.pdf
 – OECD Einstiegsstatistik siehe https://data.oecd.org/earnwage/gender-wage-gap.htm – Wie Frauen um 100 Milliarden betrogen werden, siehe https://www.woz.ch/-9bf6 – Buchtipp: Helma Sick und Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge – warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist (Penguin Verlag): https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Ein-Mann-ist-keine-Altersvorsorge-Warum-finanzielle-Unabhaengigkeit-fuer-Frauen-so-wichtig-ist/Helma-Sick/Penguin/e542123.rhd

laStaempflis Kulturjahr 2020: Die Liebe in Zeiten von Corona in ensuite: Magazin für Kunst & Kultur

Januar by laStaempflis Kulturjahr: Worldly statt Selfie. Entwurf einer digitalen (Frauen)Demokratie für #50JahreFrauenstimmrecht Zum Auftakt des Jahres ein Glücksfall. Isabel Rohner, die fabelhafte Krimiautorin von „Schöner Morden“ und „Taugenixen“ gibt mit der ebenso eindrucksvollen Irène Maria Schäppi, Lifestyle-Chefin von 20 Minuten, das wichtigste Buch für das Jahr 2021 heraus: 50 Jahre Frauenstimmrecht im Limmat-Verlag. Heute ist es schon in der zweiten Auflage und ich hab ja darauf gewettet, dass es #Bestseller2021 wird. Ich bin eine der 25 Frauen, die über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung im Band mit einem Aufsatz vertreten ist.august-die-swangoettin-maja-plissezkaja-338x450

Natürlich dreht sich bei mir alles um Korsette: Daten, Kilos, Fiktionen und die G-Mafia. Ich breche das algorithmische Storytelling und sehe mich in bester Denkerinnen-Gesellschaft: Alle im Buch versammelten Artikel und Interviews sind einfach DER HAMMER. Hier erwähne ich den Jänner 2020, weil Isabel Rohner und Regula Stämpfli sich über diesem Projekt via Twitter näher kamen. Eine digitale Liebe auf ersten Tweet sozusagen, daraus entstand das unvergleichliche Projekt: „DiePodcastin. Isabel Rohner und Regula Stämpfli erklären die Welt“, zu hören auf www.diepodcastin.de seit Juni 2020. Literatur: 50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung von Isabel Rohner und Irène Schäppi (Hg), Limmat 2019.

venedig-leerer-markusplatz-juni-376x450

Juli by laStaempflis Kulturjahr: James Bond ist noch das kleinste Problem

Abgesagt: Die Festivalveranstaltenden sind „Les Misérables“ im 2020. James Bond wird vertagt. Doch dies ist definitiv nicht wichtig: Es hagelt überall virusbedingte Absagen. Bach-Festivals, Kleinkunsttage, Tanztage, Jugend musiziert, Technoclubs, Jazz-Festival, das beste aller Festivals überhaupt, das ORANGE BLOSSOM IN BEVERUNGEN, mein heissgeliebtes OBS (siehe Bild): ABGESAGT. Noch am 5. März 2020 meldete das Openair Frauenfeld, dass das Festival zu „100 Prozent“ stattfinde. Es kam anders. Die Festivalbetreibenden wurden von den Behörden, pardon der Ausdruck, teils wie Scheisse behandelt: Es gab keine Eintscheidungssicherheit, keine soliden rechtlichen Grundlagen, keinen Plan – das ganze Jahre wurde hin- und herlaviert. Dabei war klar: Eigentlich herrscht mit dem Virus Krieg gegen alles, was unser normales Leben ausgemacht hat. Doch statt den Kriegszustand, wie in Frankreich deklariert, schwafelten die Statusquo-Manager vom „neuen normal“. Die grössten Profiteure des Krieges sind und bleiben die Onlinedienste. Statt von Heimarbeit reden Medien von „Homeoffice“, statt von „privatisierte Heimschulung“ puschen die Narrative „Homeschooling“: Das Banksprech, dieses Schwafeln statt Benennen, feiert Höchststand. 15-20 Prozent der weltweiten Kinos werden andersweitig genutzt werden oder zumachen. Netflix und CO. müssten zu milliardenschweren Steuern verdonnert werden.Literatur: Shoshanna Zuboff, Das Zeitalter des digitalen Überwachungskapitalismus, Campus Verlag 2018. Mittlerweile auch im Taschenbuch erhältlich.

Wer mehr wissen will, klicke auf die Bilder oder hier: 

laStaempflis Kulturjahr 2020: Die Liebe in Zeiten von Corona

Regula Stämpfli über die „Theorie der Blindspirale“ TM laStaempfli (Begriff aus: „Die Macht des richtigen Friseurs, Brüssel 2007) am Beispiel des “ on „US Capitol Storming“

Regula Stämpfli über die „Theorie der Blindspirale“ TM laStaempfli (Begriff aus: „Die Macht des richtigen Friseurs, Brüssel 2007) am Beispiel des „US Capitol Storming“ vom 6.1.2021

„Wahlen im Zeitalter der Unterwerfung“ (laStaempfli), d.h. in einer Zeit, die dadurch geprägt ist, dass Fiktionen stärker sind als Realpolitik, sind im Wesentlich durch Iconography als Reproduktion der Fiktionen und nicht als Abbild der Wirklichkeit(en) geprägt. Vier Jahre „Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt“ haben gezeigt, dass es keine Argumente, ja nicht einmal mehr Wirklichkeit braucht, um zu regieren. cover trumpismDie Klickraten-Fixation der Medien hat sich in eine totalitäre Inszenierung der Demokratie gewandelt: Experten, Journalisten und Umfragen verkaufen Images – nicht zuletzt die von sich selbst. Im „Sturm auf Washington“ replizierten die Medien weltweit eine autokratische Bildersprache: Statt dass die Bilder die Runde machten, die die Demokratie WIRKLICH verteidigten, wurden die Nordmänner-Ikonographien tausendfach verteilt. Statt dass gezeigt wurde, wie ein Afro-Amerikaner, ein einzelner Wachmann sich gegen Hunderte von von Trump inspirierten Männerhorden wehren musste, indem er zwar eine Waffe in der Hand hielt, aber es klar war, dass wenn er schiessen würde, keine Chance gegen die Mörder, deren Willen die Zerstörung des Capitols und damit der Demokratie war, statt also solche Fotos zu zeigen, machten patriarchale Männlichkeitsbilder à Hollywood die Runde. 

06.01.2021, USA, Washington: Menschen suchen Schutz auf der Tribüne des Repräsentantenhauses, während Demonstranten versuchen, in die Repräsentantenkammer im US-Kapitol einzudringen. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

06.01.2021, USA, Washington: Menschen suchen Schutz auf der Tribüne des Repräsentantenhauses, während Demonstranten versuchen, in die Repräsentantenkammer im US-Kapitol einzudringen. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Demokratie muss erfunden, imaginiert, kanonisiert, erzählt werden, doch statt dessen werden patriarchale Autokratien mittels autocomplete-Techniken der diktatorisch kodierten Fiktionen elektronisch verbreitet. Es gibt, wie Regula Stämpfli in ihrem Artikel zur Zukunft der Zukunftsforschung ausführt, ein riesiges Demokratie Data Gap. Auf die Bilder drücken und der Artikel erscheint. Dieses Democracy Data Gap reproduziert sich technisch millionenfach in Bildern. 

Deshalb ist es entscheidend, dass Medienschaffende und Politisierende wieder lernen, wie in der Moderne, ein eigenes, progressives und menschengebundene Begehren nach anderen und neuen Bildern zu entwickeln: siehe Beispiele. Die Frauen die die Boxes des Electoral College gerettet haben: Das ist das entscheidende Bild zum Sturm auf das Capitol, meint die Politologin Regula Stämpflidie frauen die die boxes des electoral college gerettet habenBildschirmfoto 2021-01-10 um 14.51.56

Regula Stämpfli über Wolfram Eilenbergers „Feuer der Freiheit“, Rezension Jänner 2021im „ensuite“.

Feuer der Diskriminierung: Regula Stämpfli über Wolfram Eilenbergers „Feuer der Freiheit“, Rezension Jänner 2021im „ensuite“. 

Von Dr. Regula Stämpfli – Die Reduktion von Menschen auf ökonomische Konzepte oder ihr Geschlecht führt in keinerlei Disziplin weiter. Als Kategorie der Diskriminierung funktioniert das Geschlecht aber hervorragend. laStaempfli fauchend in den Fusstapfen von Hannah Arendt…. 

Wolfram Eilenberger hat ein unmögliches Buch zu vier Philosophinnen geschrieben: Es ist abseitig, verkehrt, anstössig, unangenehm. Und zwar auf vielen Ebenen. Erstens vergleicht er vier Philosophinnen miteinander, die nichts, ausser einem ähnlichen Geburtsdatum, gemeinsam haben. Zweitens sind die vier «Philosophinnen» gar keine. Hannah Arendt wies den Begriff für sich explizit zurück, Ayn Rand war im besten Fall eine mittelmässige, ultrakapitalistische, geldversessene Sado-Maso-Literatin, Simone de Beauvoir die grösste Gesellschaftstheoretikerin des 20. Jahrhunderts und Simone Weil eine Sozialrevolutionärin mit Hang zur christlichen Mystik und buddhistischen Einsichten. Die vier Frauen in ein Buch zu packen, drittens, entspricht dem Versuch, ein Band zum Thema «Freie Rede» mit Joseph Goebbels, Niklas Luhmann, Isaiah Berlin und Dalai-Lama zu veröffentlichen. Goebbels nimmt in diesem Vergleich die Rolle von Ayn Rand ein, Simone de Beauvoir die von Niklas Luhmann, Hannah Arendt Isaiah Berlin und Simone Weil die von Dalai-Lama. Würden die erwähnten Herren von einem Philosophen in einem einzigen Werk gemeinsam, vor allem mittels Liebes- und Freundesbriefe, als Philosophen der freien Rede, Kommunikation und Demokratie besprochen werden? Niemals. Aber offensichtlich ist die Verachtung und Benachteiligung von denkenden Menschen aufgrund ihres Frauseins philosophisch so akzeptabel, dass der deutsche Feuilleton Eilenbergers Werk in höchsten Tönen rühmt.eilenberger laStaempfli rezension

In meiner, in der Dezemberausgabe 2020 von ensuite leider veröffentlichten und unredigierten Rohversion zu Eilenbergers «Freiheit», gehen vor lauter Wut über die offensichtliche Geringschätzigkeit, Herabsetzung, ja Hohn gegenüber den vier Frauen, die wichtigsten Argumente in falscher Syntax, Grammatik wie Wortwahl unter. Ich bin immer noch wütend, entsetzt, regelrecht von Furien besessen: Hätte ich Zeit und Geld würde ich Eilenbergers Machwerk Satz für Satz als falsch gesetzt, verquer gedacht, unmöglich formuliert und abartig kontextualisiert, auseinandernehmen. Warum in aller Welt bin ich die Einzige, die mit Hannah Arendt den philosophischen Skandal, den Eilenberger hier in allem Sexismus produziert, entlarvt? Doch Eilenbergers Buch eignet sich nicht einmal für ein Debattenfeuer: Es ist dermassen kreuzfalsch, dass mein Gehirn schmerzt beim Lesen.

regula stämpfli hannah arendt nacht der philosophinnen

Stichwortartig meine wichtigsten Punkte:- Vier völlig unterschiedliche, diametral andersdenkende, handelnde und publizierende Frauen aufgrund ihrer Generation in ein Buch zu packen, ist nach Arendt «klassischer Sophismus», der darin besteht, «den Verstand mit Argumenten zu bezaubern» und damit «einen Sieg der Argumente auf Kosten der Wahrheit» erzielen zu wollen. (Totalitarismus, S.34) – Eilenberger sagt nichts zu Arendt, Beauvoir, Weil und Ayn Rand, sondern zu Eilenbergers Variante von «Philosophinnen».- Eilenberger benutzt diskriminierende Bilder, die den Eindruck vermitteln, die Wirklichkeit abzubilden, wenn sie in Bezug auf die Denkerinnen das Gegenteil tun.- Eilenberger interessieren die Männer der vier Frauen viel mehr als die Schriften von Rand, Beauvoir, Arendt und Weil.- Eilenberger präsentiert einen standardisierten männlichen Blick auf sogenannte Philosophinnen: das Buch strotzt nur so von traditionell geschlechterzugeordneten Settings.- Eilenbergers Männer denken, Eilenbergers Frauen lieben.-Eilenbergers Buch wird sofort entlarvt, wenn Frau die Umkehr-Probe anwendet.- Eilenberger stellt Männer positiv klischiert dar, die Frauen stereotyp negativ: Sie sind ständig im Defizitmodus.- Eilenberger gibt vor, über vier Frauen zu schreiben, aber er schreibt nur über Eilenbergers Variation von selbstimaginierten Figuren, denen er die Namen Beauvoir, Weil, Rand und Arendt gibt. Er zitiert nur Quellen, die diesen von ihm imaginierten Figuren entsprechen.

buchcover hannah arendt

Dass der bisherige Feuilleton dies nicht entdeckt hat, sondern den Fantasmen Eilenbergers folgt, ist ein Skandal. Denn es drängt sich ein vernichtender Verdacht zur Motivation von Eilenberger auf: Offensichtlich ging es in diesem Werk zu den völlig verzerrten und selbstimaginierten Frauenfiguren nicht um Rand, Beauvoir, Arendt oder Weil, sondern in erster Linie darum, diese Frauen so ins Bild zu setzen, dass von ihren Werken nichts mehr übrigbleibt. Rand mit Beauvoir, Arendt und Weil gleichzusetzen ist mephistophelisch übel. Beauvoir, Arendt und Weil darüber hinaus über deren Männer, im Fall von Weil, über Gott, zu definieren, entspricht den klassischen Unsichtbarmachungs-Strategien patriarchaler Wissenschaftler des 19./20. und nun auch 21. Jahrhunderts.Wolfram Eilenberger, Feuer der Freiheit. Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten 1933–1943, Klett-Cotta, Stuttgart 2020, 396 Seiten.

Regula Stämpfli über die Notwendigkeit der ökologischen und sozialen Transformation 2021ff

Zukunftsforscherin Regula Stämpfli über die Notwendigkeit der ökologischen und sozialen Transformation 2021: Blick, Schweizer Tageszeitung 6.1.2021.Bildschirmfoto 2021-01-06 um 17.16.23

Nach der Corona-Krise wird nichts mehr sein, wie es einmal war. Das sagt die Zukunftsforscherin Regula Stämpfli. Um in diesem Jahrhundert nicht von einer Pandemie in die nächste zu schlittern, seien ökologische und soziale Handelssysteme dringend notwendig.

„Trumpism“ von Regula Stämpfli als Hörspiel in „Philosophie Pur“, gestaltet vom fabelhaften Alexander Tschernek fürs ORF

„Trumpism“ von Regula Stämpfli als Hörspiel in „Philosophie Pur“, gestaltet vom fabelhaften Alexander Tschernek fürs ORF. Passt zur Unwilligkeit des abgewählten Präsidenten Donald Trump, Institution wie Amt seinem Nachfolger zu übergeben. In seiner diesjährigen Sendung zum Nationalfeiertag beschäftigt sich unser passionierter Vermittler von Erkenntnisfreuden, Alexander Tschernek, mit den Gefahren, die Selfie-Politik, Fake-News und Umfragekultur für unsere westlichen Demokratien bergen. Basierend auf Texten aus dem Buch „Trumpism – Ein Phänomen verändert die Welt“ der Polit-Philosophin und Hannah Arendt-Expertin Regula Stämpfli wird der Hörer auf einen Gedankenexkurs entführt, der das Wesen gegenwärtiger Politikkultur ergründet und mögliche Antworten liefert auf die Frage, wie es so weit kommen konnte. Tongestaltung: Friedrich Trondl
Buch und Regie: Manuel Schmale.

Bildschirmfoto 2021-01-06 um 17.32.49

Bei #DiePodcastin weihnächtelt´s (“ze den wihen nahten”): Regula Stämpfli & Isabel Rohner über misogyne 400.000 Euro-Förderung, feministische Theologie & Matriarchat.

Bei #DiePodcastin weihnächtelt´s (“ze den wihen nahten”): Regula Stämpfli & Isabel Rohner über misogyne 400.000 Euro-Förderung, feministische Theologie & Matriarchat.
Die Bundesregierung fördert einen antifeministischen Verein mit Euro 400.000: Isabel Rohner erzählt von der seltsamen & hinterhältigen Strategie. laStaempfli wütet in dem Rahmen über die “Herrschaft des Niemands”, da keiner, selbst bei gröbster Veruntreuung von öffentlichen Geldern, Filz und Missmanagement wie bei Wirecard, auch zurücktreten muss. Die Weihnachtsstimmung ist im Keller und erholt sich nicht wirklich, da laStaempfli mit der Prähistorie weiterfährt, die nur so heisst weil die patriarchalen Werkzeugkisten, Geschichte erst dann als “richtige” interpretiert, wenn sich jene Muster etabliert haben, die wir als sexistische erkennen. So kommt es, dass alle matriarchalen Gesellschaften als Nicht-Kulturen mit dem “prä” entsorgt werden. Dabei ist es sonnenklar: Alle Rituale weltweit sind von matriarchalen, sog. heidnischen Strukturen geprägt.
 Luce Irigaray (*1930), für deren Erwähnung der Podcast nicht mehr reichte, meinte dazu: “Der Frau fehlt ein Spiegel, um Frau zu werden. Wir brauchen eine Ahnung von Vollkommenheit, um vollkommen zu werden. Es fehlen die Göttinnen. Göttinnen inspirieren Frauen, sich selber als geweiht, als heilig als mächtig zu empfinden, Frauen brechen so aus den einengenden Rollen aus.” 
weihnachtskerze-800x500Die kluge Rohnerin ist schockiert über den Kanon, von dem selbst sie, als geborene Feministin, nie gehört hatte. Deshalb unten ein paar Namen mit einer wichtigen Ergänzung: In den 1980er Jahren gab es grosse Auseinandersetzungen innerhalb der Feministinnen. Die Matriarchatsforscherinnen wurden dabei verschüttet wie schon im 19. Jahrhundert. Die Autorinnen selber machten sich das Leben auch ziemlich schwer, da sich aus der Matriarchatsforschung radikale, kultische, ideologische Deutungen ergaben und bis heute jedes Sprechen über das Thema vergiften. Feministische Theologie bedeutet auch, feministische Geschichte zu haben. Matriarchale Forschung ermöglicht weiblichen Individuen, sich selbst in rituellen Dimensionen zu positionieren. Fehlen alle kollektiven Deutungsmuster grosser Göttinnen, dominieren Evolutionschauvinismen eines Richard Dawkins ebenso wie die patriarchalen Kopf- und Missbrauchgeburten der Monotheismen. Erst wenn Frauen Geschichte haben, können sie auch Geschichte machen.

Regula Stämpfli: Europa zwischen Banksprech und Sehnsuchtsort. in : Jahrbuch 2020, hg im Dezember, Denknetz

Regula Stämpfli: Europa zwischen Banksprech und Sehnsuchtsort. in : Jahrbuch 2020, hg im Dezember, Denknetz

Bankenkrise, Eurogroup, Brexit, Populismus und Renationalismus im Zeichen der Coronakrise setzen Europa als Kontinent der vereinigten Demokratien enorm zu. Der Zerfall Europas ist sowohl hausgemacht als auch digital und global induziert. Lesen Sie den Beitrag von Dr. Regula Stämpfli. Sie lehrt Politische Philosophie an der Universität St. Gallen, hat mehrere Monografien zur Geschlechtergeschichte, Demokratietheorie, zu political Design und Digital Transformation verfasst. nach zwei Jahrzehnten als Beraterin bei der EU lebt sie heute in München.Bildschirmfoto 2020-12-24 um 15.51.03

Das Buch zu Europa thematisiert die wichtigsten Herausforderungen aus demokratietheoretischer und gendergerechter Sicht. 

laStaempfli über Codes, algorithmic bias, digitale Demokratie & die wunderbaren Videos von Dr. Elisabeth Ehrensperger TA-SWISS, René Spitz & Podiumsdiskussion der #DIGIKONFERENZ2020

„Der Mensch ist frei geboren, doch heute liegt er schon vor der Geburt in eng geschnürten Datenpaketen.“ Zitat TM Regula Stämpfli, Initiatorin, Leiterin und Moderatorin der  Konferenz 2020: 23.9. für swissfuture & TA-SWISS

ensuite_213_September_2020-Anzeige-2-1024x769

Die Konferenz zeigte wie wichtig die Demokratisierung der Digitalisierung ist und weniger die Digitalisierung der Demokratie, die eher einen technischen Diskurs befördert statt den demokratischen und politischen. Es bleibt weiterhin die wichtige Aufgabe, Digitalisierung mit der Demokratie in Einklang zu bringen. Swissfuture und TA-SWISS haben sich deshalb künftige Projekte vorgenommen. Folgendes Briefing stellte laStaempfli dem Podiumsleiter Georges Roos, schauen Sie doch in die Videos rein, klicken Sie auf die Bilder.

Digital ist virtuell, Demokratie und Politik analog. China hat Überwachungsstaat, USA Plattformkapitalismus. Ist unser demokratisches Modell nicht völlig outdated? laStaempfli

  1. Stichwort Freies Internet: Trumps Vorschlag, das Netz zu regionalisieren: Mehr oder weniger Demokratie? laStaempfli
  2. Stichwort algorithmic bias: Welche Modelle gäbe es, die Programmszene zu diversifizieren? Oder ist auch da der Zug schon abgefahren? laStaempfli
  3. Digitalisierung und demokratische Medien: Information ist Grundlage der Demokratie. Werden wir in Zukunft nur noch nach Like/Dislike politisch abstimmen, uns via Smartspider vorplanen lassen und via Meinungsumfragen herrschen? Wird Politik vertwittert oder demokratisiert? laStaempfli
  4. Stichwort Klimawandel: Chancen der digitalen Überwachungsstruktur/Chancen der demokratischen Digitalisierung? laStaempfli
  5. Stichwort: Resonnanz. Welche Modelle der interaktiven, digitalen demokratischen Partizipation funktionieren demokratisch und welche technisch?laStaempfli
  6. Stichworte Ja/Nein Bedingungslos garantiertes Grundeinkommen, Amazon mit 25 Prozent besteuern, Föderalisierung statt Harmonisierung, Personenflugverkehr unter 500 KM verbieten, Freihandel, Konsumsteuer etc. laStaempfli
  7. KI: KI ist ein Computersystem, das selbständige Muster ekrennt und aufgrund der Muster selbständige Entscheidungen fällen kann: Das ist die Automatisierung der Automation. Was tun?laStaempfli
  8. Generell: Mehr Wirklichkeit statt Theorien, mehr Grauzonen statt Technik vs Politik. laStaempfliteilnehmende digital konferenz 2020

#DiePodcastin liest: Weshalb ein Leben ohne (Frauen)Bücher sinnlos ist: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Frauenwerke

#DiePodcastin liest: Weshalb ein Leben ohne (Frauen)Bücher sinnlos ist. Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Nasrin Sotudeh, MediaToo, Männerkabinett ARTE & wunderbare Schriftstellerinnen, Autorinnen, Wissende.new-daughters-of-africa-by-margaret-busby-429x500

“Warum ist ein Leben ohne Bücher sinnlos? Weil frau Bücher lesen, hegen, pflegen, bekritzeln, auswendig lernen, mit ihnen schlafen und essen und mit den Liebhabern allerlei Geschlechts teilen kann.” Die Rohnerin ist indessen top in Form, berichtet vom Alternativen Nobelpreis für Nasrin Sotudeh und erzählt feurig und spannend über “Unsichtbare Frauen”. Darüber hinaus vernehmen wir einmal mehr, wie anstrengend das feministisch aktive Leben ist: Isabel Rohner musste viele Briefe verfassen u.a. an Chefredaktionen, die “keine feministische Abteilung haben” als ob Frauenthemen keine Politik wären… Gemeinsam müssen laStaempfli und die Rohnerin ARTE thematisieren: die europäische Sendeanstalt mit 100prozentiger #Männerquote. laStaempfli schwächelt etwas bei den Namen, aber das sind wir uns ja schon gewohnt.