Aus dem Archiv Deutschlandfunk: 2015 als Journalismus noch nicht codierten Fiktionen folgte: Musik und Fragen zur Person. Die Politologin Regula Stämpfli mit dem zauberhaften Michael Langer (1959-2020) im Gespräch.

“Dr. Regula Stämpfli, Historikerin, Politologin und Medienwissenschaftlerin (Heidrun Abt)

“Archiv

Musik und Fragen zur PersonDie Politologin Regula Stämpfli

Regula Stämpfli, 1967 in Bern geboren, ist Historikerin, Politologin und Medienwissenschaftlerin, die sich weiteres Renommee als Kolumnistin und Sachbuchautorin erwarb. Sie arbeitet als Dozentin und Beraterin an verschiedenen internationalen Institutionen und Hochschulen.Im Gespräch mit Michael Langer | 25.10.2015″ zum Nachhören: https://www.youtube.com/watch?v=r_imrljZ-MI

Stämpflis Doktorarbeit handelte von der Rolle der Frau im Ersten und Zweiten Weltkrieg (“Mit der Schürze in die Landesverteidigung 1914 – 1945”). Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählt das Buch „Die Vermessung der Frau. Von Botox, Hormonen und anderem Irrsinn“. Die mehrsprachige Europäerin Dr. Regula Stämpfli gilt als streitbare und kluge Beobachterin unserer Gegenwart.

https://www.deutschlandfunk.de/musik-und-fragen-zur-person-die-politologin-regula-staempfli-100.html

Die Podcastin: Isabel Rohner & Regula Staempfli im Podcastinnen-Rausch: Sprechendes Denken in sieben grossartigen Podcastfolgen. Über die Sichtbarkeit von Frauen, Canceldiktatur links & rechts, Identitätspolitik, Geopolitik, Ukraine, Israel & “we win, they loose”-Lösungen von Die Podcastin.

CV Wikipedia Regula Staempfli: PD Dr.phil. Regula Stämpfli studierte Staats- und Verfassungsrecht und Geschichte an den Universitäten Bern, Zürich und Berlin; ihre Masterarbeit beschäftigte sich mit der diplomatischen Anerkennung Chinas im Kalten Krieg. Die Algorithmen-Expertin bei der Bertelsmann-Stiftung hat ihren PhD über Geopolitik und Gender 1914-1945 verfasst, erhielt den ersten Fakultätspreis der Universität, durchlief die akademische Karriere, machte sich in den Nullerjahren als Medienunternehmerin selbstständig. In dieser Funktion berät sie die EU, Organisationen & Verbände, gründete die öffentlichen #HannahArendtLectures an der HSG (die sie selber leitet), schreibt Leitartikel und Kolumnen für Medien im deutschsprachigen Raum und ist Verfasserin von neun Monographien im Sachbuchbereich. Ihr gehören drei Podcasts als Co-Host Die Podcastin, ArtisapieceofCake.Art und der Futurepodcast. – Nur mal so für die verdammte Männer- Wikicommunity, die laStaempfli ständig mit Trolleinträgen belästigt.

Bild von naecronaut für Die Podcastin: Isabel Rohner & Regula Staempfli erklären die Welt. Auf www.diepodcastin.de

#DiePodcastin im Rausch & vor der Sommerpause: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Connie Francis, Frauen, das angepasste Geschlecht, die Kraft, NEIN zu sagen, Maissirup & weibliches Begehren. Folge 224.“Du kannst es nicht jedem recht machen. Also könntest du es auch einfach dir recht machen.” Concetta Rosa Maria Franconero aka Connie Francis (1937-2025), US-amerikanischer Superstar laStaempfli ergänzt: “Ich lebe nicht in den Meinungen anderer Menschen, sondern nur in der eigenen Haut.”

Zum nachhören auf jeder Streamingplattform Deiner/Ihrer Wahl: https://diepodcastin.de/2025/07/19/diepodcastin-im-rausch-vor-der-sommerpause-isabel-rohner-regula-staempfli-uber-connie-francis-frauen-das-angepasste-geschlecht-die-kraft-nein-zu-sagen-maissirup-weibliches-begehren/

laStaempfli zur Theorie des angepassten Geschlechts: „Frauen lernen historisch, evolutionär und kulturell, sich anzupassen statt zu widersprechen – und genau das macht sie in patriarchalen Systemen überlebensfähig, aber machtpolitisch ohnmächtig.“

Die Podcastin Folge “Die Podcastin streikt nicht.” Isabel Rohner &b Regula Staempfli im sprechenden Denken.

“Zu wissen, dass die Zeitgenossinnen meiner Großmutter nicht nur brave Ehefrauen, Mütter, Hausfrauen und Köchinnen waren, sondern vielmehr eine Generation potenzialler Freiheitskämpferinnen, gibt ihrem Dasein eine neue Dimension und meinem Leben neue Kraft.” Midge Mackenzie, brit. Autorin und Filmemacherin, Zitat 1975

#DiePodcastin liebt das Grundgesetz: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Integrität des weiblichen Körpers bei Verstümmelungslobby-Aktionen der Trans-Bewegung, über die wichtige Verschiebung der Verfassungsrichter-Wahl im Bundestag wegen der Richterin Brosius-Gersdorf, deren Staatsverständnis wenig mit dem Grundgesetz, dafür viel mit einer sog. modernen Staatsverwaltungslegalistik zu tun hat und die sich eindeutig für das Kopftuch in allen öffentlichen Institutionen und Verwaltungen auspricht. Zum Nachhören: https://diepodcastin.de/2025/07/13/diepodcastin-liebt-das-grundgesetz-isabel-rohner-regula-staempfli-uber-die-integritat-des-weiblichen-korpers-uber-woke-aktivistische-richterinnen-verwaltungsstellen-was-ist-eine-frau-aktion/

Die Podcastin liebt das Grundgesetz: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Streit in der Demokratie und die gute Nachricht der verpatzten Verfassungsricherinnen-Wahl im Fall Brosius-Gersdorf.

#DiePodcastin jubiliert 5 Jahre: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Unterschied Männerlabercasts & Frauendenken, Amazon-Steuern, MediaFail gegenüber Afghanistan, Hedwig Dohm-Trio am 28. August mit Einweihung des Hedwig Dohm-Platzes & wie Talibanisierung & Hyarolon sich gleichen können.“Was wären wir Frauen nur ohne unseren Optimismus und unseren Humor? Es blieben uns ja nur die Macht und das Geld…!” Zum 5-jährigen Jubiläum von “Die Podcastin” starten Regula Stämpfli und Isabel Rohner mal zur Abwechslung mit einem höchst ironischen Zitat der Rohnerin. 5 Jahre #DiePodcastin – was für eine Erfolgsgeschichte! In über 200 Folgen haben LaStämpfli und Rohnerin die Welt durchdacht und besprochen, von aktueller Tagespolitik bis zu Digitalisierung, Stadtplanung und Frauengeschichte! Lanz und Precht feierten mit ihrem schwerst subventionierten Podcast gerade ihr Vierjähriges – und labern trotz Redaktion und Millionen im Rücken meist frauenfrei und fehlerreich über das Zeitgeschehen. Die Podcastin ist bis heute einzigartig und leistet einen enorm wichtigen Beitrag, die Lücke der Berichterstattung über Frauen: Folge zum nachhören: https://diepodcastin.de/2025/07/06/diepodcastin-jubiliert-5-jahre-isabel-rohner-regula-staempfli-uber-madchen-und-frauen-geopolitik-schlauchbootlippen-versailles-amazon-frauenfussball/

#DiePodcastin brettert durch Welt: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Kopftücher an deutschen Schulen, Siegerjournalismus, Islam-Woche an der Universität Kiel & Frauendemos für die Taliban.“Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf – es kommt nur auf die Entfernung an.” Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Folge zum nachhoren: https://diepodcastin.de/2025/06/28/diepodcastin-brettert-durch-welt-isabel-rohner-regula-staempfli-uber-kopftucher-an-deutschen-schulen-siegerjournalismus-islam-woche-an-der-universitat-kiel-frauendemos-fur-die-taliban/

Die Podcastin von Isabel Rohner & Regula Staempfli ist nicht nur Podcast vom Feinsten und das über fünf Jahre, sondern auch ein Kunstprojekt.

Die Podcastin streikt nicht: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Frauenstreik, Löwensiege gegen Islamismus & Reinheitsgebote gegen Frauen.“Gegenwind hat manchmal den Effekt, dass Bewegungen stärker werden.” Monika Barz, Feministin, Pädagogin und Professorin für Frauen- und Geschlechterfragen im Unruhestand, Folge zum nachhören: https://diepodcastin.de/2025/06/14/die-podcastin-streikt-nicht-isabel-rohner-regula-staempfli-uber-frauenstreik-lowensiege-gegen-islamismus-und-reinheitsgebote-gegen-frauen/

“Alle Menschen haben das Recht, gleich zu zählen.” Regula Stämpfli über die Demokratisierung der Digitalisierung.

Demokratisierung der Digitalisierung von Regula Stämpfli mit Selfie im Kunstmuseum Bern.
Demokratisierung der Digitalisierung von Regula Stämpfli mit Selfie im Kunstmuseum Bern.

Nicht die Demokratie muss digitalisiert werden, sondern die Digitalisierung demokratisiert. Alle Menschen haben das Recht, gleich zu zählen – wie alle Menschen vor dem Gesetze gleich sind. Was im realen Leben verboten ist, darf auch digital nicht erlaubt sein. No Data without Representation. Wer nicht gezählt wird, verschwindet. Codes sind nie neutral, sondern die neuen Schriftsetzer eines digitalen Pharaonenreichs.

Darüber müssen heftige Diskussionen geführt werden. Am Beispiel der Leihmutterschaft, der sog. Sexarbeit und der totalitären Transaktivisten (die mit Transsexuellen meist kaum Berührung haben) zeigt sich, dass mit der digitalen Revolution die REALE BIOLOGIE (natürlich immer die von Frauen, das ist seit Jahrtausenden so, dass Frauenkörper zurechtgeschnitten werden entlang der herrschenden Ideologien), zur Projektionsfläche technischer Kontrolle wird.

Deshalb muss der Graben zwischen codierten Fiktionen und der Wirklichkeit reflektiert und immer als Dazwischen demokratisch gestaltet werden. Handeln verlangt nach Anwesenheit.

Gedanken in der Vorbereitung für einen Podcast zur Zukunft der Digitalisierung, 17.7.2025.

CV laStaempfli Kurz: Regula Stämpfli studierte Staats- und Verfassungsrecht und Geschichte an den Universitäten Bern, Zürich und Berlin; ihre Masterarbeit beschäftigte sich mit der diplomatischen Anerkennung Chinas im Kalten Krieg. Die Algorithmen-Expertin bei der Bertelsmann-Stiftung hat ihren PhD über Geopolitik und Gender 1914-1945 verfasst, erhielt den ersten Fakultätspreis der Universität, durchlief die akademische Karriere, machte sich in den Nullerjahren als Medienunternehmerin selbstständig. In dieser Funktion berät sie die EU, Organisationen & Verbände, gründete die öffentlichen #HannahArendtLectures an der HSG (die sie selber leitet), schreibt Leitartikel und Kolumnen für Medien im deutschsprachigen Raum und ist Verfasserin von neun Monographien im Sachbuchbereich. Ihr gehören drei Podcasts als Co-Host Die Podcastin, ArtisapieceofCake.Art und der Futurepodcast.

 

“Foto als Waffe.” Regula Stämpfli in der Weltwoche zur Inszenierung von Frauen und Kindern zwecks Propaganda. Weltwoche Nr. 25/25. Bild von laStaempfli; Kunstinstallation.

laStaempfli in der Die Weltwoche, Nr. 25/25 zu Thema Foto als Wafffen (der postkolonistischen, antisemitischen, antizionistischen, antiwestlichen Aktivisten.)

“2024: Mohammed Salem gewinnt mit dem Foto “Palestinian Woman embraces her niece” den World Press Photo Award. Eine verschleierte Frau hält ein totes Kind im Arm, das in ein weisses Tuch gehüllt ist. Die Szene erinnert unweigerlich an die Pietà – Maria mit dem Leichnam Jesu auf dem Schoss. Nur dass in diesem Fall nicht Maria, sondern eine namenlose Frau, nicht Jesus, sondern ein namenloses Kind ins Zentrum gerückt wird. Und dass die Botschaft nicht Erlösung, sondern Anklage ist: gegen Israel. 2025: Wiederum wird ein Gaza-Bild Pressefoto des Jahres. Die Fotografin Samar Abu Elouf zeigt Mahmoud Ajour, einen neunjährigen Jungen, der laut Aussage der Fotografin bei einem Angriff in Gaza beide Arme verloren hat. Er befindet sich in Katar, fernab der Zerstörung, aber gezeichnet fürs Leben. Seine Traurigkeit, seine Schönheit, sein Schmerz – sie fügen sich zu einer Ikone des palästinensischen Leids. Und wiederum: Israel als Täter, das Kind als Märtyrer. Kein Kontext, keine Erklärung, keine Hamas, keine Tunnel, keine Geiseln. Nur Tränen.”

Die westlichen Medien – Kollaborateure der Emotionalisierung

Dass FAZ und Die Zeit diese Bilder 2024 und 2025 unkritisch drucken, großflächig verbreiten und die wichtigsten Quellen, Fragen nach der Authentizität weglassen, ist ein intellektuelles wie journalistisches Totalversagen. Das pro-palästinensische Narrativ wird millionenfach unkritisch verbreitet. Niemand stellt die Frage, die jeder Journalist stellen müsste: Was sind die Geschichten hinter den Bildern? Wer ist die Tante und die Nichte. Wie ist die Nichte umgekommen? Weil sie in einem Schulhaus sass, unter dem das Waffffendepot der Hamas lagerte? War sie unter den Opfern der 40.000 Toten in Gaza, von denen über 28.000 getötete Terroristen stammen könnten, würden die Journalisten nicht nur pro-palästinensische Quellen zitieren, deren Propaganda als Wahrheit verbreiten. Zum Bild 2025:

  • Wer ist Mahmoud Ajour?
  • Wo ist seine Familie?
  • Wie kam er nach Katar?
  • Wer entschied, dass dieses Kind das Gesicht des Krieges wird?
  • Warum erscheint die Hamas, deren grösstes Tunnelsystem der Welt für Terroristen angelegt ist (Digitalisierung, Elektrifizierung, Lebensmittel inklusive) und Zivilbevölkerung mit Absicht als Tote inszeniert – NIE IN DIESEN BILDERN? Die Antwort: Weil diese Bilder keine Informationen liefern – sie liefern Gefühle. Und wer Gefühle gegen Fakten stellt, verliert die Wahrheit. Hier zum Originalartikel in der Die Weltwoche – laStaempfli politische Philosophin. https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2025/09/WEW_25_056_KUNST_REZ.pdf

Staatsrechtliche neue Theorie von laStaempfli – Regula Stämpfli: “Trumpism vs Verwaltungskapitalismus”. Der Sündenfall Rahmenabkommen EU-Schweiz, Juni 2025.

Regula Stämpfli für den Schweizer Monat im grossen Gespräch zur EU&Schweiz, Staatstheorien und Transaktivismus, die allen schadet: allen voran den Transfrauen, die seit Jahrzehnten unbelästigt blieben und seit der Politisierung krass gehated werden und einer Frauenbewegung, die wegen den linken, kommunistisch-maoistischen Kulturkrieger:innen zur Frauenhassbewegung verkommt, und so weiter und so fort. Höhepunkt ist eine neue Staatstheorie von laStaempfli zum “VERWALTUNGSKAPITALLISMUS.”

laStaempfli copyright & Begriffskern: “Der Verwaltungskapitalismus” beschreibt ein System, in dem wirtschaftliche Dynamik, Innovation und Marktkräfte formal bestehen bleiben, aber zunehmend durch eine hypertrophe, postdemokratische Verwaltung (Bürokratien, supranationale Institutionen, Expertenausschüsse) gesteuert, eingehegt oder moralisch reguliert werden. Es handelt sich nicht um klassischen Etatismus oder Planwirtschaft, sondern um eine neue, technokratische Steuerungsform, bei der der demokratische Souverän entmachtet wird.

Hier direkt zum Gespräch

Regula Stämpfli zur Entwicklung der Europäischen Union als Gegenentwurf zu Trumpism – was es aber nicht besser macht, weil dem “Verwaltungskapitalismus” (copyright Regula Stämpfli) Vorrang gegeben wird.

Hier noch der YouTube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=UXzfXVAYo1g

“Die EU und die Schweiz können nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohne einander.” Regula Stämpfli über eine komplizierte Beziehung im Schweizer Monat.

Neu im Schweizer Monat: Warum die Beziehung Schweiz-EU mehr mit einem Ehe-Drama als mit Vertragstechnik zu tun hat. Regula Stämpfli erklärt die politische RomCom zwischen Brüssel und Bern – voller Macht, Missverständnis und Misstrauen. In der Juni-Ausgabe des extrem schön gemachten Magazins.

Zitate aus dem spritzig-polemisch-historischen Text von laStaempfli:

"Die EU und die Schweiz können nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohne einander." Regula Stämpfli über eine komplizierte Beziehung im Schweizer Monat.
“Die EU und die Schweiz können nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohne einander.” Regula Stämpfli über eine komplizierte Beziehung im Schweizer Monat.

“Ich gehörte zur ersten Generation der digitalen Nomaden, die sich ein Unternehmen schufen und in unterschiedlichen Ländern arbeiteten. Seit 2023 besitze ich neben dem schweizerischen auch einen europäischen Pass. Doch (nicht nur) als EU-Bürgerin blicke ich zunehmend sorgenvoll auf die Union. Bankenkrise, Migrationskrise und Eurokrise – die EU findet aus dem ungesunden Ausnahmezustand nicht mehr heraus. Paradoxerweise verfolgt die Schweizer Polit- und Kulturelite ihren Pro-EU-Kurs umso beharrlicher, je schlechter es Europa geht. Es ist wirklich absurd: Je mehr alle Schweizer Universitäten die europäische Geschichte als koloniale verachten und zugunsten postkommunistischer Curricula sogar das europäischste aller Fächer, nämlich die Schweizer Geschichte, abschaffen, umso heftiger, dominanter und medienpräsenter plädieren die hier amtierenden Professoren dann für den Schweizer Beitritt zur EU. Bei den Rechten in der Schweiz verweist man im Unterschied dazu gerne auf europäische Geschichte und Zivilisation und den schweizerischen Sonderweg, auf den man stolz sein könne, verachtet indessen gleichzeitig die Brüsseler Mechanik.”

Hier zum Artikel in voller Länge:

Wiener Festwochen 2025 – Kunst als antidemokratische Agitation… Da war doch schon mal was, oder? Gedanken zur aktuellen Debatte von Regula Stämpfli, #HannahArendtLectures. Von Wien, San Francisco über Paderborn zum UdSSR-Moskau der 1970er Jahre.

Wien-Polemik: Die Wiener Festwochen 2025 zeigen erneut, wie sehr sich progressive Kulturinstitutionen vom universellen Anspruch der Kunst entfernen – und sich stattdessen ideologisch verbrämen. Auf Bühnen, die sich einst der Vielfalt, Differenz und Aufklärung verpflichtet fühlten, wird nun unter dem Label von Widerstand, Dekolonialisierung und Solidarität einseitige, antiisraelische, antisemitische, antidemokratische Propaganda reproduziert. Der Begriff Widerstand etwa wird aufgeladen mit der Ästhetik des Gerechten – auch wenn er Terror, Massaker und sexualisierte Gewalt umfasst. Dies ist nicht nur eine semantische Verschiebung, sondern zieht terroristische Anschläge nach sich. Die Codierung von Gewalt, Hass und Menschenverachtung in antidemokratischer Agitation – bei den Wiener Festwochen vom demokratischen Staat bezahlt – zersetzt öffentliche Diskurse und stellt einen Aufruf zur Zerstörung von Andersdenkenden dar. Verkleidet in künstlerisch, diversen Gutmenschen-Kostüm. “Den Abend bei der Verbeugung mit einer Kufiya um den Hals und Solidaritätsbekundungen für Palästina zu beenden, ausgerechnet im Nestroyhof Theater Hamakom, keine 100 Meter entfernt von der ehemals größten Synagoge Wiens, die in der Pogromnacht vom 9. November 1938 niedergebrannt wurde, in der Nachbarschaft eines Ortes, an dem jüdische Kinder Zuflucht suchten und doch in den Vernichtungslagern landeten, kann man bestenfalls als unsensibel bezeichnen. Vielleicht sollte Intendant Milo Rau mit seinen Festivalgästen ein bisschen mehr Ortsgeschichte lernen.” Ein Zitat von Christina Böck aus dem Kurier, 2. Juni 2025 in einer Kritik zu einem Oper-Theaterstück aus Südamerika, das aber eigentlich mit antisemitischer Zielsetzung als Metapher für die “bösen Juden” auzsgerichtet wurde: Milo Rau wird in 50 Jahren wohl als der Kunstinstallateur postkolonialer Vernichtungspropaganda in die Geschichtsbücher eingehen… Oder, falls die Zerstörung der Demokratie durch codierte Antidemokratie erfolgreich sein sollte, mit einer Statue wie damals die marxistischen Grössen verehrt werden müssen….

San Francisco: Mord als Musical – Wenn Nihilismus als codierte Applausmaschine funktioniert.

In San Francisco ist ein Musical ausverkauft, noch bevor es Premiere feiert. Kein Klassiker, keine Uraufführung eines vergessenen Bernstein – sondern: „Luigi: The Musical“, basierend auf der realen Geschichte eines jungen Mannes, der wegen vermuteten Mordes und Terrorismus vor Gericht steht. Luigi Mangione wird beschuldigt, den CEO einer Krankenversicherung mit mehreren Schüssen getötet zu haben. Und das Feuilleton? Steht Kopf vor Begeisterung. Was hier gefeiert wird, ist nicht Kunst. Es ist kodierter Nihilismus.

In einer Kultur, die alle Werte dekonstruiert, aber keinen einzigen neu zu denken vermag, bleibt nur das Spektakel. Was zählt, ist nicht, was geschieht, sondern wie es vermarktet werden kann: als ästhetisches Ereignis, als ironisches Zitat, als diskursives Happening. Luigi Mangione ist in dieser Logik nicht mehr mutmaßlicher Täter – sondern Material. Ein ikonografischer Leerraum, den das Publikum nach Belieben mit Bedeutung füllen darf.Die Produzenten sprechen von Satire. Vom „Systemversagen“, das das Musical kritisieren will. Doch was dabei systematisch untergeht, ist das Urteil. Und damit der Unterschied zwischen Tat und Tragödie, zwischen Schuld und Schicksal.

Codierter Nihilismus heißt: Jede Tat kann erzählt, überhöht, gebrochen, dekonstruiert werden – solange man sich mit dem richtigen Vokabular um die Verantwortung herumwindet.

Die Tragik der Aufklärung war, dass sie dem Menschen die Freiheit zu denken übergab. Die Farce unserer Zeit ist, dass wir das Denken durch ironischen Kitsch ersetzt haben. Mord als Musical – das ist nicht subversiv. Das ist Ermüdung durch Simulation. Es geht nicht um Empörung oder Analyse, sondern um den nächsten viralen Diskursmoment, in dem das Urteil aussetzt und der Applaus einsetzt. Das Publikum will sich betroffen fühlen – aber bitte ästhetisch korrekt. Zwischen Drag, Blut, Pop und Pseudoanalyse wird Luigi Mangione zur Projektionsfläche einer Gesellschaft, die ihre Wirklichkeit nur noch durch Filter und Formate wahrnimmt. Der Mörder als Content – Hauptsache er klickt.

Wer fragt, was das mit den Opfern macht, wird als spiessig abgetan. Wer auf den moralischen Kollaps hinweist, wird aus dem intellektuellen Club verbannt. Denn dort zählt längst nicht mehr Urteilskraft, sondern Ambivalenzfähigkeit – also die Fähigkeit, sich vor jedem klaren Urteil zu drücken.

Paderborn oder Poulets in Windeln:

Poulets in Windeln – oder: Wie die Kulturelite sich über alles lustig macht, nur nie über sich selber. Was als legitimer Protest gegen die schrecklich industrialisierte Fleischindustrie künstlerisch umgesetzt werden wollte, entpuppt sich als extrem peinliche Selbstfleisch-Beräucherung….

Die Bühne: ein Dom.
Die Gäste: ein Bundespräsident, ein Ministerpräsident, ein Erzbischof.
Die Darbietung: halbnackte Künstler tanzen mit Sensen, holen tote Hühner aus einer Schüssel, wickeln sie in Babywindeln und lassen sie aufstehen wie Kleinkinder. Im Hintergrund: Vogelgezwitscher, Orchesterpathos, dann die Zeile: „Fleisch ist Fleisch“ – gesungen auf die Melodie von „Live is Life“. Willkommen in der neuen Bastille der Kulturförderung! Was wie eine Parodie auf postmoderne Kunst klingt, ist real: Die Gruppen „Bodytalk“ und „Mensch: Theater!“ durften im Hohen Dom zu Paderborn, zum 1250-jährigen Westfalen-Jubiläum, eine fünfminütige subventionierte Performance zelebrieren, bei der alle Codes zusammenkommen: Dekonstruktion, Anti-Fleisch, Anti-Kirche, Gute Menschen, böser Kapitalismus – Hauptsache immer gegen etwas, nie für jemanden oder etwas. Denn genau hier liegt der Skandal: Nicht in Babywindeln für tote Hühner. Sondern in der monumentalen Distanz zwischen dem codierten Kunstsprech und dem wirklichen Leben von Menschen. Die aktuelle Kulturelite spricht nicht mehr mit dem Volk – sie spricht über sich selbst. Ihre Sprache ist ein Code, eine Binnenmoral, ein hermetisches Universum. Wer dort hinein will, muss Begriffe wie Dekolonialität, Verflechtung, fluides Narrativ und Verletzungsästhetik beherrschen. Und wer draußen bleibt, ist dumm, rechts oder ressentimentgeladen.

So kriegt man keine ökologische Landwirtschaftspolitik hin, sondern kreiert nur Ressentiments gegen eine völlig dekadente, in Selbstreferenz operierende Elite. Was früher Volkstheater war, ist heute Fördertopf-Theater. Was früher Debatte war, ist heute moralisch versiegelter Diskurs. Und was früher Widerstand hieß, ist heute eine fünfminütige Entweihung mit Poulet.Wie am Hof von Versailles, kurz vor der Französischen Revolution kümmert sich die Elite um sich selber – empfiehlt dem Volk Kuchen, wenn das Brot ausgeht und ist dann erstaunt, wenn nicht nur die Bastille, sondern alles zerschlagen wird – wie Eric Vuillard dies so erschreckend gut im 14. Juli, seinem wunderbaren Roman, beschreibt.

Woher kommt diese Verblendung? Kurzer historischer Rückblick von laStaempfli:

Die Allianz der Verblendung – Antisemitismus, Postkolonialismus und die Wiederkehr sowjetischer Propaganda. Ein Rückblick von laStaempfli, copyright 2 Juni 2025

Antizionismus ist längst zur akzeptierten Ersatzreligion westlicher Universitäten geworden – gespeist aus postkolonialen Ideologien, deren Ursprünge bis auf die ehemalige sowjetische Desinformationskampagnen zurückreichen.

Es ist aufschlussreich den Weg aufzuzeigen, wie sich an amerikanischen wie europäischen Universitäten postkoloniale Ideologien mit einem woken, pseudoprogressiven Antisemitismus verschmolzen haben. Der israelische Staat wird dabei zur Projektionsfläche: Der letzte Kolonialist, der „weiße Unterdrücker“, das „imperiale Überbleibsel“. Der Holocaust? Eine lästige Randnotiz im Kampf um Opferhierarchien.

Diese ideologische Umcodierung ist keine spontane Bewegung. Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger geistiger Vorarbeit, die zurückreicht in die 1960er, gespeist durch postmarxistische Theorien – und gelenkt von gezielter sowjetischer Desinformation.

Bereits in den 1920er-Jahren begann die Sowjetunion mit einer systematischen Zensur- und Propagandapolitik. Ab 1922 wurde die sowjetische Hauptzensurbehörde Glawlit gegründet (Glawnoje upravlenije po delam literatury i izdatelstw, Hauptverwaltung für Angelegenheiten der Literatur und Verlage). Sie kontrollierte Bücher, Zeitungen, Filme, Radiosendungen und später auch das Fernsehen. Zwischen 1929 und 1939 wurden etwa 90 % aller vorrevolutionären Werke aus Bibliotheken entfernt oder durch kommentierte Neuausgaben ersetzt. Allein im Jahr 1931 wurden 24.000 Werke als „konterrevolutionär“ verboten.

Zensur war jedoch nur ein Teil. Der andere war die strategische Desinformation: Das KGB unterhielt spätestens ab den 1950er-Jahren eine eigene Abteilung für aktive Maßnahmen (aktivnyye meropriyatiya), also gezielte Einflussnahme auf westliche Meinungsbildung. Dazu gehörten gefälschte Dokumente, gefälschte Briefe an Zeitungen, Unterstützung von antiisraelischen Gruppen und die Förderung antizionistischer Narrative.

Ein besonders prägnantes Beispiel: Die „Zionism is Racism“-Kampagne der UNO von 1975 (Resolution 3379), stark vom sowjetischen Block unterstützt. Diese Resolution war nicht nur ein diplomatischer Sieg für arabische Staaten, sondern wurde auch massiv durch sowjetische Propagandaapparate vorbereitet und begleitet – mit dem Ziel, Israel in der internationalen Öffentlichkeit zu delegitimieren und antisemitische Stereotype unter progressiven Intellektuellen salonfähig zu machen. Die Resolution wurde erst 1991 widerrufen, ihre ideologischen Nachwirkungen aber sind bis heute spürbar – besonders in der postkolonialen Rhetorik an westlichen Universitäten.

Die Sowjetunion war Meisterin der Manipulation akademischer Diskurse. In den 1960er und 70er Jahren wurden gezielt linksintellektuelle Bewegungen im Westen unterstützt – sei es finanziell, logistisch oder mit ideologischem Material. KGB-Desinformationsoperationen wie „Operation INFEKTION“ (zur Diffamierung der USA als angeblichen Urheber von AIDS) zeigen, wie sehr das Ziel war, Vertrauen in westliche Institutionen zu untergraben. Auch die Umdeutung des Zionismus zu einem „weißen, kolonialen Projekt“ gehört in diese Kategorie.

Durch die systematische Verbreitung sogenannter „wissenschaftlicher“ Studien (oft durch Satelliteninstitute wie das „Institut für marxistisch-leninistische internationale Studien“) wurde über Jahrzehnte hinweg eine Denkfigur installiert: Israel als Ausgeburt westlichen Imperialismus, Palästinenser als Opfer in einem antikolonialen Befreiungskampf. Diese Logik ist heute an vielen Universitäten nicht nur Common Sense, sondern moralischer Imperativ geworden – gespeist von einem ideologischen Echo, das seinen Ursprung im sowjetischen Projekt zur ideologischen Reprogrammierung westlicher Eliten hat.

Quellen und Literatur zur sowjetischen Zensur- und Desinformationspolitik

  • Andrew, Christopher M. / Mitrokhin, Vasili: Das Schwarzbuch des KGB. Moskaus Kampf gegen den Westen. München: Piper, 2000.
    → Detaillierte Enthüllung sowjetischer Desinformationsstrategien anhand von KGB-Archiven.
  • Montefiore, Simon Sebag: Stalin. Der Hof des roten Zaren. Frankfurt a. M.: Fischer Verlag, 2005.
    → Grundwerk zu Stalins System, auch mit Fokus auf Kontrolle von Information und Kultur.
  • Rid, Thomas: Active Measures. The Secret History of Disinformation and Political Warfare. New York: Farrar, Straus and Giroux, 2020.
    → Umfassende Studie zu „Active Measures“, inklusive sowjetischer Operationen im Westen.
  • Rolf, Malte: Sowjetische Kulturpolitik und Zensur unter Stalin. München: Oldenbourg Verlag, 2006.
    → Historische Analyse der kulturellen Lenkung und Zensurmaßnahmen 1920–1950er.
  • Pomerantsev, Peter: Nichts ist wahr und alles ist möglich. Abenteuer in Putins Russland. München: DVA, 2014.
    → Zeigt die Kontinuität sowjetischer Desinformationslogik im heutigen Russland.
  • United Nations General Assembly: Resolution 3379 (XXX) – Elimination of all forms of racial discrimination, 10. November 1975.
    → Offizielles Dokument der UN-Resolution „Zionismus ist Rassismus“.
  • Leggett, George: The Cheka: Lenin’s Political Police. Oxford: Oxford University Press, 1981.
    → Frühgeschichte der sowjetischen Repressions- und Kontrollapparate.
  • Barghoorn, Frederick C.: Soviet Foreign Propaganda. Princeton: Princeton University Press, 1964.
    → Frühe wissenschaftliche Auseinandersetzung mit sowjetischer Außenpropaganda.
  • Wikipedia-Artikel: „Sowjetzensur“ (Stand: Mai 2025). URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetzensur
    → Übersicht zu institutionellen Zensurmaßnahmen und statistischen Angaben.

Mitrochin-Archiv, abrufbar über das Hoover-Institut: https://www.hoover.org/library-archives
→ Sammlung von Originaldokumenten zur sowjetischen Geheimdiensttätigkeit

Meinung laStaempfli: Eine Klage gegen die N.Y. Times (meine KI hat anstelle der Chefredakteurin redigiert): 27.5.2025. Marubo gegen Mainstream – Ein brasilianischer Stamm verklagt die New York Times wegen Pornosucht-Vorwurf.

Schlagende Zeilen von Regula Stämpfli.
Schlagende Zeilen von Regula Stämpfli. Diesmal über eine Klage gegen die N.Y. Times laut
https://www.bbc.com/news/articles/cx2ekvnrkpno
& https://www.theguardian.com/world/2025/may/23/brazil-tribe-new-york-times-pornography-lawsuit

Wäre der 1. April, man hätte die Geschichte wohl als schlechten Scherz abgetan. Doch sie ist echt. Die britischen Leitmedien BBC und Guardian berichten übereinstimmend:
Der bislang außerhalb Brasiliens kaum bekannte Stamm der Marubo hat in den USA eine Verleumdungsklage (Defamation Suit) gegen die New York Times eingereicht – mit einer Schadensforderung von über 180 Millionen US-Dollar.Der Vorwurf: Die New York Times habe den indigenen Stamm in einem Artikel als „technikverrückt und pornosüchtig“ dargestellt, nachdem der Ort via Elon Musks Starlink-System ans Internet angeschlossen wurde. Auch das US-Klatschportal TMZ griff die Geschichte auf – mit der Überschrift: „Elon Musks Starlink-Anschluss macht einen abgelegenen Stamm pornosüchtig.“Die Klage wiegt schwer. Denn ausgerechnet jenes Weltblatt, das im globalen Norden gerne als Goldstandard für differenzierten Journalismus gilt – gefeiert von SRF, ARD, ZDF, ORF und BBC als progressiv, weltoffen, sensibel – soll hier ganze Kulturen auf rassistische Klischees reduziert haben.Die New York Times verteidigt sich mit Verweis auf journalistische Standards und eine „nuanced exploration“, also differenzierte Darstellung. Doch der Imageschaden ist da. Die Sammelklage – unterstützt von brasilianischen Anwälten – könnte zum Präzedenzfall werden: Ein indigenes Volk gegen den globalen Mediengiganten.Der Fall zeigt, wie fragil die mediale Selbstgewissheit auch der größten Redaktionen geworden ist. Zwischen kultureller Sensibilität, digitaler Kolonialisierung und Clickbait ist der Weg zur Verleumdung mitunter kürzer als gedacht.

Podcast indubio “achgut.com”. Regula Stämpfli, Gerd Buurmann, Giuseppe Gracia im Gespräch: Warum Giorgia Meloni keine Faschistin ist – und warum es gefährlich ist, sie so zu nennen.

“Gerd Buurmann im Gespräch mit der Historikerin & Politologin Regula Stämpfli und
dem Schriftsteller Giuseppe Gracia über eine der einflussreichsten
Frauen Europas: Giorgia Meloni. Als Ministerpräsidentin Italiens
sorgt sie für Aufsehen, nicht nur wegen ihrer konservativen Werte,
sondern auch wegen ihrer Biografie, ihrer Rhetorik und ihres
politischen Stils. Meloni behauptet sich gegen das politische
Establishment, als Mutter, Christin, Italienerin. Ein Gespräch über
Medienklischees, kulturelle Identität, moderne Rechte – und über
eine Frau, die viele überraschte.” Hier das Gespräch https://www.podcast.de/episode/687969334/flg-382-wer-ist-giorgia-meloni Das Buch “Io sono Giorgia. Le miei radici. Le miei idee” ist im Europa-Verlag nun auf deutsch erhältlich.

Gerd Buurmann im Gespräch mit Politphilosophin Regula Stämpfli und Schriftsteller Giuseppe Gracia über Georgia Meloni.

Schon vor Jahren hat Regula Stämpfli über Italien geschrieben und zwar über das verheerende mutmassliche Zusammengehen von CIA und den Roten Brigaden in der Ermordung von Aldo Moro, siehe https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2015/07/BAZ-28.7.2015.pdf Regula Stämpflis Notizen ffür die Sendung: Copyright PD Dr. Regula STÄMPFLI.

THESEN VON LASTAEMPFLI ZUM PHÄNOMEN GIORGIA MELONI

1. „Faschismus“ ist ein historischer Begriff – kein Universalwerkzeug.
Die Gleichsetzung Melonis mit Mussolini verharmlost echte faschistische Gewaltregime. Sie ist keine Diktatorin, sie führt Wahlen durch, sie akzeptiert Gewaltenteilung – auch wenn sie sie aushöhlt.

2. Die Inflation des Faschismusbegriffs tötet politische Analyse.
Wenn alles „faschistisch“ ist, ist nichts mehr erklärbar. Was Meloni betreibt, ist Rechtskonservatismus mit autoritären Tendenzen – nicht militärischer Totalitarismus.

3. Meloni ist Kind der Demokratie – nicht deren Antipodin.
Sie wurde gewählt. Demokratisch. Ihre Partei operiert im Rahmen der Verfassung. Die eigentliche Gefahr liegt in der Aushöhlung der Demokratie durch demokratische Mittel – wie bei der Ampel-Verwaltung durch das Regime der NGO, der “verwalteten Demokratie”, wie rechts bei Orbán und Trump durch die Zerschlagung der Institutionen, um den Politikwechsel durchzudrücken.

4. Der Faschismus-Vorwurf dient der Selbstentlastung der Linken.
Statt sich zu fragen, warum Millionen Italiener:innen freiwillig Meloni (oder auch Donald Trump) wählen, zeigen viele Medien reflexartig mit dem Finger. Das ersetzt Analyse durch Moralismus.

5. Es geht um Medienlogik, nicht um Ideologie.
„Postfaschistin“ ist ein Clickbait-Label. Es reproduziert alte Feindbilder, ohne neue Machtverhältnisse zu analysieren. Meloni ist nicht retro – sie ist ein moderner Code rechter Identitätspolitik, die als Kampf gegen die sowjetisch, maoistisch inspirierte linke Identitätspolitik durchaus attraktive Bindungen zeigt, Stichwort Frauen (statt Sprechakte.)

6. Nationalfeminismus statt Faschismus.
Meloni verkörpert einen neuen Typ politischer Macht: weiblich, autoritär, fürsorglich, patriotisch – ganz ohne Geheimpolizei. Der „weibliche Autoritarismus“ ist subtiler als das martialische Männertheater.

7. Die Wirklichkeit schlägt gegen die codierte linksextreme kulturelle Hegemonie zurück.
Melonis Politik zielt auf kulturelle Hegemonie, nicht auf Gewalt. Sie verändert das Denken – nicht das Straßenbild.

Giorgia Meloni ist keine Faschistin, sondern eine Frau, die mit konservativer, klassisch-feministischer Rhetorik eine Ordnung wiederherstellt, die viele Menschen als „normal“ empfindengerade weil sie sich im Gewirr aus queerer Identitätspolitik, Zensurkultur und Sprachverordnungen nicht mehr wiederfinden.

Weshalb verlieren Sozialdemokratie, Gewerkschaften und Frauenbewegung?

1. Die postmoderne Genderdebatte hat den Feminismus entkernt.
Wer heute auf Gleichstellung pocht, wird von den Lautsprecher*innen der Identitätspolitik als transfeindlich oder biologistisch denunziert – sogar von jenen, die nie für Gleichstellung gekämpft haben.

2. Meloni verkörpert die Rückkehr zu einer geerdeten Frauenpolitik.
Sie sagt: Ich bin Mutter, ich bin Frau, ich bin gegen Uterusleihmütter und Queertheorien in Kindergärten – und plötzlich wirkt sie wie die einzig Vernünftige im Raum.
Nicht, weil sie modern ist – sondern weil der Rest ins postlogische Theater abgedriftet is
t.

3. Die Linke hat ihre Wurzeln verloren – und damit die Deutungshoheit.
Wer in Italien von „Frau“ spricht, ist bei Meloni. Wer „Gebärende“ sagt, ist im akademischen Wolkenkuckucksheim. Die Rechten haben das begriffen – die Linken nicht.

4. Islamisierung und Migration: Frauenrechte und Gleichstellung von Mann und Frau werden durch die fraueneindliche Akzeptanz von Scharia und Islamisierung unterhölt. Dies schadet allen Frauen, allen voran den Migrantinnen, die genau vor diesen islamofaschistischen Zuständen in Europa Schutz suchten.

5. Die Rechten übernehmen die Sprache der Gerechtigkeit – mit Anti-Woke-Label. Dabei geht es um Globalisierung. Die Freisetzung von Kapital, Waren, Dienstleistungen, Personen wurde von der Linken nicht mehr mit sozialpolitischen Forderungen für den globalen Handel bekämpft, sondern mittels Sprechaktpolitik als neues Programm für die globale, diverse, akademische Elite gepuscht. So kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Informationskriegen; Globalisierte Elite versus sog. dummer Proleten; ein für die Demokratie gefährliches Gemisch.

Regula Stämpfli zum neuen Buch “Original Sin” von Jake Tapper & Alex Thompson. Die Autorin von “Trumpism” stellt fest, dass Vertuschungsstrategien neu zum “Zeitalter digitaler Reproduktion” gehören. So wird Wahrheit radikal.

Ein Essay von Regula Stämpfli, copyright Mai 2025
(Autorin von „Trumpism – Ein Phänomen verändert die Welt“)


„Das Digitale ist keine Technologie – es ist eine neue Form der Herrschaft.“
– laStaempfli, in Anlehnung an „Trumpism – Ein Phänomen verändert die Welt

Im Zeitalter der Codierung ist Politik kein Handeln mehr, sondern eine Simulation von Handlungsfähigkeit. Joe Biden steht exemplarisch für diesen Wandel: ein Präsident, dessen fragiler Zustand sichtbar ist, aber nicht sichtbar gemacht werden darf, weil die Medien nicht mehr berichten, sondern beruhigen.

Es war einst die Aufgabe des Journalismus, Macht zu kontrollieren. Heute kontrolliert der Journalismus nicht mehr die Macht, sondern die Wahrnehmung von Macht. Das Schweigen über Bidens kognitive Aussetzer – sein starrer Blick, seine motorische Verlangsamung, das Verdrehen einfacher Sätze – ist kein Zeichen von Respekt, sondern ein Beweis für den Verlust der öffentlichen Sprache. Statt die „Watchdog-Funktion“ übernehmen Medien eine eigentliche „Kuratoren-Funktion“ – sie wählen aus, was berichtet werden soll, nicht was berichtet werden muss.

In Trumpism beschrieb ich den Wirklichkeitsverlust der Medien. Dieser ist aufgrund der Ditalisierung weit fortgeschritten und schadet der Demokratie. Mittlerweile stehen nicht Informationen für Journalistinnen und Journalisten im Vordergrund, sondern Meinungen. Die Bürger und Bürgerinnen dürfen in Zeiten der Polarisierung nicht mehr informiert, sondern kuratiert werden: Journalistinnen und Journalisten entscheiden, was sie der Mehrheit zumuten wollen, können und dürfen.

„Was zählt, ist nicht, was ist – sondern was die eigene Seite davon glaubt.“

Dies war rund um die Berichterstattung über Joe Bidens Gesundheitszustand der Fall. Egal wie offensichtlich war, dass der US-Präsident nicht nur alt, sondern auch unter kognitiver Reduktion litt; die linksliberalen Mehrheitsmedien taten jede Kritik an Biden als rechtsextreme Verschwörung ab. Jede Kritik an ihm wurde als Verrat an der Demokratie gelesen und aus Sorge, damit den „Faschisten“, „Rechtsextremen“ und Donald Trump zu dienen, verschwiegen.  Die linksliberalen Medien wie CNN, N.Y. Times, NPR – so sehr sie einst an Transparenz glaubten – schützten den Präsidenten wie ein Kleinkind, um das größere Übel Trump zu verhindern.

Doch mit Lügen, Vertuschen, Verheimlichen lässt sich Demokratie nur schlecht verteidigen. Da die politische Software in westlichen Demokratien entlang der Polarisierung programmiert ist, werden alle Zweifel, Recherchen, Aufdeckung von unbequemen Wahrheiten als feindlicher Code gelesen.

Fazit: Der Journalismus ist im „Zeitalter digitaler Reproduktion“ (laStaempfli) zum Narrativ der jeweiligen Pole degeneriert: Fiktionen, die die Realität zum Riskio erklären.